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Archiv der Kategorie: Momentaufnahme

Momentaufnahme: November 2014

Herr Silencer im November 2014
Pax

Wetter: Zu Beginn 15 Grad warm und sonnig, ab Monatsmitte 5-12 Grad, Monatsende um die Null Grad oder drunter. Insgesamt sehr trocken.
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Lesen:

Jasper Fforde: The Eyre Affaire [Kindle]
In einem Paralelluniversum, in dem Käse illegal und die Bevölkerung lesesüchtig ist: Thursday Next ist bei der Literaturpolizei. Normalerweise jagt die hartgesottene Kommissarin und Kriegsveteranin Fälscher von Sonetten oder argumentiert gegen Baconisten. Das ändert sich, als sie in eine Jagd nach einem Meisterverbrecher hineingezogen wird, der unsterblich scheint, nach belieben Menschen manipulieren kann und im Vorbeigehen und aus Spaß tötet. Aus der Jägerin wird schnell die Gejagte. Als Thursday Next in Lebensgefahr gerät, erfährt sie unerwartet Rettung durch Mr. Rochester, den Hauptdarsteller im Buch “Jane Eyre” von Charlotte Brontë. Er nimmt sie mit ins Buch, und das ist nur der Anfang einer skurrilen Reise.

Kaum hatte ich das Buch Kalesco als Reiselektüre empfohlen, überkam mich der Drang es selbst noch einmal zu lesen. Kannte ich bislang nur auf deutsch, natürlich ist es im Original nochmal witziger. Fforde hat in seinem Erstlingswerk von 2001 noch Ecken und Kanten, ganz zu sich selbst findet er erst in den Fortsetzungen. Nichts desto trotz ist auch die “Affaire Jane Eyre” schon ein ebenso spannendes wie skurriles Buch. Plock-Plock, wie der Dodo Pickwick sagen würde.
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Hören:
Beim tagelangen Renovieren haben mich Podcasts begleitet:

Die Mikrodilettanten [Podcast]
Un schlechter Qualität aufgezeichnetes Stammtischgesabbel ohne Nährwert. Stellenweise unterhaltsam.

Freakshow [Podcast]
Tim Pritlove-Vehikel. Pritlove-typisch moderiert er es nicht, weil er nebenbei andere Dinge macht, und lässt den Rest der Gruppe einfach reden. Das führt dann schonmal dazu, dass eine dreiviertel Stunde über ein Buch zu FreeBSD geredet wird. Allerdings immer nur die gleichen drei Sätze. Ermüdend, langatmig, größtenteils langweilig. Das versendet sich aber fast, denn der ganze Käse ist mehr als vier Stunden lang. Sowas hört man zum Einschlafen.

Bits & So [Podcast]
Unterhaltsamer Technikpodcast, stellenweise witzig.

Fanboys [Podcast]
Klassiker: Technik, Spiele und Konsum-Podcast aus München. Kompetent und unterhaltsam.
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Sehen:

Maleficient [BluRay]
Die Fee Maleficient wächst im La-la-Land auf. Dann wird sie von Menschen betuppt und so doll grummelig, dass sie die Tochter des Königs mit einem Fluch belegt: An ihrem 18. Geburtag soll die sich an einer Spindel stechen und sterben. Dann kommt aber alles anders.

Die amerikanische Dornröschenfassung wird hier aus einem neuen Sichtwinkel interpretiert: Warum wurde die böse Fee böse? Was ist ihre Motivation, warum handelt sie so? Großartig getrickster und gespielter Film, der mit erstaunlich ruhigen und nachdenklichen Tönen daherkommt. Alleine Angelina Jolie als Maleficient ist das Ansehen wert.

Grand Budapest Hotel [PSN]
Ein fiktives Grandhotel in einem fiktiven Landstrich zur Zeit eines fiktiven Kriegs: Concierge Ralph Fiennes hat sein Haus und die Gäste im Griff. Das ändert sich, als der Verdacht aufkommt er habe eine reiche Besucherin des Hotel ermordet, und sich deren faschistischen Erben an seine Fersen heften.

Abgefahren-surrealer Film, der wirkt, als würde er in der gleichen Welt wie “Lemony Snickets Rätselhafte Geheimnisse”, “Delikatessen” oder “Amélie” spielen. Alle Charaktere sind wild überzeichnet, die Geschichte schräg und die Ausstattung pompös. Der Film macht in erster Linie viel Spaß, und die Überzeichnung macht die Hintergrundthematik (Sudetenlandkonflikt, zweiter Weltkrieg) nicht nur erträglich, sondern entlarvt sie auch: Als Kindergartenkonflikt verbohrter Egoisten.

Veronica Mars, Staffel 01 [DVD]
Veronica Mars ist 17 und Tochter eines Privatdetektivs und einer verschwundenen Alkoholikerin. Sie geht auf eine Highschool, die sowohl von superreichen Kids als auch von Schülern aus armen Verhältnissen besucht wird. Dort passieren immer wieder Dinge, und Veronica ermittelt als Juniordetektivin.

Hört sich bescheuert an, ist aber eine der erfrischendsten Serien, die ich in den letzten Jahren gesehen habe – und dabei ist die von 2004! Kristen Bell, die ich als Lucy aus “Assassins Creed” kannte, spielt die Hauptrolle der cleveren, toughen Juniordetektivin, die anderen immer einen Schritt voraus ist. Dabei schlägt die Serie, trotz der leichten Inszenierung, sehr ernsthafte und erwachsene Töne an. Veronica ist deswegen so tough und bemüht sich immer besser zu sein als alle anderen, weil sie von ihren eigenen Dämonen geplagt wird: Dem Verschwinden ihrer Mutter, dem Geheimnis um den Mord an ihrer besten Freundin und dem Trauma einer Vergewaltigung unter Drogen. Reichlich harter Stoff für eine Jugendserie. Aber es kommt noch besser: Die Highschool, traditionell in US-Serien das Vehikel für harmlose Konflikte mit Lehrern und Cheerleadern, dient hier als Hintergrund für soziale Konflikte zwischen Spoiled Brads und Ghettokids. In der Summe ist das wirklich interessant, spannend und gut gemacht. Die Welt bräuchte mehr so emanzipierte Serienheldinnen vom Schlag einer Veronica Mars.

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Spielen:

Watch Dogs: Bad Blood [PS4]
Nachdem sich die Aufregung um Aiden Pearce in Chicago langsam legt, gerät T-Bone ins Visier der Blume Corporation. Gemeinsam mit dem verrückten Tobias Frewer versucht er herauszufinden warum man den beiden ans Leder will.

Der DLC zu Watchdogs hat lange auf sich warten lassen. Geliefert wird eine spannende und umfangreiche Geschichte, die besser inszeniert ist als das Hauptspiel – Grummelfreak T-Bone und der Suchti Frewer sind interessanter als die Rauhfasertapete Aiden Pearce, und die Geschichte ist gut erzählt und füllt einige Lücken des Hauptspiels. Dazu kommen neue Gimmicks, wie das ferngesteuerte Auto, mit dem man aus der Ferne hacken kann. Nichts weltbewegendes, das im Gedächtnis bleiben würde, aber nette Unterhaltung und die 10 Euro allemal wert.

Far Cry 3 [PS3]
Ein Jugendlicher eiert mit seinen neureichen Freunden über eine tropische Insel und wird dabei von Piraten gefangen genommen. Der Typ flieht, wird von den Einheimischen zum Krieger ernannt, unter Drogen gesetzt und räumt dann im Alleingang unter den Piraten auf.

“Far Cry 3″ habe ich lange gemieden, weil es einem gleich zu Anfang sein ganze Repertoire in die Fresse haut. Wie ein Jahrmarktschreier brüllt es einem entgegen: Laufen! Schießen! Schleichen! Ablenken! Waffen! Fahren! Jagen! Crafting! SkillPoints! Blumensammeln! Tätowierungen! Wettrennen! Customisation! Artefakte! Stützpunkte einnehmen! Freunde befreien! Briefe sammeln! Funktürme hochklettern!

Das alles prasselt in den ersten Minuten auf den Spieler ein, und sorgt für das Gefühl gepflegter Überforderung. Das machen Spiele wie AC:U oder Arkham City zwar auch nicht besser, aber nie so kontextlos und in so schierer Masse wir FC3. So viel auf einmal zu lernen ohne zu wissen warum, das schreckt ab.

Nach einiger Eingewöhnung hat man dann verinnerlicht, was das Spiel von einem will, und stellt schnell fest: Das meiste ist Mumpitz, den man machen kann, aber nicht muss. Konzipiert ist das Spiel mit einem Open World-Ansatz, der aber im Fall von Far Cry 3 nur heisst: Es gibt eine große Karte, die man jederzeit frei bereisen kann, und jede Menge unzusammenhängende Rummelaktivitäten. Ansonsten passiert nicht viel, die tropische Inselwelt sieht hübsch aus, leben tut sie aber nicht. Es gibt keine Random Events oder zusammenhängende Nebenquest, die z.B. in Red Dead Redemption für eine glaubhafte Welt sorgten. Far Cry 3 fällt hier in zwei Teile auseinander: Einerseits ist die Welt grafisch sehr realistisch, andererseits ist sie unbelebt und künstlich. Höhepunkt der Immersionbrechung: Im Urwald liegen Steine herum, auf denen riesengroß die Highscores von Onlinespielern stehen.

Von der Geschichte her ist FC3 ein echtes Ärgernis. Es gibt nur eine Story, und die ist streng linear und stellenweise fürchterlich banal. Entscheidungsfreiheit und Auswirkungen gibt es nicht, und auch hier hat das Spiel wieder das Problem mit der Glaubwürdigkeit: Die Geschichte um mystische Tattoos, drogenvernebelte Krieger, wilde Piraten und Sklavenhändler ist so dermaßen verquast und so schlecht erzählt, dass man sich unweigerlich fragt, ob das hier jetzt Satire sein soll. Dabei gibt es durchaus Highlights: Piratenführer Vaas ist so gut gelungen, dass Ubisoft ihn als Blaupause für den Bösewicht in Far Cry 4 hergenommen hat, und das Thema “kann man nach solch traumatischen Erlebnissen noch in die gewohnte Zivilisation zurückkehren” ist durchaus ernsthaft. Allein, es geht alles unter im Gewalt- und Mystikbrei.
Wirklich gut funktioniert das Gameplay, als Shooter und Fahrsimulation macht FC3 eine gute Figur.

Unterm Strich ein netter Shooter mit guter Grafik, der mit viel zu vielen bedeutungslosen Sammel- und Fleißaufgaben nervt und dessen Geschichte verworren ist.

Assassins Creed: Rogue [XBOX 360]
More of the same im Nordatlantik, http://silencer137.com/2014/11/25/review-assassins-creed-rogue-2014/

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Machen:
Renovieren.
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Neues Spielzeug:
Eimer voll Farbe zählen wohl nicht? Na dann: Diehttp://silencer137.com/2014/11/16/assassins-creed-unity-guillotine-collectors-case-edition-unboxing/
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Archiv Momentaufnahmen ab 2008

 
5 Kommentare

Verfasst von - 28. November 2014 in Momentaufnahme

 

Momentaufnahme: Oktober 2014


Herr Silencer im Tollsten Oktober aller Zeiten, Edition 2014
Geh ran, verdammt!

Wetter: Zu Beginn trocken, aber kühl. In der zweiten Woche nochmal sommerlich, mit Temperaturen bis 20 Grad und Sonnenschein. In der dritten Woche grau und dunkel bei 15 Grad, danach wird es nur kälter und grauer.
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Lesen:

Jasper Fforde: Song of the Quarkbeast (Last Dragonslayer Book 2)
Heute, aber in einer Parallelwelt: Im unvereinigten Königreich leitet die 16jährige Waise Jennifer den Zaubereiservice “Kazam”. Fünf ausgebildete Zauberer bieten magische Dienstleistungen, wie die Suche nach vermissten Gegenständen, dem Versetzen von Häusern oder Rohreinigungen an. Aber dann soll das Unternehmen verstaatlicht werden, ein Duell mit der Konkurrenzfirma Industrial Magic steht an und Jennifer muss mit ansehen, wie einer ihrer Zauberer nach dem anderen verhaftet wird. Wäre doch nur ihr Chef und Mentor da, aber der erscheint nur alle paar Monate für wenige Minuten, und niemand weiß vorher wo.

Fforde entwirft herrlich schräge Welten. In seinen Thursday Next-Romanen ist es die Buchwelt, die aus Buchstaben besteht und deren Charaktere Eigenleben entwickeln. In “Shades of Grey” ist es eine Welt, in der Farbe ein seltener Rohstoff ist. In der Welt von “Dragonslayer” ist Magie das Pendant zu Elektrizität und Computerprogrammen: Etwas alltägliches, was wie Technik aufgebaut und genauso genutzt wird. Es ist schon großes Gelächter, wenn eine Zauberin einen Spruch nicht analysieren kann, weil dessen Betriebssystem so alt ist, dass sie den Code nicht mehr lesen kann. Oder wenn das Mobilfunknetz zusammenbricht, weil es mit Magie betrieben wird, aber die langsam aus der Welt schwindet. Daneben bringt Ffordes “Dragonslayer” einen auch in den vielen, kleinen Details zum Schmunzeln, etwa, wenn er in einem Nebensatz erwähnt, dass Führerscheine nach persönlicher Reife vergeben werden – was dazu führt, dass kein männliches Wesen unter 26 in der Lage ist einen zu bekommen.

Jasper Fforde: The Eye of Zoltar (Last Dragonslayer Book 3)
Jennifer Strange wird von Shandar vor die Wahl gestellt: Entweder die Drachen werden ausgerottet oder sie besorgt ihm einen McGuffin. Natürlich geht sie unfreiwillig auf eine Expedition in ein Königreich, dessen Ökonomie auf Entführung und schnelle Touristentode aufbaut. Bei ihrer Suche trifft sie Kannibalen, die ihre Opfer nach Verzehr ausstopfen, Engel, gähnende Saurier und einen Urmenschen namens Ralph.
Wieder spannend und total absurd. Die Geschichte ist zwar eine Art Nummernrevue, aber sie ergibt einen logischen Sinn und bereitet die Bühne für wirklich große Veränderungen im unvereinigten Königreich.

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Hören:

logo anycast

Bruhns/Moorhart/Kater Anycast [Podcast]
Schräger Podcast, mal nett, mal nervig. Geht über Befindlichkeiten, Rechtsfragen und die Bahn. Nervige Intros. Gelegentlich verwirrte Hosts. Mostly Harmless, gelegentliche Goldnuggets an interessanten Informationen.
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Sehen:

Star Gate: Universe [DVD]
Die Ikarusbasis wird angegriffen und muss evakuieren. Als Zieltor ist gerade eines ausgewählt, dass neun Koordinaten statt der üblichen sieben hat. Und tatsächlich verschlägt es die Truppe aus Zivilisten und Militärs auf ein uraltes Raumschiff, das irrsinnig weit weg in anderen Galaxien herumspringt. Zusammengepfercht auf engsten Raum, mit knappen Ressourcen und ohne Hoffnung auf Rückkehr gehen sich beliebiger Nerdjunge, Chefärztin Blondie, General Schlechtgelaunt, Leutnant Schlitzauge und der Wissenschaftstyp schon bald an die Gurgel.

Es sagt alles über eine Serie, wenn die einzigen Schauwerte dick benippelt an einer Nebenfigur hängen, die auch bei Minusgraden im Tanktop rumrennt. SC:U ist ein Fall von “zu viel gewollt, nix hingekriegt”. Der Cast ist gut (Robert Carlyle!), aber die Charaktere bleiben flach und nervig. Die interessanteste Figur ist noch Major Oberweite. Die ist nicht zumindest nicht flach, aber selbst die größten Brüste können alleine keine ganze Serie tragen.
So interessant die Idee der Gruppe Überlebender fernab der Heimat auf dem Papier auch klingt: Das Setting ist bestenfalls merkwürdig, in Details vollkommen vergurkt. Ein Raumschiff, das durch das Weltall hüpft und nie länger irgendwo bleibt als 60 Minuten? Das sich eigentlich um seine Besatzung kümmert, dann aber irgendwie doch nicht? “Kommunikationssteine” als billiges Plot-Device, um die Charaktere auf die Erde zu bringen? Intrigen und Ränkespiele ohne nachvollziehbare Entwicklung? Das ist alles so Meh und billig. Dazu kommen unfassbar schlechte Episodendrehbücher. So einen Müll gibt es in anderen Serien erst ab Staffel 6, wenn die Luft raus ist. Die dummen Inhalte werden nicht dadurch besser, dass alles extrem humorlos und gritty inszeniert wird: Die Kamera wackelt und zoomt und über jedem zweiten Bild liegen Schmutzfilter, was nahezu ein zu eins Look & Feel von “Battlestar Galactica” kopiert. Nee, SC:U ist nichts. Ein Wunder, dass es noch eine zweite Staffel gab, bevor der Käse eingestellt wurde.

American Hustle [PSN]
1978: Christian Bale ist dick, hat eine Glatze und trickst gemeinsam mit einer angeblichen Lady arme Leute aus. Eines Tages steht das FBI vor der Tür und will, dass er für sie trickst. Das läuft aber irgendwie nicht so gut.
“American Hustle” protzt mit der authentischen Darstellung der 70er Jahre. Da gibt es Polyesterkleider, Brusthaare und Dauerwellen en Masse, was nicht immer schön anzusehen ist. Die Charaktere sind toll und werden hervorragend gespielt – es ist eine Freude, dem Ensemble (Jennifer Lawrence, Jeremy Renner, Bradley Cooper) zuzusehen. Dummerweise ging das auch dem Regisseur so, der seine Schauspieler mal machen, sprich: Improvisieren, liess. Dadurch kommt die ohnehin dünne Story aus dem Tritt, und der Film holpert und stolpert sich durch seine, mit 134 Minuten überdimensionierte, Lauflänge. Muss man nicht gesehen haben, trotz der ganzen Oscarnominierungen.

Now you see me [Konserve]
Vier Straßenzauberer erhalten eine geheime Botschaft und einen Plan für eine Show, ein Jahr später rauben sie eine Bank in Paris aus während sie in Vegas auf der Bühne stehen. Die Beute verteilen sie an ihre Zuschauer. Aber warum? Ihnen auf den Fersen sind Morgan Freeman, der Typ der den Hulk gespielt hat und eine blonde Frau, aber die Magier sind ihren Häschern immer einen Schritt voraus.
Sehr schicke uns stylische Kombination aus Heist-Movie und Magieshow. Super fotografiert, adrenalintreibender Soundtrack, fantastische Schauspieler. Dem Katz- und Mausspiel zuzusehen ist bis zum Ende spannend. Einzige Schwachpunkte: Inhaltlich versteigt sich der Film mittendrin in einen schrägen Mythos und kommt von dem nicht mehr ganz runter. Optisch leiden die tollen (echten) Bilder darunter, dass sie stellenweise mit echt richtige schlechten digitalen Effekten aufgemotzt wurden. Leider sehen die fliegenden Tücher und gerenderten Seifenblasen aus, als hätte sie der Praktikant mit iMovie zusammengefickelt. Das ist schade, denn der Film hat den CGI-Quatscht eigentlich nicht nötig.

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Spielen:

Dead Space 3 [PS3]
Im Jahr 2600 tauchen Artefakte auf, die Menschen in mutierte Viecher verwandeln. Eine merkwürdige Sekte feiert das ab und begrüßt die Ankunft der “Marker” als Beginn der Erlösung, der Ingenieur Isaac Clarke versucht das aufzuhalten.
Sehr atmosphärisches Space Game. Da der Spielercharakter Ingenieur ist und aus herumliegenden Dingen Allerhand brauchbares Zeug basteln kann, kommt ein Hauch von MacGyver auf.
Die Dead Space-Reihe hat sich kontinuierlich weiterentwickelt und ist als Franchise auch in Medien wie Film und Comic gefiltert. Das hatte im zweiten Teil zu narrativer Verhedderung in einer wirren Geschichte geführt, Teil 3 ist hier stringenter und erzählt wieder eine Geschichte, die auch dann einen Sinn ergibt, wenn man nicht alles an Sekundärliteratur kennt. Dafür krankt es an anderer Stelle. Man merkt deutlich, dass Publisher Electronic Arts hier alles reinwirft was man für hip hält und zugleich austestet, was man Kunden zumuten kann: In der zweiten Hälfte mutiert das Spiel plötzlich zum Deckungsshooter und Actiongeraffel, wofür weder das Bewegungsschema noch das Gameplay ausgelegt sind. Manche Missionen sind nur im (kostenpflichtigen) Co-Op spielbar. Und Rohstoffe und wertvolle Erweiterungen lassen sich kaufen – als DLC gegen Echtgeld. Das hatte dazu geführt, dass das Spiel bei Release nicht wohlgelitten war. Zu Unrecht – man kann es auch spielen ohne zusätzlich zu investieren, und die filmreife Inszenierung mit Horror- und Actionsequenzen ist gelungen. Lediglich das Backtracking und lange Laufwege hätte man sich sparen können, das ist aber angesichts der tollen Grafik, die man gerne mehrfach sieht, kein schwerwiegender Kritikpunkt.

The Force Unleashed II [PS3]
Zwischen Episode III und IV: Darth Vader verschont ein machtbegabtes Kind und zieht es als seinen Schüler auf. Der soll eigentlich erst irgendwelche Leute und dann den Imperator töten. Tatsächlich bringt der Galen Marrek Tod und Zerstörung mit allem, was die Macht zu bieten hat, kommt dann aber ins Grübeln, sagt sich von Vader los und bezahlt das mit dem Leben – nicht ohne vorher Ereignisse in Gang gesetzt zu haben, die zur Gründung der Rebellion führen. So weit die Story vom ersten Teil von “Force Unleashed”. Der Nachfolger spielt einige Jahre später. Galen Marrek erwacht auf Kamino und steht Vader gegenüber. Angeblich ist er ein Klon – aber sagt Vader die Wahrheit? Noch nie ist ein Jedi erfolgreich geklont worden. Galen flieht aus der Anlage und macht sich auf die Suche nach sich selbst, seinem Mentor und seiner Liebe Juno Eclipse.

“Die Geschichte von Force Unleashed ist packender als die der Filme Episode I-III”, urteilte IGN seinerzeit – und hat damit Recht. Die Story ist großartig, und es macht einen irren Spaß, mit Machtkräften und Lichtschwertern Levels zu verwüsten und Sternzerstörer aus dem Orbit zu ziehen(!). Allerdings wird Teil 2 von repetitiven Gameplay, zu kurzer Spieldauer und einer ärgerlich schlecht inszenierten Geschichte geplagt. Das Spiel wurde in nur 9 Monaten entwickelt, und das merkt man. Zwar sind die Assets, Bild und Ton, hervorragend – aber wenn man zum hundertsten Mal einer Welle immer gleicher Gegner gegenübersteht oder zum tausendsten Mal eine schlecht designte Sprungpassage verkackt, dann nervt es nur noch. “Force Unleashed 2″ ist hübsch, aber eine spielerische Qual.
Launig ist der DLC “Schlacht um Endor”. Die Zusatzmission schließt an das alternative Ende des Hauptspiels an und schickt einen bösen Galen Marrek nach Endor, wo er reihenweise Ewoks frittiert und den Stoßtrupp der Rebellen einen nach dem anderen dezimiert und auch vor Han Solo, Chewbacca und Leia nicht halt macht.

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Machen:
Prag besuchen. Eulenfest. Literaturherbst. Lecker essen. Institute besichtigen. Paris. Was für ein TOAZ!
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Neues Spielzeug:
Auto durch die Inspektion, Reisen – das war teuer genug, deshalb kein Spielzeug.
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Archiv Momentaufnahmen ab 2008

 
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Verfasst von - 31. Oktober 2014 in Momentaufnahme

 

Momentaufnahme: September 2014

Herr Silencer im September 2014
September ist der BESTE Monat um Urlaub zu machen. Leider muss ich arbeiten.

Wetter: Zu Monatsbeginn kühl, neblig, herbstlich, 15 bis 20 Grad. In der Mitte dann ein paar Tage Hochsommer mit Sonne und Temperaturen um 23 Grad, dann sackt das Thermometer auf 10 Grad ab und verliert sich im Grau. Das letzte Wochenende erstrahlt im Altweibersommer: Sonne satt und 15-20 Grad.
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Lesen:


Bill Willingham Fables (20): Camelot
Bereits in den letzten Bänden versuchten die Autoren zu schocken: Winter wird zum Nordwind, Therese zu Kannibalin, ihr Bruder stirbt. Und dann wird auch noch Bigby von einem absurden Pophans getötet. Im neuesten Band versucht die Belegschaft des 13. Stocks Bigby wieder zu vereinen, während der im Jenseits seine Jagdgründe erkundet. Derweil wird im Diesseits das Ensemble um Rose und Snow in ein Remake der Artussage gepresst. Schlecht geschrieben, langatmig erzählt und unnötig. “Fables” hätte einen Neustart nötig, die Serie läuft schon mindestens 5 Bände zu lang und hat total den Fokus verloren.
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Hören:

U2 Songs of Innocence [MP3]
Zwangsweise, als iPhone-Nutzer kriegt man das Album zwangsweise in den Account gepusht. Dabei war ich ohnehin interessiert, denn U2 habe ich früher -so Anfang der 90er- geliebt. Die letzten Alben waren eher so meh bis peinlich und bestanden hauptsächlich aus Bonos rumgeheule. Das neue ist, nach ersten drüberhören, dagegen regelrecht… gut. Es ist rockiger und kraftvoller als seine Vorgänger. Eine positive Überraschung.
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Sehen:

Lilyhammer S1 & 2 [Watchever]
Jede Mafiagruppe hat einen “Fixer”, einen Mann für alle Fälle, der Probleme schnell und dezent beseitigt und dafür in der Hierarchie der Organisation ganz oben steht. So einer ist Frank Tagliano – zumindest bis zu dem Tag, an dem eher die New Yorker Mafia verpfeift und ins Zeugenschutzprogramm wechselt. Er kann sich einen Ort für ein neues Leben aussuchen, und weil er die olympischen Spiele so schön fand, wählt er das verschlafene Lillehammer in Norwegen als Unterschlupf. Ganz abschütteln kann er seine Vergangenheit aber nicht, und sein Wesen ändert sich auch nur langsam.

Klingt wie eine typische “Clash of Cultures”-Komödie, ist es aber nicht – jedenfalls nicht in der erwartbaren Richtung. Die Macher sparen sich komische Situationen, die dadurch entstehen, dass ein Amerikaner auf norwegische Eigenarten trifft. Frank Tagliano stapft durch den Schnee im vollen Bewusstsein was er tut und wie es in Norwegen läuft. Die absurden Momente entstehen dann, wenn er Mafiamethoden anwendet und damit die gesetzestreuen Norweger schockiert. Eine feine Umkehrung, und es macht einfach Spaß zu sehen, wie der Mafiosi zum Paten von Lillehammer aufsteigt. Das die Nebenfiguren allesamt einen leichten “Twin Peaks”-Touch haben, macht das ganze nur besser. Lieblingsfigur: Der Rocker mit Rücken, der sich für einen Zumbakurs einschreibt, weil er vermutet das sei eine fernöstliche Kampfsportart. Eine der besten Serie der letzten Jahre.

Snowpiercer [PSN]
In der Zukunft: Die Erde ist erkaltet und meterdick mit Eis überzogen. Bevor die Menschheit über den Deister gegangen ist, hat sie noch fix alle Eisenbahnstrecken der Welt miteinander vertüddelt. Die letzten überlebenden Menschen sitzen nun in einem Hightech-Zug, der mit wahnsinniger Geschwindigkeit immer um den Globus rast. An Bord gibt es ein strenges Klassensystem. Im hinteren Zugteil sind die armen Schlucker untergebracht, je weiter man nach vorne kommt, desto luxuriöser wirds. Eines Tages startet die Revolution, und der hintere Zugteil macht sich auf dem Weg zu Lokomotive.
“Snowpiercer” wurde im Vorfeld als ScFi-Offenbarung abgefeiert. Keine Ahnung warum. Abgenudelt wird hier die alte “Revolutionär kämpft sich durch, am Ende bekommt er die Verantwortung und wird zu dem, was er bekämpfen wollte”-Geschichte. Der Cast ist zwar prominent, aber Captain America und John Hurt wirken irgendwie abwesend und telefonieren ihre Rollen nur durch, Tilda Swinton versteigt sich in eine Sketchup-Nummer mit falschen Zähnen und Goldfischbrille und Ed Harris trägt so dicke Eier zur Schau, dass man ihm sofortiges Ableben wünscht. Dazu kommt hammerschlechtes CGI und die Tatsache, dass die Grundidee von Snowpiercer für mich einfach nicht funktioniert. NIEMAND, der das Ende der Welt überleben will, tut das, in dem er wie blöde in einem Zug um die Welt rast. Die Idee ist Schwachsinn, und der Film tut wenig sie glaubwürdig darzustellen – s´is halt so. Leider fällt dadurch alles quasi ab Start auseinander und wirkt albern.

Monument Men [PSN]
Im zweiten Weltkrieg gründen die USA eine spezielle Gruppe im Militär. Die “Monument Men” tragen Uniform, sind aber eigentlich Kunstexperten und Historiker. Ihre Aufgabe: Von den Nazis geraubte Kunstwerke in den Wirren des Kriegsendes aufspüren und schützen.
Was für ein Stoff! Was für ein Cast (Clooney, Goodman, Murray, etc.)! Es ist allerdings nie ein gutes Zeichen, wenn das Studio und der Verleih die Veröffentlichung ewig verschleppt, und im Fall von “Monument Men” wissen wohl alle Beteiligten, dass sie Mist abgeliefert haben. Leider weiß der Film nicht, was eher sein will: Mal fühlt er sich an wie ein Kriegsdrama, mal wie Oceans Eleven im WWII, mal wie eine Komödie. Damit reitet Regisseur Clooney das Ding voll gegen die Wand und lässt das Ganze wirken wie eine Nummernshow und ein Starvehikel. Sehr schade, zumal ich weiß wieviel Aufwand in dem Film steckt – er wurde zu großen Teilen hier um die Ecke, im Harz, gedreht.

Guardians of the Galaxy [Kino]
Ein kleiner Junge wird von der Erde entführt. 20 Jahre fliegt er in einem eigenen Raumschiff rum und klaut Sachen, weshalb ihm nicht nur die Polizei, sondern auch Kopfgeldjäger auf den Fersen sind. Mit letzteren und ein paar Zufallsbekanntschaften ergibt es sich, dass er die Galaxie vor der Zerstörung schützen muss.
Meine Güte, was für ein cooler Film. Seine Strärke ist gar nicht die egale Story, sondern das Zusammenwirken der unfreiwilligen Heldengruppe. Die tollen Charaktere agieren zu sehen ist eine wahre Freude – und da einer von ihnen ein sprechender Waschbär und ein anderer eine humanoide Pflanze ist, ist das schon eine große Leistung. Bislang bester Blockbuster in diesem Jahr, noch knapp vor Captain ´murica 2
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Spielen:

Heavenly Sword [PS3]
Der Legende nach soll im Jahr des kotzenden Pferds ein großer Krieger geboren werden, der mit einer mythischen Waffe für Frieden im Lande China sorgt. Tatsächlich wird kein Uberkrieger geboren – es gibt nur eine Geburt, und die lässt ein Mädchen das Licht der Welt erblicken. Ihr Vater ist davon so enttäuscht, dass er das Kind töten will. Er entscheidet sich dagegen, lässt das Mädchen aber ihr ganze Leben spüren, was für eine Enttäuschung sie ist. Nariko, so ihr Name, wird isoliert und zum einsamsten Menschen in ihrem Clan. Menschen, die niemanden haben, haben auch nichts zu verlieren, und als Kaiser Bohans Truppen das Land überrollen, ergreift sie das Heavenly Sword und nimmt den Kampf auf.

Heavenlyl Sword ist aus dem Jahr 2007, und das merkt man. Es sieht immer noch super aus, aber das Gameplay ist teilweise gruselig, Rücksetzpunkte sind unfair gesetzt und ein großer Teil der Zwischensequenzen lässt sich nicht überspringen. Ich MAG Zwischensequenzen, aber nicht, wenn ich nach jedem Exitus erst wieder zwei Minuten Film gucken muss, bis ich eine Stelle erneut versuchen kann. Die Steuerung ist träge und unpräzise, in Kämpfen geht die Orientierung schnell verloren und der Schwierigkeitsgrad ist enorm. Warum ich es trotzdem durchgespielt habe? Wegen den Charakteren. Die werden nämlich von Anna Torv (“Fringe”) und Andy Serkis (“Herr der Ringe”) gespielt, wobei das Skript zum Spiel auch von Serkis stammt. Seinen künstlerischen Einfluss merkt man dem Spiel an, sowohl was die Präsentation der Cutscenes als auch die generelle Aufmachung angeht. Unterlegt ist dieses kleine Kunstwerk mit Musik des Prager Philharmonieorchesters.

God of War 3 [PS3]
Kratos ist ein Krieger von Sparta und ein ausgesprochener Kotzbrocken, der auf den Olymp klettert und reihenweise die Götter umbringt.
Wait, what? Die Vorgeschichte der ersten Spiele wird nur kurz angerissen: Irgendwas mit kaputter Familie und einem tricksenden Kriegsgott. Egal. Die Präsentation ist gigantisch: Kratos kletter, rennt und metzelt auf berggroßen Titanen herum, würgt griechische Sagengestalten und verhackstückt einen Gott nach dem nächsten. Das bleibt nicht ohne Folgen: Nach Helios Tod wird es dunkel, nach Poseidons Ableben wird die Welt geflutet. Als Spieler hat man irgendwann keine Lust mehr, die Welt mit diesem egoistischem Unympathen ins Chaos zu stürzen, der nur seine Rache im Kopf hat. Erst am Ende kommt der große Erkenntnismoment, wenn Kratos über die Reste der Welt schaut, die nun für die Menschen die Chance gibt, sich frei vom Joch der Götter zu entfalten.
Bis dahin gibt es 8 Stunden tollste Kletter und Kampfunterhaltung – das, was “Kampf der Titanen” im Kino hätte sein können, wird hier in Spielform beeindruckend zelebriert.

God of War: Ascension
Der Vorgänger, God of War 3, endete mit dem Suizid Kratos. “Acension” ist ein Prequel, das erzählt, wie Kratos vor seinem Aufstieg zum Kriegsgott den Fängen der Furien entkam.
Tolle Schaupltze, wieder großartige Präsentation, in der Summe großer Spass.

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Machen:
Das Übliche im September.
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Neues Spielzeug:
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Archiv Momentaufnahmen ab 2008

 
8 Kommentare

Verfasst von - 28. September 2014 in Momentaufnahme

 

Momentaufnahme: August 2014

Herr Silencer im August 2014
Eigentlich is ja Moppedwetter

Wetter: Zum Monatsbeginn mit um die 30 Grad sehr warm, am 04. sintflutartige Regenfälle, um den 20. rum herbstlich-kühle 13 Grad und Sturm, Ende des Monats Nebel bei 7 Grad. Von Hochsommer zu Herbst in vier Wochen.
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Lesen:

Tim Parks: Italian Ways: On and Off the Rails from Milan to Palermo
Die italienische Bahn, und warum sie so ist wie sie ist. Parks beleuchtet die Rolle eines Verkehrsmittels, das mit der italienischen Volksseele unvereinbar ist und nur gebaut wurde, weil es in der Vereinigungszeit politisch gewollt war. Heute mag niemand die Bahn, aber sie wird gebraucht und genutzt um Posten zu verteilen, um bei Mama und Papa wohnen bleiben zu können, während die Arbeitsstelle am anderen Ende des Stiefels liegt, und um die Inflation in den Griff zu bekommen. Teuerungstatistiken sind an die Preise der Regionalbahnen geknüpft, was die günstigen Ticketpreise erklärt. Daneben gibt es feine Beobachtungen von Menschen und Situationen aus 20 Jahren Pendelei zwischen Verona und Mailand.

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Hören:


Yann Tiersen Ameliè (Soundtrack) [MP3]
Nette Melodien, passen im Film perfekt zu den Bildern. Für sich allein kann man das aber nicht lange hören bis es nervt.

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Sehen:

Moulin Rouge [DVD]
Knallbunter Quatsch, keine Ahnung wie sowas zustande kommt. Vorheriger Drogenkonsum sinnlos, durch die wirbelnden Bilder wird einem auch so schlecht.

The Winter Soldier [BluRay]
Wie kann es eigentlich sein, dass eine Comicverfilmung das EINZIGE Blockbustermedium ist, der ein klares Statement zum Überwachungswahn und eine Haltung zu wuchernden Geheimdiensten hat? Captain America, eigentlich eine absolut alberne Comicfigur, trägt hier einen Film mit durchaus düsteren Momenten, der allseitige Überwachung “zur Sicherheit” und “gegen Terroristen” als Einschränkung der Freiheit problematisiert. Sehr sehenswert.

Operation Walküre [Watchever]
Die Geschichte des Graf von Stauffenberg, dem Attentat auf Hitler und wie die Verschwörer mit einem geheimen Heer fast Berlin einnahmen. Kannte ich noch nicht. Sehr sehenswert, nicht mal Tom Cruise stört.

Egde of Tomorrow [Konserve]
Nochmal Tom Cruise. In der Zukunft wird die Erde von egalen Viechern angegriffen. Tom Cruise ist ein schnöseliger Propaganda-Man. Als der einem General dumm kommt, schickt der ihn zum D-Day an die Front. Irgendwas geht dabei schief, und Cruise muss den gleichen Tag immer und immer wieder erleben wenn er stirbt. “Edge of Tomorrow” ist eine Mischung aus “Starship Troopers” und “Täglich grüßt das Murmeltier” – und zwar eine verdammt gut gemachte! Alleine die vielen Tode des Tom Cruise sind schon sehenswert, aber erst die verschiedenen Zeitverläufe und das Mitfiebern (hat er eine Chance, dadurch das er den Tag auswendig lernt?) machen den Film zum Erlebnis. Dazu gibt es jede Menge Schauwerte und explodierende Sachen. Der beste Sci-Fi-Film seit Minority Report.

The Lego Movie [PSN]
Schlimmstes ADHS-Gehampel, größtenteils Slapstickhhumor. Kaum erträglich. Was den Film besonders macht: Die Liebe, die allerorten darin steckt. Der Helm des 80er-Jahre Astronauten, der genau dort gebrochen ist, wo die Dinger IMMER kaputt gegangen sind. Die Geschichte. Das Ende.
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Spielen:

Infamous 2 [PS3]
Cole ist Fahrradkurier und fährt Dinge von A nach B. Eines dieser Dinge explodiert, und seitdem hat er Superkräfte. In Infamous, dem ersten Teil der Reihe, entdeckte man diese Kräfte und konnte sich entscheiden, ob man die zum guten oder zum Bösen einsetzen wollte. Das hatte Auswirkungen auf die Spielewelt und war recht unterhaltsam. Infamous 2 ist just more of the same. Statt durch New York flitzt man jetzt durch New Orleans, statt gegen die Polizei kämpft man nun gegen eine Miliz. Nett, graphisch schöner als Teil 1., spielerisch aber exakt das selbe.

Infamous: Second Son [PS4]
Delsin Rowe lebt in den Tag hinein. Seine Hauptbeschäftigung ist die Anfertigung von Grafitti. Das ändert sich, als vor seiner Haustür ein Gefangenentransport verunglückt. Als er einem der Verunfallten helfen will und ihn berührt, verwandelt er sich in ein Rauchwölkchen. Und das ist erst der Anfang…
In der Welt von Infamous ist ein merkwürdiges Dingsi explodiert, und nun haben manche Menschen Superkräfte. Delsin kann die übernehmen, und gerät dadurch unversehens in einen Konflikt zwischen den Mutanten und einer staatlichen Armee, die alle Mutierten einfangen und wegsperren will. Klingt nach X-Men mit einem Schuß 1984, und ist storytechnisch gut erzählt. Spielerisch nur ein Aufguß der ersten “Infamous”-Teile: In repetitiven Aufgaben befreit man Stadtviertel um Stadtviertel von Besatzern, immer wieder. Das simulierte Seattle sieht auf der PS4 natürlich toll aus, und es macht einen irren Spaß als Rauchgeist, Neonblitz oder Videosignal durch und über die Stadt zu rauschen. Dabei hat man die Wahl, ob man seine Kräfte zum Wohl aller einsetzen will, oder doch lieber seine Wut auslebt und randaliert. Je nachdem wie man sich als Spieler entscheidet, verändert sich Delsin und die Stadt. Ist man gut, wird alles heller und die Menschen in den Straßen jubeln einem zu. Ist man böse, gibt es diabolische Ringe unter den Augen, die Stadt versinkt im Chaos und Passanten laufen schreiend davon. Seht kurzweilig, schön umgesetzt, aber beim “Third Son” bitte mehr spielerische Abwechselung. Wenn man es nämlich realistisch betrachtet, macht Sucker Punch hier nach “Infamous” und “Infamous 2″ hier das gleiche Spiel zum dritten Mal.

Dantes Inferno [XBOX 360]
Dante begeht schlimmste Verbrechen, im festen Glauben, dass alle seine Sünden vergeben würden, denn er ist ja Kreuzfahrer. Wieder zu Haus ein Florenz stellt er fest, dass Absolution nicht nur eine Lüge der Kirche ist, sondern auch, dass sein Verrat seine wahre Liebe in die Hölle gebracht hat. Also reist er in durch die neun Kreise der Hölle, auf der Suche nach Vergebung – und Beatrice.
Ziemlich kranker Mist. Das Artwork ist toll, optisch macht die Reise durch die Hölle viel her. Spielerisch krankt es: Die Steuerung ist ungenau, was für ein Action-Adventure mit Hack-And-Slay-Einlagen tödlich ist. Dazu kommen haufenweise unfaire Stellen und Uraltgamedesign mit getimten Sprungeinlagen. Ganz Schlimm: Im letzten Drittel hatte man wohl keine Zeit und kein Geld mehr, und baute deshalb die gleiche Arena als “Challenges” 10 Mal (!) hintereinander. Sollen die Gamedsigner in der Hölle schmoren.

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Machen:
Außer dem Weltwieseltag: Nichts spannendes.
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Neues Spielzeug:
Schuhe (Ecco Expediton II). Hepatitisimpfung. Eine Jeans. Eine Cranford-Jacke von Vintage Industries.


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Archiv Momentaufnahmen ab 2008

 
4 Kommentare

Verfasst von - 28. August 2014 in Ganz Kurz, Momentaufnahme

 

Momentaufnahme: Juli 2014

Herr Silencer im Juli 2014
Ou est-ce que je peux acheter un carnet de tickets?

Wetter: Sehr warm, in der Mitte wochenlang heiß und schwül, am Monatsende Regen bei Temperaturen um die 20 Grad. Hey, in Italien sind gerade 14 Grad.
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Lesen:
Reiseführer und -berichte, historische Aufzeichnungen. Ich verrate aber nicht von wo. Tatsache ist, dass ich gerade die nächsten vier Reisen plane.

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Hören:


Lana del Ray Ultraviolence [MP3]
Mag ich. Mehr kann ich gar nicht dazu schreiben, schon weil mir für Musikrezensionen Hintergrund und Terminologie fehlen. Für mich ist “Ultraviolence” more of the same des ersten Albums. Gut arrangierte Stücke zu einem ruhigen Gesang.

Garbage Not your kind of Garbage [MP3]
Frontfrau Shirley-Ann Manson als T-1000 in SCC zu sehen hat das Bedürfnis ausglöst mal wieder Garbage zu hören. Die mag ich sehr, besaß aber nur ein Album (Beautiful Garbage) von denen. “Not your Kind of Garbage” ist von 2012, klingt soundtechnisch aber wie durch ein Zeitloch aus den 90ern gefallen. Inhaltlich ist es ziemlich uninteressant und stellenweise einfach nur …schlecht.

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Sehen:

2014-07-30 16_24_57-Terminator2014-07-30 16_25_26-Terminator_ The Sarah Connor Chronicles - Die komplette zweite Staffel 6 DVDs_ A

Terminator: SCC – The Sarah Connor Chronicles (S01/S02) [Watchever]
Die Geschichte von Terminator sollte eigentlich nach den Geschehnissen in “T2″ von 1991 abgeschlossen sein. Ist sie aber nicht: Der Judgement Day kommt trotzdem, die Maschinen übernehmen die Kontrolle und die Menschheit geht vor die Hunde. Im Jahr 2027 kämpfen die letzten überlebenden Menschen unter der Führung von John Connor. Die Maschinen schicken deswegen Killerroboter zurück in unsere Gegenwart, in der John noch ein Teenie ist, und versuchen ihn hier zu töten. Dagegen hat Johns Mutter, Sarah Connor, verständlicherweise etwas. Verstärkung erhalten die Connors durch eine Teenie-Terminatorin, die der Zukunfts-John zurückgeschickt hat um dem Teenie-John zu helfen.

Cheesy Idee, und ich war der Meinung, dass das nur eine Katastrophe werden konnte. Terminator als Teenie-Soap? OMG! Angenehm, dass es eine wirklich gute Serie geworden ist. Die Autoren wenden einen cleveren Trick an, um Sarah und John in die Gegenwart des Jahres 2014 zu bekommen. Staffel 1 mäandert noch ein wenig herum und setzt zu sehr auf das “Monster of the week”-Rezept, ist aber mit 8 Folgen zu kurz um lanweilig zu werden. Staffel 2 dreht dann richtig auf und hat lange Handlungsbögen, Flüchtlinge aus der Zukunft, eine Terminatorin mit Dachschaden, Shirley Manson als T-1000 und natürlich: Die großartige und bildschöne Leena Headly (die Inzestschwester aus Game of Thrones) als Hauptdarstellerin.
Sehr unterhaltsam, leider war nach der zweiten Staffel Schluß mit der Serie.

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Spielen:

Watchdogs [PS4]
Wie befürchtet: Watchdogs ist ein Open-World-Spielkasten, der mit einem simulierten Chicago und der Idee, dass alles miteinander vernetzt ist und gehackt werden kann, protzen will. Dummerweise war es zu lange in der Entwicklung. Alles, was Watchdogs Welt an Assets bietet, brachte GTA V im letzten Jahr besser und schöner – auf die letzte Konsolengeneration. Zur Vernetzungsidee mit all ihren Gefahren hat Watchdogs gar keine Meinung. Es wirkt geradezu, als hätte man das halbe Jahr, um das sich das Spiel verschoben hat, genutzt, um im Nachgang der Snowden-Enthüllungen jegliche Haltung gegenüber Überwachung, Vernetzung und der Frage, wer eigentlich die Wächter überwacht, aus dem Spiel zu entfernen. Lediglich im Abspann kommen noch Elemente vor, die eine kritische Haltung verraten und mit denen das Spiel mehr Sinn ergibt- aber irgendwie hat man das alles vor dem Release kastriert.

Vielleicht liegt es daran, dass Watchdogs Geschichte belanglos und der Spielercharakter uninteressant ist, vielleicht liegt es an der Tateinheit mit einer absolut ärgerlichen Physik, teilweise nervigem Missionsdesign und vielen offenen Enden, aber als Fazit bleibt: Das war nichts.

Wolfenstein – The New Order [PS4]
1946 – der zweite Weltkrieg tobt, und die Alliierten verlieren. “Das Regime” (der Nazis) gewinnt dank überlegener Technologie, von der niemand weiß woher sie kommt, und unterwirft die Welt. Im letzten Kampf wird der Soldat B.J. Blazkowicz verwwundet und fällt ins Koma. Als er in einem polnischen Sanatorium wieder aufwacht, sind 14 Jahre vergangen. Widerstand gegen das Regime gibt es nicht mehr, und so macht sich Blazkowicz daran, einen aufzubauen.

Ich mag ja alternative Realitäten, und die von Wolfenstein erzeugt Gänsehaut – schon wegen der Thematik an sich (Nazis gewinnen den zweiten Weltkrieg), aber vor allem auch wegen der Umsetzung: Gruselige Experimente und Technologie wie “Panzerhunde” lassen einem Schauer über den Rücken laufen. Dazu kommt die Story: Obwohl “nur” ein Shooter, erzählt New Order sehr detailliert eine nicht unkomplizierte Geschichte, in der ausgefeilte Charaktere im Kontext der Welt glaubwürdig handeln. Wer einmal die tristen Betonwüsten von Berlin oder die Kommandantin Frau Engel oder Krankenschwester Anja gesehen hat, weiß, wovon ich rede. Außerdem ist die historische Geschichte glaubhaft verbogen, was durch Zeitungsartikel und Bücher, die in der Spielwelt herumliegen, ausgeführt wird. So wurden in den 1950ern die USA wurden durch den Abwurf einer Atombombe auf New York zur Kapitulation gezwungen, Japan durch Verhandlungen über den Tisch gezogen. Alles schrecklich, alles gruselig, und darauf bezieht Wolfenstein seinen Reiz.

Grafisch ist das Ganze auf der PS4 einfach nur eine Wucht – bei den Figuren sieht man jedes Haar, jede Narbe, jede Pore in den Gesichtern. Die ZWischensequenzen sind das beste, was ich je an Zwischensequenzen gesehen habe. Dabei ist das Gameplay eine Mischung aus neu- und altmodisch: Es gilt Medizinpäckchen aufzusammen, Autoregenerierung gibt es nicht, und Achievements schalten Fähigkeiten frei – BJ wird anhand der eigenen Spielweise in den Bereichen, die man als Spieler bevorzugt, so immer besser.
“Wolfenstein – New Order” ist der beste Shooter seit Bioshock 1 und steht mit dem verdient auf einer Stufe.

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Machen:
Einen Vortrag halten. Auf Englisch. In Paris. Mache ich nicht jeden Tag, war schon was Besonderes.
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Neues Spielzeug:
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9 Kommentare

Verfasst von - 31. Juli 2014 in Gnadenloses Leben, Momentaufnahme

 

Momentaufnahme: Juni 2014

Herr Silencer im Juni 2014
On the Road.

Wetter: Anfang des Monats so mitteltrüb, in der zweiten Monatswoche plötzlich brüllend heiß, danach gleich wieder Temperatursturz und ab da Aprilwetter.
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Lesen:


William E. Bowman: The Ascend to Rum Doodle [Kindle]
Im viktorianischen London bekommt eine Gruppe Gentlemen die Mission das größte Gebirgsmassiv der Welt, den Rum Doodle, zu besteigen. Leider sind sie dafür vollkommen ungeeignet: Der Missionsleiter verfügt über keinerlei Führungsqualitäten, der Expeditionsarzt ist ständig krank, der Diplomat streitet sich mit allen und der Navigator verläuft sich ständig. Außerdem ist da noch der Expeditionskoch Pong, vor dem es zu flüchten gilt, und 30.000 yogistanische Sherpas…
Der britische Humor und Steife, mit der diese Liga der außergewöhnlichen immer wieder montypythonesk scheitert, ist staubtrocken. Das die Geschichte nie so over-the-top geht wie sie könnte liegt auch daran, dass sie bereits 1956 verfasst wurde. Ich hatte beim Lesen meinen Spaß und habe ein paar mal herzhaft gegnichelt, der Burner ist es allerdings nicht.

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Hören:

Lorde: Everybody wants to rule the World [MP3]
Song zum Trailer des nächsten Assassins Creed und ganz schön cool. Der Trailer übrigens auch.

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Sehen:

School of Rock
Seinerzeit hoch gelobt, letztlich aber nur belangloser Quatsch und eines der schlechteren Jack-Black-Vehikel.

Mad about you (Season 5)
Die Buchmans waren kurz vor der Trennung, nun sind sie schwanger. Nach der anfänglichen Freude im Geheimen bekommen sie es aber schnell mit Kontrollverlust zu tun, Jamie hängt noch an ihrem alten Job und Paul versucht sich als Freelancer durchzuschlagen, was aber nicht gut klappt.
Auch die 5. Staffel von MAY ist einfach nur – goldig. Helen Hunt und Paul Reiser sind großartig, und einige Gastauftritte lassen einen vor Lachen über den Boden rollen (Kevin Bacon knows!).

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Spielen:
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Machen:
Quer durch Europa fahren, am Strand liegen, Leute kennenlernen, Abenteuer erleben.
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Neues Spielzeug:
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Archiv Momentaufnahmen ab 2008

 
2 Kommentare

Verfasst von - 15. Juli 2014 in Momentaufnahme

 

Momentaufnahme: Mai 2014

Herr Silencer im Mai 2014
Noch so viel zu tun, so wenig Zeit.

Wetter: Sehr wechselhaft. Sonnige Abschnitte wechseln sich mit Regenphasen ab, teilweise ist es über Tage stürmisch. Temperaturen sinken morgens nochmal auf 5 Grad, tagsüber 10-15. Um den 20. rum plötzlich fast 30 Grad, die nach kurzer Zeit aber in Gewitter und Schmuddel bei einstelligen Temperaturen übergehen.
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Lesen:

Eoin Colfer: WARP: The reluctant Assasin [Kindle]
Das FBI hat ein Zeugenschutzprogramm, das Personen in der Vergangenheit versteckt. Shit hits the Fan als ein viktorianischer Trickmörder in einen Quantentunnel gerät, in dem gerade ein Wissenschaftler explodiert. Das Ergebnis: Einer der gruseligsten Psychokiller der jüngeren Literatur. Colfer möchte gerne von Artemis Fowl weg, probiert hier aber nicht wirklich was neues aus, und ein wenig nervt der Fimmel, nach dem “Per Anhalter”-Flop unbedingt Kinderbücher schreiben zu wollen. Zumal der der Killer aus der Vergangenheit wirklich gruselig ist.

Eoin Colfer:Artemis Fowl: The Last Guardian [Kindle]
Opal Koboi explodiert und wird zu einem Quantenwesen, dass Armageddon auslösen will. Haven wird zerstört, und Artemis und Holly haben alle Hände voll zu tun um Koboi aufzuhalten und sich gegen 10.000 Jahre alte Berserker, die in den Körpern von Kaninchen und 4jährigen Jungen festsitzen, zu erwehren. Zum Glück hat Mulch Diggums Blähungen.
Der achte und letzte Teil der “Artemis Fowl”-Reihe ist wieder vollgestopft mit Hightech, Action und bizarren Situationen – ein schöner Abschluss.

Bill Willingham:Fairest: The Maharadscha [Graphic Novel]
Ein indisches Dorf wird von Wildhunden überfallen. Als nur noch die Alten, Kinder und Frauen über sind, macht sich die junge Nalayani auf den Weg, um den Maharadscha Sha Ah-Ming um Hilfe zu bitten. Der erweist sich für Fables-Kenner überraschend als alter Bekannter.
Schöne, wenn auch langsame Geschichte, die allerdings mittendrin einen echten Hänger hat, aus dem sie nur mit einem kruden Plot Device wieder herauskommt. Die Reaktivierung von Prince Charming hätte es aber nicht wirklich gebraucht – sein Überleben schmälert retrospektiv das große Opfer, dass er eigentlich erbracht hat, und Charming ist ein zu gefährlicher Charakter, als dass man den einfach so durch die Welt laufen lassen könnte.

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Hören:

Marc-Uwe Kling: Die Känguruh-Offenbarung [Hörbuch]
Kleinkünstler Marc-Uwe geht es gar nicht gut, denn ohne Känguru langweilt er sich zu Tode. Das Känguru, wir erinnern uns, ist ausgewiesen und abgeschoben worden, und selbst das asoziale Netzwerk scheint tot. Aber dann tritt eine Veränderung mit einem großen Schnautzbart in Marc-Uwes Leben, und eine Jagd um die Welt beginnt, an deren Ende am Strand von Griechenland die unfassbare Wahrheit offenbart wird…

Die Geschichten um das sprechende, kommunistische Känguru sind brilliant, ich könnte in einem Fort über den Boden rollen vor Lachen. Die “Offenbarung” ist zum Glück so gut wie seine Vorgänger, die “Känguru Chroniken” und das “Känguru Manifest”. Dabei zerfällt das Werk selbst in zwei Teile. Während der erste in Setting und Ton die Vorgänger weiterführt, verändert sich im zweiten Teil sowohl Umgebung als auch Handlungsbogen. Das ist eine willkommene Abwechselung, und auch wenn es dann letztlich alles total absurd wird: Hey, es sind Geschichten mit einem SPRECHENDEN KäNGURU!
Tip: Nicht das Buch kaufen, sondern das Hörbuch hören. Das wird von Kling selbst vor Livepublikum gesprochen, und viele Gags funktionieren nur in diesem Medium. Abgesehen davon ist seine Intonation des Kängurus einfach nur genial.

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Sehen:

Warhorse [Watchever]
Eigentlich eine total bekloppte Geschichte: Sie folgt dem Leben eines Pferds in der Zeit des ersten Weltkriegs. Was total nervig hätte sein können, ist erstaunlicherweise ein spannender Film mit tollen Bildern geworden. Das allerdings sogar das Pferd mehr Charakter in seiner Rolle entwickelt als Tom Hiddleston und Benedict Cumberbatch in ihren Kurzauftritten, ist ein wenig seltsam.

No Country for old man [Bluray]
Tolle Schauspieler, großartig gespielt. Ganz super, bis zu dem Moment, wo die Leinwand mittendring schwarz wird. Diese Macke der Coen-Brüder, nichts mehr zu Ende zu bringen, lässt einen unbefriedigt zurück.

Brave [BluRay]
Auch eine schottische Prinzessin im 9. Jahrhundert pubertiert mal. Highlanderin Merida gerät an eine Hexe, die nur Bären kann, und gibt bei der eine Überarbeitung der nervenden Königinmutter in Auftrag. Es passieren… Bären. Der Film ist schon drei Jahre alt, war aber bislang an mir vorbeigegangen. Weil “Frozen” im vergangenen Monat meine romantische Seite angesprochen hat, nun also mal Merida angeguckt. Die Geschichte ist total banal und viele Gags vorhersehbar, ABER: Meine Güte, JEDES EINZNE BILD IST EIN KUNSTWERK! Und dann diese Animationen! Großartig.

Angel, Staffel 3-4 [DVD]
Das Spin-Off zu Buffy wurde seinerzeit von ProSieben, wie es damals noch hieß, regelrecht verstrahlt: Ab Staffel 3 gabe es mal hier eine Folge, mal da, oft nach Mitternacht oder auch mal ein Jahr gar nicht. Dabei wird die Serie erst in der 3. Staffel richtig gut: Allein für die Idee, dass die finsteren Mächte heutzutage als Anwaltskanzlei unterwegs sind und böse Taten als casual nine2five-Job ansehen, verdient Lobpreisungen.

Wreck-it Ralph [BluRay]
Figuren aus Computerspielen führen ein Eigenleben, wenn niemand ihr Spiel spielt. Ralph ist der Bösewicht in einem uralten 8Bit-Spielautomaten. Er hadert damit, dass niemand ihn leiden kann. Bei einem Ausflug in andere Spiele stolpert er unversehens in ein seltsames Abenteuer hinein.
Ja, ich arbeite gerade die Animationsfilme der letzten Jahre auf. “Ralph reicht´s” ist in vielerlei Hinsicht bemerkenswert und einer der Filme, die einen wirklich zu Tränen rühren kann. Als Gamer hat man besondere Freude an den vielen Cameos und Anspielungen auf Videospiele, von Supermario bis hin zu Mass Effect.

Frozen [PSN]
Eine Prinzessin entwickelt eisige Superkäfte und wird dadurch einsam und unglücklich, bis sie vor den Menschen flüchtet. Ihre kleine Schwester macht sich auf die Suche nach ihr.
Ui, was für ein interessanter Film. Elegant animiert, witzig, starke Frauenbilder und ein gekonntes Spiel mit Disney-Klischees. Der Zeichenstil gefällt mir persönlich nicht, weil alles ein wenig zu sehr nach “Lissy und der letzte Kaiser” aussieht, aber dennoch absolut sehenswert.
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Spielen:

Spec Ops: The Line [PS3]
Dubai ist durch einen Sandsturm von der Außenwelt abgeschnitten. Die Amis schicken eine Armee rein, die geht verschütt. Also schickt man ein Dreierteam Aufklärer rein. Die klettern im Auge des Sturms in der Luxusstadt herum und entdecken grässliche Greultaten der amerikanischen Armee.
Spec Ops: The Line spielt sich wie ein klassischer Shooter, ist aber ein Antikriegsspiel. Die Aufklärer, deren Anführer man spielt, machen eine Reise mit, die an “Apocalypse Now” angelehnt ist und wie diese verstörende Bilder bietet. Der richtige Hammer kommt am Ende in Form eines Twists, der Stunden vorher mit Fanfaren und Trompeten angekündigt wurde und innerhalb der Spielwelt einen Sinn ergibt, dem Spieler gegenüber aber unfair ist. Die eigentliche Wirkung setzt vorher ein: Man fühlt sich schlecht, während man Spec Ops spielt. Das mag für Shooterfans eine Offenbarung sein – da ich diesen ganzen Modern Warfare- und Battlefield-Quatsch aber eh schlimme scheiße finde, hat mich das nicht umgerissen. Nichtsdestotrotz haben wir es hier mit einem Antikriegsspiel in Analogie zum Antikriegsfilm zu tun – und DAS kann man den Machern von Yager nicht hoch genug anrechnen.

Watch Dogs [PS4]
Aiden ist Hacker. Gut für ihn: In der nahen Zukunft ist alles mit allem vernetzt, und Aiden nutzt das, um die Mörder seiner Nichte zu jagen.
Lange drauf gewartet, nun ist Watch Dogs mit einem halben Jahr Verspätung erschienen. Die habe man gebraucht, um das Spiel zu polieren, heisst es. Wenn ich mir ansehe was jetzt dabei rausgekommen ist, muss es im vergangenen Jahr eine Katastrophe gewesen sein, denn auch im heutigen Zustand ist das Spiel eine Ansammlung von Features und ein einziger Activity-Overkill in einem mittelmäßig aussehenden Open-World-Sandkasten. Watch Dogs wurde vor 5 Jahren konzipiert und hätte ein starkes Statement zu einer allüberwachten und vernetzten Welt sein können. Leider hat es dazu keine Meinung, und versucht mit dem Vernetzungsgedanken zu beeindrucken. Das zieht aber in der Post-Snowden Welt nicht mehr, und da auch die Story belanglos und schlecht erzählt ist, haut Watch Dogs mich nicht wirklich um. Allerdings gibt Ubisoft seinen Franchises Zeit zum wachsen. Das erste “Assassins Creed” war spielerisch auch ein Totalausfall und die Story völlig Banane, erst der zweite Teil wurde ein Meisterwerk. Ich würde Watch Dogs wünschen, dass es das auch schafft. Das Potential ist da.
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Machen: Vorbereiten. Planen. Tarja.

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Neues Spielzeug: Eine Eagle Creek Hemdentasche.

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Archiv Momentaufnahmen ab 2008

 
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Verfasst von - 30. Mai 2014 in Momentaufnahme

 
 
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