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Archiv der Kategorie: Ganz Kurz

Findelrose

Mit dieser Wohnung habe ich auch jede Menge Schrott vom Vormieter übernommen. Neben seinem halben Hausrat hat der auch jede Menge Gerümpel auf dem Balkon zurück gelassen, u.a. vier total moosüberwachsene Blumenkästen. Aus einem stak ein Gestrüpp hervor, das mal eine Rose zu sein gewesen schien.

Die habe ich im Frühjahr in einen separaten Blumentopf gepflanzt, und harrte dann der Dinge. Tatsächlich trieb sie aus, und damit folgte die spannende Frage: Welche Farbe würde sie wohl haben? Rosa? Rot? Weiß?

Gut, dass ich keine Wetten abgeschlossen habe. Denn die Rose ist… vielfarbig! Ich wusste nicht, das es sowas gibt, aber jede Blüte hat eine andere Farbe!

Aktuell blüht sie in rot, orange, rosa, weiß und einem merkwürdigen Pfirsich-Pastellton, den Don Johnson in den 80ern als Jacketfarbe getragen hat. Irre.

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Verfasst von - 3. August 2015 in Ganz Kurz

 
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Endlich Sommer!

 
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Verfasst von - 2. August 2015 in Ganz Kurz

 

Pimp my Unterarmgehhilfe

Tag 14.

Wer sagt eigentlich, dass man Unterarmgehhilfen nicht auch mit einem Nerdgag an den Rand der Coolness Pimpen kann?

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Eingeweihte dürften zumindest Schmunzeln.

 
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Verfasst von - 31. Juli 2015 in Ganz Kurz

 

Eine Frage des Willens

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Tag 13.

“jaja, Ärzte sind Schweine, nä?”, sagt der Orthopäde, und ausnahmsweise mag ich ihm da auch nicht widersprechen. Stattdessen starre ich ihn nur mit runterhängendem Unterkiefer und bösem Blick an, denn was er gerade verkündet hat, kann ich kaum glauben.

Das mit Abstand Zweitschlimmste, nach der Immobilität, ist nämlich gerade das Spritzen. Die OP am Fuß ist nun fast zwei Wochen her, und seitdem muss ich jeden Tag ein Mittel gegen Thrombosen verabreicht bekommen. Und das per Spritze. Die ersten Tage, in der Klinik, war das ein kleiner Pieks von einer freundlichen Schwester. Aber zu Hause muss ich das selber spritzen, und DAS ist gar nicht so einfach.

Ich habe generell keine Angst vor Spritzen, aber sich selbst zu stechen, das erfordert ganz schön Überwindung. Ich hatte ja angenommen, das im Jahr 2015 subkutane Mittel über so ein Star-Trek-mäßiges Gerät injiziert werden. Ansetzen, es macht kurz “Pssscht”, und das war´s, dachte ich. Aber weit gefehlt. Selbst die vorgefüllten Spritzen haben immer noch zwei Zentimeter lange Nadeln.

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Sich die in den Bauch zu rammen kostet einiges an Überwindung, und wenn man es verkehrt macht, kann man ganz schön Schaden anrichten. Meinen allerersten Versuch kann man immer noch sehen, in Form eines 10 x 10 Zentimeter großen, blau-gelb-grünen Flecks.

Die Packung Thromsosemittel, die ich mit nach Hause bekommen habe, beinhaltete 10 Spritzen. Seit Tag 1 zähle ich die runter. Immer, wenn ich wieder eine Injektion geschafft habe, stelle ich die benutze Spritze wie eine Trophäe auf den Küchentisch. Bei 5 Spritzen wurde Bergfest gefeiert (mit Mineralwasser, den Thrombosemittel in Kombination mir Alkohol ergibt die Mutter aller Kopfschmerzen), und seit gestern Abend stehen 10 leere Spritzen in einer Reihe. Ich habe es GESCHAFFT! Zehn Mal überwunden, zehn mal selbst gespritzt, nur zwei blaue Flecken. Endlich habe ich es hinter mir!!

Heute nun sitze ich zum Verbandswechseln beim Orthopäden. Der guckt kaum auf, als er fragt “Ham´se noch vom Thrombosemittel?”

“Wah?”… mehr bekomme ich nicht raus.

“Ja, müssen´se vier Wochen lang nehmen”.

“Waaah?!”…

Jetzt sieht er auf.

“Jaja, Ärzte sind Schweine, nä?”,
Ich widerspreche ihm nicht.

 
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Verfasst von - 30. Juli 2015 in Ganz Kurz

 

Die verlorene Zeit

Tag 11.

Krank sein und nicht aus dem Haus können ist doof. Was mich zuerst am meisten irritierte ist die Zeit. Nein, nicht das die sich zieht und nicht rumgeht – bekanntermaßen ist mir ja nie langweilig – sondern das Gegenteil. Nach meinem Empfinden RASEN die Tage gerade vorbei. Das kam mir nach kurzem Nachgrübeln bekannt vor, weshalb ich mal wieder in der Kiste mit den Soziologieklassikern wühlen musste.

Tatsächlich kennt man das Phänomen, das die Zeit rast, wenn man zu viel davon hat, wissenschaftlich seit den 30er Jahren. Damals wurde in der Nähe von Wien, im Örtchen Marienthal, eine Fabrik geschlossen. Die Siedlung war nur um diese Fabrik herum entstanden, und in der Folge waren ein ganzer Ort plötzlich arbeitslos.

Die Soziologen Marie Jahoda und Paul Lazarsfeld starteten eine bis dahin beispiellose Untersuchung. Mittels teilnehmender Beobachtung, Interviews und Zeitjournalen erforschten sie die Auswirkungen der Arbeitslosigkeit auf die Bevölkerung. Die Zeitjournale waren besonders interessant. Darin sollten die Menschen am Ende eines Tages notieren, was sie wann und wie lange gemacht hatten. Dabei zeigte sich das Phänomen der verlorenen Zeit; eigentlich kurze Tätigkeiten füllten im Denken und in den Zeitjournalen der Menschen viel zu lange Zeitperioden.

Ein kurzer Gang um den Block wurde als Beschäftigung für den ganzen Vormittag angegeben, das Rauchen einer Zigarette nahm den ganzen Nachmittag ein, usw.

Grund dafür sind die fehlenden Strukturen, die sonst die Zeittaktung vorgeben. In der Folge verschwimmen die Tage zu einem diffusen Schleier, und man weiß nicht, was man eigentlich die ganze Zeit über gemacht hat.

Genau so geht es mir gerade, zumindest zum Teil. Heute? Beim Arzt gewesen. Zwei Maschinen Wäsche gewaschen. Blogeintrag geschrieben. Tag rum.

Drei Kreuze, wenn das hier vorbei ist.

 
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Verfasst von - 28. Juli 2015 in Ganz Kurz

 

Hä? Wow!

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Quelle: Internet.

 
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Verfasst von - 26. Juli 2015 in Ganz Kurz

 

Priscillas Song

Am Pfad meiner Narben ruht Deine Hand
den Sternen zuwider in Ewigkeit verbunden


Öffne die Wunden und heil sie wieder
bis sich unser Schicksals wirres Muster bildet
Am Morgen fliehst Du aus meinen Träumen

Ich spiele gerne Computerspiele. Und zwar solche, die nicht nur auf Gameplay ausgelegt sind, sondern die von einer Geschichte angetrieben werden. Stimmt die Narration, können solche Spiele zu etwas werden, was ähnlich fesselt wie ein gutes Buch oder ein guter Film. Gegenüber diesen Medien haben Videospiele aber einen entscheidenden Vorteil, denn sie können sich anderer Medien – Musik, Film, Text, etc. – bedienen, um daraus ein Gesamtkunstwerk zu schaffen, wie es sonst nicht entstehen könnte, und das die Rezipienten – den Spieler oder die Spielerin – mitten ins Geschehen hineinzieht und evtl. bis dato unbekannte Dinge vermittelt.

Ricky Gervais, bspw., halte ich für einen der besten Satiriker und Stand-Up-Comedians der heutigen Zeit. Kennengelernt habe ich ihn, weil die Spielfigur in Grand Theft Auto IV (2007) als Abendbeschäftigung eine Comedyshow aufsuchen kann. Und dort spielte dann eben… Ricky Gervais!

Ein anderes Beispiel für einen gelungenen Mix findet sich im Rollenspiel “The Witcher III”. Das Spiel ist ohnehin reich an berührenden Geschichten und aktuellen Bezügen und unbedingt spielenswert, besonders ins Auge fallen aber die kunstvoll ausgearbeiteten, kleinen Szenen, in denen die Geschichte kurz innehält und durch einen Exkurs verblüfft. Wie etwa das Lied, dass die Bardin am Abend in einer Kneipe zum Besten gibt, und das… berührt. In einem solchen Moment wird aus einem Videospiel Kunst.

Oben gibt es die multilinguale Variante aus dem Trailer zu sehen, und hier die volle Version und die Lyrics auf englisch, weil ich mit dem deutschen “Stachelbeere und Flieder” nicht klarkomme:

The Wolvenstorm

These scars long have yearned for your tender caress
To bind our fortunes, damn what the stars own
Rend my heart open, then your love profess
A winding, weaving fate to which we both atone

You flee my dream come the morning
Your scent – berries tart, lilac sweet
To dream of raven locks entwisted, stormy
Of violet eyes, glistening as you weep

The wolf I will follow into the storm
To find your heart, its passion displaced
Amidst the cold to hold you in a heated embrace

You flee my dream come the morning
Your scent – berries tart, lilac sweet
To dream of raven locks entwisted, stormy
Of violet eyes, glistening as you weep

I know not if fate would have us live as one
Or if by love’s blind chance we’ve been bound
The wish I whispered, when it all began
Did it forge a love you might never have found?

You flee my dream come the morning
Your scent – berries tart, lilac sweet
To dream of raven locks entwisted, stormy
Of violet eyes, glistening as you weep

 
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Verfasst von - 24. Juli 2015 in Betrachtung, Ganz Kurz

 
 
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