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Archiv der Kategorie: Momentaufnahme

Momentaufnahme: Juli 2015

Herr Silencer im Juli 2015
Immobil.

Wetter: Warm, zumindest die ersten drei Wochen. Dann Temperatursturz auf 20 Grad und Regen und Sturm.
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Lesen:

Joschau Sauer: Nicht Lustig 6
Der Titel lügt. Das Buch ist IRRE lustig.

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Hören:

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Sehen:

Jupiter Ascending [Blu-Ray]
Mila Kunis hält eine Klobürste wie einen Staubwedel. Diese ungeschickteste Klofrau der Welt gerät in das Fadenkreuz von Killern, die sich als Außerirdische entpuppen. Die wollen ihr ans Leder, weil ihr die Erde gehört. Zum Glück hilft ihr ein spitzohriger Werwolf-Supersoldat. Zusammen mit dem Möter mischt die intergalaktische Putze ein altes Imperium auf.

Was für ein grandioser Schwachsinn! Was sich die Wachowskis hier zusammenfantasieren ist das Kreativste, was sie seit Matrix abgeliefert haben. Jedes einzelne Actionpiece ist innovativ und erstaunlich in Szene gesetzt. Leider ist die Erzählung episodenhaft, und harte tonale Sprünge von “Star Wars” nach “Brazil” dürften nicht jedermanns Sache sein. Außerdem ist er mit drei Stunden zu lang, und Mila Kunis wie immer ein Ärgernis. Dennoch: Ein unterschätzter Film, der zu Unrecht im Kino floppte.

Die Piraten! [Watchever]
Der Piratenkapitän (das IST sein Name) möchte Pirat des Jahres werden. Aber wie soll er nur gegen die wirklich erfolgreichen Piraten wie Entermesser-Liz ankommen? Da trifft er auf einen gewissen Charles Darwin, der ihm den größten Schatz überhaupt verspricht. Dumm nur: Dafür muss der Piratenkapitän samt Schiff, Crew und Dodo nach London, und Königing Viktoria hasst Piraten über alles.

Was die Aardman-Studios (“Wallace & Gromit”, “Shaun das Schaf”) hier abgeliefert haben ist der verdammt lustigste Film, den ich in den letzten Jahren gesehen habe. Die Dichte an hervorragenden Gags ist enorm hoch. “Die Piraten” ist das filmgewordene Kind von “Monkey Island” und den “Fluch der Karibik”-Filmen. Super!

The Dark Knight Returns [Blu-Ray]
Gotham City, 20 Jahr in der Zukunft: Die Superhelden sind vergessene Geschichte, die Kriminalität ist auf einem Allzeithoch, die Politik korrupt und die Bürger lethargisch. Nach einem traumatischen Erlebnis beschliesst ein alter und müde gewordener Bruce Wayne, noch einmal den Mantel der Fledermaus anzulegen, um etwas zu verändern. Die Geschehnisse eskalieren, als die USA in einem nuklearen Winter versinken. Im ganzen Land herrscht Chaos, nur in Gotham hält Batmans Armee die zivile Ordnung aufrecht. Das bringt die Regierung dazu, ihre mächtigste Waffe auf den Vigilanten anzusetzen: Es kommt zum Duell Batman vs. Superman.

Was Frank Miller Mitte der 80er mit dem Graphic Novel “The Dark Knight returns” ablieferte, ist mit “episch” noch nicht groß genug beschrieben. Eine kaputte Gesellschaft, nukleare Ängste, ein alter Mann in einer Rüstung… hier ist alles anders als man es aus dem DC-Universum kennt. Der darauf basierende Film ist nicht weniger episch und genauso wenig zimperlich – sowohl Geschichte als auch Darstellung richtet sich definitiv an ein volljähriges Publikum. Der Film kam originär in zwei Teilen heraus, denn eine so riesige Story lässt sich nicht auf 90 Minuten eindampfen. Stattdessen wird auf der BluRay nun in rund 2,5 Stunden eine Geschichte erzählt, an deren Ende eine Ära zu Grabe getragen wird. Nicht ohne vorher Gänzehauterzeugende Dialoge abzufeuern…

“Ich hätte Dich töten können. Ich bin der einzige, der Dich je besiegt hat, Clarke. Ich bin der Mann, dem Du Dein Leben zu verdanken hast. Ich will, dass Du das weißt und jeden Tag daran denkst.”

John Wick [PSN]
Keanu Reeves ist der beste Killer der Welt, im Ruhestand und gerade in Trauer. Dann klaut ihm Theon “Reek” Greyjoy das Auto, und dann macht es Peng und hört nicht mehr auf.

Keanu Reeves ballert sich durch ca. 587 generische Söldner. Mehr passiert eigentlich nicht. Allerdings ist hier alles sehr präzise auf den Punkt gebracht: Reeves hat ja nur einen GEsichtsausdruck, und um diesen hat man den Film gebaut. Beeindruckende Performance, coole Stunts, eine clandestine wie interessante Gangster-Subkultur mit eigener Infrastruktur, stylistisch in der Folge von Mel Gibsons “Payback” – nett anzusehen, aber leider auch schnell wieder vergessen.

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Spielen:

Arkham Knight [PS4]
Neun Monate nach den Ereignissen von Arkham City: Der Joker ist tot (und bleibt das auch!), Gotham erholt sich langsam. Da tritt ScareCrow auf den Plan und droht damit, Angsttoxin in der Stadt freizusetzen. Die Einwohner werden evakuiert. Kaum sind alle Zivilisten weg, marschieren schwer bewaffnete Truppen mit Panzern ein. Ihr Anführer nennt sich Arkham Knight, und der hat noch ein ganz persönliches Hühnchen mit Batman zu rupfen. Der rüstet seinerseits auf: Mit einem Panzeranzug und einem Batmobil, das sich in einen Tank verwandeln kannt, räumt er Stück für Stück in den Straßen von Gotham auf. Eine Sisyphusarbeit, wie er bald erkennen muss. Die Konsequenz daraus: Die Legende von Batman muss ein Ende finden.

Lange mussten Fans auf den letzten “Arkham”-Teil von Rocksteady warten. Trotz der mehrfachen Verschiebungen ist leider nicht alles Supi: Gerade die neuen Elemente funktionieren nur so mittel. Der neue Charakter des Arkham Knight telegrafiert schon nach 5 Minuten seine wahre Identität durch, und das Batmobil wird eingangs zu sehr gepusht und fährt sich dann wie eine Wurst auf Rädern. Das ändert aber nichts daran, dass “Arkham Knight” ein sehr, sehr gutes Spiel ist. Die Story ist lang, dicht und voller Wendungen, die Missionen spannend, und das Ende lässt einen mit offenem Mund und befriedigt zurück. Dabei ist die Spielgrafik auf dem Niveau der Renderfilme der Vorgänger. Nicht mein persönliches “Spiel des Jahres”, wie es die beiden Vorgänger waren, aber ein würdiger Abschluss des Arkham-Universums. Als nächstes dann bitte die Sucide Squad als Spiel, das wird immerhin schon seit 2013 angeteasert.

Arkham Origins: Blackgate [PS Vita]
Ganz zu Beginn von Batmans Karriere: Alarm im Gefängnis von Blackgate, Stromausfall, Meuterei, Superschurken on the Loose. Batman rein, Zack, Aua-Aua.
Was hier als Origin-Spiel für das Playstation-Handheld rauskam, ist ein 2,5 Metroid im Arkham-Universum. Dabei hat es alle Zutaten der “großen” Ableger: FreeFlow-Kämpfe genauso wie Predator-Szenarien sowie interessante Bosskämpfe und eine halbwegs interessante Story. Damit hätte man ein 3 Stunden langes, wirklich gutes Spiel machen können. Leider ist “Blackgate” neun Stunden lang, wobei mehr als die Hälfte mit sinnlosem Backtracking durch das Labyrinth des Gefängnisses gefüllt sind. Das verleidet einem, in Kombination mit dem völlig unbalancierten Schwierigkeitsgrad, gründlich die Laune.

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Machen:
OP, Krankenhaus, rumhumpeln.

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Neues Spielzeug:
Neue Handschuhe, Xtrafit von Held. Und ein neues Slingpack, ein Mass Sling von Patagonia. Man muss ja auch an die Zeit nach der Rumhumpelei denken.

xtrafit

patagonia mass sling

Archiv Momentaufnahmen ab 2008

 
9 Kommentare

Verfasst von - 29. Juli 2015 in Momentaufnahme

 

Momentaufnahme: Juni 2015

Herr Silencer im Juni 2015
Ich mache mein eigenes Glück.

Wetter: Zu kalt für die Jahreszeit, aber gerade dadurch angenehm: 25 Grad sind OK, 35 müssen es nicht immer sein. Also, in Siena. In Deutschland zittert man derweil bei teilweise einstelligen Temperaturen und Regen vor sich hin. “Ein normaler, deutscher Sommer”, schreibt Jörg Kachelmann.
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Lesen:

Tim Parks: An Italian Education
Parks ist Brite und lebt seit 30 Jahren in Verona. In diesem Buch beschreibt er die ereignisreichen Jahre nach der Geburt seiner Tochter, die mit schlaflosen Nächten, dem Umzug in ein neues Heim und Begegnungen mit dem italienischen Schulsystem und italienischen ELTERN verbunden sind. Die Anekdoten sind Aufhänger für tiefe Einblicke in italienische Denkweisen und Handlungsmuster. Meist vergnüglich und unterhaltsam geschrieben, aber gelegentlich gibt es Kapitel, die sich ohne jeglichen Erkenntnisgewinn dahinziehen wie Kaugummi. Ein guter Lektor hätte mindestens die 15 Seiten über Kinderlieder ersatzlos gestrichen.

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Hören:

Chantal Kreviazuk: Leaving on a Jetplane
Schöner Song, von der Frau mit dem unausprechlichen Nachnamen besser intoniert als das Original von John Denver. Kam im Film “Armageddon” vor, ging mir in den letzten Wochen nicht mehr aus dem Kopf.

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Sehen:

Drachenzähmen leicht gemacht [Aufzeichnung]
So lange sie denken können, kämpfen die wackeren Wikinger gegen einen ganzen Schwarm Drachen, der immer wieder ihr Dorf überfällt. Hicks, Sohn des Clanchefs, soll eines Tages in dessen Fußstapfen treten. Leider ist Hicks überhaupt nicht als Krieger geeignet und zeigt wissenschaftliches Interesse an Drachen. Seine Grundlagenfoschung ermöglich ihm schließlich, was niemand für möglich gehalten hätte: Kommunikation mit dem Feind!
Ein sehr vergnüglicher Animationsfilm – nicht so ADHS-hektisch wie “Lego – Der Film”, aber mit vergleichbarer Cleverness umgesetzt. Das Design der Drachen ist Banane, der Rest des Looks aber sehr knuddelig, die Animationen sehr detailliert und die Story spannend und voller Wendungen. Mehr davon!

Pretty Woman [Aufzeichnung]
Gelangweilter Firmenvernichter mit gestörtem Sozialverhalten hält sich eine Prostituierte als zweckdienliche Begleitung für gesellschaftliche Anlässe.
Pretty Woman, neben “Dirty Dancing” DER Frauenfilm der 80er. Dabei ist die Handlung strunzdumm, die Charaktere wandelnde Klischees und der Plot ebenso sexistisch wie vorhersehbar. “Pretty Woman” ist ein intellektuell unterfordernder wie langweiliger Film, dass habe ich in den 80ern gesagt und auch dreißig Jahre später bleibe ich dabei. Die einzigen Schauwerte sind die Hauptdarsteller, abseits davon kann man sich aus heutiger Sicht noch an den damaligen Auswüchsen im Bereich Mode/Autos/Technik freuen.

Despicable Me 1 & 2 [Aufzeichnung]
Gru ist ein Bösewicht aus einem James Bond Film. Einem ALTEN James Bond Film, in dem noch Katzen gestreichelt werden. Als er Konkurrenz von jungen Bösewichten bekommt, beschliesst Gru, einen großen Coup zu landen: Er will den Mond klauen! Dumm nur, dass er dazu die Hilfe von drei Waisenkindern benötigt. Die quartieren sie prompt bei ihm ein und machen ihn zum Ersatzpapa, was letztlich dazu führt, dass Gru wider Willen zum, uh, Guten wird.
Banana? Die heimlichen Stars der Filme sind natürlich die Minions. Aber auch wenn die mal nicht im Bild sind, beeindruckt die Fülle an Details und Anspielungen in beiden Filmen. “Despicable me” funktioniert ähnlich wie “The Incredibles”, zeigt sich dabei aber familienkompatibler – auf eine weniger überdrehte und herzige Art, die mir sehr gefällt. Und Huhu übrigens auch, der saß ganz gebannt vor dem Bildschirm.

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Spielen:

– Nix, keine Zeit dafür.

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Machen:
Die Sommertour mit dem Motorrad, 5.079 5.479 Kilometer durch 5 Länder.

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Neues Spielzeug:

Archiv Momentaufnahmen ab 2008

 
3 Kommentare

Verfasst von - 29. Juni 2015 in Momentaufnahme

 

Momentaufnahme: Mai 2015

Herr Silencer im Mai 2015
Brimming with Power

Wetter: Immer noch zu kalt und zu trocken. Pünktlich zu den Eisheiligen erfrieren letzte Blumen, danach ist es bedeckt mit Temperaturen zwischen Einstellig und 13 Grad auch nicht wirklich warm. Wenige Tage sind sonnig und über 20 Grad, und auch am Monatsende ist noch Wärmflasche und, ein Mal, sogar Heizung angesagt.
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Lesen:

Oliver Bowden Assassins Creed Unity
Elise de la Serre wächst im 18. Jahrhundert in Versailles auf. Sie trägt ein schweres Erbe, denn eines Tages soll sie in die Fußstapfen ihres Vaters steigen und Großmeisterin der Templer von Frankreich werden. Dabei steht sie sich hitzköpfige Kämpferin jedoch selbst am meisten im Weg, dicht gefolgt von ihrer Liebe Arno Dorian, der dummerweise das Erbe der Assassinen in sich trägt.

Das Buch ist quasi die Vorgeschichte zum Spiel und findet in dem Moment statt, in dem Arno, am Ende der Story von Unity, Elises Tagebuch findet. Eine typische Bowden-Auftragsarbeit: Fluffig und lesbar geschrieben, aber zu langatmig, zu sehr an Details klebend. Man möchte der Erzählerin aus der ich-Perspektive gerne zurufen: Mach hin, Du verschwendest gerade meine Lebenszeit!

Jonas Jonasson Der Hundertjährige, der aus einem Fenster stieg und verschwand
Ein hundertjähriger steigt aus einem Fenster, klaut 50 Millionen Kronen und hinterlässt eine Spur aus Toten in Schweden. Dabei hält er immer wieder inne, um über sein Leben zu sinnieren – wie er West und Ost die Atombombe gab, Mao, Chruchill, Truman und Einstein traf und am Ende sogar einen Elefanten.

Die Geschichte fängt langsam an und gewinnt nicht an Fahrt. Im Prinzip ein Forrest Gump im Altersheim, ist “der Hundertjährige” so ruhig und monoton erzählt, das selbst Blut und brechende Knochen den Leser kaum aus dem Tiefschlaf zu holen vermögen. Gegen Ende gleitet alles in vollkommene Bedeutungslosigkeit ab, denn “es wird sich schon fügen”.

Bill Willingham Fairest Vol. 4: Of Men and Mice
Ein Bombenanschlag auf ihr Leben führt Cinderella, Fabletowns gefährlichste Geheimagentin, auf die Spur einer Jahrhunderte alten Geschichte – die sich als ihre eigene herausstellt. Eine der Mäuse, die einst ihre Kürbiskutsche zogen, weilt nämlich seit der berühmten Ballnacht unter dem Menschen und fröhnt der freien Liebe – mit schlimmen Resultaten. Und Cinderellas böse Stiefschwester lebt auch immer noch, ist aber jetzt eine Auftragskillerin.
Im mag dieses Spiel mit alternativen Geschichten um bekannte Märchenfiguren, und sowohl “Fables” als auch das Spin-Off “Fairest”, das hier zum ersten Mal mit der, zuvor eigenständigen, Serie “Cinderella” zusammengeführt wird, erzählen schöne Geschichten – um Klassen besser als “Once upon a Time”, das in einem vergelichbaren Setting ziemlicher Käse ist.

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Hören:

Irgendwie nichts richtig, und wenn, dann nur ein wenig Podcasts.

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Sehen:

Interstellar [PSN]
Zwanzig Minuten in der Zukunft wird die Erde langsam zur Wüste. Höhere Technologie ist größtenteils verloren, die Menschen sind Farmer und leben in einem neuen geistigen Mittelalter, in dem die Errungenschaften der Vergangenheit als Mythen abgetan werden. Nur das Double von Christian Bale ist noch clever, und deshalb führen Klopfzeichen aus dem im Bücherregal seiner Tochter ihn in einen Keller, in dem Michael Caine und Catwoman sitzen. Die sind die NASA, und schießen Christian Bale, weil er so clever ist, zum Mond. Am Ende kommt raus, dass er selbst im Bücherregal seiner Tochter hockt und klopft.

Christopher-Nolan-Filme sind meist sehr besonders. Insomnia, Memento, Prestige, die Dark Knight-Reihe, Inception – irre Filme. Interstellar will erkennbar für Nolan das sein, was “2001” für Kubrik war. Nur: 2001 war ein langweiliger, langsamer, ziemlich platter Film mit zu viel Laufzeit, und genau das ist “Interstellar” auch. Die Erzählung kommt nicht in den Quark, die Charaktere sind allesamt doof und egal, die Handlung ist total unglaubwürdig, das Design ziemlich meh, und drei Stunden Laufzeit hätte es nun wirklich nicht gebraucht. Allein die Roboter sind so ungefähr das dümmste, was seit “Plan 9 im Weltall” auf der Leinwand zu sehen war, und der Score düdeld ab Minute eins so aufdringlich, dass er einem auf den Nerven rumfidelt. Dabei gibt es durchaus nette Ideen, wie den Wissenschaftler, der sich über den Egoismus der Menschen beklagt, und anschliessend alles tut, um seine Haut zu retten. Oder auch den Schlußgag, der aber, wie alles andere, so ausgewalzt wird, das man nur noch möchte, dass es vorbei ist. Wenn dann endlich die Credits laufen, hat man erstaunlicherweise das Gefühl, was Episches gesehen zu haben. Das ist Regiekunst: Jedes einzelne Teil des Films ist Banane, aber die Summe ist bei nicht allzuviel Nachdenkens episch.

Marvels Agents of S.H.I.E.L.D., Staffel 1 [TV]
Zwischen “Avengers” und “Captain America: Winter Soldier”Agent Coulson und ein Team SHIELD-Agenten fliegen in einem Airbus um die Welt und jagen Artefakte, böse Leute und anderes.
Ab der Mitte der Staffel fällt Coulson dann auf, dass es irgendwie seltsam ist, dass er überhaupt noch lebt, weil er ja eigentlich in “Avengers” gestorben ist. Dann enttarnt sich Hydra, Nick Fury stirbt, und die Agenten müssen fliehen.

Am Anfang langsame Einführung über ein neues Crewmitglied, dann langsame Spannungssteigerung über einen langen Handlungsbogen. Die erste Staffel von AoS macht schon viel richtig, aber erst als die Handlung die Ereignisse von “Winter Soldier” einholt, geht richtig die Post ab. Gute Schauspieler runden das Ganze ab. Joss Whedon und sein Bruder haben hier eine gute Bühne bereitet, um die Lücken und die Zeit zwischen den Filme zu füllen. Mehr davon!

Lilyhammer, Staffel 3 [DVD]
Ein ehemaliger Mafiosi aus New York packt aus und fängt ein neues Leben an – im norwegischen Lillehammer. Die ersten beiden Staffeln der Serie erzählen, wie er still und langsam Mafiamethoden in der verschlafenen Stadt einführt und zum Nachtclubbesitzer aufsteigt. Staffel 3 räumt den Nebenfiguren viel Platz ein, was den Ton der Serie ändert. Denn die Geschichten der Helferlein sind keine feinen Miniaturen mehr, die von den Problemen mit überfahrenen Elchen handeln. Stattdessen sind sie völlig over-the-top und überzogen. Wenn der Dicke in Brasilien von Koksdealenden Damenwrestlerinnen gejagt wird, dann macht die Serie fast keinen Spaß mehr. Umso schöner sind die Momente, wenn die Mafia wieder reinspielt. Wie ein New Yorker Gangster auf Gastbesuch von einem Schafhirten Schutzgeld erpressen will, dass muss man gesehen haben.

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Spielen:

Wolfenstein: The Old Blood [PS4]
Vor den Ereignissen von “New Order”: BJ Blazkowicz wird in die Alpen entsendet. Dort haben sich die Nazis im Ort Paderborn (fragen sie nicht) in der gewaltigen Bergfestung Wolfenstein verschanzt und graben nach Geheimnissen von König Otto. BJ infiltriert Wolfenstein, aber da er Meister des Gefangengenommenwerdens ist, nur so ca. 5 Minuten.

“Wolfenstein: The New Order” war die Shooter-Überraschung des letzten Jahres: Tolle Story, tiefe Charaktere. Nichts davon gibt es in diesem Stand-Alone DLC, den es Online (Achtung: 37GB!) oder auf Scheibe gibt. Hier sind die Charaktere egal und die Handlung Mumpitz, aber der Nervenkitzel und der Spaßfaktor angesichts Maschinensoldaten und Zombienazis immer noch hoch. Okayes Prequel, aber beim Sequel bitte wieder Story und Charaktere zum Mitfühlen.

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Machen:
Planen, tun, vorbereiten, vielviel Sport.
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Neues Spielzeug:

Archiv Momentaufnahmen ab 2008

 
4 Kommentare

Verfasst von - 29. Mai 2015 in Ganz Kurz, Momentaufnahme

 

Momentaufnahme: April 2015

Herr Silencer im April 2015
Hust, Röchel, wo ist der Frühling?

Wetter: zu kalt und zu trocken. Zu Beginn des Monats 15 Zentimeter Schnee und Temperaturen, die um wenige Grad um den Nullpunkt osziliieren. Ab der zweiten Woche zumindest zweistellig, am Wochenende sogar mit Sonnenschein. Die dritte und vierte Woche werden verregnet und wieder eisig: Nachtfrost, morgens nur 2 Grad. Ein Monat zum im Bett bleiben.
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Lesen:

– Diverse Reiseführer. Eigentlich sogar diverseste. Mehr wird nicht verraten.

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Hören:

aprilsound

Nightwhish: Endless Forms most beautiful [MP3]
Darf man diese Band eigentlich noch mögen, so wie die mit ihren Sängerinnen umgeht? Wie zuvor Tarja erfuhr auch die kleine Olson eine Nacht vorher, dass sie morgen beim Konzert nicht mehr dabei sein wird, weil hinter ihrem Rücken eine andere Frontfrau engagiert wurde. Sowas geht gar nicht. Allerdings ist die neue wesentlich besser als Olson. Floor Jansen ist eine Metalgöttin, die sowohl die Songs der Tarja- als auch der Olson-Ära sehr gut performt. Das Album klingt auch wie ein Mix aus beiden und kommt durchgehend sehr kraftvoll daher.

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Sehen:

Aprilmovies

Game of Thrones, Staffeln 1-4 [BluRay]
Auf dem Kontinent Westeros dauern die Jahreszeiten unvorhersehbar lang. Der jetzige Sommer geht schon 9 Jahre, und unter seiner Sonne kämpfen die Herrscher von Westeros um den eisernen Thron. Es passiert allerhand Mord und Totschlag, Sex, Intrigen und Inzest. Während die Könige sterben wie die Fliegen, kommt aus Süden eine Sklaven- und aus dem Norden eine Zombiearmee anmarschiert. Und der Winter kommt auch…

GoT ist DIE Serie der letzten Jahre. Auch wenn man mit Fantasy nichts am Hut hat, packt einen hier der hohe Production Value (deshalb nur 10 Folgen pro Jahr) und das Element des Unvorhersehbaren: Protagonisten sterben in Massen, kein Charakter ist sicher. Quasi Herr der Ringe in erwachsen und in Serie. Sehr toll.

Paddington [PSN]
Ein kleiner Bär kommt aus dem tiefsten, dunklen Peru nach London und wird am Bahnhof Paddington von Familie Brown aufgelesen. Denen zieht er den Stock aus dem Hintern, und es passiert Marmelade.

Ich liebe ja Paddington und die alte Animationsfilmserie aus den 70ern, die sehr langsam, aber gewaltig witzig und liebenswürdig war. Dementsprechend unterwältigt war ich nach den ersten Trailern, die einen krachlauten, computeranimierten Pippi-Kacka-Bären zeigten, der in Slapsticksituationen mit Ohrenschmalz herumfuhrwerkt und von Nicole Kidman gejagt wird. Umso angenehmer ist die Überraschung, dass die 2015er Auflage von “Paddington” ein wirklich feiner Film geworden ist, an dem Erwachsene und Kinder Spaß haben können. Einer der großen Verdienste des Filmes ist, dass endlich gezeigt wird, warum Paddington sprechen kann und wieso er so feine Manieren hat. Kann man sich gut an verregneten Sonntagnachmittagen angucken.

Furious 6 [PSN]
Dom und Paul Walker fahren Auto in Spanien. Dann kommt The Rock und sagt, sie sollen in London Auto fahren, aber am Ende explodiert in Amerika ein Panzer.
Echt, keine Ahnung um was es in dem Film ging. Aber das mit dem Autofahren, das können die schon.

Der Hobbit: Die Schlacht der fünf Heere [PSN]
Nach zwei langen Filmen hat Zwergenkönig Zottelbart mit seiner Bande aus Pimpi, Mimpi, Pupsi, Hupsi und dem Dicken endlich den Berg eingenommen. Vermutlich aus Langeweile wird er nach 5 Minuten verrückt, und vor dem Berg marschiert jeder und seine Mutter mit einem Heer auf. Dann gibt´s aufs Maul, der blonde Frodo steht doof daneben, und am Ende kommen die Adler.

Achje. Irgendwer hätte Peter Jackson mal sagen sollen, wann es genug ist. Dieser Film hat von allem zu viel. Zu viel Overacting, zu viel Colorgrading, zu lange und weilige Kampfszenen, eine zu lange Laufzeit. Zuwenig hat er nur an Geschichte. Das ist vor allem daran zu merken, das Bilbo in seinem eigenen Film die meiste Zeit nur rumsteht und betroffen guckt. Dabei geht es die ganze Zeit nur darum, dass ein Zwerg in einem Berg hockt! Nix mit fühlbarer Bedrohung, kein Ende der Welt oder eine große Gefahr, wie sie seinerzeit von Sauron ausging. Hier geht es um nichts, die Charaktere sind egal, und das merkt man sehr schnell. Postiv: Es gibt wenigstens keine Klötenkobolde oder Gopro-Wasserrutschen, Negativ: Es gibt schon wieder Adler! ARG! Egal welche Abenteuer unterwegs sind, vier der sechs HDR-Filme enden mit Adlern! Ob in “Zwei Türme”, “Rückkehr des Königs”, “Eine unerwartete Reise” oder jetzt in der “Schlacht der fünf Heere”: Fünf Minuten vor Ende kommen die Adler und retten den Tag. Das ist nicht nur ärgerlich, das entwertet auch die bis dahin überstandenen Strapazen. Wenn sie so toll sind, hätten nicht die doofen Adler den Ring in den Vulkan werfen können?!

Avengers: Age of Ultron [Kino]
Robert Downey Junior manipuliert an Tom Hiddlestons Stab herum und erschafft dadurch ein künstliches Arschloch namens Ultron. Der fängt sofort an rumzupupen und erst das das Internet und dann die Menschheit kaputt zu machen. Tja, mit Vorratsdatenspeicherung wäre DAS nicht passiert!

Avengers II ist ein sehr cooler Film mit jeder Menge Schauwerte. Die Eröffungssequenz wird später in Lehrbüchern auftauchen, und die Effekte, Kamera und Schauspieler sind alle 4fach A. Glücklicherweise hat Joss Whedon jemand gesagt wann es genug ist, und er hat den Film von über 3 Stunden auf 160 Minuten runtergeschnitten. Dennoch sind manche Szenen zu lang, manchmal holpert das Pacing, und ich werde das Gefühl nicht los, das manche der Holperszenen das Requiem Whedons auf seine Zeit mit den Avengers ist.

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Spielen:

Aprilgames02
Assassins Creed Chronicles: China [PS4]
China, 1530: Der Assassinenorden ist vernichtet. Die letzte Assassinin ist die junge Shao Yun. Sie macht sich auf den Weg nach Italien, um von Mentor Auditore zu lernen, wie sie die Bruderschaft neu Aufbauen kann. Zurück in China macht sie sich auf einen Rachefeldzug gegen intrigante Schlüsselfiguren.

“AC: Chronicles” ist kein normales Assassins Creed, sondern ein Minispiel und Bestandteil des Season Pass von Unity. Es handelt sich im Kern um einen 2,5D Stealth-Sidescroller, sehr linear, kaum Story, kein AC-Überbau. Steuert sich präzise, macht Spass. Das Besondere ist die Optik: Zwischensequenzen, Figuren und Hintergründe sehen aus wie Tuschezeichnungen, was dieses kleine Spiel zu einer Perle macht. Wenn AC II “Poetry in Motion” war, ist ACC: China “Art in Motion”.

Deadpool [XBOX 360]
Deadpool ist ein genetisch veränderter Söldner im X-Men-Universum. Deadpool legt Leute um. Und Deadpool ist verrückt. Er ist schizophren, manisch, hat eine multiple Persönlichkeit und Halluzinationen. Und: Er ist sich bewusst, dass er eine Comicfigur in einem Computerspiel ist. Das führt zu absurden Situationen, etwa, wenn er direkt mit dem Spieler redet, vor der Kamera wegläuft, sein eigenes Spiel umgestaltet oder er mittendrin so viel Kram in die Luft jagt, dass den Produzenten das Budget ausgeht und alles auf 8-Bit zurückgsschaltet wird. Das ist irrsinnig komisch und sehr schön inszeniert. Ein ums andere Mal musste ich laut loslachen ob der absurden Situationen und Einfälle. Mit die absurdeste: Deadpool spielt eine zentrale Rolle bei der Rettung der Welt, verkündet ein Botschafter aus der Zukunft, denn… Ja, und ab diesem Punkt hört Deadpool schon nicht mehr zu und als Spieler erfährt man nie worum es eigentlich geht. Bei so viel Skurrilität sehe ich gerne über repetitives Gameplay im Arkham-Asylum-Stil hinweg.

Life is Strange [PS4]
Nach Jahren kommt die junge Max in ihre Heimatstadt zurück um dort zu studieren. Plötzlich wird sie von Visionen geplagt, in denen der Ort von einem Sturm zerstört wird. Noch merkwürdiger: Max kann plötzlich die Zeit manipulieren.

“Life is strange” ist ein Adventure im Episodenformat vom französischen Studio Dontnod, die mit dem großartigen, aber kommerziell erfolglosen, “Remember Me” bereits bewiesen haben das sie was können. Ihr neuestes Werk wird gerne mit “Twin Peaks” verglichen, hat aber außer einer abgelegenen Kleinstadt, sehr langsamer Erzählweise und vieeelen Dialogen wenig mit der Kultserie gemein. Sehr schick ist der Einfall, dass man nach Durchlaufen der adventuretypischen Dialoge und Entscheidungen die Zeit zurückdrehen kann, um zu gucken, was passiert wäre, wenn man anders gehandelt hätte. Nach der zweiten von fünf Episoden zeigt sich das Spiel als langsam und stellenweise in der Bedienung sperrig, aber auch atmosphärisch und spannend. Hier wird die Bühne für etwas Großes gebaut, und ich hoffe sehr, dass mit der nächsten Episoden das ganze an Fahrt gewinnt.

Back to the Future [PS3]
1986, ein Jahr nach den Ereignissen der Filme: Marty McFly erfährt, dass Docs alte Garage versteigert werden soll, weil der alte Mann seit einem Jahr verschollen ist. Auf dem Weg zur Auktion wird Marty fast vom DeLorean überfahren, dessen Notfallschaltung ihn aus dem Jahr 1930 in Martys Gegenwart geschickt hat. Zusammen mit Einstein macht sich Marty auf in die Zeit der Prohibition, nur um festzustellen, dass Doc im Knast sitzt, die Stadt in der Hand des Alkoholschmugglers Tannen ist, der junge Doc Anwalt werden soll und eine gewisse Miss Strickland das moralische Gewissen der Stadt ist.

Einige Verwicklungen später springt die Zeitmaschine wieder ins Jahr 1986, das sich aber radikal verändert hat. In der Vergangenheit haben Doc und Edna geheiratet und Hill Valley zu einer total überwachten, moralisch einwandfreien Gesellschaft gemacht. Marty muss zusammen mit der Punkerin Jennifer Parker eine Revolution anzetteln und noch einmal in die Vergangenheit, um alles wieder in Ordnung zu bringen. Aber in der Vergangenheit existiert Hill Valley nicht mehr…

“Back to the Future – The Game” ist eine der ersten Lizenzumsetzungen von Telltale und schon 2011 rausgekommen. Das Studio ist auf Adventures spezialisiert, die in kurzen Episoden herauskommen. BTTF ist ein klassisches Point-and-Klick-Adventure in 3D mit den üblichen Macken, wie einer leicht orientierungslosen Steuerung und einem umständlichen Inventar. Das verzeihe ich aber gerne, denn das Spiel ist excellent geschrieben, von den Originalautoren der Filme, und super vertont. Das Spiel ist eine würdige Fortsetzung der Filmgeschichte. Wer schon immer mehr Marty, mehr Doc, mehr Einstein und mehr DeLorean wollte, der ist hier richtig.

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Machen:
Nochmal gepflegt krank sein. Einen Balkon einrichten. Dinge vorbereiten.
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Neues Spielzeug:

Einen Elektrogrill, einen Severin PG 8523. Und den dazu passenden Balkon, für den jede Menge Möbelzeug und Blumen gekauft werden wollten.

severgrill

Archiv Momentaufnahmen ab 2008

 
3 Kommentare

Verfasst von - 30. April 2015 in Momentaufnahme

 

Momentaufnahme: März 2015

Herr Silencer im März 2015
SCHNIEF.

Wetter: Stark wechselhaft. Zu Anfang normaler März, leichte Plustemperaturen, stetig steigend. Mitte des Monats heftige Schwankungen: Nachts Minusgrade, tagsüber 15 Grad. Dann einen Tag Sonnenschein, den anderen Schneefall. Am Montatsende unfreundliches Sturm/Regenwetter bei einstelligen Temperaturen.
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Lesen:

Erich Maria Remarque: Im Westen nichts Neues [Kindle]
Paul Bäumer bekommt von seinen Lehrern eingeimpft, dass er zur Ehrenjugend gehört und es seine Pflicht ist, in einen kurzen Krieg gegen Frankreich zu ziehen. Er meldet sich freiwillig und wird in die Vernichtungsmaschinerie des ersten Weltkriegs hineingezogen. Das endlose Sterben um ihn herum macht es ihm unmöglich weiter als Mensch zu funktionieren.
Ein Roman, sicher, aber Remarque erlebte den ersten Weltkrieg ab 1917 tatsächlich an der Front mit. Seine Erlebnisse und die von anderen, die er im Lazarett notierte, sind in dem Buch zusammengeführt. Bedrückendes Zeitdokument über den ersten Weltkrieg und was der Krieg mit Menschen anstellt.

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Hören:

Femme Schmidt: Femme Schmidt [CD]
Tolle Jazzstimme, aber auf diesem Erstling stimmt der Stil noch nicht so ganz. Die zwischenzeitlich erschienenen Singles “Heart shaped Gun” und “Kill Me” schlagen da bessere Töne an. Vielleicht braucht Frau Schmidt noch bis zum nächsten Album, um zu sich selbst zu finden (wie ich diese Formulierung verabscheue, aber hier passt sie).

Klaas Heufer-Umlauf, Jan Böhmermann: Förderschulklassenfahrt [MP3]
Die Klasse 9c der Claudia-Nolte-Förderschule Vechta macht eine Klassenfahrt nach Berlin. Mit dabei: Zwei Inklusionsschüler, Jerome, Frau Retkowski und der irre Bogdan. Der zweite Teil spielt ein Jahr später: Die Personen sind allesamt nicht mehr an der Schule, treffen sich aber unvermittelt in einem Freizeitpark.
Was kommt dabei raus, wenn zwei der größten Talente im deutschen Fernsehen zusammenkommen und ein “Eventhörspiel” improvisieren? Na klar: Quatsch. Stellenweise ganz guter Quatsch, der mich beim Hören giffeln lies, etwa wenn Jerome die Theorie entwickelt, dass Coolness von Schwerkraft beeinflusst wird und beim beschleunigen im Bus herumschwappt, weswegen die coolen Leute immer hinten sitzen. Über lange Strecken hinweg ist es aber unschöner Quatsch. Gerade die Darstellung der behinderten Mitschüler ist unterträglich, unlustig und einfach nur nervig. Zudem sind die Hörspiele mit 60 Minuten sehr kurz und hören unvermittelt auf. In jedem Fall das Geld nicht wert, selbst wenn man die beiden Autoren mag.

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Sehen:

House, Staffel 8 [DVD]
Serie über einen Arsch, der zufällig ein gutes Gespür für Diagnosen hat. Nachdem zum Ende von Staffel 7 wieder mal alles den Bach runtergegangen ist sitzt Dr. House nun tatsächlich im Gefängnis. Natürlich kommt er da wieder raus und schafft es irgendwie sogar zurück in die Klinik, aber diesmal ist er so weit über alle Grenzen hinausgegangen, dass die Konsequenzen schlimm sind: Cuddy ist weg, das Team aufgelöst und das Ende naht.
Wow. Was für ein Abschluss einer gelungenen Serie. Die achte Staffel dreht nochmal voll auf, zeigt einen House in ekliger Hochform und bietet ein Ende, das anders nicht hätte sein können. Sehr toll.

I, Frankenstein [BluRay]
Frankensteins Monster lebt schon 250 Jahre und jagt in der heutigen Zeit Dämonen. Die dritte Fraktion in diesem geheimen Krieg ist ein Clan von waffentragenden Engeln, die als Gargoyles Wache auf der Erde halten. Als der Oberdämon beschließt mit Frankensteins Formel Zombies zu erschaffen, kommt es zur offenen Schlacht.

Bei manchen Filmen kann ich mir genau vorstellen wie sie zustande gekommen sind. Im Falle von “I, Frankenstein” hat irgendein 5jähriger eine Geschichte um Frankenstein, Zombies, Dämonen, Gargoyles und Engel mit Wachsmalstiften zu Papier gebracht und ist damit stolz zu seinem Papa gelaufen. Weil der ein arabischer Scheich war und Sohnemann einen Gefallen tun wollte, hat er eine Produktionsfirma, Bill Nighy und Aaron Eckhart gekauft und einen Film daraus gemacht. Ich habe ja großen Spaß an kruden Stories (bin der einzige lebende Fan von “Van Helsing”), aber hier macht es die grauenvolle Inszenierung kaputt. Der Film hat überhaupt kein sinnvolles Pacing, die Effekte sind unterirdisch, und in der Summe hat man immer wieder das Gefühl, hier einer überlangen Folge “Buffy” beizuwohnen, nur ohne clevere Dialoge oder sympatische Charaktere.
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Spielen:

Valiant Hearts: The Great War [PS4]
Ein junger Deutscher heiratet eine Französin und beginnt ein Leben als Bauer in Frankreich, als der erste Weltkrieg ausbricht. Er wird des Landes verwiesen und muss für Deutschland in den Krieg ziehen, wo er grausamerweise seinem Schwiegervater im Grabenkrieg gegenübersteht. Währenddessen erleben eine belgische Krankenschwester, ein amerikanischer Fremdenlegionär und ein Sanitätshund andere, aber nicht minder schlimme, Abenteuer.

“Valiant Hearts” ist ein Sideproject von Ubisoft. Der Publisher nutzt seine Cashcows wie “Assassins Creed” und die “Far Cry”-Serie, um solche kleinen Spieleperlen zu entwicklen, die sich dann auch schonmal mit schwierigen Themen befassen. Valiant Hearts möchte die Geschichte und das Grauen des ersten Weltkriegs durch persönliche Geschichten vermitteln, und tut das über Comicgrafik, sanfte Klaviermusik und simple Rätselspielchen. Dazwischen gibt es jede Menge Fakten über den großen Krieg. Der Spagat zwischen bewusst anspruchslosen und einfachen Spielelementen und ernster Erzählung gelingt leider nicht immer, aber immer noch gut genug um emotional zu berühren und Wissen zu vermitteln. Wer alles liest, lernt viel – Valiant Hearts ist einen spielerische Geschichtsstunde. Hut ab vor diesem Experiment, die Welt braucht mehr Spiele wie Valiant Hearts.

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Machen:
Krank sein, das erste Mal in drei Jahren. Bäh.
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Neues Spielzeug:

Neue Reifen für´s Mopped, wieder Pirelli Angel GT.

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Archiv Momentaufnahmen ab 2008

 
17 Kommentare

Verfasst von - 30. März 2015 in Momentaufnahme

 

Momentaufnahme: Februar 2015

Herr Silencer im Februar 2015
Ich. Will. SOMMER!

Wetter: Zu Beginn einstellige Plustemperaturen, Mitte des Monats leichte Minustemperaturen und Schnee. In der vierten Woche Sonnenschein und Schnee abwechselnd bei knapp über Null bis 10 Grad.
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Lesen:

Tim Parks: Italian Neighbours: An Englishman in Verona [Kindle]
Der Engländer Parks zieht in ein Mehrfamilienhaus im Veneto und versucht sich mit den Eigenheiten der italienischen Nachbarn, der italienischen Gepflogenheiten und der italienischen Volksseele auseinander zu setzen.
Parks erreicht in seinem Erstling noch nicht das fein-ironische Niveau seiner späteren Werke. “Neighbours” hat deutliche Längen, bietet aber immer wieder Perlen an Alltagsbeobachtungen und interessante Erklärungen für Eigenheiten der Italiener, die nur aussenstehenden auffallen.

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Hören:

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Sehen:

House, Staffeln 6 und 7 [DVD]
Serie über einen Arsch, der zufällig ein gutes Gespür für Diagnosen hat.
Staffeln 6 und 7 kannte ich noch nicht. Erstaunlicherweise sind die gut – ich hätte erwartet, dass die Serie nach hinten raus krass schlechter wird.

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Spielen:

The Order: 1886 [PS4]
London im Jahr 1886, in einer leicht veränderten Realität. Die Tafelrunde existiert noch, und die modernen Ritter (und Ritterinnen) sind die schnelle Eingreiftruppe der Königin. Nikola Tesla baut ihnen Elektrogewehre und ähnliche Gadgets, mit denen sie das Empire gegen Vampire und Werwölfe verteidigen. Soweit das Tagesgeschäft, seltsam wird es, als eine Mordserie in Whitechapel beginn und Ritter Galahad Indizien für eine Verschwörung innerhalb des Empires findet. Er ermittelt auf eigene Faust und hat plötzlich seinen eigenen Orden zum Feind. Als Gejagter hat er keine Chance, also nutzt er sie.

Moderne Ritter! Steampunkwaffen! Luftschiffe! Schnauzbärte! London! Ein wenig “Assassins Creed”, viel “Underworld”, dazu ordentlich Steampunk: “The Order: 1886″ wartet mit einer zusammengeklauten, aber unterhaltsamen Story auf. Die ist allerdings vorhersehbar, wird gelegentlich holprig und nicht immer logisch erzählt und endet mit Cliffhangern.

Kern des Spiels ist die lineare Inszenierung. Ich bin ein großer Fan davon, weil man, anders als in dem Open-World-Krempel, Geschichten wirklich gut und dicht erzählen kann. “The Order” setzt dabei allerdings die Prioritäten nicht ganz richtig. Optik, Kamera und Schnitt sind auf Filmniveau. Auf der Strecke bleibt bei der cineastischen Erzählung das Gameplay. Viel zu oft muss man als Spieler nur einen Knopf zwischen zwei Zwischensequenzen drücken. Andere Passagen, in denen geschlichen und geschossen werden soll, sind dagegen deutlich zu lang und repetitiv, mit teilweise nervigen Speicherpunkten. Auch wenn die Grafik das bislang beste ist, was man bislang auf der PS4 gesehen hat, das Spiel ist dennoch keine Augenweide. Mit seinen vielen Bewegungsunschärfen und Farbfiltern ist die Optik schön, aber unterkühlt und zu dunkel, und in Kombination mit einem zu niedrigen Kamerafokus führt dazu, dass man als Spieler dauernd den Kopf verrenkt und denkt, man habe was an den Augen.

In der Summe ist “The Order: 1886″ eine schöne Idee mit einem tollen Szenario. Jetzt bitte noch ein wenig mehr Fokus auf eine gute Geschichte, eine vernünftige Steuerung und ein ordentliches Gameplay, dann wird da ein ähnlich erfolgreiches Franchise draus wie “Assassins Creed”. Ich freue mich auf jeden Fall schon auf “The Order: 1887″.

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Machen:
Kurzurlaub in Genua!

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Neues Spielzeug:

Diverse Batterien und Akkus und ein Garmin ZUMO 590, dass den TomTom Urban Rider ersetzen wird.

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Archiv Momentaufnahmen ab 2008

 
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Verfasst von - 27. Februar 2015 in Momentaufnahme

 

Momentaufnahme: Januar 2015

Herr Silencer im Januar 2015
Ich würde jetzt gerne Winterschlaf halten. Nunja, mit kaputten Zeh auf dem Sofa rumliegen kommt dem recht nahe.

Wetter: Zu Beginn einstellige Plustemperaturen, dann zwei Tage leichten Schneefall, Mitte des Monats dann eine Woche Sturm und Temperaturen im zweistelligen Plusbereich. In der dritten Woche der Absacker knapp unter Null Grad, am Monatsende abwechselnd Sturm, Sonnenschein, Regen und Schnee – an einem Vormittag.
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Lesen:

Cheryl Strayed: Wild: A Journey from Lost to Found [Kindle]
Eine wahre Geschichte: Cheryl Strayed ist Mitte Zwanzig, als ihre Mutter unerwartet stirbt. Das wirft die junge Frau total aus der Bahn, sie versucht ihre Trauer mit One-Night-Stands, Alkohol und später Heroin zu betäuben – die Abwärtsspirale scheint unstoppbar. Eines Tages bekommt sie einen Reiseführer über den Südpazifik-Trail in die Hände und beschliesst den 1.600 Meilen langen Weg zu Fuß zu laufen, um sich selbst zu finden und “wieder der Mensch zu werden, zu dem meine Mutter mich erzogen hat”. Unerfahren, mit viel zu viel Gepäck und immer der Verzweifelung nahe geht Cheryl Schritt für Schritt vorwärts, durch glühende Hitze und über schneebedeckte Berge, immer im Kampf mit dem Weg, sich selbst und dem eigenen Körper – der irgendwann so am Ende ist, dass es “eine Erleichertung ist, sich die Zehennägel abzureißen”.
Interessanter Reisebericht, auf jeden Fall. Handwerklich wirkt es, als hätten zwei verschiedene Autorinnen daran geschrieben. An manchen Stellen ist die Geschichte zu poliert und verwendet filmreife und nachgerade unglaubwürdige Bilder, an anderen Stellen klingt es wie das Tagebuch eines Teenagers. Das sind meist auch die Stellen, die ziemliche Längen haben – wenn zum gefühlt hundertsten Mal der Verlust der Mutter beklagt wird oder sich die Gedanken um den Junkiesexbuddy drehen, möchte man einfach nur rufen “JA! Wir haben es ja verstanden, Du Zimperliese!”
Trotzdem ein lesenswertes Buch, zumal für die 5 Euro, die die englische Kindleausgabe kostet.

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Hören:


Awesome Mix Vol. 1 [MP3]
Interessanter Mix alter 70s Songs, Soundtrack zu Guardians of the Galaxy.

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Sehen:

Guardians of the Galaxy [BluRay]
Eine Bande Gauner rettet das Universum. Schön, schräg, humorvoll, actionreich – macht Spaß.

Die zauberhafte Welt von Oz [PSN]
Ein schlitzohriger Jahrmarktzauberer gerät um die Jahrhundertwende in Kansas in einen Tornado und findet sich in Oz wieder. Dort wurde die Ankunft eines Zauberers prophezeit, und prompt schlüpft der Trickbetrüger in diese Rolle um die hübsche Hexe des Nordens zu verführen. Und ihre Schwester. Und eine andere Hexe. Das bricht der Nordhexe das Herz, und sie wird grün und böse und dann geht´s los.

Nette Idee, ein Prequel zu “Der Zauberer von Oz” zu drehen. Stellenweise ist das auch mit originellen Ideen recht gut gelungen, an anderen Stellen hat der Film deutliche Längen und ist schlecht getrickst. In der Summe durchwachsene Unterhaltung.

Veronica Mars – Der Film [BluRay]
Veroncia Mars hat alle Privatdetektivambitionen begraben. In den letzten 8 Jahren hat sie ihr Jurastudium durchgezogenen und arbeitet an einer Karriere als Rechtsanwältin, als die Freundin ihres alten Freudes Logan ermordet wird. Noch einmal kehrt Veronica nach Neptune zurück und trifft alte Bekannte.
Acht Jahre nach dem unvermittelten Ende der Serie bekommen Fans mit diesem, per Kickstarter finanzierten und von Kristen Bell selbst produzierten, Film eine Gelegenheit, sich in Ruhe und Würde von den Charakteren zu verabschieden. Dabei muss man die Serie nicht unbedingt kennen, ohne Vorkenntnisse ist es ein kurzweilig Who-Dunnit. Kennt man aber die drei Staffeln, ist es eine liebevolle Hommage.

Lucy [BluRay]
Der Mensch nutzt nur 10 Prozent seines Gehirns. Lucy nur 7. Das ändert sich, als sie mit einer blauen Wunderdroge in Kontakt kommt, die sie stückweise auf 100 Prozent bringt. Am Ende verwandelt sie sich erst in Gott, dann in einen USB-Stick.
“Lucy” ist ganz großer Quatsch, und keiner von der unterhaltsamen Sorte. Der Film ist geradezu unanständig dumm. Das fängt bei der platten wie falschen Grundannahme (10 Prozent) an, geht über die Ästhetik (Spielfilm wird ständig unterbrochen von Dokumentarfilmbildern), die Schauspielerei (Scarlett Johannsonn telefoniert ihre Rolle nur durch) und die Charaktere (alle unsympathisch außer Morgan Freeman) und vom Plot wollen wir erst gar nicht anfangen: Nachdem Lucy gehackten Schlumpf geschnupft hat, kann sie sofort fliegen, elektronische Geräte fernsteuern und Leute durchleuchten. Am Ende scrollt sie durch Zeit und Universum, um dann … allen ernstes ein göttlicher USB-Stick zu werden. What. The. Fuck.
Ich mag SciFi- Unsinn, aber dieser Quatsch lässt mich ratlos zurück. “Lucy” ist Luc Bessons “2001”, und den finde ich auch doof.
Rausgeschmissenes Geld.

Genova [DVD]
Bei einem Unfall verliert ein amerikanischer Uniprof seine Frau. Um der Trauer zu entfliehen nimmt er eine Stelle an der Universität von Genua an und zieht mit seinen beiden Töchtern nach Italien. Dort versuchen alle drei auf ihre Art mit dem Verlust und dem neuen Leben klar zu kommen.
Ein äußerst ärgerlicher Film, anders kann ich es nicht ausdrücken. Es ist ärgerlich, dass die Kamera gewollt Artsy-Fartsy ständig in Nahaufnahme im Gesicht der Schauspieler herumwackelt. Es ist ärgerlich, dass die Figuren allesamt egal sind – von der Hauptfigur bleibt bis zu Ende des Films nicht mal der Name hängen. Es ist ärgerlich, dass alles so gewollt auf Arthaus gemacht ist und dabei überstilisiert wird: Der Uniprof hat nichts anderes zu tun als mit 8 Studenten in einem Riesensaal zu sitzen und Gespräche auf Kaffeehausniveau zu führen, wenn er nicht gerade mit Studentinnen flirtet. Die große Tochter pubertiert und schmeisst sich jedem Loverboy an den Hals. Und die kleine Tochter geht stiften, was man ihr bei der Baggage auch nicht verübeln kann. Und es ist ärgerlich, das wirklich so gar nichts passiert.
Ein absurd schlechter, belangloser und langweiliger Film, dessen einziges Highlight die schauspielerische Leistung der damals 11jährigen Perla Haney-Jardine ist.

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Spielen:

Middle Earth: Shadow of Mordor [PS4]
Vor den Ereignissen von “Herr der Ringe”: Talion ist ein Ranger von Gondor. Er hält am schwarzen Tor Wache und passt auf, dass es in Mordor ruhig bleibt. Das bleibt es nicht, ein Überraschungskommando von Urukhs tötet ihn und seine Familie. Aber Talion bleibt nicht tot: Ein Ringgeist ergreift von ihm Besitz und bringt ihn zurück. Beide, Ranger und Wraith, sind fortan eins – und können nicht sterben. Gemeinsam versuchen sie die Vergangenheit des Ringgeists zu ergründen und einen Weg zur letzten Ruhe zu finden. Dabei kommen sie Sauron in die Quere, der im Verborgenen seine Rückkehr vorbereitet.

Was war ich bereit das Spiel zu verachten – es hat nichts eigenständiges, sondern klaut hemmungslos von meinen Lieblingsfranchises, seine Geschichte ist kurz, platt und schlecht erzählt, und die Mechaniken repetitiv. Und trotzdem hat es mich gefesselt. Das Schleichen und Klettern aus Assassins Creed funktioniert in Kombination mit dem Kampfsystem aus den “Arkham”-Spielen besser als in “Unity” und macht sogar mehr Spaß. Ab der Hälfte des Spiels wird es taktisch: Die Urukh-Gesellschaft mit ihren Rängen wird simuliert. Unbedeutende Orks werden zu Captains, Captains zu Wachen von Kriegsherren.

Talion kann diese Veränderungen direkt beeinflussen, Konflikte schüren und sogar Orks mit Hilfe des Ringeistes manipulieren. Das funktioniert hervorragend und führt zu tollen Situationen. Etwa, wenn Talion einen Kriegsherren stellt, der seine Bodyguards ruft und plötzlich begreift, dass diese ihm nicht helfen werden, weil sie unter Talions Bann stehen.

Jeder Ork sieht anders aus, und jeder hat eine eigene “Persönlichkeit”. Sie erinnern sich an frühere Begegnungen, tragen manchmal Narben von Wunden, die ihnen Talion zugefügt hat, und kommentieren das entsprechend. Dieses System ist auch auf anderer Ebene überaus motivierend: Talion kann zwar nicht dauerhaft sterben, aber wenn ein Ork ihn im Kampf besiegt, wird er mächtiger und steigt in den Rängen von Saurons Armee auf. Wenn man nicht aufpasst und einen der gleiche Ork immer und immer wieder besiegt, steht man am Ende tatsächlich einer mächtigen Nemesis gegenüber. Ein hervorragendes und motivierendes Actionadventure.

Assassins Creed Unity: Dead Kings [PS4]
Wenige Tage nach dem Ende der Terrorherrschaft der französischen Revolution: Arno ist von der Trauer um Elise gebrochen und säuft sich durch die Tage und Nächte, als der Marquis de Sartre ihn um einen Gefallen bittet. Arno begibt sich nach St. Denis, einem Vorort von Paris, und steigt hinab in die alten Königsgrüfte, in denen Grabräuber nach etwas suchen.
Exakt wie das Hauptspiel ist auch “Dead Kings” optisch eine Schau, Storytechnisch aber mau. St.Denis ist düster in Szene gesetzt, hier unterscheidet sich der DLC vom Feeling deutlich von “Unity”. Erzählerisch geht es nur um einen McGuffin, die Story trägt für maximal drei Stunden. An Gameplay wurden absurderweise die schlechtesten Elemente des Hauptspiels genommen und prominent in Szene gesetzt – wer einmal versucht hat mit der Parcours-Steuerung eine Verfolgungsjagd durch eine viel zu enge Katakombe zu spielen, weiß, was ich meine: Alle zwei Meter klettert die Spielfigur einen Türrahmen hoch statt hindurchzulaufden. Das lässt einen vor Frust ins Gamepad beißen, zumal dieser Mist ein Showstopper sein kann. In der Summe: Mehr Zeit in der Welt von Unity, aber kein guter DLC.

Infamous: First Light [PS4]
Fetch sitzt im Gefängnis und erzählt ihre Geschichte. Sie und ihr Bruder waren drogenabhängig und lebten auf der Straße. Ein letzter Deal sollte ihnen den Ausstieg ermöglichen, aber der ging natürlich schief und der Bruder wurde entführt. Was keiner wusste: Fetch ist ein Conduit und verfügt über Übermenschliche Kräfte. Das macht sie zur Zielscheibe für die Geheimpolizei und Gangsterbanden, die ihre Gabe jeweils für sich nutzen wollen.
Standalone-DLC zu Infamous: Second Son, dreht sich ganz um die junge Fetch. Die war im Hauptspiel ein Nebencharakter, nun erfahren wir ihre Geschichte. Schöne Variation, interessante Geschichte, sehr gut inszeniert. So muss DLC!

GTA V [PS4]
Los Santos ruckelfrei und in HD, mit Egoperspektive und vielen optischen Aufhübschungen. Zwar habe ich die Geschichte um die drei Gauner Michael, Trevor und Franklin schon vor einem Jahr auf der XBOX 360 gespielt, aber auf der PS4 geht das Ganze erst richtig ab. Der Nachbau von Los Angeles ist unfassbar detailliert, die Spielewelt so mit Leben gefüllt und so eine Augenweide, dass es eine Freude ist einfach nur durch die Stadt zu fahren. Die Missionen sind abwechselungsreich, und die Heists großartig. GTA ist verdientermaßen das bislang größte Videospiel. Schade ist, dass inhaltlich die Satire nicht weiß was sie will und die Welt mit sexistischen Pipikacka-Witzen überfrachtet ist – GTA ist die Leinwand für große Erzählungen, aber genau hier versagt es und ruft keine Emotionen außer Ekel hervor.

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Machen:
Diverse Ärzte besuchen.

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Neues Spielzeug:

House – die komplette Serie. Günstig gebraucht geschossen. Eine sichere Geldanlage, die Box wird sonst für 90 – 150 Euro gehandelt, Tendenz steigend.

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Archiv Momentaufnahmen ab 2008

 
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Verfasst von - 30. Januar 2015 in Gnadenloses Leben, Momentaufnahme

 
 
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