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Archiv der Kategorie: Momentaufnahme

Momentaufnahme: Januar 2016

Herr Silencer im Januar 2016
Hust-Schnauf-Röchel. Krank gewesen, deshalb viel Zeit für Medienkonsum.

Wetter:  Bis Monatsmitte sowas wie Plusgrade, dann Temperatursturz auf -5 bis -15 Grad. Dabei meist trocken, nur wenig Schnee.
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Lesen:

Frank Panthöfer: Krad-Vagabunden – Licht- und Schattenseiten einer Weltreise, Teil 2: Süd-Ost-Asien, Himalaya, Orient und Resozialisierung [Kindle]
Der zweite Teil der Weltreise von Frank “Pany” Panthöfer und Freundin “Simon”. Wie der Name schon sagt: Es geht über die Inseln Süd-Ost-Asiens, Indien, Pakistan, den Iran und die Türkei bis zurück nach Deutschland. Im letzten Kapitel versuchen sich die Heimkehrer wieder in den deutschen Alltag einzufinden.

Wie schon bei Teil 1 angemerkt: Mir persönlich gefällt Panthöfers Schreibstil nicht. Zu Anfang ist die raubatzige Direktheit erfrischend, sehr schnell wird die Sprache aber dem Thema nicht mehr gerecht. Die Schattenseiten der Weltreise werden oberflächlich, aber häufig geschildert, während die schönen Erlebnisse stark verkürzt beschrieben werden – meist in Form von “wir werden mit einer tollen Aussicht belohnt”. Hätte mich ja schon mal interessiert, was genau an der Aussicht denn toll war. Das Buch ist voller solcher Verkürzungen und hinterlässt in der Summe den Eindruck, dass Pany die Hälfte der Zeit mit dem Kampf gegen Betrüger, korrupte Beamte und dem Flicken von Reifen beschäftigt war und stets vor dem Explodieren stand, während Simon quasi nur hinterherfuhr und ein paar Mal umfiel. Durch diese Gewichtung bleibt in der Summe der Eindruck zurück, dass Motorradreisen in erster Linie eine Qual ist. Über ein Reisetagebuch auf eine Weltreise mitgenommen zu werden ist toll, aber dem (mittlerweile hauptberuflichen) Autor wünsche ich einen guten Lektor, der hilft, die Erlebnisse in ansprechendere Form zu gießen – ich hätte mir ernsthaft eindrücklichere Beschreibungen und ein paar Fotos mehr gewünscht. [Update: Ich sehe gerade, dass es jetzt auch eine Special Edition des Buchs gibt, mit mehr Bildern]

Marc Haddon: The Curious Incident with the dog in the Night-time [Kindle]
Christopher ist 15 und Autist. Seit dem Tod seiner Mutter lebt er allein mit seinem Vater in der englischen Stadt Swindon. Er mag: Primzahlen, komplexe Formeln, Astronauten, allein sein, Sherlock Holmes-Geschichten, rote Dinge, seine zahme Ratte Toby und Wellington, den Hund der Nachbarin. Was Christopher nicht mag: Andere Menschen, berührt werden, laute Geräusche, Gefühle, Gedichte, Sir Arthur Conan Doyle, gelbe und braune Dinge. Christophers Tagesablauf ist streng in in Ritualen organisiert, das gibt ihm Sicherheit. Alles gerät durcheinander, als er eines Morgens den Hund Wellington tot auf dem Gehweg findet. Jemand hat den Hund mit einer Forke umgebracht, und Christopher ist fest entschlossen herauszufinden, wer das war. Auch wenn das bedeutet, dass er mit fremden Menschen sprechen muss.

Die Geschichte ist vollständig aus der Sicht von Christopher geschrieben. Das lässt die Leser tief eintauchen in die Art, wie ein autistisches Kind die Welt wahrnimmt und ist faszinierend, weil die Regeln, die Chrisopher sich selbst aufgestellt hat und nach denen er funktioniert, plötzlich sichtbar werden. Über die einfache Grammatik (Aneinanderreihung von Sätzen durch “und”) sowie den Verzicht auf die Schilderung von Emotionen, die Christopher nicht zu begreifen in der Lage ist, ist der Stil ziemlich einzigartig.

“The Curious Incident” ist ein bittersüßes Vergnügen. Das Buch ist überaus witzig.
Zwischen den einfachen Worten und Sätzen verbergen sich allerdings Abgründe. So schildert Christopher Ereignisse und Handlungen, die für ihn eine inhärente Logik aufweisen, die aus Sicht Außenstehender aber geradezu verheerend chaotisch wirken. Oder er verkürzt Dinge stark, weil sie für ihn nicht wichtig sind, man als Leser aber ahnt, dass sich hier in Wirklichkeit ein Jahre dauerndes Drama abgespielt haben muss, dass seine Eltern bis über die Grenzen hinaus belastet haben muss.

Ich habe das Buch vor 10 Jahren schon einmal und nun, als Vorbereitung auf das Musical, noch einmal gelesen. Zurück bleibt Mitleid mit dem Protagonisten genauso wie der Respekt vor dem Mut und den Strategien, mit denen er sein Leben meistert und eine Hochachtung vor dem Autor: Marc Haddon behandelt alle Charaktere in dieser sorgfältig erzählten Geschichte mit großem Respekt und gerät nie in die Versuchung, den leichten Weg zu gehen und zu verurteilen oder Partei zu ergreifen. Unbedingt lesen- nach den ersten Seiten kann man es nicht mehr aus der Hand legen! Auf Deutsch ist es erhältlich unter dem sperrigen Titel “Supergute Tage oder Die sonderbare Welt des Christopher Boone”.

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Hören:
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Die Sprechkabine [Podcast]
Timo Hetzel und Phillip Seidel reden über Dinge. Was ihnen gerade so einfällt. Ein klassischer Laberpodcast. Das Besondere: Beide Sprecher haben überaus angenehme und ruhige Stimmen, sind spontan wirklich lustig und dennoch immer fokussiert auf das, was sie gerade erzählen – anders als bei den Tim-Pritlove-Podcasts, bei denen man sich die Hälfte der Zeit fragt, ob der Host überhaupt geistig anwesend ist und nicht nebenbei Nachrichten guckt oder Kuchen backt.

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Sehen:

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Kingsman [Bluray]
Eggsy ist ein Teenager in England. Er ist clever, aber mit Schulbildung ist es nicht weit her. In der Perspektivlosigkeit der britischen Arbeiterklasse oszilliert er zwischen Kneipenschlägereien und der Trostlosigkeit von Sozialhilfebauten. Das ändert sich, als ein Gentlemen in feinem Tuch auftaucht und Eggsy für einen sehr geheimen Geheimdienst rekrutieren will: Die Kingsmen.

So sähe “Bond” im Jahr 2015 aus, wenn man in nicht in ein weinerliches Weichei rebootet hätte, das Buchhaltern und Immobilienmaklern hinterherlaufen muss. Bei “Kingsman” gibt es sie noch, die megalomanischen Superverbrecher (ein lispelnder und nur schwer zu ertragender Samuel L. Jackson), eine weltweite Verschwörung zum Untergang der Zivilisation, riesige Setpieces und Actionszenen und dazu mit “Gazelle” (Sofia Boutella) die coolste, schrägste und tödlichste Bodyguard seid Odd Job.

Die Britishness ist far over the top und mit Michael Caine UND Colin Firth fast schon zu gut besetzt. Ab der Hälfte des Filmes agiert Firth ein einer ungewohnten Rolle: In einer atemberaubenden und scheinbar ohne Schnitt gedrehten Sequenz muss er sich als Actionstar behaupten, und richtet dabei das größte Gemetzel an, dass man seit “300” auf der Leinwand gesehen hat. Die Geschichte hinter dem Ganzen ist zudem überaus clever, so daß sich zusammengefasst sagen lässt: “Kingsman” ist pure, seeligmachende Unterhaltung für alle, die als Kind die Abenteuer von 007 toll fanden.

Morgen hör´ ich auf [ZDF]
Jochen Lehmann hat finanzielle Probleme. Der Familienvater hat die Druckerei seiner Schwiegereltern übernommen und den Laden an die Wand gefahren. Als die Bank ihm einen weiteren Kredit verwehrt, sieht er in seiner Verzweifelung nur einen Ausweg: Er nutzt die modernen Maschinen seiner Firma, um ein paar Scheine Falschgeld herzustellen. Nur ein paar, da ist er sich sicher, und morgen hört er auf.

Im Vorfeld war die Serie als “das deutsche Breaking Bad mit Bastian Pastewka” angekündigt worden. Mit dem Vergleich haben sich die Macher keinen Gefallen getan, wie das kollektive Aufstöhnen genervter Kritiker und Serienfans zeigte. Zu schlecht sind die Erinnerungen an schlimme deutsche Plagiate von US-Serien. Machwerke wie “Hilfe, meine Familie spinnt” als Plagiat von “Eine schrecklich nette Familie” haben eine so traumatischen Eindruck hinterlassen, dass man sich auch mehr als 20 Jahre später noch an sie erinnert.

Dabei stimmt der Vergleich im Kern, denn hier wie da handelt die Geschichte von einem Normalo, der seiner Familie zuliebe in die Kriminalität abrutscht und immer tiefer in den Morast einsinkt, je stärker er versucht wieder herauszukommen. Darin liegt auch der Charme: Der Geschichte bei der Eskalation zuzusehen, die schon in Folge zwei vollkommen ausser Kontrolle gerät. Das Ganze Größtenteils gut gespielt und bedient sich technisch z.T. an der Machart des großen Vorbilds – was z.B. beim Schnitt und den Szenenteilern überaus erfrischend rüberkommt. Eine feine, 5-teilige Serie, die aktuell jeden Samstag Abend auf ZDF läuft, in der Mediathek abrufbar und ab dem 20.02. auf DVD und BluRay verfügbar ist.

Italy – Love it or Leave it [Watchever]
Rom. Das Journalistenpaar Luca und Gustav hat in den letzten Jahren den Wegzug ihres Freundeskreises erlebt. Hohe Lebenshaltungkosten, Monsterbürokratie, schlechtes Bildungssystem und hohe Arbeitslosigkeit treiben eine ganze Generation von Italienern ins Ausland. Die beiden müssen sich nun entscheiden: Verlassen auch sie das sinkende Schiff?

Der in Südtirol geborene und von Italien desillusionierte Gustav will, dass beide nach Berlin ziehen. Lucamöchte in Rom bleiben. Sie geben sich sechs Monate für die Entscheidung. In dieser Zeit reisen sie durch das Land und sehen sich vor Ort an, wie Italien nach 20 Jahren unter Berlusconi aussieht. Gustav zeigt die Schattenseiten auf, Luca versucht das Schöne zu finden, was ihm nicht leicht fällt.

Nach Besuchen vom Piedmont bis nach Sizilien und Gesprächen mit Politikern, Schriftstellern, Philosophen und Fließbandarbeitern stellen sie fest: Nach Außen ist Italien schön, aber alles hinter der Fassade ist runtergekommen und in schlimmen Zustand. Hoffnung gibt es nur in einzelnen Menschen: Denen, die nicht bereit sind, ihren Platz aufzugeben und zu flüchten, die gegen Korruption und für eine Zukunft kämpfen.

Der Film ist sehr persönlich, ohne dabei jemals die Distanz zu verlieren. Die Reise von Gustav und Luca zeigt Italien im Jahr 2013 ohne jede Schönfärberei: Zu Beton geronnenen Fördermittelbetrügereien werden ebenso wenig ausgelassen wie der wirtschaftliche Niedergang, das Wirken der N´Dragheta oder das Bild der Frauen in Berlusconis Sendungen. Aufgelockert wird das Ganze durch originelle und informative Animationssequenzen. Italienanfänger sind vielleicht geschockt vom Ausmaß der Probleme, Italienkenner freuen sich über die Hintergrundinfos und die ungewöhnlichen Bilder.

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Spielen:

AKsoI

Arkham Knight – Season of Infamy [PS4]
Vor der Ostküste Bleake Islands ist die “Iron Heights” abgestürzt. Das Luftschiff war ein Hochsicherheitsgefängnis und beherbergte u.a. Killer Croc, nun liegt es geborsten im Gotham River. Klar, dass sich der dunkle Ritter den entflohenen Insassen ebenso annimmt wie der Frage, wer eigentlich gerade Victor Fries erpresst, warum sich Mad Hatter freiwillig gestellt hat und was mit Ras al Ghul passierte.

“Sechs Monate lang ständig Nachschub an Content” versprach der Publisher und rechtfertigte damit den saftigen Preis von 40 Euro für den Season Pass zu “Arkham Knight”, verriet aber nicht, was genau dieser Content denn sein sollte. Eine fragwürdige Politik. Ich war skeptisch und habe da die Finger von gelassen, und das nicht bereut: Tatsächlich kam zwar im Monatstakt neuer Downloadable Content (DLC), aber der war Mist: Ein paar Challengekarten und Storymissionen mit einer Länge von 15 Minuten rechtfertigen keine Ausgabe in der Höhe.

“Season of Infamy” ist da zum Glück anders, da stecken mehrere Stunden Spielspass und echte Stories drin, die sich auch direkt in das Hauptspiel integrieren – mit einer kuriosen Folge: Um nach der Installation das Knightfall-Protokoll auszulösen, muss man das Spiel nicht mehr zu 100, sondern zu 120 Prozent schaffen. Einzeln lässt sich die Erweiterung für 9,99 Euro kaufen, und das ist sie in jedem Fall wert.

wiiihos

The Witcher III: Hearts of Stone [PS4]
Geralt von Rivia hat ein Problem. Ein Kontrakt ist spektakulär schief gelaufen, und nun findet sich der Witcher eingekerkert im Bauch eines Schiffes wieder, auf dem Weg zu einem fernen Kontinent und seiner Hinrichtung. Da taucht ein Fremder an seiner Zelle auf und bietet Geralt freundlich lächelnd an, ihn aus seiner misslichen Lage zu befreien. Im Gegenzug verlangt er nur einen Gefallen. Geralt hat keine Wahl und willigt ein, stellt danach aber schnell fest, das hinter dem Fremden mehr stecken muss, als er auf den ersten Blick vermutet hat. Langsam, aber stetig wird deutlich, dass Geralt sich mit dem Teufel persönlich eingelassen haben muss. Der Witcher wird zu einer Spielfigur in einem Schachspiel mit dem Leibhaftigen, an dessen Ende er die Entscheidung fällen muss, was mit den Herzen aus Stein geschieht.

CD Projekt Red, die polnischen Entwickler von “The Witcher III”, sind ein Phänomen. Seit dem Erscheinen des Spiels im Mai vergangenen Jahres sind 13 Updates erschienen sind, die nicht nur Bugs fixten, sondern das Spiel in Sachen Usability verbesserten und um Spielmodi erweiterten. Dazu wurde ein halbes Jahr lang DLC verschenkt. Gut, nur Charakterskins und Ausrüstungsgedöns, dafür wollen andere Publisher Geld haben. CDPR dagegen pflegt das Spiel und verschenkt Content, um die Leute bei der Stange zu halten. Für “Hearts of Stone” wollten sie nun erstmals Geld haben. Das konnte man quasi blind investieren, denn wenn man das fantastische Hauptspiel kennt und weiß, das Kleinkram verschenkt wird, ist klar: Hier kommt etwas Großes, das sein Geld wert sein muss.

Das ist auch so: “Hearts of Stone” erweitert die Spielwelt von Witcher III um einen ganzen Landstrich, führt neue Charaktere und Mechaniken ein und ist für Spieler ab Stufe 32 gedacht (wer nach Abschluss der Hauptkampagne nicht so weit ist, wird automatisch hochgelevelt). Absolut fantastisch sind die Experimente, die im DLC gewagt werden: Ein kompletter Heist im “Oceans Eleven” Stil muss durchgezogen werden, ein Toter muss eine Party mitmachen und am Ende muss sich Geralt aus der Erinnerungswelt einer Toten befreien. Die Geschichte ist auf den Punkt geschrieben, abwechselungsreich und voller Anspielungen. So begegnet der Witcher einer Figur, die dem TOD aus den Scheibenweltromanen verdächtig ähnlich sieht – Bienenstöcke, Pferd und Katze inklusive. Vor der Geschichte und deren Inszensierung kann man nur den Hut ziehen, da stimmt einfach alles.

Rund 20 Stunden kann man im DLC verbringen. Anderswo wäre das ein Vollpreisspiel, bei CD Projekt Red gibt es das für 9,99 Euro. Die nächste Erweiterung ist schon am Horizont zu sehen: “Blood and Wine” soll ähnlich umfangreich wie “Hearts of Stone” werden und die Geschichte von Geralt von Rivia zu Ende führen.

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Machen:
Kranksein. Ausrüstung basteln.
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Neues Spielzeug:
Ein neues Mifi für´s Motorrad. Der Huawei 5377s ist mit 150 MBit ein rasend schneller LTE-Accesspoint für bis zu 10 Geräte, der auch als Fileserver taugt. Dabei ist das Ding viel kleiner als vergleichbare Modelle, bringt aber trotzdem noch ordentliche Akkulaufzeit mit. Auf sowas will ich im Ausland nicht mehr verzichten. Ob der Neue wirklich ein würdiger Nachfolger für den heiß geliebten E585 ist, wird sich bald zeigen.

huawei 5377

Archiv Momentaufnahmen ab 2008

 
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Verfasst von - 29. Januar 2016 in Momentaufnahme

 

Das war das Jahr, das war (2015)

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Im Januar schleppte mich über die Schwelle des neuen Jahres, ausgepowert und körperlich nicht wirklich gut drauf. Der Umzug im Dezember 2014 hatte Spuren hinterlassen, in Form von Erschöpfung und Fußaua. 2015 begann mit Schmerzen und wurde nur noch schlimmer. Geliebte Menschen im Umfeld wurden schlimm krank oder starben, und weltpolitisch konnte man 2015 Europa beim Auseinanderbrechen zusehen.

Trotzdem ließ ich mich nicht entmutigen und besuchte erst im Februar Mailand, Genua und Turin, im Sommer Norditalien und im Herbst folgte eine kleine Weltreise. Dazwischen ein kurzer Krankenhausaufenthalt, der das Fußaua beseitigte, mich aber für Monate zur Couchkartoffel werden ließ, die sich nur an Krücken rumbewegen konnte. Alles in allem: 2015 war persönlich kein schönes Jahr, aber es könnte alles viel schlimmer sein.

Und sonst noch?

Worte des Jahres: “the 02/11 is ok”

Einschneidenstes Erlebnis:
Einschneidend, im wahrsten Sinne des Wortes: Die Fußgelenks-OP. Nichts schlimmes, aber hat mich lange Zeit körperlich unbeweglich gemacht.

Zugenommen oder abgenommen? Im Schnitt gleich, aber in der Summe aktuell zugenommen.

Mehr Kohle oder weniger? Mehr, was sehr cool ist.

Mehr ausgegeben oder weniger? Gleich geblieben. In diesem Jahr war zwar kein Umzug zu stemmen, aber die Fahrzeuge brauchten erhöhten Pflegeaufwand, und auf Reisen ist Sparen doof.

Mehr bewegt oder weniger? Weniger, zwangsverordnet.

Die hirnrissigste Unternehmung? Erzähle ich in Kürze an dieser Stelle. Der Quatsch kostete enorm viel Nerven und Geld und irritierte Menschen in drei Ländern nachhaltig.

Ort des Jahres? Genua.

Die teuerste Anschaffung? Eine neue Brille. Sehr teuer, aber sehr gutes Stück.

Das leckerste Essen? Das schlichte Bauernessen in der kleinen Taverna von Granitsa.

2015 zum ersten Mal getan? Nach Asien gereist.

2015 nach langer Zeit wieder getan? Star Wars im Kino geschaut und dabei Spaß gehabt.

Drei Dinge, auf die ich gut hätte verzichten mögen? Die Fuß-OP, 5 Kilo mehr auf den Hüften, Nachmietersuche für Nachbarn im Dezember.

Gereist? Oh ja.

2015 war in einem Wort…? Beh.

Überraschendster Film des Jahres: Mad Max: Fury Road.

Album des Jahres: “Schmidt” von Femme Schmidt

Spiel des Jahres: “The Witcher III: The Wild Hunt”

Enttäuschung des Jahres: “Assassins Creed: Syndicate”

Buch des Jahres: Tery Pratchetts “The Shepherds Crown”.

Bestes Musikstück des Jahres: Ach, dazu habe ich zu wenig gehört.

Spielzeug des Jahres: Ein kleiner Elektrogrill, der den neuen Balkon gleich nochmal viel angenehmer machte und so manche Abendstunde lecker gestaltete.

Die meiste Zeit verbracht mit…? Arbeit-Planung-Reisen, in der Reihenfolge und guter Mischung.

Die schönste Zeit verbracht damit…? Fremde Orte zu erkunden.

Vorherrschendes Gefühl 2015? Die Welt zerfällt und ich gleich mit.

Erkenntnis des Jahres: Bestimmte Landschaften können Glücksgefühle auslösen.

In diesem Sinne: Ich wünschen einen guten Start in ein tolles 2016!

 
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Verfasst von - 30. Dezember 2015 in Momentaufnahme

 

Momentaufnahme: Dezember 2015

Herr Silencer im Dezember 2015
Mein Mitgefühl gilt tapferen Paketbotinnen und Paketboten dieser Republik.

Wetter:  Absurd warm, teilweise bis zu 15 Grad (und damit doppelt so warm wie manche Tage im Juni).
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Lesen:

Oliver Bowden: Underworld
Indien, 1860: Ethan Frye bildet eine jungen Adepten zum Assassinen aus. Sein Schüler ist der schnellste und geschickteste, den Frye jemals unterrichtet hat – doch beide scheitern auf spektakuläre Weise an ihrem Leben. Wenige Jahre später findet sich der Inder in London wieder. Namen- und Identitätslos hilft der “Geist” beim Bau der ersten U-Bahn der Welt.

Ach ja, die übliche Bowden-Auftragsarbeit zu “Assassins Creed: Syndicate”. Fluffig geschrieben, geschickt eingewobene Details der Zeit, ergänzt das Spiel um interessante Backstories. Kann man lesen, man kann es auch lassen. Der Unterschied ist derselbe.

Judith Flanders: The Victorian City: Everyday Life in Dicken´s London
Der Alltag in London zur Zeit der industriellen Revolution: Armut, Slums, Kinderarbeit sind die Schattenseiten einer Welt, die mit Siebenmeilenstiefeln den Weg zur Moderne entlangeilt.

Flanders ist Fan von Charles Dickens, und das schon über die Grenze zur Verehrung hinaus. Die Lobhudelei auf den Schriftsteller ist schwer erträglich, der Rest des Buchs sperrig. Dennoch liefert es interessante Einblicke wie der Alltag in London vor 170 Jahren aussah.

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Hören:

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Sehen:

Airwolf [Bluray]
Ein amerikanischer Geheimdienst baut Anfang der 80er den ultimativen Hubschrauber: Überschallschnell, fürs Radar unsichtbar, schwer bewaffnet. Dummerweise wird Airwolf, so der Codename des Prototypen, von seinem Erbauer gestohlen und nach Libyen entführt. Airwolfs Testpilot, ein Vietnamveteran, holt die Kiste aus Ghaddafis Klauen, versteckt den Heli dann aber und verkündet, ihn erst wieder rauszurücken, wenn er erfährt was mit seinem vermissten Bruder im Vietnamkrieg wirklich passiert ist. So lange liefern sich Geheimdienst und Testpilot ein Katz- und Mausspiel.
“Das uneheliche Kind von “Knight Rider” und “Das fliegende Auge”” sei Airwolf, steht auf der BluRay-Box, und das trifft es gut. Wichtigster Unterschied ist aber, dass im Gegensatz zu Knight Rider hier durchaus ernste Themen verhandelt werden, und das sowohl grimmig ernst als auch stilvoll. Die guten Drehbücher und die tollen Schauspieler, allen voran Alex Cord als Archangel, Ernest Borgnine als Hubschrauberverleiher Dominik Santini und Jan-Michael Vincent als Einzelgänger Stringfellow Hawke, sind es denn auch, die haarscharf verhindern können, dass die Serie auf ein Niveau wie der hingerotzte 80er-Trash “Streethawk” hinabgleitet. Denn die Production Values sind nicht nur gering, sie sind schlicht nicht vorhanden: Gedreht wird stets in drei Kulissen und alle (!) Kampfaufnahmen in jeder(!) Folge stammen aus dem Pilotfilm.

Codename U.N.C.L.E [PSN]
Ein russischer und ein amerikanischer Agent müssen zusammenarbeiten um die Welt in den 60ern vor einer schlimmen Bedrohung zu schützen. Remake einer alten TV-Serie.
“Mad Men” trifft Agentenfilm. Dem Film trieft der Style aus jeder Pore, und genau das ist sein Problem. Außer für Optik und Ausstattung interessiert er sich für kaum etwas, weder für die Story noch für seine Charaktere. Die Actionpieces sind OK, die Dialoge aber grauenhaft. Trotz aller betonten Unterschiede haben die Protagonisten eines gemeinsam: Sie sind nervige Arschgeigen, derem unsympathischen Getue man nicht wirklich zusehen will. Das fällt einem aber erst auf, wenn man zu drei Vierteln durch ist – der Film unterhält gut.

Ripper Street [Watchever]
London, 1889: Jack the Ripper treibt sein Unwesen in Whitechapel. Eine Gruppe Polizisten jagt ihm hinterher, muss sich aber immer wieder mit anderen Verbrechen beschäftigen. Zu deren Aufklärung gehen sie neue Wege und halten sich u.a. einen Polizeiarzt, der Leichen untersucht – damals revolutionär!
Interessante Serie mit guten Drehbüchern und schickem Setdesign. Das London des ausgehenden 19. Jahrhunderts ist dreckig, laut, eng, Gewalt nur eine Straßenecke entfernt. Das kommt gut rüber. Weniger gut kommt der Cast. Zwar verkörpert Jerome Flynn (Bronn aus “Game of Thrones”) einen Kriegsveteranen und Sergeant absolut glaubhaft. Die Hauptperson der Serie wird aber von Matthew Macfadyen verkörpert, und das ohne jegliches Charisma. Zu oberflächlich spielt er seine Figur, der von den Drehbüchern Tiefe verlangt wird. Ähnliches gilt für Adam Rothenberg, der den Pinkerton-Arzt in keiner Sekunde glaubhaft rüberbringt. Schade, mit etwas mehr Sorgfalt beim Casting wäre “Ripper Street” ein echter Knaller.

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Spielen:

Assassins Creed: Unity [PS4]
Paris, 1785: In den Straßen fliesst das Blut, die französische Revolution frisst ihre Kinder und alles andere gleich mit. Vor diesem Hintergrund kämpft der junge Arno Dorian gegen seine Schuldgefühle und gegen einen Feind, der Assassinen und Templer gegeneinander ausspielt.

War ja nicht alles schlecht an Unity, als das vor einem Jahr erschien. Die Grafik ist viel schöner als im diesjährigen Nachfolger “Syndicate”, Paris ist viel detailreicher und belebter als London. Nach dessen enttäuschender Story musste ich “Unity” nochmal vorkramen. Und siehe da: Wenn man die Kampagne halbwegs stringent durchspielt und sich nicht zwischendurch in einer den hunderten von Open-World- und Online-Koop-Aufgaben verliert, bietet “Unity” eine okaye Story und macht sogar Spaß.

Assassins Creed Syndicate: Jack the Ripper [PS4]
London, 1888. Jack the Ripper mordet in Whitechapel, die Assassinen von London versuchen ihn zu stoppen. Das gelingt nicht, Jack dezimiert die Bruderschaft auf Null. Evie Frye reist aus Indien an um der Sache auf den Grund zu gehen und herauszufinden, was mit ihrem Bruder geschehen ist.

DLC bei “Assassins Creed” sind seit Teil 3 eine Spielwiese für neue Ideen. Das ist gut, denn auf diese Weise hat man als Kunde nicht das Gefühl, zuvor aus dem Hauptspiel entfernte Inhalte nachkaufen zu müssen. Auch “Jack the Ripper” bietet viel neues. NPCs können sich jetzt in mehreren Stufen fürchten, was interessante Effekte hat. Will Evie irgendwo eindringen, kann sie Wachen so dermaßen verängstigen, dass diese sich verstecken und damit Wege freimachen. Großer Teil der Schnitzeljagd nach dem Ripper ist die Auswertung von Tatorten, was ähnlich wie im Hauptspiel funktioniert, aber erweitert wurde. Ein ums andere Mal kommt man sich als Spieler vor wie in einer guten Folge “Sherlock”. Sehr lohnender DLC, der eine bessere Geschichte besser erzählt als das Hauptspiel – und bei dem es tatsächlich auch emotional um etwas geht.

Rise of the Tomb Raider [XBOX360]
Niemand glaubt den Crofts. Lord Croft suchte nach einer “göttlichen Quelle”, wurde dafür von der Öffentlichkeit für verrückt erklärt und in den Selbstmord getrieben. Seiner Tochter Lara geht es nicht besser. Die hat nach den übernatürlichen Erlebnissen auf der Insel Blut geleckt und will beweisen, dass ihr Vater nicht verrückt war. Ihre Reise führt sie auf die Spuren alter Geheimorden, eines seltsamen Propheten und ins äußerste Sybirien.

Microsoft hat sich “Rise of the Tomb Raider” als zeitexklusiven Titel eingekauft, um die Veröffentlichung auf der PS4 für ein Jahr aufzuhalten und so den lahmenden Absatz der XBOX One anzukurbeln. Tja, da hätten sie mal besser nicht Nixxes mit einem Port für die XBOX 360 beauftragen sollen. Was die Portierungsexperten aus Utrecht aus der 10 Jahre alten Konsole rausholen, ist amtlich beeindruckend. “Rise” ist eines der hübschesten Spiele für die 360 und sieht auf der fast genauso aus wie auf der One.  Im Gegensatz zur XBOX One-Version wurden lediglich einige Grafikeffekte durch unaufwändigere ersetzt. So werden die Bewegungen von Laras Haaren auf der One physikalisch korrekt berechnet, auf der 360 aber nur durch eine Animation dargestellt – das kann man verschmerzen! Gameplaytechnisch unterscheidet sich das Spiel nicht von der CurrentGen-Version. Hier wie da wird erkundet, gejagt, gebastelt und in Feuergefechten Gegnerhorden erledigt. Das spielt sich nicht nur super, dabei wird auch eine sehr gut ausgearbeitete Geschichte erzählt, in deren Narration die Actionpieces geschickt eingewoben sind. Super Spiel, unbedingt empfehlenswert – aber den Kauf einer XBOX One kann man sich sparen.
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Machen:
Rumlungern
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Neues Spielzeug:

Archiv Momentaufnahmen ab 2008

 
3 Kommentare

Verfasst von - 28. Dezember 2015 in Momentaufnahme

 

Momentaufnahme: November 2015

Herr Silencer im November 2015
Danke, Rosa!

Wetter: Bis Mitte des Monats im Ausland gewesen, dort zwischen -2 und +23 Grad. In Deutschland wechselhaft: Anfang des Monats Sommerwetter, ab dem 22. Minusgrade und der erste Schnee des Jahres.
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Lesen:

Asa Akira: Insatiable – A porn love story
Asa Akira ist erst dreißig, hat aber bereits viel zu erzählen. Als einziges Kind japanischer Eltern in New York geboren und aufgewachsen, entdeckt sie als Studentin an der United Nations International School ihre Liebe zu Sex und Pornographie. Mit 19 arbeitet sie als Domina, mit 22 drehte sie Pornofilme und wird zu einem der größten Stars der Pornoindustrie.

Das Buch ist clever aufgebaut – es springt chonologisch in Akiras Leben vor und zurück, fokussiert mal auf bestimmte Themen wie Drogen oder den Aufbau der Pornooindustrie, mal kreisen Kapitel um Anekdoten aus der Arbeit einer Domina. Freimütig erzählt die Autorin dabei auch über ihre eigenen Neurosen und Abhängikeiten. Ein intelligentes und unterhaltsames Buch mit (wörtlich zu nehmenden) tiefen Einblicken.

Neil Gaiman: Sandman Ouverture
Dream ist Herrscher über die Träume von allem. Dummerweise träumt ein Stern den Wahnsinn, und der breitet sich im Universum aus und wird es zerstören. Dream macht sich auf eine schwierige Reise und rüstet sich für einen harten Kampf.

Die “Sandman”-Reihe ist eine der besten Comicreihen, die jemals geschaffen wurde. Sie lief von 1989 bis 1996 und erzählt auf über 2000 Seiten die Geschichte von Dream und seinen Geschwistern Death, Destiny, Despair, Delirium und Desire. Die Beziehungen der Familie und die Ereignisse, die später zum Tod von Dream führen werden, wurden damals nur angedeutet. Heute, 20 Jahre später, gibt es nun ein Prequel – und das hat es in sich. Die Geschichte ist fantastisch, Gaiman-at-his-best, und die Zeichnungen gleichen einem Fiebertraum. Dazu sprüht das Ganze vor Ideen, und wenn man mit dem Sandman-Lore vertraut ist, kann man nicht mehr aufhören zu lesen, wenn Dream seine Eltern besucht, Delight zu Delirium wird und Dinge passieren, die nicht in Destinys Buch stehen. Ganz. Große. Kunst. Bonus: Der nahtlose Übergang zur Serie und die Erklärung, warum Traum überhaupt gefangen werden konnte.

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Hören:

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Sehen:

Minions [PSN]
Minions sind kleine, gelbe Männchen. Sie sind auf der Suche nach dem ultimativen Bösen – um ihm zu dienen.

Als Sidekicks (oder eben Minions) funktionierten die Minions in den “Despicable me”-Filmen einfach hervorragend. Ihr eigener Film dagegen ist eher so Meh. Die erste Hälfte unterhält noch leidlich, danach verliert man sich aber in unkomischem Slapstick, den Aufzulösen am Ende nicht mal mehr die Drehbuchautoren Lust hatten.

Spectre [Kino]
James Bond versiebt einen Auftrag, wird freigestellt, versenkt Autos und rettet am Ende die Welt vor der Überwachung.

Der neue Bond ist ein seltsam Ding. Ich fühlte mich gut unterhalten, kann aber im Nachhinein nicht sagen warum: Die Schauspieler fahren, mit Ausnahme von Ralph Fiennes, mit angezogener Handbremse, das Drehbuch ist unspannend und der Regisseur hat erkennbar keinen Bock auf Actionsequenzen. Der ganze Film wirkt merkwürdig artifiziell, wenn er sich immer wieder in kammerspielartige Situationen zurückzieht und seinen Helden in jedem Frame als Anzugmodel inszeniert. Die grundlegende Prämisse, dass der MI6 gegen Überwachung kämpft, ist zudem vollkommen absurd, genau wie der Kniff, dass alles Ungemach der Welt auf einen Minderwertigkeitskomplex bei Bonds Halbbruder zurückzuführen ist. In der Mitte hängt der, ohnehin zu lange, Film so durch, dass sein Bauch auf dem Boden schleift. Bis auf die Anfangssequenz fehlt dem Ganzen zudem der Scope, die Größe früherer Filme. Natürlich waren Todeslaser aus dem All immer albern, aber in den Craig-Bonds kämpft ein krank aussehender Bond gegen… Buchhalter (Casino Royal), Immobilienmakler (Quantum) oder versteckt sich in einem Bauernhaus (Skyfall). Da fehlt eindeutig Größe. Immerhin: Mit Monica Belucci hat “Spectre” die heisseste Bondwoman seit… ever.

Terminator: GeniSys [PSN]
Die Zukunft: Der Krieg gegen die Maschinen ist in der Endphase. Supercomputer Skynet schickt einen Terminator zurück durch die Zeit, um Sarah Connnor zu töten. Bei seiner Ankunft in 1984 wird der T800 sofort zerstört – von einem anderen Terminator, der dort schon auf in wartete.

Eine alternative Zeitlinie, ein ganz anderer Outcome. Hier wird Kyle Reese von Sarah Connor gerettet und John Connor ist der Böse. Als Kenner des Terminator-Universums windet man sich die ganze Zeit im Kinosessel und möchte rufen “Das ist so nie passiert! Das ist alles nicht richtig!” Dabei macht “GeniSys” aber ordentlich Spaß und hat viele gute Ideen, allein der gealterte T800 ist schon nett. Ein fader Beigeschmack bleibt, weil das Ende des Films runter geht bis auf Trashniveau, und der Cast zu 50 Prozent echt schlecht ist: Die Darsteller von John Connor und Kyle Reese sind derbe Fehlbesetzungen. Das sieht alles mehr nach einem Piloten für eine TV-Serie aus als nach großem Kino, und tatsächlich gab es wohl solche Pläne, die aber nach dem ausbleibenden Kinoerfolg ad Acta gelegt worden sind.

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Spielen:

Assassins Creed: Syndicate [PS4]
London, 1860: Zwillingsgeschwister beschließen, der herrschenden Klasse den Kampf anzusagen. Dazu ermorden sie wichtige Personen, treffen die Charleses Dickens und Darwin, Karl Marx Alexander Bell und Queen Victoria. Nebenbei bauen sie eine kriminelle Vereinigung, ein Syndikat, auf.

Was hatte Ubisoft im Vorfeld nicht rumgetönt: Man wolle sich auf die Ursprünge der Serie besinnen und deren Stärken wieder ans Licht bringen. Deswegen wurden Spielereien wie Multiplayer oder Companion-App, an denen der Vorgänger “Unity” gebrach, ersatzlos gestrichen. Stattdessen gibt es neue Bewegungsmechaniken (Seilwerfer, Kutschen), erstmals die Wahl zwischen männlichem und weiblichem Charakter (überfällig!) und eine Missionstruktur, bei der jede einzelne der jetzt abwechselungsreichen Nebenquest sinnvoll etwas für die Kampagne tut. Soweit die Habenseite.

Der negative Bereich wiegt leider schwer: Syndicate geht bei allem dem Weg des geringsten Widerstands. Wo “Unity” Mut zeigte und Dinge wagte (und damit auf den Bauch fiel), dreht Syndicate alles eine Stufe runter. Im direkten Vergelich sieht es optisch auf der PS4 schlechter aus als sein Vorgänger, die Charaktere künstlicher, die Straßen sind so sparsam bevölkert wie in Teil 1 von 2007. Vorbei sind die Massenszenen, die Unity zumindest optisch beeindruckend machte. Leider gibt es auch in Syndicate schon wieder keine Gegenwartsstory, schon wieder sind die Charaktere aus nasser Pappe.”Syndicate” ist das am faulsten geschriebene AC bislang. Die Hauptfiguren kommen aus dem Nichts und beschliessen im Vorspann vollkommen unmotiviert “Ey, lass mal London befreien” – “gute Idee, und ich gründe eine Gang”, und dann geht es auch schon gegen Templer. Die sind mittlerweile nicht mehr ambivalent gezeichnet, sondern als grimmig schauende Nazis in schwarzem Leder mit rotem Kreuz. Davon legt man einen nach dem anderen um, und irgendwann ist das Spiel halt vorbei.

Nein, storytechnisch hat man sich hier überhaupt keine Mühe gegeben, die Geschichte passt auf den Zettel in einem Glückskeks. Das teilweise die Missionen der Kampagne konfus erzählt und gelegentlich in der falschen Reihenfolge auftauchen verstärkt den Schludereindruck. Statt historischer Fiktion gibt es entweder Fantasiefiguren, wie den fiktiven Antagonisten Starrick, oder historische Persönlichkeiten, die einfach als Questgeber an irgendeiner Straßenecke stehen. So läuft einem Charles Darwin über den Weg, der Undercover gegen Kinderarbeit ermittelt, Charles Dickens braucht Inspiration für seine Geschichten, und Karl Marx hat Probleme mit sprengwütigen Genossen. Das ist so platt, dass es doof ist.

Dass “Syndicate” doch Spaß macht, liegt an der Welt: Das viktorianische London ist umwerfend detailliert in Szene gesetzt, und sich darin zu verlieren macht einfach Spaß. Dennoch gilt, wie schon seit ACIII von 2012: Ubisoft hat keine Ahnung, wo sie mit der Serie hinwollen. Sie haben nicht zu erzählen, und das merkt man. “Syndicate” stellt aktuell den neuen Tiefpunkt der Serie dar.

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Machen:
Reisen!
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Neues Spielzeug:
Die James Bond Collection auf BluRay.

Archiv Momentaufnahmen ab 2008

 
 

Momentaufnahme: Oktober 2015

Herr Silencer im Oktober 2015
Bibber.

Wetter: Anfang des Monats viel Regen, dann ab dem 10. sonnig, aber mit Nachtfrost und tagsüber mit 5 Grad zu kalt für die Jahreszeit. Ab Monatsmitte Temperaturen um 0 Grad und Schnee, Monatsende um die 9 Grad.
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Lesen:

Terry Pratchett: The Shepherds Crown
Esmé Weatherwax trifft auf einen ALTEN BEKANNTEN, und diesmal ist es an der Zeit. Die Meisterhexe stirbt, nicht ohne vorher Tiffany Aching zur Nachfolgerin bestimmt zu haben. Die versucht der Aufgabe gerecht zu werden und gleichzeitig für die Menschen in Lancre als auch im Kreideland da zu sein. Während sich Tiffany aufreibt, wird die Barriere zwischen den Welten schwächer. Dadurch fallen kurze Zeit später mordlüsterne Elfen ein und sehen sich mit einer Welt voller metallener Eisenbahnen konfrontiert. Außerdem treten auf: Eine männliche Hexe, dem Ruhe aus den Ohren quillt, und natürlich die Nac Mac Feegle. Crivens!

Ob in der Figur der Esmé Wetterwax viel von ihm steckt, wurde Terry Pratchett mal gefragt, und zumindest hat er das nicht verneint. Folgerichtig stirbt seine Personifizierung nun ebenso in der Fantasywelt wie der echten. Dieses Buch ist eine Abschiednahme, von der Scheibenwelt und ihrem großartigen Autor. In 30 Jahren hat Pratchett eine Philosophie erarbeitet, die er uns nun nochmal deutlich zeigt und uns auffordert, den Weg in seinem Sinne allein weiterzugehen. Verpackt in eine Geschichte über Verantwortung, Freundschaft und stille Hoffnung in großem Leid.

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Hören:

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Sehen:


Tomorrowland [PSN]
Eine hochbegabte Teenagerin findet einen Ansteck-Button, der sie bei Berührung in eine volltechnisierte Welt voller fliegender Autos und glücklicher Nerds katapultiert. Leider ist das nicht die Zukunft, sondern eine Parallelwelt, in die sich die Genies der Menschheit zurückgezogen haben. Leider haben sie damit unsere Welt zum Untergang verdammt. Einzig die Hochbegabte, ein schmuddeliger George Clooney und ein Terminator in Kinderform können was-auch-immer verhindern.

An den Kinokassen ist der Film böse gefloppt, was sicherlich auch daran lag, dass man nach den Trailern so gar keinen Eindruck hatte, was das eigentlich sein soll. Dieser Eindruck bliebt auch während der Laufzeit viel zu lange erhalten. Der Film mäandert durch eine stundenlange Exposition, verliert sich in unsinnigen Wegen und kommt mit der eigentlichen Handlung erst zu Potte, wenn der Großteil des Publikums schon weggedöst ist. Kein schlechter Film, nur schlecht geschnitten.

Jurassic World [PSN]
Eine Insel vor der Küste von Costa Rica: Ein gigantischer Vergnügungspark bietet eine ganz besondere Attraktion: Lebende Saurier, geklont aus versteinerter DNA. Alles geht den Bach runter, als die Wissenschaftler des Parks einen Hybridsaurier splicen, der prompt den Park auseinandernimmt.

Wieso bitte ist DAS der erfolgreichste Filme des Jahres 2015 (bisher)? Sicher, der Film hat seine Momente und mit Chris Pratt einen sympathischen Schauspieler. Jurassic World krankt allerdings auch an allen Ecken und Enden. Das fängt bei der uninspirierten Geschichte an, die einfach “Jurassic Park” von 1992 nochmal erzählt und die beiden Sequels ignoriert. Enden tut es bei den Charakteren, die allesamt nervige und unsympathische Arschgeigen sind: Die coole Wissenschaftslady braucht einen Mann an ihrer Seite zum glücklich sein, Chris Pratt stolpert von einer Sequenz zur nächsten, und was Vincent d´Onofrio da eigentlich macht, weiß keiner so genau. Was mich aber am meisten stört: Das Setting ist dumm. Nicht unglaubwürdig, sondern dumm. Wie abgeranzt und desinteressiert muss eine Gesellschaft sein, das binnen 10 Jahre lebende Dinos langweilig geworden sind und größere und rockigere Mutationsviecher gezüchtet werden müssen? Wie dämlich ist die Idee in glatten und unglaubwürdig gerenderten Hamsterkugeln durch Gelände zu rollen? Was muss man geraucht haben um Saurier mit Tarnfunktion herbei zu fantasieren? Tonal eiert der Film von einem Extrem ins andere: Mal will er Kinderfilm sein, mal Horrorfilm – ohne dabei jemals die Größe des Originals zu erreichen. Vermutlich ist der Film so erfolgreich, weil er für wirklich jeden was bietet – aber dieser Frankenstein ist dadurch auch ein kleinster, gemeinsamer Nenner und deswegen kein memorables Werk.

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Spielen:

Until Dawn [PS4]
Eine Gruppe von unsympathischen Teenagern schneit in einer verlassen Berghütte ein, genau ein Jahr, nachdem ein gemeiner Streich der jugendlichen Arschgeigen zwei Mädchen das Leben gekostet hat. Nach Einbruch der Dunkelheit ist klar: Dort passieren finstere Dinge, und irgend jemand oder irgend etwas spielt ein mörderisches Spiel mit den Arschlochkindern. Wer wird bis zum Sonnenaufgang überleben?

“Until Dawn” ist ein Teenieslasher in Spielform. Das Spiel kommt dabei als interaktiver Film mit Quicktime Events daher, ganz in der Tradition eines “Beyond – Two Souls” oder “Heavy Rain”, aber ohne deren deprimierenden und bleischweren, weil bedeutungsüberladenen Überbau. Hier haben wir einfach nur die Gruppe der Klischeejugendlichen – die reiche Zicke, den Quarterback, die Cheerleaderin, die Nerdtussi, der hemlich verliebte Brillengeek u.a., die Stück für Stück dezimiert werden, wenn man nicht aufpasst. Tatsächlich ist es sogar möglich, alle Spielfiguren vor dem Morgengrauen zu verlieren, speichern und neuladen gibt es nicht, die Geschichte läuft stehst weiter. “Until Dawn” ist dabei in mehrfacher Hinsicht etwas Besonderes. 1. Nimmt es seine Charaktere ernst und macht aus den anfänglichen Klischeefiguren echte Personen, mit denen man leidet. 2. Ist es handwerklich fantstisch gemacht, Schauspielerinnen wie Hayden Panettiere erkennt man sofort, und selbst kleinste Regungen  ihres Spiels werden wiedergegeben 3. Ist des verammt gut geschrieben, inklusive interessanten und unerwarteten Twists, 4. haben kleine Aktionen Auswirkungen auf den Verlauf der Geschichte. Beispiel: Ist der Brillentyp nett zu der Nerdtussi,wird sie ihm später helfen – falls nein, kann das seinen Tod bedeuten.

Wer also alle 5 Minuten einen Jumpscare aushält, bekommt hier eine stimmungsvolle und spannende Geschichte mit hohem Wiederspielwert und toller Atmosphäre.

Tales of the Borderlands [PS4]
Der Planet Pandora: Ein staubiges Höllenloch, das Gesindel und Glücksritter anzieht die nach “Vaults” suchen, geheimnisvollen Schatzhöhlen. Der Konzernangestellte Rhyse ist davon weit weg, er arbeitet für einen Konzern auf einer luxuriösen Raumstation, die Pandora umkreist. Das ändert sich, als er ein Komplott spinnt, um in der Konzernhierarchie aufzusteigen. Plötzlich findet er sich auf Pandora wieder, und ab da wird der Tag nur noch schlechter.

“Borderlands” ist ein Shooter von Gearbox, der mich nie interessiert hat. “Tales from the Borderlands” dagegen ist von Telltale und ein reinrassiges Adventure. Telltale-typisch läuft das ganze wie ein Film ab und bietet wenig Interaktionsmöglichkeiten. Dafür entschädigt die spannende und wendungsreiche Geschichte, die tollen Charaktere und die witzigen Dialoge. Ein toller Trip und eines der besten Telltale-Adventures bislang. Die insgesamt 5 Episoden mit je 2 Stunden Spielzeit erschienen im Verlauf der letzten 12 Monate und liegen nun vollständig und als Seasonpass-Angebot vor.

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Machen:
Immer noch recht viel Arbeiten. Motorrad einmotten. Reisevorbereitungen.

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Neues Spielzeug:
Assassins Creed Syndicate Merchandise, in allen Varianten.

Archiv Momentaufnahmen ab 2008

 
Ein Kommentar

Verfasst von - 29. Oktober 2015 in Momentaufnahme

 

Momentaufnahme: September 2015

Herr Silencer im September 2015
Das kann doch noch nicht der Herbst sein. Das DARF noch nicht sein!

Wetter: Morgens schon kalt, mit 8-12 Grad. Tagsüber oft bedeckt, regnerisch, zwischendurch wenig Sonne. Ende des Monats ein Blutmond, in der Nacht noch drei Grad, tagsüber noch sonnig – aber der Herbst lässt sich nicht mehr leugnen.
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Lesen:

 

Vanessa Giese: Gewöhnze Dich dran!
Vanessa “Nessy” Giese kommt aus dem Sauerland und zieht ins Ruhrgebiet. Da ist einiges Gewöhnungsbedürftig, vor allem die Menschen, vom Feinripp-tragenden Fensterrenter über die blondierte Fickmaus im Supermarkt bis hin zum nerdigen Arbeitskollegen. Auf den ersten Blick wandeln hier Klischees auf zwei Beinen, auf den zweiten Blick sind das interessante und vielschichtige Charaktere.

Ich bin schon lange ein Fan von “Frau Nessy”, unter diesem Pseudonym betreibt die Autorin das Blog “Draußen nur Kännchen”, aus dem das autobiogrphische Buch enstanden ist. Vanessa Giese verfügt nicht nur über einen ersten und zweiten, sondern auch über den dritten Blick. Sie sieht nicht nur genau hin, sondern auch unter die Oberfläche und kann das, was sie dort findet, mit wenigen und schönen Worten darstellen. Sie malt mit Buchstaben leicht verständliche und oft komische Bilder von Alltagssituationen. Nur Strichzeichnungen, die man beim Lesen mit den Details und den Farben der eigenen Erfahrungen auffüllt. Sehr feines, manchmal komisches und gelegntlich nachdenklich machendes Lesematerial.

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Hören:

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Sehen:

 

Mad Max: Fury Road [BluRay]
Die Zukunft: Die Welt ist eine verhehrte Einöde, die letzten Überlebenden kämpfen um Wasser und Benzin. Mit Letzterem füllen die Endzeitmenschen selbstgebastelte Schrottautos und heizen damit gröhlend durch die Wüste. Max Rokatansky gröhlt nicht, sondern sagt selten was. Das liegt daran, dass er ständig während der Fahrt auf dem Auto von Charlize Theron rumklettern muss. Die hat Sexsklavinnen aus der Burg eines bösen Königs entführt und will sie nach Sonstwo bringen. Sonstwo gibt es aber gar nicht, und deshalb fährt sie nach der Hälfte des Films zurück zur Burg, während der verrückte Klettermaxe immer noch auf ihrem Auto rumspringt.

Was für ein irrer Film. Sowas habe ich echt noch nicht gesehen. “Fury Road” ist das ultimative Roadmovie. Hier ist alles in Bewegung, ständig. Es gibt keinen Set, es gibt nur 100 Autos, die durch die namibische Wüste rasen. Die erste Hälfte des Films ist eine Jagd, die zweite ein Rennen. Im Mittelpunkt: Eine großartige Charlize Theron. Als Nebenfigur in seinem eigenen Film: Mad Max, der mal an einen Kühlergrill gefesselt, mal von Frauen verprügelt wird. Der Film wirkt auch deswegen so grandios, weil die apokalyptischen Autos wirklich echt und die Stunts handgemacht sind. Weder Fahrzeuge noch Menschen sind gerendert, hier wird echtes Blech verbeult. Dabei wird viel CGI eingesetzt, aber “nur” für Colorgrading und um Kameras und Sicherheitskabel raus zu retuschieren. Duch diese “Echtheit” entwickelt der Film eine brutale Wucht, das Momentum reisst die Zuschauer geradezu mit.

Chappie [DVD]
Johannisburg, 20 Minuten in der Zukunft: Der Gewalt der Straßengangs können nur zweibeinige Roboterpolizisten Einhalt gebieten. Das klappt auch ganz gut, sehr zum Leidwesen von Hugh Jackman, der lieber seinen waffenstarrenden ED-209 einsetzen würde. Er wittert Morgenluft für sein Projekt, als ein Techniker eine neue AI in einen alten Polizeiroboter einbaut und der von einer Bande Krimineller geklaut und “großgezogen” wird. Als Roboter-AI “Chappie” erste Überfälle begeht, schmiedet Jackman einen Plan, der die Stadt prompt in Anarchie stürzt.

Uhm, was ist DAS denn? Die Bilder sind toll, die computeranimierten Roboterpolizisten wirken total echt. Im Gegensatz zu den Menschen: Die klischeehaften Charaktere sind allesamt nervige Arschgeigen mit Frisuren, die körperliche Schmerzen verursachen. Die Geschichte hat interessante Ansätze, die aber immer wieder durch ärgerliche Szenen ausgehöhlt werden. Vom Ende wollen wir gar nicht erst sprechen – SPOILER: Die Hauptpersonen sterben, werden aber in Roboterkörper geladen und SIND SUPER HAPPY DAMIT EIN WANDELNDER BLECHHAUFEN ZU SEIN. Bah. Mies, echt. Und wenn in einem Film von Columbia Pictures, die zum Sony-Konzern gehören, in 120 Minuten gefühlt 200 Mal ein Sony Handy/-Notebook/- TV ins Bild gehalten und auf´s Logo gezoomt wird, ist das ärgerlich. Wenn Chappie dann aber mittels eines Technovoodoo-Helms und eines Clusters aus Playstation 4s das Geheimnis des Lebens erhackt, dann möchte man sich nur noch übergeben vor Fremdscham.

Ex Machina
Ahnungsloser Programmierer soll der menschliche Teil eines Turing-Tests sein. Allerdings von einem mit abgewandelten Regeln: Sein Gegenüber ist auf den ersten Blick erkennbar ein Roboterkörper mit einer künstlichen Intelligenz. Überwacht wird der Test vom Erbauer der KI, einem verschrobenen, alkoholsüchtigen Sonderlings, der mitten in Grönland in einem einsamen Hightech-Anwesen hockt und zufällig der Erfinder und Chef von Google ist – oder zumindest einer Firma, die Google darstellen soll. Was als wissenschaftliches Experiment beginnt, nimmt schnell beklemmende Züge an. Irgendwer spielt falsch – die Frage ist nur: Ist es der Sonderling oder die KI?

Der Film wirkt nach, definitiv. In ruhigen Bildern wird die Geschichte wie in einem Kammerspiel erzählt. Die Dynamik, die sich zwischen den Menschen und der Maschine entwickelt, steuert dabei auf eine unaufhaltsame Katastrophe zu – die aber ein ganz unerwartetes Ende mit sich bringt. Absolut sehenswert und definitiv der bessere “Chappie”.

 

Fast & Furious 487
Dom und diese Dings und The Rock sollen irgendwas gegen Statham machen und dann fliegt ein Auto von einem Wolkenkratzer zum anderen.

Ach Gott ja, was soll man dazu sagen? Die fahren halt schon seit 6 Filmteilen Auto, und wenn sie nicht gestorben sind… …oh, Sorry, Paul Walker.

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Spielen:

The Witcher 3: Wild Hunt [PS4]
Geralt von Riva ist ein Witcher, eine Art Ghostbuster-Söldner in einem Fantasy-Setting. Er jagt Monster und Geister gegen Geld. Nachdem er seine Ziehtochter Ciri gefunden hat, hilft er ihr bei der Flucht vor der Wild Hunt, einer Gruppe von furchteinflössenden Geistersoldaten in Skelettrüstungen. Als die beiden nicht mehr weiter flüchten können, beschließt Ciri, dass es an der Zeit ist, zurück zu schlagen.

Unfassbare 125 Stunden habe ich in den letzten Monaten in “Witcher III” versenkt, bis der Abspann über die Leinwand lief – und dabei habe ich noch nicht mal alle “?”-Orte der Spielwelt erkundet. Ich habe mit den Charakteren gelitten, gelacht und getrauert, habe die Welt erkundet und skurrile Wesen getroffen. Die offene Welt von “Witcher III” ist die erste, die tatsächlich gut funktioniert. Hier gibt es keine repetetiven Sammelaufgaben oder die immer gleichen Nebenmissionen. Jede Quest, egal ob Hauptstory oder nicht, ist fein ausgearbeitet, interessant, spannend – und sie erzählt eine Geschichte. “Witcher” ist voll von Geschichten, guten wie schlimmen, aber immer sind sie gut erzählt. Als Spieler ist man Teil dieser Welt: Wie man sich verhält, was man tut, hat direkte Auswirkungen, die zu einem von 32 (!) Enden führen können. Was für ein fantastisches, erwachsenes, lebendiges Spiel voller Liebe.

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Machen:
Gaaanz viel Arbeiten. Wieder auf die Beine kommen. Das ägyptische Museum in Hildesheim besuchen. Über den Herbstmarkt schlendern. Das Musical “Frauen am Rande des Nervenzusammenbruchs” ansehen. Mit der Hauptdarstellerin essen gehen. 

 

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Neues Spielzeug:

Ein iPhone 6s, löst das (immer noch makellose) 5s ab. Erster Eindruck: Ja, das Ding kann was. Sobald man Touch-ID nur anguckt, ist es entsperrt. Das Display ist ordentlich, und der Druck mit unterschiedlicher Stärke praktisch.

 

 

Archiv Momentaufnahmen ab 2008

 
7 Kommentare

Verfasst von - 29. September 2015 in Gnadenloses Leben, Momentaufnahme

 

Momentaufnahme: August 2015

Herr Silencer im August 2015
Immobil.

Wetter: Heiß, über 30 Grad, zumindest die ersten zweieinhalb Wochen. Dann Temperatursturz auf 12 Grad und Herbstwetter, Ende des Monats wieder sonnig und nicht zu heiß bei 25 Grad.
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Lesen:

Jasper Fforde: The Eyre Affair
Thursday Next ist Agentin bei Special Operations, Abteilung 29. Dort kümmert sich die ehemalige Soldatin und Heldin des Krim-Kriegs um Literaturverbrechen. Die Jagd nach gefälschten Shakespeare-Manuskripten in der englischen Provinz ist langweilige Routinearbeit. Das ändert sich, als der Schwerverbrecher Archeron Hades das Buchportal von Thursdays Onkel MyCroft stiehlt. Mit diesem, von Bücherwürmern angetriebenen, Gerät kann man direkt in Geschichten hineinspringen. Thursday Next folgt Hades in das Originalmanuskript von Jane Eyre, was zu einer Katastrophe führt.

Jasper Ffordes erster “Thursday Next” Roman ist klassische Bildungsbürgerliteratur, der man die Hosen runtergezogen hat und die nun auf Speed über eine Straße torkelt und bei dem Versuch “Stirb Langsam” zu imitieren von Monty Python über den Haufen gefahren wird. “Die Affäre Jane Eyre” ist nur eine Fingerübung im Vergleich zu dem, was in den folgenden sechs Bänden der Trilogie passiert. Nichtsdestotrotz ist schon der erste Band ein reines Lesevergnügen, wenn man mit absurden Wortspielen etwas anfangen kann und Spaß an skurrilem Humor hat.

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Hören:

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Sehen:

Drachenzähmen leicht gemacht 2 [DVD]
Einige Jahre nach den Ereignissen des ersten Teils: Alle Wikinger von Berk reiten mittlerweile auf Drachen, mit denen sie friedlich zusammenleben. Dadurch wird ihre Welt größer, und Häuptlingssohn Hicks entdeckt, dass in der großen, weiten Welt durchaus noch andere Interesse an Drache haben.

DZLG2 ist ein sehr feiner Film, der sich Zeit für seine Charaktere nimmt. Tolle Figuren, anrührende Geschichte, viel intelligente Action. 90 Minuten superfeinste Unterhaltung, die einen mit dem Gefühl entlässt, gerade was Berührendes gesehen zu haben.

Die Reise ins Labyrinth [DVD]
Mit 16 sind alle Teenager egoistisch und hassen die Welt. So auch Sarah, die beim Baysitten so in Rage gerät, dass sie leichtfertig ihren Babybruder verflucht. Der wird prompt von Koboldkönig David Bowie entführt. Sarah bereut den Fluch sofort, aber nun bleiben ihr nur 13 Stunden um ein lebendes Labyrinth zu meistern und ihren Bruder zu retten.

Was für ein fantastisches Abenteuer! In jeder einzelnen Szene steckt mehr Kreativität und Fantasie als in so manchem Film über die ganze Laufzeit. Seien es die sprechenden Hände, die tanzenden Goblins, die putzenden Zwerge – “Labyrinth” sprotzt die Fantasie aus den Ohren heraus UND hat eine tolle Geschichte und tolle Darsteller. David Bowie als singender Koboldkönig ist gleichermaßen albern (die Socken in der Spandexhose!) wie creepy (das Escher-Labyrinth!), in Jennifer Connellys Augen habe ich mich damals schon verliebt und die Kreaturen sind einfach nur herzallerliebst. Gerade weil hier mit Gummipuppen gefilmt wurde, ist der Film erstaunlich gut gealtert. Der war 1986 toll – und ist es dreißig Jahre später immer noch.

Mission Impossible: Rogue Nation [DVD]
Tom Cruise hüpft total gerne von Sachen runter (Hochhäuser, Hubschrauber, noch höhere Hochhäuser) oder klammert sich an Sachen (Motorräder, Felsen, Züge). Irgendwann sieht sein Arbeitgeber, ein Geheimer Geheimdienst, nicht mehr ein, dass er für all das runterhüpfen und dranklammern zahlen soll, und setzt Cruise vor die Tür. Der zieht sich flugs einen noch geheimeren Geheimdienst als Gegner aus dem Hintern und findet so tolle Sachen zum Dranklammern (Flugzeug), dass er auch ohne Bezahlung oder Auftrag weitermacht.

Tja. Tom Cruise-Filme sind mein Guilty Pleasure. Er arbeitet bei seine Produktionen mit den Besten zusammen und macht stets eine gute Figur. So auch in M:I:V, der zudem mit einem cleveren Gegner, Actionsequenzen und einem weiblichen Lead daherkommt, die es so bislang noch nicht gab. Nicht so over the Top wie der Vorgänger “Phantom Protocol”, in dem Cruise Humor für sich entdeckte, aber gerade dieser Verzicht auf Wiederholung macht den 5 zu einem der wirklich guten Teile der Reihe.

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Spielen:

The Witcher 3: Wild Hunt [PS4]
Geralt von Riva ist ein Witcher, eine Art Ghostbuster-Söldner in einem Fantasy-Setting. Er jagt Monster und Geister, natürlich nur gegen Geld. Im Augenblick ist er jedoch auf der Suche nach seiner Ziehtochter Ciri. Und er ist nicht alleine: Eine Gruppe übernatürlicher Jäger ist der jungen Witcherin auf den Fersen. Die “Wild Hunt” ist Geralt mehr als einen Schritt voraus und hinterlässt eine Spur der Zerstörung – aber was wollen die überhaupt von Ciri?

Bislang sind die “Witcher”-Rollenspiele an mir vorbeigegangene. Die Welt des Witchers stammt aus einer Serie polnischer Fantasyromane und unterscheidet sich deutlich von Tolkien und Co: Hier ist alles dreckig, die Fantasywelt zerrissen von blutigen Kriegen, die Menschen haben Angst. Wie immer, wenn Menschen Angst haben, blüht Rassismus und Ausgrenzung gegenüber andersartigen. In den größeren Städten der Welt sind Pogrome gegen Magier und Diskriminierung von Elfen an der Tagesordnung. “Witcher” erzählt diese Geschichten, und noch viele andere. Haupt- und Nebenquests in der offenen Welt sind gleichermaßen mit anspruchsvollen Stories vollgestopft: Häusliche Gewalt, Folgen von Abtreibungen, verstoßene Kinder – die ganze Palette menschlicher Schicksale wird hier durchdekliniert. Dabei fehlen auch politische Machtspiele, Sex und eine Liebesaffaire nicht. Witcher III erzählt erwachsene Geschichten. Ein sehr großes, sehr schönes, sehr gutes Spiel.

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Machen:
Nix, zwangsweise.
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Neues Spielzeug: Eine Menage von Auerhahn.
Bislang kannte und schätzte ich nur die Menage-à-trois, die hat aber normalerweise nicht so viel mit Essen zu tun. Dabei ist eine Menage (à quattre?) eigentlich eine Vorrichtung um Essig & Öl, Salz & Pfeffer zum Salat zu reichen. Diese hier ist von Auerhahn. Habe ich auf Dienstreise in einem Restaurant gesehen und mich spontan reinverliebt. Essig und Öl sind in zwei großen Pipetten. Drückt man oben drauf, tropft unten die Flüssigkeit auf den Salat. Großartig.

  
Archiv Momentaufnahmen ab 2008

 
 
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