RSS

Archiv der Kategorie: Gnadenloses Leben

Der dritte Molar

molar002

“Heute… werden wir Zeuge der Extraktion des dritten Molaren”, sagt Ian McKellen mit seiner tiefen, rauhen Gandalfstimme in meinem Kopf. Irgendwie hört sich ja “der dritte Molar” an wie ein Begriff aus einem Fantasyroman. Gandalf schaut also in die Runde der versammelten Krieger, während er langsam um den Tisch in der Mitte der Ratshalle geht und mit bedeutungsschwerem Unterton sagt: “Wenn im Zeitalter des Flughunds, wenn der Mond im achten Haus steht und der Erbe Calendulas den Sitz der sieben Schilde für sich beansprucht, dann wird der dritte Molar extrahiert werden.”

Hihi.

Tatsächlich denkt sich mein Hirn nur so einen Quatsch aus um mich davon abzulenken wie nervös ich bin. “Extraktion des dritten Molaren” hört sich auch viel besser an als “wir ziehen einen Weisheitszahn”. Davon habe ich zum Glück nur einen, oben rechts, und der bereitet nicht mal akute Probleme. Allerdings wächst er immer weiter – weil er im Unterkiefer kein Pendant hat, und deshalb kriege ich jetzt im wahrsten Sinne des Wortes den Mund nicht mehr ganz zu. Also raus damit.

Da ich fantastisch gesunde Zähne habe, ist dass das erste Mal, dass mir ein Zahn gezogen wird, und deshalb bin ich nervös. Zumal ich nicht weiß wie das mit der Betäubung wird. Kann ich danach noch was machen? Oder werde ich, ähnlich wie nach der Vollnarkose im vergangenen Jahr, dumm wie ein Brötchen sein? Das spielt durchaus eine Rolle. Auf die Folgezeit habe ich mich schon vorbereitet. Gestern Abend habe ich den alten Gefrierschrank wieder angeworfen und Wasser eingefroren, also Kühlpakete gemacht. Dabei kam ich mir ein wenig vor wie Tom Cruise in Minority Report, bei der Sache mit der Augen-OP. Dabei fällt mir ein, dass ich meinen Kühlschrank mal wieder ausmisten und sauber machen müsste.

molar001

“Wollnwer mal”, sagt der Zahnarzt und beginnt irgendwas zu machen, ich spüre gar nichts. “Wenn die Extraktion des dritten Molaren bevorsteht, sind die Sinne vernebelt. Dann, nur dann wird der Dolch des Schicksals angesetzt und…” Ach Gandalf, HALTS MAUL.

Der Zahnarzt würgt und ruckelt und zieht an dem Zahn rum, und erklärt dann mehrere Minuten, dass der Zahn ungewöhnlich fest sitzt und ein SO fester Sitz ja selten sei und *Kruspel* *Knirsch* *Zack* ist er dann doch draußen. “Ein Schreibtischzahn”, ruft der Zahnarzt freudig und zeigt den extrahierten Molar aufgeregt im Raum rum. Ich frage nicht nach was das sein soll, Gandalf kann mit “Schreibtisch” nichts anfangen. “Ja, hier, guckense, der ist geformt wie ein kleiner Backenzahn, ganz untypisch.”
Der Zahnarzt ist niedlich, wenn er sich so freut.

Plötzlich ist eine Helferin da und hält mir beide Hände hin. In den Handflächen liegen eingepackte Pillen. Auf eine ist mit Edding ein “S” gemalt. Wie Morpheus in “Matrix” steht die Helferin da. Ich überlege, ob ich die rote oder die blaue Pille will, aber ich soll dann doch beide nehmen. Die mit dem “S” ist für die starken Schmerzen.

Und jetzt sitze ich hier und warte darauf, dass die Schmerzen einsetzen. Die Matrix-Pillen liegen vor mir, das Minority-Eis ist im Gefrierschrank, und Gandalf liest mit seiner Gandalfstimme diesen Text Korrektur.
Hm. Und ich hatte irgendwann mal gedacht ich wäre gar kein Film-Nerd mehr.

Achtung, Bild des extrahierten Molaren nach dem Klick.

Read the rest of this entry »

 
4 Kommentare

Geschrieben von - 4. April 2014 in Gnadenloses Leben

 

*Schnief*

Mein Immunsystem ist aus Stahl. Ach, was sage ich: Es ist aus Adamantium. Ich werde so gut wie nie krank, und selbst in Regionalzügen, den Seuchenschiffen der Neuzeit, prallen Viren an mir ab. Allergien sind mir unbekannt, und mit Heuschnupfen hatte ich noch nie zu tun.

Naja.

Bis auf dieses eine Jahr, als plötzlich die Nase lief und die Augen tränten. Aber das war wirklich nur ein Frühjahr lang, und dann nie wieder.

Bis jetzt.

Die Nase kitzelt, der Rachen kribbelt, die Augen brennen und gelegentlich bricht eine Nieskaskade aus mir hervor. Eine milde Form des Heuschnupfens? Hm. Ich mache mir da jetzt erst einmal keine großen Sorgen. Vermutlich ist das keine allergische Reaktion, sondern einfach mechanische Belastung. Pollen in Atemwegen stelle ich mir vor wie Sand im Getriebe. Da aktuell alles gleichzeitig blüht und es seit Wochen nicht mehr geregnet hat, ist eine solche Menge Dreck in der Luft, dass selbst das stärkste Getrieb mal knirscht. Das darf es dann auch. So lange wie das nicht zum Dauerszustand wird. Das Geschniefe nervt nämlich, und alle, die chronisch unter Heuschnupfen leiden, haben mein Mitgefühl.

 
3 Kommentare

Geschrieben von - 3. April 2014 in Gnadenloses Leben

 

Momentaufnahme: März 2014

Herr Silencer im März 2014
“Das war der Spiegel.”

Wetter: Ohne Umweg über den Frühling direkt in den Sommer: Bis zu 20 Grad und so gut wir kein Regen. Erst in der letzten Monatswoche nochmal einstellige Temperaturen nahe dem Gefrierpunkt. ——————————————————————————————————————————————————–
Lesen:

Terry Pratchett:Making Money [Kindle]
Lord Vetinari hat großes mit der Stadt vor, aber dafür braucht er Geld. Leider befinden sich die Banken in desolatem Zustand und in der Hand weniger Familien, und Gold kann man auch nicht beliebig vermehren. Folgerichtig installiert Vetinari den ehemaligen Trickbetrüger und erfolgreichen Postmeister Moist von Lipwig im Vorsitz der größten Bank von Ankh-Morpork. Der denkt sich sofort eine radikale Neuerung aus: Geld aus Papier! Natürlich gefällt das etlichen Leuten nicht, weshalb Lipwig und sein Vorgesetzter, ein altersschwacher Hund mit dem Namen Mr. Fuzzpot, bald auf der Abschussliste landen.

Die späten Pratchett-Romane haben nichts mehr mit der Slapstick-Fantasy-Comedy der frühen Jahre zu tun. So auch hier: Die ganze Geschichte um Moist von Lipwick dient eigentlich nur dazu, Dinge wie Marktwirtschaft, Münz- und Papiergeld und das Bankenwesen an sich zu betrachten. Allerdings aus Pratchetts “The Lion Upside Down”-Blickwinkel, der dem Leser ganz neue Perspektiven eröffnet – u.a. wie manche Personen es schaffen, aus Gier ein ganzes System zu beschädigen.
———————————————————————————————————————————————————

Hören:


Andrew Lloyd Webber: Phantom of the Opera [BluRay]
Angefixt vom Livebesuch des Musicals, klar.

———————————————————————————————————————————————————

Sehen:

Warehouse 13, Staffel 3 [DVD]
Im Warehouse werden übernatürliche Artefakte eingelagert. Das erste Warehouse war die Bibliothek von Alexandria, Version 13 steht in einer Wüste in Ohio und beherbergt in seinen Kilometerlangen Regalen z.B. Indiana Jones Bundeslade. Superspannendes Setting, Ausführung aber vergurkt. Konnte sich die Serie in den letzten Staffel nicht entscheiden ob sie eher Akte-X-mäßig ernst oder doch eher lustig daherkommen wollte, ist Staffel 3 nur noch Comedy. In Kombination mit den wirklich schlechten Schauspielern (Ausnahme: Allison Scagliotti als Claudia) leider nichts für mich.
———————————————————————————————————————————————————

Spielen:

Saints Row IV [PS3]
Der Anführer der Straßengangs Saints ist nach den Ereignissen in Saints Row – The Third zum Präsident der USA – allerdings nicht lange, Außerirdische überfallen die Erde und versklaven die Menschen in eine virtuelle Welt. Zum Glück gibt es Helfer, die die Simulation hacken und die eigene Spielfigur mit Superkräften ausstatten.
Wer schon immer mal wissen wollte wie es wäre Neo in der Matrix zu sein – hier kann man es ausprobieren. Die Open-World-Stadt Steelport wird zur Spielwiese für 200-Meter-Sprünge, Sprints an Hochhäusern hinauf und Massenkeilereien gegen außerirdische Agenten. Das Ganze mit absurdem Humor und komischen Dialogen angereichert. Großer Spass.

———————————————————————————————————————————————————

Machen: Städtereise nach Hamburg, Phantom der Oper angucken!

———————————————————————————————————————————————————

Neues Spielzeug:

- Zwei neue Sommerreifen :-(

———————————————————————————————————————————————————

Archiv Momentaufnahmen ab 2008

 
Hinterlasse einen Kommentar

Geschrieben von - 30. März 2014 in Momentaufnahme

 

Frühling!

IMG_3391

Höret und preiset das Frühlingswiesel! Das Frühlingswiesel sorgt dafür, dass auch in diesem Jahr wieder Frühling ist! Hiermit verkündet es zudem den Beginn der Motorradsaison! Der Winter war lang und kalt und dunkel, aber nun macht das Wiesel Frühling und gutes Wetter, dass es nur so kracht! Passt auf Eure morschen Knochen auf, fahrt vorsichtig und huldigt dem Frühlingswiesel!

Um ehrlich zu sein roch es hier das erste Mal Ende Februar nach Frühling und war auch frühlingshaft warm. Spätestens Anfang März hätte die erste Fahrt mit dem Motorrad stattfinden können, aber ach, es fehlte die Zeit aber jetzt ist es soweit…

Read the rest of this entry »

 
1 Kommentar

Geschrieben von - 29. März 2014 in Gnadenloses Leben, Motorrad

 

Momentaufnahme: Februar 2014

Herr Silencer im Februar 2014
“And remember, I am your driver, not your Mother.”

Wetter: Sehr warm und trocken. So gut wie kein Niederschlag, selten unter dem Gefrierpunkt, viel Sonne. Frühlingshaft. ——————————————————————————————————————————————————–
Lesen:

Terry Pratchett: Raising Steam [Kindle]
Auf der Scheibenwelt bricht das Dampfzeitalter an. Vetinari freut es, Lu-Tze sorgt es, Moist von Lipwig hat eine Menge Arbeit, die Mrs. Cripslock begleitet und Vimes macht das, was Vimes am besten kann.
Die Geschichte ist schön, und vor allem nicht langatmig erzählt. Dadurch, dass nahezu alle Figuren aller Bücher auftreten, wirkt dieses Buch allerdings fast wie ein Abschiedsgruß von Pratchett. Zumindest muss man damit rechnen, dass dies sein letztes Scheibenwelt-Buch sein könnte.
———————————————————————————————————————————————————

Hören:

David Arnold, Michael Price: Sherlock [MP3]
Der Ohrwurm des Monats. Leider ist nur das Opening- und das Maintheme nett, aber jeweils nur ganz kurz zu hören. Der Rest steht nicht für sich allein.

———————————————————————————————————————————————————

Sehen:

Top Gear, Staffel 12 [Watchever]
Ach ja, auch mal schön. Die perfekte Unterhaltungssendung. Mit Fahrzeugen.
———————————————————————————————————————————————————

Spielen:

Tomb Raider: Definitive Edition [PS4]
Einfach ein gutes Spiel, mit 60FPS und in Full-HD, mit Partikeleffekten und funktionierender Physik gleich nochmal besser.

———————————————————————————————————————————————————

Machen: Städtereise nach London!

Bildschirmfoto 2014-02-19 um 21.32.18

———————————————————————————————————————————————————

Neues Spielzeug:

- Ein neues Visier für den Motorradhelm

———————————————————————————————————————————————————

Archiv Momentaufnahmen ab 2008

 
2 Kommentare

Geschrieben von - 28. Februar 2014 in Momentaufnahme

 

Momentaufnahme: Januar 2014

Herr Silencer im Januar 2014
“Verbimmelt!”

Wetter: Sehr warm und trocken für Januar, von knapp über Null bis zu 8 Grad. Erst in der letzten Woche etwas Kälter und für drei tage Schnee. ——————————————————————————————————————————————————–
Lesen:


Bill Willingham Fables Vol. 19: Snow White [Graphic Novel]
Snowwhites Ehe mit Bigby Wolf ist ungültig, behauptet ein Hanswurst. Leider ist der aufgeblasene Möchtegern überaus mächtig, nimmt Snow gefangen und wartet darauf, dass Bigby zum Duell kommt.
Zähe Folge mit unglaubwürdigen und abruptem Ende. Nach Ende des “Adversary”-Bogens weiß Fables nicht wohin es will, und schockierte erst mit Ekel (“Cubs in Toyland”) und opfert jetzt beliebte Figuren um interessant zu sein. Hätte nicht gedacht, dass ich das mal sage, aber: Gut, dass die Serie demnächst endet. Sie hat ihr Verfallsdatum lange überschritten.

———————————————————————————————————————————————————

Hören:

Tarja Colors in the Dark [MP3]
Das “rote Album” der Sopranistin ist leider überarrangiert. Eine instrumentelle Bombastpassage wird auf die andere gehäuft, was in der Summe beliebig klingt und keinen bleibenden Eindruck hinterlässt. Kein Vergleich zu “Winterstorm” oder ähnlichen Perlen.

———————————————————————————————————————————————————

Sehen:

Ich bin ein Star, holt mich hier raus! [TV]
Einmal im Jahr Dschungelcamp, und in der achten Staffel so unterhaltsam wie bislang selten.
———————————————————————————————————————————————————

Spielen:

Assassins Creed: Liberation HD [PS3]
Das Vita-Abenteuer kommt, knapp anderthalb Jahre nach seinem Debüt, auf die Konsolen und den PC. Nach wie vor leidet der Ableger um die weibliche Assasine Aveline de Grandpré an einer schlechten und schlecht erzählten Story, kurzen und dummen Missionen und unverständlichen Charakteren. Aber es hat auch Momente, etwa die Möglichkeit Kleidung zu wechseln und sich damit Situationen anzupassen, oder ein Crossover mit Connor aus AC-III. Das ist nett für zwischendurch und Die-Hard-AC-Fans werden ihre Freude haben, alle anderen sollten die Finger davon lassen. Zumal “Black Flag” ungefähr sieben Mal besser ist.

twd2ep1

The Walking Dead, Season II EP. 1: All that Remains [PS3]
Drei Jahre nach dem Tod ihres Beschützers Lee kämpft sich die elfjährige Clementine allein durch die Überreste der post-zombikalyptischen Welt.
Ich finde ja Zombiegeschichten generell doof und denke, dass die nur was für elfjährige sind. Eine Ausnahme macht “Walking Dead”, zumindest die Spiele von Telltale. Das man als erwachsener Spieler nun ein schwaches, aber nicht hilfloses Kind statt einer väterlichen Beschützerfigur lenkt ist eine mutige Designentscheidung. Die Ereignisse der ersten, rund drei Stunden langen, Episode deuten den Grundton der zweiten Staffel an: Es wird sehr, sehr übel.

———————————————————————————————————————————————————

Machen: Tee.

———————————————————————————————————————————————————

Neues Spielzeug:

-

———————————————————————————————————————————————————

Archiv Momentaufnahmen ab 2008

 
Hinterlasse einen Kommentar

Geschrieben von - 28. Januar 2014 in Momentaufnahme

 

Der iPad-Kurs

Gastbeitrag von Herbert Plusch

Herr Plusch ist seit einigen Jahren Buchhalter bei Herrn Silencer. Er ist nicht mehr der Jüngste, aber technischen Neuerungen gegenüber nicht nur aufgeschlossen, sondern geradezu begierig darauf, sich mit neuer Technik auseinanderzusetzen. Kürzlich erlebte er eine Geschichte, die er hier als Gastautor zum Besten gibt.

————————————————————————————————————-

Ich habe mir vor nicht allzu langer Zeit ein iPad angeschafft. Das war eine gute Entscheidung. Um noch besser damit umgehen zu können, habe ich an einer Bildungseinrichtung einer Universitätsstadt an einem ganz normalen Donnerstag in den Abendstunden einen Kurs belegt. Das war eine nicht ganz so gute Entscheidung. Mitzubringen war übrigens das eigene und bitte auch aufgeladene iPad.

15 Personen befinden sich in einem Raum.
Einer steht, das ist der Dozent. Wie sich später herausstellt, ist er sehr gut und mit einer unmenschlichen Geduld gesegnet.

14 Personen sitzen also in einem Raum. Mein Nebenmann und ich sowie 12 weibliche Kursteilnehmerinnen.
Meine Nebenfrau ist extrem jung, so in etwa 40 Jahre alt.
Es bleiben noch elf der Jugend schon ein wenig entwachsende Damen so in der Altersgruppe von 55++.

Der Kurs hatte noch nicht begonnen, sah eine der Elfergruppe in ihre Tasche, blickte entsetzt hoch, und folgender Dialog entwickelte sich:
Werfen Sie mich jetzt raus?
Der verwirrte Dozent fragte: Warum soll ich Sie rauswerfen?
Ich habe mein iPad vergessen.
Großherzig erlaubte der Dozent der Dame, zu bleiben.

Der Kurs beginnt also mit 14 Sitzenden. Jetzt folgen so einige Anmerkungen, ausschließlich aus der Generation 55++.

Was, mit einem iPad kann ich ins Internet?

Was, mit einem iPad kann ich Mails lesen?

Was ist ein eMail-Account?

Schade, ich kann mein iPad nicht für Mails nehmen, ich habe 2 eMails.
(Auf Rückfrage des Dozenten ergab es sich, dass die 55++ tatsächlich über zwei Accounts verfügt.)

Kann man im Nachhinein feststellen, ob mein Sohn oder mein Enkel mir da irgendwelche Spiele auf das iPad getan hat?

Ich war mit meinem iPad noch nie im Internet.

Aber es ist doch eingerichtet, das geht nur über das Internet.
Da müssen Sie sich irren, mein iPad war noch nie im Internet.

WLAN haben wir zuhause nicht.
Aber Sie sind zuhause im Internet?
Ja.
Und wie?
Keine Ahnung, jedenfalls haben wir kein WLAN.

Wenn ich jetzt mein iPad so einstelle, das ich den Hotspot von McDonald nutzen kann, muss ich dann zukünftig jedes mal nach McDonald, wenn ich Mails lesen will?

Haben Sie eigentlich ein iPad? Das von Apple oder das von Samsung?

Der mit Abstand beste Dialog fand über dieses Thema statt. Beteiligt sind eine 55++ und der Dozent:

Wieso reden Sie die ganze Zeit vom iPad von Apple?
Das iPad ist von Apple.
Mein iPad ist von Samsung.
Es gibt kein iPad von Samsung!
Und was ist das hier (Gerät hochhaltend).
Das ist ein Tablet von Samsung.
Sag ich doch, iPad von Samsung!!!
Nein, ein Tablet von Samsung, kein iPad.
Das finde ich aber jetzt nicht gut. In dem Programm der (Bildungseinrichtung) steht nicht, dass es nur von Apple das iPad gibt. Da steht nicht, dass der Kurs nicht für iPads von Samsung geeignet ist.
(Augenrollen, unterdrückte Muskelkrämpfe und vielleicht auch Mordgelüste des Dozenten).
Was ist denn für ein Betriebssystem auf Ihrem Tablet?
Sag ich doch die ganze Zeit, das ist Samsung.
Betriebssystem?????
Was gibt es denn da?
Windows oder Android.
Ist das auch von Samsung?
Prüfender Blick des Dozenten und nähere Betrachtung des Gerätes: Android!
Ich will Sie nicht loswerden (wollten wir aber alle), aber wollen Sie nicht lieber auf einen Android-Kurs umbuchen?
Und dann machen wir dann das Andro-Dingda mit dem iPad von Samsung?
Jaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaa!

Zu unserer Erleichterung ging nun die 55++ lebend und aufrecht durch die Tür, ohne dass irgendwelche spitzen Metallgegenstände in ihrem Körper steckend sie daran gehindert hätten. Viel hätte aber nicht gefehlt, und die spitzen Metallgegenstände hätten in ihrem Körper nicht gefehlt.
Entsetzte Blicke der Verbleibenden.

Ich bin mir nicht sicher, was die entsetzten Blicke bei einigen 55++ ausgelöst hat und ob alle den tiefen Sinn verstanden haben.

Manches sollte ein Geheimnis bleiben.

 
8 Kommentare

Geschrieben von - 22. Januar 2014 in Gnadenloses Leben, Skurril

 

Dexter

20140104-173855.jpg

Was ich aus “Dexter” gelernt habe: Die großzügige Verwendung von Folie minimiert die Schweinerei bei der Entsorgung.
Die Erbringung einer Transferleistung vorausgesetzt lassen sich selbst aus einer TV-Soap über Serienmörder Haushaltstips ableiten.

 
3 Kommentare

Geschrieben von - 4. Januar 2014 in Gnadenloses Leben

 

Das war das Jahr, das war (2013)

Das war es also schon mit 2013.

Es wird mir als das Jahr in Erinnerung bleiben, in dem sich viel in der Wahrnehmung von Internet und Technik geändert hat. Die Enthüllungen von Edward Snowden zeigen, dass unser aller Leben konstant abgehört und überwacht wird. Das ist ein echter Game Changer. Ich wusste sowohl am 09. November 1989 als auch am 11. September 2001, das an diesen Tagen etwas passiert war, das die Welt jetzt ändern würde. Im Juni 2013, als ich das erste Mal von PRISM hörte, war dieses wissende Gefühl wieder da. Snowden hat die Welt verändert. Plötzlich sind Geheimdienste, die ich für das Relikt einer alten Zeit hielt, wieder relevant. Alles hat sich geändert, von der Wahrnehmung von Technik hin zur Wahrnehmung der USA an sich, die jetzt als neuer Feind darstehen, der spioniert und manipuliert.

Privat war es kein schlechtes Jahr, aber auch nicht spektakulär gut. Zwei Mal im Krankenhaus gewesen, was neue Erfahrungen waren. Ansonsten viel unterwegs gewesen, europäische Länder angeguckt, Leute getroffen, viel gelernt. Das war gut.

In diesem Jahr habe ich versucht meine Grenzen zu finden. Ein Mal ist das auch gelungen, als es mit einem unbekannten Motorrad ins Gelände ging, bei über 30 Grad. Da konnte ich irgendwann vor Erschöpfung nicht mehr. Ansonsten kann ich aber mehr als ich gedacht hätte. Ausdauer, Sprachen, Kochen, Kreativität, Willensstärke – da war mehr drin als vermutet. Das Jahr, in dem ich so fit und aktiv war wie nie zuvor – fühlt sich gut an.

2013 war außerdem das Jahr, in dem Menschen weggegangen sind. Mal geographisch, mal emotional. Gefühlt sind viele nach Berlin gezogen, anscheinend konzentriert sich da gerade alles. Wie bei einem Schwarzen Loch. The Place to be, merkwürdiges Phänomen.

Zusammengefasst war 2013 eine Konzentration auf mich selbst. Dafür bröckelt der Freundeskreis an allen Ecken und Enden, und ich hoffe, dass setzt sich nicht so fort.

Und sonst noch?

Worte des Jahres: Hoffen ist kein Plan.

Zugenommen oder abgenommen? Abgenommen.

Haare länger oder kürzer? Kürzer.

Mehr Kohle oder weniger? Weniger.

Mehr ausgegeben oder weniger? Weniger, und vor allem anders: Geld ist nicht so häufig in Anschaffungen geflossen als vielmehr in Programm während Reisen.

Mehr bewegt oder weniger? Sehr viel mehr.

Die hirnrissigste Unternehmung? Bei über 30 Grad ein Motorradtraining in voller Montur machen.

Ort des Jahres? Rom.

Die teuerste Anschaffung? Neue Bremsen für´s Auto.

Das leckerste Essen? Saras Steak mit schwarzem Salz in der Villa Luigia in Bagio Callalta.

2013 zum ersten Mal getan? Mit einem Geländemotorrad Felswände hochgefahren.

2013 nach langer Zeit wieder getan? Sport. Im Fitnessstudio.

Drei Dinge, auf die ich gut hätte verzichten mögen? Teure Autoinstandhaltung, wochenlang schlaflose Nächte aus unbegründeter Sorge, diese Scheiss-”Strasse” in den Abruzzen.

Gereist? Oh ja.

2013 war in einem Wort…? Bröckelnd.

Überraschendster Film des Jahres: Pacific Rim. Hätte nicht gedacht, dass der mich so unterhält.

Album des Jahres: Assassins Creed 4: Black Flag (Sea Shanties Edition)

Spiel des Jahres: War ein guter Jahrgang für Spiele. Beyond: Two Souls, Bioshock Infinite, Tomb Raider und The Last of Us haben mich am tiefsten beeindruckt. The Cave hat mich zum Lachen und Staunen gebracht und GTA V und AC4: Black Flag lassen mich den Hut vor dem Fleiss der Produzenten ziehen.

Buch des Jahres: Mr. Penumbras 24h-Bookshop. Danke für den Tip, Daniel, das hätte ich nie von allein gefunden.

Bestes Musikstück des Jahres: “Tangled Up” von Caro Emerald.

Spielzeug des Jahres: Das kleine Acer Netbook, dass ein treuer Reisebegleiter geworden ist.

Das schönste Konzert? Caro Emerald in Hamburg.

Die meiste Zeit verbracht mit…? Planungen.

Die schönste Zeit verbracht damit…? Fremde Orte zu erkunden.

Vorherrschendes Gefühl 2013? Das ich so langsam zum Grumpy Old Man werde.

Erkenntnis des Jahres: Nichts ist so wichtig wie andere es machen und nichts ist für die Ewigkeit.

In diesem Sinne: Ich wünschen einen guten Start in ein tolles 2014!

 
2 Kommentare

Geschrieben von - 31. Dezember 2013 in Gnadenloses Leben, Momentaufnahme

 

Momentaufnahme: Dezember 2013

Herr Silencer im Dezember 2013
Dem mach ich Licht an´s Rad!

Wetter: Sehr warm und trocken für Dezember, von knapp über Null bis zu 14 Grad an Weihnachten.
———————————————————————————————————————————————————
Lesen:


Bill Willingham Fairest Vol. II [Graphic Novel] Rapunzel bekommt einen Hinweis, dass die Kinder, die ihr einst geraubt wurden, noch Leben könnten und reist nach Japan um den nachzugehen. Dabei wird sie von Jack begleitet und von Totenkinder, Bigby und asiatischen Fables verfolgt. Nette, aber inkonsistente Geschichte, die klar auf den einen Plotpoint mit dem hohem Ekelfaktor hin konstruiert ist. Eine gute Idee macht aber noch kein Buch aus.

———————————————————————————————————————————————————

Hören:

Diverse Assassins Creed IV Black Flag: Sea Shanties Edition [MP3]
Seefahrershanties aus dem 18. Jahrhundert. Ernsthaft, Ubisoft hat ein ganzes Album mit den Shanties rausgebracht, die im Spiel die Crew auf See singt und die in den Kneipen zu hören sind. Herrlich!

———————————————————————————————————————————————————

Sehen:

Mad about you, Season 3 und 4 [DVD]

Irgendwie neurotisches Paar in den 30ern lebt mit Hund im New York der 90er.
Ach, ich liebe “Verrückt nach Dir”. Die Folgen sind auch heute gut guckbar, der Humor ist nicht peinlich, und ich bin schon wieder schwer veriebt in Helen Hunt. Was beim Schauen in Originalsprache auffällt: Die Serie war damals geradezu anarchistisch (Auftritte von Promis! Rudi Giuliani!), hoch innovativ und mutig (eine ganze 30-Minuten-Folge ohne einen Schnitt gedreht!).
———————————————————————————————————————————————————

Spielen:
adewale

Assassins Creed IV: Black Flag [PS4]
Ich tat ja schon an anderer Stelle meine Meinung zu AC4 kund und erwähnte dabei, dass es LANG ist. Auf der PS4 ist das Abenteuer noch mal schöner, weil in HD. Und dann kam noch der DLC “Freedom Cry” raus, bei dem man bad-Ass Adéwale in Port-au-Prince steuern darf.

Beyond: Two Souls [PS3]
Stationen im Leben der jungen Jodie (Ellen Page), die untrennbar mit einer unsichtbaren Entität verbunden ist. Was hat es mit dem Poltergeist auf sich, der mit einem unsichtbaren Band und einer hassliebe mit ihr verbunden ist?

Mein Spiel über Weihnachten, denn auf “Beyond” muss man sich einlassen können. Dann ist es packend, spannend und emotional berührend. Als Spieler erlebt man die teils konfuse Geschichte von Jodie in zeitlich verwürfelter Abfolge und mit Sprüngen über Jahrzehnte hinweg. Beyond ist mehr Film als Spiel, aber mehr Spiel als sein direkter Vorgänger “Heavy Rain”. Die Grafik ist dabei über weite Stellen fotorealistisch.

———————————————————————————————————————————————————

Machen: Nicht wirklich viel. Klar, bis kurz Weihnachten stand viel Arbeit an, aber privat bin ich gerade Unlustig überhaupt was zu tun.

———————————————————————————————————————————————————

Neues Spielzeug:

Ein, ähm, PS4, Hust.

Es gab da diesen Abend im Juni, als ich in Siena herumsaß, Nachrichten über Microsofts XBOX-One Unverschämtheit las und spontan beschloss dagegen ein Zeichen zu setzen. Also bestellte ich aus Protest die Konkurrenzkonsole. Logisch, oder?

Lässt sich gut bedienen, ist spürbar schneller und nutzerfreundlicher als die PS3. Das sind die positiven Seiten. Die negativen: Das Start-Lineup ist nach der Verschiebung von Watch Dogs ein Witz, der Sharebutton ist natürlich Quatsch und das unnütze Dauerleuchten des Kontroller saugt den Akku ratzfatz leer. Fazit: Braucht zum jetzigen Zeitpunkt kein Mensch, mit dem Kauf kann man noch zwei Jahre warten und bis dahin die tollen Titel der alten Konsolen spielen.

———————————————————————————————————————————————————

Archiv Momentaufnahmen ab 2008

 
2 Kommentare

Geschrieben von - 30. Dezember 2013 in Momentaufnahme

 

Unbezahlbar

Selbstdisziplin, die: Eine Handlung die Überwindung erfordert und deren Durchführung meist in der Hoffnung auf positive Effekte geschieht.

Beispiel: An Samstag vor Weihnachten um 7.30 Uhr aufstehen und gegen 10.00 Uhr schon wieder zu Hause sein. Mit einem leichten Grinsen im Gesicht, bei dem Gedanken daran was jetzt auf den Straßen und in den Geschäften los sein wird und mit der sicheren Gewissheit, dass die eigenen Einkäufe erledigt sind und sogar der Weihnachtsbaum schon steht.
Un-Be-Zahl-Bar.
Und jetzt ein Mittagsschläfchen.

 
1 Kommentar

Geschrieben von - 21. Dezember 2013 in Gnadenloses Leben

 

Durchbescheuert

“Sehen´se, hier, da ist ein Riss, da ist das durchgescheuert”, sagt der Werkstattmeister und hält mir eine kleine Tülle hin. Die ist nur ein paar Zentimeter lang, aus schwarzem Plastik und geformt wie ein kleines Rohr, das an einem Ende etwas dünner ist.
“Wo, hier?”, frage ich. “Ja, genau”, strahlt der Meister. Ich kenne den noch nicht, der ist neu, aber ich mag ihn schon jetzt nicht. Er hat etwas seltsames ans sich, irgendwie… fischig.

Ich sehe mir die Tülle genau an. “Das ist kein Riss”, sage ich dann, “Das ist die Seriennummer”.
Der Meister setzt die Brille auf und guckt noch mal genauer hin. “Auch nee, HIER, da, da ist der Riss”, sagt er dann und deutet auf eine andere Stelle. Ich nehme ihm die Tülle aus der Hand und sehe mir die neue Stelle an. Das Ding ist aus hartem Plastik, da ist nichts durchgescheuert. “Das ist ein Gußgrat, kein Riss”, brumme ich verdrießlich.
Wieder guckt der Meister verwirrt. “Aber das ist undicht, auf jeden Fall, durchgescheuert, jawoll!”
Ich sehe ihm fest in die Augen, dann stecke ich mir die Tülle mit einem Ende zwischen die Lippen, halte das andere Ende zu und blase kräftig hinein. Es entweicht keine Luft. Der Meister guckt meine dicken Backen an und guckt dann zu Boden, wringt die Hände und sagt “Aber auf jeden Fall war das undicht und jetzt ist es dicht. Macht 65 Euro.”

Ich atme tief durch. Die Tülle ist Bestandteil des Scheibenwaschsystems des Kleinen Gelben AutosTM. Das verlor in den letzten Tagen Wischwasser. Und zwar exakt nachdem die Werkstatt einen “durchgescheuerten Schlauch” der Scheinwerferreinigung ersetzt hat. Die ging nämlich angeblich nicht. OK, das kann passieren, Schläuche können durchscheuern. Deshalb hatte ich mir auch vergangene Woche keine Gedanken gemacht, als die Werkstatt das festgestellt hatte. Wurde halt repariert und fertig. Ich benutze die Scheinwerferwaschanlage nie, aber für die Hauptuntersuchung muss das Ding halt funktionieren.

NUR: Als ich dann das Leck feststellte und nochmal in die Werkstatt kam, sagte der Techniker, der vergangene Woche am Wagen gearbeitet hatte: “Ach ja, an den erinnere ich mich… Die ganze Anlage ging nicht, und bis zum Ende habe ich die nicht repariert bekommen.” Die Aussage passte schon mal gar nicht zum Betrag, der auf meiner Rechnung aufgeführt war. Was der Techniker nicht wusste: Bei dänischen Autos, und so eines ist das KGA, brennt das Abblendlicht IMMER. Es hat trotzdem einen An-/Aus-Schalter fürs Licht, der weitgehend nutzlos ist. Das Licht lässt sich darüber nicht regeln, aber die Waschanlage der Scheinwerfer funktioniert nur, wenn der eigentlich unnütze Lichtschalter von 0 auf 1 gedreht wird.

Vermutlich ist folgendes passiert: TÜV-Prüfer macht Auto an, testet Licht, testet Scheinwerferwaschanlage. Die geht nicht, weil der Lichtschalter auf 0 steht. Das merkt aber keiner, weil das Licht ja an ist. Der Techniker sucht stundenlang nach einem Fehler. Der Meister merkt dann, was eigentlich wirklich los ist, und schreibt – als Kompensation für die mit der Suche nach einem vermeintlichen Fehler verplemperte Arbeitszeit- irgendwas mit durchgescheuerten Schläuchen auf den Stundenzettel. Bei der Fehlersuche wurde aber was anderes beschädigt, weshalb der Wagen nun Wischwasser verlor. Ich halte diese Theorie für plausibel, dummerweise kann ich sie nicht belegen.

“Neinnein”, sagt der Meister. “So war das nicht, das war wirklich alles durchgescheuert und hat gar nichts miteinander zu tun. Nein, Gewährleistung kann das deshalb gar nicht sein.”

HmHm. Meine Fresse. Die Besitzer des Autohauses ganz liebe Leute, jeder einzelne Techniker ist fähig, aber in der Summe schaffen sie es immer wieder zu verkacken. Man erinnere sich nur an die Scheibe, die ersetzt werden sollte. Das endete damit, dass das Dach neu lackiert werden musste und die neue Scheibe pfeift noch heute. Oder die Türen, die schon drei Mal abgedichtet wurden und die immer noch Wasser ins Innere lassen. Und mit diesem irgendwie fischigen neuen Meister…. wird es vielleicht Zeit, sich eine neue Werkstatt des Vertrauens zu suchen.

 
3 Kommentare

Geschrieben von - 20. Dezember 2013 in Gnadenloses Leben, kleines gelbes Auto

 

Seltsame Häufung

Manchmal gibt es so seltsame Häufungen. Das Beispiel, das jeder kennt: Termine könnten über Wochen verteilt sein, aber manchmal gibt es so Tage, an denen sich alles zusammenknäult und man an drei Orten gleichzeitig sein könnte.

Oder Worte. Ich habe das oft mit Worten. Manchmal geht es mir so, das ich ein Wort noch nie im Leben gehört habe (wie neulich z.B. das englische Wort “Chilblain”, Frostbeule), und dann schlage ich es nach und zwei Tage später lese ich es in der Zeitung und einen Tag darauf läuft es mir SCHON WIEDER über den Weg, diesmal in einem Buch.

Gerade kumulieren hier Begebenheiten. Erst durfte ich mich gestern über ein vorgezogenes Geburtstagsgeschenk freuen: Eine Karte für “Starlight Express”! Mein erster Musicalbesuch überhaupt! Und heute? Heute kommt eine Anfrage aus heiterem Himmel, ob ich nicht Lust hätte das “Phantom der Oper” anzuschauen. Was ich natürlich habe.

Was ist denn da los? Ist doch irgendwie seltsam, dass ich 38 Jahre lang nie mit Musicals in Kontakt gekommen bin, und mir dann innerhalb von zwei Tagen gleich zwei Besuche praktisch in den Schoß fallen. Es gibt keine Zufälle sagt man, aber hier bildet die Statistik gerade Riesenklumpen. Oder gibt es vielleicht Phasen, an denen die natürliche Enthropie des Universums aus dem Tritt gerät?
Man weiß es nicht.
Ist auch egal.
Ich freue mich einfach nur.

 
14 Kommentare

Geschrieben von - 3. Dezember 2013 in Gnadenloses Leben

 

Historische Nummer

Gerade ist mir klar geworden: Wir sind jetzt seit 16 Jahren zusammen. Sechzehn Jahre! Das ist eine verdammt lange Zeit. Äußerlich haben wir uns beide verändert. Aber im Inneren, im Kern, sind wir die gleichen wie damals. Sorry, dass ich unser 15-jähriges verpasst habe. Und das 10jährige. Das wäre schon ein Jubiläum zum feiern gewesen.

Die meisten halten es nicht so lange miteinander aus. Man kennt das ja: Nachdem die Flamme des Neuen vorbei ist, wird nach 3, 4 Jahren was Neues gesucht. Also sorry nochmal für meine Vergesslichkeit. Aber so ist das, wenn man jeden Tag miteinander verbringt, und dann noch so harmonisch und ohne Ärger, dann gehen solche Jubiläumstermine einfach an einem vorbei. Ist ja auch nicht wichtig. Wir wissen ja, was wir aneinander haben. Ich wusste schon damals, im Winter 1997, dass wir länger zusammen sein werden. Schon nach drei Tagen kannte ich Dich auswendig. Ich amüsiere mich immer über Leute, die erst ihre Mobiltelefonnummer im eigenen Handy nachschlagen müssen. Bei mir ist das anders, ich kann Dich im Schlaf herbeten, dafür habe ich meine Festnetznummer nicht im Kopf. Glücklicherweise hast Du den Umzug von E-Plus zu den Telekomikern gut überstanden und ich hoffe, wir bleiben noch lange zusammen. Eine andere als Dich will ich gar nicht.

 
3 Kommentare

Geschrieben von - 29. November 2013 in Gnadenloses Leben

 

Momentaufnahme: November 2013

Herr Silencer im November 2013
Es. Schneit.

Wetter: Bis Mitte des Monats für Novemberverhältnisse recht mild, bei Temperaturen bis 10 Grad. Dann kurz Schnee, ab dem 20. knackig kalt mit Temperaturen von bis zu minus fünf Grad.
———————————————————————————————————————————————————
Lesen:

Oliver Bowden Black Flag [Kindle Edition] Die Vorgeschichte zum Spiel: Eward Kenway wächst Anfang des 18. Jahrhunderts als Sohn eines Schafsfarmers in Wales auf. Er verliebt sich in die gutbürgerliche Caroline, und um der ein besseres Leben zu bieten wird er Freibeuter.
- Es überrascht mich immer wieder, wie viel und in welch hoher Qualität Bowden um die Spielstories noch herumstricken kann. Da die Story im Game sehr löcherig ist, ist dieses Buch ein Muss, um Motivationen und Personen zu verstehen. Leider, möchte man sagen – das sollte nicht nötig sein. Das Buch ist flockig geschrieben, spielt mit historischer Fiktion herum und hat recht wenig mit Assassinen und Templern zu tun. Edward geht es schließlich nicht um Freiheit oder irgendwelche anderen abstrakten Werte – ihm geht es um Gold.

———————————————————————————————————————————————————

Hören:

The Corrs Alle Alben [MP3]
Ich mochte die irische Geschwisterband mit dem überproportionalen Anteil an heißen Schwestern schon immer, habe aber nie ein Album von ihnen besessen. Jetzt gab es alle fünf Studioalben auf einmal für wenig Geld, da konnte ich nicht widerstehen.

———————————————————————————————————————————————————

Sehen:

Pacific Rim [BluRay]
Große Ungeheuer klettern aus dem Meer und fressen Städte auf. Das einzige was der Menschheit einfällt: Turmhohe Roboter bauen und sich mit den Monstern prügeln.
- Die Grundidee ist total Banane, aber letztlich auch egal – die Umsetzung der riesigen Roboter und der ekligen Monster ist super, da fallen selbst die Abziehbildcharaktere oder der Storyschwachsinn nicht auf. Zudem ist -anders als etwas “Transformers”- alles so gefilmt, dass man der Action auch folgen kann und wirklich alles episch wirkt. So gut unterhalten fühlte ich mich im Krachwumm-Genre schon lange nicht mehr!

———————————————————————————————————————————————————

Spielen:

Assassins Creed IV: Black Flag [XBOX 360]
Assassinen und Templer im Piratensetting? Da war ich doch sehr skeptisch. Tatsächlich wird der epische Konflikt der beiden klandestinen Parteien in “Black Flag” gar nicht ausgeführt. Edward Kenway klaut einem abtrünnigen Assassinen die Uniform, Peng. Das war´s fast schon. Assassinen kommen im Spiel nur als verschrobene Eingeborene mit Mönchskapuzen vor, die Templer als ebenso gepuderte wie blasierte Spassbremsen ohne jede Gefährlichkeit. Die Story um Edward ist bestenfalls löcherig und mit so großen Sprüngen und so knapp erzählt, dass sie kaum Sinn ergibt.

Machen wir uns nichts vor, “Black Flag” ist ein Reboot der Serie. Weg vom storygetriebenen Actionadventure aus Teil II, das mich zum Fan hat werden lassen, hin zu einem Open World Titel, bei dem die Welt der Rahmen ist und Handlung nur am Rande passiert. Das “Black Flag” dennoch funktioniert und einen Heidenspaß macht, liegt an genau dieser Welt: Die Karibik des Jahres 1715 ist wunderschön und organisch, es gibt viel zu tun was sich gut einfügt und überhaupt: So detailverliebt hat man noch kein Seefahrtspiel erlebt. Wenn man mit seiner Brig zwischen den Inselchen rumsegelt und die Crew anfängt alte Shanties zu singen, wird um so schmerzhafter bewusst was “Assassins Creed III” alles falsch gemacht hat. Der historische Teil funktioniert also, auch wenn ausgerechnet der so wichtige Teil der Erzählung schwach ist. Dabei ist die Geschichte eigentlich spannend, sie wird nur schlecht inszeniert.

Das durchwachsene Lob gilt leider nicht für die Gegenwart, die schlicht unterirdisch ist: Mit Desmonds Tod haben die Designer nicht nur zwei Handlungsstränge, sondern gleich eine ganze Interaktionsebene beerdigt. Der Spieler spielt nun in Egoperspektive einen namenlosen und stummen Angestellten von Abstergo, der die Erinnerungen von Desmond sichtet, auf der Suche nach Material für – ein Spiel.

WTF? Statt in der Gegenwart von Templern gejagt zu werden, läuft man nun im Schneckentempo und first Person durch Büroräume und lauscht Leuten mit französischem Akzent? Tatsächlich steht Abstergo im Spiel nun für Ubisoft und bringt im Spieluniversum selbst “Assassins Creed” Spiele raus.

Klar, dass dieses, übrigens in “Liberation” begonnene, Setting nicht für 5 Cent funktioniert – als Spieler WEISS man schon, dass Abstergo die Templer sind, auch wenn der Spielercharakter unwissend ist. Und man weiß ebenso, dass die “Assassins Creed”-Spiele, die im Spiel rumliegen, nicht die sein können, die man selbst gespielt hat. Ich fürchte, die Storyautoren haben sich hier keinen Gefallen getan – ich fürchte hier den “Lost”-Effekt, wo am Ende auch kein epischer Mindfuck stattfand, sondern lediglich deutlich wurde, dass die Autoren keine Ahnung hatten, wohin sie mit ihrem Storygerüst wollten. Zudem tut man sich NIE einen Gefallen, wenn man weit hergeholte Geschichten plötzlich selbst nicht mehr ernst nimmt. Die Grundprämisse von AC war immer die Zeitreise in das eigene genetische Gedächtnis und die inhärente Bedrohung durch übermächtige Templer – das wird hier einfach über Bord geschmissen, und durch etwas ersetzt, das wie eine schlechte Parodie wirkt.

Fazit: AC4 ist beileibe kein schlechtes Spiel, im Gegenteil, es macht eine Menge Spass und ist LANG. Aber es ist schlecht erzählt, und der übergreifende Handlungsbogen fährt gerade gegen die Wand.


Remember me [PS3]
Im Jahr 2064 trägt jeder Mensch eine Gedächtnisschnittstelle. Unliebsame Erinnerungen lässt man fix mal löschen, schöne Erinnerungen sind Handelsware. Nilin ist eine Erinnerungsjägerin und kann Erinnerungen anderer stehlen oder manipulieren. Bis sie eines Tages in der Todeszelle aufwacht, ohne zu wissen warum – weil ihr selbst jemand die Erinnerung gestohlen hat.

“Remember me” ist in vielen Einzelheiten das großartigste Spiel diesen Jahres. Das Setting ist neu und unverbraucht. Die Story ist ein Mix aus Total Recall und Blade Runner, beginnt beklemmend und steigert sich ins Uber-epische. Das Artwork ist großartig und wurde eindeutig von Blade Runner, Matrix und Deus Ex inspiriert. Hier stimmt fast alles: Von der Gestaltung der Menüs über den Grafikstil bis hin zu den Texturen: Überall staunt das Auge. Allein wie Neo-Paris hier in Szene gesetzt wird, mit diesem Mix aus alter Bausubstanz und futuristischen Gebäuden, ist eine Augenweide.

Leider kann die Spielmechanik nicht mit der intelligenten Geschichte und der schönen Verpackung standhalten, mehr als ein wenig Hüpfen und Prügeln gibt es nicht zu tun. Spannend wird es dann, wenn Nilin in das Gedächtnis anderer Personen eingreift und deren Erinnerungen verändert, was sich unmittelbar auf das Verhalten der Person in der Gegenwart ausübt. Die Resultate sind überaus interessant: Eine unbesiegbare Gegnerin wird durch veränderte Erinnerungen plötzlich zur Freundin, eine Misanthropin wird zur Wohltäterin, usw.

Pacing und Immersion werden leider dadurch aus dem Tritt gebracht, dass das Spiel einen Overhead aus Optionen mitbringt und in den ersten Spielstunden alle zwei Minuten etwas neues einführt. “Remember me” benimmt sich dabei wie ein ADHS-Kind im Spielwarenladen, das einem tausend Sachen gleichzeitig zeigen will. Manchmal möchte man nur rufen “Jetzt lass mich endlich in Ruhe und mich erst einmal eine Sache vernünftig lernen”. Dann aber wird das Spiel muksch, was man auch merkt: Die Kämpfe sind mitunter viel zu lang und nervig schwer, aber immer machbar. Lohnend ist das Game aber allemal, selten fühlt man sich nach dem Ende der Geschichte so zufriedengestellt.

Tip: Playstation Plus-Abonenten erhalten “Remember Me” im Moment kostenlos. Oder andersherum: Ein Jahr Playstation Plus, bei dem man alle paar Wochen kostenlose Spiele bekommt, kostet genauso viel wie “Remember me” auf dem Gebrauchtmarkt.

———————————————————————————————————————————————————

Machen: Nicht wirklich viel, kurz vor Jahresende steht halt viel Arbeit an. Außerdem macht sich winterschlafmäßige Unlust breit.

———————————————————————————————————————————————————

Neues Spielzeug: Ein neuer, großer Rucksack, der gleichzeitig auch Reisetasche ist. Musste sein, beim Alten platzen die Schnallen weg.

———————————————————————————————————————————————————

Archiv Momentaufnahmen ab 2008

 
3 Kommentare

Geschrieben von - 28. November 2013 in Momentaufnahme

 
 
Follow

Erhalte jeden neuen Beitrag in deinen Posteingang.

Schließe dich 34 Followern an