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Archiv der Kategorie: Skurril

Der iPad-Kurs

Gastbeitrag von Herbert Plusch

Herr Plusch ist seit einigen Jahren Buchhalter bei Herrn Silencer. Er ist nicht mehr der Jüngste, aber technischen Neuerungen gegenüber nicht nur aufgeschlossen, sondern geradezu begierig darauf, sich mit neuer Technik auseinanderzusetzen. Kürzlich erlebte er eine Geschichte, die er hier als Gastautor zum Besten gibt.

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Ich habe mir vor nicht allzu langer Zeit ein iPad angeschafft. Das war eine gute Entscheidung. Um noch besser damit umgehen zu können, habe ich an einer Bildungseinrichtung einer Universitätsstadt an einem ganz normalen Donnerstag in den Abendstunden einen Kurs belegt. Das war eine nicht ganz so gute Entscheidung. Mitzubringen war übrigens das eigene und bitte auch aufgeladene iPad.

15 Personen befinden sich in einem Raum.
Einer steht, das ist der Dozent. Wie sich später herausstellt, ist er sehr gut und mit einer unmenschlichen Geduld gesegnet.

14 Personen sitzen also in einem Raum. Mein Nebenmann und ich sowie 12 weibliche Kursteilnehmerinnen.
Meine Nebenfrau ist extrem jung, so in etwa 40 Jahre alt.
Es bleiben noch elf der Jugend schon ein wenig entwachsende Damen so in der Altersgruppe von 55++.

Der Kurs hatte noch nicht begonnen, sah eine der Elfergruppe in ihre Tasche, blickte entsetzt hoch, und folgender Dialog entwickelte sich:
Werfen Sie mich jetzt raus?
Der verwirrte Dozent fragte: Warum soll ich Sie rauswerfen?
Ich habe mein iPad vergessen.
Großherzig erlaubte der Dozent der Dame, zu bleiben.

Der Kurs beginnt also mit 14 Sitzenden. Jetzt folgen so einige Anmerkungen, ausschließlich aus der Generation 55++.

Was, mit einem iPad kann ich ins Internet?

Was, mit einem iPad kann ich Mails lesen?

Was ist ein eMail-Account?

Schade, ich kann mein iPad nicht für Mails nehmen, ich habe 2 eMails.
(Auf Rückfrage des Dozenten ergab es sich, dass die 55++ tatsächlich über zwei Accounts verfügt.)

Kann man im Nachhinein feststellen, ob mein Sohn oder mein Enkel mir da irgendwelche Spiele auf das iPad getan hat?

Ich war mit meinem iPad noch nie im Internet.

Aber es ist doch eingerichtet, das geht nur über das Internet.
Da müssen Sie sich irren, mein iPad war noch nie im Internet.

WLAN haben wir zuhause nicht.
Aber Sie sind zuhause im Internet?
Ja.
Und wie?
Keine Ahnung, jedenfalls haben wir kein WLAN.

Wenn ich jetzt mein iPad so einstelle, das ich den Hotspot von McDonald nutzen kann, muss ich dann zukünftig jedes mal nach McDonald, wenn ich Mails lesen will?

Haben Sie eigentlich ein iPad? Das von Apple oder das von Samsung?

Der mit Abstand beste Dialog fand über dieses Thema statt. Beteiligt sind eine 55++ und der Dozent:

Wieso reden Sie die ganze Zeit vom iPad von Apple?
Das iPad ist von Apple.
Mein iPad ist von Samsung.
Es gibt kein iPad von Samsung!
Und was ist das hier (Gerät hochhaltend).
Das ist ein Tablet von Samsung.
Sag ich doch, iPad von Samsung!!!
Nein, ein Tablet von Samsung, kein iPad.
Das finde ich aber jetzt nicht gut. In dem Programm der (Bildungseinrichtung) steht nicht, dass es nur von Apple das iPad gibt. Da steht nicht, dass der Kurs nicht für iPads von Samsung geeignet ist.
(Augenrollen, unterdrückte Muskelkrämpfe und vielleicht auch Mordgelüste des Dozenten).
Was ist denn für ein Betriebssystem auf Ihrem Tablet?
Sag ich doch die ganze Zeit, das ist Samsung.
Betriebssystem?????
Was gibt es denn da?
Windows oder Android.
Ist das auch von Samsung?
Prüfender Blick des Dozenten und nähere Betrachtung des Gerätes: Android!
Ich will Sie nicht loswerden (wollten wir aber alle), aber wollen Sie nicht lieber auf einen Android-Kurs umbuchen?
Und dann machen wir dann das Andro-Dingda mit dem iPad von Samsung?
Jaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaa!

Zu unserer Erleichterung ging nun die 55++ lebend und aufrecht durch die Tür, ohne dass irgendwelche spitzen Metallgegenstände in ihrem Körper steckend sie daran gehindert hätten. Viel hätte aber nicht gefehlt, und die spitzen Metallgegenstände hätten in ihrem Körper nicht gefehlt.
Entsetzte Blicke der Verbleibenden.

Ich bin mir nicht sicher, was die entsetzten Blicke bei einigen 55++ ausgelöst hat und ob alle den tiefen Sinn verstanden haben.

Manches sollte ein Geheimnis bleiben.

 
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Verfasst von - 22. Januar 2014 in Gnadenloses Leben, Skurril

 

Bildblog ist Malware?

Das hier erscheint, wenn ich versuche auf meinen Google Reader zuzugreifen:

screenshot_2013-04-16_11-29-43

Äh, WAS BITTE? Das Bildblog soll Malware sein? Und ich dachte bislang, dass nur der Springer-Verlag so denkt.

[Update:] Wenn man aus der Google Suche heraus mit Google Chrome direkt auf http://www.bildblog.de geht, kommt die Meldung ebenfalls.

[Update 2:] Sieht so aus, als wäre über ein Werbebanner Schadcode eingeschleust worden, ähnlich wie bei SPIEGEL Online neulich. Aber da ist man sich wohl auch nicht ganz sicher:

Bildschirmfoto 2013-04-16 um 14.39.02

[Update 3, 17.4.] Alles wieder OK – Google hat die Einstufung zurückgenommen.

 
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Verfasst von - 16. April 2013 in Internet, Skurril

 

Internetexplorerproblembehebung

Das hier ist mein heutiger Desktop. Das Chrome-Icon unten links ist neu. Chrome benutze ich dauernd, aber nicht über eine Desktopverknüpfung. Keine Ahnung woher die kommt.

desktop

Das merkwürdigste aber: Unter dem Icon steht gar nicht “Chrome” sondern “Internetexplorerproblembehebung”.

2013-01-19 17_41_47-Öffnen

Chrome als Lösung für das Problem Internetexplorer.
Ich lachte laut und hart und befand das für nicht falsch, aber seltsam.

 
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Verfasst von - 21. Januar 2013 in Gnadenloses Leben, Skurril

 

Satzzeichen?

“Nein, eben nicht “Segen oder Fluch?”. Kein Satzzeichen! Kein Fragzeichen, kein Ausrufezeichen, einfach nur “Internet – Segen oder Fluch”, so fluchen die Autoren Sascha Lobo und Kathrin Passig, wenn doch wieder einer am Ende des Titels ihre aktuellen Buches die Stimme hebt und den Titel als Frage vorträgt. Das Buch heisst: “Internet – Segen oder Fluch”. Ohne Fragezeichen. Kein Punkt dahinter. Kein Ausrufezeichen.

In nahezu jedem Interview betonen die beiden, dass man hier unvorbelastet an das Thema rangegangen ist, und eine Bestandsaufnahme gemacht hat, bei der Neugierige, Internetängstliche und Internetbegeisterte gleichermaßen die Welt erklärt bekommen.

Und was macht ihr Verlag? Rowohlt hat offensichtlich das Konzept nicht verstanden und versendet, wenn man das eBook runterlädt, solche Mails:

Download-Link eBook “Internet – Segen oder Fluch?”
Von: Rowohltverlag
An: Silencer137

Liebe(r) Sil Encer,
mit dem untenstehenden Link können Sie das E-Book “‘Internet – Segen oder Fluch?” von Kathrin Passig und Sascha Lobo in dem von Ihnen ausgewählten E-Book-Format herunterladen.

Und es wird noch besser: Durch die Codierung auf den Nutzer empfangt einen auch das eBook selbst mit der persönlichen Anrede – und dem falschen Titel. Beim Aufschlagen steht auf der ersten Seite:

“Sehr geehrte/r Sil Encer,
wir freuen uns, dass Sie das E-Book “Internet – Segen oder Fluch?” (…) heruntergeladen haben.

Manmanman. Wenn das der Lobo sieht, dreht der ab und tritt denen die Tür ein. Wenn das die Passig sieht, dreht sie sich nochmal auf die andere Seite und setzt das Nickerchen fort.

[Update 26.11.12]

Oh, Rowohlt hat sich gemeldet:

Sehr geehrter Herr Silencer,

vielen Dank für Ihr positives Feedback, das mich sehr freut. Mit Ihrem Hinweis auf das verbotene Fragezeichen haben sie völlig recht, das böse „?“ haben wir jetzt aus den Texten gelöscht. Danke dafür!

Herzliche Grüße aus Reinbek,

Marketing Sachbuch | Projektmanager Digitalbuch

 
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Verfasst von - 23. November 2012 in Skurril

 

Einhornapotheke

Kleiner Nachtrag zu Trier und Scharzfeld: Ich habe mich ja weggeschmissen, als ich neulich in Trier an dieser Apotheke vorbeikam. Eine Apotheke, die ein mystisches Fabelwesen im Namen trägt und homöopathisches Schnickikram verkauft, da kommt doch zusammen was zusammen gehört. Musste ich sofort ein Foto von machen und wollte später ein wenig Häme darüber auszukippen.

Tatsächlich ist es aber nun so, dass es wohl ganz viele Einhornapotheken gibt. Einhorn galt früher als ausgezeichnetes Gesundheitsmittel. Zerstossene Einhornknochen in Wasser, die sog. Einhornmilch, half gegen alle Arten von Zipperlein. Und das Einhornblut, zerstossener Einhornknochen mit Rotwein, war das Potenzmittel überhaupt.

Das ist der Grund, warum es es überall Einhornapotheken gibt, und vermutlich ist das auch die Ursache, das Einhörner, obwohl es keine Märchen oder Lieder über sie gibt, nie wirklich in Vergessenheit gerieten. Die Nachfrage nach Einhornknochen war zeitweise gigantisch hoch, und gerade die Harzbewohner, die in den tiefen, dunklen und geheimnisvollen Tälern des Harz Moos ansetzten, waren nicht doof und behaupteten, dass es SELBSTVERSTÄNDLICH in ihrem Mittelgebirge Einhörner gäbe. Im Harz kann man sonst nur arbeitsintensiven Bergbau betreiben, da nahm man leicht mit Einhornknochen verdientes Geld gerne mit. So etablierte sich das Harzgebiet lange Zeit als Lieferzentrum erstklassiger Einhornknochen.

 
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Verfasst von - 20. September 2012 in Reisen, Skurril

 

Sonnig

Manchmal muss man sich ja schon über die heimische Fauna wundern. Hier haben sich zwei Enten ausgerechnet den Parkplatz auf dem Dach eines Supermarkts zum Schlafen in der Morgensonne ausgesucht.

 
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Verfasst von - 13. Mai 2011 in Foto, Skurril

 

Zugeparkt

Beamte und Angestellte des öffentlichen Diensts des Landkreises haben es mal wieder geschafft Herrn Silencer derart zu verblüffen, dass er das Geschehene sofort aufschreiben muss, weil er es sonst morgen selber nicht mehr glaubt.

“Bitte beachten sie unser neues Abfertigungssystem” – ja, auch im Kreishaus muss man jetzt eine Marke ziehen und dann auf einen Monitor glotzen, bis da die Nummer angezeigt wird. Neu ist, dass man schon beim Marke ziehen entscheiden muss, ob man eine KFZ- oder eine Führerscheinangelegenheit vorbringen möchte. Für Führerscheinangelegenheiten wird man dann in obskure Räume mit Phantasienummern gerufen, die irgendwo auf einer ganz anderen Etage liegen. Das sagt einem aber keiner.

In der Folge irrt dann die junge Frau mit der Nummer Z00014 auf der Suche nach Raum S028-3 zunehmend verzweifelt durch die langen Gänge mit Türen, die dick mit Zettelschichten aus verschiedenen Jahren behangen sind. Auf den Zetteln steht sowas wie “Heute nicht hier”, Wegen Krankheit heute kein Service” oder “Bin in Urlaub, Vertretung erfolgt in Raum S08-4″ oder “Sprechzeiten ungültig, rufen Sie an für Terminvereinbarung” aber ohne Angabe einer Telefonnummer.
Ja, das Kreishaus, der Ort wo der Landkreis seine Geschäfte erledigt, ist ein Ort, der normale Leute irre macht.

Mich nicht. Ich bin jetzt den dritten Tag in Folge da und kenne hier den normalen Schwachsinn. Ich bin Profi. Ich möchte gerne das Mopped ummelden. Vorgestern ging das nicht weil die EVB-Pin fehlte, gestern fehlte die TÜV-Bescheinigung (“Wie, das steht nicht auf unserer Checkliste im Internet? Muss da auch nicht stehen, sowas WEISS MAN DOCH!”), aber heute wird es klappen. Auch, wenn die neue Aberfertigungsanlage kaputt ist. Sie piept noch, aber der Monitor zeigt nur manchmal Schalternummern oder Phantasieräume an.

Nein, heute habe ich ein gutes Gefühl. Und ein leicht unruhiges. Ich habe nämlich auf dem Kreishausparkplatz geparkt und war so stolz darauf, den letzten Parkplatz, gaaaaanz hinten, am Zaun, gefunden zu haben, dass ich erst jetzt, 10 Minuten später begriffen, habe, was die vier unterschiedlichen Schilder besagen wollten. Jetzt hat mein Hirn die unterschiedlichen Infos enttüddelt, dass man dort Di und Do ab 15 und Fr ab 12 Sowie werktags ab 19 Uhr da mit Parkschein parken darf und ansonsten die Parkscheibe reicht, aber nur auf zwei Parkplätzen, und mit Parkausweis zu spnstigen Zeiten. Mit anderen Worten: Die Parkscheibe, die ich vorne ins Auto gepackt habe, und die 50 Cent für den Parkschein im Automaten waren überflüssig, weil ich da jetzt gerade trotzdem nicht parken darf. Naja, es ist kurz nach 8, da trinkt das Ordnungsamt noch Kaffee, oder? Wird schon gut gehen.

Tatsächlich habe ich nach 20 Minuten einen neuen Stempel im Fahrzeugbrief, bin um 41,- Euro (!) ärmer und eile gen Auto.
Schon aus der Ferne sehe ich, dass da was nicht stimmt. Zwar steht da kein Abschleppwagen, aber ich wurde zugeparkt! Beim Näherkommen sehe ich, das sich gleich drei Autos mit offiziellen Parkausweisen des Kreises hinter das Kleine Gelbe AutoTM gekeilt haben. Super.

Und nun? Haben die Doofbratzen mich zugeparkt, um das Corpus Delicti des Falschparkens gleichsam festzuhalten? Ist vielleicht schon ein Abschleppwagen, das Ordnungsamt oder ein SEK unterwegs? Grrrrh.

Da sehe ich aus den Augenwinkeln, wie am anderen Ende des Parkplatzes ein Passatfahrer gleich drei Autos zuparkt, aussteigt und deren Windschutzscheiben beglotzt und sich dabei was notiert. Noch ein Kreisdjango, der das Parkraumrecht in eigene Hände nimmt?

“Hallo, entschuldigung”, rufe ich ihn an, “Sie gehören doch hier sicherlich dazu. Ich bin da vorne zugeparkt worden – was mache ich denn da jetzt?”
“Oh, das ist ganz einfach”, sagt der Mittvierziger mit der Nickelbrille und dem kleinkarierten Hemd freundlich, “Sehen Sie, wir haben hier alle so Parkausweise vorne drin. Da steht unsere Durchwahl drauf. Ich habe die Kollegen jetzt hier zugeparkt und notiere mir ihre Durchwahlen, damit ich sie gleich anrufen und ihnen sagen kann, dass ich sie zugeparkt habe.” Ich glotze ihn fassungslos an. “In Ihrem Fall machen Sie es anders rum: Sie gucken nach den Durchwahlen der Leute die SIE zugeparkt haben, und rufen die an. Die kommen dann und fahren Ihre Wagen weg.” Ich kann immer noch nicht glauben was ich da höre. “Ist das das ÜBLICHE System hier?”, frage ich. “Ja, es gibt halt zu wenig Parkplätze. Da vorne im Gebäude hängt ein Diensttelefon, das dürfen Sie kostenfrei benutzen.”

Wenige Minuten nach einem kurzen Anruf (“Hallo? Ich hätte da einen Parkplatz für sie, sie müssen mich nur rauslassen”) später ist Frau Poppe da und fährt ihren Golf weg, was mir ein milimeterweises rauszirkeln aus der Parklücke ermöglicht. Endlich frei erfolgt der überfällige Facepalm. Meine Güte, man stelle sich das vor: Da verbringt ein Teil der Kreisangestellten einen nicht unerheblichen Teil der Arbeistzeit damit, sich gegenseitig zuzuparken, sich anzurufen und sich über die Zuparkerei zu informieren oder einen Anruf entgegenzunehmen, um dann aufzuspringen, den Arbeitsplatz zu verlassen, zum Parkplatz zu rennen und umzuparken. Was, bei der Größe der Liegenschaft, vermutlich durchaus mal 15 bis 20 Minuten dauern kann.
Unfassbar, oder? Unglaublich, dass sowas überhaupt erlaubt ist. Noch unglaublicher, dass dies das System ist, das laut dem Kleinkarierten “vom Landrat selbst eingeführt wurde”. Unfassbar.

Das fällt in die Kategorie “Ich schreib das mal besser auf, morgen glaube ich das selbst nicht mehr”.

 
 
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