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Archiv der Kategorie: Gnadenloses Leben

Blogbilder vom Eiffelturm bei Nacht

Allgemein gilt: Wenn Du Bilder ins Internet stellst, dann nicht ohne Erlaubnis desjenigen, der die Rechte am Bild hat. Schreibt man z.B. einen Blogartikel und packt irgendein Bild dazu, was man über die Google-Bildersuche gefunden hat, kann es ganz schnell sein, dass man eine Abmahnung im Briefkasten hat. Dabei müssen das nicht mal künstlerisch wertvolle Bilder sein. Zu trauriger Berühmtheit kam etwasdie Seite “Marions Kochbuch”, die Leute teuer abmahnen liess, weil die Bilder von trockenen Brötchen weiterverwendeten. Das kann sehr schnell sehr teuer werden.

Rechteinhaber sind meist entweder Agenturen oder Firmen, die Nutzungsrechte an Bildern gekauft haben, oder die Urheber selbst. In Deutschland ist es so, dass das Urheberrecht nicht abgegeben werden kann. Habe ich ein Bild gemacht, bin ich auf ewig Urheber davon. Also sollte man am Besten nur eigene Bilder ins Netz stellen, dann kann einem keiner was.

Zumindest in Deutschland, und zumindest so lange, wie man keine Persönlichkeitsrechte verletzt. Das berühmte “Recht am eigenen Bild” ist ein Mythos, der in die Kategorie Persönlichkeitsrecht fällt, aber das ist ein Thema für sich.

Neben Persönlichkeitsrechten haben wir in Deutschland noch was, dass ich bislang noch nicht kannte: Die Panoramafreiheit. Die besagt, stark verkürzt, dass man alles fotografieren und veröffentlichen darf, was man vom öffentlichen Raum aus sehen kann. Ein Gebäude von der Straße fotografieren – kein Problem. Anders sieht es aus, wenn man auf Privatbesitz ist, dann braucht man ggf. die Erlaubnis des Besitzers, aber generell gilt: Wenn ich von der Straße aus z.B. das Brandenburger Tor fotografiere, dann darf ich das auch veröffentlichen. Und Urheber bin ich sowieso.

Auf die Idee, dass das in anderen Ländern anders sein könnte, bin ich nie gekommen. Erst als Svenja am vergangenen Samstag schrieb

“Nimm lieber die Fotos vom Eifelturm bei Nacht aus dem Artikel, dafür kann man abgemahnt werden (leider kein Witz)”

ging ich dem mal nach. An dieser Stelle nochmal ganz herzlichen Dank, Svenja! Und tatsächlich: In Belgien und Frankreich ist es so, dass es keine Panoramafreiheit gibt. Man darf nicht einfach Gebäude und Kunstwerke auf der Straße knipsen und veröffentlichen. Wer in Brüssel das Atomium fotografiert und die Bilder öffentlich macht, hat schneller eine Abmahnung im Briefkasten als er “Fritten mit Mayo” sagen kann. Und es wird noch schlimmer: Nach französischer Rechtsauffassung ist es so, dass derjenige, der das Foto gemacht hat, nicht der Urheber ist. Sondern derjenige, der das Bauwerk geschaffen hat. Absurd.

Im Fall des Eiffelturms ist es nun so, dass Gustave Eiffel schon lange genug tot ist, als das er Urheber MEINER Bilder sein könnte. Deshalb darf man den Eiffelturm fotografieren wie man will und die Bilder veröffentlichen bis das Netz qualmt. Das gilt aber nur für Bilder des Turms bei Tag, denn die Beleuchtung des Turms bei Nacht ist neuer und als eigenständiges Werk geschützt. Die Rechte hält die SETE (Société d’Exploitation de la Tour Eiffel), eine Firma, die der Stadt Paris gehört und mit deren Behörden zusammenarbeitet. Ohne deren Erlaubnis darf man keine Bilder des Turms bei Nacht veröffentlichen:

“Permission and rights must be obtained from the “Société d’Exploitation de la Tour Eiffel” (the Operating Company, or SETE) for the publication of photos of the illuminated Eiffel Tower.”

heißt es auf ihrer Website. Also habe ich da mal freundlich bei documentation@toureiffel.paris nachgefragt, und dann passierte erstmal 5 Tage – nichts. Dafür stieg der Traffic aus Frankreich auf diesem Blog an zwei Tagen stark an, entweder die Firma oder eine Behörde hat sich hier also umgesehen. Heute kam nun folgende Mail:

Hello Silencer,
Obviously you have the right to share the pictures as long as it’s not with commercial issues.
Moreover, you have to put the copyright : “ Tour Eiffel – illuminations Pierre Bideau “ on it.
Best regards,

SETE

Das bedeutet, ich darf die Fotos hier im Blog veröffentlichen, wenn ich einen entsprechenden Hinweis auf das Copyright der Beleuchter setze. Das freut mich natürlich, und ist eine gute Nachricht, aber kein Freibrief für andere Blogger.

Ganz so “obvious” ist das mit den Rechten nämlich dann doch nicht. Wann bewegt man sich im Bereich von “Commercial Issues”? Wenn ich mein Produkt mit den Bildern bewerbe ganz sicher. Aber sind wir auch schon im kommerziellen Rahmen, wenn ich die Bilder auf einer Blogbplattform wie WordPress.com oder blogger.com verwende? Immerhin wird in normalen Blogs Werbung vom Plattformbetreiber eingeblendet. Oder wie ist das, wenn ich ein Modeblog habe und ständig Haarpflegeprodukte empfehle? Ist das dann ein Werbeumfeld?

Hier ist man also schnell wieder in einer Grauzone, in der alles Auslegungssache ist. Für mich spielt das zum Glück keine Rolle. Hier im Blog gibt es nicht mal Affiliate Links von meiner Leseliste, und tatsächlich ist es so, dass ich im Jahr 140 Euro an WordPress.com bezahle, damit die hier keine Werbung anzeigen. Von daher also alles gut, und ab jetzt gibt es wieder Bilder vom Turm bei Nacht im letzten Artikel, und auch der Teaser ist wieder öffentlich zugänglich.

 
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Verfasst von - 24. April 2015 in Gnadenloses Leben

 

Schlag in den Nacken

Da gehe ich ganz gemütlich die Straße entlang und plötzlich macht es KLATSCH und ich kriege so einen Schlag in den Nacken, dass ich mich im nächsten Moment auf allen Vieren auf dem Bürgersteig wiederfinde.

Was war geschehen? Der Nachbar weiter die Straße hoch ist Gärtner und war auf dem Weg nach Hause. Auf der Ladefläche seines Transporters hatte er Bündel von Weidensträucher geladen. Zwei davon waren umgekippt und ragten nach links über das Fahrzeug hinaus. Während er also ganz normal die Straße langfuhr, rauschte seine Ladung in Kopfhöhe über den Gehweg.

Dorf, ey. Kannste Dir nicht ausdenken.

(Mir ist nix passiert, zwiebelte nur noch 5 Minuten)

 
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Verfasst von - 21. April 2015 in Gnadenloses Leben

 

Momentaufnahme: März 2015

Herr Silencer im März 2015
SCHNIEF.

Wetter: Stark wechselhaft. Zu Anfang normaler März, leichte Plustemperaturen, stetig steigend. Mitte des Monats heftige Schwankungen: Nachts Minusgrade, tagsüber 15 Grad. Dann einen Tag Sonnenschein, den anderen Schneefall. Am Montatsende unfreundliches Sturm/Regenwetter bei einstelligen Temperaturen.
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Lesen:

Erich Maria Remarque: Im Westen nichts Neues [Kindle]
Paul Bäumer bekommt von seinen Lehrern eingeimpft, dass er zur Ehrenjugend gehört und es seine Pflicht ist, in einen kurzen Krieg gegen Frankreich zu ziehen. Er meldet sich freiwillig und wird in die Vernichtungsmaschinerie des ersten Weltkriegs hineingezogen. Das endlose Sterben um ihn herum macht es ihm unmöglich weiter als Mensch zu funktionieren.
Ein Roman, sicher, aber Remarque erlebte den ersten Weltkrieg ab 1917 tatsächlich an der Front mit. Seine Erlebnisse und die von anderen, die er im Lazarett notierte, sind in dem Buch zusammengeführt. Bedrückendes Zeitdokument über den ersten Weltkrieg und was der Krieg mit Menschen anstellt.

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Hören:

Femme Schmidt: Femme Schmidt [CD]
Tolle Jazzstimme, aber auf diesem Erstling stimmt der Stil noch nicht so ganz. Die zwischenzeitlich erschienenen Singles “Heart shaped Gun” und “Kill Me” schlagen da bessere Töne an. Vielleicht braucht Frau Schmidt noch bis zum nächsten Album, um zu sich selbst zu finden (wie ich diese Formulierung verabscheue, aber hier passt sie).

Klaas Heufer-Umlauf, Jan Böhmermann: Förderschulklassenfahrt [MP3]
Die Klasse 9c der Claudia-Nolte-Förderschule Vechta macht eine Klassenfahrt nach Berlin. Mit dabei: Zwei Inklusionsschüler, Jerome, Frau Retkowski und der irre Bogdan. Der zweite Teil spielt ein Jahr später: Die Personen sind allesamt nicht mehr an der Schule, treffen sich aber unvermittelt in einem Freizeitpark.
Was kommt dabei raus, wenn zwei der größten Talente im deutschen Fernsehen zusammenkommen und ein “Eventhörspiel” improvisieren? Na klar: Quatsch. Stellenweise ganz guter Quatsch, der mich beim Hören giffeln lies, etwa wenn Jerome die Theorie entwickelt, dass Coolness von Schwerkraft beeinflusst wird und beim beschleunigen im Bus herumschwappt, weswegen die coolen Leute immer hinten sitzen. Über lange Strecken hinweg ist es aber unschöner Quatsch. Gerade die Darstellung der behinderten Mitschüler ist unterträglich, unlustig und einfach nur nervig. Zudem sind die Hörspiele mit 60 Minuten sehr kurz und hören unvermittelt auf. In jedem Fall das Geld nicht wert, selbst wenn man die beiden Autoren mag.

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Sehen:

House, Staffel 8 [DVD]
Serie über einen Arsch, der zufällig ein gutes Gespür für Diagnosen hat. Nachdem zum Ende von Staffel 7 wieder mal alles den Bach runtergegangen ist sitzt Dr. House nun tatsächlich im Gefängnis. Natürlich kommt er da wieder raus und schafft es irgendwie sogar zurück in die Klinik, aber diesmal ist er so weit über alle Grenzen hinausgegangen, dass die Konsequenzen schlimm sind: Cuddy ist weg, das Team aufgelöst und das Ende naht.
Wow. Was für ein Abschluss einer gelungenen Serie. Die achte Staffel dreht nochmal voll auf, zeigt einen House in ekliger Hochform und bietet ein Ende, das anders nicht hätte sein können. Sehr toll.

I, Frankenstein [BluRay]
Frankensteins Monster lebt schon 250 Jahre und jagt in der heutigen Zeit Dämonen. Die dritte Fraktion in diesem geheimen Krieg ist ein Clan von waffentragenden Engeln, die als Gargoyles Wache auf der Erde halten. Als der Oberdämon beschließt mit Frankensteins Formel Zombies zu erschaffen, kommt es zur offenen Schlacht.

Bei manchen Filmen kann ich mir genau vorstellen wie sie zustande gekommen sind. Im Falle von “I, Frankenstein” hat irgendein 5jähriger eine Geschichte um Frankenstein, Zombies, Dämonen, Gargoyles und Engel mit Wachsmalstiften zu Papier gebracht und ist damit stolz zu seinem Papa gelaufen. Weil der ein arabischer Scheich war und Sohnemann einen Gefallen tun wollte, hat er eine Produktionsfirma, Bill Nighy und Aaron Eckhart gekauft und einen Film daraus gemacht. Ich habe ja großen Spaß an kruden Stories (bin der einzige lebende Fan von “Van Helsing”), aber hier macht es die grauenvolle Inszenierung kaputt. Der Film hat überhaupt kein sinnvolles Pacing, die Effekte sind unterirdisch, und in der Summe hat man immer wieder das Gefühl, hier einer überlangen Folge “Buffy” beizuwohnen, nur ohne clevere Dialoge oder sympatische Charaktere.
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Spielen:

Valiant Hearts: The Great War [PS4]
Ein junger Deutscher heiratet eine Französin und beginnt ein Leben als Bauer in Frankreich, als der erste Weltkrieg ausbricht. Er wird des Landes verwiesen und muss für Deutschland in den Krieg ziehen, wo er grausamerweise seinem Schwiegervater im Grabenkrieg gegenübersteht. Währenddessen erleben eine belgische Krankenschwester, ein amerikanischer Fremdenlegionär und ein Sanitätshund andere, aber nicht minder schlimme, Abenteuer.

“Valiant Hearts” ist ein Sideproject von Ubisoft. Der Publisher nutzt seine Cashcows wie “Assassins Creed” und die “Far Cry”-Serie, um solche kleinen Spieleperlen zu entwicklen, die sich dann auch schonmal mit schwierigen Themen befassen. Valiant Hearts möchte die Geschichte und das Grauen des ersten Weltkriegs durch persönliche Geschichten vermitteln, und tut das über Comicgrafik, sanfte Klaviermusik und simple Rätselspielchen. Dazwischen gibt es jede Menge Fakten über den großen Krieg. Der Spagat zwischen bewusst anspruchslosen und einfachen Spielelementen und ernster Erzählung gelingt leider nicht immer, aber immer noch gut genug um emotional zu berühren und Wissen zu vermitteln. Wer alles liest, lernt viel – Valiant Hearts ist einen spielerische Geschichtsstunde. Hut ab vor diesem Experiment, die Welt braucht mehr Spiele wie Valiant Hearts.

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Machen:
Krank sein, das erste Mal in drei Jahren. Bäh.
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Neues Spielzeug:

Neue Reifen für´s Mopped, wieder Pirelli Angel GT.

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Archiv Momentaufnahmen ab 2008

 
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Verfasst von - 30. März 2015 in Momentaufnahme

 

Aus, Schluss, Vorbei

Ich bin mit meiner alten Bank schon lange unglücklich. Dokumentiert ist das hier in der “Könn´se nich´ mal vorbeikommen”-Anthologie. Spätestens nach der Geschichte, in der sich die Bank wie ein gekränkter Bürstenverkäufer aufführte hätte ich eigentlich in den Sack hauen sollen. Habe ich aber nicht.

Ich verlegte zwar mein Girokonto zu einer anderen Bank, behielt das alte aber noch – auch aus Nostalgiegründen, aber vor allem weil eine Mastercard, die ich als Zweitkarte für Notfälle habe, an dem Konto hing. Über das alte Konto lief quasi kein Zahlungsverkehr mehr, und ich konnte Monat für Monat dabei zugucken wie der geringe Betrag auf dem Konto weniger wurde. Jeden Monat genehmigte sich die Bank 3,50 Euro Kontoführungsgebühren. Wenn ich mal wieder vergaß Kontoauszüge zu ziehen – was bei einem Konto ohne Bewegung schnell passiert – auch gerne das doppelte. Wegen der “Erstellung von Zwangsauszügen”, die per Post zugestellt werden.

Ende letzten Jahres erhöhten sich diese Gebühren nochmal ordentlich, aber dafür wird jetzt auch weniger Leistung geboten. Am ärgerlichsten sind die neuen “Online Kontoauszüge”. Ich hatte gehofft, dass mit denen dieser Zwangsauszug-Blödsinn vorbei wäre und staunte nicht schlecht, als mir SCHON WIEDER welche per Post zugestellt und doppelte Gebühren abgebucht wurden.

“Weil sie die nicht quittiert haben”, sagt die Bankmitarbeiterin am Telefon. WTF? “Ja, sehen sie, wenn sie die nicht online quittieren, müssen wir die ausdrucken und per Post schicken” Aha. Und warum nötigt mich die Bank zu andauernden Logins und Klickereien? “Aus rechtlichen Gründen.” Interessant, und wieso müssen andere Banken das nicht? “Ja, äh, die haben vielleicht ein anderes System?” Ist aber schon interessant, wie graue, alte Herren in Hinterzimmern Produkte entwickeln, die so völlig an der Zeit vorbeigehen.

Aus, Schluss, vorbei. Ich habe die Faxen dicke. Nach 30 Jahren wird das nun das Konto gekündigt. Um weiterhin eine Notfallkreditkarte zu haben, ist eine Mastercard bei der Bahn beantragt. Die kommt mit einem dicken Packen Zusatzleistungen, kostet die Hälfte der Kontoführung bei der alten Bank und das beste: Ich muss nicht dauernd irgendwas quittieren, runterladen oder ausdrucken.

Schade ist es schon, nach so langer Zeit wegzugehen, aber die Bank hat sich wirklich alle Mühe gegeben mich zu vergraulen.

 
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Verfasst von - 16. März 2015 in Gnadenloses Leben

 

Let there be LED

“Wir haben alle Beleuchtungselemente gegen LEDs ausgetauscht, und damit sparen wir pro Jahr 400.000 Euro Stromkosten ein”, sagt die Führerin im Aquarium von Genua und freut sich sichtlich. Ob über die Stromeinsparung oder darüber, dass die Aussage den gewünschten Effekt hat und das Publikum beeindruckt murmelt, ist nicht erkennbar.

LED-Lampen sind ja auch super. Hell, geringer Stromverbrauch, kurze Schaltzeiten und, anders als ihre bucklige Verwandschaft, die Energiesparlampe, nicht giftig. Energiesparlampen enthalten Quecksilber, die sind nach Gebrauch als Sondermüll zu behandeln und müssen bei der Giftannahmestelle vorbeigebracht werden. Kein Witz.Natürlich donnern alle Leute alte Energiesparlampen in Altglascontainer. Vermutlich sterben uns in den nächsten Jahren die Altglascontainersammler alle an Quecksilbervergiftung weg.

Mit LEDs kann das nicht passieren. Also alles super? Eigentlich ja, aber… LED-Lampen haben sich rasend schnell verbreitet (was gut ist), und in einigen Bereichen wurde vorher einfach nicht nachgedacht. In den USA stellte man in diesem Winter erstaunt fest, das LEDs kaum Wärme produzieren. Hätte man vorher wissen können, fiel aber erst auf, als sich pappiger Schnee auf Ampeln festsetzte und nicht, wie bei konventionellen Leuchtmitteln, wegtaute. Damit waren die Lichtsignalanlagen effektiv verdeckt und es gab haufenweise Unfälle. Hier hatte man schlicht vergessen das Ampeldesign anzupassen.

Das beste Beispiel habe ich vor der Haustür. In Mumpfelhausen wurde im vergangenen Jahr die Straßenbeleuchtung auf LEDs umgestellt. Auf superhelle LEDs, die warmes Licht verbreiten. Das ist dem Tageslicht nicht unähnlich. Für mich war das seltsam, aber die Tierwelt hat es ganz aus der Bahn gekickt. Vögel singen nun auch des Nachts, weil sie nicht mitkriegen dass die Sonne untergegangen ist. Am Schlimmsten aber hat es den Hahn getroffen, der gegenüber meines Schlafzimmerfensters wohnt. Das arme Tier sollte ja zum Sonnenaufgang mit Gejodel anfangen, aufgrund der komischen Lichtverhältnisse beginnt er manchmal schon um Mitternacht, spätestens aber um 03.00 Uhr Morgens mit seinem durchdringenden “Kickerikiii”. Und das ist harte Arbeit, denn er macht das alle 10 Sekunden und bis zum späten Nachmittag. Das Viech bekommt kaum noch Schlaf und stirbt vermutlich bald an Burnout. Nunja, in dem Fall könnte ich mal wieder ohne Ohrenstöpsel schlafen.

Das ist aber alles kein Grund LEDs doof zu finden. Ich habe gerade gestern die letzte konventionelle “Birne” entsorgt und gegen ein LED-Leuchtmittel ausgetauscht. Ich will nämlich auch 400.000 Euro im Jahr sparen. Sie dürfen jetzt beeindruckt Murmeln.

 
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Verfasst von - 6. März 2015 in Gnadenloses Leben, Skurril

 

Momentaufnahme: Februar 2015

Herr Silencer im Februar 2015
Ich. Will. SOMMER!

Wetter: Zu Beginn einstellige Plustemperaturen, Mitte des Monats leichte Minustemperaturen und Schnee. In der vierten Woche Sonnenschein und Schnee abwechselnd bei knapp über Null bis 10 Grad.
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Lesen:

Tim Parks: Italian Neighbours: An Englishman in Verona [Kindle]
Der Engländer Parks zieht in ein Mehrfamilienhaus im Veneto und versucht sich mit den Eigenheiten der italienischen Nachbarn, der italienischen Gepflogenheiten und der italienischen Volksseele auseinander zu setzen.
Parks erreicht in seinem Erstling noch nicht das fein-ironische Niveau seiner späteren Werke. “Neighbours” hat deutliche Längen, bietet aber immer wieder Perlen an Alltagsbeobachtungen und interessante Erklärungen für Eigenheiten der Italiener, die nur aussenstehenden auffallen.

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Hören:

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Sehen:

House, Staffeln 6 und 7 [DVD]
Serie über einen Arsch, der zufällig ein gutes Gespür für Diagnosen hat.
Staffeln 6 und 7 kannte ich noch nicht. Erstaunlicherweise sind die gut – ich hätte erwartet, dass die Serie nach hinten raus krass schlechter wird.

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Spielen:

The Order: 1886 [PS4]
London im Jahr 1886, in einer leicht veränderten Realität. Die Tafelrunde existiert noch, und die modernen Ritter (und Ritterinnen) sind die schnelle Eingreiftruppe der Königin. Nikola Tesla baut ihnen Elektrogewehre und ähnliche Gadgets, mit denen sie das Empire gegen Vampire und Werwölfe verteidigen. Soweit das Tagesgeschäft, seltsam wird es, als eine Mordserie in Whitechapel beginn und Ritter Galahad Indizien für eine Verschwörung innerhalb des Empires findet. Er ermittelt auf eigene Faust und hat plötzlich seinen eigenen Orden zum Feind. Als Gejagter hat er keine Chance, also nutzt er sie.

Moderne Ritter! Steampunkwaffen! Luftschiffe! Schnauzbärte! London! Ein wenig “Assassins Creed”, viel “Underworld”, dazu ordentlich Steampunk: “The Order: 1886″ wartet mit einer zusammengeklauten, aber unterhaltsamen Story auf. Die ist allerdings vorhersehbar, wird gelegentlich holprig und nicht immer logisch erzählt und endet mit Cliffhangern.

Kern des Spiels ist die lineare Inszenierung. Ich bin ein großer Fan davon, weil man, anders als in dem Open-World-Krempel, Geschichten wirklich gut und dicht erzählen kann. “The Order” setzt dabei allerdings die Prioritäten nicht ganz richtig. Optik, Kamera und Schnitt sind auf Filmniveau. Auf der Strecke bleibt bei der cineastischen Erzählung das Gameplay. Viel zu oft muss man als Spieler nur einen Knopf zwischen zwei Zwischensequenzen drücken. Andere Passagen, in denen geschlichen und geschossen werden soll, sind dagegen deutlich zu lang und repetitiv, mit teilweise nervigen Speicherpunkten. Auch wenn die Grafik das bislang beste ist, was man bislang auf der PS4 gesehen hat, das Spiel ist dennoch keine Augenweide. Mit seinen vielen Bewegungsunschärfen und Farbfiltern ist die Optik schön, aber unterkühlt und zu dunkel, und in Kombination mit einem zu niedrigen Kamerafokus führt dazu, dass man als Spieler dauernd den Kopf verrenkt und denkt, man habe was an den Augen.

In der Summe ist “The Order: 1886″ eine schöne Idee mit einem tollen Szenario. Jetzt bitte noch ein wenig mehr Fokus auf eine gute Geschichte, eine vernünftige Steuerung und ein ordentliches Gameplay, dann wird da ein ähnlich erfolgreiches Franchise draus wie “Assassins Creed”. Ich freue mich auf jeden Fall schon auf “The Order: 1887″.

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Machen:
Kurzurlaub in Genua!

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Neues Spielzeug:

Diverse Batterien und Akkus und ein Garmin ZUMO 590, dass den TomTom Urban Rider ersetzen wird.

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Archiv Momentaufnahmen ab 2008

 
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Verfasst von - 27. Februar 2015 in Momentaufnahme

 

Vierzig

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Irgendwann im vergangenen Jahr kam mir plötzlich der Gedanke: An meinem nächsten Geburtstag, der zufälligerweise auch der vierzigste ist, möchte ich gerne am Leuchtturm von Genua stehen und ganz allein auf´s Meer hinausblicken. Genau das habe ich getan. Diese Zeilen entstehen in einem kleinen Hotelzimmer in Genua. Das Bild oben zeigt übrigens NICHT den Blick vom Leuchtturm aus, sondern die andere Seite von Genua. Der Leuchtturm steht inmitten eines Containerhafens, von dort aus kann man das Meer nur erahnen. Man lernt halt nie aus.

Ich meine, ich hätte mal irgendwann gelesen, dass man mit 40 innehalten und in den Spiegel sehen und sich dann fragen sollte, wie man seinem 8jährigen Ich erklären würde, was aus einem geworden ist.

Das soll wohl ein schockierender Augenöffner sein, nach dem Motto “Als Achtjähriger wollte ich Astronaut werden, und nun bin ich Büroangestellter und mache mir nur noch Gedanken darüber, wie ich die Reihenhaushälfte und den Passat abzahlen soll”. Nun, das trifft auf mich so nicht zu. Zum einen habe ich keinen Passat und zum anderen hatte ich als 8jähriger überhaupt keinen Plan was ich beruflich werden sollte. Vielleicht hätte ich Astronaut oder Pilot werden wollen, aber schon mit 5 klar war, dass solchen Karrieren aufgrund der schlechten Augen nichts werden würde. Ich wusste als achtjähriger nur eines: Ich wollte unbedingt volljährig werden. Weiter dachte ich nicht. Erstmal volljährig und unabhängig werden. Und dann? Sachen machen, halt. Ohne das wer dagegen was sagen kann. Was für Sachen, das wusste ich nicht, aber bis 18 war ja noch soooo lange hin, da würde sich schon was finden.

Tatsächlich habe ich dann mit 14 angefangen in Nebenjobs zu arbeiten, was mir ermöglichte sofort nach Abschluss der Schule von Zuhause wegzugehen. Nicht, dass ich es in meinem Elternhaus schlecht gehabt hätte, aber ich wollte auf eigenen Beinen stehen. Unabhängig sein. Das war ich dann auch. Tagsüber Studium, Nachts und am Wochenende im Systemgastrononmiemanagement arbeiten. Beides gehörte zu meinem Leben. Nur Studium hätte mich genauso irre gemacht wie nur Arbeit, aber beides zusammen, das war Balance und machte Spaß. Aber es gab halt nur das: Körperliche Arbeit und geistige Arbeit, aber immer Arbeit.

Irgendwann war auch das Studium vorbei, das dank vieler Experimente lange dauerte. Damals, vor Einführung der Bachelorstudiengänge, war es noch möglich über den Tellerrand zu schauen, und hey, ich war ja unabhängig und damit niemandem Rechenschaft schuldig.

Nach dem Studium hatte ich die Chance ein Hobbyprojekt zum Beruf zu machen, stark vereinfacht gesagt.Aber das ging mit der Pflicht einher, die Verantwortung für ein ganzes Unternehmen und alle darin beschäftigten Menschen zu übernehmen. Zum Glück war ich nicht allein, aber wir hatten damals etliche schlaflose Nächte. Ich hätte mich aber in den Hintern gebissen, wenn ich es nicht probiert hätte. Denn vor Verantwortung laufe ich nicht davon. Das Streben nach Unabhängigkeit und die Bereitschaft Verantwortung zu übernehmen, das sind wohl zwei Leitmotive in meinem Leben.

Ich war auch irgendwann bereit die Verantwortung für eine Familie zu übernehmen und habe das auch getan. Es war eine der schönsten Phasen in meinem Leben. Letztlich kam es dann vor dreieinhalb Jahren dazu, dass ich mich von vielem lossagte. Es war eine schwere und schmerzhafte Zeit, an deren Ende viele Taue gekappt waren.

Ich bin seitdem so unabhängig wie man es nur sein kann, ich trage privat nur für mich Verantwortung, und ich kann jetzt Sachen machen, und zwar was auch immer, ohne von Pflichten oder schlechtem Gewissen anderen gegenüber eingeschränkt zu werden: Ich kann an der Volkshochschule lernen was ich will, ich kann aus Spass an der Freude Themen meiner Wahl journalistisch oder wie auch immer angehen oder mich genauso gut am Abend in ein Videospiel vertiefen.

Ich kann tun und lassen was ich will, weil ich alleine bin. Das ist in der jetzigen Lebensphase genau das richtige und passt gut zu meiner Persönlichkeit: Ich bin eher introvertiert, d.h. ich kann gut und lange mit mir allein sein. Ich habe gerne Geheimnisse. Ich plane gerne. Also tue ich seit diesem Umbruch vor dreieinhalb Jahren etwas, dass ich vorher noch nie getan hatte: Nach kurzer Starthilfe sah ich mir die Welt an und machte Sachen. Wobei WELT relativ ist – ich mag Europa, und so lange der Körper noch mitmacht, möchte ich das intensiv erfahren. Deshalb baute eine Kawasaki zum Reisemotorrad um, nannte Sie Renaissance, passend zur Rückbesinnung auf den Menschen als Mittelpunkt, und ging mit ihr auf Reisen. Amerika kann ich mir auch noch ansehen, wenn die Kniegelenke nicht mehr mitmachen.

In den letzten dreieinhalb Jahren habe ich gut 25.000 Km durch Europa zurückgelegt, mit dem Motorrad und per Bahn. Ich habe neue Sprachen gelernt. Ich habe mir das Kochen beibringen lassen. Ich habe coole Plätze entdeckt und kenne mich jetzt in etlichen der faszinierendsten Städte unseres Kontinents so gut aus, das ich nicht nur keinen Stadtplan brauche, sondern auch weiß, wo es den besten Kaffee gibt.

Durch das Entdecken von anderen Orten habe ich auch viel über mich selbst rausgefunden. Ich bin verdammt gut in der Vorplanung und noch viel besser im Improvisieren. Ich bin im Laufe der zeit härter geworden, ertrage weniger Bullshit und trenne mich schneller von Allem, was mir nicht gut tut. Wenn ich mit etwas unzufrieden bin, dann jammere ich nicht, dann ändere ich es. Wenn ich etwas will, sorge ich dafür das es passiert. Der beste Beweis dafür ist, dass diese Zeilen in einem Hotelzimmer in Genua enstehen. Ich tue Dinge gerne alleine, weil ich dann weiß, dass alles nach meinen Vorstellungen läuft und ich mich nicht auf andere verlassen muss. Ich weiß nun was ich kann, komme mehr als gut alleine klar und habe meine Grenzen immer noch nicht wirklich gefunden und bin immer wieder erstaunt, was noch alles so geht.

Das ich nun vierzig geworden bin bedeutet mir nichts. Ich habe Leute in meinem Bekanntenkreis, die glaubten, dass damit quasi das Leben vorbei sei, und seit der großen 4 ihr wahres Alter verleugnen oder der Jugend hinterhertrauern. Um Himmels Willen, ich will alles, aber bloß nicht noch einmal jung sein. Ich bin froh, dass ich den ganzen Unsinnskram der Teen- und Twen-Zeit hinter mir habe. Ich bin froh, dass mein Leben so ist wie es ist. Ich bin in einer privilegierten Situation, das ist mir klar.

Das der Kilometerzähler nun auf eine runde Zahl umgesprungen ist hält den Motor nicht davon ab, weiter die beste Leistung zu bringen. Ich habe noch viel vor.

Ich glaube, mein achtjähriges Ich wäre ziemlich zufrieden mit mir.

 
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Verfasst von - 11. Februar 2015 in Gnadenloses Leben

 
 
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