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Archiv der Kategorie: Reisen

Motorradreise 2014 (1): Irreparabel kaputte Luftnummer

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Im Sommer 2014 reiste Herr Silencer mit dem Motorrad durch Europa. 24 Tage, 7.187 Kilometer, durch sechseinviertel Länder. Die Reise beginnt heute.

Freitag, 06. Juni 2014

Es gibt so Tage, da springt man morgens energiegeladen aus dem Bett, packt´s an, und alles, alles läuft. Dann gibt es so Tage, da wird einem schon sehr bald klar, dass man lieber im Bett hätte bleiben sollen. Heute ist so ein Tag der letzeren Kategorie.

Leider ist heute auch der Tag, an dem ich zur Motorradreise 2014 aufbrechen will. Mehr als drei Wochen, 60 Orte, 6,25 europäische Länder. Wochenlange Planung und Vorbereitung wurden in diesen Tag investiert.

Sorgfältig verpackt. Zwar sollen die Koffer wasserdicht sein, aber starker Regen kommt überall durch. Deshalb sind wichtige Dinge in Ziplock-Beuteln Luftdicht verpackt, Klamotten in dünne Müllsäcke.

Sorgfältig verpackt. Zwar sollen die Koffer wasserdicht sein, aber starker Regen kommt überall durch. Deshalb sind wichtige Dinge in Ziplock-Beuteln Luftdicht verpackt, Klamotten in dünne Müllsäcke.

Jeder Koffer fasst 45 Liter und 10 Kilo Gepäck. Bei der Abfahrt sind sie etwas mehr als halb voll.

Jeder Koffer fasst 45 Liter und 10 Kilo Gepäck. Bei der Abfahrt sind sie nur halb voll.

Alles war fertig gepackt, alles vorbereitet, und nun… nun fummele ich schon zum fünften Mal an diesem verdammten Reifenventil herum!

“Nur nochmal schnell den Luftdruck” hatte ich prüfen gewollt. “Nur noch mal schnell”. Und dann habe ich gemerkt, dass meine kleine Fußluftpumpe ungenau wie Sau war und bei jedem Ansetzen einen anderen Luftdruck im Vorderreifen anzeigte. Jetzt stehe ich vor der örtlichen Polo-Filiale, habe den gerade frisch erworbenen digitelen Luftdruckprüfer angesetzt und vergleiche die Anzeige mit den Werten der komischen Maschine, die die da zum Luft auffüllen haben. Da stellt man den gewünschten Wert ein, dann setzt man das Ventil an, und die Maschine macht laute Geräusche und hört erst auf zu pumpen, wenn der eingestellte Sollwert erreicht ist. Theoretisch. Praktisch tut sie jetzt zum fünften Mal so, als ob sie 2,5 Bar aufgepumpt hat. Tatsächlich zeigt sie beim nächsten Meßvorgang aber nur 2 Bar an.

Verliert der Reifen Luft? Danach sieht es eigentlich nicht aus. Ist die Maschine kaputt? Kann sein. Ich bin genervt, und außerdem wollte ich jetzt schon seit einer Stunde auf der Autobahn sein. Ich bin so dermaßen genervt, dass ich beschließe diesem Mist jetzt nicht mehr nachzugehen. Keine Ahnung wieviel Luft jetzt im Vorderreifen ist – beim letzten Mal zeigt die Maschine 1,8 Bar an und das gerade gekaufte Meßgeräte 2,3. Beides zu wenig, keine Ahnung was stimmt, aber der Reifen ist knüppelhart, und das muss für den Augenblick reichen. Ich will jetzt endlich los, für alles andere gibt es den ADAC.

Abfahrtbereit: Die ZZR600 mit den großen Koffern und dem Topcase.

Abfahrtbereit: Die ZZR600 mit den großen Koffern und dem Topcase.

Schnell zurück nach Mumpfelhausen, die Koffer und das Topcase an die Kawasaki geklemmt, und gegen 10.30 Uhr flitzt das Motorrad ENDLICH über den Zubringer Richtung Autobahn.
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Verfasst von - 25. Oktober 2014 in Motorrad, Reisen, Wiesel

 

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Für Leandrah
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Verfasst von - 21. Oktober 2014 in Motorrad, Reisen

 

Prag bei Nacht

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Verfasst von - 18. Oktober 2014 in Foto, Reisen

 

Reisetagebuch Prag 2014 (2): Das bimmelnde Skelett und der Golem

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Am Tag der Deutschen Einheit, 25 Jahre nach dem Fall der Mauer, machten Modnerd und Silencer in den Osten rüber. Einmal falsch abgebogen, und schon fanden sie sich in Prag wieder, der Stadt an der Moldau.

Samstag, 04. Oktober 2014

Familienfotos in schwarz-weiß, sepiafarbene Aufnahmen von alten Autos, Öllampen, eine gußeiserne Schreibmaschine, Kochlöffel, Schallplatten, verschiedene Sorten von Uhren, eine Gasmaske und das Innenleben eines Konzertflügels schmücken die Wände des Frühstücksraums in der Pension 15. Hier hat jemand den Inhalt seiner Rumpelkammer zum Konzept erklärt.

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Heute macht nicht die Frau Frühstück, sondern eine andere, aber gut ist es trotzdem. Eine halbe Stunde später stehen Modnerd und ich auf dem Kopfsteinpflaster des Wohnviertels und trotten Richtung Westen.

1. Nationaldenkmal, 2. Markt, 3. Messepalast, 4. Lapidarium, 5. Jüdisches Viertel, 6. Astronomische Uhr, 7. Hotel Europa und Wenzelplatz, 8. Kobra Nostalgia, 9. Pension 15

1. Nationaldenkmal, 2. Markt, 3. Messepalast, 4. Lapidarium, 5. Jüdisches Viertel, 6. Astronomische Uhr, 7. Hotel Europa und Wenzelplatz, 8. Kobra Nostalgia, 9. Pension 15

Es ist noch ein wenig diesig und mit 10 Grad auch kühl, aber das bleibt nicht so – als wir um eine Ecke biegen, grüßt über die Hausdächer schon das größte Reiterstandbild der Welt von seinem Gedenkberg herab, und dahinter: Blauer Himmel.

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Der Berg ist der Vitkov, und seine Kuppe trägt das Nationalmuseum. Von dort hat man, klar, eine tolle Aussicht:

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Der Typ auf dem Pferd ist Jan Žižka, einen Heerführer, der an dieser Stelle vor 600 Jahren Kreuzfahrer vermöbelte. Wenn man davor steht, wirkt die Pferdestatue gar nicht so groß, aber mit neun Meter Höhe und mit 16,5 Tonnen Gewicht gibt es keine von vergleichbarer Größe in der Welt.

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Umgeben sind Pferdemensch und Museum mit einem Park, in dem an diesem Morgen nur vereinzelt Leute herumjoggen. Ein gewundener Weg führt hinab in den Stadtteil nördlich des Vitkov.

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Hier ist das “normale” Prag. Touristen verirren sich nicht hierher, hier gehen nur Anwohner ihrem Leben nach. Die großen Bürgerhäuser aus der Gründerzeit sind auch hier imposant und schön anzusehen, aber weniger farbenfroh gestrichen und wenig gepflegt als im Zentrum. Die Läden sind kleiner und spezialisierter, und die Kneipen und Restaurants haben ihre Karten nur auf tschechisch in der Auslage, und nicht wie im Zentrum auch auf englisch.

Sprachlich hat man in Prag übrigens gar keine Probleme. Jeder hier spricht Englisch, viele auch Deutsch. Deutsch ist besonders bei älteren noch verbreitet, die jüngeren lernen es meist nicht mehr.

Prag war übrigens seit immer ein Sammelbecken mit einer deutschen und einer tschechischen Bevölkerung. Ich sage bewusst nicht “ein Schmelztiegel”, denn vermischt hat sich da gar nichts. Die Deutschen waren immer die mit dem Geld, die gebildete und arrogante Oberschicht. Die Tschechen stellten die Arbeiterklasse. Das änderte sich erst, als nach Ende des zweiten Weltkriegs die Deutschen aus dem Land geworfen wurden. Diese Abschiebung der “Sudentendeutschen” wird von deren Organisation gerne als Vertreibung bezeichnet. Heute liegt der deutsche Bevölkerungsanteil bei 0,2 Prozent.

Unversehens geraten Modnerd und ich in einem Markt, der die freundliche Atmosphäre eines kleinen Stadtfests oder eines Open-Air-Cafés hat. In einem Park vor einer Kirche stehen Wagen und Wägelchen, an denen Obst, Gemüse und Wurst verkauft werden. Dazu gibt es Stände, die Essen anbieten. Hier drehen sich auf großen Grills lecker aussehende Würste, dort wird selbstgebackener Kuchen verkauft. Eine sehr entspannte Atmosphäre liegt in der Luft. Die Leute schlendern über den Markt, kaufen Kartoffeln, dann setzen sie sich auf eine Wurst und einen Kaffee an die Tische. Generell ist Prag sehr angenehm locker, und hier ist es einfach nur super relaxed.

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Verfasst von - 18. Oktober 2014 in Reisen

 

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Reisetagebuch Prag 2014 (1): Der Anfang vom Ende

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Am Tag der Deutschen Einheit, 25 Jahre nach dem Fall der Mauer, machten Modnerd und Silencer im tollsten Oktober aller Zeiten in den Osten rüber. Auf den Spuren der Geschichte ging es nach Prag, der alten Metropole an der Moldau.

“Wollen Sie nicht erstmal gucken?”, hatte Eva gefragt und skeptisch die Augenbrauen hochgezogen. “Gehen Sie erstmal hin, gucken sie das Frühstück von der Frau an, dann entscheiden Sie, ob sie das wollen”.
Irgendwie schien die Rezeptionistin vom Frühstück der Frau nicht überzeugt gewesen zu sein, trotzdem hatte ich es gleich gebucht und im voraus bezahlt. Schlimmer als italienisches Frühstück kann ein tschechisches nicht sein. Diesen Vertrauensvorschuss hatte Eva mit einem tadelnden Blick geahndet.

Ein verkehrssicherer Besen für die Hexe von Heute über der Rezeption der Pension 15.

Ein verkehrssicherer Besen für die Hexe von Heute, über der Rezeption der Pension 15.

Keine Ahnung woher ihre Skepsis kommt. Das Frühstücksbuffet, dass die Frau am nächsten Morgen in einem Kellerraum der Pension bereitstellt, ist zwar einfach, aber mehr als ausreichend. Kaffee, Brötchen, Cornflakes, Wurst, Streichkäse, vier Sorten Konfitüre – so fängt der Tag doch gut an! Als ich wenig später vor die Tür der Pension 15 trete bin ich zufrieden, vollgefuttert und unternehmungslustig.

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Im strahlenden Sonnenschein liegt der Straßenzug mit dem groben Kopfsteinpflaster dar. Die Pension 15 ist ein großes Haus aus der Gründerzeit, in dessen Hinterhof früher mal eine Autowerkstatt war. Das Wohngebäude ist jetzt ein Hotel, die ehemalige Werkstatt ist zu Appartements ausgebaut. Eines davon belegen Modnerd und ich.

Apartment in der Pension 15 in Prag.

Appartement in der Pension 15 in Prag.

Irgendwie waren Modnerd und ich zeitgleich auf die Idee gekommen mal Prag sehen zu müssen, und so nutzen wir das Wochenende und den deutschen Nationalfeiertag für eine Kurzreise in die tschechische Hauptstadt. Letzte Nacht sind wir angekommen, mit einem Eurocity. Der Hauptbahnhof liegt nur zwei Kilometer entfernt. Ein entspannter Spaziergang durch die Nacht, und schon hatten wir unsere Unterkunft gefunden.

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Nun ist es Tag. Tag der deutschen Einheit, um genau zu sein. Vor genau 25 Jahren und drei Tagen hat die hier, in Prag, begonnen. Welchen besseren Ort könnte man jetzt besuchen? Bevor es geschichsträchtig wird geht es erstmal auf den Prager Fernsehturm. Der überragt die ganze Stadt und die umliegenden Berge, an deren Hängen sich die Häuser hochziehen.

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Der Fernsehturm steht quasi direkt vor unserer Haustür, und weil ich auf alle Aussichtspunkte draufklettern muss, versteht es sich von selbst, dass ich hier keine Ausnahme machen kann. Wenn man genau hinsieht, bemerkt man die Figuren von Babys, die die Fassade des Turm hinauf- und darauf herumklettern.

Eines von Černýs Riesenbabys, hier im Park des Museums Kampa.

Eines von Černýs Riesenbabys, hier im Park des Museums Kampa.

Das ist das Werk von David Černý. Die Wikipedia weiß über ihn, dass er immer wieder provoziert – und damit “ungewöhnlich produktive Kontroversen sorgt”. Er hat die Stadt in den letzten Jahren entscheidend geprägt – durch seine Kunst UND seine Fähigkeit, Leute zu verarschen. So hatte beispielsweise die tschechische Regierung einen Wettbewerb gestartet: Europäische Künstler sollten Prag verschönern. Černý bewarb sich mit einem Künstlerkollektiv, dass er aus Ländern ganz Europa zusammengestellt hatte. Erst als die Kunstwerke standen, kam raus, das Černý die allein gebaut hatte – die Identitäten und Lebensläufe der anderen 27 Künstler hatte er frei erfunden. David Černýs Werke werden mir noch öfter begegnen, aber erst einmal geht es auf den Fernsehturm.

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Das Aussichtsdeck befindet sich auf 93 Metern Höhe, der Turm selbst ist mit 266 Metern aber bedeutend größer. Als sich die Türen des Lifts öffnen, stehen Modnerd und ich in einer abgefahrenen Spacelounge.

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Verfasst von - 11. Oktober 2014 in Reisen

 

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…bin ich nicht mehr. Ich habe jetzt nämlich endlich einen Reisepass! Ich hatte noch nie einen. Warum auch, bislang brauchte ich nie einen, bin ja nie aus Europa rausgekommen, sieht man mal von Ausflügen nach Bayern und in die Schweiz ab. Das ich jetzt einen beantragt habe, hat nicht mal einen aktuellen Grund. Es steht keine Reise außerhalb der EU an. Ich finde es mittlerweile nur gut, ein zweites Ausweisdokument zu besitzen. Außerdem hatte ich gerade Zeit und 59,- Euro Ausstellgebühr übrig.

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Bemerkenswert übrigens:

  • Die Schnelligkeit, mit der Passbeantragung und Abholung dieser Tage beim Amt ging. Jeweils 3 Minuten Wartezeit, 5 Minuten Bearbeitung durch superfreundliche Mitarbeiterinnen, nach 10 Minuten wieder draußen. Ich war ganz verwirrt und wusste nicht, was ich mit dem Rest des Vormittags machen sollte.
  • Die Schnelligkeit der Bundesdruckerei. Weniger als 3 Wochen hat die Ausstellung gedauert, und die kennen noch einen Expressmodus.
  • Bei der Ausstellung geht ALLES digital. Die Abnahme der Fingerabdrücke, die im Chip gespeichert werden, sowieso. Selbst das Bild bekommt man wieder, weil es gescannt wird. Auch die Unterschriften, die zu leisten waren, habe ich auf Digipads gemacht.
  • Apropos Fingerabdrücke: Früher steckte man als erstes den Pass in die Mikrowelle, um den darin befindlichen RFID-Chip ungültig zu machen. Heute ist das eine dumme Idee, weil mittlerweile an nahezu jeder Grenze der Chip gelesen werden kann. Nach den neuen Verordnungen ist der Pass ungültig, wenn der Chip defekt ist.
  • Wusste ich nicht: Der Pass ist rechtlich Eigentum der Bumsrepublik Deutschland. Ich habe ihn mir nur von ihr ausleihen dürfen. Und ich Dummerjahn dachte das wäre meiner. Nur weil mein Bild und meine Unterschrift drin ist.
  • Die Hinweise auf der letzten Seite sind witzig: “Dieser Reisepass enthält sensible Elektronik und sollte mit der gleichen Sorgfalt behandelt werden wie andere elektronische Geräte. Zur Erhaltung der Funktionalität insbesondere daher bitte nicht biegen, perforieren oder extremen Temperaturen oder extremen Temperaturen aussetzen.” Klingt, als hätte das ein Bayer formuliert.
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    Verfasst von - 5. September 2014 in Gnadenloses Leben, Reisen

     

    Wundverschluß

    Seit diesem Jahr habe ich Wundverschlußstreifen in meiner Reiseapotheke. Das sind kleine Pflasterstreifen, 5 mm breit, die mit einem starken Hautkleber versehen sind. Mit diesem Streifen kann man selbst Schnittwunden verschließen, die normalerweise beim Arzt geklammert oder genäht werden müssten.

    Zum ersten Mal zum Einsatz kamen sie jetzt, als ich mir am Kühlkörper einer Grafikkarte ausgerechnet den Touchscreen-Zeigefinger aufgeschnitten hatte. So tief, dass es auch nach einem Tag immer noch anfing zu bluten. Einfach Wunde zusammendrücken, Wundnahtstreifen drüber, und in der Regel hört die Blutung fast sofort auf. Die Wunde ist danach verschlossen, aber es kommt Luft daran und kein Pflaster stört. Wundnahtstreifen sind zudem wasserfest. Sehr praktisch. Sollten auch in jeder Hausapotheke enthalten sein.

    Link

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    Verfasst von - 3. September 2014 in Reisen

     
     
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