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Archiv der Kategorie: Reisen

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Verfasst von - 31. Juli 2015 in Reisen, Wiesel

 

5.479

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Wo bin ich? Wo ist denn hier der Lichtschalter? Und wo ist mein Gepäck?

Ach, ich bin ja gar nicht mehr unterwegs. Im Aufwachen begreift das Hirn langsam, dass es wieder im eigenen Schlafzimmer ist. Die tägliche Neuorientierung, die Anpassung an immer andere Zimmer, Pensionen, Wohnungen, das ist nun nicht mehr nötig, und irgendwie fehlt das.

5.479 Kilometer habe ich den vergangenen 19 Tagen auf dem Motorrad zurückgelegt. Weniger als im letzten Jahr, aber da führte die Tour auch durch halb Westeuropa. Und immer noch mehr als bei der Tour 2013, die voreilig als “Lange Reise” betitelt war.

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Nun bin ich wieder hier, und habe Einiges zu erzählen. Wie es ist, in absoluter Dunkelheit auf einem Gletscher im Inneren eines Berges rumzuwandern, zum Beispiel. Oder wie es sich anfühlt, auf einer Passstraße rumzukurven, die eigentlich gesperrt ist und keine Leitplanken hat. Oder wie ein Gerät aussieht, das tief in der Erde steckt und messen kann, wieviel Tonnen Schnee auf den Alpen liegen. Oder wie es ist, durch eine Stadt zu laufen, die nur von Kerzen erleuchtet ist, und deren Fluß in Feuer steht.

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Ich habe einige sehr coole Sachen im wahrsten Sinne des Wortes er-fahren, und dabei mal wieder so einiges gelernt. Wie man in den Bergen fährt, oder warum es sinnvoll ist, bei Ortsnamen mal zu gucken, ob es sich auch WIRKLICH um Orte handelt, bevor man die ins Navi eintippt.

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Dabei ist mal wieder fast alles gut gegangen, sieht man mal von der Rückkehr des QUIETSCHENS ab, was diesmal dazu führte, dass das Motorrad mit einem Defekt am Vorderrad in eine italienische Werkstatt musste. Und ich musste diesmal tatsächlich zwei Mal auf die gut sortierte Bordapotheke zurückgreifen, um ein Mal selbstverschuldete und ein Mal unverschuldete mehr oder weniger schwere Dinge zu kurieren. Außerdem stand am Ende die Erkenntnis: NIE wieder ohne lange Unterwäsche. Aber davon später mehr. Erstmal muss ich jetzt wieder zu Hause ankommen, und das auch begreifen. Dauert vermutlich noch ein paar Tage, bis ich wirklich verinnerlicht habe, dass dies kein Hotelzimmer ist.

Mitbringsel.

Mitbringsel.

 
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Verfasst von - 27. Juni 2015 in Motorrad, Reisen, Wiesel

 

Paris bei Nacht

Durch Paris bei Nacht zu streifen ist wie durch einen fahlen Traum vergangener Zeit zu wandeln…
Geknipst aus der Hand, mit der winzigkleinen Lumix TZ41.

Andere Städte bei Nacht:
London bei Nacht
Rom bei Nacht
Florenz bei Nacht
Venedig bei Nacht
Prag bei Nacht
Würzburg bei Nacht
Bremen bei Nacht

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Bild: Silencer.  (c)  Tour Eiffel – Illuminations Pierre Bideau.

Bild: Silencer. (c) Tour Eiffel – Illuminations Pierre Bideau.

Bild: Silencer.  (c)  Tour Eiffel – Illuminations Pierre Bideau.

Bild: Silencer. (c) Tour Eiffel – Illuminations Pierre Bideau.

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Champagnerbar auf dem Tour Montparnasse.

Champagnerbar auf dem Tour Montparnasse.

Die Stadt ist ein orangenes Gespinst in einer schwarzen See. Bild: Silencer.  (c)  Tour Eiffel – Illuminations Pierre Bideau.

Die Stadt ist ein orangenes Gespinst in einer schwarzen See.
Bild: Silencer. (c) Tour Eiffel – Illuminations Pierre Bideau.

Auf Augenhöhe mit dem Eiffelturm. Bild: Silencer.  (c)  Tour Eiffel – Illuminations Pierre Bideau.

Auf Augenhöhe mit dem Eiffelturm.
Bild: Silencer. (c) Tour Eiffel – Illuminations Pierre Bideau.

Bild: Silencer.  (c)  Tour Eiffel – Illuminations Pierre Bideau.

Bild: Silencer. (c) Tour Eiffel – Illuminations Pierre Bideau.

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Bild: Silencer, (c) Tour Eiffel – illuminations Pierre Bideau

Bild: Silencer, (c) Tour Eiffel – illuminations Pierre Bideau

Bild: Silencer. (c) Tour Eiffel – illuminations Pierre Bideau So glitzert und blitzt der Eiffelturm zu jeder vollen Stunde für einige Minuten...

Bild: Silencer. (c) Tour Eiffel – illuminations Pierre Bideau
So glitzert und blitzt der Eiffelturm zu jeder vollen Stunde für einige Minuten…

Bild: Silencer. (c) Tour Eiffel – illuminations Pierre Bideau ...um dann wieder ruhig, aber immer noch festlich beleuchtet da zu liegen.

Bild: Silencer. (c) Tour Eiffel – illuminations Pierre Bideau
…um dann wieder ruhig, aber immer noch festlich beleuchtet da zu liegen.

Place Trocadero.

Place Trocadero.

Das Moulin Rouge markiert den Eingang zu Montmartre. Zwei Gehminuten dahinter liegt mein Hotel.

Das Moulin Rouge markiert den Eingang zu Montmartre. Zwei Gehminuten dahinter liegt mein Hotel.


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Verfasst von - 31. Mai 2015 in Foto, Reisen

 

Reisetagebuch Paris (7): Thanatotourismus

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Mittwoch, 29. Oktober 2014, Paris

Es ist nebelig und klamm, aber nicht mehr so schneidend kalt wie gestern. Als ich an diesem Morgen das Hotel verlasse, trage ich den großen N7-Rucksack auf meinem Rücken, denn heute ist der Tag der Heimreise.

Tschüss, Montmartre. War bestimmt nicht das letzte Mal.

Tschüss, Montmartre. War bestimmt nicht das letzte Mal.

Ein letztes Mal das Treppenhaus des Hotels runterhoppeln.

Ein letztes Mal das Treppenhaus des Hotels runterhoppeln.

An der Seite es Rucksacks ist eine schwarze Dokumentenrolle aus Kunststoff befestigt. Ich kaufe unterwegs ja gerne Bilder und alte Landkarten, und mit dieser Konstruktion bekomme ich bis zu 1,50 breite Dokumente transportiert ohne sie zu beschädigen. Sieht halt nur merkwürdig aus, der Rucksack war mal ein US-Aufklärer-Marschgepäck, bis Meister Edem dran rumgetüftelt hat. Jetzt sieht das Ding aus der Entfernung aus wie Sturmgepäck mit angebautem Raketenwerfer. Prompt gerate ich in eine Kontrolle – schwer bewaffnete Polizisten stehen in der U-Bahn und filzen die Pendler. Allerdings suchen die nur nach Drogen bei Pendlern, Raktenwerfertragende Touristen interessieren sie nicht.

Frei nutzbare Klaviere stehen jetzt wirklich überall rum. Ich bin immer wieder erstaunt, wieviele Menschen noch Klavier spielen können und das in einem Bahnhof auch tun.

Frei nutzbare Klaviere stehen jetzt wirklich überall rum. Ich bin immer wieder erstaunt, wieviele Menschen noch Klavier spielen können und das in einem Bahnhof auch tun.

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Verfasst von - 30. Mai 2015 in Reisen, Wiesel

 

Reisetagebuch Paris (6): Über die Schwelle der Höllen

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Dienstag, 28. Oktober 2014, Paris

Neinneinnein, das hier ist nicht richtig. Das spüre ich. Irgendwas stimmt hier nicht, ganz egal was der Pförtner gerade gesagt hat. Ich bin hier nicht richtig, das weiß ich. Ein Blick auf die Uhr. Die Zeit läuft mir davon.

Dabei bin ich froh, dass ich überhaupt hier bin, denn die Zugverbindung hier raus ist kompliziert, und heute morgen sind auch noch wegen Signalstörungen Verspätungen und Zugausfälle dazugekommen.

Schon gegen halb Sieben, als es noch Dunkel war, bin ich vom Montmarte aufgebrochen. Nur wenige Menschen waren zu der Zeit unterwegs, anders als andere Großstädte schläft Paris gerne lange. Mehr als drei Stunden hatte ich da noch Zeit, eigentlich mehr als genug für einen Weg von eigentlich nur einer Stunde.

Trotzdem ist jetzt die Zeit knapp. Ich sehe noch mal auf die Uhr. Nur noch 10 Minuten, und die Schlange bewegt sich kaum.

Als ich am Morgen aufgebrochen bin war es noch dunkel. Die Beleuchtung der alten Jugendstil-Metrostationen ist  ebenso dezent wie schön.

Als ich am Morgen aufgebrochen bin war es noch dunkel. Die Beleuchtung der alten Jugendstil-Metrostationen ist ebenso dezent wie schön.

Die Metro hatte mich zum Bahnhof Invalides gebracht. Dort ging es erstmal nicht weiter. Kein Zug weit und breit. Die französische Bahn gibt sich ja, ähnlich wie die deutsche, gar keine Mühe international zu sein. Ansagen oder anzeigenauf englisch gibt es nicht, und das Schnellfeuerfranzösisch, das ein erkälteter Bahnmensch durch die Lautsprecheranlage von 1920 hustete, verstand ich nicht. Irgendwo anders, so vermutet ich nach der vierten Durchsage, gibt es wohl eine Weichenstörung, und deswegen kam hier kein Zug.

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Endlich, nach 45 Minuten Verspätung, fuhr ein Zug in den unterirdischen Bahnhof ein. Den bestieg ich und war froh, dass ich nun doch endlich unterwegs war. Zeitlich würde auch noch alles passen. Dachte ich. Dann gingen die Lichter aus, und auf Schnellfeuerfranzösisch wurde irgendwas durchgesagt. Englische Übersetzung gab´s auch hier nicht, wozu auch, die Linie wird ja nur überwiegend von ausländischen Touristen benutzt. Gerade mal zwei Stationen weit war ich gekommen, und nun musste ich wieder raus aus dem Zug und auf einen anderen warten. Der liess sich auch wieder Zeit, und als ich endlich hier ankam, musste ich schon im Laufschritt losrennen.

Häuser am Rande der Bahnstrecke.

Häuser am Rande der Bahnstrecke.

Hier, das ist übrigens das Chateau Versailles, und vor dem stehe ich jetzt gerade, um 09.15 Uhr, zusammen mit ca. 700 Leuten, und warte auf die Ticketkontrolle.

Die nächsten Häuser verschwinden im dichten Nebel.

Die nächsten Häuser verschwinden im dichten Nebel.


Es gibt mehre Haltestellen mit “Versailles” im Namen, aber nur “Versailles Chateau Rive Gauche” ist die richtige.

Ich habe eine Führung gebucht, und die beginnt bereits um 09.30 Uhr. Eine der ganz seltenen Führungen, findet nur alle paar Tage mal statt.

“Am Eingang für Individualtouren ODER am Gruppenmeetingpoint” solle man sich einfinden, sagt die Website, verschweigt dann aber geflissentlich, wo dieser Meetingpoint wohl zu finden ist. Also hatte ich mein Ticket einem Brummbär von Pförtner gezeigt. Der hatte es praktisch nicht angesehen und mit dem Arm in Richtung der langen Schlange gewedelt und gebellt, ich solle mich dort anstellen. Das sei der richtige Eingang. Aber alles in mir sagt, dass das hier nicht stimmt. Trotzdem hatte ich mich eingereiht, obwohl mir die Zeit ausgeht, denn was sollte ich anderes tun?

Chateau Versailles.

Chateau Versailles.


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Verfasst von - 23. Mai 2015 in Reisen, Wiesel

 

Reisetagebuch Paris (5): Männer, die betreten auf ihre Penisse starren

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Montag, 27. Oktober 2014, Paris

Im Hotel frühstücke ich schon seit dem zweiten Tag nicht mehr. Sechs Euro sind zu viel für eine Tasse Kaffee und ein Croissant. Zumal ich normalerweise eh nicht frühstücke, und einen Kaffee bekomme ich auch um die Ecke. Dort liegt das nämlich das “Café des Deux Moulins”, wo ich meinen Frühstückskaffee stilecht, im Stehen und an den Tresen gelehnt, trinke. Um mich herum sind Handwerker und Verkäufer ins Gespräch vertieft oder lesen Zeitung. Sie machen Frühstückspause, sind auf dem Weg zu Arbeit oder kommen mal eben so reingedippt, auf einen Kaffee, im Tresen, im Stehen, und dann geht es weiter.

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Es ist ein seltsames Gefühl hier zu sein. Alles sieht exakt so aus wie im Film “Amélie”, der hier gedreht wurde. Hier ist der Tisch, an dem der Mann mit dem Diktafon saß, dort der Tabaktresen von der schniefenden Verkäuferin. Aber das hier ist keine Filmkulisse, sondern ein ganz normales, in die Jahre und etwas runtergekommes Café, in dem die Einheimischen ein- und ausgehen.

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Das ist fast ein wenig surreal, und dieses Gefühl hatte ich auch schon, als ich in “Sherlocks” Stammcafé in London war. Anders als das “Speedys Sandwich Café” macht das “Des 2 Moulins” aber Werbung damit, dass es ein Drehort war. An der Wand hängen “Amélie”-Poster, und auf der Toilette ist ein kleiner Schrein eingerichtet, in dem sogar der Gartenzwerg steht. Das Wiesel hält kurz andächtig inne.

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“Des 2 Moulins”, also “Von den zwei Mühlen” heisst übrigens so, weil es wirklich mittig zwischen zwei Mühlen liegt. Weiter oben am Berg steht die letzte von einst zahlreichen Windmühlen auf dem Montmartre. Sie beherbergt heute ein Sternerestaurant. Etwas weiter die Straße runter drehen sich die roten Flügel der zweiten Mühle, der auf dem Dach des Moulin Rouge.

Der Laden, der im Film dem unfreundlichen Gemüsehändler gehört, liegt nur zwei Straßen weiter. Heute Morgen hat er noch geschlossen.

Der Laden, der im Film dem unfreundlichen Gemüsehändler gehört, liegt nur zwei Straßen weiter. Heute Morgen hat er noch geschlossen.

Während ich am Tresen stehe, mache ich mir ein wenig Gedanken darüber, welchen Eindruck die Stadt bislang auf mich hinterlassen hat. Paris besteht gefühlt nur aus Modeläden und Cafés. Es gibt Fantastilliarden an Schuh- und Klamottengeschäften, und ganze Straßenzüge bestehen nur aus einem Café am nächsten. Mittags und Abends sind nahezu alle voll belegt. Es ist, als ob sich das Leben der Pariser außerhalb der Arbeit in Cafés abspielt. Hier trifft man sich mit Freunden und Familie. Vermutlich will niemand direkt nach Hause, weil die Wohnungen so fürchterlich winzig sind.
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Verfasst von - 16. Mai 2015 in Reisen, Wiesel

 

Reisetagebuch Paris 2014 (4): Im Rampenlicht

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Sonntag, 26. Oktober 2014, Paris

Es ist so, wie ich immer vermutet habe: Wenn man auf der Theaterbühne steht und alle Scheinwerfer auf einen gerichtet sind, dann sieht man fast nichts mehr. Ist irgendwie auch besser so. Dadurch kann ich mir einbilden, dass mir nicht gerade ein vollbesetzes Theater gegenübersitzt. Ich sehe nur weißes Licht und höre erwartungsvolles Schweigen von fast 600 Personen. Hätte ich mir auch nicht träumen lassen, dass ich mal in Paris in einem Theater auf der Bühne stehe. Ich atme einmal tief durch, dann beginne ich zu improvisieren.

Zwölf Stunden zuvor beginnt der Tag eigentlich ganz harmlos. Am Morgen mache ich einen kurzen Ausflug nach Notre Dame, um die Kathedrale auch mal am Tag gesehen zu haben. Leider ist der Himmel bedeckt, bei Sonnenlicht wirken die großen Buntglasfenster sicher nochmal so erhaben.

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Verfasst von - 9. Mai 2015 in Reisen, Wiesel

 
 
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