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Die Geschichte des Bäckerburschen

04 Jan

Angeregt durch Rüdigers Geschichte der Eismütze fiel mir folgende Geschichte wieder ein, die mein Großvater gerne erzählte. Es ist die Geschichte des Bäckerburschen.

Das muss ein richtig eitler Typ gewesen sein, der aber auch mächtig Schlag bei den Damen im Dorf hatte. Zu seinen Aufgaben gehörte es, morgens mit dem Fahrrad die Brötchen und Brote auszuliefern. Bei jedem Wetter. Ebenfalls bei jedem Wetter sorgte er sich um sein Aussehen, insbesondere um seine Frisur, die immer richtig sitzen musste. Zu diesem Zwecke hatte er immer einen Kamm in der Gesässtasche, mit dem er sich des Öfteren am Tage durch das angefeuchtete Haar fuhr.

Das tat er auch an einem eiskalten Wintermorgen: Haare anfeuchten und mit dem Kamm durchfahren bis jede Strähne perfekt am Kopf klebte. Den freundlichen Rat der Kollegen, bei Minus 20 Grad doch eine Mütze aufzusetzen, ignorierte er. Vielleicht, weil er der Meinung war, dass die sein Gesamtkunstwerk entstellen würden. Also radelte er barhäuptig und mit nassen Haaren durch den Wintermorgen.

Barhäuptig ging es für ihn den Rest des Lebens weiter, denn am Ende des Tages hatte er kaum noch Haare auf dem Kopf. Die Haarwurzeln waren erfroren, seine Mähne fiel in großen Büscheln aus und wuchs nie wieder nach.

Heute frage ich mich: Kann das wirklich passiert sein? Oder erzählte mein Großvater dieses Garn nur, damit wir Kinder beim Spielen im Winter eine Mütze aufsetzten?

 
12 Kommentare

Verfasst von - 4. Januar 2010 in Historisches

 

12 Antworten zu “Die Geschichte des Bäckerburschen

  1. Schildmaid

    4. Januar 2010 at 20:57

    Erfrorene Haarwurzeln! ☜ :lol:
    Dann müssten ja auch alle Tiere, die draußen leben oder zumindest mal Gassi gehen, auch nackt daher laufen, wenn’s mal im Winter etwas kälter wird. Und? Schon mal ein nacktes Wildschwein gesehen? :lol:

     
  2. ruediger

    4. Januar 2010 at 21:15

    Wäre es eine Ente und der Opa ein Geschichtenerzähler, ich würde ihm problemlos aufsitzen. Keine Ahnung ob das geht, Dr.Goolge sagt nö. :oops:

     
  3. graval

    4. Januar 2010 at 21:44

    Ich kann dir nur bestätigen, dass mein Haar auch schon eingefroren ist. Aber kaputt gegangen ist es nie.

     
  4. Der Moderne Nerd

    4. Januar 2010 at 22:33

    Kein Drama. Ich fahre zur Zeit fast jeden Tag mit Nassen Haaren los (und das mache ich seit Jahren so). Es fehlt einfach die Zeit und der Fön. Meine Friseure sind immer erstaunt, wieviele Haare da auf dem Kopf sind.

     
  5. skriegel

    4. Januar 2010 at 22:37

    Als ich noch Hüftlang trug bin ich im Winter morgens öfter mit klatschnassen Haaren losgefahren und habe zum schnelleren trocknen den Kopf aus dem Fenster gehalten. Das war streckenweise unangenehm, aber abgefroren habe ich mir dabei nie was.

     
  6. quadratmeter

    4. Januar 2010 at 22:40

    Ich hätte ihm geglaubt.

     
  7. noch ein Markus

    4. Januar 2010 at 22:46

    also wenn das klappt versuch ich das morgen mal.

     
  8. Silencer

    5. Januar 2010 at 12:56

    Das Stimmungsbild ist doch recht eindeutig. Muss jetzt mal überlegen, welche Lebensweisheiten von Opa ich noch verinnerlicht habe… die ein Lüge sein könnten.

     
  9. Olli

    5. Januar 2010 at 16:51

    Silencer :
    welche Lebensweisheiten von Opa ich noch verinnerlicht habe… die ein Lüge sein könnten.

    ähem… Ich sag nur, Haare auf den Händen? ^^ … Oder Kaugummie im Magen. Oder die Augen gehen nachm Schielen nicht mehr auseinander. Oder…

     
  10. quadratmeter

    5. Januar 2010 at 21:22

    Oder *** macht blind und/oder blöd? Oder: Fingernägelkauen führt zu verkrüppelten Fingern?

     
  11. Silencer

    6. Januar 2010 at 08:32

    Olli & Quadratmeter: Neee, sowas wäre zu plump gewesen. Mein Großvater hat nie viel geredet und schon gar keine Vorschriften gemacht (so nach dem Motto: Erziehung = Frauensache) – daher kam mir die Geschichte umso glaubwürdiger vor.

     
  12. Schonzeit

    6. Januar 2010 at 11:33

    Garn! :D

     

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