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Archiv des Autors: Silencer

Über Silencer

Alles was Herr Silencer schreibt ist wichtig, wahr und schön.

3D-Face Mapping

Ich bin ja ein Riesenfan von 3D-Mapping auf Gebäuden, wie hier auf dem alten Uhrenturm in Prag.

Aber 3D-Mapping und Projektion auf menschliche Gesichter, als virtuelles Make-Up? Das ist… ziemlich creepy:

 
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Verfasst von - 19. August 2014 in Ganz Kurz

 

Zauberei: SSD Fusiondrive selber bauen

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Eines meiner Arbeitsgeräte ist ein MacBook Pro aus dem Jahr 2010. Ein feines Gerät, dient im Büro als Desktopersatz. Leistungstechnisch ist es immer noch mehr als ausreichend, dennoch war das Arbeiten damit zuletzt eine Qual. Jeder Mausklick löste nicht sofort eine Aktion, sondern sekundenlanges Gerödel auf der Festplatte aus. Tastatureingaben erschienen bei manchen Programmen nur noch mit Verzögerung. Der Start großer Programme dauerte eine halbe bis zwei Minuten. Alles war quälend langsam.

Das kann evtl. daran liegen, das Apple nicht mehr für die Nutzung mit Festplatten entwickelt und die Programme nicht optimiert sind – das würde das behäbige Verhalten von iPhoto erklären, mit seinem zwei Minuten dauernden Start. Es kann auch daran liegen, dass ich seit 2010 und damit über vier Betriebssystemversionen nie eine saubere Neuinstallation gemacht habe. Woran auch immer es lag: Der Rechner war zur Arbeit kaum noch zu gebrauchen, ich war genervt, aber eine Neuanschaffung für einen ansonsten top funktionierenden Rechner nicht einsehbar.

Deshalb folgte ich Modnerds Tip zur Lebensverlängerung alter Rechner und beschloss eine SSD einzubauen. Das sind Festplatten aus Flashspeicher, d.h. keine mechanischen Teile und irre schnell. Das Problem: SSDs waren (und sind es noch) im Vergleich zu Festplatten und in Relation zur Größe deutlich teurer. Es ist daher sinnvoll, das Betriebssystem auf einer (kleinen) SSD zu installieren und zusätzlich eine traditionelle Festplatte im Rechner zu haben, auf der dann Terabyteweise Daten liegen können. Auf diese Weise hat man hohe Fluppdizität bei gleichzeitig hoher Speicherkapazität. Bei Apple gibt es sogar die Möglichkeit einen sog. Fusiondrive zu bauen. Dabei werden Festplatte und SSD zu einem logischen Laufwerk zusamengefasst, und das Betriebssystem kümmert sich selbstständig darum, wichtige Daten und oft benötigte Programme in die schnellen SSD-Bereiche zu verschieben.

Standardmäßig bringen neue Macs sowas schon mit, bei alten Modellen kann man das selbst bauen – wenn man sich traut. Wobei sich direkt das nächste Problem auftut: In ein MacBook Pro passt kein zusätzliches Laufwerk. Die Lösung: Man wirft einfach das DVD-Laufwerk raus! Da die meisten Daten heute eh über das Netz oder per USB kommen, ist ein DVD-Benner im Notebook eh überflüssiger Ballast.

Um Anstelle der alten Festplatte eine SSD einzubauen und die Festplatte an die Stelle des DVD-Laufwerks
zu verpflanzen braucht es einen Adapter. Die Firma Hardwrk liefert für 49,- Euro ein Komplettset, in dem eine Adapterhalterung, eine SEHR gute Anleitung, alles benötigte Werkzeug und ein externes DVD-Gehäuse enthalten sind. Jetzt braucht es nur noch eine SSD, in meinem Fall eine Samsung 840 Evo Pro, dann wird ein Backup auf eine externe Festplatte mittels Time Machine gemacht, und schon kann die Bastelei losgehen!

Fantastische Arbeit der Firma Hardwrk: Sehr gute, bebilderte Schritt-für-Schritt-Anleitungen zur Entfernung des DVD-Laufwerks und dem Einbau einer SSD.

Fantastische Arbeit der Firma Hardwrk: Sehr gute, bebilderte Schritt-für-Schritt-Anleitungen zur Entfernung des DVD-Laufwerks und dem Einbau einer SSD.

Im Set ist alles enthalten was zum Tausch gebraucht wird. Nur die SSD muss noch zusätzlich gekauft werden.

Im Set ist alles enthalten was zum Tausch gebraucht wird. Nur die SSD muss noch zusätzlich gekauft werden.

Die Anleitung ist super bebildert und ermöglicht auch Laien den Do-it-yourself Austausch. Ich muss allerdings gestehen, dass mir schon ein wenig komisch war, als ich das MacBook offen hatte. An PCs Rumschrauben ist unaufregend, aber in so einem hochintegrierten Gerät wie einem Notebook rumwurschteln, das ist schon spannend. Nur ein Folienkabel beschädigt, und das Gerät ist kaputt. Dem entsprechend vorsichtig sollte man zu Werke gehen. Zudem gab es an den MacBook-Innereien immer mal Veränderungen, so dass die Anleitung vermutlich in den seltensten Fällen zu 100% passt. Bei mir habe ich z.B. nie rausgefunden, wie man den Akku abklemmen kann – weil der Stecker ganz woanders sitzt als beschrieben und die Entfernung Spezialwerkzeug erfordert.

Spuren im Staub: Nach 4 Jahren ist das Innere des MacBook Pro noch erstaunlich sauber, lediglich im Deckel über den Lüftern hat sich etwas Staub angesammelt.

Spuren im Staub: Nach 4 Jahren ist das Innere des MacBook Pro noch erstaunlich sauber, lediglich im Deckel über den Lüftern hat sich etwas Staub angesammelt.

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Verfasst von - 18. August 2014 in Berufsleben

 

Mein erstes Mal: Fernbusfahrt

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Zum Weltwieseltag wollten das Wiesel und ich standesgemäß mit einem Riesenauto und eigenem Chauffeur in Hamburg vorfahren. Also nahmen wir einen Fernbus.

Fernbusse waren in Deutschland lange Zeit nicht erlaubt, weil der Gesetzgeber die Bahn schützen wollte. Das ist seit Kurzem vorbei, und jetzt expandieren Fernbusunternehmen. In Deutschland sind das vor allem “MeinFernbus”, “Flixbus” und neuerdings der ADAC. Von Fernbussen hatte ich nur Gutes gehört: Viel günstiger als die Bahn, bequem, mit WLAN-Austattung und allem Komfort sollten die sein. Das musste ich ausprobieren, und buchte daher einen Fernbus der Firma Flixbus, Göttingen-Hamburg und Retour für 19 Euro pro Fahrt.

Das erste Problem tauchte sofort nach der Buchung auf. Die Seite mahnte, man solle auch ja rechtzeitig an der richtigen Haltestelle sein. Nur: Welche Haltestelle das ist, das verrät sie nicht. Das steht klein auf dem Busticket, und wenn man das auf einem altersschwachen Schwarz/weiß-Laserdrucker ausdruckt, ist der Hinweis kaum lesbar. Apropos Website und App: Die sollten eigentlich die Standorte der Haltestellen anzeigen. Tun sie oft ach, aber gelegentlich (= immer wenn man es wirklich braucht) ist die Integration von Google Maps einfach kaputt und es gibt statt Landkarte nur Fehlermeldungen. Zum Glück bekam ich am Tag vor der Abfahrt noch raus, von wo es los ging, und freute mich auf die Fahrt in der rollenden WLAN-Butze.

Die Ernüchterung erfolgte recht schnell. Den QR-Code auf der App konnte der Fahrer mangels Lesegerät nicht kontrollieren, aber zum Glück hatte ich aber den altersschwachen Ausdruck des Tickets dabei. Mit dem Komfort war es nicht weit her. Ich kann mich täuschen, aber mir schien, als wären in dem Bus die Standardsessel durch enger stehende Versionen ersetzt, um mehr Personen unterbringen zu können. Unbequem sind die nicht, aber das geht halt auf Kosten der Beinfreiheit. Einen Rucksack in den Fußraum zu stellen, was bei der Bahn problemlos möglich ist, ist im Bus nicht drin. Snacks und Getränke kann man theoretisch im Bus kaufen, allerdings wird man gebeten passend zu zahlen, da der Fahrer das auf eigene Rechnung macht. Uh.

Den Bus, den ich erwischt hatte, war dreckig. Die Scheiben waren verschmiert und die Netze der Sessel waren voller Müll. In Göttingen hat der Bus 20 Minuten Aufenthalt, aber die nutzte der Fahrer nicht, um mal durchzugehen und den größten Ranz einzusammeln. WLAN gab es übrigens ebensowenig wie Durchsagen des Busfahrers. Dabei wäre es durchaus interessant gewesen mal zu erfahren wie lange er Pause zu machen gedachte oder wann wir wohl am Ziel ankommen würden, hatten wir doch durch einige Staus und Baustellen ordentlich Zeit verloren. Am Ende kamen wir mit 2 Stunden Verspätung in Hamburg an.

Die Rückfahrt war ähnlich, aber mit Problemen auf anderen Ebenen. Der Zentrale Omnibusbahnhof in Hamburg ist groß und modern, und im Minutentakt kommen dort Busse an und fahren wieder ab. Es gibt ein elektronisches Anzeigesystem, welcher Bus an welchem Bussteig hält. Dummerweise wird die Anzeige aber nicht an die aktuellen Gegebenheiten angepasst, falls ein Bus an einem anderen Steig steht als geplant. Und das Flixbus auf Busnummern verzichtet, macht es nicht einfacher. Während MeinFernbus eindeutige Nummern für seine Routen hat, heisst die bei Flix nur “Startstadt – Endstadt”. Das steht aber nicht auf den Tickets. Dort steht nur der Teil der Fahrt, den man gebucht hat. Ich musst ealso raten, ob mein Ticket für “Hamburg – Göttingen” jetzt für die zeitgleich abfahrenden Linien “Hamburg – Frankfurt” oder für “Hamburg-Berlin” gedacht war.

Am Hamburger ZOB kann man sehr schön sehen, wie unterschiedlich die Unternehmen organisiert sind. Der ADAC hat “Bodenpersonal”, das einen kleinen Check-In-Tisch an den Bussteig rollt. Den Fahrgästen wird das Gepäck abgenommen, alle steigen gesittet ein. Bei Flix gab es einfach nur riesiges Chaos. Mein Bus kam und kam nicht, obwohl ich laut Anzeige am richtigen Steig stand. Das machte mich nicht unerheblich nervös, leider half die Flix-App mit der Rubrik “Aktuelle Meldungen” auch nicht weiter. Irgendwann kämpfte sich ein Mann durch das Getümmel der vielen hundert Menschen, die am Sonntag Nachmittag dicht an dicht durch den ZOB schoben, und sagte zu der Frau neben mir, dass der Bus heute ganz woanders fahren würde.

Tatsächlich stand acht Haltebuchten weiter ein blauer Flixbus mit einem Schild “Hamburg-Frankfurt über Göttingen” hinter der Scheibe. Hätte ich nicht durch Zufall das Gespräch der beiden Fahrgäste mitbekommen, ich hätte den Bus verpasst.

Vor dem Bus war eine Menschentraube, und in deren Mitte ein Fahrer, der laut brüllte “Jetzt hört dochmal auf, ihr macht mich ja verrückt hier!” Währenddessen wuppten Fahrgäste ihre Koffer und Rucksäcke bereits selbst in den Laderaum, was dem Fahrer nicht gefiel – prompt verkündete er, dass alles nochmal raus und auf der ANDEREN Seite wieder in den Bus eingeladen werden sollte. Tickets wurden auch diesmal nicht wirklich kontrolliert, was dazu führte, dass der Flixbus auch Fahrgäste von “Mein Fernbus” mit an Bord nahm, in deren Haltebucht er laut Anzeige stand. Dafür blieben vermutlich etliche Flixbus-Kunden in Hamburg zurück, die brav am Gate mit der Flix-Anzeige warteten.

Der Bus war zwar nicht voller Müll, aber die Toilettentanks waren voll und rochen erbärmlich. WLAN zeigte sich nur in Form eines Accesspoints, aber der hatte sich wohl aufgehangen, denn schon die Startseite des APs zu laden dauerte Minuten, und Internet war gar nicht möglich.

Mit einer halben Stunde Verspätung ging es dann los, und meinem Sitzplatz in der zweiten Reihe und dem Mitteilungsbedürfnis des Fahrers ist es zu verdanken, dass ich mehr über sein Seelenleben mitbekam als es mir lieb war. Zum einen versuchte er die verlorene Zeit schon im Stadtverkehr wieder rauszuholen, was natürlich genauso sinnlos wie gefährlich war und lediglich zu einer Vollbremsung und dem Überfahren Kirschgrüner Ampeln führte. Auf der Autobahn beschäftigte sich der Mann dann mit dem, ihm nicht wirklich vertrauten, Busmodell, was diverse Flüche und merkwürdige Handlungen nach sich zog. Wer wollte, konnte meine Fahrt auf Twitter in Echtzeit miterleben:

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Als die Spielerei mit dem Fahrzeug langweilig geworden war, gab sich der Fahrer der Verkehrserziehung anderer Verkehrsteilnehmer hin, hupte langsame Kleinwagen aus dem Weg oder bedrängt Wohnmobile in Baustellen, wenn er nicht gerade Telefonierte, mit seinem Handy rumspielte oder der Teenagerin in der ersten Reihe Knöpfchen erklärte.

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Höhepunkt der Fahrt war dann Hannover, was den Fahrer in der Peripherie schon so durcheinanderbrachte, dass er der Teenagerin das Navi in den Schoß warf und rief: “Hier, sag mir mal wo´s lang geht.”

Die zückte dann ihr Telefon und navigierte damit den Bus erstaunlich souverän durch die Großstadt, bis zu dem Zeitpunkt, als Baustellen die Navianzeige nichtig machten. Ab da begannen Fahrgäste Vermutungen zu äußern, wo es lang gehen könnte, und so wurde der Bus nach Mehrheitsentscheid navigiert.

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Mit dem erwartbaren Ausgang, nach wenigen Minuten standen wir verkehrt rum in einer Einbahnstraße. Der Fahrer war tödlich genervt, hupte Autos aus dem Weg, versuchte Fußgänger bei Ampelquerungen zu verängstigen und forderte gleichzeitig die Fahrgäste auf, sich die Kennzeichen von Autos zu merken, die er nich anzuzeigen gedachte.

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Als wir endlich am ZOB Hannover ankamen, schickte der Fahrer die Fahrgäste, die nach einer Toilette fragten, in eine Fantasierichtung und war umso erstaunter, als die tatsächlich erleichert zurückkamen – ein Hotel hatte Gnade mit ihnen gehabt. Aber wenigstens einen englischen Touristen, der nach dem Bus nach Berlin fragte, konnte er nachhaltig verwirren.

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Ohne weitere Zwischenfälle ging es dann zurück nach Göttingen.

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Mein Fazit: Fernbusse sind tatsächlich ein Erlebnis. Man muss sich allerdings darüber klar sein, dass lediglich der Preis für sie spricht – wenn man früh genug bucht, kurz vor der Abfahrt sind Busfahrkarten und Bahn-Spezialangebote auf ähnlichem Niveau. In Punkto Sauberkeit, Komfort und Pünktlichkeit kam diese Busfahrt hier nicht an die Bahn heran. Mit “meinem” ADAC werde ich noch eine Fernfahrt wagen, von der Nutzung von Flix werde ich zukünftig absehen.

 
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Verfasst von - 18. August 2014 in Reisen

 

Maria, ihm schmeckt´s nicht! (2014)

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Jan möchte Sara heiraten. Sara ist Halbitalienerin, und für ihren Bappo Antonio steht sofort fest: Die Hochzeit muss in Italia stattfinden! Inmitten von Oma, Opa, Onkel, Tanten, Nichten, Neffen, Nachbarn… eben der ganzen Familie! Das italienische Familienleben mit ausgedehnten Strandbesuchen, verrückten Geschäftsideen, toten Opas und andauernden Freßorgien geht Jan schon nach kurzer Zeit auf den Geist, was die zukünftige Verwandtschaft vermuten lässt, dass es ihm nicht schmeckt. Dann brennt Sara auch noch mit ihrer Jugendliebe durch, und für Jan steht fest: Er fährt zurück nach Krefeld, weil es da normaler ist als in Campobasso.

Das Buch von Jan Weiler war vor einigen Jahren der Sommerhit auf den Büchertischen. Es war so erfolgreich, dass das ZDF 2011 einen Film produzierte, in dem ein fehlbesetzter Cast um einen desorientierten Christian Ulmen den Stoff gegen die Wand fuhr. Für die Adaption bei den Domfestspielen orientierte man sich auch nicht am Film und nicht im Detail am Buch. Stattdessen wurden Schlüsselszenen zu Musicaleinlagen umgearbeitet – und was für welchen! “Maria” als Musical – das gibt es NUR in Bad Gandersheim. Schon zum zweiten Mal: Nach dem großen Erfolg im vergangenen Jahr wurde “Maria” extra noch einmal ins Programm genommen.

Nochmal Domfestspiele.

Nochmal Domfestspiele.

Ich kann ja über die Produktion der Domfestspiele in Bad Gandersheim nur staunen. Das Niveau, auf dem hier geschrieben und umgesetzt wird, hätte ich hier nicht erwartet. Nachdem Evita schon beeindruckend war, hat mich “Maria…” echt von den Socken gehauen. Das Stück ist mit ziemlicher Geschwindigkeit inszeniert, hat ordentliche Musik und feine Texte. Auch ein wenig Klamauk kommt vor, aber die Essenz des Buchs wird sehr eindrücklich erzählt. Letztlich dreht sich alles darum, dass Jan, der Deutsche in Italien, begreift, was es heißt fremd zu sein und wie man dies übersteht. Dabei wird geschickt und auf zwei Zeitebenen die Lebensgeschichte des Schwiegervaters erzählt, der in den 60ern in Deutschland Gastarbeiter war und Vorurteile gegenüber Italienern aushalten musste.

Meine Tastatur. Hübsch, nicht? Sie wird leider zum Teil vom Programmheft verdeckt, auf dessen linker Seite Tabea als Sara, Ulf Schmitt als Jan und Hans-Jörg Frey als Antonio Marcipane zu sehen sind. Recht: Jan mit Nonna Chiara (Christine Dorner).

Meine Tastatur. Hübsch, nicht? Sie wird leider zum Teil vom Programmheft verdeckt, auf dessen linker Seite Tabea als Sara, Ulf Schmitt als Jan und Hans-Jörg Frey als Antonio Marcipane zu sehen sind. Recht: Jan mit Nonna Chiara (Christine Dorner).

Die Inszenierung ist Bad Gandersheim ist nicht nur toll geschrieben, sondern auch durchgehend super besetzt. Besonders Hans-Jörg Frey als Antonio und Tabea Scholz als Sara glänzen in ihren Rollen. Frey gibt den komisch-vertrottelt wirkenden Antonio herrlich schlitzorig, und Tabea singt und spielt sich die Seele aus dem Leib. Und das sogar im strömenden Regen, den leider hatte ich bei der Aufführung am gestrigen Abend Pech:

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Pünktlich zu Beginn der Vorstellung begann es zu nieseln, was sich im Verlauf der folgenden zwei Stunden zu einem veritablen Wolkenbruch steigerte. Ich rechnete jeden Moment mit Abbruch, aber das Ensemble spielte und tanzte und sang im 14 Grad kalten Regen weiter, als wäre nichts dabei. Dafür gebührt ihnen allergrößter Respekt.

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Am Ende wird, vollkommen durchnässt, doch noch geheiratet.

 
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Verfasst von - 14. August 2014 in Event, Kunst & Kultur

 

Lara Croft exklusiv hinter Gittern

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Ich bin leidenschaftlicher Spieler von Computer- und Videospielen. Das Spielen eines schönen Spiels am Ende eines langen Tages hat bei mir den TV-Konsum ersetzt, der im Gegenzug fast auf Null gefallen ist. Ich mag am liebsten Abenteuerspiele mit einer guten Erzählung. Ist die Präsentation entsprechend, ist so ein Spiel wie ein gutes Buch oder ein guter Film – allerdings ein 20 Stunden langer Film mit MIR mitten drin.

Früher habe ich gerne auf dem PC gespielt, bis ich von den ständigen Treiberupdates, Inkompatibilitäten und dem Hardwarehunger genervt war. Eine Stunde Spielen am PC bedeutet eine halbe Stunde Updates machen, und das nervte so, dass ich mir eine Konsole zulegte.

Als Konsolenspieler begrüßte ich sehr, dass nach acht Jahren Ende 2013 endlich eine neue Konsolengeneration startete. Microsoft präsentierte seine XBOX One, Sony seine Playstation 4. Die XBOX One liegt im Rennen um die Spielergunst seitdem weit hinten, was vor allem an der verkorksten Idee und der fehlenden Strategie liegt. Während die PS4 ganz auf Spiele zugeschnitten ist und nebenbei noch 3D-Bluray-Player und Mediencenter ist (mit Watchever, Amazon Prime, Windows Mediaserver und allem Duttendeubel), wurde die XBOX One als Mediencenter konzipiert. Sie ist dafür designt, alle anderen Geräte im Wohnzimmer durchzurouten und zu steuern, und zwar über ihre Kameras und Mikrofone. Man stelle sich das vor: In Post-Snowden-Zeiten sollte man sich ein amerikanisches Gerät ins Wohnzimmer stellen, das IMMER eingeschaltet und online ist, das PERMANENT die Wohnung mit Mikros und 3D-Nachtischtkameras Nachtsichtkameras überwacht! “Aber damit kann man ganz toll TV und Sport gucken”, sagte Micosoft. Das interessierte aber schon niemanden mehr, zumal die Konsole auch in anderen Belangen an den Spielern vorbeigeht. Eine Konsole an de Start zu bringen, die in Spielen keine Full-HD-Auflösung schafft, das ging schon in 2013 nicht mehr.

Seit dem Verkaufsstart bekommt Microsoft dafür die Quittung. Selbst altgediente XBOX-Fans (wie ich) wandern zur Playstation ab, was sich in Zahlen ungefähr im Verhältnis 1:3 bemerkbar macht. Auf jede verkaufte XBOX One kommen drei abgesetzte Playstation 4s. Genaues weiß man nicht, weil Microsoft keine Zahlen veröffentlicht. Aber das denen der Arsch auf Grundeis geht, sieht man an den ständigen Strategiewechseln. Der Onlinezwang der XBOX wurde abgeschafft, mittlerweile läuft die Konsole auch ohne die Kinect-Kamera (und wird auch ohne sie verkauft) und jeden Monat wird an der Software rumgedoktert, um die Konsole mehr auf Spieler zuzuschneiden.

Ein klassisches Mittel um Leute ins eigene Lager zu locken, von dem ich gehofft hatte, dass es ausstirbt, ist die Exklusivität von Spieletiteln. Die meisten Spiele erscheinen plattformübergreifend, also sowohl für PC als auch für Xbox oder Playstation. Aber manche Titel gibt es halt nur auf einer Plattform. Die Produktionen des Studios Naughty Dog, zu denen die großartige “Uncharted”-Reihe oder das herausragende “The Last of US”gehören, sind nur auf Sonys Konsole spielbar. Oder “MarioCart”, was es exklusiv auf der Wii von Nintendo gibt. Im besten Fall sind solche großen Titel Systemseller, d.h. die Leute kaufen eine Konsole nur, um ein bestimmtes Spiel spielen zu können.

Microsoft hätte sowas auch gerne. Und so schlimm ich diesen Exklusivitätsquatsch auch finde, so legitim ist natürlich der Wunsch nach einem Systemseller. Im Unterschied zu Sony oder Nintendo hegt und pflegt Microsoft aber keine kleinen Studios, baut sie auf und bringt deren Titel dann groß raus. Microsoft geht los und kauft Spiele vom Markt weg, um sie in ihrer Plattform einzusperren. Das wurde schon einmal so gemacht: “Halo” war 1999 einer der am meisten erwarteten Titel auf dem PC. Alle gierten darauf, die Ringwelt zu erobern, die das Studio Bungie auf zahlreichen Messen zeigte. Und dann kam Microsoft und machte einen Exklusivdeal, und der Titel erschien nur auf der ersten XBOX. Seitdem wird die Serie als XBOX-Seller gehyped. Die XBOX One liegt aber so am Boden, das auch die Aussicht auf ein 2015 erscheinendes Halo 5 den Absätzen nicht hilft, und deshalb hat Microsoft wieder sein Portmonnaie gezückt und eine der besten, ambitioniertesten und erfolgreichsten Spiele vom Markt gekauft: Tomb Raider.

Ja, Lara Crofts nächstes Abenteuer wird exklusiv für die XBOX One erscheinen, weil, so XBOX-Chef Phil Spencer, er “die nächste Generation um jeden Preis gewinnen will”. Das ist ein ziemlicher Schock.

Seit der GameCon-Enthüllung das Gesicht des Bösen: Phil Spencer, XBOX-Chef.

Seit der GameCom-Enthüllung das Gesicht des Bösen: Phil Spencer, XBOX-Chef.

Tomb Raider hat eine breite Fanbasis über alle Systeme hinweg, und den nächsten Teil auf der XBOX One einzusperren, stösst allenthalben auf Unverständnis. Selbst bei der Microsoft Pressekonferenz auf der Gamescom in Köln, auf der heute diese Ankündigung gemacht wurde, gab es von den versammelten XBOX-Fans und Journalisten nur vereinzelt Applaus. Jeder wünscht “seinem” System Erfolg, aber schon Sekunden nach der Ankündigung war den Versammelten klar, dass das nicht der richtige Weg ist.

Möglicherweise haben wir es hier mit einer temporären Exklusivität zu tun – Tomb Raider erscheint vielleicht im Herbst 2015 exklusiv für die XBOX One und dann ein halbes oder ein Jahr später für PS4 und PC. Diese Hoffnung besteht, aber die Pressemitteilung von Crystal Dynamics, dem Entwicklerstudio, hört sich nicht danach an. Sie klingt eher so, als ob MS dauerhaft das Studio finanziert, damit sie Systemseller mit Lara Croft produzieren.

Der Wunsch, eine Serie vom Kaliber eines “Uncharted” auf der eigenen Konsole zu haben ist vollkommen legitim. Aber dann wäre in der Tat die Schaffung eines neuen Franchise und der Aufbau eines neuen Studios der richtige Weg gewesen. Ja, das kostet Zeit und Geld, und man geht lieber den einfachen Weg und kauft eine der erfolgreichsten Serien, und schließt dann 3/4 der Spielerschaft aus. Damit benimmt sich Microsoft wie der Schläger auf dem Schulhof, der anderen Kindern das Pausenbrot klaut – und das sehen sogar Microsoft-Anhänger und Fanboys so.

Meine Meinung: Plattformexklusivität gehört generell abgeschafft. Es hat einen Grund, dass es nicht viele Exklusivserien gibt: Exklusivität ist eine schlechte Idee. Die Hardware der neuen Konsolen ist ohnehin fast identisch, das bestimmende Unterscheidungsmerkmal sollten die Services der Hersteller drum herum sein. Diese Exklusivitätsdeals schaden langfristig den Studios und den Plattformen, die ohnehin starke Konkurrenz durch die immer besser werdenden Spielemöglichkeiten auf mobilen Geräten haben und über kurz oder lang von denen verdrängt werden. Exklusivität mag den Herstellern kurzfristig helfen, letztendlich ist es aber eine kurzsichtige Strategie, unter der zuerst die Spieler leiden, dann alle.

[Update 17.08.14] Mittlerweile ist klar, dass es sich um ein “Timed Exclusive” handelt. Rise of the Tomb Raider erscheint zunächst exklusiv für XBOX One und XBOX 360, später für andere, noch nicht angekündigte Plattformen. Wie lange die Exklusivität gilt ist nicht klar – zwischen drei Monaten und einem Jahr ist alles drin.

 
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Verfasst von - 13. August 2014 in Betrachtung, Games

 

CSU vs. Europa

Die CSU geht mir auf den Sacque. Ein Blödsinnsprojekt nach dem nächsten quillt aus der nach unten offenen Lederhose, immer ganz wie es der aktuelle Wahlkampf gerade erfordert. Autobahnmaut für Ausländer? CSU-Bundestagswahlkampf. “Wer betrügt, fliegt?” – Europawahlkampf der CSU.

Nun müsste dieser rechtsdrehende Quatsch eigentlich nach der Wahl schnell vergessen sein, aber aus irgendeinem Grund wird an den bekloppten Wahlfürzen aus München festgehalten. Anscheinend ist die Große Koalition ein idealer Nährboden für großen Mist. Und so kommt es, dass ein “Verkehrsminister” Dobrindt einen Gesetzentwurf für eine Autobahnmaut nur für Ausländer in die Kamera hält. Dabei verrät seine Körpersprache schon, dass er weiß, dass das alles Unfug ist: Dieses Mautmodell ist nämlich nicht mit EU-Recht vereinbar und ist bloßer Populismus. Sollte es dem Verkehrsministerium WIRKLICH um Geld zum Erhalt der Straßen gehen, sollte man dort evtl. erst einmal die Schulden des Toll-Collect-Mautkonsortiums eintreiben. Die Betreiberfirmen schulden dem Bund nämlich rund sieben Milliarden, dagegen nehmen sich die prognostizierten 660 Millionen aus der Ausländermaut wie Peanuts aus – aber so wie es aussieht, erlässt der Bund der Telekom und dem Daimler diese Schuld. Einfach so.

Stand heute legt die CSU übrigens den Gesetzentwurf zur Umsetzung ihrer ureigensten Erfindung, der Armutszuwanderung, vor. Wir erinnern uns: Im Europawahlkampf verbreiteten Seehofer und Konsorten die Mär von den Bulgaren und Rumänen, die nach Deutschland strömen und es sich in den hiesigen Sozialsystemen gemütlich machen würden. Das ist zwar reine Fantasie und nicht belegbar, aber aus irgendeinem Grund wird dieser Blödsinn nun durchgedrückt. In Form einer Einschränkung der Freizügigkeit.

Ich bin gerne Europäer und habe Ü-ber-haupt kein Verständnis dafür, wie die aktuelle Politikergarnitur, und zuvorderst unsere eigene Bundesregierung, auf dem fragilen Gebilde, das Europa immer noch darstellt, herumspringt und an seinen Fundamenten sägt. Eine der tollsten Sachen in Europa ist das Recht auf Freizügikeit: Ich darf aus meinem Heimatstaat ausreisen und mich in einem anderen Land niederlassen, wenn ich dort Selbstständig bin, Arbeit habe, mich als Arbeitssuchend melde oder genügend Kohle im Gepäck habe, um dem Staat nicht auf der Tasche zu liegen.

Das ist eine super Sache, und ich bin sehr froh darüber, dass die Freizügigkeit vertraglich auf Völkerrechtsebene garantiert ist. An eben dieser Idee, und damit über kurz oder lang an diesem EU-Vertrag, sägt die CSU jetzt schon wieder rum. Die Freizügigkeit soll nämlich dahingehend eingeschränkt werden, dass EU-Ausländer nach max. 6 Monaten der erfolglosen Arbeitssuche das Land wieder verlassen müssen. Ich frage mich ja schon, warum sich unsere Politiker überhaupt mit solchen isolationistischen Ideen bayerischer Hinterwäldler beschäftigen und damit das politische Klima in Europa weiter vergiften.

Leider haben die EU-Verträge immer noch keinen Verfassungsstatus, sonst könnte man mit Fug und Recht behaupten: Die CSU agiert verfassungsfeindlich. Dann könnte man den ganzen Laden dichtmachen und damit sicherstellen, dass so ein europafeindlicher Quatsch gar nicht erst in die Gesetzgebungsverfahren kommt.

 
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Verfasst von - 12. August 2014 in Betrachtung

 

Weltwieseltag 2014

Teilnehmer/-innen des Weltwieseltags: Nanderez, ein unbenanntes Wiesel, Wiesel mit grünem Schal, Blogwiesel, Wieseldame, das Wunderbare Wiesel.

Teilnehmer/-innen des Weltwieseltags: Nanderez, ein unbenanntes Wiesel, Wiesel mit grünem Schal, Blogwiesel, Wieseldame, das Wunderbare Wiesel.

Jedes Jahr am zweiten Wochenende im August versammeln sich alle Wiesel sowie Wieselfreundinnen und Wieselfreunde und Wieselsympathisantinnen und Wieselsympathisanten und begehen den Weltwieseltag. Diese ruhmreiche Tradition besteht seit 2013, weshalb heuer, wie wir Österreicher sagen, der 38. Wieseltag* gefeiert wurde.

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Der Weltwieseltag 2014 wurde am 09. August in der freien und Hansestadt Hamburg zelebriert. Zehntausende Touristen strömten an diesem Wochenende in die Stadt, aber zum Glück hatten die Organisatorinnen, Frau Zimt und Die wunderbare Welt des Wissens, den genauen Ort des WWT nur Leuten verraten, die dessen auch würdig waren.

Für mich war das die Gelegenheit die großartigen Kennys kennenzulernen. Kenny ist Co-Autor in diesem Blog, aber wir hatten uns noch nie in Natura getroffen. Umso schöner war es, nicht nur ihn, sondern auch die fabelhafte Frau Kenny (Kennys Frau) zu treffen. Die beiden haben das Wiesel ja mit auf eine Reise nach Amerika genommen, und Kenny hat hier darüber gebloggt**. Aus diesen Erlebnissen haben die Beiden nun ein Buch gemacht, dass sie dem Wiesel und mir feierlich überreichten. Wir großartig ist das denn???

Special Edition: Wiesels große Reise in Amerika - Abenteuer mit den Kennys

Special Edition: Wiesels große Reise in Amerika – Abenteuer mit den Kennys

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Wir Menschen setzten uns dann in den Altonaer Park und plauderten ein wenig, während die Wiesel Dinge taten, die Wiesel nunmal tun:

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Die Wiesel tobten und spielten durch den Park, dass es eine wahre Freude war. Am liebsten spielten sie Hausbesetzung, was ja in Hamburg Volkssport ist.

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Rekordversuch: Wieselpyramide auf Schaukel:

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Gegen Abend zogen wir ins “Alte Mädchen” um, ein Restaurant und Brauerei, ausgesucht von Frau Zimtapfel.

Dieses “Braugasthaus” ist eine hervorragende Wahl: Gelegen im alten Fleischmarktviertel, stilvoll mit viel Holz eingerichtet, tolles Ambiente und fittes Personal.

Plan des Abends: Durch alle Zweige des Bierstammbaumes testen.

Plan des Abends: Durch alle Zweige des Bierstammbaumes testen.

Hier begann der formale Teil des WWT. Für den hatte Frau Welt des Wissens eine Tagesordnung vorbereitet und moderierte ihn auch. Hier das Kurzprotokoll:

0. Begrüßung und Vorstellungsrunde
Als Abgesandter aus Spanien wurde Nanderez Wiesel begrüßt. Die drei neuen Wiesel wurden offiziell Willkommen geheißen. Vorgestellt wurde nichts, weil Wiesel unvorstellbar sind.

1. Genehmigung der Tagesordnung
Die Tagesordnung wurde von Frau Welt des Wissens für gut befunden und von ihr persönlich genehmigt. Wörtlich: “Diese Tagesordnung ist so super, die hätte ich selbst nicht besser machen können.”

2. Gründung der World Weasel Federation (WWF)
Die WWF wurde gegründet. Die WTF bleibt als offener Arbeitskreis bestehen und fusioniert mit dem WLAN (Wiesel Liberation Associates Network). Der gemeinsame Name ist WTF.

3. Logo
Die Notwendigkeit eines Logos wurde anerkannt. Es wurde einstimmig beschlossen, es von einem anerkannten Künstler gestalten zu lassen. Für größtmögliche Wirkung sollte der Künstler möglichst exzentrisch sein und aus dem Ausland kommen. Die Moderation bat um Vorschläge. 100 Prozent der Anwesenden sagten gleichzeitig “Owley”. Damit ist beschlossen, das Owley das Wappen und die Wort-/Bildmarke der World Wiesel Federation gestaltet.

Ab diesem Zeitpunkt überstieg der Alkoholpegel der Versammlung die Konzentrationsfähigkeit, weshalb die folgenden Punkte vertagt wurden:

4. Mitgliedsausweis
4. Vorstandswahl
5. Gruppenfoto
6. Diverses

Außerdem erklärt das, weshalb Punkt 4. zweimal vorkommt.
Der Abend war schön, auch wenn die Wiesel zu vorgerückter Stunde alle Duckface-Selfies machen wollten:

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Die Nacht endete damit, dass die Wiesel die Rote Flora besetzten und alle Besetzer in den Po bissen.

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Verfasst von - 11. August 2014 in Wiesel

 

Aktuelle Situation

… wie erwähnt, mein Nachbar ist Mitte 60…

 
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Verfasst von - 10. August 2014 in Ganz Kurz

 

WTF

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Einigen ist aufgefallen, dass auf einem Bild, das im Vorfeld des Welwieseltags veröffentlicht wurde, einige Wiesel mehr zu sehen sind. Wiesel, von denen man noch nie was gehört oder gesehen hat. Das kam so:

Dem Blogwiesel geht es ja total gut. Das hat hier im Blog viel Auslauf, und gelegentlich geht es auf Reisen oder jettet sogar um die Welt. Ähnlich geht es Paraplü, der immer mit Mittenmank wandern darf. Das Wunderbare Wiesel hat ebenfalls ein eigenes Blog, usw.

Das Blogwiesel hatte immer angenommen, dass es allen Wieseln so gut ginge. Bis es eines Tages mitbekam, dass viele Wiesel unter wieselunwürdigen Bedingungen an einem winzigen Ort im Internet gehalten werden. Dieser Ort heisst Ebay, und das Blowgwiesel hat einen Weg gefunden, die dort gefangenen Wiesel zu befreien.

Looking for Freedom: Blogwiesel.

Looking for Freedom: Blogwiesel.

Zunächst gründete es die Wiesel Task Force, kurz WTF. Die WTF (vulgo: Das Wiesel) bediente sich aller zur Verfügung stehenden Mittel (Vulgo: meines PayPal-Accounts) um so viele Wiesel wie möglich von ebay zu befreien. Und so kam es, dass hier vor kurzem gleich drei neue Wiesel auf meiner Türschwelle auftauchten. (Und ja, die Zugangsdaten zu Paypal sind geändert.)

Diese drei sind neu in der Wieselcommunity. Heißen Sie sie herzlich willkommen.

Diese drei sind neu in der Wieselcommunity. Heißen Sie sie herzlich willkommen.

Ich kann mir den Unterhalt so vieler Wiesel nun wirklich nicht leisten, und deshalb wurde auf dem WeltWieselTag (dazu in Kürze mehr) im Kollektiv entschieden, die Wiesel in die Freiheit zu entlassen, damit sie sich ein neues Zuhause suchen können. Wiesel gehen ja immer dahin, wo sie gebraucht werden. Man kann sich nicht aussuchen ein Wiesel haben zu wollen. Das Wiesel trifft die Entscheidung, ob es bei einem bleiben will.

Dieses Wiesel hier wollte gleich in HH bleiben und wohnt jetzt an der Elbe:

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Keine Ahnung ob wir nochmal was davon hören, aber zumindest ist das Wunderbare Wiesel nicht mehr allein in Hamburg und die Stadt hat jetzt die gleiche Wieseldichte wie München oder Götham City.

Dieses Wiesel ist ein wenig schüchtern:

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Ich habe keine Ahnung ob es Männlein oder Weiblein ist. Es will sich partout nicht von seinem Schal trennen, den es auch als Kuscheldecke verwendet. Gelegentlich scheint es sich zu erschrecken und versteckt sich darunter, aber das sind sicher nur die Nachwirkungen von ebay. Es ist auf dem Weg zu jemandem, der ihm ein neues Zuhause geben wird, da bin ich mir sicher.

Dann ist da noch dieses Wiesel.

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Eine ältere Wieseldame, die schon etwas betagt ist. Ich glaube, die bleibt erstmal hier. Vielleicht ist sie ein ruhiger Ausgleich zum quirligen Blogwiesel. Vielleicht findet sich auch noch ein Mensch, dem ein betagtes Wiesel zur Seite stehen kann. Wiesel gehen ja immer dahin, wo sie gebraucht werden. Man kann sich nicht aussuchen ein Wiesel haben zu wollen. Das Wiesel trifft die Entscheidung, ob es bei einem bleiben will.

Wenn sie bei mir bleiben will, braucht sie allerdings einen Namen (immerhin habe ich schon ein namenloses Wiesel, ich komme sonst durcheinander). Deshalb die Frage: Hat jemand eine gute Idee für einen Namen?

In Kürze: So war der WWT2014


P.S.: Der WTF kann sich jeder anschließen und Wiesel befreien! Mittels dieses Links!

 
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Verfasst von - 10. August 2014 in Wiesel

 

Gelbe Säcke

Wo wir gerade bei Tricksereien sind: In Deutschland wird ja Müll fein säuberlich getrennt. Verpackungsmüll trägt ein Logo, den sogenannten Grünen Punkt, und alles was den Grünen Punkt trägt, kommt in den Gelben Sack (Logisch, ne?). Der wird dann von weißen Müllautos abgeholt. Die gehören einer von neun Firmen, die in Deutschland Verpackungsmüll einsammeln. Die nennen sich Duale Systeme, so wie auch die Sammlung von Verpackunsgmüll zum sonstigen Hausmüll als Duales System bezeichnet wird. Eines der Unternehmen, das erste, das 1991 gegründet wurde, heißt sogar DSD, Duales System Deutschland.

Grüner Punkt, Gelber Sack, 10 Duale Systeme – man merkt, dass hier einiges verwirrend ist, oder? Aber es wird noch besser. Die neun Firmen sind sich untereinander spinnefeind und bekämpfen sich bis auf´s Blut. Sie unterstellen sich gegenseitig, gesetzliche Schlupflöcher auszunutzen, Zahlen zu manipulieren und wer-weiß-was-noch. Wie überall, wo sich Unternehmen beschimpfen, geht es um Geld, und zwar zu wenig davon.

Das Duale System (das große, also eigentliche System) funktioniert eigentlich so, dass Hersteller ihre Produkte beim Dualen System Lizensieren. Sie kaufen den Grünen Punkt, schlagen die Kosten auf die Produkte auf und haben damit das Einsammeln und die Entsorgung bezahlt. So weit, so Theorie, in der Praxis schlagen Händler und Hersteller oft die Kosten für den Grünen Punkt auf, die die Endkunden auch bezahlen, lizensieren aber die Einsammeln und die Entsorgung nicht. Stattdessen weisen sie die Entsorgung als “Eigenrücknahme” aus. Hersteller können nämlich auch selbst Müll entsorgen, und auch der Handel kann über “Eigensysteme” seine Verpackungen selbst zurücknehmen. Tatsächlich kann man aber davon ausgehen, dass die große Zahl der gemeldeten Eigenrücknahmen so nie stattfand, sondern als solche deklarierte Verpackungen eben doch im Gelben Sack beim Endkunden landete. Kann aber keiner beweisen.

Dieses Schlupfloch im Gesetz hat dazu geführt, dass nur noch für ein Drittel aller Verpackungen Entsorgungsgebühren gezahlt wurden. Jetzt müsste man natürlich denken, dass die Einsammelfirmen, also die neun “Dualen System” diese Mauschelei von Verpackungsherstellern und Handel anprangern. Taten sie in der Vergangenheit aber nicht. Weil sie daran mitverdienten. Und das ging so:

Es gibt eine Clearingstelle, die die gemeldeten Lizenzen der neun Firmen sichtet und danach ausrechnet, was die Einsammelfirmen für die Entsorgung des Mülls in Verbrennungs- und Recyclinganlagen bezahlen müssen. Die Beträge zur Finanzierung der Entsorgung stellt die Clearingstelle den Einsammelfirmen, die ja Lizenzgebühren von den Herstellern der Verpackungen bekommen haben, in Rechnung. Die Kalkulation ist nun ganz einfach: Je mehr “Eigenrücknahmen”, desto weniger Lizenzen, desto weniger muss eine Einsammelfirma am Gesamtaufkommen für die Müllentsorgung zahlen. Die neun Firmen rechneten auch selbst die gemeldeten Mengen künstlich klein.

Dieser jahrelanger Mißbrauch hat dazu geführt, dass nun rund 100 Millionen Euro für die Entsorgung des Mülls fehtlen – und die neun Einsammelfirmen stritten darum, wer welchen Anteil bezahlen muss. Zudem wird ab nächstem Jahr Lücke der “Eigenentsorgung” durch eine Gesetzesnovelle geschlossen, was zusätzlich dazu führt, dass die Einsammler ihre Felle davonschwimmen sehen.

Heute findet ein weiteres Schlichtungsgespräch statt, bei dem es darum, das DSD und andere Firmen eine Restsumme von 20 Millionen aufbringen sollen. Das können die angeblich nicht, behaupten sie, und schwärzen sich lieber gegenseitig an. Das ist ungefähr so, als wenn bei einer Versammlung der Mafia die Cosa Nostra der Gamorra vorwirft, in illegale Machenschaften verwickelt zu sein. Aus der Ferne betrachtet ist das alles Müll.

 
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Verfasst von - 7. August 2014 in Betrachtung

 

Freigeschmiert

Kommentar und Tweet des Tages von Bee (@zynaesthesie) zur Einstellung des Schmiergeldprozesses gegen Bernie Ecclestone aufgrund einer Geldzahlung in Höhe von 100 Mio Dollar*

“Einen Schmiergeldprozess wird man los, wenn man das Gericht schmiert. Ich freue mich auf die nächste Mordanklage”

Dazu macht der Postillion Satire und titelt “Ecclestone zu 9 Jahren Haft verurteilt” und schreibt:

“Ein Angebot Ecclestones, den Prozess gegen eine Rekordsumme von 100 Millionen US-Dollar fallen zu lassen, lehnte die fünfte Strafkammer unter Richter Noll als unverschämt ab.

“Wahrheit und Gerechtigkeit sind keine Frage des Preises. Es widerspricht dem allgemeinen Rechtsempfinden, ein Schmiergeldverfahren gegen Schmiergeld einzustellen”, heißt es unter anderem in der Urteilsbegründung. Nicht eine Minute habe man darüber nachgedacht, das durch Bestechung und andere Straftaten erwirtschaftete Geld des Formel-1-Bosses anzunehmen.”

Ja, so sieht es aus. Aus einem Schmiergeldverfahren kann man sich mit genug Schmiergeld freikaufen, das eigentliche Rechtssystem ist für Reiche nur noch ein Witz. Wobei ich mit dem “noch” vorsichtig sein würde, ich bin nicht sicher, ob das jemals anders war.

—-
*Das Gericht wollte hundert Millionen EURO, aber Ecclestone hat es runtergehandelt. Weil man aber trotzdem auf eine dreistellige Millionensumme kommen wollte, einigte man sich auf Dollar. Kein Witz.
Man kann ja nur froh sein, dass die sich nicht auf 100 Millionen Lampukische Slotti geeinigt haben.

 
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Verfasst von - 6. August 2014 in Hass

 

Florentiner Lilie

Der Wunderbaren Welt ist aufgefallen, dass im letzten Beitrag auf einem Bild drei Krawatten mit dem gleichen Muster zu sehen sind und es klang ein wenig so, als ob sie das verpönen würde. Dazu sei gesagt: Es kommt nicht auf das Muster an, sondern auf die Farben:

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Kommt auf dem Bild nicht so rüber, aber die Farben LEUCHTEN regelrecht. Wobei ich das Muster aber auch liebe. Es handelt sich um die Florentiner Lilie, zu erkennen an den zusätzlichen Staubgefäßen. Diese Krawatten kaufe ich in Florenz, dort liegt in einer Gasse hinter dem Rathaus der Laden von Herrn und Frau Evangelisti, die alle halbe Jahre neue, tolle Farben im Sortiment haben. Ich habe mittlerweile acht Stück davon, für jede Gelegenheit und Farbkombination, und das werden nicht die letzten sein…

 
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Verfasst von - 6. August 2014 in Ganz Kurz

 

Unverknittert! Alles für die Businessreise

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Dienstreisen, das musste ich neulich mal wieder feststellen, unterscheiden sich von privaten Reisen doch sehr. Ich bin ja am liebsten mit leichtem Gepäck unterwegs, denn zum einen brauche ich wirklich nicht viel, zum anderen bin ich gerne mobil. Bei einer Dienstreise kommt man aber nicht umhin mehr mitzuschleppen. Zum Beispiel das größere Notebook, geschäftliche Unterlagen und mehr Wäsche. Mit letzterer muss zudem anders umgegangen werden, denn es ist durchaus ein Unterschied, ob man eine Jeans oder einen Anzug dabei hat.

Ich bin gerne beweglich, und deshalb bin ich auch kein Fan von Rollkoffern. Deren Vorteil liegt darin, dass man seine Sachen nicht tragen muss -man zieht sie ja hinter sich her-, was aber auch gleichzeitig ihr größter Nachteil ist. Das die Masse der mitgeschleppten Dinge nicht wirklich spürbar ist, verleitet gefühlt die Hälfte aller Trolleybesitzer/-innen weitaus mehr mitzuschleppen, als sie tatsächlich bräuchten. Außerdem sind Rollkoffer Platzverschwendung – im Inneren hat man weniger Platz, weil die Griffmechanik ja auch irgendwo hin muss, und nach Außen sowieso – eine Chantalle kann durch Trolleys eine Spurverbreiterung auf locker 2,5 Meter erfahren und dadurch zum unüberwindbaren Hindernis auf Bahnsteigen werden… aber ich schweife ab.

Ich besitze selbst einen kleinen Rollkoffer, mit dem war ich aber nie wirklich glücklich. Zu wenig Platz darin, zu sperrig, zu langsam. Letztlich hatte ich ihn nur deswegen angeschafft, weil er die Ryan-Air-typischen Maximalmaße von 55 x 40 x 20 Zentimetern für Handgepäck erfüllt. Lange Zeit dachte ich, dass Trolleys für Flugreisen ohne Alternative wären, bis mich Kalesco (wer sonst) auf die Rucksäcke der Cabin Max-Reihe aufmerksam machte (Danke!). Ich bin großer Rucksackfan, denn damit kann man viel Kram schnell transportieren, und die Cabin Max sind nicht nur aus superleichtem, dabei aber reißfestem, Cordura gearbeitet und haben sehr praktische Innentaschen, sondern haben auch genau die maximal erlaubten Airlinemaße! Klar, dass ich mir gleich mal einen zugelegt habe.

Ja, der ist personalisiert. Statt dem Cabin Max-Logo ist ein anderes aufgenäht. Ich finde es spannend zu beobachten, welcher der Mitreisenden den kleinen Nerd-Gag erkennt.

Ja, der ist personalisiert. Statt dem Cabin Max-Logo ist ein anderes aufgenäht. Ich finde es spannend zu beobachten, ob jemand der Mitreisenden den kleinen Nerd-Gag erkennt.

Dazu gab es eine Runde TSA-Locks. Das sind nicht wirklich sichere Vorhängeschlösser, mit etwas Werkzeug bekommt man die sofort auf. Sie schützen nur vor Gelegenheitsdieben und deren schnellen Griff in die Tasche. Da besondere an diesen Schlössern: Unsicherheitspersonal* an Flughäfen (in den USA die Transport Security Agency, TSA) hat spezielle Schlüssel, um sie zu öffnen und den Rucksackinhalt zu begutachten. Ich habe mich für Schlösser mit Indikator entschieden. Wurden sie von Unsicherheitspersonal geöffnet, zeigen sie das durch einen roten Punkt an.

Noch ist der Pubkt Grün, das Schloß wurde von keinem Sicherheitsfascho geöffnet.

Noch ist der Punkt Grün, das Schloß wurde noch nicht von Unsicherheitspersonal geöffnet.

Ich habe nicht vor, so bald in die USA zu reisen, aber der Sicherheitswahn breitet sich auch in Europa aus – die Taschenkontrollen in den Bahnhöfen in England sprechen da eine deutliche Sprache – und mir ist lieber, die Unsicherheitsschergen kriegen die Schlösser auf als das sie den Rucksack aufschneiden oder wasweißich was denen einfällt.

Weil ich eh gerade einkaufen war, habe ich mir eine neue Kofferwaage gegönnt. Handgepäck darf maximal 10 Kg wiegen, und ohne Waage ist es schwer zu bestimmen, ob der Wackerstein als Souvenir jetzt noch mit ins Gepäck darf oder doch zurückbleiben muss. Eine gute Kofferwaage zu finden ist nicht einfach. Die meisten sind billiger Chinaquatsch und gehen im Bereich um 1000 Gramm verkehrt (kein Witz, ich habe etliche ausprobiert!), andere sind selbst so groß und schwer, dass man sie nicht mit auf Reisen nehmen mag. Bei meiner Suche schoß den Vogel eine Waage ab, die bei Amazon auf Verkaufsplatz 1 in Reisezubehör stand, die aber selbst 350 Gramm wog und beim Ausprobieren bis 7 Kg eine Abweichung von 800 Gramm aufwies (das schwankte aber bei jedem Wiegevorgang) und ab 7 Kg gar nichts mehr anzeigte. Dafür leuchtete sie toll blau und piepte ganz laut, ws vermutlich der Grund war, dass nach einem Dutzend Wiegevorgänge die Batterien alle waren. Eine dermaßene Schrottkonstruktion muss man auch erstmal hinkriegen.

Letztlich habe ich mich für die Soehnle Travel entschieden. Die ist winzig, und zudem die leichteste, eleganteste und genauste Waage, die ich gefunden habe. Preislich ist sie dabei mit 17 Euro im Mittelfeld, und allein die schöne Verarbeitung macht mich gerade sehr glücklich.

Ist kaum größer als die Handfläche, wiegt nur 95 Gramm und ist irre genau: Soehnle Travel.

Ist kaum größer als die Handfläche, wiegt nur 95 Gramm und ist irre genau: Soehnle Travel.

Glücklich macht mich auch eine andere Neuerwerbung, der Pack-It Folder von Eagle Creek. Das ist im Prinzip eine Tasche mit vier großen, überlappenden Klappen und einer Plastikschablone. Um die Schablone herum faltet man seine Hemden, damit sie genau die richtige Größe haben, dann legt man sie in die Tasche, schliesst die Klappen und transportiert damit seine Klamotten. Die, so das Versprechen, kommen dann unzerknittert als Ziel. Und was soll ich sagen – es funktioniert!

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Natürlich haben Hemden beim Auspacken Knickfalten, aber bestenfalls verschwinden die, wenn man die Kleidung einige Stunden auf einen Bügel hängt, schlimmstenfalls bleiben die, sind aber unter einem Anzug nicht zu sehen. In jedem Fall gibt es keine Knitterei, und das ist es ja, was einen schlampig aussehen lässt und ich auf den Tod nicht leiden kann – ich bin sogar im Besitz eines Reisebügeleisens. Kein Witz. Den Pack-It gibt es in zwei Ausführungen, klassisch und als “Spectre”. Letzterer soll eine Ulraleichtausführung sein, ist faktisch aber zu klein um mehr als ein Hemd zu fassen und zu instabil, um das ordentlich zu transportieren.
Besser, weil größer und stabiler, ist die normale Ausführung. In die sollen bis zu sieben Hemden passen, und das kommt locker hin.

Hier drin sind drei Hemden, drei Krawatten, ein Anzug und ein Jackett. Sicher verpackt und knitterfrei.

Hier drin sind drei Hemden, drei Krawatten, ein Anzug und ein Jackett. Sicher verpackt und knitterfrei.

Bei meiner letzten Reise hatte ich darin: Einen kompletten Anzug, ein Jackett, drei Krawatten und drei Hemden. Alles kam am Ziel in perfektem Zustand an, und das, obwohl ich mit Rucksack unterwegs war. Hat sich also bewährt, wird weiter Verwendung finden.

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* Oder fühlt sich irgendjemand sicher, beim Gang durch Securitychecks?

 
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Verfasst von - 5. August 2014 in Reisen

 

Lahmes, geschwätziges Twitter

Was ist eigentlich mit Twitter nicht in Ordnung? Das schickt mir seit rund drei Wochen Mails mit “News”, oder was es dafür hält. Meist sind es kuratierte Links auf Medien wie Spiegel Online, aber zu alten Artikeln. So kam es, dass Twitter vier Tage nach Ende der Fußball-WM geradezu hysterisch darüber informierte, dass Deutschland ja Weltmeister sei. Letzten Woche, und damit Wochen nach dem Ereignis, machte Twitter mit einem “EIL: Flug MH470 abgeschossen” auf.

Bekomme nur ich diesen Mailschrott? Testet Twitter vielleicht gerade, ob sie Newsnetwork werden wollen? Das wäre es ja noch. Am besten teilen die Twitter in zwei Apps auf: Eine ernsthafte, die eine neue “Personal News Experience” ermöglicht, und eine für Privatanwender, bei der die Tweets nur noch vom eigenen Freundeskreis gesehen werden können. Die könnte man dann “Flock” nennen, nach dem englischen Ausdruck für Vogelschwarm.

Na, wie wär´s, Twitter?

 
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Verfasst von - 5. August 2014 in Internet

 

Anschaupflicht: Der Banker

Eine ARD-Dokumentation der besonderen Art: In einem leerstehenden Büroturm mitten in Frankfurts Bankenviertel erklärt Rainer Voss die Welt der Banken. Voss war selbst Investmentbanker, und ein sehr erfolgreicher dazu. Jetzt packt er aus, in einem der beeindruckensten Filme, die ich je gesehen habe. Unaufgeregt und sachlich erklärt Voss, wie das Bankensyste funktioniert und was es mit Menschen macht. Wer in der Finanzindustrie Karriere machen will, muss sein Leben aufgeben. Befördert wird, wer oft genug one- oder TwoNighter durchzieht – ein oder zwei Nächte im Büro verbringen und durcharbeiten, nie Prozesse und Produkte hinterfragen, und immer mehr Gewinne einfahren, bis alles in Richtung Illegalität verschwimmt.

Rainer Voss zeichnet das Bild einer Banker-Elite, die von ihrem Unternehmen mit allem versorgt wird was sie brauchen, und die dadurch so isoliert sind, dass sie jeglichen Sinn für die Realität verloren hat. Und jegliche Moral. Besonders erschreckend sind seine Ausführungen zur Eurokrise.

Sinngemäß sagt Voss:
– Es gibt Menschen, die am Untergang Europas arbeiten, weil man damit viel Geld verdienen kann.
– Weder Banker noch Anleger sind lernfähig. Alle machen die selben Fehler immer wieder, aus Profitgier.
– Die Eurokrise war geplant und gesteuert, von Leuten, die davon profitieren.
– An Griechenland haben sie geübt, dann haben sie sich stückweise immer größere Länder vorgenommen, eines nach dem anderen.
– Als nächstes ist Frankreich dran, und wenn das passiert, zerbricht daran das Finanzsystem.
– Wenn der politische Wille da wäre, ließen sich von heute auf morgen Regulierungen einziehen. “Der Markt”, der angeblich so unregulierbar ist und sein muss, ist eine Fantasie.

Ich möchte jetzt bitte kein demonstrativ gelangweiltes “Das haben wir doch schon immer gewusst” hören. Nein, das haben wir nicht gewusst. Nicht in den Dimensionen, die hier zutiefst glaubwürdig aufgezeigt werden.

Im Abstand von zwei Tagen beschäftigt mich die Doku immer noch. Ich finde es zutiefst beunruhigend, mit welcher Skrupellosigkeit hier an Zersetzung unserer Gesellschaft gearbeitet wird – und zwar nicht von irgendwelchen Punks, sondern von Managern, denen sowas einfach EGAL ist.

Die Dokumentation steht aktuell noch in der ARD-Mediathek zur Verfügung, aufgrund der Löschpflicht aber nicht mehr lange. UNBEDINGT ANSEHEN!

Zur Doku “Der Banker – Master of the Universe” in der ARD-Mediathek.

 
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Verfasst von - 4. August 2014 in review

 
 
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