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Archiv der Kategorie: Reisen

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So, ich wäre dann auch mal wieder im Lande. In den vergangenen dreieinhalb Wochen habe ich im Sattel des Motorrads insgesamt 7.187 Kilometer zurückgelegt und dabei 6,25 Länder besucht – in der Summe war das noch länger und weiter als die LANGE REISE im vergangenen Jahr. Dabei bin ich über die schönste Autobahnbrücke Europas gefahren, habe das surrealste Gebäude Spaniens besucht und mich in der mich in der Kathedrale der Bilder verzaubern lassen.

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Unterwegs habe ich interessante Leute getroffen, wie die Zuckerbäckerin getroffen, deren Schwiegervater seit 40 Jahren eine Höhle unter der Bäckerei buddelt, oder die Linsenbauern, die ihre Felder mitten im Gebirge haben. Außerdem sind das Wiesel und ich Mythen nachgegangen: Wie haben den Eisernen Baron gefunden, sind über die Teufelsbrücke gegangen, haben dem Klagen des Verräters gelauscht und die Diana gesucht.

Die Teufelsbrücke und das Wiesel. Devil May Cry.

Die Teufelsbrücke und das Wiesel. Devil May Cry.

Ich würde gerne schreiben, dass Motorrad, Wiesel und ich ohne einen Kratzer wieder da sind, aber das wäre gelogen. Hier ist er, der zum Glück einzige Kratzer, den wir uns zugezogen haben:

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Wie der zustande kam und was noch so passiert ist, das gibt es dann im Reisetagebuch. Ich muss jetzt erst einmal Erinnerungen und Bilder sortieren. Oh, und ich muss noch ergründen wie Huhu es geschafft hat seinen… Diätplan zu sprengen. Bis ich dazu komme steht allerdings erstmal noch eine Dienstreisewoche an. Bis es hier im Blog weitergeht wird es noch einen Moment dauern.

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P.S.: Ja, ich habe Euch auch vermisst :-)

 
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Verfasst von - 7. Juli 2014 in Meta, Motorrad, Reisen

 

Nur noch 36 Stunden

Jetzt gibt es ein ganzes Jahr keine Motorradreise mehr. EIN GANZES JAHR!!! Das ist EINE EWIGKEIT.
Dachte ich bei mir.

Dann schaltete die Zeit den Turbo ein, und das Jahr flog vorüber und ich bin nicht mal dazu gekommen die Bücher über mögliche Reiseziele zu lesen, die ich im Oktober 2013 gekauft hatte. Zu dem Zeitpunkt, also 8 Monate vor der Fahrt, stand der grobe Verlauf der Motorradreise 2014 schon fest. Ich hatte im Kopf wo ich hinwollte, hatte die Strecke ergoogelt, in Tagesetappen teilt und schon die drei Viertel der Unterkünfte gefunden und gebucht.

Dann kam Weihnachten, dann das neue Jahr, und ZAPP ist plötzlich Juni. Die letzten drei Monate habe ich wieder fünf Mal die Woche das Fitnessstudio besucht, schon um die über Weihnachten angefressenen 8 Kilo (! Swwas ist mir noch nie passiert!) los und wieder fit zu werden. Muskelaufbau- und Ausdauertechnisch ging´s diesmal auch schneller als im vergangenen Jahr, vermutlich weil ich auch zwischendurch regelmäßig im Fitti war und das nie ganz habe schleifen lassen.

Am Ende passte die Planung für die Vorbereitung ganz genau, aber viel Luft war nicht mehr. Das Motorrad musste noch unerwartet oft in die Werkstatt, zuletzt wegen Problemen an den Bremsen. Softwareprobleme legten vorübergehend die Naviplanung lahm, und die letzten Tagestouren sind auch erst gestern fertig geworden. Dazu kam tagsüber viel Arbeit, nachts Sachen packen und eine längere Abwesenheit vorbereiten. Ich habe gerade nicht Ringe unter den Augen, sondern tiefe Gräben.

In 36 Stunden kann es also losgehen. Das Wiesel wird mich begleiten. Es ist mindestens so aufgeregt wie ich. Bei mir ist es eine Mischung aus Vorfreude und Angst vor der eigenen Courage. Auch wenn die 2014er Tour nicht auf die Auslotung von Extremen ausgelegt ist, sondern auf eine Mischung aus Entdeckung und Vertiefung, habe ich en wenig Respekt ob der schieren Größe. Komisch. Im Vorfeld komt mir das immer als zu lang, zu viel, zu groß, unschaffbar vor – und im Nachgang war alles ein Klacks. Nun, fast alles.

Im Blog herrscht während meiner Abwesenheit Sendepause. Hinter den Kulissen sorgt, wie üblich, Blogpinguin Huhu für die Aufrechterhaltung basaler Funktionen im Maschinenraum von WordPress. Vermutlich ist er ganz froh mich erstmal eine Zeitlang nicht zu sehen. Ich bin nämlich nicht der einzige, der über das Jahr zugenommen hat, allerdings ist Huhu der Meinung, das eine Diät mit Enzug seiner über alles geliebten Fischstäbchen eine Verletzung seiner Grundrechte darstellt. Dementsprechend schmollt er gerade ein wenig, ich habe ihn schon seit Tage nicht gesehen (aber irgendwo bimmelt es gerade). Huhu ist schon merkwürdig. Er liebt zwar die Reiseberichte im Blog und träumt vermutlich auch von anderen Orten, allerdings würde er nie im Leben freiwillig einen Fuß vor die Tür setzen. Tja, jedem das seine.

Ich sage dann mal tschüss und verabschiede mich. Neuigkeiten gibt es vielleicht auf Twitter (siehe Box am rechten Bildschirmrand), vielleicht auch nicht. Bis die Tage, man liest sich!

 
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Verfasst von - 4. Juni 2014 in Huhu, Meta, Reisen, Wiesel

 

Renaissance 2014

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Mein Motorrad, die Renaissance. Eine Kawasaki ZZR 600. Tourentaugliche Supersportlerin, 98 PS, 240 km/h Spitze, Baujahr 2003.

Gerade ist die Maschine frisch aus der Werkstatt zurück. Große Inspektion, Ventile eingestellt, neue Reifen, neue Tachowelle, komplett neuer Sekundärantrieb (hört sich geiler an als “Kette und Ritzel wurden gewechselt”), neue Bremsbeläge, Vorderradbremse auseinandergebaut und gereinigt. Die Kette muss übrigens bei der Eskapade in den Bergen im vergangenen Jahr beschädigt worden sein, die war noch nicht alt, sah aber so aus wie bei jemandem, der des öfteren mal Wheelies macht.

Auch in der 2014er Version fährt die Renaissance mit einigen Modifikationen, die das Leben bequemer und einfacher machen oder die ich auf langen Touren gerne dabeihaben möchte.

Allzu viel gab es im Gegensatz zum 2013er Modell nicht mehr zu verbessern, nachdem ich schon in den vergangenen zwei Jahren mit der Maschine auf großer Tour war. Das auffälligste Merkmal des Modelljahres 2014: Die Carbonpanzerung um den Motor ist jetzt schwarz. Eine kulante Geste der Bayreuther Werkstatt Carbonadi.de, nachdem sich die silbernen Protektoren im vergangenen Jahr plötzlich doof verfärbt hatten. Außerdem neu ist ein Zündunterbrecher unter der Sitzbank.

Ich habe in befreundeten Foren gleich von zwei Fällen gelesen, in denen ein Schraubendreher durch das Zündschloss gestochen und das Motorrad damit vom Hof gefahren wurde, und zwar in Gegenden, in die es mich diesmal verschlägt. Der neue Schalter legt die gesamte Elektrik lahm – da kann man so viel Schloß knacken oder kurz schließen wie man will, die Maschine startet einfach nicht. Dem Alter der Renaissance ist es zu verdanken, dass das möglich ist. Moderne Motorräder mit ihren Bordcomputern vertragen Stromausfälle weitaus weniger gut. Außerdem neu: Die selbst zusammengepatchte Software des Navis. Aber der Reihe nach:

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1. Navigationsgerät
- Das TomTom Urban Rider ist bestückt mit den neuesten Karten für Zentraleuropa. In der 2014er-Fassung habe ich ein wenig an der Software rumgefuckelt und einen Höhenmesser sowie die Blitzerdatenbank von SCDB eingepatcht. Das Motorrad führt also ein Verzeichnis aller Blitzampeln und stationärer Radaranlagen mit sich und kommuniziert mit dem Helm per Bluetooth.

2. Heizgriffe
- Schwachbrüstig im Vergleich zu heutigen BMW-Heizungen (die einem die Finger durch die Handschuhe verbrennen), schützt aber dennoch vor Erfrierungen.

3. Thermometer
- Nicht schön, aber wasserdicht und 2014 mit Hitzeschutz.

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4. Motorprotektoren
- 2014 in Schwarz, nach dem sich im vergangenen Jahr die silbernen Protektoren verkokelt haben

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5. Custom Sitzbank mit Gelsitzfläche
- Speziell für mich angefertig bei der Sattlerei Schmidt-Design in Hameln. Darin: alle wichtigen Papiere in Kopie, Ersatzkreditkarte, Unfallbericht.

6. Kofferhalterung mit Gepäckbrücke
- Bestückt mit Givi 45 Koffern und einem umlaufenden Passivlichtsystem. Der unzerstörbare Klassiker. Im linken Koffer befindet sich ein kleines Ersatzteilager, inkl. aller Bowdenzüge, Fußrasten, einem Lichtmaschinenregler und Kupplungs- sowie Bremshebel. Alles Teile, die bei einem Sturz gerne mal kaputt gehen.

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Im rechten Koffer steckt ein Netbook und eine 1 Terabyte-Platte, die die Aufzeichnungen der Bordkamera speichert.

7. Crashpads
- GTM-Crashpads mit zusätzlichen Aufschlagkappen, schützen den Motor

8. Kamerahalterungen
- Für eine Rollei 5S HD-Kamera, einen GoPro-Klon.

9. Scottoiler
- Automatisches Kettenschmiersystem

10. Zusätzlicher Ladeanschluss
- verborgen in einem Luftauslass

11. Tourenreifen
- Pirelli Angel GT

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12. Zündunterbrecher (2014)
- Neu: Schaltet die gesamte Elektrik ab.

13. Verbandskasten
- Erweitert um den, in Frankreich nötigen, Alkoholtester

14. Bordwerkzeug
- enthält Maul- und Imbusschlüsselsätze und das Bordwerkzeug
(allerdings ausgetauscht gegen vernünftige Versionen)

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15. Zweite Bordtasche
Enthält:
- Reifenpannenset
- Ersatzsicherungen
- Ölnachschub für den Scottoiler
- Pressluft
- Ersatzschlüsselset

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16. Givi-Topcase
Enthält:
- Wasser in zwei 1-Liter Flaschen
- Warnweste
- WiFi
- GPS
- Kleinkram, Besteck und Becher
- Leuchtsignal
- Bremsscheibenschloss

17. Seitenfach
enthält
- Warndreieck
- Ankerplatte zum Parken auf Schotter
- Gashilfe

So. Das Motorrad wäre dann soweit. Ich brauche noch einen Moment.

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Verfasst von - 27. Mai 2014 in Motorrad, Reisen

 

Übersicht

Seit 2010 reise ich gerne. Bislang vornehmlich in Europa, und seit 2011 immer mit einem kleinen Trackingerät, dass die Wegstrecke aufzeichnet. Das funktioniert nicht immer, aber meistens. Die Gesamtübersicht aller Tracks der vergangenen 3 Jahre ist schon ganz beeindruckend – in Norditalien bin ich an fast jedem Dorf zumindest schon mal vorbeigefahren.

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Liebenswerte und günstige Unterkünfte und gute Restaurants werden übrigens in der Karte “Silencers Empfehlungen für wohlfeiles Speisen und Nächtigen” aktualisiert, zu finden HIER. Gerade bei den Übernachtungsmöglichkeiten kann man mit den Tips nichts falsch machen.

 
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Verfasst von - 25. Mai 2014 in Reisen

 

Utrecht (2014)

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Es gibt Phasen in denen ich beruflich viel unterwegs bin. Meist nur innerhalb von Deutschland, gelegentlich aber auch mal im Ausland. Ganz selten bin ich in Utrecht. Das ist eine Stadt in den Niederlanden. Die wird gerade von irren Investoren und Architekten heimgesucht, schon seit Jahren wird dort gebaut wie bekloppt und direkt am Bahnhof wuchert, einem Geschwür gleich, ein Einkaufszentrum über eine Schnellstraße hinweg und bis in die Stadt hinein.

Größenwahnsinnige Banker-Architekur. nicht nur in Utrecht, überall in den Niederlanden enstehen solche Megabauten.

Größenwahnsinnige Banker-Architekur. Nicht nur in Utrecht, überall in den Niederlanden enstehen solche Megabauten.

Aber die Altstadt von Utrecht ist einfach wunderschön. Alte Backsteinbauten mit bezaubernden, kleinen Geschäften liegen dicht an dicht in den Gassen.

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Die Altstadt ist durchzogen von Grachten, an denen Cafés und Restaurants liegen. Bei gutem Wetter sitzt die ganze Stadt ab dem späten Nachmittag in der Sonne und genießt Kroketjes oder die ein oder andere alkoholische After-Work-Betäubung. Das ganze wirkt sehr französisch, was wohl nicht von ungefähr kommt.

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Die größte Sehenswürdigkeit ist der Dom, dessen Turm hoch aufragt und dessen mächtiges Querschiff – abrupt aufhört. Der gesamt Längsbau fehlt nämlich.

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Endet im Nichts: Querschiff des Doms. Der Turm steht 50 Meter weiter, dazwischen fehlt alles.

Endet im Nichts: Querschiff des Doms. Der Turm steht 50 Meter weiter, dazwischen fehlt alles.

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Bemerkenswert ist diese Kirche. Die wurde in Studentenwohnungen umgewandelt. Hinter den hohen Fenstern kann man auf verschiedenen Ebenen Leute herumlaufen sehen.

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Und natürlich ganz wichtig in den Niederlanden: Die Fietzer (Gnihihi), oft fantastisch geschmückt. Mopeds heißen übrigens Bromfietzer (Fietzer die Brumm machen, Wahahaha).

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Skurrile Architektur:

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Fitnesstudio in alter Burg und ein besonderer Dutch-Gag:

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Niederländischer Humor.

Niederländischer Humor.

Fritten. Lecker, aber irgendwie unappetitlich, dass die Kette, die laut Eigenwerbung die besten Fritten der Niderlande macht, ausgerechnet “Mennecken Pis” heisst und tatsächlich mit dem Brunnenbengel als Logo wirbt, der dem geneigten Frittenliebhaber seinen tropfenden Dödel entgegenwedelt.

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Verfasst von - 10. Mai 2014 in Ganz Kurz, Reisen

 

Motorradreise 2013 (21): Das Ende einer Reise

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Im Juni 2013 waren Silencer und das Wiesel mit dem Motorrad unterwegs. 6.853 Kilometer, 22 Tage, mehr als 40 Orte. Dies ist das Tagebuch der LANGEN Reise. Am zweiundzwanzigsten Tag riecht es nach Hagebuttentee, und die Reise endet.

Sonntag, 22. Juni 2013, Augsburg, Bayern

Augsburg nervt mich, und diese Jugendherberge nervt ebenfalls. Ich bin grummelig und will hier weg. Mein Plan daher: Ganz früh aufstehen, frühstücken bevor die anderen Gäste auf den Beinen sind, und dann so schnell wie möglich auf die Autobahn. Frühstück gibt es an diesem Sonntag zur unchristlichen Zeit zwischen 06.00 und 09.00 Uhr. Eigentlich eine Unverschämtheit, aber heute kommt mir das entgegen.

Schon um drei Minuten nach Sechs betrete ich den Frühstückssaal – und stehe vor einer langen Schlange. Der Raum ist voller verschlafener Schülerinnen und Schüler, die wie Zombies durch die Gegend schlurfen. Vom Schlafmangel gezeichnete Mütter und Väter in Outdoorklamotten versuchen Brei in Kleinkinder zu stopfen, und Senioren lassen die letzten hartgekochten Eier in Hand- und Manteltaschen verschwinden, vermutlich als Reiseproviant für später. Über allem liegt der Geruch von Hagebuttentee. Wenn ich es nicht ohnehin wüsste, wäre das hier ein eindeutiger Hinweis darauf, dass das “Designhotel”, in dem ich übernachtet habe, nur ein Bestandteil einer Jugendherberge ist. Seit den 1950er Jahren riechen Jugendherbergen IMMER nach Hagebuttentee.

Ich trinke im Stehen eine Tasse Kaffee, der so dünn ist und so seltsam schmeckt, das es auch Hagebuttentee sein könnte, dann trage ich die bereits gepackten Koffer zur Kawasaki, starte den Motor und rolle vom Hof. Im Gegensatz zu den Gästen der Jugendherberge schläft Augsburg noch. Die Renaissance rollt durch die leeren Straßen. Vor einer Tankstelle hocken die letzten Überbleibsel einer langen Samstagnacht auf dem Boden und lassen eine Bierflasche kreisen.

Kurz hinter Augsburg biegt das Motorrad auf die Autobahn A8 ein. Vor dieser Autobahn bin ich gewarnt worden, denn in der vergangenen Woche hat es hier tote Motorradfahrer gegeben. Durch die starke Hitze haben sich die Betonplatten der A8 bei Augsburg so stark ausgedehnt, dass sie geborsten sind. Betonteile standen aus der Fahrbahn heraus, und etliche Autos wurden beschädigt. Ein Motorradfahrer prallte unglücklich gegen eine der herausstehenden Platten, dass er schwer verletzt wurde und später an seinen Verletzungen gestorben ist.

Die letzte Etappe: Von Augsburg nach Mumpfelhausen, knapp 500 Kilometer.

Die letzte Etappe: Von Augsburg nach Mumpfelhausen, knapp 500 Kilometer.

Die Transitstrecke der  letzten zwei Tage: rund 1.000 Kilometer.

Die Transitstrecke der letzten zwei Tage: rund 1.000 Kilometer.

Heute Morgen ist es kühl, deshalb mache ich mir keine Sorgen – ein merkwürdiges Gefühl ist es aber trotzdem, und als ich die A7 Richtung Norden erreiche bin ich etwas unbeschwerter. Der weit vorausschauende Blick und die ist auf die leeren Asphaltbahn nicht nötig, und meine Gedanken beginnen zu wandern. Motorradfahren ist oft auch Meditation. Man ist allein mit sich und seinen Gedanken, und wenn die zu schweifen beginnen, kommen oft merkwürdige Dinge dabei heraus.

Ich bin unterwegs meist damit beschäftigt mir gedankliche Notizen für´s Blog zu machen – was habe ich gesehen, wie habe ich mich gefühlt während ich unterwegs war? Im Moment gibt es aber nicht viel zu sehen, und ich fühle mich ein wenig… leer. Ich bin zwar noch nicht zu Hause, aber Die LANGE REISE, auf die ich mich so lange vorbereitet habe und die mich drei Wochen durch Österreich und Italien geführt hat, ist gefühlt bereits vorbei.

Kurz nach der Mittagszeit wird die Renaissance das Ortsschild von Mumpfelhausen passieren, und dann… werde ich wieder da sein. Ich habe noch zwei Tage Urlaub, die werde ich auch brauchen um Motorrad und Ausrüstung zu reinigen und zu pflegen, wieder zu Hause anzukommen, und schließlich wird der Alltag wieder beginnen.

Ich kann noch gar nicht glauben, dass das hier das Ende sein soll. Die Fahrt bestand ja nicht nur aus den letzten drei Wochen, die ich auf Achse war. Im Gegenteil: Die vergangenen sieben Monate war ich mit Planung beschäftigt und in den letzten 10 Wochen vor der Abfahrt habe ich mich täglich körperlich auf die Fahrt vorbereitet. Was sich übrigens sehr gelohnt hat, denn zum einen merkt man doch jedes Kilo zu viel, dass man bei der Wärme mit sich herumschleppt, zum anderen lassen einen trainierte Muskeln auch längere Fahrtstrecken gut durchhalten. Dann ging es am 02. Juni endlich los, und die letzten drei Wochen war ich unterwegs… wie schnell diese Zeit doch rumging. Es scheint mir, als wäre das alles einfach an mir vorbeigerauscht. In der kurzen Zeit habe ich so viel gesehen und erlebt, dass in meinem Kopf Vieles zu einem Bilderrausch verquirlt ist. Nun ja, zur Nachbereitung der Reise wird auch die Beschäftigung damit gehören, was ich alles erlebt habe. Deshalb mag ich es so, über Reisen zu bloggen: Weil man die Reise im Kopf nochmal macht, wenn man das Erlebte aufschreibt.

Auspacken: In zwei Koffern findet mehr Platz, als man zum Leben braucht.

Auspacken: In zwei Koffern findet mehr Platz, als man zum Leben braucht.

Das Wiesel in seiner Wiesellounge beäugt etwas misstrauisch unser Zuhause in Mumpfelhausen.

Das Wiesel in seiner Wiesellounge beäugt etwas misstrauisch unser Zuhause in Mumpfelhausen.

Auf Reisen lernt man ja viel, auch über sich selbst. Die erste Motorradreise, im Jahr 2012, hatte ich gemacht um herauszufinden, wer ich eigentlich bin und was ich kann. Ich war zum ersten Mal allein unterwegs, über eine Strecke von 4.500 Kilometern. Tatsächlich habe ich in den zwei Wochen viel über mich selbst gelernt und gemerkt, dass ich oft mehr kann und in Dingen besser bin als ich gedacht habe.

Die LANGE REISE 2013 war darauf ausgelegt Grenzen auszuloten. Sie war um ein sattes Drittel länger als die erste Fahrt und hatte deutlich mehr Herausforderungen. Fahrerisch, intellektuell, kulturell und körperlich war alles auf Maximum ausgelegt, und ich hätte nicht erwartet wirklich alles so durchziehen zu können. Aber das ist das erstaunliche Fazit dieser Reise: Ich habe meine Grenzen nicht gefunden.

Zum Teil liegt das natürlich daran, dass ich mir nicht mehr zugemutet habe als ging – bei der Gluthitze in der Crete Senese umzukehren bevor der Kreislauf kollabiert, das war einfach die richtige Entscheidung. Aber bei Dingen, die ich nicht steuern oder vermeiden konnte, wie die 12stündige Fahrt durch die Bergstraßen der Abruzzen oder, noch schlimmer, die Fahrt den Geröllberg hinauf, musste ich nicht abbrechen und habe nicht schlappgemacht. Das ist die Erkenntnis dieser Reise: Ich bin, wenn es drauf ankommt, konsequent und ausdauernd. Sowas zu wissen ist durchaus wichtig, und wenn es nur gut für´s Selbstbewusstsein ist.

Mitbringsel, so viel wie Platz im Koffer hatten.

Mitbringsel, so viel wie Platz im Koffer hatten.

Huhu freut sich über das Pinguinbuch in Pinguinform, dass ich ihm vom Flohmarkt in Siena mitgebracht habe.

Huhu freut sich über das Pinguinbuch in Pinguinform, dass ich ihm vom Flohmarkt in Siena mitgebracht habe.

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Die LANGE REISE war also auch wieder ein Stück Selbsterkenntnis, aber sie war mehr als das. Sie war ebenso Abenteuer, Anspannung, Anstrengung, ließ aber mehr als genug Raum für Entspannung, Rumlungern, ruhige Momente. Sie war auch Genuss, Spaß und brachte Momente der Ruhe und des Glücks.

Fast siebentausend Kilometer in drei Wochen sind es am Ende geworden. Unterwegs sind mir allerlei seltsame und wundervolle Orte und Menschen begegnet.

Es begann mit dem Untergang von Passau und Fahrten durch 9 Grad kalten Starkregen. Dann kam die Erkenntnis, dass eine Brettljause was tolles ist . Danach folgte der Besuch der Sternstadt, an der Küste der Adria, der erste Kontakt mit meinem Neffen und die Entdeckung einer Gourmetköchin in einer venezianischen Offiziersvilla. Auf das Erlebnis in den Bergen hätte ich gerne verzichtet, auf das Erleben eines abschaltbaren Wasserfalls aber nicht. Auch das kleinste Theater der Welt und der Park der Monster nahe der toten Stadt waren etwas Besonderes, genau wie der Kochkurs in der bei Nonna Ciana .

Hier noch einmal der geniale Trailer zur LANGEN Reise:

Passaus Untergang:

Die Sternstadt:

Die Gola de Furlo:

Der Gran Sasso:

Die Hochebene in den Abbruzzen:

Umbrien:

Unterwegs habe ich Kalesco und Rufus getroffen, Gourmetköchin Sara, DIE SENIORA, Carlo mit seinem Regenbogenhaus, die Abruzzianier Mauro und Monia, Frau Eusebia, Stefano und Chiara und noch viele mehr.

Eine wirklich fantastische Reise. Auch in der Rückschau bin sehr froh und dankbar, dass sie ohne größere Probleme, Pannen oder Unfälle verlaufen ist. Mann, Maschine und Wiesel sind wohlbehalten zurückgekehrt. Die tapfere Kawasaki ging gleich in die Inspektion, die ich ihr im Stillen in schwierigen Situationen immer wieder versprochen hatte. In den Folgemonaten habe ich immer wieder skeptisch in den Briefkasten geguckt, aber zum Glück kam kein Bußgeldbescheid an – das ganze Lasern und Blitzen hat dann wohl doch nicht funktioniert.

Hier eine Gesamtkarte der Reise:

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Und noch ein paar Zahlen:

Besuchte Länder: 3
Unterkünfte: 10
Kosten Unterkünfte: 857,- Euro
Gefahrene Kilometer: 6.853
Verbrauchtes Benzin: 300,84 Liter
Kosten Benzin: 488,03 Euro
Durchschnittskosten pro Liter: 1,62 Euro
Durchschnittsverbrauch auf 100 Km: 4,39 Liter

An dieser Stelle übrigens ein ganz herzliches Dankeschön an alle Leserinnen und Leser: Danke für´s Mitreisen! Ich hoffe, dass Lesen und Schauen hat ebenfalls ein wenig Spaß gemacht.

Das Ende des Tages und einer langen Reise.

Das Ende des Tages und einer langen Reise. Sonnenuntergang im Leinetal.

Wer möchte kann selbstverständlich gerne eine Meinung zum Thema “Reiseberichte” in die Kommentare schreiben. War das Okay zum Lesen? Oder zu lang? Zu lanweilig, gar? Zu viele Teile? Was hat besonders gefallen, was nicht? Wer kein Kommentar schreiben mag kann hier abstimmen:

Vielen Dank!



Hier alle Teile der LANGEN Reise im Überblick:
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- Teil 0: Fehlstart
- Teil 1: Der Untergang
- Teil 2: Brettljause und Buschenschank
- Teil 3: Stromlos in der Sternstadt
- Teil 4: Der mit der appen Nase
- Teil 5: Carlo und das Regenbogenhaus
- Teil 6: Das Schlimmste und das Beste
- Teil 7: Das kleinste Theater der Welt
- Teil 8: Monster und Fussel
- Teil 9: Mit Schlüssel und kurvig weichgespült
- Teil 10: Herumlungern im Taubenschlag
- Teil 11: Wieselwunder auf der Wunderwiese
- Teil 12: Kochen mit Nonna Ciana
- Bonusmaterial: Die Rezepte
- Teil 13: Florenz verkehrt rum
- Teil 14: Bücherflut im Monat der Schildkröte
- Teil 15: Tomb Raider
- Teil 16: Begegnung mit dem Sensenmann
- Teil 17: Die Bologna-Prozession
- Teil 18: Ausgerechnet Verona!
- Teil 19: Schöne Ecken
- Teil 20: Augsburger Puppenkiste
- Teil 21: Das Ende einer Reise

 
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Verfasst von - 3. Mai 2014 in Motorrad, Reisen, Wiesel

 

Werkstatt

Die Bibliothek sieht gerade ein wenig wie eine Werkstatt aus, in der gerade ein Motorrad explodiert ist. Überall liegen Einzel- und Ersatzteile rum, Werkzeug ist ausgebreitet und halb auseinandergenommene Geräte liegen auf Tischen und Boden. So sieht
ein Teil der Vorbereitung auf die nächste Fernreise aus.

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Aufmerksame Beobachterinnen werden sicherlich feststellen, dass auf diesem Bild kein Wiesel zu sehen ist. Normalerweise wohnt es in diesem Raum, aber die momentane Situation ist ihm wohl zu ungemütlich – es hat sich schon seit Tagen nicht mehr blicken lassen, keine Ahnung wo es steckt. Jaja, verpönt das ruhig.

 
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Verfasst von - 2. Mai 2014 in Reisen

 

Motorradreise 2013 (20): Augsburger Puppenkiste

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Im Juni 2013 waren Silencer und das Wiesel mit dem Motorrad unterwegs. 6.853 Kilometer, 22 Tage, mehr als 40 Orte. Dies ist das Tagebuch der LANGEN Reise. Am einundzwanzigsten Tag geht es gen Heimat, aber noch nicht nach Hause.

Samstag, 22. Juni 2013, Agriturismo Al Bagolaro, Volta Mantovana, Lombardei

Die gigantischen Vorräte an Pan di Stelle sind über Nacht nicht verschwunden. Der ganze Kühlschrank ist voller Kekse, Baretta-Riegeln, Meringue-Küchlein und sogar eine ganze Sternchentorte ist dabei.

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Ehrlich, ich habe keinen Schimmer, was sich das Wiesel dabei wieder gedacht hat. Oder hat es gar nicht gedacht? Wäre ja auch nicht das erste Mal. Es ist halt nicht die hellste Laterne, und evtl. ist es wirklich davon ausgegangen das ich nicht merke, wenn es versucht einen Koffer voll Pan di Stelle zu schmuggeln. Mein Argument, dass das viel zu viel Zeug für den Transport über die Alpen ist, wird vom Wiesel einfach ignoriert.

Wie auch immer, erstmal muss ich mich ohnehin von meinen Gastgebern verabschieden. Ich gehe über den Hof zum Wirtschaftsgebäude mit dem Frühstücksraum. Es ist kurz vor acht und ein sonniger und warmer Morgen. Fabio, Chiaras siebenjähriger Sohn, tobt über den Hof und durch den Frühstücksraum und wird von seiner Mutter ermahnt.
“Ts”, sagt sie, “da guckt er den ganzen Morgen Cartoons auf allen sechs Sendern gleichzeitig, aber kaum kommst du zum Frühstück, rennt er mit der Fernbedienung in der Hand über den Hof.”

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Fabio versteckt sich hinter seiner Mutter und guckt vorsichtig hinter ihrem Bein hervor. “Heute ist ein schwerer Tag”, sage ich, “heute muss ich abreisen”. Chiara guckt ehrlich entsetzt. “Nein, das kann nicht sein! Ich habe im Kalender stehen das Du bis Übermorgen bleibst!”. Aber auch wenn es in ihrem Kalender steht, heute ist wirklich mein letzter Tag auf dem Hof. Chiara zieht in gespielter Empörung einen Flunsch und verlässt den Raum um Caffé zu machen. Fabio drückt sich derweil am Nebentisch herum. Ich gucke demonstrativ weg und frage dann in die Luft: “Sooo, Du bist also auch ein Motorradfahrer?”
Fabio macht “*N*”, grinst und schüttelt den Kopf.
“Aber Du hast doch ein Motorrad?”, frage ich und deute nach draußen, wo ein Plastikmotorrad in Bobbycargröße an einem Baum lehnt.

Früh übt sich, wer ein Biker werden will.

Früh übt sich, wer ein Biker werden will.

“*S*” sagt Fabio und grinst. “Magst Du Motorräder?”, bohre ich weiter. Fabio grinst, steckt sich einen Finger in die Nase und macht “*S*”.

Ich ziehe ein kleines Päckchen in buntem Papier hervor, mache “Pst!” und reiche es ihm dann. Fabio reisst die Augen auf, strahlt über beide Backen, lehnt sich zurück, reisst die Arme hoch und brüllt “YEAH!!”, dann nimmt er vorsichtig das Päckchen entgegen, dreht sich um und rennt zu dem Tisch im Frühstücksraum, der am weitestem von meinem entfernt ist, als hätte er Angst, dass ich es mir anders überlege und ihm das Geschenk wieder wegnehme. Er läuft fast seine Mutter um, die in dem Moment einen Kaffee auf einem Tablett hereinbalanziert. “Was ist denn HIER los?!”, fragt sie mit schneidender Stimme. “Ein Geschenk, ein Geschenk für mich!”, ruft Fabio und plappert los. So schnell, dass ich kein Wort verstehe. Er zerfetzt das Geschenkpapier und macht große Augen, als er eine durchischtige Verpackung mit einem Spielzeugmotorrad darin in den Händen hält. Er reicht sie gleich an seine Mutter weiter, damit sie sie öffnet, und hüpft währenddessen auf und ab.

Als Fabio schließlich die rot-schwarze Benelli in den Händen hält, guckt er andächtig und glücklich. “Sogar in den Farben von AC Mailand, seinem Lieblingsverein. Woher hast Du das denn gewusst?”, fragt Chiara und verwirrt mich damit, weil ich nicht gleich verstehe, dass es hier um Fußball geht. Dann legt Chiara und die Stirn in Falten. “Und was bekomme ich?”, fragt sie. “Meine ewige Dankbarkeit”, grinse ich, und sie starrt mich einen Moment böse an, bevor wie beide in Gelächter ausbrechen.

Auf langen Etappen kommt dieses Zusatzstück am Gasgriff zum Einsatz. Damit kann man mit dem Handballen Gas geben und die Hand locker aufliegen lassen, wodurch das Handgelenk entlastet wird.

Auf langen Etappen kommt dieses Zusatzstück am Gasgriff zum Einsatz. Damit kann man mit dem Handballen Gas geben und die Hand locker aufliegen lassen, wodurch das Handgelenk entlastet wird.

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Verfasst von - 26. April 2014 in Motorrad, Reisen, Wiesel

 

Motorradreise 2013 (19): Schöne Ecken

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Im Juni 2013 waren Silencer und das Wiesel mit dem Motorrad unterwegs. 6.853 Kilometer, 22 Tage, mehr als 40 Orte. Dies ist das Tagebuch der LANGEN Reise. Am zwanzigsten Tag hat´s auch schöne Ecken, es gibt einen Schreck und das Wiesel geht einkaufen.

Freitag, 21. Juni 2013, Agriturismo Al Bagolaro, Volta Mantovana, Lombardei

Die Sonne scheint auf die Kiwifelder und die Wassersprenger klackern wieder ihren Takt. Es ist ein strahlend schöner Tag, der achtzehnte in Folge, aber zum Glück nicht mehr ganz so heiß wie gestern. Nachdem Chiara ein weiteres Grandioso-Frühstück gezaubert hat, diesmal sogar noch erweitert um Wurst und Käse, schwinge ich mich auf die Kawasaki und lade die heutige Tour ins Navi. Die ungefähren Touren für jeden Tag habe ich zu Hause am PC grob vorgeplant und im TomTom gespeichert, so dass ich sie jetzt nur noch aufrufen muss. Dadurch entfällt das Gefrickel mit der Suche nach Zielen, und auch um Parkplatzsuche brauche ich mich jetzt nicht kümmern.

Vor dem kleinen Häusschen steht die Renaissance in der Morgensonne.

Vor dem kleinen Häusschen steht die Renaissance in der Morgensonne.

Der heutige Weg führt vom Gardasee aus nach Westen, durch die satten, grünen Felder der Po-Ebene.

Dort liegt Brescia (das wird Breescha ausgesprochen), das große Industriezentrum. Der Norden Italiens ist der wirtschaftliche Motor des ganzen Landes, und die Lombardei ist die reichste der reichen Regionen – nicht nur durch Landwirtschaft, sondern vor allem durch Exportindustrie. Schlechtes, aber passendes Beispiel: In einem Vorort von Brescia stellt die Firma Beretta Handfeuerwaffen her. Ein Exportschlager.

Während das Motorrad durch die unvermeidlichen Auf-, Ein- und Umfahrten in Kreiseln, Tunneln und Brücken düst, erhebt sich Brecia Stück für Stück aus der Ebene vor mir, wie eine glitzernde Fata Morgana aus einem Kohlfeld. So eine Stadt habe ich bislang noch nicht in Italien gesehen. Ein hoher, schlanker Wolkenkratzer erhebt sich über die Stadt, und schimmert im Vormittagslicht irisierend blau. Daneben steht ein kleineres Bürogebäude, dass aussieht wie eine auf den Kopf gestellte Pyramide. Die Spitze steht auf einem kleinen Sockel, dann kommt die Pyramide, und auf derer Basis – die in den Himmel zeigt – steht das eigentliche, würfelförmige Gebäude. Solche mutigen Bauformen gibt es hier noch mehr.

Das Navi lenkt mich durch die Büroviertel hin zur Altstadt, und wenig später fährt die Renaissance eine steile Rampe hinab und verschwindet unter der Piazza Victoria. Kurze Zeit später komme ich über eine Treppe an einer ganz anderen Ecke wieder an die Oberfläche und sehe mich um.

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Die Piazza Victoria ist ein Musterbeispiel für größenwahnsinngen Bau in der Zeit des Faschismus. Ich muss zugeben, dass mich solche Gebäude sowohl wegen ihrer bombastischen und strengen, einschüchternen, ja, ihrer autoritären Art anwidern – und gleichzeitig faszinieren. Um die Piazza Vittoria anlegen zu können, haben die Faschisten einen ziemlichen Kahlschlag in der Stadt veranstaltet. Zum Glück ist aber noch genug vom Centro Storico erhalten, und das ist sogar ausnehmend angenehm.

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Verfasst von - 19. April 2014 in Motorrad, Reisen, Wiesel

 

Motorradreise 2013 (18): Ausgerechnet Verona

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Im Juni 2013 waren Silencer und das Wiesel mit dem Motorrad unterwegs. 6.853 Kilometer, 22 Tage, mehr als 40 Orte. Dies ist das Tagebuch der LANGEN Reise. Am neunzehnten Tag macht ausgerechnet Verona mich fertig und das Wiesel entdeckt seine romantische Ader.

Donnerstag, 20. Juni 2013, Agriturismo Al Bagolaro, Volta Mantovana, Lombardei

Als der Wecker klingelt könnte ich ruhig noch eine Stunde Schlaf gebrauchen – dank des ausgezeichneten WLANS hier sei dank habe ich letzte Nacht bis spät mit Leuten aus Deutschland gechattet, bei denen gerade die Welt mit Unwetter und Starkregen untergeht. Hier nicht, über den Kiwifeldern des Agriturismo Al Bagolaro, rund 15 Kilometer südlich des Gardasees, strahlt die Sonne.

Im Frühstücksraum des Agriturismo wartet ein frisch gebackener Kuchen, eine Anzahl Joghurts und ein warmes Cornetto, ein Croissant, auf mich. Chiara hat all das aufgefahren, obwohl ich heute der einzige Gast auf dem Hof bin. Nach dem Frühstück schwinge ich mich auf die Kawasaki, die direkt vor dem Häuschen am Rande des Agriturismo parkt, und steuere über den Feldweg vom Haus auf die Landstraße, biege dort ein und gebe Gas.

Die Straßen sind lang und übersichtlich und ebenso einfach wie langweilig zu fahren, aber ich beklage mich nicht. Die ganze Po-Ebene ist voller grüner Felder, hier wird Wein, Reis, Kiwis, Getreide und Salat angebaut. Wassersprenger tackern auf den Feldern im Kreis und sprühen Nebel in die Luft, womit sie in der Morgensonne jede Menge Regenbögen zaubern. Wasser gibt es hier durch die Nähe zu den Alpen immer genug, und im Moment ganz besonders. Die Gräben und Kanäle sind bis zu den Oberkanten gefüllt, eine Folge der starken Regenfälle. Die übrigens vor genau zwei Wochen, als ich das erste Mal den Fuß auf italienischen Boden gesetzt habe, aufgehört haben. Das sagte auch Stefano in Siena: Acht Monate hat es in der Toskana geregnet, aber seit dem 2. Juni: Nichts mehr. Ha, das muss ich den Leuten zu Hause auf die Nase binden, die immer behaupten ICH würde das schlechte Wetter anziehen.

An dieser Stelle kein Bild von den langweiligen Straßen, stattdessen lieber Blümchen.

An dieser Stelle kein Bild von den langweiligen Straßen, stattdessen lieber Blümchen.

Ich fahre nach Verona, der Stadt Julias. Shakespeares Julia, wissen schon. Wie um alle Großstädte ist auch um Verona ein Geflecht aus Schnellstraßen, Zubringern, Kreiseln, Rampen und Tunneln gewuchert. Das Navi lotst mich da sicher durch, und schnell nähert sich das Motorrad dem Stadtzentrum. Was mich überrascht ist das Ausmaß des Fremdenverkehrs. Von Stefano weiß ich, wie man Mietwagen am Kennzeichen erkennt (die haben rechts kein Erstzulassungsjahr und keine Region eingedruckt), und davon sind hier VIELE unterwegs. Der Stadtverkehr ist sowieso sehr dicht, und die große Anzahl an ortsunkundigen und schlechten Fahrern macht die Sache nicht einfacher.

Plötzlich legt ein voll bepackter Skoda Oktavia mit Dachbox grundlos eine Vollbremsung hin und bleibt einfach mitten auf der Straße stehen. Ich hänge dem Wagen beinahe im Heck, nur ein beherzter Griff in die Bremsen verhindert Schlimmeres. Es sind Deutsche, die augenscheinlich nicht mehr weiter wissen, und deshalb einfach mal mitten auf der Straße anhalten und erstmal auf die Karte gucken. Ich mache im Geiste eine Notiz, das Fahrzeuge mit dem Kürzel WAF (Kreis Warendorf in NRW) im Kennzeichen gefährlich sind und in eine Gefahrenstufe mit EIC und ESW fallen.

Ich ziehe an den Bremsern vorbei und suche mir weiter meinen Weg durchs Verkehrsgewühl. Das ist wirklich nicht einfach, denn zusätzlich zu der unübersichtlichen Straßenführung gibt es jetzt jede Menge Baustellen, Straßensperren und Umleitungen, die das Navi natürlich nicht kennt. Außerdem ist irre viel los. Ich recke den Kopf und sehe mich um. Links, rechts, geradeaus, alles voller Autos, Roller und Radfahrer, die in dichten Knäulen voranschieben. Dazu kommt die Hitze, es ist früher Vormittag, und das Thermometer steht schon wieder bei über 30 Grad im Schatten. Um diesen Molotovcocktail aus Gedränge, Hitze, ortsunkundigen Fahrern, schlimmer Straßenführung, Baustellen und noch mehr Hitze zu entzünden und alle Verkehrsteilnehmer komplett in den Wahnsinn zu treiben gibt es in Verona: Ampeln.

Wir Deutschen können keine Kreisel. Irgendwie haben wir das Konzept nicht verstanden. Wir lieben Ampeln, aber Kreisel können wir einfach nicht. Die bauen wir entweder gar nicht, und wenn doch, dann meist zu klein, oft zu doof und manchmal sogar mit Ampeln, was das schlechteste aus allen Welten kombiniert. So wenig wie wir Kreisel können, können die Italiener Ampeln. Die Umlaufzeiten sind IMMER zu lang, zwischen 3 und 5 Minuten sind keine Seltenheit. Manchmal scheint es so, als hätte man die Ampeln aus der Verpackung genommen, an eine Kreuzung gestellt und sich nicht mal im Ansatz die Mühe gemacht die einzustellen. So stehe ich 5 Minuten bei Rot an einer Ampel. Schon nach Minute Zwei habe ich den Motor ausgestellt, weil ich sicher war, dass das hier wieder länger dauert. Mir tropft der Schweiß die Nasenspitze herab, dann wird die Ampel Grün. Ich fahre sofort los, und mit mir kommen noch zwei weitere Autos über die Kreuzung, dann ist sie für diese Richtung wieder 5 Minuten rot. Dabei ist es nicht so, als wäre die Straße nicht befahren, der Verkehr staut sich schon auf mehreren Hundert Metern.

Kurverei durch Verona

Kurverei durch Verona

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Verfasst von - 12. April 2014 in Motorrad, Reisen, Wiesel

 

London bei Nacht

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Aus der Serie “Städte bei Nacht”. Ich liebe es ja, nach Einbruch der Dunkelheit durch eine Stadt zu stromern, die Atmosphäre aufzusaugen und Leute zu beobachten. Die folgenden Bilder sind mit der kleinen Lumix Tz41 aus der Hand geschossen und nicht nachbearbeitet.

Zu früheren Teilen:
Rom bei Nacht
Florenz bei Nacht
Venedig bei Nacht

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Verfasst von - 9. April 2014 in Foto, Reisen

 

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Reisetagebuch London 2014 (7): Der Weg nach Hause

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Im Februar 2014 verirrten sich Silencer und das Wiesel nach London. Eine Woche lang durchstreiften sie die uralte Metropole an der Themse und entdeckten erstaunliche Dinge, aber heute ist es an der Zeit wieder nach Hause zurückzukehren.

Mittwoch, 12. Februar 2014, London

Der Tag beginnt schon wieder ohne Würstchen. Zumindest für mich, nicht aber für das ältere Ehepaar, das entrückt lächelnd ein rundes Dutzend davon auf diversen Tellern davonbalanciert. Dafür bastele ich mir eine Bacon Roll, das ist ein Hamburgerbrötchen, in das gebratener Speck geklemmt wird. Gar nicht schlecht, wenn auch zu fettig für meinen Geschmack. Ich kann schon verstehen, dass britische Touristen regelmäßig in tiefe Verzweifelung stürzen, wenn sie nach Italien oder Frankreich kommen und dort statt des fetten Mittagessens, mit dem sie zuhause den Tag beginnen, nur einen Keks und einen Kaffee bekommen. Das muss ein echter Kulturschock sein.

Eine halbe Stunde später sind meine Sachen gepackt und ich verabschiede mich von dem Zimmerchen, dass die letzten sechs Tage mein Zuhause war.

Vor der Zimmertür wird Baumaterial gelagert.

Vor der Zimmertür wird Baumaterial gelagert.

Dann checke ich aus dem Cardiff Hotel aus, schultere den Rucksack, der sehr viel voller und schwerer ist als bei meiner Ankunft in London, und wandere den Norfolk Square hinauf zur Paddington Station.

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Das folgende Video zeigt einige Stationen des Londontagebuchs, in Zeitraffer und z.T. in Tiltshift-Optik. Alles aus der Hand mit der Lumix TZ41 gedreht.

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Verfasst von - 9. April 2014 in Reisen, Wiesel

 

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Motorradreise 2013 (17): Bologna-Prozession

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Im Juni 2013 waren Silencer und das Wiesel mit dem Motorrad unterwegs. 6.853 Kilometer, 22 Tage, mehr als 40 Orte. Dies ist das Tagebuch der LANGEN Reise. Am achtzehnten Tag geht es über die blauen Berge, nicht durch einen langen Gang und ich bekomme ein Häuschen.

Mittwoch, 19. Juni 2013, Casa Brescia, Siena, Toskana

Es ist 8.00 Uhr. Stefano ist nicht da, weil er einen Gerichtstermin in Brecia hat. Sein Vater passt so lange auf´s Haus auf, versucht aber den Kontakt zu den Gästen zu vermeiden und randaliert deshalb bereits seit einer Stunde im Garten herum, während die Australier versuchen ihre Chianti-Experimente auszuschlafen. Ich habe erstaunlicherweise gut geschlafen, und eine Inventur ergibt nur zwei neue Mückenstiche. Bene.

Ich packe die restlichen drei Sachen zusammen, trage die Koffer zur Kawasaki und begegne dabei Stefanos Vater. Für einen promovierten Arzt im Ruhestand guckt er mich ganz schön erschreckt an, aber als ich ihn auf italienisch begrüße, entspannt er sich ganz schnell wieder. Seine Abwehrhaltung ist kein Wunder, er spricht keine drei Worte englisch, und die Australier haben ihn gestern Abend mit ihrer Frage nach einem Korkenzieher nicht nur überfordert, sondern anschließend auch noch verspottet, nach dem Motto “na, ist dein erster Tag hier, was?”. Eine Unverschämtheit, die leider keine Seltenheit ist. Insbesondere deutsche und amerikanische Touristen behandeln ihre Gastgeber gerne mit Kolonialherrenattitüde.

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Ich gratuliere dem Dottore zu seinem Sohn und wie der das beste Bed and Breakfast von ganz Siena aufgebaut hat, aber Papa rümpft die Nase. “Das beste B&B? Beh! Dafür mäht er aber nicht oft genug den Rasen. Und die Hecken müssten auch schon seit einer Woche geschnitten werden.” Ich verabschiede mich mit den Worten, dass Stefano stolz auf seine Familie sein kann, die ihn so unterstützt und wichtige Dinge wie Rasenmähen teilt, dann klinke ich die Koffer ans Heck der Kawasaki ein und starte den Motor. Ein letztes Mal rollt die Renaissance die kleine Strasse auf dem Bergrücken vor Siena hinab, der zur Corona, der “Krone Sienas” gehört.

Mein erster Weg führt mich zur Tankstelle um die Ecke. Benzinaio Fausto begrüßt mich schon, als ich auf den Hof fahre. Ich öffne den Tankverschluss, und während er Benzin einfüllt, entspinnt sich ein kurzes Gespräch über das Wetter. Ja, Sonnne ist schön, und heute soll es nicht mehr so warm werden wie gestern, sondern nur noch 34 Grad. Ich werde das nicht mehr mitbekommen, denn heute ist der Tag der Abreise, sage ich. Wohin es geht, will er wissen. Mantova? Oh, da wurde das Volk über Jahrhunderte geknechtet und dumm gehalten, sagt er. Aber jetzt ist es ein kulturelles Zentrum, und schön sei die Stadt ohnehin. Hm. Irgendwas sagt mir, dass dieser Benzinao mehr drauf hat als die meisten seiner Kollegen. Nach der Bezahlung streckt er mir die Pranke hin und sagt: “Du kommst ja wieder. Bis nächstes Mal.” Das war keine Frage, sondern eine Feststellung.Öh.

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Es geht direkt auf die Strada Statale, die mautfreie Autobahn. Aber nicht lange, schon hinter Monterrigioni geht es ab, dann über die grünen Hügel des Chianti nach Norden, gen Florenz, schließlich wieder durch die staubverhangene Einöde bei Empoli. Dahinter wird es etwas besser, die Straße schraubt sich in die Berge hinauf, vorbei an Berghängen voller Olivenbäume. Diese Straße habe ich zuletzt im vergangenen Oktober befahren, allerdings in einem Bus, und tatsächlich schießt die Renaissance wenig später am Ortsschild von Vinci vorbei. Sono da vinci, denke ich und kichere albern. HIER ist jeder “da Vinci”.

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Verfasst von - 5. April 2014 in Motorrad, Reisen, Wiesel

 

Reistagebuch London 2014 (6): Sherlocked

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Im Februar 2014 verirrten sich Silencer und das Wiesel nach London. Eine Woche lang durchstreiften sie die uralte Metropole an der Themse und entdeckten erstaunliche Dinge. Am sechsten Tag dinieren sie beiden wie Sherlock und fahren Skilift in London. Verrückt.

Dienstag, 11. Februar 2014, London

Der heutige Tag will zelebriert werden! Es ist der 11. Februar, und selbst durch das miesepetrige Wetter lasse ich mir die Laune nicht verderben.

Blick aus dem Frühstücksraum des Cardiff. Es regnet.

Blick aus dem Frühstücksraum des Cardiff. Es regnet.

Ich lasse das Frühstück im Cardiff ausfallen und fahre mit der Tube zwei Stationen weiter zum Euster Square. Die U-Bahnstation Euster ist umbaut mit gläsernenden Büropalasten, aber mittendrin, wie ein anachronistisches Überbleibsel, steht ein geducktes, dreigeschossiges Gebäude mit einem Café im Erdgeschoß.

Das ist zu einigermaßen Berühmtheit gelangt, weil dieses Gebäude in der Serie “Sherlock” die Bakerstreet 221b ist, und das Café regelmäßig auftaucht. Hier nehmen Sherlock. Mycroft und Dr. Watson gerne mal einen Kaffee.

Eingerahmt von gläsernen Bürotürmen duckt sich das kleine Gebäude in der North Gower Street in die Ecke. Im Erdgeschoß: Speedys Restaurant. Für die Serie Sherlock wird die Tür rechts  ausgetauscht und das Gebäude  die Baker Street 221B deklariert.

Eingerahmt von gläsernen Bürotürmen duckt sich das kleine Gebäude in der North Gower Street in die Ecke. Im Erdgeschoß: Speedys Restaurant. Für die Serie “Sherlock” wird die Tür rechts ausgetauscht und das Gebäude zur Baker Street 221B deklariert.

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Innen erwartet mich eine Überraschung. Ich hatte erwartet, dass das Restaurant, ähnlich wie das Café aus dem Film Amelié, total überlaufen ist von Sherlock-Pilgern. Aber nichts dergleichen – am Tresen holen sich Menschen auf dem Weg zur Arbeit einen Kaffee oder ein Sandwich zum mitnehmen, an den wenigen Tischen und Stühlen sitzen vereinzelt Rentner über einem Tee und lesen Zeitung. Keine Spur von Touris, nur ein Foto an der Wand verrät, dass dieses Lokal ein Filmstar ist. Das Bild zeigt den Wirt zusammen mit Martin Freeman, Bendict Cumberbatch und Steven Moffat. Das hier zu den Dreharbeiten die gerade populärsten Schauspieler der Welt ein- und ausgehen hat wohl keinen Einfluß auf´s Tagesgeschäft.

Ansonsten wirkt alles sogar ein wenig schmuddelig. Die Holzverkleidung der Wände ist vielfach übergestrichen, die Fliesen des Bodens sind abgelaufen und die Stühle wackelig.
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Verfasst von - 1. April 2014 in Reisen, Wiesel

 

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Motorradreise 2013 (16): Begegnung mit dem Sensenmann

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Im Juni 2013 waren Silencer und das Wiesel mit dem Motorrad unterwegs. 6.853 Kilometer, 22 Tage, mehr als 40 Orte. Dies ist das Tagebuch der LANGEN Reise. Am siebzehnten Tag ist es sehr heiß, ich verwandele Silber in Gold und habe eine Begegnung mit dem Sensenmann.

Dienstag, 18. Juni 2013, Casa Brescia, Siena, Toskana

Der sechste Tag in Siena, und wieder strahlt die Sonne vom Himmel und verbreitet eine ohrenbetäubende Hitze. Ich bin mir schon am Morgen, als die Renaissance aus dem Tor des Casa Brescia rollt, nicht sicher, ob es eine gute Idee ist heute eine weite Tour zu unternehmen. Ich habe mir vorgenommen die Städte Montepulciano und Montalcino zu besuchen. Die berühmten Weinstädte liegen 40 Km südlich von Siena. Die wollte ich vergangenes Jahr schon besuchen, aber da gab es erst in Montepulciano keinen Parkplatz, und in Montalcino hatte ich dann spontan keine Lust mehr die Stadt anzusehen. Es ist kurz nach neun, und das Thermometer (also die offizielle Wetterstation, nicht das am Motorrad) zeigt bereits fast 30 Grad an. Im Topase im Heck der gluckern insgesamt 3,5 Liter Wasser in zwei Feldflaschen und einer zusätzlichen PET-Flasche, und ich vermute stark, dass ich alles brauchen werde.

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Es geht Richtung Süden. Erst zieht sich eine Landstraße durch eine Reihe kleiner und ziemlich hässlicher Trabantendörfer. Aber dann führt die Straße kurvenreich eine Anhöhe hinauf, und plötzlich wird die Landschaft zu dem, was man von Postkarten aus der Toskana kennt.

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Links und rechts liegen sanfte, grasbewachsene Hügel, von denen manche eine Zypressenallee und ein Bauernhaus tragen. Durch diese Landschaft gleitet die Renaissance, und ich befinde mich in einem fast meditativen Zustand. Unter dem Helm und auf der Straße ist man stets allein mit sich und seinen Gedanken, und die Weite der Landschaft trägt dazu bei den Verstand und den Geist zu öffnen.

Noch weiter südlich führt die Landstraße in einen langen Tunnel. Exakt den, den regelmäßige Leser und Gucker der Videos aus dem Vorspann der Reisevideos kennen.

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Als das Motorrad am anderen Ende wieder hinaus ins Licht schießt, sind wir tief in der Crete Senesi, dem Ödland hinter Siena. Das heisst nicht etwa so, weil es eine Wüste wäre – zumindest nicht ganz, auch wenn es tatsächlich eine kleine Wüste und sogar Sandstürme in dem Gebiet gibt – sondern weil es eine weite, sehr spärlich besiedelte Landschaft ist. In den Niederungen wird Getreide angebaut, und auf den Hügeln wächst Gras. Das ist zum Teil schon geerntet, und die gepressten Ballen liegen in der Landschaft verstreut wie Riesenspielzeug.

Ich liebe diese Gegend, und auch jetzt entlockt sie mir unter dem Helm Ausrufe der Begeisterung. Keine Ahnung, ob die Hügel hier dem goldenen Schnitt entsprechen oder woran es sonst liegt, alles hier wirkt dem Auge gefällig und begeistert die Sinne bis in die letzte Synapse. Hier ein Haus haben… ach, das wär´s.

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Verfasst von - 29. März 2014 in Motorrad, Reisen, Wiesel

 
 
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