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Archiv der Kategorie: Reisen

Reiseausrüstung 2016

Kurze Bestandsaufnahme 2016: Womit verreise ich eigentlich? Viel Raum und Gewicht nimmt ja allgemein Technikkram ein. Heute schleppt jeder von uns das ein oder andere Gerät mit, das braucht dann gleich Akkus und Ladegerät und zack, schon braucht man eine eigene Reisetasche für den Klumpatsch.

Bei mir sind die kleinen Helferlein stark optimiert, ich komme mittlerweile mit sehr wenig Gepäck aus. Hier ein kurzer Überblick über die Reisetechnik plus die kleinen Helferlein und guten Taschen, die mich auf Reisen immer begleiten:

1. Rucksäcke
Für Flugreisen oder mehrtägige Businesstrips nehmen die meisten einen Trolley. Ich nehme lieber einen Cabinmax-Rucksack. Der wiegt nur 600 Gramm und hat genau die Abmaße, die Fluglinien für Handgepäck vorsehen. Dabei fasst er mehr als ein vergleichbarer Trolley, denn bei denen nimmt die Mechanik für den Griff viel Platz weg. 44 Liter gehen in den Cabinmax.

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Bild: CabinMax

Bild: CabinMax

Bei Städtereisen mit der Bahn muss ich mich nicht in Platz oder Gewicht einschränken, ich kann so viel Geraffel von der Reise mit zurückbringen wie ich will. Das tue ich mit einem Recon-Rucksack, der an Boden und Decke nachträglich verstärkt wurde. Das coole: Man kann die Tragegurte Wegklippen und ihn als Trage- oder Umhängetasche verwenden. Außen ist eine Dokumentenrolle angebracht, in der ich Poster und Landkarten transportieren kann, ohne das sie verknicken.

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Verfasst von - 26. Januar 2016 in Reisen

 

Motorradreise 2015 (11): Der Fluch von Montespluga und das Ende einer Reise

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Sommerreise mit dem Motorrad. Heute geht es gen Heimat, wobei ich aber Montespluga unterschätze und auf dem letzten Tropfen durch die Schweiz eiere. Am Ende der Reise steht der höchste Kirchturm der Welt und – Lila.


Mittwoch, 24. Juni 2015, Mailand

Früh am Morgen ist der Berufsverkehr von Mailand eine einzige, endlose Blechlawine, die sich bis zum Horizont auf den Autobahnringen enlangschiebt. Zu einem Viertel muss ich die Stadt auf dem Ring umrunden, dann geht es Richtung Norden, nach Monza, und von dort aus erst Richtung Lecco, dann am Comer See entlang nach Sondrio.

Abfahrbereit: Das Motorrad in Mailand, bereit für die Reise über die Alpen.

Abfahrbereit: Das Motorrad in Mailand, bereit für die Reise über die Alpen.

Am Comer See bin ich noch nie gewesen. Die Straße führt hier durch eine Aneinanderreihung von Tunneln, die jeweils mehrere Kilometer lang sind. Ich fahre gerne Tunnel, und diese besonders: In ihnen ist es warm, während die Luft draußen mit 15 Grad schon recht kühl ist.

Die GPS Linie ist immer wieder unterbrochen und zeigt dadurch sehr gut wie viele Tunnel sich entlang des Sees ziehen.

Die GPS Linie ist immer wieder unterbrochen und zeigt dadurch sehr gut wie viele Tunnel sich entlang des Sees ziehen.

Als die Tunnelfolge vorbei ist, fahre ich rechts ran, ziehe die Lüftungsöffnungen der Kombi zu und wechsele von den ungefütterten Sommerhandschuhen auf die dicken und wasserdichten Ganzjahreshandschuhe. Doch, es ist deutlich zu merken, dass ich in den Bergen bin.

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Dann führt das Navi über Dörfer der Voralpenlandschaft, von denen eines ins andere übergeht. Überall ist Tempo 50, und das langsame Rumgezockele macht mir gar keinen Spaß. Ich möchte Strecke machen, die heutige Etappe führt von Mailand nach Ulm, das sind 500 Kilometer. Das kann man in 4 Stunden schaffen. Eigentlich. Man muss dann aber bereit sein, rund 70 Euro für Autobahnmaut in Italien, Tunnelmaut, Schweizer Vignette und Österreichische Vignette zu zahlen.

Will man das nicht, dann bleibt nur ein langer Weg – den zu Berechnen das Garmin-Navigationsgerät am Motorrad in die Verzweifelung treibt. Bei Routen über mehrere Länder ist die Planung des ZUMO mit “erratisch” noch euphemistisch bezeichnet. An dieser speziellen Auswahl, durch vier Länder, ohne Mautstrecken und ohne Vignetten, rechnet das ZUMO fast eine Minute herum und zeigt dann stolz eine 600 Kilometer lange Route und 11 Stunden dauernde Route über den Brenner an. Eine erneute Berechnung bringt ein ähnlich dummes Ergebnis, und beim dritten Versuch hängt sich das Navi gleich ganz auf.

Google Maps kann da mehr, das hat eine fahrbare Strecke gefunden. Behauptete es zumindest in der Vorplanung zu Hause, und auch jetzt findet es mit ein wenig Rumbiegerei eine Strecke, die fast schnurgerade von Mailand durch die Alpen nach Ulm führt, 450 Kilometer lang und mit sieben Stunden Fahrzeit.

Um dem Navi die Google Route beizubringen, habe ich einzelne Orte per Hand als Ziel eingegeben, unter anderem Montespluga. Je näher ich den Bergen komme, desto mehr habe ich allerdings das Gefühl, dass ich vielleicht hätte nachgucken sollen, ob “Montespluga” wirklich ein Ort nahe der Schweizer Grenze ist, oder ob es sich dabei doch eher um was anderes handelt.

Wie sich herausstellt ist Montespluga vor allem ein Berg und ein Pass, und erst in letzter Instanz der Definition ein Ort. Was aber wichtiger ist: Der Weg dahin ist das Härteste, was mir auf dieser Reise bislang untergekommen ist. “Everything looks flat on google earth. It´s a curse! “, hörte ich mal einen Texaner über die ungewöhnliche und grausame Geografie der Berge sagen. Das man damit Streetviebildern und Google Maps vorsichtig sein muss weiß ich eigentlich, und so einen krassen Fall von “Gelände radikal unterschätzt” hatte ich bislang noch nicht. Bis zu zehn 180 Grad-Kehren folgen aufeinander und überwinden dabei auf engstem Raum bis zu 100 Höhenmeter. Es ist tatsächlich ein Fluch, denke ich bei mir. Der Fluch von Montespluga. Ein Mal nicht aufgepasst, schon in unmöglichem Terrain gelandet. Der Höhenmesser im Cockpit der Renaissance schnellt nach oben, von 300 auf 1.200, dann weiter auf 2.000 Meter.

Innerhalb kürzester Zeit übwindet die Straße hunderte von Höhenmetern....

Innerhalb kürzester Zeit übwindet die Straße hunderte von Höhenmetern….


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Verfasst von - 2. Januar 2016 in Motorrad, Reisen, Wiesel

 

Motorradreise 2015 (10): Die Weltausstellung

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Sommer 2015, Motorradreise. Heute heißt es Abschied nehmen von Siena, dann geht es durchs Nebelgebirge nach Mailand, wo gerade die Weltausstellung stattfindet. Außerdem: Nutella Galore.

Montag, 22. Juni 2015, Siena

Das Motorrad trägt wieder Koffer, als es die Stadtgrenzen von Siena hinter sich lässt. Es geht nach Norden, über die Autobahn Richtung Florenz. Vor dem Ballungsraum knickt die Route gnädigerweise nach nach Westen ab und über kleine Straén durch Dörfer und nach Pisa, von dort nach Massa und dann in die Berge.

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In der Nähe des Ortes Pontremoli steigt die Dichte an Motorradfahrern, was vermuten lässt, das die Strecke bei Ihnen beliebt ist. Und tatsächlich, als es richtig in die Berge geht, zeigt sich, dass die Straße eine Passstraße mit vielen Kurven und Kehren ist.

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Schnell schraubt sich die Straße in die Höhe, bis das Motorrad eine Reiseflughöhe von 1.000 Metern erreicht hat. Das ist auch genau die Höhe der Wolkendecke, und in die fahre ich nun hinein. Der Anblick ist faszinierend – wie dichter Nebel treiben Wasserschwaden über die Straße, die zudem noch vom letztem Regenschauer dampft. Dann komme ich über den Pass, und auf der anderen Seite ist es so windig, das Wolkenwirbel über die Straße fegen, manchmal so dicht, dass Sichtweite nur wenige Meter beträgt.

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Dis Sicht bessert sich erst wieder, als die Straße in tiefere Lagen führt. Jetzt sieht die Landschaft plötzlich kitschig-ländlich aus.

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Verfasst von - 26. Dezember 2015 in Motorrad, Reisen, Wiesel

 

Motorradreise 2015 (9): Haustierwaschmaschine, Pupsschlamm und Amifalle

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Sommerreise mit dem Motorrad. Heute: Versteckte Paradiese der Einheimischen, Fallen für amerikanische Touristen und meine heimliche Leidenschaft für geile Wäsche. Außerdem: Graues Eis und warum Postkartenhändler eine eigene Post haben.

Samstag, 20. Juni 2015, Siena

Der Samstag ist geprägt von ein wenig Hausarbeit. Ich bin schon wieder seit Tagen unterwegs, Wäschemachen ist fällig. Der neue Waschsalon, den ich im Gewerbegebiet von Siena entdeckt habe, ist cool – er hat von 8 bis 23 Uhr geöffnet, es gibt WLAN, während man wartet, und die Bedienung der Maschinen ist leicht verständlich mit großen Bildern erklärt.

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Wobei “selbsterklärend” relativ ist. DIESES Bild fehlinterpretiere ich zuerst als “In diesen Waschmaschinen können Sie ihre Haustiere waschen”.

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Tatsächlich käme man in Deutschland nicht auf die Idee, in einem Waschsalon mit einem Dutzend Waschmaschinen nur genau eine speziell für Leute anzubieten die Haustiere halten. In Italien ist das anders, Tiere im Haus zu halten macht eigentlich niemand. Katzen und Hunde werden in der Regel draußen gehalten, dementsprechend hat auch niemand Tierhaare an den Klamotten. Solche kleinen Kulturunterschiede lösen Fehlinterpretationen aus.

Beim nachmittäglichen Ausflug in die Ruhe der Crete Senesi, dem dünn besiedelten Landstrich hinter Siena, finde ich unter einer Autobahnbrücke ein Naturbad. Tatsächlich handelt es sich um Thermalquellen mit hohem Schwefelgehalt, wie der Geruch nach Pups nahelegt. Einheimische nutzen die natürlichen Becken des Flußbetts zum Baden (in vielen Fällen gänzlich nackt), zum darin Herumwaten oder zum Duschen.

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Viele schmieren sich mit dem warmen Schlamm ein, der, so weiß ich aus eigener Erfahrung vom Baden in Saturnia, schlimm nach Pups riecht. Noch Tage nach einer solchen Schlammpackung zieht man einen leichten Duft nach faulen Eiern hinter sich her.

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Verfasst von - 19. Dezember 2015 in Motorrad, Reisen, Wiesel

 

Motorradreise 2015 (8): Unter der Haut

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Sommerreise mit dem Motorrad. Heute: Gruselige Bilder von unter der Haut.
Wirklich. Gruselig.
Zartbesaitete Naturen sollten diesen Eintrag im Reisetagebuch überspringen.
You have been warned.

Freitag, 19. Juni 2015

Mehr oder weniger ungeplant geht es heute nach Florenz. Eigentlich steht die Stadt, die rund 80 Kilometer nördlich von Siena liegt, erst für Sonntag auf dem Programm, aber ich habe kurzfristig umdisponiert. Das hat zwei Gründe: Zum einen hege ich die dumpfe Vermutung, dass mein Lieblingsgeschäft am Sonntag geschlossen sein wird, zum anderen habe ich gestern noch etwas Tolles im Netz entdeckt, was ich unbedingt ansehen muss.

Aus diesem Grund zischt die Renaissance bereits um kurz nach 09.00 Uhr über die Autobahn. Bei Florenzbesuchen sind immer die letzten 9 Kilometer das Problem – die führen durch Kreiselkombinationen, die genauso unverständlich wie saugefährlich sind: Die Fahrspuren gehen kreuz und quer, und eine Ausfahrt ist sogar mit Vorfahrt achten versehen – von einer Autobahnabfahrt, die einen unablässigen Strom an schnell fahrenden Fahrzeugen ausspuckt. Es wundert mich nicht, dass im Kreisel gerade gleich zwei Unfälle von Carabinieri aufgenommen werden.

Florenz selbst ist die verkehrstechnische Entsprechung der Hölle, wie sie Dante in seinem “Inferno” beschreibt. Auch hier gibt es verschiedene Höllen, und es wird immer schlimmer, je näher man an das Stadtzentrum herankommt. Hinter der Kreiselhölle kommt der Höllenkreis der immerroten Ampeln, der nahtlos in die Hölle des ewigen Staus übergeht. Den hat man aber schnell vergessen, wenn man über die Anhöhe bei der Piazza Michaelangelo kommt und sich plötzlich eine grandiose Aussicht auf die Stadt und den alles überragenden Dom öffnet.

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Mein bevorzugter Parkplatz ist am Torre Niccolo, das ist am Ufer des Arno, zwei Kilometer vom Ponte Vecchio und damit vom Höllenkreis der orientierungslosen Touristen entfernt. Hier gibt es immer freie Parkplätze, und es ist verkehrstechnisch ruhig gelegen.

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In den vergangenen vier Jahren war ich sieben Mal in Florenz, und mittlerweile brauche ich nur noch einen Ausschnitt vom Stadtplan zu sehen oder einen der größeren Straßennamen zu hören und weiß, wo das ungefähr ist. Trotzdem suche ich mir heute einen Wolf und renne die Via Romana mehrmals hoch und runter, dabei auf der Suche nach Hausnummer 17. Die ist scheinbar schnell gefunden, sie folgt auf Hausnummer 15, ist aber nur eine kleine Holztür mit einem Schlitz für “Lettere”. Leider kann es die nicht sein, meine Zieladresse liegt woanders. Aber wo? Nicht mal Google Maps oder Navigon helfen hier weiter.

Kurz vor der Verzweifelung entdecke ich dann die zweite Nummer 17, ein großes Tor mit der Aufschrift “Università Firenze”. Trotz seiner Größe ist es leicht zu übersehen, was vielleicht auch eine Erklärung dafür ist, dass das, was sich hinter dem Tor verbirgt, zu den am wenigsten besuchten Attraktionen der Stadt gehört.

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Hinter diesem Innenhof liegt eines der am Wenigsten besuchten Museen in Florenz.

Hinter diesem Innenhof liegt eines der am Wenigsten besuchten Museen in Florenz.

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Hinter dem Holztor werden zwei Sammlungen der naturhistorischen Abteilung der Universität Florenz aufbewahrt und teilweise ausgestellt. Die erste Sammlung besteht aus Präparaten von Tieren aus der ganzen Welt. Die Schauschränke, in denen sie stehen, künden von ihrem Alter: Die Sammlung muss im 19. Jahrhundert entstanden sein. Alles ist in einem edlen und verzierten Stil, den ich mit dem viktorianischen Zeitalter assoziiere.

Kurios: Kunstvoll verzierte Muscheln.

Kurios: Kunstvoll verzierte Muscheln.

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Skarabäen sind riesig!

Skarabäen sind riesig!

Es ist ein merkwürdiges Gefühle, auf dem abgelaufenen Steinboden durch die Gänge voller Vitrinen zu laufen, und in die toten Glasaugen Tausender Tiere zu schauen. So eine Sammlung würde man heute nicht mehr anlegen oder, an manchen Orten, auch nur ausstellen, der Political Corectness wegen.

Ich bin dennoch froh die zu erleben, denn auch wenn manche Präparate zweifelhaft kunstvoll ausgestopft sind, so ist es dennoch ein Erlebnis, Tiere, die ich nur aus dem Fernsehen kenne, aus nächster Nähe betrachten zu können. Ich wusste nicht, wie groß ein Walroß wirklich ist. Und wie klein ein Totenkopäffchen sein kann. Oder welche Spannweite eine brasilianische Fledermaus erreicht, wenn man sie AN DIE WAND NAGELT. Und die zweifache Bedeutung der Namensgebung des Problembärnen Bruno (die älteren unter uns werden sich erinnern) erschliesst sich mir hier: Bruno war von der Gattung “Ursus Bruno”.

Mustela Nivalis - ein Wiesel! Gut, dass DAS Wiesel mich heute nicht begleitet hat.

Mustela Nivalis – ein Wiesel! Gut, dass DAS Wiesel mich heute nicht begleitet hat.

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Selbst seltenste Tiere gibt es in der Ausstellung, wie uralte Riesenschildkröten oder Schnabeltiere. Pinguine gibt es erstaunlicherweise keine, was Huhu freuen würde.

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Dann kommt der Teil der Ausstellung, wegen dem ich eigentlich hier bin. An der Universität Göttingen gibt es eine Sammlung von Moulagen, das sind Abformungen und Repliken von Krankheitsbildern aus Wachs. In Göttingen lagern unter anderem wächserne Arme, auf denen Akne, Hautkrebs und andere Krankheiten zu sehen sind. An solchen Modellen lernten Studenten im 19. Jahrhundert und sogar bis ins die 1950er Jahre Krankheiten zu erkennen. Anders war das kaum möglich, die Fotografie war schwarzweiß und grobkörnig, gut gearbeitete Moulagen dagegen absolut lebensecht. Gute Moulagen konnten sich nur die guten und teuren Unis leisten. Neben Göttingen, London und Paris war eben auch Forenz.

Und das ist es, was sich in den folgenden Räumen findet: Alte Holzvitrinen mit anatomischen Modellen von Körpern und Körperteilen, in den unterschiedlichsten Kombinationen. Hier, da bin ich mit sicher, hat sich Gunther von Hagens die Anregungen für seine “Körperwelten” geholt. Mal sieht man Schnitte durch Körperschichten, mal Skelette mit Augen, die nichts tragen ausser dem Nervengeflecht, mal sieht man Schädelknochen mit Ohren und Nase.

Aber diese Sammlung gab es 150 Jahre vor den Hagen´schen Plastinaten, und hier ist alles aus Wachs und nicht aus Menschen. Dennoch wirkt alles erschreckend echt. Bemerkenswert ist, dass die Exponate über die rein anatomische Aufklärung hinausgehen. Sie sind auch Kunstwerke. Die Puppen mit offenem Torso haben alle einen Kopf, oft mit aufwendigen Perücken bezogen und sorgfältig geschminkt, und in manchen Fällen tragen die Figuren sogar Schmuck. Diese Kombination wirkt… morbide. Und gruselig.

Achtung: Nach dem Klick kommen Bilder, die zweifellos einzigartig und interessant sind – die bei zartbesaiteten Naturen aber für Albträume sorgen könnten. Weiterklicken auf eigene Gefahr.
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Verfasst von - 12. Dezember 2015 in Motorrad, Reisen, Wiesel

 

Empfehlungen für wohlfeiles Nächtigen

Vor einiger Zeit habe ich angefangen Hotels und Pensionen, in denen ich gut und günstig übernachtet habe, auf einer Karte zu notieren. Heute, zwei Jahre später, hat die Anzahl der Einträge schon die Hundertermarke überschritten.

Geografisch beschränkt sich das Ganze bislang auf Zentralwesteruopa. Wer eine gute, günstige und sichere Unterkunft mit WLAN braucht, findet auf meiner Reisekarte echte Perlen:

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(Klick auf das Bild führt zur echten Karte mit Beschreibungen der einzelnen Häuser).

Auch das ein oder andere besonders tolle Restaurant oder eine Parkmöglichkeit findet sich dort.

 
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Verfasst von - 7. Dezember 2015 in Reisen

 

Motorradreise 2015 (7): Die Bruderschaft des guten Todes

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Motorradreise im Sommer 2015. Heute werden mit mir Wetten gewonnen, es geht nach Siena und am Tag danach weiter nach Westen. Zart besaitete Gemüter seien gewarnt: Es geht auch um Leichen, und von denen gibt es Bilder.

Mittwoch, 17. Juni 2015, Pisa

Obwohl ich erst gegen halb drei im Bett war, bin ich um kurz nach sieben schon wieder wach. Ich liege im dunklen Zimmer des Hotels herum, lausche dem Tropfen aus der einen Wand und dem Tropfen aus der anderen und dem Fiepen aus der Decke und bin froh, dass ich nur eine Nacht hier verbringen werde. Das Hotel ist schön, aber “bad italian plumbing” ist nicht ohne Grund ein geflügeltes Wort, denn es stimmt: Selbst bei Neubauten kriegt man es in Italien mit der Installation von Wasser und Sanitär oft nicht richtig hin. Vor zwei Jahren war ich in einem Ferienhaus, in dem die Rohre so komisch verlegt und verschaltet waren, dass im Spülkasten der Toilette kochend heißes Wasser war, das Waschbecken aber nur kalt konnte.

Wieselfrühstück.

Wieselfrühstück.

Beim Checkout am Tresen zuckt der Portier zusammen, als er meinen Namen liest. Dann sieht er mich groß an und sagt “Das bist ja DU!” und dankt mir “für den Drink”. Ich denke zuerst, dass ich ihn verkehrt verstanden habe und bin verwirrt, aber dann klärt er mich auf: “Deine Reservierung kam vor einem Jahr rein!” Ich nicke.

Klar, damals habe ich mir vorgenommen, 2015 ENDLICH das Luminara zu sehen. Als dann Booking.com, das immer 12 Monate Vorlauf hat, den Juni 2015 zur Buchung freigab, hatte ich sofort zugeschlagen. Zum einen, weil ich mir ausrechnen konnte, dass beim Luminara schnell alles ausgebucht sein würde. Zum anderen, weil Booking.com immer das Kontingent vom Vormonat und zu Vormonatspreisen weiterzieht, bis das Hotel die Preise anpasst. Luminara-Preise sind bis zu 4 mal so hoch wie Normal, und dank der schnellen Entscheidung kam ich dieser Preisanpassung zuvor und bekam ein günstiges Zimmer. Zwölf Monate vorher zu buchen war also ganz clever, oder?

“Weißt Du”, sagt der Portier, “In Italien macht NIEMAND sowas! Meine Kollegen haben da drauf geguckt, als Deine Reservierung reinkam, und gesagt: Das ist Quatsch, der kommt nicht am Dienstag in einem Jahr. Ich habe gesagt: Doch, der kommt. Dann haben wir gewettet, und als Erinnerung Deine Reservierung ausgedruckt und an die Wand gehängt. Dort hängt sie seit einem Jahr. Das ist heute die älteste, die wir je hatten. Und als Du gestern abend reinkamst, hatte ich gewonnen und die anderen müssen mir einen ausgeben!” Er freut sich sichtlich, und ich bin einigermaßen baff, dass auf mich Wetten ausgesetzt werden. Was kommt als nächstes?

Das Motorrad hat die Nacht im Hinterhof des Hotels verbracht und ist von den Partygängern des Luminara unbehelligt geblieben.

Das Motorrad hat die Nacht im Hinterhof des Hotels verbracht und ist von den Partygängern des Luminara unbehelligt geblieben.

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Ciao, Pisa, e grazie per tutti! Ich habe auf Google Maps eine kurvige Straße in den Bergen gesehen und gedacht “Ach, warum nicht?”, und dann einen Marker im Navi darauf gesetzt. Hätte ich gewusst, dass der Weg zu den Kurven über winzige Gassen und verdrehte kleine Bergsträßchen mit 20 Prozent Steigung geht, hätte ich mir das vielleicht nochmal überlegt. Obwohl… wahrscheinlich nicht. Ich scheue solche Straßen nicht mehr, die Angst davor habe ich verloren. Und so kann ich noch weiter an meiner Bergfahrtechnik arbeiten. Doch, irgendwie macht es schon Spaß, auch wenn es Arbeit ist, aber die wird kurz darauf mit fantastischen Ausblicken aus 800 Metern Höhe auf die Schwemmlandebene von Pisa belohnt.

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Bis zu den gut aussehenden Kurven kommen ich leider nicht, kurz vorher ist die Straße gesperrt. Sowas passiert in italienischen Bergen irgendwie dauernd, und bedingt stets weite Umwege – so viele Straßen gibt es nämlich nicht. So auch jetzt. Ich muss ein Stück zurück, dann lotst mich das Navi über eine winzigste, gerade mal zwei Meter breite Bergstraße, die über weite Strecken von den Spuren heftiger Niederschläge gezeichnet ist. Abgerissene Blätter, Äste und Steine bedecken die Fahrbahn. Die Steine sind besonders lästig. Es sind welche von der spitzen Sorte, und immer wieder macht es laut PLONK, wenn ich einen nicht mehr umfahren kann und er unter dem Reifen wegspringt. Ein Plattfuß hier, in der Wildnis, das fehlt mir gerade noch. Und tatsächlich, wenige Kilometer weiter, an einer Bodenwelle, fühlt sich der Vorderreifen komisch an.

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Verfasst von - 5. Dezember 2015 in Motorrad, Reisen, Wiesel

 
 
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