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Meine Geschichte mit Amazon: Kaufverhalten im Wandel

Amazon-einkaufe

Shopping im Netz hat einen Namen: Amazon.
Was es bei Amazon nicht gibt, kann man vermutlich nicht kaufen.
Bei Amazon gibt es die besten Preise und die schnellste Lieferung.
Es gibt überhaupt keinen Grund woanders hin zu gehen.

Ja, ich weiß was Sie jetzt denken. Und Sie haben recht.

Diese Sätze sind nicht nur Quatsch, wenn man sie hinterfragt, sie sind auch gefährlich. Denn mit ihnen geht das Geständnis einher das es im Onlinehandel ein Monopol gibt, was aktuell nicht zu schlagen ist. Tatsächlich ist aber genau das die Realität. Es ist nun mal eine Tatsache, das Amazon DER Versandhändler im Netz ist. Selbst andere Onlinehändler bieten über die Amazon-Plattform an – skurrilerweise teils zu besseren Konditionen als in ihren eigenen Shops.

Schleichend ist Amazon als der Onlinehändler in immer mehr Bereiche meines Lebens eingesickert und heute nicht mehr wegzudenken. Würde mein Kundenkonto gesperrt, es wäre eine Katastrophe. Denn längst ist Amazon nicht nur die ultimative Shoppingmaschine, auch meine Musik und meine Bücher liegen in der Amazon-Cloud. Ohne Kundenkonto könnte ich nicht mal meinen eReader benutzen.

Obwohl es für mich persönlich so wichtig ist, weiß ich erstaunlich wenig über Amazon. Über das Unternehmen selbst erfährt man ohnehin nicht viel, aber auch über die andere Seite, MEINE Seite, weiß ich erstaunlich wenig. Seit wann bin ich eigentlich Amazon-Kunde? Und: Wie viel Geld gebe ich da aus?

Während sich die erste Frage noch leicht über einen Blick auf “Meine Bestellungen” im Kundenkonto beantworten lässt, rückt Amazon aggregierte Zahlen zur Anzahl von Bestellungen und ausgegebenen Summen nicht so einfach raus. Mit ein wenig Handarbeit am Browser und einem Skript, das sich die Infos aus Amazon zusammensammelt, kann man sich die Informationen aus Amazon zusammentragen lassen.

Ein Skript übernimmt den Browser und parst nacheinander alle alten Amazon-Bestelljahre durch. Anders bekommt man keine vollständige Bestellübersicht.

Ein Skript übernimmt den Browser und parst nacheinander alle alten Amazon-Bestelljahre durch. Anders bekommt man keine vollständige Bestellübersicht.

Das habe ich mal auf mich genommen, und am Ende hatte ich eine Liste mit einer kompletten Kundenhistorie in den Händen. Die Spurensuche darin fördert die Geschichte eines Konsumwandels zu Tage.

Mein Leben aus der Sicht von Amazon

Laut meiner Bestellübersicht bin ich seit 2001 Kunde bei Amazon. Am 5. Februar 2001 kaufte ich den Film “Dogma”, den UK-Importfilm “Wyrd Sisters” und die Titelmusik der TV-Serie “Angel” auf CD. Alles Dinge, die man im Einzelhandel nicht kaufen konnte.

Das erste Buch folgte kurz danach, eine englische Originalfassung. DamalsTM gab es im deutschen Buchhandel nahezu ausschließlich Übersetzungen zu kaufen. Bücher im Original mussten umständlich über spezielle Händler bestellt werden, und oft klappte die Bestellung gar nicht oder es dauerte Wochen, bis die Lieferungen ankamen.

Erstebestellung

Amazon war in den ersten Jahren primär meine Quelle für schwer erhältliche englische Bücher, sowohl für´s Vergnügen als auch für das Studium, sowie für DVDs, die nur im Ausland erschienen waren. Dabei blieb es dann auch erst einmal. Ich weiß, dass ich Anfang der 2000er Jahre sehr viele Bücher und Filme gekauft habe, aber anscheinend alle in Ladengeschäften. Amazon habe ich offensichtlich nur genutzt um Dinge zu kaufen, die in normalen Geschäften nicht oder nur schwer zu bekommen waren.

2003 stehen plötzlich medizinische Nachschlagewerke und Bücher über Homöpathie in der Bestellhistorie. Eine neue Frau mit Hang zur Esoterik ist in mein Leben getreten, und zu Weihnachten überrasche ich sie mit “Fachliteratur”. Mehr als 9 Bestellungen im ganzen Jahr sind es trotzdem nicht.

2005 sind es schon 20 Bestellungen, ein Drittel davon sind Weihnachtsgeschenke, ein Drittel Fachbücher zu BWL, Buchführung, Marketing – Einarbeitung in einen neuen Job. Privat entdecke den Schriftsteller Jasper Fforde und arbeite mich durch seine bisher erschienenen Bücher, schaue “Star Wars – The Clone Wars” und kaufe das Buch “Endlich Nichtraucher”. Bis ich es lese, werden weitere fünf Jahre vergehen.

2006 bestelle ich am Stück 12 Bände von Neil Gaimans “Sandman”, 2007 wird die erste, gebrauchte Plastikgitarre für “Guitar Hero” angeschafft. Amazon versorgt mich primär mit Unterhaltung: Filme, Comics, Bücher, das ein oder andere Elektrozubehör, z.B. Kabel. Pro Jahr jeweils 20-30 Bestellungen.

Das ändert sich 2009, da schnellt die Anzahl auf 56 hoch. Das ist im Schnitt mehr als eine Bestellung pro Woche. Grund: Musikspiele, vor allem “Band Hero” und “Rock Band”. Ich begeistere den Bekanntenkreis dafür und organisiere Plastic Rock Parties, bei Amazon bestelle ich Erweiterungen und das nötige Zubehör.

Außerdem kaufe ich 2009 erstmals Musik als Downloads bei Amazon, auch das zählt als Bestellung. Im Juni 2009 habe offensichtlich “Endlich Nichtraucher” gelesen, denn ich bestelle den Folgeband “Für immer Nichtraucher”. Weil das mit dem Rauchen aufhören so gut geklappt hat, ordere ich noch ein halbes Dutzend anderer Ratgeberbücher, die aber bis heute ungelesen im Regal stehen.

Im nächsten Jahr, 2010, sind es schon wieder 50% mehr Bestellungen, jetzt schon 79. Zum ersten Mal bestelle ich Dinge des Alltags bei Amazon, vom Duschvorhang bis zum Sexspielzeug, auch Kleinmöbel sind dabei. Technik kaufe ich mittlerweile nur noch online, nachdem mich der örtliche Mediamarkt zum Boykott getrieben hat. Vom Speicherstick über eine Handyhalterung und PC-Bauteile bis hin zur Spielekonsole kommt jetzt alles von Amazon. Mein Kaufprofil lässt plötzlich sehr detaillierte Rückschlüsse auf meine Lebensumstände zu. Es braucht keinen superschlauen Algorithmus, ein Blick in meine Bestellungen des Jahres verraten fast alles über mich.

Das Profil wird immer detaillierter. 2011 sind es 119 Bestellungen, im Schnitt also mehr als zwei pro Woche. Die Lebensumstände ändern sich in dem Jahr gleich mehrfach Mal radikal. Ich ziehe zwei Mal um und entdecke den Spaß am Reisen. Die Bestellliste trägt dem Rechnung: Neben Herzschmerzmusik, Lampen und Möbeln stehen viele Reisebücher auf dem Bestellzettel. Außerdem das größte und schwerste Item, dass Amazon mir bis dato liefert: Eine Waschmaschine. Der Umsatz geht dadurch durch die Decke, erstmals lasse ich mehr als 3.700 Euro/Jahr bei Amazon.

2012 schlägt sich ein altes, neues Hobby im Kaufprofil nieder: Plötzlich steht Motorradkram und -literatur und jede Menge Reisezubehör in der in der Bestellliste. Auch Kleidung bestelle ich jetzt zum ersten Mal online, zunächst nur Shirts, ab 2013 dann auch Jacken, denn zu dem Zeitpunkt versagt der lokale Einzelhandel auch in der Beziehung.

Seither findet sich alles Mögliche in den Bestellungen: Bilder, Bücher, Filme, Musik, Klebstoff, Uhren, Kabel, alle Arten von Geräten, Bastel- und Baumaterial, Kleidung, Schuhe Dinge des täglichen Bedarfs… bis auf Nahrungsmittel habe ich schon so gut wie alles bei Amazon bestellt, und es wird jedes Jahr mehr.

2014 waren es 204 Bestellungen, im Schnitt also 4 pro Woche. Das muss man sich mal vergegenwärtigen: Von zwei Bestellungen mit 4 Items in 2001, sind es nun, 15 Jahre später, über 200 Bestellungen mit 240 Produkten. Der Durchschnittswert eines Produkts hat sich dabei wenig geändert, er zirkelt seit 2001 so um die 20 Euro.

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Was sich natürlich dementsprechend verändert hat ist der Umsatz, den Amazon mit mir macht. Von 89 Euro in 2001 auf fast 3.700 Euro in 2014.

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Insgesamt, und das hat mich wirklich erstaunt, habe ich in 15 Jahren fast 27.000 Euro bei Amazon gelassen, in 980 Bestellungen und für 1.280 Produkte. Schon interessant, dass mal so schwarz auf Weiß zu sehen. Ich hatte im Vorfeld überlegt, wie viel Geld ich im Laufe der Jahre bei und über Amazon wohl ausgegeben habe, und hatte weder eine Idee noch auch nur ein grobes Gefühl dafür.

Die Zahlen zeigen einen grundlegenden Wandel im Kaufverhalten auf. Ich gebe nicht unbedingt mehr Geld aus als früher. Gut, vielleicht ein wenig, aufgrund größerer Auswahl. Aber Ich gebe es jetzt vor allem woanders aus. Anfang der 2000er war das Ladengeschäft durch nichts zu ersetzen. Der Onlinehandel füllte lediglich die Lücken, die der Einzelhandel nicht füllen wollte oder konnte.

Aus diesen Nischen heraus wucherte das Onlinegeschäft in andere Bereiche hinein und war dort erfolgreich, weil es Mehrwert bot: Größere Auswahl, besserer Service, schnellere Lieferung, und oft auch bessere Preise – obwohl die bei mir selten der ausschlaggebende Faktor waren. Dazu entfallen gewisse Notwendigkeiten – ich muss nicht ins Auto steigen und losfahren, einen Parkplatz suchen, ins Geschäft gehen und dort feststellen, dass das Ding, was ich gerade brauche, ausverkauft ist. Oder noch schlimmer: Erst einmal zig Geschäfte abklappern und gucken, ob überhaupt eines das Gesuchte im Sortiment hat. Da ist der Griff zum Smartphone und die Onlinebestellung deutlich einfacher.

Das schlägt sich halt nieder. Nahezu alles, was ich benötige, kaufe ich online, und das zu 95 Prozent bei Amazon. Den örtlichen Einzelhandel frequentiere ich fast nur noch für den Kauf von Lebensmitteln, oder wenn ich auf der Suche nach was Besonderem bin. Das gefällt mir nicht besonders, denn prinzipiell finde ich lokale Infrastruktur super wichtig, und “nur” höhere Preise würden mich nicht davon abhalten in Geschäften zu kaufen. Aber der Einzelhandel wirtschaftet seit 15 Jahren an meinen Bedarfen vorbei, und das zeigt die Amazon-Historie sehr deutlich.

Highlights – Skurrile Bestellungen

2006 ein iPod hifi. Das war eine echt gute Lautsprecherkombination mit iPod-Dock:

2015-08-18 14_33_10-Apple iPod Hi-Fi Lautsprecher-System_ Amazon.de_ Elektronik

2010: Klodeckel

-BAMBUS WC-Sitz Toilettensitz Klodeckel Klobrille Natur_ Amazon.de_ Baumarkt

2011: Waschmaschine
2015-08-18 19_46_13-Whirlpool AWO 5446 Waschmaschine Frontlader _ AAB _ 1400 UpM _ 5 kg_ Amazon.de_

2013: Alkotester für Urlaub in Frankreich

Einweg Alkoholtest Alkomat Alkoholtester Alkotest Test_ Amazon.de_ Elektronik

2014: Taktischer Kugelschreiber mit Glasbrecher

TECH Tactical Pen mit Glasbrecher, Kubotan + Kugelschreiber special Edition gu

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Wer gerne selbst mal seine Amazon-Historie exportieren will: Anleitung und Skript gibt es hier: http://jhein.net/2013/08/04/liste-mit-amazon-bestellungen-exportieren/
Wichtig: Das aktualisierte Skript nehmen, das ganz unten im Artikel verlinkt ist, NICHT das, was gleich am Anfang in der Anleitung erwähnt wird. Das funktioniert nämlich nicht mehr.

 
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Verfasst von - 19. August 2015 in Betrachtung

 

Priscillas Song

Am Pfad meiner Narben ruht Deine Hand
den Sternen zuwider in Ewigkeit verbunden


Öffne die Wunden und heil sie wieder
bis sich unser Schicksals wirres Muster bildet
Am Morgen fliehst Du aus meinen Träumen

Ich spiele gerne Computerspiele. Und zwar solche, die nicht nur auf Gameplay ausgelegt sind, sondern die von einer Geschichte angetrieben werden. Stimmt die Narration, können solche Spiele zu etwas werden, was ähnlich fesselt wie ein gutes Buch oder ein guter Film. Gegenüber diesen Medien haben Videospiele aber einen entscheidenden Vorteil, denn sie können sich anderer Medien – Musik, Film, Text, etc. – bedienen, um daraus ein Gesamtkunstwerk zu schaffen, wie es sonst nicht entstehen könnte, und das die Rezipienten – den Spieler oder die Spielerin – mitten ins Geschehen hineinzieht und evtl. bis dato unbekannte Dinge vermittelt.

Ricky Gervais, bspw., halte ich für einen der besten Satiriker und Stand-Up-Comedians der heutigen Zeit. Kennengelernt habe ich ihn, weil die Spielfigur in Grand Theft Auto IV (2007) als Abendbeschäftigung eine Comedyshow aufsuchen kann. Und dort spielte dann eben… Ricky Gervais!

Ein anderes Beispiel für einen gelungenen Mix findet sich im Rollenspiel “The Witcher III”. Das Spiel ist ohnehin reich an berührenden Geschichten und aktuellen Bezügen und unbedingt spielenswert, besonders ins Auge fallen aber die kunstvoll ausgearbeiteten, kleinen Szenen, in denen die Geschichte kurz innehält und durch einen Exkurs verblüfft. Wie etwa das Lied, dass die Bardin am Abend in einer Kneipe zum Besten gibt, und das… berührt. In einem solchen Moment wird aus einem Videospiel Kunst.

Oben gibt es die multilinguale Variante aus dem Trailer zu sehen, und hier die volle Version und die Lyrics auf englisch, weil ich mit dem deutschen “Stachelbeere und Flieder” nicht klarkomme:

The Wolvenstorm

These scars long have yearned for your tender caress
To bind our fortunes, damn what the stars own
Rend my heart open, then your love profess
A winding, weaving fate to which we both atone

You flee my dream come the morning
Your scent – berries tart, lilac sweet
To dream of raven locks entwisted, stormy
Of violet eyes, glistening as you weep

The wolf I will follow into the storm
To find your heart, its passion displaced
Amidst the cold to hold you in a heated embrace

You flee my dream come the morning
Your scent – berries tart, lilac sweet
To dream of raven locks entwisted, stormy
Of violet eyes, glistening as you weep

I know not if fate would have us live as one
Or if by love’s blind chance we’ve been bound
The wish I whispered, when it all began
Did it forge a love you might never have found?

You flee my dream come the morning
Your scent – berries tart, lilac sweet
To dream of raven locks entwisted, stormy
Of violet eyes, glistening as you weep

 
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Verfasst von - 24. Juli 2015 in Betrachtung, Ganz Kurz

 

Göttinger Blau

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Göttingen ist eine nette Stadt. Nett im Sinne von “nicht komplett doof”, was angesichts der Tatsache, dass ein Fünftel der 125.000 Einwohner Studierende sind, nicht selbstverständlich ist.

Göttinger fahren am Liebsten überall mit dem Fahrrad hin, und wer was für die Radfahrer tut, wird von ihnen gewählt. Das führt in der Lokalpolitik des öfteren zu merkwürdigen Aktionen, insbesondere wenn Wahlen in Tateinheit mit abgreifbaren Fördermitteln anstehen, die Beschaffung von Wahlstimmen also praktisch zum Nulltarif passieren kann.

Exakt diese Situation hatten wir im vorvergangenen Jahr in Südniedersachsen. Es standen Wahlen an, und zeitgleich förderte der Bund die Elektromobilität. Nun hat Göttingen mit Elektroautos nicht viel am Hut, aber eben mit Radfahrern. Aus dieser unheiligen Konstellation erwuchs der “eCycle Superhighway Göttingen”, auf Deutsch “eRadschnellweg”. Die Idee: Vom Bahnhof bis zum vier Kilometer entfernten Nordcampus der Universität wird eine vier Meter breite Radspur eingerichtet, auf der dann glückliche Studis auf Elektrorädern hin- und hersausen können. Die Elektroräder sind allerdings nicht im Preis inbegriffen. Man könne aber auch mit normalen Rädern auf dem eRadweg fahren, und damit viel schneller und sicherer als bisher durch die Stadt flitzen, teilte die Stadt Göttingen mit und fuhr mit dem Antrag eine Million Euro an Fördergeldern ein.

eCycle Superhighway.

eCycle Superhighway.

Allerdings liegt zwischen Bahnhof und Norduni ein Teil der Innenstadt und ein Wohnviertel, und Häuser abreißen wollte man für die Fahrradschnellstraße dann doch nicht. Das Resultat: Der eHighway führt nun zum Teil über alte Radwege, aber auch über Busspuren, Abbiegestreifen, Spielstraßen, im 45 Gradwinkel über eine vielbefahrene Kreuzung und schließlich auf einer stattlichen Länge von zwei Kilometern über die Gegenfahrbahn des motorisierten Straßenverkehrs.

Für einen “eCycle Superhighway” gibt es in der StVO keine Regelungen zur Kennzeichnung, und so nahm sich Göttingen einige künstlerische Freiheiten heraus. Man erfand ein neues Schild (s.o.), und ging ansonsten recht offensiv mit blauer Farbe ans Werk. Mal wurden Bordsteine blau angemalt, mal blaue Linien an Wegräder gezogen, mal ganze Flächen und Wege blau getüncht. Für eine Million Euro bekommt man VIEL blaue Farbe.

Für eine Million Euro lässt sich VIEL blaue Farbe kaufen.

Für eine Million Euro lässt sich VIEL blaue Farbe kaufen.

Etwas befremdet reagierten Anwohner einer Wohnstraße, als sie eines Morgens Bautrupps vorfanden, die ihre Straße blau anmalten. Das sei jetzt eine Fahrradstraße, erklärte man ihnen, und im übrigen sei ab jetzt hier Durchfahrt für Autos verboten. Das sorgte für einigen Unmut unter Anwohnern der Schlumpfstraße und den ansässigen Supermärkten, die sich prompt danach erkundigten, wer die Kosten für die Warenanlieferung per Fahrradkurier übernehmen würde. Daraufhin wurden Anlieferverkehr, Autos und Motorräder wieder erlaubt, was die Fahrradstraße faktisch wieder zu einer normalen Straße macht – nur blauer.

Fahrradstraße!! Aber, äh, auch für Motorräder und Autos.

Fahrradstraße!! Aber, äh, auch für Motorräder und Autos.

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Verfasst von - 6. Mai 2015 in Betrachtung, Satire

 

Maximal Unselbstständig

Ich bin ja jetzt in einem Alter, in dem ich gerne mal über die “Jugend von Heute” herziehen darf. Ich will das eigentlich gar nicht, aber manchmal ertappe ich mich dabei, dass ich zumindest in Gedanken über die Next Generation lästere. Dann schäme ich mich ein wenig, aber nur ganz kurz. Denn, seien wir mal ehrlich, sie geben einem wirklich allen Grund zum Schmunzeln.

Unsere kleinen Prinzessinnen und Prinzen gehen durch die Welt und bersten vor Selbstbewusstsein, sind aber vom Elternhaus offensichtlich in überhaupt keiner Weise auf das Leben ohne Mama & Papa vorbereitet worden.

Die Highlights der letzten Wochen und Monate aus meinem persönlichen Umfeld:

  • Die neuen Hausbewohner. Studi-Pärchen Anfang 20. Verabschieden sich mit den Worten “Wir fliegen 10 Tage nach Ägypten”. Am nächsten Tag waren ER wieder da. War nicht mal in den Flieger gekommen. Er hatte nämlich allen Ernstes versucht, diese Reise mit einem abgelaufenen Personalausweis anzutreten.
  • Das junge Pärchen, die Trampeltiere, die im vergangenen Jahr hier gewohnt haben. Sind wieder ausgezogen, weil die Wohnung zu teuer war. Hat ihnen nämlich vorher niemand gesagt, dass in der Kaltmiete die Kosten für Strom und Telefon nicht mit drin sind.
  • Die Studi-WG, die nach langem Überlegen versucht hat, brennendes Fett mit Wasser zu löschen und dabei fast ein Wohnheim niedergebrannt hat.
  • Die Gewöhnlichen, die allen Müll in die Papiertonne geworfen haben. Auch ein ganz junges Paar, beide gerade 18. Die kannten Mülltrennung schlicht nicht. Die hatten keine Ahnung, wozu gelbe Säcke und diese anderen Tonnen dienen. Den Müll hatte immer Mama weggeräumt, wie Fräulein Gewöhnlich zu Protokoll gab.
  • Die Studierende, die hyperventilierend auf der Facebook-Seite ihrer Hochschule nachfragte, wann und wo sie sich denn hier für das Seminar von Prof. Meier anmelden könnte. Als sich jemand ihrer erbarmte, stellte sich raus, dass sie nicht wusste, dass es ein Internet außerhalb Facebooks gibt.

Meine. Güte. Das ist schon irgendwie niedlich, die benehmen sich wie tappsige, aber strohdoofe Welpen, die gerade aus dem Nest gekullert sind.

Nicht, dass meine Generation viel besser gewesen wäre. Uns musste man auch den Müll hinterheräumen. Aber es gibt einen entscheidenden Unterschied: Wir waren nur faul, wussten aber wenigstens, wie Dinge zu handhaben sind. Die neue Generation hat grundlegende Dinge des Lebens nie beigebracht bekommen. Erzogen zu maximaler Unselbsständigkeit. Das sagt so einiges über die Eltern aus. Ich weiß nur noch nicht was.

 
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Verfasst von - 19. April 2015 in Betrachtung

 

Das Wohl eines einzelnen

„Das Wohl von vielen wiegt schwerer als das Wohl von wenigen oder eines einzelnen.”

Als Spock diesen Satz in “Der Zorn des Khan” äußerte, begründete er damit auf logische Weise seinen Tod – er opferte sich, damit alle anderen Leben könnte. Das war eine heroische Tat, und ich hätte nie im Leben gedacht, dass dieser Satz auch als Drohung ausgesprochen werden könnte. Aber nun ist es soweit.

Wie Heise berichtet ist die EU gerade dabei, die seit drei Jahren geplante Datenschutzverordnung wegzuwerfen. Bislang gilt das Gebot der Datensparsamkeit, d.h. Unternehmen und Behörden dürfen nur die wichtigsten Daten erheben und nur dann, wenn sie sie wirklich brauchen, und die Nutzer müssen dem ausdrücklich zustimmen.

Das soll im “Neuland” (Merkel über das Internet) zukünftig keine Rolle mehr spielen. Der neue Entwurf sieht vor, “dass Firmen, öffentliche Verwaltungen und sogar “Drittparteien persönliche Informationen schon dann für weitere Zwecke verarbeiten können, wenn deren legitime Interessen “schwerer wiegen” als die des Betroffenen”.

Der Vorschlag kam aus Richtung der mittlerweile abgewählten Regierung Berlusconi, der darüber klagte, dass Direktmarketingfirmen ja ihren Interessen gar nicht nachkommen könnten, wenn sie nicht wild Daten sammeln und tauschen könnten. Muss man sich mal auf der Zunge zergehen lassen, das bedeutet nämlich:

“Das Wohl von Unternehmen, Behörden und Geheimdiensten wiegt schwerer als Schutzbedürfnis eines Einzelnen”

Eine heftigeren Stinkefinger in Richtung Datenschutz kann man sich kaum vorstellen. Und das soll nun eine EU-Verordnung werden, quasi ein “Anti-Datenschutzgesetz”. Unfassbar, was Lobbyorganisatonen aus Europa machen.

 
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Verfasst von - 5. März 2015 in Betrachtung

 

IBES 2015

Die 2015er Staffel von IBES: Ähnlich spannend wie die 2015er Staffel von IBES: Die Grünpflanze in meinem Büro.

Ähnlich spannend wie die 2015er Staffel von IBES: Die Grünpflanze in meinem Büro.

Ich verachte ja Unterschichtenfernsehen, bei dem es meist nur darum geht die Sendezeit durch das Vorführen unzurechnungsfähiger und unmündiger Menschen unterer sozialer Schichten zu füllen. Sowas bedient die niedersten Instinkte des Publikums, dem dadurch auch gesellschaftspolitisch eine Ruhigstellung nach dem Motto “Guck, auf die Deppen im Fernsehen kannst Du runtersehen” verpasst wird.

“Ich bin ein Star, holt mich hier raus” (Abgekürzt: Dschungelcamp oder #IBES) ist da anders. Hier sind die Opfer geltungssüchtige Selbstdarsteller, die sich sehenden Auges und weil es IHR BERUF ist vorführen lassen. IBES ist dabei kein schnell hingeschludertes Proletariats-TV, sondern eine sorgfältig geplante, sehr wertig umgesetzte und intelligent erzählte Produktion, die als Show gleich mehrfach funktioniert:
– Exhibitionismus, auf mehreren Ebenen: “Prominente” begeben sich freiwillig und sehenden Auges in ein Sozialexperiment, bei dem bestenfalls Gefühle und Brüste, Nerven und Hoden blank liegen.
– Schadenfreude: Ebenfalls auf unterschiedlichen Ebenen, vom simplen “Die Tussi fällt ins Wasser” bis hin zu “Der redet sich gerade um Kopf und Kragen und demontiert sich selbst.
– Genugtuung: Gerade wenn man die “Prominenten” nicht leiden kann, ist es geradezu kathartisch sie leiden zu sehen . entweder körperlich oder bei Clash mit anderen Teilnehmern.

So richtig funktioniert alles aber nur, wenn sich die Persönlichkeiten aneinander reiben oder, besser noch, kollidieren.
Das die 2015er-Auflage in dieser Hinsicht die vorangegangene Staffel toppen könnte hatte im Vorfeld niemand ernsthaft erwartet. Zu großartig war der Jahrgang 2014, der mit einer Vollverrückten (Larissa Marolt), einem Überpapa (Jochen Bendel), einem Größenwahnsinnigen (derdiedas Wendler) und einem grantelnden Choleriker (Winfried Glatzeder) aufwarten konnte. Star und am Ende verdiente Dschungelköninigin war die Leipzigerin Melanie Müller, die den Pragmatismus und die Cleverness einer Elektrotechnikerin, den Körper eines Pornostars und den Tonfall einer Feldwebelin mitbrachte. Sie beeindruckte mit entwaffnender Ehrlichkeit und Bodenständigkeit und war am Ende die authentischste Person im Camp. Absurd, bedenkt man, dass an der öffentlichen Figur Melanie Müller nichts echt ist, nicht mal die Brüste.

Tatsächlich ist es diese Authentizität und Ehrlichkeit, die der aktuell laufenden Staffel das Genick bricht. Die Sendung ist immer dann am Besten, wenn die Realitätsblasen, die die “Stars” um sich herum geschaffen haben, mit der Wirklichkeit kollidieren. IBES lebt davon, dass sich die “Stars” selbst demontieren und bestenfalls sogar ihrer Selbstillusion beraubt werden. In diesem Jahr passiert das nicht. Diesmal sind alle Teilnehmenden ausnahmslos von Beginn an authentisch und größtenteils illusionslos im Camp unterwegs. Walter Freiwald bettelte schon zu Beginn der Staffel öffentlich um einen Job und weiß, dass er ein abgewrackter 60jähriger ohne Karrierechancen ist. Angelina begriff recht früh, dass das Sozialexeperiment nichts für sie ist und flüchtet sich heulend in die Arme von Mutti. Sie nahm aus dem Dschungel die Erkenntnis mit, ein verwöhntes und egoistisches Mädchen zu sein. Ein vermutlich folgenloser Selbstfindungstrip ohne jeglichen Unterhaltungswert.

Das das Camp keine starken Charaktere hat ließe sich vielleicht noch verkraften, wenn die Personen wenigstens im Wettstreit um den Titel des Dschungelkönigs oder der Dschungelkönigin stünden. Melanie Müller war, bei aller Bodenständigkeit, ehrgeizig und vom festen Vorsatz beseelt die Show zu gewinnen. Die jetzige Besatzung legt keinen Funken Ehrgeiz an den Tag. Das Gewinnen interessiert die Beteiligten, mit Ausnahme von Walter, schlicht nicht. Aurelio hat keinen Bock dafür was zu tun, weil der erste Platz mit nichts anderem dotiert ist als Ruhm und Ehre.

Bei den anderen ist es ähnlich – die sitzen einfach bloß ihre Zeit ab, um am Ende die ausgehandelte Gage und die Screentime mitzunehmen. Um nichts anderes geht es den Insassen – irgendwie die Zeit rumkriegen, sich dabei möglichst wenig gegenseitig auf den Sack gehen und dann heim zu Mutti, Frauchen oder Männe. Kein Essen, weil zu doof die Prüfung anzutreten? Ach, was soll´s. Walter pöbelt rum? Egal, fünf Minuten später entschuldigt er sich. Selbst die im Vorfeld als Favoritin gehandelte Sarah Kulka hielt sich so sehr zurück, dass sie nur als “die andere Blonde, der man am liebsten den Mund mit Seife auswaschen wollte” in Erinnerung bleiben wird.

Die Campteilnehmer sabotieren damit die Show. Nun kann man es auf einer Metaebene gut finden, wenn die bestellten Tanzaffen halt nicht nach der Pfeife der Regie ihre Nummer bringen, sondern das Konzept der Sendung ins Wanken bringen. Sie tun es aber leider nicht durch aktive Rebellion, durch das Rütteln an Gitterstäben, sondern schlicht, in dem sie sich gottergeben dem System fügen. Sie machen halt das Nötigste, wenn etwas von ihnen verlangt wird, aber bloß keinen Handschlag mehr. Sie wursteln sich so durch, wollen aber eigentlich nur ihre Ruhe und ihr Auskommen.

Exakt so lebt die Mehrzahl der Menschen ihr alltägliches Leben, und bei dieser Art langweiliger Durchwurstelei ohne Unterhaltungswert würde auch keiner freiwillig zugucken, geschweige denn eine Fernsehsendung daraus machen. Auf ihre Art sind die “Stars” 2015 so unaufregend wie der Nachbar aus dem Reihenhaus, dem man beim Ansparen seines Bausparvertrags zusieht. Dabei sind sie aber unterschwellig noch unsympathischer als z.B. der Wendler, Georgina Fleur oder Helmut Berger. Die leben halt in ihrer eigenen Welt lebt, in der sie die Größten sind und es verdienen, mit Ruhm und Glanz im Rampenlicht zu stehen. In Aurelios Welt geht es nur darum, miesepetrig guckend Zeit abzusitzen, um von der Gage eine Kampfhundfarm eröffnen zu können. Würg.

Mit Walter verliess nun der einzige das Camp, der in der ganzen Staffel zumindest interessante Ansätze in Punkto grassierendem Wahn und Ambition gezeigt hat. Die verbliebenen Teilnehmerinnen und Teilnehmer sind nun so egal, dass es schlicht keine Rolle mehr spielt in welcher Reihenfolge sie rausfliegen bis Maren Gilzer Dschungelkönigin wird (In schlechten Staffeln hat das Publikum ein Herz für alte Damen, ich nenne das den “Van Bergen-Bonus”).

Von daher sollte man die 2015er Staffel als egal abhaken und sich auf 2016 freuen, auf das hoffentlich wieder ehrgeizige Selbstdarsteller mit großen Egos und noch größeren Illusionen gecastet werden. Bis dahin kann man sich Staffel 8 noch einmal ansehen und die Erkenntnis mitnehmen, dass geerdete Typen in Massen dem Dschungelcamp einfach nicht bekommen.

Für Frau Zimtapfel

 
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Verfasst von - 29. Januar 2015 in Betrachtung, Medienschau

 

Rückschritt

Gerade mal wieder einen Haufen Prospekte entsorgt. Früher lagen die in der Tageszeitung oder dem örtlichen Werbeblättchen, aber seit ein paar Jahren bietet auch die Post den Service der Werbezustellung an. Unter dem Titel “Einkauf aktuell” stopft einem der Briefträger Werbeprospekte in den Briefkasten, alle eingeschweißt in Folie, wie seinerzeit die YPS-Hefte.

Dieses Plastikgelumpe ärgert mich. Dabei waren wir mal viel weiter! Ich kann mich dran erinnern, dass ich Mitte der 90er auf Konfirmandenfreizeit in Südtirol war. In den dortigen Läden war ich ziemlich erstaunt. Um viele Waren war eine Folienumverpackung, und was mich besonders faszinierte: Dort gab es Plastikeinwegflaschen. Die waren allgegenwärtig. Das kannte ich von zu Hause nicht. Ich war mit dem klassischen Pfandystem mit Getränkekisten mit Glas-Mehrwegflaschen großgeworden. Wollteste Limo, Mineralwasser oder Bier trinken, mussteste Kästen schleppen, so einfach war das. Für die schnelle Cola zwischendurch gab es mal eine Dose, aber das war selten. Und in Norditalien? Alles voller Plastikflaschen, überall. Und Plastiktüten, denn die gab es auch überall umsonst. In Deutschland kosteten die 30 Pfennig, deshalb nahm man zum Einkaufen immer einen eigenen Beutel mit.

Ich erklärte mir das damals damit, dass Deutschland halt viel weiter sei. Italien würde irgendwann auch auf eine Zivilisationsstufe mit uns kommen, und dann würde man dort auch Kästen schleppen. Dachte ich. Und heute, 20 Jahre später? Heute sind unsere Werbeprospekte folienverpackt, Briefumschläge und Versandverpackungen immer öfter aus Kunststoff, in Drogerien, Baumärkten und vielen anderen Geschäften sind die Plastiktüten umsonst und sogar einzelne Kaffeeportionen sind in Alukapseln abgepackt. Lebensmittel wie Gurken, die es gar nicht nötig hätten, sind in Folie eingewschweißt. Am allerschlimmsten aber: Die Plastikflasche hat Deutschland zurückerobert, und wie DAS passiert ist, ist echt ein Witz.

Deutschland war immer führend im Mehrwegbereich. Wir kannten Glasflaschen (supi) und Getränkedosen (böse). Dann schlichen sich Mehrwegplastikflaschen ein, die sind angeblich auch umweltfreundlich, dabei aber leichter zu tragen und “unkaputtbar”. Um den Verkauf von Dosen zu reduzieren führte die Politik ein Einwegpfand ein, mit der entsprechenden Auflage für den Handel, Rücknahmesysteme einzurichten. In der Folge verschwanden kurzfristig nahezu alle Getränkedosen aus den Geschäften.

Ziel erreicht, könnte man meinen. Leider galt das Einwegpfand auch für Plastikflaschen, und DAS bekommen wir Deutschen bis heute nicht geparst. Plötzlich ging der Absatz von Einwegflaschen durch die Decke, WEIL da ein Pfand drauf war. Wir sind nämlich groß geworden mit dem Wissen, dass Pfand umweltfreundlich und holen-austtrinken-wieder wegbringen nachhaltig ist, und deshalb haben wir ein gutes Gewissen, wenn wir den Plastikkram kaufen.

Es ist schon paradox: Das Einwegpfand wurde beschlossen, als die Mehrwegquote bei 72 Prozent lag. Eingeführt wurde es, als die Quote auf 60 Prozent gerutscht war. Das Resultat war, das schon 2008, also innerhalb von 5 Jahren, die Mehrwegquote bei alkoholfreien Getränken auf 30%, also gerade die Hälfte, gefallen war.

Ein grandioser Flop, dieses Einwegpfand. Zumindest wenn es um das eigentliche Ziel geht, nämlich den Mehrweganteil zu erhöhen. Stattdessen hat es zu so riesigen Rückschritten geführt, dass wir nun Norditalien vor 20 Jahren sind. Wir kaufen Plastikflaschen und haben unsere Gurken gerne eingeschweißt. Was für ein Scheiß.

 
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Verfasst von - 19. Januar 2015 in Betrachtung

 
 
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