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Archiv des Autors: Silencer

Über Silencer

Alles was Herr Silencer schreibt ist wichtig, wahr und schön.

Maximal Unselbstständig

Ich bin ja jetzt in einem Alter, in dem ich gerne mal über die “Jugend von Heute” herziehen darf. Ich will das eigentlich gar nicht, aber manchmal ertappe ich mich dabei, dass ich zumindest in Gedanken über die Next Generation lästere. Dann schäme ich mich ein wenig, aber nur ganz kurz. Denn, seien wir mal ehrlich, sie geben einem wirklich allen Grund zum Schmunzeln.

Unsere kleinen Prinzessinnen und Prinzen gehen durch die Welt und bersten vor Selbstbewusstsein, sind aber vom Elternhaus offensichtlich in überhaupt keiner Weise auf das Leben ohne Mama & Papa vorbereitet worden.

Die Highlights der letzten Wochen und Monate aus meinem persönlichen Umfeld:

  • Die neuen Hausbewohner. Studi-Pärchen Anfang 20. Verabschieden sich mit den Worten “Wir fliegen 10 Tage nach Ägypten”. Am nächsten Tag waren sie wieder da. Waren nicht mal in den Flieger gekommen. Sie hatten nämlich allen Ernstes versucht, diese Reise mit einem Personalausweis anzutreten (in einem Fall sogar einem abgelaufenen).
  • Das junge Pärchen, die Trampeltiere, die im vergangenen Jahr hier gewohnt haben. Sind wieder ausgezogen, weil die Wohnung zu teuer war. Hat ihnen nämlich vorher niemand gesagt, dass in der Kaltmiete die Kosten für Strom und Telefon nicht mit drin sind.
  • Die Studi-WG, die nach langem Überlegen versucht hat, brennendes Fett mit Wasser zu löschen und dabei fast ein Wohnheim niedergebrannt hat.
  • Die Gewöhnlichen, die allen Müll in die Papiertonne geworfen haben. Auch ein ganz junges Paar, beide gerade 18. Die kannten Mülltrennung schlicht nicht. Die hatten keine Ahnung, wozu gelbe Säcke und diese anderen Tonnen dienen. Den Müll hatte immer Mama weggeräumt, wie Fräulein Gewöhnlich zu Protokoll gab.
  • Die Studierende, die hyperventilierend auf der Facebook-Seite ihrer Hochschule nachfragte, wann und wo sie sich denn hier für das Seminar von Prof. Meier anmelden könnte. Als sich jemand ihrer erbarmte, stellte sich raus, dass sie nicht wusste, dass es ein Internet außerhalb Facebooks gibt.
  • Meine. Güte. Das ist schon irgendwie niedlich, die benehmen sich wie tappsige, aber strohdoofe Welpen, die gerade aus dem Nest gekullert sind.

    Nicht, dass meine Generation viel besser gewesen wäre. Uns musste man auch den Müll hinterheräumen. Aber es gibt einen entscheidenden Unterschied: Wir waren nur faul, wussten aber wenigstens, wie Dinge zu handhaben sind. Die neue Generation hat grundlegende Dinge des Lebens nie beigebracht bekommen. Erzogen zu maximaler Unselbsständigkeit. Das sagt so einiges über die Eltern aus. Ich weiß nur noch nicht was.

     
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    Verfasst von - 19. April 2015 in Betrachtung

     

    Reisetagebuch Paris 2014 (1): Nachtreise in die 50er

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    22. Oktober 2014, Göttingen

    Gibt es eine elegantere und entspanntere Form des Reisens als in einem Schlafwagen? Ich nicht.
    In den Zug einsteigen, hinlegen, weiterschlafen -und am nächsten Morgen, schon zu Beginn des Urlaubs, erholt und vollkommen ohne Reisestress am Ziel ankommen. Wunderbare Vorstellung, oder?

    Natürlich schafft die Deutsche Bahn es, diesem Plan jegliche Eleganz zu nehmen. Das beginnt schon bei der Differenzierung zwischen dem unbezahlbaren Schlafwagen (Kabine mit Bett, Dusche und wasweißich) und dem Liegewagen. Liegewagen heisst, dass man ein normales Abteil hat, in dem aber statt sechs Sitzplätzen sechs Pritschen an die Wand geschraubt sind. Kopfhöhe 50 Zentimeter, breite 60 Zentimeter. Platzangst oder viel Gepäck darf man da nicht haben.

    Nicht sooo viel Gepäck. Aber wieder eine Dokumentenrolle. Man weiß ja nie.

    Nicht sooo viel Gepäck. Aber wieder eine Dokumentenrolle. Man weiß ja nie, ob einem nicht alte Landkarten oder tolle Bilder vor die Flinte laufen.

    Schwerstes Stück im Gepäck: Das Wiesel freut sich, dass es wieder losgeht. Im Hintergrund ein historischer Stadtplan von Paris, den ich in den letzten Wochen auswendig gelernt habe.

    Schwerstes Stück im Gepäck: Das Wiesel freut sich, dass es wieder losgeht. Im Hintergrund ein historischer Stadtplan von Paris, den ich in den letzten Wochen auswendig gelernt habe.

    Mit Geld kann man übrigens die Anzahl der Leute im Abteil reduzieren. Wenn man im Vorfeld bucht, kann man den Standardtarif nehmen, und läuft Gefahr mit sechs Personen im Abteil zu sein. Für 10 Euro mehr ist das Sechserabteil nur noch mit vier Personen belegt. Für 50 Euro mehr hat man es zu Zweit. Zumindest theoretisch. Bei der Bahn geht ja gefühlt jede zweite Reservierung verschütt. So auch heute. Im Internet habe ich gerade schon gesehen, dass der Zug heute ohne den Wagen verkehrt, in dem ich mir ein Viererabteil gebucht hatte.

    Nächtliche Wanderung durch die stillen Straßen von Göttingen.

    Nächtliche Wanderung durch die stillen Straßen von Göttingen.

    Es ist kurz nach 23 Uhr, als ich am Bahnhof ankomme. Ich habe heute noch einen normalen Arbeitstag bestritten, dann ein paar Stunden geschlafen und bin dann in die Stadt gefahren. Einen kurzen Spaziergang durch die nächtliche Innenstadt mit dem Cityrucksack auf dem Rücken stehe ich auf dem Bahnsteig, an dem außer mir noch zwei alte Männer und eine jüngere Frau warten, alles Koreaner.

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    “Fahren Sie auch nach Frankreich?“, will einer der Männer wissen und guckt mich ernst an. Der andere Mann guckt verdrießlich auf eine Stelle drei Zentimeter neben meinem linken Ohr. “Mein Bruder hier, der ist Franzose, der will auch nach Frankreich.” Der französische Koreaner starrt noch grimmiger neben mein Ohr. Die Frau stellt sich neben den weißhaarigen Mann, der mir gerade seine Verwandtschaftsverhältnisse erklärt. “Wieviel haben sie für ihr Ticket bezahlt?”, fragt sie und guckt ebenfalls ganz ernst. Ich nenne den Preis von 79 Euro und simultan machen die beiden dicke Backen, während der Franzose weiter grimmig die Luft neben meinem Ohr anstiert.

    Jetzt stellen sich alle im Halbkreis auf, starren mich vollkommen ohne Mimik an und reden auf mich ein „Sie müssen die Tickets in Frankreich kaufen“, sagt der Mann. Die Frau sagt: „Da kosten sie nur 29 Euro“. Der Man ergänzt: „Wenn man liegen will 49“. Die Frau pflichtet bei: „Ja, 49. das ist viel billiger.” “Kaufen sie ihr Ticket in Frankreich“, sagt der Mann. Die Situation ist skurril. Die beiden reden als wollten sie mir was verkaufen, und dazu die vollkommen regungslosen Gesichter… Ich komme mir vor als sei ich von außerirdischen Ticketverkäufern umgeben. Ich bedanke mich für die freundlichen Hinweise und bin froh, als der Zug kommt und ich dieses seltsame Gespräch beenden kann. Später finde ich heraus, dass die französische SNCF eine deutschsprachige Website betreibt, wo man die DB-Tickets tatsächlich sehr viel günstiger und in größeren Kontingenten bekommt. Leider nützt mir dieses Wissen nichts, denn der Nachtzug nach Frankreich wird im November 2014 eingestellt, oder zumindest hält er nicht mehr in Göttingen.

    Positiv ist zu verbuchen, dass der Zugbegleiter alles im Griff hat. Es gibt Liegeplätze für alle die reserviert haben, nur heute in einem anderen Wagen. Im Abteil sind wir sogar nur zu Dritt. Neben dem französischen Koreaner, der während der Erläuterungen des Zugbegleiters grimmig drei Zentimeter neben dessen linkes Ohr starrt, am Ende nickt, dann mit ernster Miene in die entgegengesetzte Richtung marschiert und kurze Zeit im Zug verloren geht, bis er wieder eingefangen werden kann, ist noch ein Armenier mit satten fünf Rollkoffern im Abteil. Sonst niemand. Read the rest of this entry »

     
    5 Kommentare

    Verfasst von - 18. April 2015 in Reisen, Wiesel

     

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    Chewy, we´re home.

    Wow. Ich meine: WOW! Mich begeistert ja wirklich nicht mehr viel, aber hey, WOWWWWW!!!
    Die wenigen Bilder im Trailer machen klar, dass Star Wars immer weit mehr war als das, was George Lucas mit den letzten drei Filmen hingeferkelt hat. Allein die epischen Bilder machen klar, wie mißraten Episoden I bis III doch sind. Könnten wir die bitte zu aus dem Kanon werfen und dafür Admiral Thrawn behalten?

     
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    Verfasst von - 17. April 2015 in Ganz Kurz

     

    80er-Schmonz: David Hasselhoffs “True Survivor”

    Wölfe mit Laseraugen! Lamborghinis! Kung-Fu-Kämpfer! Dinosaurier! Endzeitschläger! Wirklich ALLE Tropes aus 80er-Jahre-Actionfilmen in einem Clip, der als Musikvideo von David Hasselhoff daherkommt!

    Nach der ersten Sichtung dachte ich nur: What the Heck habe ich da gerade gesehen?!

    Tatsächlich handelt es sich um ein virales Video für eine Crowdfunding-Kampagne für das Filmprojekt “Kung Fury”. Ich meine: Vergesst den Film, aber dankt den Machern dafür, dass sie der Welt dieses Musikvideo-Kleinod geschenkt haben!

     
    Ein Kommentar

    Verfasst von - 17. April 2015 in Webvideo

     

    Götterbote

      

    Und das, liebe Kinder, ist der Grund, weshalb man nichts mit Hermes versendet. Es dauert ewig, und wenn es ankommt, sieht das Paket aus, als wäre eine Horde Affen darauf rumgesprungen. Was der Wahrheit vielleicht gar nicht so fern ist.

     
    6 Kommentare

    Verfasst von - 15. April 2015 in Ganz Kurz

     

    Hipsterbefall

    Obacht! Wenn Sie solche Hinterlassenschaften entdecken:

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    …könnte es sein, dass sich Hipster in Ihr Büro eingeschlichen haben.

    Bitte rufen Sie die Feuerwehr und brennen Sie das Gebäude kontrolliert nieder.

     
    11 Kommentare

    Verfasst von - 15. April 2015 in Ganz Kurz

     

    Geschützt: Teaser

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    Verfasst von - 14. April 2015 in Reisen

     
     
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