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Archiv der Kategorie: kleines gelbes Auto

Kenngezeichnet

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Endlich trägt das Kleine Gelbe AutoTM das Kennzeichen von Götham City. Das war bislang nicht so, aus historischen Gründen fuhr es immer mit einem NOM herum. NOM steht für Northeim. Das Kennzeichen war immer eine gute Tarnung: Ein Northeimer hackt dem anderen kein Auge aus, und mit einem NOM auf dem Nummernschild konnte ich in Northeim wenigstens ohne Sorge an einer roten Ampel anhalten. Leute mit auswärtigem Kennzeichen hören dann oft das Sirren eine Pressluftschraubers, und wenn die Ampel wieder grün wird, sind die Räder verschwunden. Ein NOM bezeichnet übrigens zugleich die kleinste Einheit fahrerischen Könnens. Das heißt aber nicht, dass die Northeimer die schlimmsten aller Autofahrer sind. Ein EIC entspricht 0,25 NOM, und ESW lässt sich nur noch in MilliNOM angeben.

Wie auch immer, zukünftig segeln wir also unter “Gö”-Flagge. Und das ist gut so, denn das neue Kennzeichen zeigt auch an, dass der Wagen jetzt endlich nur auf mich zugelassen ist – das war bislang, ebenfalls aus historischen Gründen, zumindest auf dem Papier anders und hat in letzter Zeit für, äh, familiäre Dialoge gesorgt. Muss ja nicht erst zum Streit eskalieren.

 
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Verfasst von - 17. Mai 2014 in kleines gelbes Auto

 

Durchbescheuert

“Sehen´se, hier, da ist ein Riss, da ist das durchgescheuert”, sagt der Werkstattmeister und hält mir eine kleine Tülle hin. Die ist nur ein paar Zentimeter lang, aus schwarzem Plastik und geformt wie ein kleines Rohr, das an einem Ende etwas dünner ist.
“Wo, hier?”, frage ich. “Ja, genau”, strahlt der Meister. Ich kenne den noch nicht, der ist neu, aber ich mag ihn schon jetzt nicht. Er hat etwas seltsames ans sich, irgendwie… fischig.

Ich sehe mir die Tülle genau an. “Das ist kein Riss”, sage ich dann, “Das ist die Seriennummer”.
Der Meister setzt die Brille auf und guckt noch mal genauer hin. “Auch nee, HIER, da, da ist der Riss”, sagt er dann und deutet auf eine andere Stelle. Ich nehme ihm die Tülle aus der Hand und sehe mir die neue Stelle an. Das Ding ist aus hartem Plastik, da ist nichts durchgescheuert. “Das ist ein Gußgrat, kein Riss”, brumme ich verdrießlich.
Wieder guckt der Meister verwirrt. “Aber das ist undicht, auf jeden Fall, durchgescheuert, jawoll!”
Ich sehe ihm fest in die Augen, dann stecke ich mir die Tülle mit einem Ende zwischen die Lippen, halte das andere Ende zu und blase kräftig hinein. Es entweicht keine Luft. Der Meister guckt meine dicken Backen an und guckt dann zu Boden, wringt die Hände und sagt “Aber auf jeden Fall war das undicht und jetzt ist es dicht. Macht 65 Euro.”

Ich atme tief durch. Die Tülle ist Bestandteil des Scheibenwaschsystems des Kleinen Gelben AutosTM. Das verlor in den letzten Tagen Wischwasser. Und zwar exakt nachdem die Werkstatt einen “durchgescheuerten Schlauch” der Scheinwerferreinigung ersetzt hat. Die ging nämlich angeblich nicht. OK, das kann passieren, Schläuche können durchscheuern. Deshalb hatte ich mir auch vergangene Woche keine Gedanken gemacht, als die Werkstatt das festgestellt hatte. Wurde halt repariert und fertig. Ich benutze die Scheinwerferwaschanlage nie, aber für die Hauptuntersuchung muss das Ding halt funktionieren.

NUR: Als ich dann das Leck feststellte und nochmal in die Werkstatt kam, sagte der Techniker, der vergangene Woche am Wagen gearbeitet hatte: “Ach ja, an den erinnere ich mich… Die ganze Anlage ging nicht, und bis zum Ende habe ich die nicht repariert bekommen.” Die Aussage passte schon mal gar nicht zum Betrag, der auf meiner Rechnung aufgeführt war. Was der Techniker nicht wusste: Bei dänischen Autos, und so eines ist das KGA, brennt das Abblendlicht IMMER. Es hat trotzdem einen An-/Aus-Schalter fürs Licht, der weitgehend nutzlos ist. Das Licht lässt sich darüber nicht regeln, aber die Waschanlage der Scheinwerfer funktioniert nur, wenn der eigentlich unnütze Lichtschalter von 0 auf 1 gedreht wird.

Vermutlich ist folgendes passiert: TÜV-Prüfer macht Auto an, testet Licht, testet Scheinwerferwaschanlage. Die geht nicht, weil der Lichtschalter auf 0 steht. Das merkt aber keiner, weil das Licht ja an ist. Der Techniker sucht stundenlang nach einem Fehler. Der Meister merkt dann, was eigentlich wirklich los ist, und schreibt – als Kompensation für die mit der Suche nach einem vermeintlichen Fehler verplemperte Arbeitszeit- irgendwas mit durchgescheuerten Schläuchen auf den Stundenzettel. Bei der Fehlersuche wurde aber was anderes beschädigt, weshalb der Wagen nun Wischwasser verlor. Ich halte diese Theorie für plausibel, dummerweise kann ich sie nicht belegen.

“Neinnein”, sagt der Meister. “So war das nicht, das war wirklich alles durchgescheuert und hat gar nichts miteinander zu tun. Nein, Gewährleistung kann das deshalb gar nicht sein.”

HmHm. Meine Fresse. Die Besitzer des Autohauses ganz liebe Leute, jeder einzelne Techniker ist fähig, aber in der Summe schaffen sie es immer wieder zu verkacken. Man erinnere sich nur an die Scheibe, die ersetzt werden sollte. Das endete damit, dass das Dach neu lackiert werden musste und die neue Scheibe pfeift noch heute. Oder die Türen, die schon drei Mal abgedichtet wurden und die immer noch Wasser ins Innere lassen. Und mit diesem irgendwie fischigen neuen Meister…. wird es vielleicht Zeit, sich eine neue Werkstatt des Vertrauens zu suchen.

 
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Verfasst von - 20. Dezember 2013 in Gnadenloses Leben, kleines gelbes Auto

 

Ey man, wo is mein Auto?

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Aus der Kategorie: Fragen, die ich mir nie stellen muss.
Gelb ist toll. Wenn nur nicht immer die kurzsichtigen Rentner versuchen würden, Briefe einzuwerfen.

 
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Verfasst von - 23. November 2012 in Ganz Kurz, kleines gelbes Auto

 

Schneetanz

Was für ein Gegensatz: Anfang der Woche bin ich noch mit offenem Hemd bei 30 Grad durch die staubigen Strassen Livornos gewandert, heute tanzen Schneeflocken vor dem Fenster des Arbeitszimmers herum.

Gutes Timing, dass das Kleine Gelbe AutoTM unmittelbar nach meiner Rückkehr aus Italien neue Winterreifen bekommen hat. Die alten wären von der Profiltiefe her noch gut gewesen, aber ich wollte mit denen nicht mehr fahren. Vermutlich waren die einfach ausgehärtet. Bei Nässe driftete der Wagen in scharfen Kurven sofort, und auf Schnee waren die Fahreigenschaften äußerst gemischt. Keine Ahnung wie alt die waren, hatte ich noch vom Vorbesitzer übernommen.

Deshalb hatte ich nach dem letzten Winter den Vorsatz gefasst neue Winterreifen anzuschaffen. Die wurden schon vor zwei Monaten bestellt und jetzt aufgezogen. Auch der Kaufzeitpunkt war gutes Timing, denn die Continental Wintercontact 850 TS, die ich mir ausgesucht hatte, sind, kurz nachdem ich sie gekauft hatte, Testsieger beim ADAC geworden und waren unmittelbar darauf in der Größe, die ich wollte, schon ausverkauft.

Bei der Reifenumziehaktion wurde der Wagen dann auch gleich mal vermessen, weil die letzen Reifen einen Sägezahn aufwiesen. So nennt man ein unregelmäßiges Verschleißbild, dass das Rad huppeln lässt und das mich beinahe in den Wahnsinn getrieben hat. Beim Vermessen kam dann raus, dass ein Hinterrad aus der Spur steht. Kann man dooferweise nicht einstellen, nur die Achse austauschen. Tja, dann bleibt das halt jetzt so. Lieber öfter mal (= alle 5 Jahre) einen neuen Reifen kaufen, als jetzt 1.200 Euro in eine Achse investieren.

Der ganze Winterreifenkram war schon teuer genug, aber ich bin trotzdem zufrieden – auch, wenn es mir keinen Spass macht und es generell unbefriedigend ist, so viel Geld nur für die Erhaltung des Status Quo auszugeben. Aber jetzt kann der Winter kommen, wenn er denn unbedingt will, denke ich und gucke von meinem Schreibtisch aus dem Tanz der Schneeflocken zu.

 
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Verfasst von - 27. Oktober 2012 in Gnadenloses Leben, kleines gelbes Auto

 

Original und Fälschung

Ich traute meinen Augen kaum: ZWEI Kleine Gelbe AutosTM nebeneinander. Aber natürlich kann es nur eines geben!

 
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Verfasst von - 5. Januar 2012 in kleines gelbes Auto

 

Requiem für Nuffelmuffen

“Dann wollen wir mal. Also.”

Herr Südmann rückt seine Lesebrille zurecht und starrt angestrengt auf das Blatt vor ihm. Ich hocke derweil auf dem Besucherstuhl vor seinem Schreibtisch und weiß schon, was jetzt kommt. Bedeutungsschwanger und langsam, voller Ernst und als rezitiere er ein Requiem, beginnt Südmann zu lesen.

“Da haben wir: drei Unterlegscheiben zu je 17 Cent. Drei Schrauben, 8 mal 1,4, Sechskant Hohlimbus, Edelstahl verzinkt, zu je 68 Cent, macht zusammen…”

Herr Südmann sieht er aus wie ein freundlicher Landwirt. Laut Meisterbrief an der Wand ist er 61 Jahre alt. Herr Südmann ist der Chef des gleichnamigen Autohauses. Eine nette kleine Vertragswerkstatt, in der Lagerist Kalinowski und Werkstattmeister Robart die ganze Bude schmeißen. Die beiden versuchen ihren Chef aus dem Tagesgeschäft rauszuhalten, denn wo Herr Südmann auftaucht, verbreitet er auf eine liebenswürdig-hilflose Art Chaos. Er scheint schlichtweg überhaupt nicht zu wissen was um ihn herum passiert, und wenn er nicht gerade von seinen Untergebenen mit so wichtigen Aufgaben wie “Fahrzeugschein zur Dekra bringen” ausgelastet wurde, versucht er anderweitig zu helfen. Das endet meist in Loriothaften Vorstellungen.

“… Dichtungen, 50mm, Papier und 50mm, Gummi. Dann 4,5 Liter Öl, 15 W 40. Wischwaschmittel, 6 Liter….”

Loriothafte Vorstellungen, so wie jetzt. Weil Kalinowski und die Sexbombe vom Empfang schon im Feierabend sind und Robart auf Weiterbildung, macht Südmann die Endbesprechung mit mir. Und besteht darauf, wirklich jede Position der Rechnung vorzulesen und zu erläutern. Echt, keine Ahnung wie Südmann zu seinem Geschäft gekommen ist.

“…und einen neuen Ölfilter, der Luftfilter wurde erneuert, dafür brauchten wir dann so Befestigungsmaterial, vier 18er Klemmschellen. Ist ja so kompliziert bei ihrem Wagen, da muss man ja dieses Dings, diese Luftbrücke vom Turbolader für abmachen. Moment, heisst das Luftbrücke? Oder war Luftbrücke das in Berlin und das im Auto heisst anders?”

Ich zucke mit den Schultern. Mich interessiert nur die Stelle der Rechnung, wo “Gesamtsumme” steht. Bzw. die Zahl dahinter. Ich befürchte das Schlimmste: Hauptuntersuchung, Abgasuntersuchung. Dazu eine Große Inspektion. Neue Vorderreifen. Ausserdem ist die Nuffelmuffe, also diese Manschette an der Antriebsachse, so kaputt, dass das Radlager Geräusche macht wie ein Affe auf dem Schleifstein (“Schlapp-Ugh-Quieck”). Ausserdem klappert der Auspuff. Tja, das Kleine Gelbe AutoTM ist nun auch schon zehn Jahre alt. Aber es läuft wie Sau und ist zuverlässig, darum hege ich gar keine Ambitionen es gegen was anderes einzutauschen. Wenn nur diese Nuffelmuffensache jetzt nicht so teuer wird…

“…Bremsflüssigkeit musste gewechselt werden, dann steht hier noch so Bremsenreiniger drauf, da weiß ich jetzt gar nicht was das ist. Muss ich mal fragen, ruf ich sie dann an wenn ich das weiß. Und dann noch Gebühr für TÜV, aber die heißen ja jetzt auch Dekra, haha, und hier noch eine Auslage…”

Andererseits: In den Jahren davor habe ich quasi nichts in das Auto investieren müssen. Und was hat es in den letzten 12 Monaten nicht alles mitgemacht: Ein irre harter und langer Winter. Fahrten über verschneite Pässe. Eisregen. Danach Fahrten durch die Camargue. Kurverei durch winziger Bergstädte und durch Saint Tropez. Sogar über die weltberühmte Croisette in Cannes ist das Kleine Gelbe AutoTM gerollt. dann hat es zwei Umzüge mitgemacht. Insgesamt ist es in den letzten 12 Monaten 30.000 Kilometer gelaufen, so viel wie sonst in 3 Jahren. Alles ohne Mucken. Da darf dann auch mal die Inspektion was kosten. Hoffentlich haben die nicht zu viel gefunden. Und hoffentlich war die Nuffelmuffe nicht so teuer.

“Macht zusammen: das hier”

Verschämt und mit Trauermiene reicht mir Herr Südmann die Rechnung. Mein Herz macht einen Sprung. Ich bin Fassungslos.

“So wenig?” stammele ich. Südmann strahlt. Was da hinter “Gesamt” steht ist gerade mal die Hälfte von dem, was ich befürchtet hatte. Ich habe schlagartig gute Laune und möchte Herrn Südmann umarmen. Mein Wägelchen ist durch den TÜV, nichts ist groß kaputt und ich bin nicht pleite! Da fällt mir auf, das auf der Rechnung was fehlt.

“Und was ist mit den Nuffelmuffen?”, frage ich.
“Die Nuffelmuffen?”, fragt Südmann.
“Die Nuffelmuffen”, bestätige ich.
“Die sind kaputt, die Nuffelmuffen.”
“Das WEISS ich.”
“Da fällt schon das Fett raus”, sagt Südmann und ringt seine fleischigen Finger.
“Auch das weiß ich, ich habe mir das zusammen mit Meister Robart angeguckt.”
“Sollten wir das machen? Vielleicht kann man da noch bis zum Frühjahr mit warten oder so, wenn sie nicht zu viel fahren…”
“Ich würde das schon besser finden, bevor das Radlager hin ist. Und die Reifen? Die stehen hier auch nicht drauf.”
“Ja, also, die Reifen”, Südmann wirkt als suche er etwas, hinter dem er sich verstecken kann, “Die Reifen… die gibt es nicht mehr. Und den Nachfolger gibt es erst nächstes Jahr wieder. Aber ihr Profil, also das von den Reifen, das ist noch gut, also, das reicht noch.”

Um es an dieser Stelle abzukürzen: Herr Südmann ist vermutlich der schlechteste Verkäufer der Welt und kann froh sein, kompetente Mitarbeiter zu haben, die seinen Laden schmeißen. Er selbst würde den Kunden vermutlich nur alles ausreden.

Die Nuffelmuffen wurden dann doch noch gemacht, gleich am nächsten Tag. Zusammen mit dem klappernden Auspuffblechen.
Und ich werde mich jetzt bis zum Monatsende von Nudeln mit Maggi ernähren. Den billigen.

 
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Verfasst von - 7. Dezember 2011 in Gnadenloses Leben, kleines gelbes Auto

 

100.000



Irgendwie hat so ein Moment ja schon ein wenig Magie:

Herzlichen Glückwunsch, Kleines Gelbes AutoTM!

 
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Verfasst von - 25. März 2011 in kleines gelbes Auto

 

Aufgerüstet

Das Kleine Gelbe AutoTM war ja noch nie schlecht ausgestattet, aber für die kommenden Abenteuer musste gerade noch ein wenig zusätzliche Ausrüstung an Bord genommen werden:
- Abtropfschale
- Wasserdichte Kofferraumauskleidung
- Große Schneeschippe
- Klappspaten
- Teleskopfeger mit Metallschaber
- 2 Reserveeiskratzer
- Zusätzliche Warnwesten
- Mehrere Foliendecken
- 3 kg Streusalz
- 5 kg Streugranulat
- Luftentfeuchter
- Schneeketten
- Stulpenhandschuhe für Aufziehen der Ketten
- Kleines Brecheisen
- Rubbelschwamm gegen Innenvereisung

Jetzt kann´s losgehen.

 
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Verfasst von - 28. Dezember 2010 in kleines gelbes Auto

 

Gegen die Wand

Kurz vor dem Ziel muss man ganz besonders aufpassen. Das letzte Stück der Reise ist IMMER das gefährliste. Manchmal sind es sogar noch die letzten Zentimeter, die sich als heimtückisch herausstellen.

Anscheinend war ich nicht der einzige, der einen Abdruck seines Kennzeichens in der Wand hinterlassen hat.

 
 

Verrückte unterwegs

Warning: Explicit Language

Und dann war da noch: Der Opa auf dem Rewe Parkplatz. Der mir nach dem ordnungsgemäßen Abstellen des KleinenGelbenAutosTM hinterher gehumpelt kam und kund tat “Das ist ja gerade nochmal gutgegangen! Aber das nächste mal setzen sie den Fahrtrichtungsanzeiger, sonst zeige ich sie an!”.

My Ass, erstaunlich, wie gnädig und nachsichtig unsere Mitbürger doch sind. Ebenso erstaunlich: die geradezu übermenschlichen Reflexe, die der gute man an den Tag legte, als ich in ca. 3 Meter Entfernung im Schritttempo vorbeifuhr. Da habe ich echt mehr Glück als Verstand gehabt, das er mir im letzten Moment aus dem Weg springen konnte.

Nicht unwesentlich besser ist die Situation als Fußgänger: Der Autofahrer, der mir “WAS WAR DENN DAS?!” hinterherbrüllte. Ja, was war denn das? Das war mein reflexhaft herausgeschnellter Mittelfinger, der eine angemessene Reaktion auf eine überdramatische Vollbremsung und das wilde Rumgehupe darstellte. “WAS WAR DENN DAS?!” Ja, das war ein ca. Mittfünfziger, der schlicht nicht in der Lage war, das große, gelbe “Achtung” Fußgänger!”-Signal zu sehen und zu begreifen, dass sowohl er als auch ich grün hatten und der dann, nachdem er den Fußgänger fast überfahren hatte, die Frechheit besass mitten auf der Kreuzung anzuhalten, das Fenster runterzukurbeln und rumzubrüllen.

Was mich im Nachhinein ärgert: Er glaubt echt im Recht zu sein, weil er es nicht gerafft hat – und hatte mit einem gebrüllten “Lebensmüder Vollltrottel” sogar das letzte Wort. Aber 1. Bin ich in solchen Situationen selten Schlagfertig und 2. Muss ich ja wohl dankbar sein, dass er nicht an der nächsten Ampel umgekehrt ist, die Bullen gerufen und mich wegen Ehrverletzung oder sowas verklagt hat.

Langer Post, kurz zusammengefasst: Heute waren nur Wichser unterwegs.

 
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Verfasst von - 23. Januar 2010 in Gnadenloses Leben, kleines gelbes Auto

 

Im Trockendock

So, beim Kleinen Gelben AutoTM wurden die Trägheitsdämpfer neu eingestellt, das Stasisfeld kalibiriert, das Deuterium aufgefüllt, die sonischen Kopplungen ausgetauscht, das Unwahrscheinlichkeitsfeld justiert und der verchromte Knopf am Armaturenbrett, von dem keiner weiß wozu er gut ist, poliert.

Darauf eine HU-Plakette! Aber keine mehr für die Abgasuntersuchung. Die AU darf man zwar noch bezahlen, aber eine Plakette gibt es dafür nicht mehr. Mein Vorschlag: den freigewordenen Platz auf dem vorderen Nummernschild könnte man prima für dieses Umweltplakettenvieh verwenden. Das stört mich an der Frontscheibe doch ganz gewaltig. Weshalb ich meine Umweltplakette hinter der Sonnenblende verwahre und nur auf Verlangen vorzeige.

 
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Verfasst von - 7. Januar 2010 in Ganz Kurz, kleines gelbes Auto

 

Knrz-Hmpf-Uff

Zu Hause. Endlich.
Auf den letzten Metern fast noch gescheitert. Im Parkhaus am Bahnhof wird renoviert. Die Ausfahrt führt jetzt über die Rampen, die normalerweise getrennt für Auf- und Abfahrt sind, sprich: Die direkt nebeneinander liegen.

Die Bauarbeiter haben einen hübschen Weg abgeklebt, den man fahren soll. Sieht gut aus, ist aber unrealistisch: KEIN existierendes Seienfahrzeug hat einen SO engen Wendekreis. Um um die Kurve zu kommen, muss man noch einmal zurücksetzen. Dummerweise hat das der Passatfahrer hinter mir nicht gerafft. Und der BMW hinter ihm auch nicht. Uns so standen wir da. Der Passat, der BMW und das Kleine Gelbe AutoTM und konnten weder vor noch zurück.

Für heute freue ich mich nur noch auf eine Dusche und dann BETT. Reisen kann anstrengend sein.
Wann wird eigentlich das Beamen erfunden? Ach, erst im 23. Jahrhundert? Schade, das es jetzt erst Viertel vor Zehn ist. Gute Nacht.

 
 

*Peng VIII*: Ende gut, keinen Bock mehr & DER FILM

Mir fällt gerade auf, dass ich das (vorläufige) Ende der Peng-Reihe noch nicht geliefert habe.

Also: Das Kleine Gelbe AutoTM blieb statt 2 Tagen eine ganze Woche in den Fängen der Werkstatt – das Dach sollte begutachtet werden, die wassergefluteten Türen geprüft und die pfeifende Frontscheibe nachgesehen werden.

Am vergangenen Freitag konnte ich es dann wieder abholen. Und war spontan begeistert: Das Dach ist neu lackiert – und das sehr gut. Keine Spur mehr von den weggerissenen Lackstellen, und der Farbton ist nur eine Nuance anders als der Rest der Karosserie (passt aber dafür wieder zu den Kunststoffteilen). An der Frontscheibe wurden rechts und links neue Windleisten eingesetzt – die jetzt ordentlicher aussehen als vorher. Kosten für Lackierung, Windleisten und Arbeitszeit übernimmt die Werkstatt.
Der Wassereinbruch an den Türen liess sich angeblich nicht simulieren, aber gegen Einreichung eines Beweisfotos, wenn der Regen mal wieder durchschlägt, soll die Gewährleistung greifen.

Nunja. Eigentlich alles gute Nachrichten.

Jegliche Glücksgefühle wurden jedoch beim Verlassen des Hofes im Keim erstickt: Die Frontscheibe pfeift nach wie vor. Beim schnellerem Fahren ist das kaum auszuhalten.
Ich habe jetzt keine Lust mehr auf weiteres Hin-und-Her. Um das Pfeifen ordentlich zu reparieren, müsste die Scheibe nochmal komplett raus und neu eingeklebt werden – ohne Garantie, dass dann alles Still ist. Ich habe mir jetzt erst einmal hochtransparentes Silikon besorgt und werde demnächst mal selbst Hand an die Fuge zwischen Frontscheine und Dach anlegen.

Damit ist diese unsägliche Geschichte erst einmal zu Ende.
Frau Zimtapfel fragte vor Kurzem, wer wohl die Hauptrolle übernimmt, wenn “Die Leiden* des Kleinen Gelben AutosTM” wohl verfilmt würden.

Ich hätte da einen Favoriten:

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Bild: Dreamworks SKG

Und wenn der Scheibendoktor kommt…
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Verfasst von - 28. März 2009 in Gnadenloses Leben, kleines gelbes Auto

 

Peng (VII): Ach, doch, ja

Zwei Tage sollte das Kleine Gelbe AutoTM im Torture Test in der Werkstatt des Vertrauens bleiben.
Sagte man mir zumindest vor drei Tagen.

Testfahrten mit abgeklebten Dichtungen, stundenlang geduscht und von einem Gutachter befummelt werden stand auf dem Programm, um die Ursachen für lautes Pfeifen der neuen Windschutzscheibe und Wassereinbruch herauszufinden. Ansonsten sollte ohne meine ausdrückliche Zustimmung nichts gemacht werden.

Nicht, dass ich nicht gerne mit einem Austauschwagen durch die Gegend eiere, dessen Stoßdämpfer und Motor nicht mehr vorhanden sind und dessen Warnanzeigen wild blinkend auf einen bevorstehenden Warpkernbruch aufmerksam machen, aber so langsam würde es mich ja doch interessieren, was die Schergen da treiben. Also mal angerufen und freundlich erkundigt.
Meister Rüddeck bekommt von der Telefonistin den Hörer in die Hand gedrückt, als er gerade irgendwie abgelenkt ist.

Rüddeck: “Ja, was für ein kleines gelbes Auto?”
Ich: “Das Kleine Gelbe AutoTM.”
Rüddeck: “Ach, das! Doch, ja.”
Ich: “?”
Rüddeck: “Die Farbe ist fast trocken und die Ersatzteile kommen morgen.”
Ich: “WAS?! Sie sollten doch nichts machen ohne vorher rückzufragen!”
Rüddeck: “Ach, doch, ja… Aber der Gutachter sagt, das Dach war noch nie nachlackiert worden, und der Lack war ja nun bei der Scheibentauschaktion weggerissen, und das musste halt gemacht werden. Zahlen wir und der Scheibenarzt.”
Ich: “Hm. Sie haben doch den Farbton gar nicht treffen können.”
Rüddeck: “Ach, doch, ja, den Unterschied sieht man kaum.”
Ich: “Uh. Und was für Ersatzteile?”
Rüddeck (mit Begeisterung in der Stimme): “Wir sind mit ihrem Wagen über die Autobahn gefahren!”
Ich: “Ja? Und, haben sie das Pfeifen gehört?”
Rüddeck: “Ach, doch, so ab 200, da haben meine Kollegen und ich das Pfeifen dann auch gehört! Deshalb kommen da jetzt neue Leisten an die Scheibe dran.”
Ich: “Fein. Und die Türen, bei denen das Wasser durchläuft?”
Rüddeck: “Ach, doch, ja… ich wusste ich habe was vergessen.”

Bin mal gespannt wann und in welchem Zustand ich die Kiste wieder bekomme. :roll:

Historie:
*Peng*
Peng II: Vertauscht
Peng III: Magische Steine, alles auf Grün
Peng IV: Der romulanische Buckelwal
Peng V: Streifenhörnchen
Peng VI: Dusche

 
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Verfasst von - 18. März 2009 in Gnadenloses Leben, kleines gelbes Auto

 

*Peng* (V): Streifenhörnchen

Die Murphy-Woche ist noch nicht vorbei und hat noch mal einen draufgesetzt.
Die Frontscheibe ist wieder okay.
Dafür ist das Kleine Gelbe AutoTM nun ein Streifenhörnchen. Oder ein Fleckenzebra. Wie auch immer, es sieht Scheiße aus, denn die Werkstatt hat es geschafft, zwei große Lackstreifen aus dem Dach rauszureißen.

Das kleine Gelbe ist schon schon ein paar Jahre alt, und die Lackierung ist ebenfalls gealtert, sprich: Ein wenig ausgeblichen. Es hat die Farbe einer gesunden Zinane, was ein Farbton irgendwo zwischen Zitrone und Banane ist.

Wenn eine neue Scheibe eingeklebt wird, muss die während des Trockungsprozesses mit Klebebändern am Dach fixiert werden. Beim Ablösen der Klebebänder hat die Werkstatt nun auch gleich die oberste Lackschicht mit abgerissen – an den entsprechenden Stellen fehlt auf einer Fläche von 10 mal 25 Zentimeter rund ein halber Millimeter Lack, und darunter schimmert es Sonnengelb. Ein Schöneres als das Zinanengelb, aber die ausgefranzten Streifen sehen einfach nach Müll aus.

“Uh”, sagt der Werkstattbesitzer, ein gemütlicher und eher unsicherer Mann, dazu.
“Gut, das wir das nicht waren.”
Mir fällt fast das Essen aus dem Gesicht. “BITTE WAS?! WER DANN?”
“Na, wir hatten so viel zu tun, und dann haben wir das an den Scheibendoktor von drei Geschäfte weiter vergeben. Der macht das ja hauptberuflich und nichts anderes und mit dem gab´s noch nie Probleme und….”
“Ja, und nun?”
“Moment, ich probier mal was.”

Das “Probieren” sieht so aus, dass der Chef des Autohauses Lackpolitur über das Dach, die Seitenscheibe und seine Hose verteilt und mit einem Lappen darin rumwischt. Natürlich lassen sich die Stellen nicht rauspolieren – ein fehlender, halber Millimeter und ein ganzer Farbton Unterschied, das kann man nicht so wegrubbeln.

“Müssen sie sich überlegen, was sie nun machen”, meint er und guckt verlegen, während ihm die Politurpaste über die Schuhe rinnt. Ich sage in ruhigem und deutlichen Tonfall:
“ICH muss da gar nichts überlegen. Ich habe IHNEN den Auftrag zur Reparatur erteilt, Sie haben den ohne mein Wissen delegiert, ihr Subunternehmer hat Mist gebaut.”
“Vielleicht rufen Sie den einfach mal an?”, meint der Chef und wringt das Poliertuch in den Händen.
“Bestimmt NICHT. Der Vertrag ist zwischen uns zustande gekommen. Hören Sie, ich brülle hier ja niemanden an und will niemanden verklagen. Aber sie sehen, dass hier Murks gemacht wurde. Ich möchte einen Wagen zurück, der so ordentlich aussieht wie ich ihn abgegeben habe.”

Beim anschließenden Telefonat zwischen Chef und dem Scheibendoktor lässt dieser Sätze fallen wie “Das Dach ist bestimmt mal nachlackiert worden, und das nicht fachmännisch” und “In 4.000 Austauschfällen gab´s das noch nie” und “Soll der Kunde erst mal mit einem Gutachten und dem Rechtsanwalt kommen.”
Wäre das technisch möglich, ich würde den Kerl übers Telefon erwürgen. Dummerweise reicht meine MACHT dazu nicht aus.
Das Gehabe des Scheibenarztes geht aber auch dem Autohauschef etwas zu weit. Er will am Montag erstmal Gutachter befragen, ob die schon mal ähnliche Fälle hatten, und sich nochmal mit dem Scheibenkleisterdoktor besprechen. Im Notfall wird ein Gutachten auf Chefs Kosten erstellt, die Haftpflicht vom Subunternehmer ist dann dran.

Schön, wenn es so laufen würde. Ich habe weder Lust auf einen Rechtsstreit, noch eine Rechtsschutzversicherung.

Nur: Was soll die Haftpflicht des Glasers eigentlich zahlen? Wenn das Dach ausgebessert und neu lackiert wird, passt das nicht mehr zum Rest des (ausgeblichenen) Wagens. Eigentlich müsste der rundrum neu gestrichen werden, und darauf werden die sich wohl kaum einlassen.

So oder so, heute hat das Kleine Gelbe AutoTM seine Unschuld und sein gutes Aussehen verloren. Bei allen anderen Fahrzeugen, die ich bisher besass, war mir die Optik absolut egal. Beulen? Kratzer? Störte mich nur am Rande oder gar nicht.
Beim kleinen Gelben ist das anders, und diese Aktion, die ärgert mich einfach nur.

Meine Laune ist noch weiter im Keller als den Rest der Woche. Ich will nicht mehr, ziehe mir jetzt die Decke über den Kopf und verkrieche mich die nächsten Tage im Bett.

 
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Verfasst von - 20. Februar 2009 in Gnadenloses Leben, kleines gelbes Auto

 
 
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