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Archiv der Kategorie: Skurril

Let there be LED

“Wir haben alle Beleuchtungselemente gegen LEDs ausgetauscht, und damit sparen wir pro Jahr 400.000 Euro Stromkosten ein”, sagt die Führerin im Aquarium von Genua und freut sich sichtlich. Ob über die Stromeinsparung oder darüber, dass die Aussage den gewünschten Effekt hat und das Publikum beeindruckt murmelt, ist nicht erkennbar.

LED-Lampen sind ja auch super. Hell, geringer Stromverbrauch, kurze Schaltzeiten und, anders als ihre bucklige Verwandschaft, die Energiesparlampe, nicht giftig. Energiesparlampen enthalten Quecksilber, die sind nach Gebrauch als Sondermüll zu behandeln und müssen bei der Giftannahmestelle vorbeigebracht werden. Kein Witz.Natürlich donnern alle Leute alte Energiesparlampen in Altglascontainer. Vermutlich sterben uns in den nächsten Jahren die Altglascontainersammler alle an Quecksilbervergiftung weg.

Mit LEDs kann das nicht passieren. Also alles super? Eigentlich ja, aber… LED-Lampen haben sich rasend schnell verbreitet (was gut ist), und in einigen Bereichen wurde vorher einfach nicht nachgedacht. In den USA stellte man in diesem Winter erstaunt fest, das LEDs kaum Wärme produzieren. Hätte man vorher wissen können, fiel aber erst auf, als sich pappiger Schnee auf Ampeln festsetzte und nicht, wie bei konventionellen Leuchtmitteln, wegtaute. Damit waren die Lichtsignalanlagen effektiv verdeckt und es gab haufenweise Unfälle. Hier hatte man schlicht vergessen das Ampeldesign anzupassen.

Das beste Beispiel habe ich vor der Haustür. In Mumpfelhausen wurde im vergangenen Jahr die Straßenbeleuchtung auf LEDs umgestellt. Auf superhelle LEDs, die warmes Licht verbreiten. Das ist dem Tageslicht nicht unähnlich. Für mich war das seltsam, aber die Tierwelt hat es ganz aus der Bahn gekickt. Vögel singen nun auch des Nachts, weil sie nicht mitkriegen dass die Sonne untergegangen ist. Am Schlimmsten aber hat es den Hahn getroffen, der gegenüber meines Schlafzimmerfensters wohnt. Das arme Tier sollte ja zum Sonnenaufgang mit Gejodel anfangen, aufgrund der komischen Lichtverhältnisse beginnt er manchmal schon um Mitternacht, spätestens aber um 03.00 Uhr Morgens mit seinem durchdringenden “Kickerikiii”. Und das ist harte Arbeit, denn er macht das alle 10 Sekunden und bis zum späten Nachmittag. Das Viech bekommt kaum noch Schlaf und stirbt vermutlich bald an Burnout. Nunja, in dem Fall könnte ich mal wieder ohne Ohrenstöpsel schlafen.

Das ist aber alles kein Grund LEDs doof zu finden. Ich habe gerade gestern die letzte konventionelle “Birne” entsorgt und gegen ein LED-Leuchtmittel ausgetauscht. Ich will nämlich auch 400.000 Euro im Jahr sparen. Sie dürfen jetzt beeindruckt Murmeln.

 
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Verfasst von - 6. März 2015 in Gnadenloses Leben, Skurril

 

Der iPad-Kurs

Gastbeitrag von Herbert Plusch

Herr Plusch ist seit einigen Jahren Buchhalter bei Herrn Silencer. Er ist nicht mehr der Jüngste, aber technischen Neuerungen gegenüber nicht nur aufgeschlossen, sondern geradezu begierig darauf, sich mit neuer Technik auseinanderzusetzen. Kürzlich erlebte er eine Geschichte, die er hier als Gastautor zum Besten gibt.

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Ich habe mir vor nicht allzu langer Zeit ein iPad angeschafft. Das war eine gute Entscheidung. Um noch besser damit umgehen zu können, habe ich an einer Bildungseinrichtung einer Universitätsstadt an einem ganz normalen Donnerstag in den Abendstunden einen Kurs belegt. Das war eine nicht ganz so gute Entscheidung. Mitzubringen war übrigens das eigene und bitte auch aufgeladene iPad.

15 Personen befinden sich in einem Raum.
Einer steht, das ist der Dozent. Wie sich später herausstellt, ist er sehr gut und mit einer unmenschlichen Geduld gesegnet.

14 Personen sitzen also in einem Raum. Mein Nebenmann und ich sowie 12 weibliche Kursteilnehmerinnen.
Meine Nebenfrau ist extrem jung, so in etwa 40 Jahre alt.
Es bleiben noch elf der Jugend schon ein wenig entwachsende Damen so in der Altersgruppe von 55++.

Der Kurs hatte noch nicht begonnen, sah eine der Elfergruppe in ihre Tasche, blickte entsetzt hoch, und folgender Dialog entwickelte sich:
Werfen Sie mich jetzt raus?
Der verwirrte Dozent fragte: Warum soll ich Sie rauswerfen?
Ich habe mein iPad vergessen.
Großherzig erlaubte der Dozent der Dame, zu bleiben.

Der Kurs beginnt also mit 14 Sitzenden. Jetzt folgen so einige Anmerkungen, ausschließlich aus der Generation 55++.

Was, mit einem iPad kann ich ins Internet?

Was, mit einem iPad kann ich Mails lesen?

Was ist ein eMail-Account?

Schade, ich kann mein iPad nicht für Mails nehmen, ich habe 2 eMails.
(Auf Rückfrage des Dozenten ergab es sich, dass die 55++ tatsächlich über zwei Accounts verfügt.)

Kann man im Nachhinein feststellen, ob mein Sohn oder mein Enkel mir da irgendwelche Spiele auf das iPad getan hat?

Ich war mit meinem iPad noch nie im Internet.

Aber es ist doch eingerichtet, das geht nur über das Internet.
Da müssen Sie sich irren, mein iPad war noch nie im Internet.

WLAN haben wir zuhause nicht.
Aber Sie sind zuhause im Internet?
Ja.
Und wie?
Keine Ahnung, jedenfalls haben wir kein WLAN.

Wenn ich jetzt mein iPad so einstelle, das ich den Hotspot von McDonald nutzen kann, muss ich dann zukünftig jedes mal nach McDonald, wenn ich Mails lesen will?

Haben Sie eigentlich ein iPad? Das von Apple oder das von Samsung?

Der mit Abstand beste Dialog fand über dieses Thema statt. Beteiligt sind eine 55++ und der Dozent:

Wieso reden Sie die ganze Zeit vom iPad von Apple?
Das iPad ist von Apple.
Mein iPad ist von Samsung.
Es gibt kein iPad von Samsung!
Und was ist das hier (Gerät hochhaltend).
Das ist ein Tablet von Samsung.
Sag ich doch, iPad von Samsung!!!
Nein, ein Tablet von Samsung, kein iPad.
Das finde ich aber jetzt nicht gut. In dem Programm der (Bildungseinrichtung) steht nicht, dass es nur von Apple das iPad gibt. Da steht nicht, dass der Kurs nicht für iPads von Samsung geeignet ist.
(Augenrollen, unterdrückte Muskelkrämpfe und vielleicht auch Mordgelüste des Dozenten).
Was ist denn für ein Betriebssystem auf Ihrem Tablet?
Sag ich doch die ganze Zeit, das ist Samsung.
Betriebssystem?????
Was gibt es denn da?
Windows oder Android.
Ist das auch von Samsung?
Prüfender Blick des Dozenten und nähere Betrachtung des Gerätes: Android!
Ich will Sie nicht loswerden (wollten wir aber alle), aber wollen Sie nicht lieber auf einen Android-Kurs umbuchen?
Und dann machen wir dann das Andro-Dingda mit dem iPad von Samsung?
Jaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaa!

Zu unserer Erleichterung ging nun die 55++ lebend und aufrecht durch die Tür, ohne dass irgendwelche spitzen Metallgegenstände in ihrem Körper steckend sie daran gehindert hätten. Viel hätte aber nicht gefehlt, und die spitzen Metallgegenstände hätten in ihrem Körper nicht gefehlt.
Entsetzte Blicke der Verbleibenden.

Ich bin mir nicht sicher, was die entsetzten Blicke bei einigen 55++ ausgelöst hat und ob alle den tiefen Sinn verstanden haben.

Manches sollte ein Geheimnis bleiben.

 
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Verfasst von - 22. Januar 2014 in Gnadenloses Leben, Skurril

 

Bildblog ist Malware?

Das hier erscheint, wenn ich versuche auf meinen Google Reader zuzugreifen:

screenshot_2013-04-16_11-29-43

Äh, WAS BITTE? Das Bildblog soll Malware sein? Und ich dachte bislang, dass nur der Springer-Verlag so denkt.

[Update:] Wenn man aus der Google Suche heraus mit Google Chrome direkt auf http://www.bildblog.de geht, kommt die Meldung ebenfalls.

[Update 2:] Sieht so aus, als wäre über ein Werbebanner Schadcode eingeschleust worden, ähnlich wie bei SPIEGEL Online neulich. Aber da ist man sich wohl auch nicht ganz sicher:

Bildschirmfoto 2013-04-16 um 14.39.02

[Update 3, 17.4.] Alles wieder OK – Google hat die Einstufung zurückgenommen.

 
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Verfasst von - 16. April 2013 in Internet, Skurril

 

Internetexplorerproblembehebung

Das hier ist mein heutiger Desktop. Das Chrome-Icon unten links ist neu. Chrome benutze ich dauernd, aber nicht über eine Desktopverknüpfung. Keine Ahnung woher die kommt.

desktop

Das merkwürdigste aber: Unter dem Icon steht gar nicht “Chrome” sondern “Internetexplorerproblembehebung”.

2013-01-19 17_41_47-Öffnen

Chrome als Lösung für das Problem Internetexplorer.
Ich lachte laut und hart und befand das für nicht falsch, aber seltsam.

 
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Verfasst von - 21. Januar 2013 in Gnadenloses Leben, Skurril

 

Satzzeichen?

“Nein, eben nicht “Segen oder Fluch?”. Kein Satzzeichen! Kein Fragzeichen, kein Ausrufezeichen, einfach nur “Internet – Segen oder Fluch”, so fluchen die Autoren Sascha Lobo und Kathrin Passig, wenn doch wieder einer am Ende des Titels ihre aktuellen Buches die Stimme hebt und den Titel als Frage vorträgt. Das Buch heisst: “Internet – Segen oder Fluch”. Ohne Fragezeichen. Kein Punkt dahinter. Kein Ausrufezeichen.

In nahezu jedem Interview betonen die beiden, dass man hier unvorbelastet an das Thema rangegangen ist, und eine Bestandsaufnahme gemacht hat, bei der Neugierige, Internetängstliche und Internetbegeisterte gleichermaßen die Welt erklärt bekommen.

Und was macht ihr Verlag? Rowohlt hat offensichtlich das Konzept nicht verstanden und versendet, wenn man das eBook runterlädt, solche Mails:

Download-Link eBook “Internet – Segen oder Fluch?”
Von: Rowohltverlag
An: Silencer137

Liebe(r) Sil Encer,
mit dem untenstehenden Link können Sie das E-Book “‘Internet – Segen oder Fluch?” von Kathrin Passig und Sascha Lobo in dem von Ihnen ausgewählten E-Book-Format herunterladen.

Und es wird noch besser: Durch die Codierung auf den Nutzer empfangt einen auch das eBook selbst mit der persönlichen Anrede – und dem falschen Titel. Beim Aufschlagen steht auf der ersten Seite:

“Sehr geehrte/r Sil Encer,
wir freuen uns, dass Sie das E-Book “Internet – Segen oder Fluch?” (…) heruntergeladen haben.

Manmanman. Wenn das der Lobo sieht, dreht der ab und tritt denen die Tür ein. Wenn das die Passig sieht, dreht sie sich nochmal auf die andere Seite und setzt das Nickerchen fort.

[Update 26.11.12]

Oh, Rowohlt hat sich gemeldet:

Sehr geehrter Herr Silencer,

vielen Dank für Ihr positives Feedback, das mich sehr freut. Mit Ihrem Hinweis auf das verbotene Fragezeichen haben sie völlig recht, das böse „?“ haben wir jetzt aus den Texten gelöscht. Danke dafür!

Herzliche Grüße aus Reinbek,

Marketing Sachbuch | Projektmanager Digitalbuch

 
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Verfasst von - 23. November 2012 in Skurril

 

Einhornapotheke

Kleiner Nachtrag zu Trier und Scharzfeld: Ich habe mich ja weggeschmissen, als ich neulich in Trier an dieser Apotheke vorbeikam. Eine Apotheke, die ein mystisches Fabelwesen im Namen trägt und homöopathisches Schnickikram verkauft, da kommt doch zusammen was zusammen gehört. Musste ich sofort ein Foto von machen und wollte später ein wenig Häme darüber auszukippen.

Tatsächlich ist es aber nun so, dass es wohl ganz viele Einhornapotheken gibt. Einhorn galt früher als ausgezeichnetes Gesundheitsmittel. Zerstossene Einhornknochen in Wasser, die sog. Einhornmilch, half gegen alle Arten von Zipperlein. Und das Einhornblut, zerstossener Einhornknochen mit Rotwein, war das Potenzmittel überhaupt.

Das ist der Grund, warum es es überall Einhornapotheken gibt, und vermutlich ist das auch die Ursache, das Einhörner, obwohl es keine Märchen oder Lieder über sie gibt, nie wirklich in Vergessenheit gerieten. Die Nachfrage nach Einhornknochen war zeitweise gigantisch hoch, und gerade die Harzbewohner, die in den tiefen, dunklen und geheimnisvollen Tälern des Harz Moos ansetzten, waren nicht doof und behaupteten, dass es SELBSTVERSTÄNDLICH in ihrem Mittelgebirge Einhörner gäbe. Im Harz kann man sonst nur arbeitsintensiven Bergbau betreiben, da nahm man leicht mit Einhornknochen verdientes Geld gerne mit. So etablierte sich das Harzgebiet lange Zeit als Lieferzentrum erstklassiger Einhornknochen.

 
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Verfasst von - 20. September 2012 in Reisen, Skurril

 

Sonnig

Manchmal muss man sich ja schon über die heimische Fauna wundern. Hier haben sich zwei Enten ausgerechnet den Parkplatz auf dem Dach eines Supermarkts zum Schlafen in der Morgensonne ausgesucht.

 
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Verfasst von - 13. Mai 2011 in Foto, Skurril

 
 
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