RSS

Archiv der Kategorie: Service

Sapiosexualität

Wieder einen neuen Begriff gelernt. Sapiosexualität.

 
5 Kommentare

Geschrieben von - 15. April 2014 in Service

 

Heartbleed erklärt

Gerade geht “Heartbleed” durch die Medien. Die benutzen teils drastische Worte für die Sicherheitslücke in der SSL-Bibliothek. Ich kann mir vorstellen, dass bei nicht-technikaffinen Menschen nur hängenbleibt

“blablablaOPENSSLblalaHORRORBUGblablablaSUPERGAUblablablaALLESUNSICHERblabla”. Nunja. Verständlich. Dabei kann man die Sicherheitslücke auch so erklären, dass sie jeder versteht. Man muss ich nur Mühe geben, wie die Leutchen hinter dem Comic XKCD:

 
Hinterlasse einen Kommentar

Geschrieben von - 11. April 2014 in Service

 

Gerettet

Ich werfe nicht gerne Dinge weg nur weil sie alt sind. Deshalb ist es mir sehr schwer gefallen, meinen Drucker aufs Altenteil zu schicken. Zumal, wenn wir mal ehrlich sind, in den letzten 10 Jahren im Bereich Drucker keinerlei Fortschritt gab. Im Gegenteil: Tintenpatronen und Tonerkartuschen mit homöopathischer Befüllung und Ersatzteilkosten, die eine Reparatur unwirtschaftlich machen, verleiden den Kauf eines solchen Geräts.

Das Modell meines Druckers habe ich in meinem Nebenjob während des Studiums kennengelernt. Tag für Tag, Nacht für Nacht, das ganze Jahr hindurch druckte ein kleiner FS600-Laserdrucker von Kyocera vor sich hin, mindestens 30.000 Seiten pro Jahr. Nicht der schnellste, aber dafür zuverlässig. Er wurde NIE gereinigt und lief mindestens die sechs Jahre, die ich in dem Betrieb war.

kyocera-fs-600

Vielleicht ist er heute noch im Einsatz. Wie auch immer, als ich ein solches Gerät mal zum Kauf angeboten bekam, schlug ich zu. Für 40 Euro tat ab dem Moment ein FS600 unter meinem privaten Schreibtisch Dienst. Schwarz-Weiß zwar nur, aber mehr als Bahnfahrkarten und den ein oder anderen Behördenbrief drucke ich ohnehin nicht.

Die Rechner kamen und gingen, der Drucker blieb und versah treu seinen Dienst. Er druckte und druckte, und das immer noch mit der Tonerkartusche, die beim Kauf dabei war. Dann kam der Wechsel auf einen neuen Rechner, der keinen Druckeranschluss mehr hatte, und schon wurde es schwierig. Abhilfe schaffte kurzfristig ein USB-Adapter für alte Drucker. Aber dann kam ein Update auf Windows 7 mit 64 Bit, und dass war es dann mit dem USB-Adapter. Er funktionierte nicht mehr.

Seitdem stand der Drucker tot im Regal, und bei jeder Fahrt zum Recyclinghof überlegte ich ihn mitzunehmen, brachte es aber nicht übers Herz. Also stand er da und guckte mich vorwurfsvoll an. Ab und zu guckte ich mal, ob ich den Adapter wieder zum Laufen bekäme, aber mehr als eine Seite voll Steuerzeichen druckte der Drucker nicht mehr.

Vor einigen Wochen nun kam ich im Zuge einer geschäftlichen Sache mit einem Computerhändler über Legacy-Hardware ins Gespräch. Sein Tip war, es mit einer PCI-Adapterkarte zu versuchen. Mir war bis dahin nicht bekannt das es Druckerports für den PCI-Slot gab, und natürlich musst ich das ausprobieren. So eine Karte kostet 8 Euro. In den Rechner gesteckt, Treiber installiert uuuund….

…läuft nicht.

Man muss Windows in der Tat erst einmal eine halbe Stunde Zeit lassen, bis es seinen müden Arsch hochkriegt und sich erbarmt die Hardware selbst zu finden, irgendwelche Dinge auf Windows Update zu suchen und DANN noch einmal die Druckertreiber sämtlichst neu installieren. Als das alles durch war, klapperte es plötzlich unter dem Schreibtisch, dann machte es wuuuuuuh und mit einer kleinen Staubwolke spuckte mein kleiner Kyocera eine astreine Testseite aus.

20140123-190640.jpg

Selten hat mich eine Testseite so glücklich gemacht. Ich freu mich wirklich – das waren jetzt 8 Euro, die das leben des tapferen, kleinen Druckers um Jahre verlängert haben dürften.
Und er druckt und druckt und druckt…

 
5 Kommentare

Geschrieben von - 24. Januar 2014 in Service

 

Thor 2 nach dem Abspann

Es gibt ja immer noch Leute, die sofort beim Beginn des Abspanns aus dem Kino stürzen. Ich selbst bin auch kein Abspann-bis-zur-letzten-Sekunde Absitzer, aber bei Marvel Filmen mache ich eine Ausnahme – da kommt nämlich immer noch ein kleiner Ausblick auf den nächsten Film. So auch bei “Thor 2 – The dark Kingdom/world”.

Serviceblog für alle die die BEIDEN Szenen verpasst haben:

Read the rest of this entry »

 
11 Kommentare

Geschrieben von - 7. November 2013 in Service

 

GTA V auf XBOX installieren

Steven Ogg, Shawn Fonteno and Ned Luke sind die Hauptdarsteller in Grand Theft Auto 5. Bild: Kotaku.

Ah, Grand Theft Auto V. Was für eine Welt. Schon in den ersten Stunden darf man das Äquivalent von Mark Zuckerberg heimsuchen, später -wenn man möchte- Heisenberg darstellen und Breaking Bad nachspielen. Dazu die riesige, wunderschöne Welt mit ihren skurrilen Bewohnern. Hell yeah.

Wer beide Systeme besitzt und die Wahl zwischen PS3- und XBOX-Fassung hat, sollte sich unbedingt die Playstationversion kaufen. Anders als noch in GTA IV ist die Grafik auf der PS3 nicht mehr schlechter, im Gegenteil: Auf der XBOX gibt es einen Hauch von Tearing und leicht matschige Bodentexturen im Nahbereich, etwas ist, dass auf der PS3 nicht vorkommt.

Die XBOX-Fassung hat außerdem zwei ganz gravierende Nachteile (die ich vorher nicht kannte, ich habe die Version):
1. Gibt es eine Companion-App (“iFruit” für IOS und Android) und Webseiten, mit der man Spielfortschritt erreichen bzw. Kosten minimieren kann. Diese netten Addons versagen aber den Dienst, wenn man nicht XBOX-Goldmember ist (zumindest wirkt es gerade so, kann auch sein, dass alle Server überlastet sind) stimmt nicht, zumindest die im Web zusammengeklickten Coupons landen auch ohne XBOX Gold im Spiel.
2. Das Spiel ist auf der XBOX etwas fummelig zu installieren.

Hintergrund zu 2.: Bei der XBOX kommt GTA V auf zwei Disks daher, benannt “Install” und “Play”. Eine davon soll installiert werden, die andere nicht. Der Gedanke dahinter: So kann das Spiel gleichzeitig vom DVD-Laufwerk und von der Festplatte streamen und einen höheren Datendurchsatz erreichen. Das zeigt sich dann in weniger Pop-Ins und schneller ladenden Texturen. Hübsche Idee, aber das würde mich zu Tode nerven. Denn: Das XBOX-DVD-Laufwerk ist laut wie ein Staubsauger. Um in ruhiger Umgebung spielen zu können MUSS man die DVDs auf der Festplatte installieren. Aber dann streamt es halt nicht mehr so gut, und die Unterschiede sind wahrnehmbar:

Die Lösung, auf die die Kollegen von Digital Foundry gekommen sind:
1. Man nehme einen möglichst schnellen 16 GB-USB-Stick und schließe ihn an die XBOX an.
2. Man geht in der Benutzeroberfläche der XBOX auf System -> Speicher und dort auf den USB-Stick, dann auf “testen und konfigurieren”. Wenn alles klappt, steht der Stick jetzt als Speichergerät zur Verfügung.
3. Man nehme Disc zwei (Reihenfolge ist wichtig!) und lege sie ein. Mit einem Druck auf X kommt man ins Detailmenü des Spiels. Dort “Installieren” und als Speichergerät den Stick auswählen. Es werden rund 8 GB installiert.
4. Nach der Installation Disc 1 “Install” einlegen und starten. Jetzt startet der normale GTA-V-Installationsprozess, der nochmal 8 GB auf der Festplatte installiert.

Um das Spiel zu starten muss eine der Discs im Laufwerk liegen. Die wird aber nur zu Beginn kurz angefragt. Nach wenigen Minuten ist das DVD-Laufwerk still und die Daten werden von Festplatte und USB-Stick gestreamt.

Damit ist das Spiel schnell UND leise:

 
Hinterlasse einen Kommentar

Geschrieben von - 19. September 2013 in Games, Service

 

Wahl-O-Mat 2013

Rechtzeitig zur Wahl wieder da: Der Wahl-O-Mat. Einfach angeben ob man zu Themen wie Mindestlohn oder Euroaustritt eine Meinung hat, und der Wahl-O-Mat vergleicht das mit den Wahlprogrammen und zeigt, welche Partei den eigenen Positionen am Nächsten steht.

Wählbarer werden die dadurch natürlich auch nicht.

Selbst Ausprobieren? Hier: http://wahl-o-mat.de
Dauert auch nur 5 Minuten.

2013-08-29 12_22_49-Wahl-O-Mat zur Bundestagswahl 2013

 
6 Kommentare

Geschrieben von - 29. August 2013 in Service

 

Tagesschaum

Erinnert sich noch jemand an Friedrich Küppersbusch? Der hat in den Neunzigern in der ARD “ZAK” gemacht, ein sehr schnelles Format, dass Aktuelles aus Zeitgeschehen und Kultur (Daher der Name) an der Grenze zur Satire präsentierte. Kpüppersbusch war der Star der Sendung, und ich habe später nie wieder jemanden gesehen, der auch nur im Ansatz seine Moderations- und Denkgeschwindigkeit, geschweige denn seine Vorbereitung in Interviews erreicht hat.

Nach ZAK kam “Privatfernsehen”, das mit Livepublikum und mehr Zeit nicht wirklich was anzufangen wusste, aber auch hier brillierte Küppersbusch in längeren Interviewsequenzen. Er lockte seine Gesprächspartner nicht mal unbedingt in Fallen, er stellte oft auch einfach nur Fragen, die so simpel waren, dass sie sonst keiner zu stellen wagte – und die oft nicht beantwortet werden konnten. Unvergessen die Szene, in der ein Spitzenfunktionär der deutschen Wirtschaft nicht erklären konnte, was die Bruttoverschuldung ist.

Dann wurde es still. 1997 zog sich Küppersbusch hinter die Kamera zurück und ist seitdem als Produzent tätig. Zudem schreibt er eine Kolumne in der taz und macht ein wenig Radio. Ich habe ihn vermisst – aber jetzt ist er wieder da!

Bis zur Bundestagswahl begleitet er uns im ersten deutschen Fernsehen bzw. dem WDR mit dem “Tagesschaum”, einem viertelstündigen Format. Vor minimaler Kulisse kommentiert er das Tagesgeschehen. Zur Redaktion gehört der von mir überaus geschätzte Stefan Niggemeier, und was die so produzieren, legt ein hohes Tempo an den Tag und stellt echte Ansprüche an die Zuschauer. Erfrischend, wo doch sonst im Fernsehen alles dreizehn Mal durchgekaut wird, bis auch der dümmste es verstanden hat. Nicht so hier, und zudem ist Tagesschaum sehr Meinungslastig, was allerdings Hand in Hand mit einem Bildungsauftrag daherkommt. Wenn in 60 Sekunden erläutert wird, wie Starbucks Steuern vermeidet oder wie der Stand der Piratenpartei ist, dann ist das große Kunst. Und genau zur richtigen Zeit, denn wo die etablierten Qualitätsjournalismusssendungen unreflektiert jeden Müll wiederkäuen, nimmt Tagesschaum eine Sonderstellung ein – wie in Amerika der Colbert-Report oder mim ZDF die heute-Show. Anscheinend braucht es Satiresendungen, um die Wahrheit zu berichten.

Tagesschaum, jeden Montag, Mittwoch und Donnerstag um 23.15 Uhr im WDR oder zeitsouverän auf Youtube.

 
2 Kommentare

Geschrieben von - 3. Juli 2013 in Medienschau, Service, TV-Serie

 

Herrentag

Morgen ist ja wieder, theoretisch, Christi Himmelfahrt. Praktisch wird der uhgn, Vatertag begangen. Eine ziemliche Schweinerei und widerliche Angelegenheit, die ihre Ursprünge im Mittelalter hat. Am Herrentag schritten die Gutsbesitzer ihre Anwesen ab und inspizierten die Grenzen.

Später wurde daraus die Herrenpartie, bei der durchaus auch der Nachwuchs mitgenommen wurde. An relevanten Punkten, die Merkmal für den den Grenzverlauf darstellten, bekam der Sprössling eine ordentliche Backpfeife auf die Seite des Kopfes verpasst, damit er sich die Stelle auch merkte. Daher kommt der Ausdruck “etwas hinter die Ohren schreiben”.

Die heutige, widerliche Form, in der besoffene Zombies laut gröhlend und scheiße angezogen mit Bollerwägen durch die Gegend krajolen und so lange saufen, bis sie entweder bewusstlos umfallen oder sich gegenseitig auf´s Maul hauen, ist eine Berliner Erfindung, die man da um die vorvergangene Jahrhundertwende gemacht hat. WARUM AUCH IMMER. Kann ja eigentlich nicht sein, dass sich da wer hingesetzt hat und sich gesagt hat, “Mensch, so´n Tach nur zum sofen und reihern und kloppen, des wär wa? Den erfinde icke mal “Alta, son Tach zum picheln, bröckeln und kloppn, det wär doch wat, wa! Den erfind ick ma.*”. Aber ach, genauso war es wohl. Und jetzt leidet der vernünftige Teil der Menschheit unter diesem heidnischen Ritual.

*Berlinerisch beigesteuert von Psychoqueen.

 
10 Kommentare

Geschrieben von - 8. Mai 2013 in Service

 

Iron Man 3: Nach dem Abspann

Für alle, die wieder nicht sitzenbleiben konnten: Nach dem Abspann kommt noch eine Szene. Was genau da passiert: Nach dem Klick. Aber erst einmal: Der Iron Man 3 Trailer, Szene für Szene nachgespielt von einigen phillipinischen Fans:

Fanmade:

Und hier zum Vergleich das Original:

Zur Szene nach dem Abspann:
Read the rest of this entry »

 
2 Kommentare

Geschrieben von - 2. Mai 2013 in Service

 

Wann und wie man ein Smartphone benutzt

Ich weiß, hier predige ich den falschen. IHR benehmt Euch ja. Also, meistens. Aber weil ich gerade im Fitnessstudio eine geschlagene halbe Stunde den Zahn-OP-Geschichten einer Tussi lauschen musste, die 50 Zentimeter neben mir lautstark telefonierte, hier die ultmativen don´ts:

 
2 Kommentare

Geschrieben von - 30. April 2013 in Service

 

Nachrichten sind schlecht

News misleads.
News is irrelevant.
News has no explanatory power.
News is toxic to your body.
News increases cognitive errors.
News inhibits thinking.
News works like a drug.
News wastes time.
News makes us passive.
News kills creativity

Nachrichten sind für den Geist das, was Zucker für den Körper ist: Zuviel davon ist schädlich, meint Rolf Dobelli.
Wer dauernd Nachrichten liest, ist gestresst und schätzt Risiken verkehrt ein. Dobellis Lösung: Wir sollten aufhören, Nachrichten zu konsumieren. Das erhöhe die Lebensqualität.
Kann man sicherlich drüber streiten, will ich aber an dem Punkt gar nicht – denn inhaltlich stimme ich ihm in der Tat zu. Ich denke auch, das unsere Agenden falsch sind und Menschen durch Nachrichtenkonsum verunsicherter sind als sie es sein müssten. Daraus würde ich keinen totalen Nachrichtenverzicht ableiten wollen, aber ein emanzipierterer Umgang mit Nachrichten würde manchem gut tun.

Unbedingt lesen: News is Bad

 
1 Kommentar

Geschrieben von - 15. April 2013 in Service

 

Ordnungshilfe: Leistungsschutzrecht

In der Tagesschau wird in einer Kurzmeldung erwähnt, dass der Bundestag über das sog. “Leistungsschuzrecht” berät. Angeblich macht Google dagegen mobil. In der Zeitung steht davon nichts, also kann es nicht so wichtig sein, oder?

Falsch.

Oh, da steht ja doch was in der Zeitung. Ein Kommentar der Redaktion. Sie schreiben, dass Google die Zeitungen ihre Arbeitsplätze kaputt macht, weil es ihre Artikel kopiert und selbst weiterverkauft. Das ist ja Diebstahl! Gut, das mal jemand was dagegen macht! Dann ist das Leistungsschutzrecht, dass die Leistungen der Journalisten schützt ja was richtig Gutes, was?

Falsch.

In der Tat ist es nicht einfach, sich in dieser emotional geführten Debatte einen Überblick zu verschaffen. Insbesondere, weil klassische Medien in der Causa Leistungsschutzrecht (LSR) nicht oder gezielt falsch berichten. Was wir hier sehen ist die vermutlich größte Vertuschungs- und Desinformationskampagne aller Zeiten, durchgeführt als konzertierte Aktion der Verlage unter Führung des Springer Verlags. Ich übertreibe nicht.

Das sind die Fakten:

Der Verlagsbranche geht es seit Jahren schlecht und schlechter. Die Auflagen der gedruckten Zeitugen sinken, Werbeumsätze brechen ein. Als Schuldigen dafür hat man Internetnutzer und -dienste ausgemacht. Vor denen möchten die Verlage nun geschützt werden, und sie wollen Geld für ihre Inhalten haben. Mit eigenen Angeboten Geld verdienen ist nicht verwerflich, aber Bezahlangebote haben es im Netz schwer. Deshalb ist auf allen Zeitungswebseiten Werbung geschaltet, die finanziert zumindest zum Teil das Angebot. Die Verlage möchten aber mehr Geld für ihre Inhalte haben. Bezahlabos u.ä. Modelle, bei denen der Nutzer die Wahl hat, laufen schlecht – weil im Internet nämlich, mal als Beispiel, das Schwalmbrücker Käseblatt in Konkurrenz zu Spiegel Online steht, das genauso viele Klicks entfernt und kostenlos ist.

Nun sind die Verlage auf eine Idee gekommen. Wenn man Geld für Internetinhalte bekommen möchte, ohne Privatpersonen bezahlen zu lassen – dann müssen das eben Firmen tun. Und die muss man per Gesetz dazu zwingen. Damit war die Idee des Leistungsschutzrechts in der Welt, und fortan schwärmten die Lobbyisten der Verlagsbranche aus und bearbeiteten Politiker. Die Botschaft war immer die gleiche: Da gucken sich Leute unsere Artikel an und ziehen beruflichen Vorteil daraus, also sollen sie dafür zahlen!

Ein Beispiel: Wenn ich was über Änderungen bei der Krankenversicherung wissen möchte und mich privat evtl. auf http://www.schwalmbrücker-Käseblatt.de darüber informiere, soll das kostenfrei sein. Wenn ich das aber tue, weil ich z.B. dieses Wissen beruflich haben muss, DANN soll meine Firma dafür Geld bezahlen. Das ist das Leserecht, das im Leistungsschutzerecht verankert sein soll.

Der zweite Bestandteil des LSR ist das Snippetrecht, das die Verwendung von Snippets für jedermann untersagen soll. Was sind denn nun Snippets? Snippets sind kleine Textfragmente, aus denen man ungefähr erahnen kann, worum es im Text geht. Die soll niemand mehr verwenden dürfen, auch die Verwendung ähnlich lautender Formulierungen soll durch das LSR strafbar werden. Und zwar für alle, die Text produzieren, auch die kleinen Blogger. Die Folgen sind absehbar. Wenn die Verwendung kleinster Textbausteine und Halbsätze unter Strafe steht, wird das im besten Fall weitgehende Rechtsunsicherheit bringen, im schlimmsten Fall grenzenlose Abmahnwellen. Dabei kann es wirklich jeden treffen: Schon dann, wenn man einen Link auf Facebook postet. Denn Facebook generiert automatisch ein Snippet, für das derjenige haftet, der den Link eingibt.

Aktuell beteuern die Verlage, dass man es ja nicht auf die Blogger abgesehen habe (was man sehr wohl doch hat), sondern es geht um große Dienste wie Google, die die Inhalte der Verlage ungefragt klauen, kopieren und dann als eigene Angebote ausgeben. Dem wolle man einen Riegel vorschieben.

Gucken wir uns spasseshalber mal an, was Google eigentlich tut. Das hier ist die Startseite von Google News:

LDR-y

Gut zu erkennen: Google News zeigt aktuelle Schlagzeilen und verwendet Snippets, um Besuchern einen Nachrichtenüberlick zu ermöglichen. Man kann aber keine ganzen Artikel lesen. Um das zu tun, muss man auf die Überschrift klicken und kommt dann auf die Seite der Zeitung, von der der Artikel stammt. Die gleiche Zeitungsseite, die mit Werbung gespickt ist und von Klicks und Verlinkungen darauf lebt. Google sorgt, Werbefrei, für Publikumsverkehr auf den Zeitungsseiten – und soll dafür bestraft werden.

Jahaa, sagen die Verlage, aber die Snippets gehören uns. Und Google fischt die einfach so ab, das geht doch nicht! Doch, das geht. Besonders kurze Wortfolgen sind nicht vom Urheberrecht geschützt. Und das mit gutme Grund, weil der Gesetzgeber nämlich fürchtete, dass sonst wegen wiederverwendeter oder ähnlicher Halbsätze juristische Auseinandersetzungen stattfinden würden. Nicht ohne Grund, wie ich finde.

Nichtsdestotrotz hätte bereits jetzt jeder Verlag die Möglichkeit für jeden einzelnen Artikel festzulegen, ob Google den Artikel normal in seinen Suchindex aufnehmen soll (mit Snippet), oder ob NUR die Überschrift bei den Suchtreffern angezeigt werden soll ODER ob der Artikel gar nicht bei Google News auftauchen soll. Nochmal: Für JEDEN Artikel kann man das einstellen. Was man für sich behalten möchte, kann man für sich behalten. Die Verlage behaupten, das ginge nicht – und das ist eine Lüge.

Um die Situation mit einem Beispiel, das nicht von mir stammt, zusammenzufassen: Die Verlage betreiben einen Puff und Google ist der Taxifahrer, der die Kundschaft vorbeibringt. Außerdem springen überall in der Stadt nackte Frauen herum. Was die Verlage nun wollen, ist, das der Taxifahrer dafür zahlen soll, dass er Kundschaft bringt. Und die Kundschaft soll dafür zahlen, wenn sie zufällig eine der nackten Frauen sieht – auch, wenn er gar nicht im Puff ist.

Klingt bizarr? Ja, tut es. Die Folgen eines LSR, wenn es beschlosse wird, sind weitreichend und kaum abzusehen. Blogger, Google und neuerdings auch Juristen laufen Sturm gegen das LSR. Vor kurzem veröffentlichte das Max-Planck-Insitut für Immaterialgüter ein Gutachten. Führende Urheberrechtsjuristen untersuchten das LSR und kamen zu dem Ergebnis, dass es nicht gebraucht wird, weil kein Grund dafür ersichtlich ist, wenn es aber doch käme es einen volkswirtschaftlichen Schaden hervorrufen würden. Denn warum sollten Nutzer für deutsche Presseangebote zahlen, wenn Presseangebote anderer Länder kostenlos und ebenso nahe sind?

Zusammengefasst kann man also sagen, dass wir es hier mit einem Gesetzentwurf zu tun haben, der auf das Betreiben der großen Verlage wie Springer und Burda zurückzuführen ist und der einzig dazu dient, die Verlage an Newsaggregatoren anderer verdienen zu lassen. Urheberrechtsexperten sehen den Sinn nicht und halten es für schädlich. Käme das Gesetz, würde es das deutsche Internet für immer zum negativen verändern und jeden einzelnen von uns treffen. Da es hierbei um Verlagsinteressen geht, wird über das LSR nicht oder falsch berichtet – hier nutzen die Verlage tatsächlich ihre Macht, um sich ein Gesetz zum Schutz ihrer alten Geschäftsmodelle schreiben zu lassen und nutzen ihren Einfluss auf die Berichterstattung, um darüber entweder nicht oder falsch zu berichten. Die Bundesregierung will das LSR trotzdem beschließen lassen – steht ja so im Koalitionsvertrag.

Mehr zum Thema: IgeL – Initiative gegen ein Leistungsschutzrecht
Stefan Niggemeier: Leistungsschutzrecht

Anm.: Da leiere ich mir über Tage diesen Artikel aus den Fingern, und dann erklärt Frank Rieger bei der FAZ das ganze Thema besser und präziser. Nunja. Wenigstens eine Zeitung aufgewacht.
Frank Rieger: Leistungsschutzrecht – eine unheilige Scheindebatte.

 
4 Kommentare

Geschrieben von - 4. Dezember 2012 in Betrachtung, Service

 

Die Machete-Lösung oder: In welcher Reihenfolge soll man die Star Wars-Filme ansehen?

Disclaimer: Die Argumentationslinien orientieren sich am grandiosen Post von Ron Hilton und den Folgebeiträgen in Blogs und Foren. Ich habe die nicht erfunden. Dieser Post ist kein Plagiat, sondern dient der Würdigung und Verbreitung einer großartigen Idee von jemandem anderem.

Eine Frage bewegen die Star-Wars-Liebhaber meiner Generation schon lange im Herzen:
In welcher Reihenfolge soll man die Star Wars Filme zum ersten Mal sehen? Das erste mal im Leben Star Wars sehen war für uns etwas ganz besonderes. Wir erlebten die Abenteuer von Luke Skywalker und seinen Sieg über das Imperium und wollten auch Helden sein. Aber dann kam die Prequel-Trilogie, und damit Jar-Jar, Medichlorianer und jede Menge anderer Mumpitz, der Star Wars nicht gut tat. Kann man junge Menschen noch für die Filme begeistern, wenn man so anfängt?

Die Reihenfolge der offiziellen Nummerierung und so wie sie George Lucas sich denkt, also I, II, II, IV, V, VI, geht mal gar nicht. Nicht nur, dass der Werdegang von Anakin zu lang (und im Fall von Episode I auch zu langweilig ist), so erfahren wir auch im Vorfeld Dinge, die uns, die wir mit Episoden IV, V und VI groß geworden sind,den Mund haben offen stehen lassen: Leia ist Luke SCHWESTER?? Vader ist LUKES VATER???

Nein, das geht so nicht. Wenn wir neue Leute an unsere geliebten Star Wars Filme heranführen wollen wir, dass sie alles mitbekommen, was uns damals so gerockt hat. Inklusive der großen WTF-Momente. Wir wollen Reaktionen. So wie hier, als der kleine Junge zum ERSTEN MAL IN SEINEM LEBEN hört, dass Vader Lukes Vater ist. So ging es uns nämlich auch.

Dann also doch lieber in der Releasereihenfolge, also IV, V, VI und dann I, II, III?
Kann man machen, aber wenn man das Ende schon kennt ist alles nach VI nur Bonusmaterial, und im Fall von EP I nicht mal gutes. Außerdem taucht am Ende von VI in der Special Edition Anakin Skywalker auf. Funktioniert also, holpert aber.

Rod Hilton schlägt nun eine sehr coole Variante vor, die für mich tatsächlich auch funktioniert. Rod nennt dieses Gambit “Die Machete Reihenfolge”, nach seinem Blog “Absolutely no Machete Juggling”:

Man fängt mit IV – Eine Neue Hoffnung an, geht weiter mit V – Das Imperium schlägt zurück und nutzt DANN, nach der Enthüllung, das Vader Lukes Vater den Cliffhanger von V und schiebt Episoden II und III ein, um dann mit VI – Return of the Jedi abzuschließen. Also: IV, V, II, III, VI.

Anakin Skywalkers Geschichte wird damit in einem langen Rückblick erzählt, zu einem Zeitpunkt, an dem die Hauptüberraschung nicht mehr verdorben wird. Der Twist mit Luke und Leia wird dramatischer, weil sie sich bereits geküsst haben, wenn wir erfahren, dass sie Zwillinge sind. Und das Ende von Episode III lässt einen schon mit sehr trüber und Hoffnungsloser Stimmung zurück, weil nun klar ist, wie evil der Imperator wirklich ist – was das Finale in VI nur noch besser zur Geltung bringt. Das beste ist aber: Das Gesamtwerk bleibt die Geschichte der Rebellion und Lukes Heldentat, die es für mich immer war, und wird nicht die Geschichte von Anakin, wie Lucas immer behauptete und was schlicht bullshit ist.

Der ein oder andere wird gemerkt haben, dass in der Machete-Reihenfolge Episode I fehlt. Das stimmt und ist Absicht. Zum einen ist Episode I zu lang und zu weilig, außerdem passiert NICHTS, was in irgendeiner Art und Weise relevant für das Verständnis der späteren Filme wäre. Anakin kommt von Tattooine? Geschenkt, wird in der Exposition von Episode II auch erklärt. Amidala ist eine Prinzessin? Irrelevant, später ist sie Senatorin. Der Wegfall von Episode I hat den Vorteil, das das Pacing der Geschichte besser wird UND der ärgerliche Blödsinn wegfällt, denn nahezu alles, was in der Prequeltriologie schlecht ist, findet in Episode I statt: Jar-Jar, Handelsroutenbesteuerung, Poderennen, Fascho-Medichlorianer und unbewfleckte Empfängnis – alles mit einem Handstreich weg. Yeah!

Was übrigens nicht heisst, das man Episode I nie sehen darf. Nur eben nicht im ersten Duchlauf, wenn man das allererste Mal Star Wars erlebt. Das ist was ganz besonderes, und das sollte sich niemand durch den Lucas´schen Spätwerkmurks verderben lassen.

Danke, Rod Hilton!

 
8 Kommentare

Geschrieben von - 26. November 2012 in Service

 

Verbindungsprobleme PS Vita PS3 Liberation

Nun ist nicht nur Assassins Creed III für XBOX und PS3 erschienen, sondern zeitgleich auch “Liberation” für die Handheldkonsole Vita von Sony.

Wer sich Assassins Creed III für die Playstation zugelegt hat und Assassins Creed III: Liberation für die PS Vita, kann durch die Verbindung der beiden Konsolen zusätzlichen Content und Missionen in “Liberation” freischalten.

Das Problem dabei: Geht man, wie es in der Anleitung von Liberation beschrieben ist, im Hauptmenü des Spiels auf “Extras” und dort auf “Mit PS3 verbinden”, dann passiert – nichts. Die Verbindung klappt nicht. Außer einer Fehlermeldung “Verbindung kann nicht hergestellt werden” bleibt alles tot. PS3 und PS Vita verbinden sich nicht.

Die Lösung: PS Vita einschalten, Liberation starten. Assassins Creed III auf der PS3 starten. Dann auf der PS3 im Hauptmenü von ACIII auf “Extras” gehen und dort “Mit PS Vita System verbinden” anwählen. Und schwupps, finden sich die Geräte und der Content wird freigeschaltet.

 
2 Kommentare

Geschrieben von - 2. November 2012 in Assassins Creed, Service

 

Windows 8 Professionell für 14,99 Euro

Windows 8 ist draußen. Und alle so: Yeah.
Will das jemand, im Jahr 2012? Nun so sehr ich meinen Dienst-Mac liebe, privat habe ich auch noch eine Windows-Schüssel im Einsatz. Und Fakt ist nunmal, dass ganz viele von uns Windows nutzen müssen, also auch früher oder später Windows 8. Bei dessen Marktpeinführung geht es Microsoft weniger darum mit den Verkäufen richtig Geld zu machen, als vielmehr um die möglichst schnelle Etablierung einer möglichst großen Basis an Windows 8-Maschinen.

Anders ist es nicht zu erklären, dass das neuste Betriebssystem in der Pro-Version für 14,99 abgegeben wird. Eigentlich nur für Rechner, die seit Juni 2012 verkauft wurden, alle anderen haben die Option, noch bis Januar 2013 für 29,99 ein Upgrade zu beziehen. Nur: Microsoft prüft auf der Upgrade-Seite nicht, wann der eigene Rechner gekauft wurde. Theoretisch kann hier jeder einen Productkey für die Pro-Vesion von Windows 8 für weniger als 15 Euro ziehen.

Ich habe es gerade mal getestet (weil der letzte PC mit Windows 7 hier im August angeschafft wurde) – eine Prüfung von Händler oder Rechnermodell findet nicht statt, hier kann man auch irgendwelchen Quatsch eingeben. Einfach auf Upgrade Offer gehen, persönliche Daten eingeben, und wenige Minuten später hat man ohne Überprüfung eine Mail mit einem Gutscheincode. Dann nur noch das Update-Programm laden und starten, und schon erfährt man, ob der eigene PC für Win8 geeignet ist (kann man natürlich auch vorher laufen lassen).

Das Update-Programm führt einen dann sehr vorbildlich durch den weiteren Prozess und bietet auch direkt dem Kauf per Kreditkarte oder Paypal an. Beim Kauf wird dann der Gutscheincode eingelöst, und das neue Windows wird aus dem Netz geladen. Nach Abschluss des Downloads kann man es entweder sofort installieren, auf DVD brennen oder auf USB-Stick ziehen. Ich habe mir meins erstmal auf DVD gebrannt und ins Regsl gelegt, für irgendwann.

Um es deutlich zu sagen: Hier handelt es sich entweder um eine Lücke oder, wie eingangs erwähnt, Microsoft ist das Geld egal und es geht um Basis auf Teufel komm raus. Wie auch immer: Selbstredend sollte das niemand ausnutzen. Wer sich Windows 8 Pro jetzt für 14,99 zieht ohne dazu berechtigt zu sein, verstösst gegen Lizenzbestimmungen.
Windows 8 Pro kostet als Upgrade von XP, Vista oder Windows 7 bis 31.01.13 29,99 Euro, danach 279,99 Euro.

 
4 Kommentare

Geschrieben von - 27. Oktober 2012 in Service

 
 
Follow

Erhalte jeden neuen Beitrag in deinen Posteingang.

Schließe dich 34 Followern an