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Archiv der Kategorie: Betrachtung

Square

“Square”, heisst eigentlich viereckig, aber Englischsprechende sagen das auch, wenn sie etwas seltsam finden. Seltsam ist auch FourSquare, eine kleine App, die seit 2009 die Mobiltelefone eroberte. Die App bestimmt den eigenen Standort, guckt nach Sehenswürdigkeiten in der Nähe und erlaubt den “Check-In” dort, was nichts anderes heisst als: Die Nutzer teilen anderen FourSquare-Nutzern mit, wo sie sich gerade aufhalten. “Silencer checked in at Landesmuseum Hannover” ist so eine Ansage. Sehenswürdigekeiten und Orte werden von den Nutzern selbst angelegt, mit der Möglichkeit weitere Infos zu hinterlassen. “Im Café Otto gibt es tollen Kirschkuchen”, zum Beispiel. Damit alle auch fleissig ihre Standorte weitergeben und Orte und Infos in FourSquare eintickern, und damit quasi für das Unternehmen Informationen sammeln, nutze der Dienst den Spieltrieb der Nutzer. Für jeden geteilten Standort gab es Punkte, für bestimmte Dinge gab es Medaillen und wenn man oft genug bei einem Objekt eincheckte, konnte man dessen Bürgermeister werden. Das war im echten Leben natürlich exakt gar nichts wert, aber ich fand es trotzdem nett, dass die Welt (bzw. andere FourSquare-Verwender) sehen konnten, dass ich der Mayor des Casa Brescia in Siena war.

Foursquare war also ein Spiel, mit dem das Unternehmen Daten sammelte. Mit denen stellte es so halbwegs nützliche Dienste zur Verfügung, z.B. konnte man schnell nach guten Restaurants in der Nähe gucken. Vor einigen Wochen vielen die Gamification-Elemente in Foursquare weg, was die App schlagartig uninteressant machte. Keine Punkte, keine Achievements – warum soll ich das Ding dann noch nutzen? Sollte ich gar nicht, stellte sich raus. Statt FourSquare sollte man doch bitte Swarm nutzen, die neue App der Firma. Erst wurde man über Wochen sanft darauf hingewiesen, am Wochenende wurde Foursquare dann praktisch stillgelegt.

Swarm wiederum ist zu hundert Prozent auf soziales Netzwerk ausgelegt, und zwar auf die schlimmste Sorte: Es will Freunde enger vernetzen, die sich ohnehin am gleichen Ort aufhalten. ARGH. Gefühlte 90 Prozent der App drehen sich darum, dass man in die Gegend trötet “Ich gehe jetzt in den Park, chillen” und Freunde in der Nähe sagen können “Oh super, ich komme mit”. Das hört sich in der Theorie und beim Venture-Capital-Gespräch bestimmt toll an, praktisch funktioniert das bei mir exakt Nullo und bei anderen vermutlich nur unwesentlich besser. Denn: Die drei Freunde, die ich auf Foursquare hatte und die nun bei Swarm sind, sind in anderen Teilen der Welt. Da nützt es gar nichts, wenn Herr X postet, dasss er jetzt Kaffeetrinken geht, denn das ist 800 Kilometer entfernt. Und abgesehen davon: Interessiert mich das? Wenn mich jemand beim Kaffee dabei haben möchte, dann kann er mich dazu einladen. Das ist nämlich der widerlichste Punkt an Swarm: Es ist dafür designt worden, sich anderen Leuten aufzudrängen. Und das kann ich nicht leiden. Ich dränge mich nicht auf, und wenn ich mit jemandem essen gehe, dann will ich nicht, dass sich jemand spontan mein Bekanntenkreis anschliesst.

Ich sehe keinerlei Nutzen mehr in der App, zumal man nun auch die Spielelemente so verbogen hat, dass sie nicht mehr funktionieren. Das Mayorship-Konzept bei Swarm dahingehend überarbeitet wurde, dass man Bürgermeister eines Objekts nur noch innerhalb seines Freundeskreises ist – der Rest der Welt bekommt davon nichts mit, und unter Umständen gibt es für ein Objekt tausende Teilzeitbürgermeister. Damit ist das Mayorship auch gefühlt überhaupt nichts wert.

Nee, FourSquare und Swarm sind damit für ich gestorben. Der Kram bietet präzise keinen Nutzwert mehr, Mehrwert schon gar nicht, und damit sehe ich auch nicht ein, dass ich die Geodatenbank des Unternehmens weiter füttern soll. Vielleicht benutze ich es nochmal aus nostalgischen Gründen, weil es schon nett ist zu wissen wann man das letzte Mal an einem Ort war, aber Spaß, den macht das Ganze nicht mehr.

 
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Verfasst von - 21. Juli 2014 in Betrachtung, Internet, Rant

 

Radlerin gesucht

Gerade in der Zeitung gelesen: Die hiesige Polizei sucht eine Radlerin, die bei Rot über eine Ampel gefahren ist und dabei telefoniert hat.

Wäre das eine Stellenausschreibung, müssten sich Hunderte darauf bewerben. Im Ernst: Götham ist eine Fahrrad- und Studentenstadt. Hier wird traditionell und schon immer scheiße gefahren. Bei Nacht unbeleuchtet zu Dritt nebeneinander verkehrt rum durch die Einbahnstrasse? Standardsituation hier. Besoffen in Blitztempo durch die Fußgängerzone? Alltag. Bei rot über die Ampel? Völlig normal.

Als Autofahrer, selbst als Radfahrer und sogar als Fußgänger kann man sich hier nur sehr, sehr vor- und umsichtig bewegen. Auch als Fußgänger gehört ein Schulterblick vor abrupten Bewegungen und Richtungswechseln einfach dazu, weil man sonst umgefahren wird.

So weit, so normal. In den letzten zwei Jahren ist es aber radikal schlimmer geworden, weil gefühlt jeder zweite Radfahrer während der Fahrt an seinem Smartphone rumfummelt und den Blick darauf hat, und nicht auf der Straße. Was geht in denen eigentlich vor? Wie können die ernsthaft Verkehrsteilnehmer sein, wenn sie während der Fahrt nur eine Hand am Lenker haben während Augen, Hirn und Führungshand Textnachrichten eingeben?

Die Folgen lassen sich in freier Wildbahn gut beobachten. Da wird (unabsichtlich) über rote Ampeln gefahren und dadruch Auffahrunfälle verursacht, und ich habe schon selbst erlebt, wie Radfahrer gegen ein geparktes Autos geknallt und ein anderer in eine Hecke gefallen ist, das Telefon noch fest umklamert. Ein Dritter ist mittig gegen einen Laternenpfahl gefahren. Das war ein Vollpfosten. Auf beiden Seiten.

Ist das in anderen Städten ähnlich schlimm?

 
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Verfasst von - 4. Juni 2014 in Betrachtung

 

Woody Allen

Herr Silencer macht sich Gedanken über ein vollkommen überschätztes Würstchen, Riesentitten und traurige Spermien.

Woody Allen. Wir müssen über Woody Allen sprechen. Beziehungsweise auch nicht, aber ich muss hier mal was zu ihm aufschreiben. Schon allein damit ich mich daran erinnere, wenn ich das nächste mal Gefahr laufe, auf Woody Allen reinzufallen.

Woody Allen ist ein mittlerweile fast 80jähriger Schauspieler und Regisseur und hat im Laufe seiner langen Karriere mehr als 50 Filme rausgehauen, zuletzt mindestens einen pro Jahr.

Ich interessiere mich schon seit meiner frühesten Jugend für Filme. Ich liebe Filme, interessiere mich für fast jeden Aspekt des Filmemachens und kann mich für viele Genres begeistern. Daher begegnete mir der Name Woody Allens schon sehr früh, meist im Zusammenhang mit überaus positiver Berichterstattung. Als genialer Komiker wurde er beschrieben, als begnadeter Autor und Regisseur und als urkomischer Schauspieler. Dementsprechend erwartete ich großes, als ich das erste mal einen Film von ihm sah. Es muss “Die letzte Nacht des Boris Gruschenko” gewesen sein, und ich war – enttäuscht. Für einen elfjährigen war das einfach kein komischer Film. Albern, ja, aber nicht lustig, weil der Hauptdarsteller im Kern traurig war. Er war selbst das Zentrum eines Films, der mit sehr dumm vorkam. Also quasi eine Wolke Dummheit mit einem Kristallisationspunkt aus Traurigkeit in der Mitte. Was will man denn mit sowas, fragte ich mich.

Witzigerweise hat sich dieser Eindruck bis heute nicht geändert. Ich habe ja gedacht, dass sich mein Verhältnis zu Woody-Allen-Filmen im Laufe der Zeit ändert – vielleicht braucht man ja ein gewisses Alter und eine gewisse Lebenserfahrung, um die gut zu finden. Und so falle ich alle paar Jahre wieder auf Woody Allen herein, denn EIGENTLICH haben seine Filme alles was es bräuchte um mich zu interessieren: Tolle Schauspieler, interessante Orte und Geschichten. Allerdings haben sie nur auf dem Papier. Mit 14 schaute ich heimlich “Was sie schon immer über Sex wissen wollten”, mit der lauernden Geilheit eines Pubertierenden. Selbst Hormonvernebelt kam ich nicht umhin festzustellen, dass mein Biobuch aus der 7. Klasse erotischer war als der wandelnde Herrenwitz, den dieser Schrunzfilm mit der Riesentitte und dem traurigen Spermium darstellt. Der ist einfach nur widerlich.

In den 90ern zappte ich ein ums andere Mal in Allens Filme hinein, die im öffentlich-rechtlichen TV hoch und runter liefen – ohne wirklich von einem interessiert oder gar faszinierd zu sein. Dann folgte nach 2000 Allens “Europäische Phase”: Filme, gedreht in europäischen Städten und mit hochkarätigen Schaupspielerinnen und Schauspielern. 2006 wagte ich mich das nächste Mal bewusst an einen Allen-Film und sah mir “Cassandras Traum” im Kino an. “Was soll´s”, dachte ich. Entweder ich bin jetzt in einem Lebensabschnitt, in dem ich Allen gut finde – oder ich freue mich einfach über einen Film mit Haley Atwell, Colin Farrell und Ewan McGregor. Was kann mit der Besetzung schon falsch laufen?

So ziemlich alles, wie sich herausstellt. Der Film ist so un-fass-bar schlecht, dass ich beinahe das erste Mal überhaupt vor Ende eines Filmes das Kino verlassen hätte. Es hat mir körperliche Qualen bereitet den durchzustehen, so schlecht war die Geschichte, so gestelzt die Dialoge, so unglaubwürdig die Charaktere.

Jüngst bin ich wieder dem gleichen Irrglauben erlegen, diesmal mit Match Point. “Ein Film mit Scarlett Johansson, was soll Woody Allen da schon kaputtmachen können?”, dachte ich. Tja, falsch gedacht. Wieder kann ich einen Film nicht ertragen. Das fängt bei den fürchterlichen Dialogen schon an. KEIN MENSCH würde so sprechen. Die Figuren sprechen gestelzt eine Reihe von One-Linern, die teilweise keinen Bezug aufeinander haben. Dazu lässt Allen lässt alle Charaktere so vor sich hin nuscheln und stottern wie er selbst spricht, was einfach nur absurd ist – wenn eine Scarlett Johansson sich mit “Hallo, Hi, Guten Tag, Hi, wie geht´s, guten Morgen, ja, hier bin ich, hallo”, vorstellt, ist das in höhstem Maße unglaubwürdig.

Weiter geht es mit der statischen Kamera, die an jeweils einer Szene klebt und nur gelegentlich ein wenig zoomt – wenn sie nicht gerade unfreiwillig einen Jump-Cut absolviert. Das ist ein legities Stilmittel, wenn es bewusst eingesetzt wird – Allen rutscht das aber gelegentlich unbeabsichtigt durch, was als Anschlussfehler gelten kann. Dabei ist seine Fotografie nicht mal ästhetisch, sondern sehr altmodisch und mit ihrem 70er-Stil oft an der Grenze zum schmuddeligen bzw. notgeil-voyeuristischen, was heutzutage beides antiquiert und unangenehm ist. Im Ernst: Optisch sind Allens Filme so grausam, dass sie sogar so ausgesprochen schöne Menschen wie die Johansson, Naomi Watts oder Colin Farrell unscheinbar und dumm wirken – das muss man auch erst einmal hinbekommen.

Zum Eindruck der Dummheit steuern nicht nur die schlechte Kamera und die Schmerzen bereitenden Dialoge, sondern auch die schlimmen Geschichten bei. Woody Allen schreibt seine Stories und Drehbücher selbst, und leider sind seine Geschichten nur selten interessant. Was er sich aus seinem Altherrenhirn raussaugt ist banal, unoriginell und in oft in höchstem Maße ärgerlich, weil die Stories auch in sich nicht konsistent sind und die wenigen Plotideen so ausgewalzt und herausgestellt werden, dass sie zur Karikatur werden. Allens Geschichten sind in der realen Welt angesiedelt, aber vollkommen unglaubwürdig und oft weniger Sinn ergebend als eine Folge Spongebob.

Über diese schlecht geschriebenen, schlecht gespielten und schlecht gefilmten Szenen packt der Regisseur drüber, was ihm gerade einfällt – im Fall von “Match Point” ist das Opernmusik, die permanent und aufdringlich unpassend über die Szenen geklebt ist.

Nein, ich komme nicht umhin zu sagen: Woody Allen ist einer der am meisten überschätzen und am wenigsten talentiertesten Filmemacher die es gibt. Quasi der Uwe Boll seiner Liga, nur das Boll oft noch Einfälle hat und Allen durch die schiere Größe seiner Projekte noch tiefer fällt. Ich habe keine Ahnung worauf sich sein Ruf begründet, und vielleicht ist es ein wenig wie im Märchen “Des Kaisers neue Kleider”, wo einfach mal jemand die Wahrheit laut ausprechen muss, damit Sie sich alle anderen auch eingestehen: Woody Allens Filme sind handwerklich und erzählerisch schlecht, er hat kein Gespür für Menschen und Dialoge, und EGAL wer mitspielt oder wie interessant der Ort oder die Handlung klingen mögen – man sollte seine Filme um jeden Preis meiden.

 
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Verfasst von - 25. April 2014 in Betrachtung

 

Ferienkalender

“In Kalenderwoche 16? Nein, das geht doch nicht!”, sagt mein gegenüber und reisst die Augen auf, als hätte ich ihr gerade einen unsittlichen Antrag gemacht. “Da, da sind doch… Ferien!”
“Ach, Sie haben Urlaub?”, frage ich scharf und weiß schon genau was jetzt kommt. “NEIN! SCHULFERIEN!”
Ich mustere die Sachbearbeiterin, die mir gegenüber sitzt. Sie ist sicherlich schon über 60 und hat mit Sicherheit keine Kinder im schulpflichtigen Alter.

Immer wieder erstaunt es mich, dass die Schulferien den öffentlichen Dienst nahezu lahmlegen. Ganz egal ob Stadtverwaltung, Straßenverkehrsamt oder Hochschulverwaltung: In Schulferien geht in Deutschland einfach nichts. Ich kann ja verstehen, dass Eltern mit Kindern die Ferien für Urlaubsfahrten nutzen, wann sollten sie das auch sonst tun. Aber auch kinderlose machen in den Schulferien Urlaub, und die wenigen, die Arbeiten müssen, empfinden das entweder als Affront oder machen gleich krank.

Was soll sowas? Ich meine, die Auswirkungen kann man überall sehen: Stillstehende Verwaltungen, gleichzeitig Verkehrschaos auf den Straßen und ein allgemein hoher Genervtheitsfaktor an Ausflugszielen und in Innenstädten. Wäre es für die kinderlosen nicht viel besser und praktischer, auf den einen Feiertag frei zu verzichten und dafür antizyklisch und außerhalb der Ferien Urlaub zu machen, um dann mehr Ruhe zu haben, weil nicht alles so überlaufen ist? Hm. Es gibt wohl Dige, die ich nie ganz verstehen werde.

 
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Verfasst von - 17. April 2014 in Betrachtung

 

Wetten, dass…?

Oh, “Wetten, dass…?” wird eingestellt.
Hm-Hm.
Soso.
Naja. Ich muss zugeben, dass ich das schon sehr, sehr lange nicht mehr komplett gesehen habe, allenfalls Ausschnitte. Das liegt an drei Dingen:

1. Habe ich generell an Samstag Abenden Besseres zu tun
2. Das biedere und langsame Konzept der Show. Das einzig spannende waren lange Zeit die Wetten – bis zu dem Spungfederunfall, danach wurde alles bis zur Schläfrigkeit entschärft und damit zum Teil unspannend.
3. Den un-er-träglichen Moderatoren. Gottschalk konnte einfach nicht aufhören und war am Ende nur noch ein mild verwirrter, oft peinlicher Herrenwitz, der von seinen Assistentinnen in der Bahn gehalten werden musste. Gottschalk trägt aber wenigstens Entertainment im Blut, anders als Markus Lanz. Der ist leider so unterhaltsam wie ein Aktenordner, und ihm dabei zuzusehen wie er im Rektum der Promis verschwand verursachte körperliche Schmerzen. Aber das ist das Lanzprinzip: Abliefern von Feelgood-Luftnummern, die bis zur Irritation sinnfrei sind.

Ich trauere der Show nicht wirklich hinterher, dazu ist sie mir zu egal. Ich hätte es aber gerne gesehen, wenn man einen mutigen Neuanfang gewagt hätte, mit einer Barbara Schöneberger oder Ina Müller als Moderatorin. Stattdessen versenkt das ZDF lieber das Showschiff “Wetten, dass..?” als den Kapitän Lanz auszutauschen. Denn das hieße ja sich einzugestehen, dass der von Anfang an eine absolute Fehlbesetzung war. Die Zuschauer zu schelten und ihnen mangelndes Interesse vorzuwerfen ist da wohl einfacher.

 
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Verfasst von - 7. April 2014 in Betrachtung, Medienschau

 

Cebit 2014

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Früher, da war die Cebit die größte und wichtigste Messe der Welt. JEDER der was mit Computern zu tun hatte konnte und wollte da hin, und so zogen ganze Heerscharen von Admins, Nerds und Buchhaltern (ernsthaft) zur Cebit, um sich über die neuesten Lochkartenleser oder andere Wunder der Technik zu informieren. So bunt gemischt wie das Publikum waren auch die Innovationen, die vorgestellt wurden, und obwohl es natürlich ums Geschäft ging, hatte man auf der Cebit auch ordentlich Spaß. Dem Vernehmen nach durchaus auch in plüschigen Hinterzimmern, die für besondere Kunden in den Tiefen der großen Messestände reserviert waren, in jedem Fall aber auch an den ausgestellten Exponaten und den tollen Shows.

Dann ging jemandem in der Messeleitung auf, dass ja gar nicht jeder Besucher auch Prokura hat um fette Geschäfte zu machen, und eventuell nur nach Hannover kommt um sich zu informieren. NUn könnte man meinen, auch das sei ein legitimer Zweck einer Messe, aber aus irgendeinem Grund fand die Deutsche Messe AG, die die Cebit organisiert, “normale” Besucher irgendwie Bäh. Also versuchte man die in eine eigene Messe abzuschieben, und machte eine “Cebit Home” auf, im Gegenstz zur “Cebit business professionel”. Hier konnte man schon schön sehen, an welche Gruppe von Ausstellern sich die Messeleitung ranwanzte.

Das Konzept funktionierte aber nicht, und so kehrte man zur “Cebit Ultimate”, dem All-in-One-Modell, zurück. Dooferweise wechselte man jetzt aber im Jahresrhythmus die Ausrichtung. Mal wollte die Messe jung und cool sein und stopfte eine ganze Halle mit OnlineSports voll, mal wollte man Exczellenz-Elite sein und verteuerte die Karten bis sonstwohin, damit bloß keine Admins und Nerds kommen. Mit denen bleibt auch der Spaß weg, und die Aussteller. Eine zeitlang sorgte die Telekommunikationsbranche mit ihrem Höhenflug noch für rockige Atmosphäre, mit großen Ständen, Starmoderatoren und fantasievollen Shows. Auch die hat die Messeleitung erfolgreich vergrault, und mit den Handyherstellern und Telkoprovidern gingen auch die Messehostessen. Jetzt stehen etliche Hallen in Hannover leer, und statt strahlender ITler sieht man nur noch blasse Banker mit wichtigen Mienen “business” machen, während Marketingmenschen ohne jegliche Ahnung von der Materie Schwanzvergleich mit Bullshitbingo spielen.

Nun gehört natürlich auch das zum Spiel dazu, aber so schlimm und absurd wie in diesem Jahr war es noch nie. Ich musste in der Tat zwei Gespräche abbrechen – eines, weil ein Marketingmensch frei jeglicher Kenntnis darauf beharrte mir trotz Beweis des Gegenteils die Hucke vollügen zu müssen, ein anderes, weil sich in ein wirklich gutes Kundengespräch permanent der Chefverkäufer einer anderen Firma einmischte, und das mit “ich habe 40 Jahre Erfahrung, ich erzähle Ihnen jetzt wie die Welt geht” rechtfertigte. Unfassbar.

Ich bezweifele, dass sich die Cebit wirklich einen Gefallen mit dieser Konzentration auf´s Geschäft getan hat. Die kleineren und mittleren Unternehmen freut das nämlich auch nicht so wirklich. Ein Messestand ist teuer, da will man möglichst viel Werbung mit machen können, und nicht nur den Einkäufer einer anderen Firma begrüßen. “Aber Telekom, Microsoft und SAP sind mit der Neuausrichtung sehr zufrieden”, verteidigte ein Messemanager mir gegenüber das Konzept. Ja, klar. Gibt ja in der Liga auch so viele Unternehmen. Und eines Tages werden selbst Microsoft, SAP und Telekom feststellen, dass man zur Unterzeichnung von Verträgen und für ein kleines Gespräch vorher keinen Stand auf der Cebit braucht.

Wenn man mit Augen über die Messe geht, die noch nicht vierzig Jahre grauen Cebit-Star haben, dann ist etliches unfreiwillig komisch. Das man das ohne Nerd-Ader nicht erkennt, glaube ich gerne.

Der Bahnhof Hannover Messe/Laatzen. Hier drängelten sich früher dicht an dicht die Menschenmassen zum Messegelände. Hier ist schön zu sehen, wie gut die Publikumsvergraulungstaktik funktioniert.

Der Bahnhof Hannover Messe/Laatzen. Hier drängelten sich früher dicht an dicht die Menschenmassen zum Messegelände. Hier ist schön zu sehen, wie gut die Publikumsvergraulungstaktik funktioniert.

Keine Ahnung warum der Öffentliche Dienst sich auf der Cebit präsentieren muss, aber er tut es. Gefühlt die Hälfte aller Stände sind von Kommunal- und Landesverwaltungen, manchmal sehr aufwendig von Mutti persönlich mit Edding gestaltet.

Keine Ahnung warum der Öffentliche Dienst sich auf der Cebit präsentieren muss, aber er tut es. Gefühlt die Hälfte aller Stände sind von Kommunal- und Landesverwaltungen, manchmal sehr aufwendig von Mutti persönlich mit Edding gestaltet.

Es gab mal einen Film namens "13 Ghosts", bei dem ein Haus umgeben war von Glas, in das mystische Zeichen eingeätzt waren, um böse Geister im Haus eingesperrt zu halten. Ob die Macher dieses Standes das wussten, als sie die Schlipsträger in diesem Kasten mit mystischen Zeichen im Glas  einsperrten?

Es gab mal einen Film namens “13 Ghosts”, bei dem ein Haus umgeben war von Glas, in das mystische Zeichen eingeätzt waren, um böse Geister im Haus eingesperrt zu halten. Ob die Macher dieses Standes das wussten, als sie die Schlipsträger in diesem Kasten mit mystischen Zeichen im Glas einsperrten?

Letztes Jahr  war die Cloud das große Thema der Telekom, in diesem Jahr hängt der Himmel voller Regenschirme. Oh, diese Symbolik!

Letztes Jahr war die Cloud das große Thema der Telekom, in diesem Jahr hängt der Himmel voller Regenschirme. Oh, diese Symbolik!

Der Stand der Haufe GmbH. Genau wie die Software ist auch der Messestand unzugänglich, schwer einzusehen und man kann zwar erahnen, was passiert, der eigentliche Zugang ist aber verschlossen.

Der Stand der Haufe GmbH. Genau wie die Software ist auch der Messestand unzugänglich, schwer einzusehen und man kann zwar erahnen, was passiert, der eigentliche Zugang ist aber verschlossen.

Im "Activity Area" von Microsoft stehen Pantomimen rum und bewegen sich nur einmal pro Minute. Oh, diese Symbolik!!

Im “Activity Area” von Microsoft stehen Pantomimen rum und bewegen sich nur einmal pro Minute. Oh, diese Symbolik!!

Der Öffetnlich-Rechtliche Rundfunk zeigt den neuesten heißen Shyce: Verkehrsmeldungen im Radio!

Der Öffetnlich-Rechtliche Rundfunk zeigt den neuesten heißen Shyce: Verkehrsmeldungen im Radio!

Wenn Dir gar nichts mehr für Deinen Stand einfällt... Stell ein Auto hin. Wenn Du Dir das nicht leisten kannst: Plakatiere Stockphotos grinsender Leute und spiele Bullshitbingo.

Wenn Dir gar nichts mehr für Deinen Stand einfällt… Stell ein Auto hin. Wenn Du Dir das nicht leisten kannst: Plakatiere Stockphotos grinsender Leute und spiele Bullshitbingo.

Nicht im Bild, weil fotografieren da verboten ist: Die Chinesenhalle. So nenne ich Halle 13, wo die Netzwerkausrüster sind. Die ist seit ein paar Jahren fest in chinesischer Hand, und in der Halle kann man auch noch Dinge zum staunen sehen. Denn die Chinesen haben nicht mitbekommen, dass eine Messe lanweilig und doof sein muss, und zeigen deshalb buntes Gedöns mit Schisselanweng. Allerdings sind die da so unter sich, dass manche Stände ausschließlich in Mandarin beschriftet sind…

Diese Firma müsste einen Sonderpreis für den ehrlichsten Stand bekommen. "Wir handeln hier nur mit Luft".

Diese Firma müsste einen Sonderpreis für den ehrlichsten Stand bekommen. “Wir handeln hier nur mit Luft”.

 
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Verfasst von - 16. März 2014 in Berufsleben, Betrachtung

 

Was Hybridquatsch über uns aussagt

Uiuiui, BMW macht jetzt ja voll in Strom. Also quasi. Noch nicht richtig. Aber immerhin: Die Krachledernen haben jetzt ein Auto mit einem Hybridantrieb ausgestattet und bieten es in Serie als “e-Drive” an. Hybrid heisst, der Wagen fährt elektrisch. Aber nur 30 Kilometer, dann muss man den 245 PS starken Verbrennungsmotor zuschalten.

Moment mal – andere Hersteller bieten seit Jahren Hybridfahrzeuge vom Schlage eines Prius an. Hybridautos sind leicht und klein, Größentechnisch irgendwo zwischen Smart und Golf, wofür braucht so ein Kistchen 245 PS?

Nun, ganz einfach: Weil BMW eben kein kleines Kistchen, etwa seine 1er-Serie, hybridisiert hat, sondern den Geländewagen X5. Das ist das Dickschiff mit einem Leergewicht von 2,4 Tonnen und einem Verbauch von 19,3 Litern (Innerorts, Normzyklus).

WTF?! Warum macht man so einen Quatsch?! Jetzt kommt der Brüller: Der X5 wird als e-Drive gebaut, weil man eine Kundenumfrage durchgeführt hat. Mit einem erstaunlichem Ergebnis. Baureihenleiter Gerhard Thiel sagt: “X5-Besitzer sind nur selten auf der Autobahn und praktisch nie im Gelände unterwegs. 80 Prozent der Fahrten erfolgen im urbanen Umfeld und sind nicht länger als 30 Kilometer.”

ACHTZIG Prozent Stadt. NIE im Gelände.
Mit anderen Worten: Stadtmenschen kaufen sich den Geländewagen, fahren damit aber nur um den Block. Ein X5 als Stadtauto, klar, logisch, weil der ja auch so schön sparsam ist und in jede Parklücke passt, wobei wir ja in Städten keinen Mangel an Parkraum haben. Oh man. Der arme Geländewagen, der muss ja Minderwertigkeitskomplexe haben.

Gesamtgesellschaftlich wird natürlich, und leider, ein Schuh draus. Diese “Ich brauche einen Geländewagen in der Stadt”-Nummer ist symptomatisch für das Streben der Deutschen nach Sicherheit, nach Abgrenzung, nach der Sehnsucht auf andere Hinabzusehen. Sicherheit ist unser Hauptziel. Wir wollen gar nicht reich und berühmt werden, aber wir wollen bitte nach allen Seiten abgesichert sein, dann sind wir zufrieden. Darum versichern wir uns gegen jede Kleinigkeit, schließen Bausparverträge ab, brauchen für den Gang zum Bäcker Funktionsbekleidung die für eine Arktisexpedition tauglich ist, darum sind auch so viele Menschen für Videoüberwachung und Vorratsdatenspeicherung und so wenige gegen Geheimdienste und starke Polizeimaßnahmen. Dient ja alles der Sicherheit.
Der Geländewagen als Stadtauto, besser kann man Deutschland kaum bildlich darstellen.

 
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Verfasst von - 27. Februar 2014 in Betrachtung

 

Beamerlampe explodiert

Wichtiger Nachtrag HIERZU. Darin hatte ich kund getan, dass man für Beamerlampen heutzutage keinen Kredit mehr aufnehmen muss, weil es in der Preisklasse um die Hundert Euro schon gute Ersatzlampen gibt, die die Helligkeit der Originallampe haben. Das mit der Helligkeit stimmt auch, allerdings muss ich nach zwei bösen Enttäuschungen sagen: Der alte Satz “Für Scheiße zahlt man immer zwei Mal” stimmt leider auch hier, das durfte ich jetzt gleich zwei Mal erfahren.

Lampe Nummer Eins hatte zwar die erforderliche Helligkeit, allerdings eine ungleiche Farbverteilung. Rechts gab sie besonders viel rotes Licht ab, links hatte sie einen starken Grünstich. Wenn im Film auf der Leinwand zwei Leute nebeneinander saßen, kam den Gesichtern nach der rechte gerade aus der Sauna, während dem linken ganz schlimm Übel war. Also zurückgeschickt.

Anderer Hersteller, diesmal 130 Euro teuer: Lampe Nummer zwei. Die stank unangenehm bei der Inbetriebnahme, bis an die Grenze zum Kopfschmerz. Das an sich wäre schon ein Grund für eine Rückgabe gewesen. Hätte ich das man gemacht. Nach 8 Betriebsstunden verflog der Gestank, die Lampe war Hell, hatte gleichmäßige Farbverteilung – ich war glücklich. Bis sie explodierte.
Kein Witz.
Beamerlampen sind UHPs, Ultra High Pressure Lampen. Da drin herrschen ungefähr 200 Bar im Betrieb, und die können explodieren. Kommt selten vor, ist mir aber passiert. Es knallte, ungefähr so laut wie ein lautes in-die-Hände-Klatschen, dann fuhr sich mein Beamer auch schon im Notmodus runter.
Nun ist der Schreck nicht schlimm, viel unangenehmer ist, dass bei der Explosion winzigste Glassplitter und Glasstaub entstehen und sich überall im Beamer verteilen. Das kann das Gerät unbrauchbar machen. Am Schlimmsten aber: Beamerlampen enthalten Quecksilber, und wenn die Lampenkammer nicht super abgeschirmt ist, verteilt sich der Dampf im Wohnzimmer. Und dann? Was tut man, wenn die Beamerlampe explodiert ist?

Hier ist, was ich selbst gemacht und mir zusammenrecherchiert habe.

Notfallmaßnahmen:

1. Don´t Panic.
2. Beamer abschalten.
3. Alle Fenster öffnen
4. Den Raum verlassen und mindestens 15 Minuten lüften

Quecksilber sollte zu Boden sinken und bei Raumtemperatur verdampfen. Der beste Tip aus dem Netz war: “Bloss danach keine Gedanken mehr machen an Quecksilbervergiftung, Krebsrisiko und Nierenschäden. Einfach nicht mehr dran denken”. Äh, ja.

Nach den Sofortmaßnahmen kam bei mir die Nachsorge. Lampenkammer aufschrauben, mit Latexhandschuhen und Mundschutz die zerstörte Lampe ausbauen und gleich in einen Ziplockbeutel entsorgen. Dann vorsichtig mit einem leicht feuchten Pinsel die Glassplitter aus der Lampenkammer pinseln, mit einem feuchten Tuch aufnehmen und sofort entsorgen. Danach Arbeitsplatte gründlich feucht abwischen. Ich habe auf Aussaugen bewusst verzichtet. Auch wenn damit die Glassplitter leichter zu erwischen gewesen wären: Dadurch wäre der “Niederschlag” in der Kammer noch mehr aufgewirbelt worden.

So, mal gucken was der Händler zu seiner explodierten Lampe sagt. Ich gebe jetzt auf jeden Fall die hundert Euro mehr aus und besorge mir eine Originallampe. Das war das Sparen nicht wert, auch wenn ich vermutlich einer der seltenen Einzelfälle war – man liest so gut wie nichts über explodierte Lampen, und wahrscheinlich war ich mal wieder der ein zu einer Million Fall.

 
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Verfasst von - 23. Februar 2014 in Betrachtung

 

Was Facebook hätte kaufen können

Facebook kauft die Messenger App WhatsApp für 19 Milliarden Dollar.
Nunja. Ich halte die Theorie für Plausibel, dass wir gerade Zeuge einer Aktion geworden sind, um ein paar Milliarden aus dem Finanzmarkt rauszunehmen. Denn beide, sowohl Fabecook als auch WhatsApp, haben einen gemeinsamen Kapitalgeber: Sequio Capital. Und DIE haben sich mit der Übernahme den Lümmel vergolden lassen: 8 Millionen in WhatsApp investiert, jetzt 3,5 Milliarden rausbekommen – lt. SPON eine Rendite von 40.000 Prozent. Man finanziere zwei Firmen und lasse die sich gegenseitig zu Fantsiepreisen kaufen. Geübt haben die anscheinend beim Instagramm-Deal, da lief das genauso, allerdings um ein paar Größenordnungen geringer.

Anyway, hier ist, was Facebook von 19 Milliarden ebenfalls hätte kaufen können – u.a. jedem Obdachlosen in den USA 17 Eigentumshäuser.

 
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Verfasst von - 21. Februar 2014 in Betrachtung

 

Nachtrag

Kleiner Nachtrag hierzu. Was ich neulich vergessen bei der Geschichte mit den Lehrern, die Klassenfahrten boykottieren, vergessen hatte: In Niedersachsen gehen Schüler und Eltern mittlerweile an vielen Orten auf die Straße, um gegen den Lehrerboykott zu protestieren.

Auch in Göttingen gab es eine Demo, allerdings FÜR die Lehrer und gegen deren Arbeitszeitverlängerung um eine Stunde. Erstaunlich oder? Wie kam das? Nun, diese Demo war von den Lehrern organisiert. Die hatten sich vorab von den Eltern die Erlaubnis für die Teilnahme der Kinder an einer Demo geholt. Für die Minderjährigen war es damit quasi Pflichtteilnahme. Und dann bekamen sie noch genau gesagt, für bzw. gegen was sie demonstrieren sollten: Gegen die Ausbeutung der armen Lehrerschaft, für den Erhalt des Status quo. Und das taten sie, natürlich, wir reden hier von Minderjährigen, die von ihrer Obrigkeit zu etwas gezwungen wurde. Selbstverständlich lehnen die sich dagegen nicht auf.

Erbärmliche Nummer.

 
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Verfasst von - 20. Februar 2014 in Betrachtung

 

Arschlochzeit

Keine Ahnung ob es an der Jahreszeit liegt, aber momentan schwappt einem ja wieder der geballte Irrsinn entgegen – und die Erkenntnis, dass gewisse Berufsgruppen sich besonders gerne als Arschlöcher gerieren. Zuvorderst natürlich die Politiker – außer Diätenerhöhung hat das deutsche GroKodil noch nichts gebacken bekommen als die Auffassung Politikverdrossener zu bestätigen. Es werden am laufenden Meter die Punkte des Koalitionsvertrags relativiert und sich über Kleinigkeiten gezankt, zudem sägt man sich gegenseitig das Personal ab, nur um es durch Leute zu ersetzen, deren Qualifikation darin besteht, protestantischen Glaubens zu sein und aus Fanken zu kommen. Mehr braucht es nicht, um im Proporzsystem der CSU plötzlich Minister zu werden.

Andernorts als in Bayern gibt es aber auch Totalausfälle, bei denen man sich echt fragt, was in den Leuten vorgeht. Beispiel: In Niedersachsen gibt es jetzt keine Klassenfahrten in der gymnasialen Oberstufe mehr. Schüler protestieren dagegen, Jugendherbergen droht ob der Umsatzausfälle die Schließung. Hilft alles nicht, auch das Kultusministerium sitzt hilflos daneben und zuckt mit den Achseln. Das alles, weil eine besondere Berufsgruppe sich hinstellt und die kleine Abwechselung vom Schulalltag blockiert: Die Lehrkräfte.

In Niedersachsen steht nämlich, anders als in anderen Bundesländern, nicht im Schulgesetz, dass die Lehrerinnen und Lehrer an Klassenfahrten teilnehmen müssen. Also tun sie es nicht. Nicht mehr. Und warum? Weil sie EINE DREIVIERTEL STUNDE PRO WOCHE MEHR ARBEITEN SOLLEN. Das geht natürlich gar nicht, jammert der Lehrerverband, ohgottogottogott, eine Schulstunde mehr, das sind ja inklusive Vor- und Nachbereitung des Unterrichts gleich drei Zeitstunden, mal 40 Wochen im Jahr, das sind 3 Wochen unbezahlte Arbeit mehr pro Jahr!

Das ist natürlich völlig sinnloser Quatsch, der da zusammengerechnet wurde. Wenn ich an meine Lehrer denke, dann ist in deren Unterricht nie im Leben mehr als fünf Minuten Vor- und Nachbereitung geflossen. Auch heute wird jede Lehrkraft mit ein paar Jahren Praxis und einem Dachboden voll Kopiervorlagen ihren Unterricht quasi spontan herbeischütteln.

Was mich aber wirklich aufregt: Wie nimmt eine Berufsgruppe, die mit dem Arsch gottweißwie in der Sahne sitzt, die unkündbare Jobs hat, unfassbare Gehälter bezieht, drei Monate pro Jahr im Urlaub ist und meist sowieso unmittelbar nach dem Referendariat erstmal 10 Jahre lang Kinder kriegt und mit Anfang 50 In Frührente geht, um fortan mit dem Wohnmobil durch die Toskana zu fahren, wie KANN DIESE Berufsgruppe ES WAGEN die Klassenfahrten von Kindern in Geiselhaft zu nehmen um ihre Arbeitsverweigerung durchzudrücken?

M.E. nach ist es DRINGEND an der Zeit, dass das Beamtentum in dieser Berufsgruppe abgeschafft wird, damit auch nach dem Referendariat der Anreiz besteht, zumindest Dienst nach Vorschrift zu machen.

 
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Verfasst von - 18. Februar 2014 in Betrachtung

 

Europa nicht verstanden

Ich bin Europäer.

Ich habe es schon ein paar Mal gesagt, und ich wiederhole es gerne: Ich liebe Europa. Ich schätze es sehr, ohne Zoll und Kontrollen von einem Land ins andere Reisen zu können, eine gemeinsame Währung zu haben und -theoretisch- die Wahl zu haben, in welchem europäischen Land ich lebe und arbeite, ohne dafür eine andere Staatsbürgerschaft annehmen zu müssen. Letzteres nennt sich “Freizügigkeit” und ist so ziemlich die größte Errungenschaft Europas und als ein Grundrecht europäischer Bürger in Art. 45 der EU-Grundrechtecharta verbrieft. Damit wurde das Menschenrecht der Freizügigkeit innerhalb der Grenzen eines Nationalstaats auf ein sehr viel größeres Gebiet ausgedehnt.

Bis wir Freizügigkeit in Europa hatten war es ein langer Weg und ein harter Kampf, und ich kann bis heute nicht verstehen, dass es Leute gibt, die versuchen alle Errungenschaften Europas zu negieren oder wieder abzuschaffen. Was ich noch weniger verstehe ist, dass diese Leute politische Ämter auf Bundesebene bekleiden dürfen. Ich kann mich ja schon sehr darüber ereifern, dass die Merkel-Baggage permanent testet, wieviel das fragile Kunstwerk Europa wohl aushält, bis es wieder auseinanderbricht. Sie tun das, in dem sie mit Anlauf und vollem Schwung darauf herumspringen. Gerade jetzt wieder unsere Innenminister, der heute mit seinen Kollegen darüber spricht, ob man die Freizügigkeit nicht bei bestimmten Voraussetzungen einschränken oder gleich wieder aussetzen kann. Benimmt sich jemand in einem anderen Land daneben, will Friedrich ihn wieder in sein Heimatland deportieren.

Ich wiederhole noch einmal:

Grundrecht.
Menschenrecht.

Nun ist Friedich schon in der Vergangenheit durch überaus dumme Aktionen aufgefallen, etwa der Forderung verstärkter Schnüffelaktivitäten mitten im NSA-Skandal oder durch das Herbeifantasieren eines “Super-Grundrechts auf Sicherheit”, hinter dem alle anderen Grundrechte zurücktreten müssten. Aber dieser jüngste Vorstoß ist mit Abstand einer der schlimmsten. Er zeugt nicht nur davon, dass der Bayer Friedrich immer noch in überholten, nationalstaatlichen Strukturen denkt, sondern zeigt auch sehr deutlich, dass er weder die EU als politischen Raum noch die Grundrechte als schützenswert begriffen hat.

Und so jemand ist allen Ernstes Innenminister? Schlimmer treiben es nur noch die Briten, denen Friedrichs Vorschläge nicht weit genug gehen und die Freizügigkeit gleich ganz abschaffen wollen. Das passt eigentlich zum bisherigen Verhalten der Cameron-Regierung, die England so viel lieber als Teil der USA sehen als der EU. Mein Vorschlag: Friedrich und den Rest der europafeindlichen “Politiker” aus der Merkel-Bande nach England schicken und das aus der EU werfen. Dann könnten wir uns wieder in Ruhe dem Ausbau Europas widmen, anstatt ständig von den USA unterwanderte Rückwärtspolitik erleben zu müssen.

[Nachtrag:] Friedrich wird mit den Worten zitiert “Wenn die EU-Kommission nicht bereit ist, uns weiter in dieser Frage zu unterstützen, werden wir das multilateral selber machen”. Mit anderen Worten: Friedrich ist nicht nur kein Europäer, er hält auch Dinge wie Demokratie und Staatenbünde für Unfug. Könnte der Verfassungsschutz bitte mal seiner originären Aufgabe nachkommen und den Mann verhaften?

 
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Verfasst von - 5. Dezember 2013 in Betrachtung, Politik

 

NSA CSU

Was genau treibt die CSU da eigentlich gerade? Erst kommt die IDee der Mauterfassung auf Bundesstrassen auf, dann spielt Seehofer weit über Bande um die Idee einer Autobahnmaut für alle zu forcieren (“eigentlich” nur für Ausländer, aber um der EU Willen halt für alle und verbunden mit steuerlichen Entlastungen für deutsche Autofahrer), und NUN verlangt Innenminister Friedrichs schon vorauseilend Zugriff auf Mautdaten? GEHT ES DENEN NOCH GUT? Das heisst letztendlich nichts anderes, als das jede Fahrzeugbewegung jederzeit und auf allen Autbahnen und Bundesstrassen von der Polizei und sonstigen Diensten nachvollzogen werden kann. Und die CSU-Nasen haben nicht mal die Geduld diese Schritte im Jahresabstand zu fordern, damit es weniger auffällt. Nein, sie wollen es jetzt, wo die Diskussion über die allumfassende elektronische Überwachung nicht mal Gesamtgesellschaftlich begonnen hat. Was für eine widerliche Bande. Aber was will man von einem Innenminister erwarten, der die Grund- und Menschenrechte unserer Verfassung einem von ihm erfundenen “Supergrundrecht Sicherheit” unterordnet.

[Update: Wenige Stunden nach diesem Blogeintrag zog Friedrich seine Forderung zurück.]

 
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Verfasst von - 6. November 2013 in Betrachtung

 

Ja, bin ich denn der Bischof von Limburg oder was?!

Mir könnte diese ganze “Affäre” um den Limburger Bischof egaler nicht sein. Franz-Peter Tebartz-Van Elst soll durch absurde Wünsche den Bau seines Bischofssitzes auf 31 Millionen plus X hochgetrieben haben. “Ohje Ohje Ohje”, rufen jetzt alle und wehklagen “Was hätte man mit dem schönen Geld nicht alles Tolles machen können! Wieviel Gutes hätte man damit tun können?”. Tja. Hätte, hätte, Fahrradkette. Tatsache ist: Die katholische Kirche hat mit dem vielen schönen Geld in den letzten Jahrzehnten nur eines gemacht: Es auf die Bank gepackt und Zinsen dafür kassiert. Da ist keine Sozialarbeit von geleistet worden.

Es ist nicht so, dass die freistehende Badewanne von Tebratz-VanDings nun die Armenspeisung unmöglich gemacht hat oder den Steuerzahler etwas gekostet hätte. Von daher frage ich mich, ob sich nicht eher alle freuen sollten, dass der Bischof die Kohle, die auf der Bank nur Staub ansetzte, in die heimische Bauwirtschaft investiert hat. Sogar die marode Infrastruktur des Dombergs wird jetzt, im Zuge der Kollateralschädenbeseitigung, komplett saniert. Und danach? Freut sich Limburg über steigende Tourismuszahlen! Denn so, wie wir Deutschen drauf sind, werden bereits jetzt Bustouren organisiert, bei der Reisebusse Schaulustige vor Ort bringen, um das Medienprominente Bauwerk zu bewundern und sich über “Verschwendung” auszulassen. Vielleicht könnte man sogar Eintritt nehmen, zur Klagemauer des grantelnden Kirchenbeitragszahlers?

Im übrigen plädiere ich dafür, diese ganze Nummer schnellstmöglich in ein Sprichwort umzuwandeln. Nicht nur ein Meme, sondern ein jahrhunderte überdauerndes Sprichwort.

Zum Beispiel könnte angesichts hoher Preise empört ausrufen “Ja, bin ich denn der Bischof von Limburg oder was?!”.

Oder, wenn man gefragt wird, was das eigene Haus gekostet hat: “Der Bischof von Limburg würde nicht drin wohnen” (Baukosten kleiner 31 Mio) oder “Das wäre auch dem Limburger Bischof gut genug” (Baukosten größer 31 Mio).

Oder, wenn ein Projekt plötzlich teurer wird als geplant, erschrocken ausrufen “Das sind ja Limburger Verhältnisse hier”

Vielleicht kann man auch “Tebartzen” als Synonym für Ausgaben nehmen, die nicht unbedingt nötig sind, aber der Steigerung des eigenen Wohlbefindens dienen: “Ich habe mir neue Schuhe getebartzt”.

Das wäre doch nett.

 
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Verfasst von - 14. Oktober 2013 in Betrachtung

 

Amtliches Endergebnis 2013

Bundestagswahl 2013: CDU haushoch gewonnen, SPD hat leicht zugelegt, alle anderen haben verloren, die FDP ist nicht mehr im Bundestag. Neu im Ring war diese komische AfD-Gruppierung, die aus dem Stand fast 5 Prozent erreicht hat. Wie kommt das?
Ein paar spontane Gedanken zur Wahl insgesamt:

Wahlkampf
Die Wahl war für die CDU der grandiose Abschluss eines Wahlkampfes, der ganz auf den Bundeskanzler Dr. Merkel zugeschnitten war und den sie, merkwürdigerweise, dirigierte. Themen, die in den letzten Jahren eine Rolle spielten, fanden im Wahlkampf einfach nicht statt. Deutschlands Rolle in Europa, Wirtschaftskrise, Geheimdienstaffäre, Bürgerrechte? Hat Merkel mit einem “Weiter so” beiseitegebügelt. Wer will es ihr verdenken? Das ist die logische Konsequenz des Merkel´schen nicht-regierens. Aber das KEINE ANDERE PARTEI diese Themen ernsthaft aufgegriffen hat, das ist ein Armutszeugnis das sich alle selbst ausgestellt haben, und das hat sich im Wahlergebnis wiederspiegelt. Für die Zukunft muss die Lehre daraus sein: Wahlkampf muss über Themen und Inhalte geführt werden. Damit fängt man einen Zeitgeist ein und verkörpert ihn bestenfalls so gut wie seinerzeit Schröder und Fischer, und fährt dafür die Wählerstimmen ein. Wenn man sich aber nur auf inhaltsloses Stillhalten konzentriert, dann muss man zwangsläufig gegen die Meisterin in dieser Disziplin verlieren.

AFD (4,7%)
In meiner Wahrnehmung ist die “Alternative für Deutschland” die neue Vereinigung der Ewiggestrigen, der Ultrakonservativen, der Hartliberalen, aber auch das Auffangbecken für Leute mit leichtbrauner Gesinnung und solchen, die den alten Zeiten und der D-Mark hinterhertrauern. Schmückten sich im Wahlkampf mit diplomierten Ökonomen, die ihrer eigenen Partei Persilscheine ausstellten oder schon mal vor laufenden Kameras verkündeten, sie seien so intelligent, das kein anderer Mensch ihre Gedankengänge nachvollziehen könnte. Oder, wie Friedrich Küppersbusch sagt: “Eine Sekte um 80 staatskohlefinanzierte Wirtschaftsprofessoren, die uns nach der Krise jederzeit erklären konnten, warum sie uns vorher nicht davor gewarnt hatten”. Mich wundert die Existenz dieser Partei nicht. Seitdem die CDU selbst die Schröder´sche neue Mitte okkupiert hat, brauchen die Stammtischler eine neue Zuflucht. Machen wir uns nichts vor: Letztlich verdanken wir es der AfD, dass die FDP aus dem Bundestag geflogen ist.

Piraten (2,2%)
Ach, was hatten wir alle für Hoffnungen. In die Partei wäre ich fast eingetreten, als sie noch jung und unschuldig war. Sie war allerdings vor allem deswegen so attraktiv, weil sie Projektionsfläche für so vieles war. Sie hat viele Menschen angesprochen und hätte den Schwung nutzen können – stattdessen hat sie eine Vollbremsung hingelegt um erst einmal alle Trolle fest zu umarmen. Die haben es ihr gedankt, indem sie ihr während des Kuschelns den Bauch aufgeschlitzt haben. Die Piraten sind tot, und nach der Performance der letzten 12 Monate kann ich nur sagen: Verdient.

Grüne (8,4% – 2009: 10,7%)
Die Grünen haben massiv verloren, und das lag nicht an der Diskussion um höhere Steuern. Die Deutschen sind nicht doof, wenn man Steuern gut begründet und sie sehen, was sie davon haben, dann zahlen die auch gerne oder diskutieren zumindest konstruktiv. Nein, die Stimmabwanderung hat andere Gründe. Früher fingen die Grünen das Lebensgefühl einer Generation ein und verkörperten deren Werte. Einer Generation, die nun älter und damit automatisch konservativer geworden ist, und die sich in zentralen Themenbereichen (Atomausstieg) von der CDU genauso gut vertreten sieht bzw. ihr eher eine Erreichung der Ziele zutraut. Die Grünen haben keinen Zug zum Tor oder Machtsinn, sie haben nur Claudia Roth. Für jüngere Wähler spielen die Grünen keine große Rolle. Umweltschutz ist für junge Wähler kein Thema. In Flüssen kann man schwimmen, der Wald ist grün, sauren Regen gibt es nicht mehr und Atom ist auch vorbei. Die große Chance der Grünen wäre es gewesen, erneut ein Lebensgefühl aufzugreifen und für deren Rechte einzutreten. Leider ist Claudia Roth nicht kompetent in Sachen Internet. Die Grünen haben den Generationenwechsel verpasst, und das ist die Quittung.

SPD (25,7% – 2009: 23,0%)
Leicht zugelegt, trotz Steinbrück. Der Wahlkampf war ganz auf ihn zugeschnitten, und das war das Problem: Ein mürrischer, alter Sack, der Prosecco schlürft und was von sozialer Gerechtigkeit faselt, und der nur Bundeskanzler werden wollte, weil es seine persönliche Eitelkeit als Herausforderung empfand. Meine Fresse. Ich vermute dahinter immer noch einen Masterplan von Sigmar Gabriel. Er wusste: Im jetzigen Klima bestand keine Chance die Wahl zu gewinnen, ganz egal wer antritt. Also hat er die eitle Bulldogge Steinbrück verheizt. Die nächsten vier Jahre nutzt Gabriel, um Wechselstimmung zu schüren, dann tritt er selbst an. Kann er ja machen, aber dann bitte zwischenzeitlich endlich mal vernünftiges Personal ranziehen. Welche charismatischen SPD-Bundespolitiker kennt man denn aktuell, außer der Nahles? Eben. Und mit “vernünftig” meine ich ausdrücklich NICHT den Oppermann.

CDU (41,5% – 2009: 33,8%)
Unfassbarere Wahlerfolg für Angela Merkel. In einem Wahlkampf, der ganz auf sie zugeschnitten war, lautete ihre einzige Botschaft “Uns geht es gut. Sie kennen mich. Ich mache so weiter.”
Alle anderen Parteien sind daran zerschellt und haben es nicht geschafft zu zeigen, wo Merkel sich überall die Erfolge und Themen zurechtklaut und als eigene ausgibt. Viel von dem, was in diesem Land gut läuft, ist den harten und unpopulären Reformen der sozialdemokratischen Regierung unter Schröder zuzurechnen. Dafür wurde die SPD seinerzeit abgewählt, und als die Reformen griffen, konnte Merkel die Früchte der Arbeit einfahren. Das ein Großteil ihres “Deutschland geht es gut”-Mantras auf völliges Ignorieren der Realität zurückzuführen ist, wurde nicht wahrgenommen – so lange bei uns keine hungernden Mittelschichtler auf die Strasse gehen, ist ein “weiter so” Programm genug. Dazu kam, das Merkel alle Kernthemen der anderen relevanten Parteien abgegrast und an sich gezogen hat. Die Integration war so umfassend, dass man fast von einer Staatspartei sprechen muss. Was mich wirklich erstaunt hat war, von wievielen Frauen Merkel gewählt wurde. Eventuell auch eine Trotzreaktion auf Steinbrück? Wenn dem so wäre, dann könnte man abschliessend sagen: Merkels Wahlerfolg ist nicht auf ihre Leistungen zurückzuführen, sondern auf das Versagen aller anderen. Unter vielen Schlechten verkörpert sie das kleinste Scheusal.

Die Linke (8,6%, 2009: 11,9%)
Auch die Linke war bzgl. Netzthemen nicht vertreten – trotz einer treuen Stammwählerschaft hat sie es nicht geschafft sich zu positionieren, was icherstaunlich finde: Nach meiner Wahrnehmung gibt es viele Menschen, die sich nach dem sehnen, was andere Parteien nur noch auf dem Papier vertreten. Soziale GErechtigkeit, zum Beispiel. Ein grundanliegen der Linken, die es bis heute aber nicht schafft, dass die Menschen mehr als Gysi und Lafontaines Entenfüße mit ihr assoziieren.

FDP
Die FDP ist raus aus dem Bundestag, und das verdientermaßen. Haben sie hart für arbeiten müssen. Zuletzt hat ihnen nicht mal mehr die Stammwählerschaft die Fahne gehalten und ist zur AfD desertiert. Ich bin froh, dass die FDP jetzt in der außerparlamentarischen Opposition ist. Worüber ich nicht froh bin, ist, dass es keine liberale Partei mehr im Bundestag gibt. Die FDP in der heutigen Form, als marktliberale Lobbypartei, die nur Geschenke an Randgruppen verteilt, braucht wirklich niemand. Was man aber gut brauchen kann ist eine Partei, die ein Gegengegengewicht zum Streben nach staatlicher Reglierung bildet. So eine Rolle hat die FDP lange, aber auch vor langer Zeit, gespielt, und so etwas ist unabdingbar. Leider war Frau Leutheusser-Schnarrenberger zuletzt die einzige, die solche liberalen Grundwerte (die in dieser Ausprägung oft mehr mit Bürgerrechten zu tun haben als viele sich eingestehen) verkörperte und gegen alle Widerstände durchsetzte. Also: Die Fipsi-Partei braucht kein Mensch, eine liberale Partei wäre aber wünschenswert.

 
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Verfasst von - 23. September 2013 in Betrachtung, Politik

 
 
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