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Archiv des Autors: Silencer

Über Silencer

Alles was Herr Silencer schreibt ist wichtig, wahr und schön.

Motorradreise 2014 (15): Der Geisterfluss

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Im Juni 2014 war Silencer auf Motorradtour durch Europa. 24 Tage, 7.187 Kilometer, durch sechs ein Viertel Länder. Am 17. Tag geht es nach Volterra.

Sonntag, 22. Juni 2014, Siena, Toskana

Siena existiert zwei Mal – ein Mal über der Erde, ein Mal darunter. Die Stadt wurde auf drei Hügeln erbaut. Von dort war jeder Feind in weitem Umkreis leicht zu entdecken. Stolz überblickte die Stadt das Land, und sie wuchs schnell. Damit kamen die Probleme, denn Siena lag weit entfernt von natürlichen Seen und Bächen. Das musste jeden Tag mühsam herbeigeschafft werden, und in heißen Sommern litt das Volk Durst. Man bohrte Brunnen, fand aber kein Wasser. Dabei hörte man des Nachts, wenn es ganz still war, ein Gurgeln und Rauschen von Wasser im Untergrund. Das war, so vermutete man, die Diana, der verborgene Fluß unter Siena.

Im Laufe der Jahre wurden viele Versuche unternommen die Diana zu finden. Sogar Zauberer und Wünschelrutengänger wurden von der Stadt bezahlt, aber die Diana blieb verborgen. Schließlich baute man unterirdische Viadukte und Aquädukte, die die einheimischen I Bottini nannten, und die das Wasser in den Bergen sammelten und in die Stadt transportierten. Das Geflecht der Kanäle war dutzende Kilometer lang, eine Stadt unter der Stadt.

Der Bau dauerte drei Jahrhunderte, und die Arbeit war hart. Die Männer unter Tage wurden “Il guerchi” genannt, die Lichtlosen. Durch Jahre der Arbeit im Dunkeln waren sie blind im Tageslicht. Sie waren die Verdammten, denn in diesen Tagen des Mittelalters wusste man, dass, je tiefer man grub, desto näher war man der Hölle. Die Guerchi waren ihr am Nächsten, und im Dunkeln hörten sie die Diana gluckern und rauschen, ohne sie je zu finden.

Viel später fand der Maler Andrea Brescianino den unterirdischen Fluß, aber noch bevor er sich mitteilen konnte, verschwand er. Ein geheimer Hinweis auf den Zugang zum Fluß hinterließ er in seinem letzten Bild, aber bis heute ist es niemandem gelungen ihn zu entschlüsseln. So ist La Diana nach wie vor unentdeckt. Aber noch immer hört man sie, des Nachts, wenn es still ist in Siena: Diana, den Geisterfluß.
– Aus: Mystery in Tuscany

Ich muss wirklich damit aufhören Stefanos Kuchen zum Frühstück zu essen. Das ist nämlich, wie mit heute Morgen aufgeht, nichts anderes als ein Tortenboden, über den er ein Glas Marmelade ausgekippt hat. Und die kleinen Biscuitrollen, das sind einfach Milka Tender mit zusätzlich Schokoladensoße aus der Tube oben drauf. Das Zeug enthält zusammen so viel Zucker, dass ich davon im Kopf ganz schwindelig werde und später Sodbrennen bekomme.

Heute morgen Sodbrenne ich durch die Montagnola Senese, die Bergkette nordwestlich von Siena. Ein kurzer Abstecher in mein Lieblingsdorf Monteriggioni ist sehr kurz, denn das Festungsdörfchen ist gerade von Besucherinnen des Festivale Viandanza, dem Jahrestreffen der Nordic Walker, überlaufen. Auf dem Marktplatz gibt es Stände mit neuester Nordic-Walking Technologie, und eine überenthusiastische Frau in den mittleren Jahren predigt die Vorzüge des Stöckel-“sports”.

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Nebenan ereifert sich eine Rentnerin lautstark darüber, dass ihr ein Nippel abhanden gekommen sei. Das kann auch eine Übersetzungsfehlleistung meinerseits sein. Ich suche das Weite.

Bei einem kurzen Abstecher ins Tourist Office muss ich aber breit Grinsen. Hier liegt jetzt ein Tisch mit “Assassins Creed”-Devotionalien aus. Allerdings den falschen. Hat ja jetzt nur 5 JAHRE gedauert, damit dieses liebenswerte Dorf endlich was daraus macht, das pro Jahr tausende Computerspieler hier her pilgern, weil es 2009 in Assassins Creed II vorkam. Und jetzt liegt im Tourioffice Devotionlienkram zu AC IV aus, ausgerechnet dem Teil der Serie, der nicht hier, sondern in der Karibik spielt. Nunja.

Ich kaufe als Andenken einen kleinen AC-Pin, und falle fast vom Glauben ab, als mit dafür 23 Euro berechnet werden. WTF?! Ja, der sei versilbert und hier in Italien in Handarbeit… Jaja, schon gut.

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Ich bin froh, als ich den Walkerinnen und ihrer fanatischen Vorturnerin entkommen bin und wieder der Asphalt der Landstraße unter mir langzieht. In einem Anfall von Wagemut habe ich das Navi auf “Kurvenreiche Straße” eingestellt, und die bekomme ich jetzt auch. An diesem Morgen fahre ich noch wie eine Karre Mist. Da ist kein Flow drin, Motorrad und ich sind nicht eins. Hüftsteif holpere ich durch die Landschaft, verbremse mich, muss in den Kurven nachkorrigieren.

Das schöne ist: Das ist vollkommen e-g-a-l. Da ich ja allein unterwegs bin, gibt es niemanden, der mir hinterher erzählt was ich alles besser machen könnte. Ein weiterer Vorteil des Alleinreisens: Ich muss auf niemanden warten, und umgekehrt an niemanden Anschluss halten. Ich kann so langsam oder so schnell fahren wie ich will, und in Anbetracht der Landschaft hier will ich gerade GANZ langsam fahren. Volterra liegt auf einer Bergkette, und der Weg dahin liefert abenteuerliche Ausblicke auf die Toskana. Das ist das tolle an dieser Region: Immer sieht man am Horizont Berge, und wenn nicht, dann nur, weil man auf einem drauf ist und von oben über die weiten Felder und Hügel schaut.

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Verfasst von - 28. Februar 2015 in Motorrad, Reisen, Wiesel

 

Momentaufnahme: Februar 2015

Herr Silencer im Februar 2015
Ich. Will. SOMMER!

Wetter: Zu Beginn einstellige Plustemperaturen, Mitte des Monats leichte Minustemperaturen und Schnee. In der vierten Woche Sonnenschein und Schnee abwechselnd bei knapp über Null bis 10 Grad.
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Lesen:

Tim Parks: Italian Neighbours: An Englishman in Verona [Kindle]
Der Engländer Parks zieht in ein Mehrfamilienhaus im Veneto und versucht sich mit den Eigenheiten der italienischen Nachbarn, der italienischen Gepflogenheiten und der italienischen Volksseele auseinander zu setzen.
Parks erreicht in seinem Erstling noch nicht das fein-ironische Niveau seiner späteren Werke. “Neighbours” hat deutliche Längen, bietet aber immer wieder Perlen an Alltagsbeobachtungen und interessante Erklärungen für Eigenheiten der Italiener, die nur aussenstehenden auffallen.

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Hören:

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Sehen:

House, Staffeln 6 und 7 [DVD]
Serie über einen Arsch, der zufällig ein gutes Gespür für Diagnosen hat.
Staffeln 6 und 7 kannte ich noch nicht. Erstaunlicherweise sind die gut – ich hätte erwartet, dass die Serie nach hinten raus krass schlechter wird.

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Spielen:

The Order: 1886 [PS4]
London im Jahr 1886, in einer leicht veränderten Realität. Die Tafelrunde existiert noch, und die modernen Ritter (und Ritterinnen) sind die schnelle Eingreiftruppe der Königin. Nikola Tesla baut ihnen Elektrogewehre und ähnliche Gadgets, mit denen sie das Empire gegen Vampire und Werwölfe verteidigen. Soweit das Tagesgeschäft, seltsam wird es, als eine Mordserie in Whitechapel beginn und Ritter Galahad Indizien für eine Verschwörung innerhalb des Empires findet. Er ermittelt auf eigene Faust und hat plötzlich seinen eigenen Orden zum Feind. Als Gejagter hat er keine Chance, also nutzt er sie.

Moderne Ritter! Steampunkwaffen! Luftschiffe! Schnauzbärte! London! Ein wenig “Assassins Creed”, viel “Underworld”, dazu ordentlich Steampunk: “The Order: 1886″ wartet mit einer zusammengeklauten, aber unterhaltsamen Story auf. Die ist allerdings vorhersehbar, wird gelegentlich holprig und nicht immer logisch erzählt und endet mit Cliffhangern.

Kern des Spiels ist die lineare Inszenierung. Ich bin ein großer Fan davon, weil man, anders als in dem Open-World-Krempel, Geschichten wirklich gut und dicht erzählen kann. “The Order” setzt dabei allerdings die Prioritäten nicht ganz richtig. Optik, Kamera und Schnitt sind auf Filmniveau. Auf der Strecke bleibt bei der cineastischen Erzählung das Gameplay. Viel zu oft muss man als Spieler nur einen Knopf zwischen zwei Zwischensequenzen drücken. Andere Passagen, in denen geschlichen und geschossen werden soll, sind dagegen deutlich zu lang und repetitiv, mit teilweise nervigen Speicherpunkten. Auch wenn die Grafik das bislang beste ist, was man bislang auf der PS4 gesehen hat, das Spiel ist dennoch keine Augenweide. Mit seinen vielen Bewegungsunschärfen und Farbfiltern ist die Optik schön, aber unterkühlt und zu dunkel, und in Kombination mit einem zu niedrigen Kamerafokus führt dazu, dass man als Spieler dauernd den Kopf verrenkt und denkt, man habe was an den Augen.

In der Summe ist “The Order: 1886″ eine schöne Idee mit einem tollen Szenario. Jetzt bitte noch ein wenig mehr Fokus auf eine gute Geschichte, eine vernünftige Steuerung und ein ordentliches Gameplay, dann wird da ein ähnlich erfolgreiches Franchise draus wie “Assassins Creed”. Ich freue mich auf jeden Fall schon auf “The Order: 1887″.

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Machen:
Kurzurlaub in Genua!

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Neues Spielzeug:

Diverse Batterien und Akkus und ein Garmin ZUMO 590, dass den TomTom Urban Rider ersetzen wird.

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Archiv Momentaufnahmen ab 2008

 
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Verfasst von - 27. Februar 2015 in Momentaufnahme

 

Eigener Saft

Alte Plattformen können ja auch ganz lustig sein. Immer wenn ich eine Mail von Studi.VZ bekomme (“Sie haben eine neue Kontaktanfrage seit 56 Monaten nicht beantwortet”) denke ich “Huch, die gibt´s noch? Hat noch niemand den letzten Server ausgeknipst?”

Ähnlich geht es mit auch mit Xing: Da bin zwar angemeldet, nutze es aber nicht aktiv. Umso erstaunter war ich, als ich mich nach Ewigkeiten mal wieder daran angemeldet habe:
Sie haben 33 unbeantwortete Kontaktanfragen

dröhnt es mir entgegen. Ein kurzer Blick auf die Liste der Anfragen:

Rafzan Djani
JMH Finacen
marketng manager

Olga Popov
ADF
Finanzdienstleister

Hein Trönter
TrönterPartner GmbH & Co. KG
Unabhängiger Finanz- und Versicherungsmakler

Arne Christiansen
Chreis GmbH – Financial Solutions
Account Manager

Thomas Peterlein
H&J Systemfinanzierung, Mediaconsulting Berlin,
Bankkaufmann, freier Mitarbeiter, Vertrieb

und so geht das weiter. Natürlich kenne ich niemanden davon. Kann es sein, dass Xing nur noch ein Sumpf ist, in dem “Finanzdienstleister” im eigenen Saft schmoren und sich gegenseitig Dinge zu verhökern suchen?

 
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Verfasst von - 25. Februar 2015 in Ganz Kurz

 

Reicht jetzt

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Bei meiner Rückkehr aus Genua war ich energiegeladen. Kein Wunder, da waren drei Tage strahlender Sonnenschein, Temperaturen bis 15 Grad und frische Seeluft.

Wieder zu Hause wollte ich am liebsten sofort das Motorrad aus dem Winterschlaf holen. Stattdessen fing es an zu schneien, und hörte erst mal nicht mehr auf. Jetzt habe ich einen unbändigen Drang danach etwas zu machen und mich zu bewegen, und kann beides nicht – Wetter und kaputter Fuß schränken gerade sehr ein.

Aber basteln, das geht noch, und damit kann ich ja schonmal anfangen.

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Und Dir, Winter, sei gesagt: Komm, reicht jetzt, echtma.

 
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Verfasst von - 24. Februar 2015 in Motorrad, Reisen

 

Setzt bitte mal wer den Grube ab?

20 Millionen Menschen haben im vergangenen Jahr Fernbusse genutzt um von A nach B zu kommen (oft mit ungewollten Stops in C und merkwürdigen Erlebnissen in D). Grund dafür ist in 90 Prozent der Fälle der Preis. Die Bahn, ursprünglich mal das Fernreisemittel schlechthin, ist dermaßen teuer, dass man quasi einen Kredit aufnehmen muss, wenn man mit einer mehrköpfigen Familie verreisen will.

20 Millionen Menschen, das ist eine Hausnummer, auf die die Bahn nun neidisch schielt. Sie hat den Markt für günstige Fernreisen unterschätzt. Ist ja auch nicht einfach, wenn man mit Reisen so gar nichts zu tun hat und Neuland betritt. Was nun? Bahnchef Grube hat sich da mal von einer Berliner Wirtschaftsberatung beraten lassen, und, taadaa, die neue Strategie der Bahn ist: SELBST FERNBUSSE ANBIETEN.

Man fasst es nicht. Erst wird jahrzehntelang das Streckennetz beschnitten und die Bahn zu einer Art Fluglinie am Boden umstrukturiert, immer schön mit dem reisenden Businessman als Zielgruppe, und nun wundert sie sich, dass sie unattraktiv ist. Anstatt mal zu überlegen preislich attraktiver zu werden und damit den Fernbussen sofort die Luft rauszulassen, will die Bahn allen Ernstes und mit richtig Kohle in den Busmarkt rein.

Nochmal ganz langsam: Alle Welt hätte gerne das Produkt der Bahn: Bahnreisen. Die enthält sie den Leuten aufgrund des Preises vor und zwingt sie zur drittklassigen Alternative. Und die neue Strategie ist es nun, selbst drittklassig zu werden?

“Jaja”, sagt ein von Grube angeheuertes Consultantwürstchen in die Kameras, “die Bahn hat ja schon aufgrund des Streckennetzes ein Alleinstellungsmerkmal”, streicht sich durch den Milchbart und geht grienend ab. Streckennetz! BEI BUSSEN! ARGH!!!

Nun ist es nicht verwerflich, dass die Bahn sich beraten lässt. Auch nicht von solchen Leuten. Verwerflich ist, dass der Bahnchef solche krassen Fehlentscheidungen trifft und als Strategie fahren lässt. Nun sind schlechte Bahnchefs natürlich schon Tradition, aber gerade deswegen bin ich der festen Überzeugung, wird brauchen ein effizientes Kontrollgremium, was den Bahnchef sofort vor die Tür setzt, wenn er gegen die Interessen des Unternehmens handelt. Bei Grube wäre das dann jetzt soweit.

 
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Verfasst von - 23. Februar 2015 in Meinung

 

Instantkaputt

Nehmen wir mal an, sie hätten an einem Sonntag Nachmittag nichts besseres zu tun als einen Rechner komplett neu aufzusetzen. Dank SSD und USB 3.0 geht die Installation von Windows viel schneller als erwartet vonstatten, und Sie sind schon ganz verwirrt, weil sie gar nicht wissen, was sie mit dem Rest des Tages machen sollen. Was tun sie dann?

Nun, die einfachste Möglichkeit ist, einfach die Windowsinstallation zu wiederholen. Damit sie dafür auch einen Grund haben, machen sie die Arbeit der letzten Stunde einfach mit drei Klicks kaputt.

Alles, was sie dafür benötigen, ist der mitgelieferte Internet Explorer. Starten Sie ihn, klicken Sie sich durch die Unmengen an Pop-Ups, die er ihnen um die Ohren haut (“Jetzt auch mit… Re-Gis-Ter-Kar-Ten!”) und geben Sie in das Suchfeld von Bing “Google Chrome Download” ein.

Bing zeigt ihnen jetzt eine Karte von Peru und die Kinovorstellungen in Massachusetts, weil Bing einfach scheiße ist.
Ignorieren sie das und klicken Sie stattdessen auf den Suchtreffer irgendwo in der Mitte der Seite, der korrekt zu Google.com und dort zum Chrome-Dowload führt. Auf der nun folgenden Seite klicken sie auf den Chromeinstaller und führen ihn aus. Herzlichen Glückwunsch, damit ist ihr nagelneues Windows IM ARSCH.

Was nämlich nur auffällt wenn man ganz genau hinguckt: Statt bei Google.com, worauf man geklickt hat, bringt Bing einen zu dem Suchtreffer, den es für besser geeignet hält. Im Ernst: Bing biegt Links um. Ist eigentlich unmöglich, aber ich kann das hier in diesem einen Fall reproduzieren. Statt auf Google.com landet man auf einer Seite, die genauso aussieht, aber der vermeintliche Chromeinstaller, den man dort laden kann, installiert gleich erstmal munter alle möglichen Toolbar, Pc-Tuning-Tools und Keylogger. Und den Scheiß wird man nicht mehr los, versucht man den Krempel über die Systemsteuerung zu deinstallieren, bekommt man Captchas(!) vorgelegt, die man angeblich immer falsch beantwortet und sich damit noch mehr Krempel ins System schaufelt. Die Windowsinstallation ist unrettbar verseucht, dank dem debilen Internet Explorer und seinem hinterlistigen Kumpel Bing. Wer Chrome installieren will, ist halt selbst schuld.

Und schon kann man sich wieder von Neuem an eine Windowsinstallation setzen, und der Nachmittag ist gerettet.

 
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Verfasst von - 22. Februar 2015 in Rechner

 

Motorradreise 2014 (14): Happy Birthday, Niccolò!

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Im Juni 2014 war Silencer auf Motorradtour durch Europa. 24 Tage, 7.187 Kilometer, durch sechs ein Viertel Länder. Am 15. Tag geht es auf die Suche nach Pinocchios Papa, es wird Weineis probiert und sagenhafte Schätze angeschaut.

Samstag, 21. Juni 2014, Siena, Toskana

Der 21. Juni ist nicht nur der längste Tag des Jahres, sondern auch der Todestag von Niccolò Macchiavelli – was liegt da näher als nach Florenz zu fahren und sein Grab in der Kirche Santa Croce zu besuchen? Das Wiesel hat keinen Bock mitzukommen. Es versteckt sich vor der Wärme im Schrank und macht ein Nickerchen.

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Gesagt, tun getan. Nachdem Stefano mir stolz präsentiert hat, was sein “Deluxefrühstück 2014″ alles kann (findet im freien unter einer Weinlaube statt, enthält jetzt Unmengen an Kuchen und dreimal soviel Kalorien wie vorher) schwinge ich mich auf die Renaissance und fahre über die Schnellstraße durchs Chianti. Eine Stunde und 75 Kilometer nördlich von Siena liegt Florenz.

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Am Torre Niccolò, direkt am Südufer des Arno, findet sich ein Parkplatz für Motorräder. In 15 Minuten ist man von hier zu Fuß in der Innenstadt. Sicher gäbe es auch Parkplätze die näher dran sind, aber dieser ist immer frei, sicher und mit viel Platz ausgestattet.

Ich schließe die schwere Jack im Topcase ein und hänge mir den Helm um den Arm, dann steige ich den Berg hinauf bis zur Piazza Michelangelo. Von hier hat man den besten Ausblick über Florenz, aber ich verweile hier nicht lange, sondern gehe ein Stück weiter die Straße entlang und klettere dann weiter den Berg hinauf.

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Hier befindet sich eine sehr bekannte und doch versteckte Kirche: San Miniato. Stolz blickt sie über ganz Florenz.

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Auf dem Friedhof vor der Kirche liegen die wichtigen Leute der Stadt, die es sich aber, anders als die Pazzi oder die Medici, nicht leisten konnten, sich eigene Kirchen zu bauen. Hier soll auch Carlo Collodi liegen, aber den finde ich nicht – obwohl ich nach seinem Geburtstnamen “Lorenzini” Ausschau halte.

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Verfasst von - 21. Februar 2015 in Motorrad, Reisen, Wiesel

 
 
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