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Meine Geschichte mit Amazon: Kaufverhalten im Wandel

Amazon-einkaufe

Shopping im Netz hat einen Namen: Amazon.
Was es bei Amazon nicht gibt, kann man vermutlich nicht kaufen.
Bei Amazon gibt es die besten Preise und die schnellste Lieferung.
Es gibt überhaupt keinen Grund woanders hin zu gehen.

Ja, ich weiß was Sie jetzt denken. Und Sie haben recht.

Diese Sätze sind nicht nur Quatsch, wenn man sie hinterfragt, sie sind auch gefährlich. Denn mit ihnen geht das Geständnis einher das es im Onlinehandel ein Monopol gibt, was aktuell nicht zu schlagen ist. Tatsächlich ist aber genau das die Realität. Es ist nun mal eine Tatsache, das Amazon DER Versandhändler im Netz ist. Selbst andere Onlinehändler bieten über die Amazon-Plattform an – skurrilerweise teils zu besseren Konditionen als in ihren eigenen Shops.

Schleichend ist Amazon als der Onlinehändler in immer mehr Bereiche meines Lebens eingesickert und heute nicht mehr wegzudenken. Würde mein Kundenkonto gesperrt, es wäre eine Katastrophe. Denn längst ist Amazon nicht nur die ultimative Shoppingmaschine, auch meine Musik und meine Bücher liegen in der Amazon-Cloud. Ohne Kundenkonto könnte ich nicht mal meinen eReader benutzen.

Obwohl es für mich persönlich so wichtig ist, weiß ich erstaunlich wenig über Amazon. Über das Unternehmen selbst erfährt man ohnehin nicht viel, aber auch über die andere Seite, MEINE Seite, weiß ich erstaunlich wenig. Seit wann bin ich eigentlich Amazon-Kunde? Und: Wie viel Geld gebe ich da aus?

Während sich die erste Frage noch leicht über einen Blick auf “Meine Bestellungen” im Kundenkonto beantworten lässt, rückt Amazon aggregierte Zahlen zur Anzahl von Bestellungen und ausgegebenen Summen nicht so einfach raus. Mit ein wenig Handarbeit am Browser und einem Skript, das sich die Infos aus Amazon zusammensammelt, kann man sich die Informationen aus Amazon zusammentragen lassen.

Ein Skript übernimmt den Browser und parst nacheinander alle alten Amazon-Bestelljahre durch. Anders bekommt man keine vollständige Bestellübersicht.

Ein Skript übernimmt den Browser und parst nacheinander alle alten Amazon-Bestelljahre durch. Anders bekommt man keine vollständige Bestellübersicht.

Das habe ich mal auf mich genommen, und am Ende hatte ich eine Liste mit einer kompletten Kundenhistorie in den Händen. Die Spurensuche darin fördert die Geschichte eines Konsumwandels zu Tage.

Mein Leben aus der Sicht von Amazon

Laut meiner Bestellübersicht bin ich seit 2001 Kunde bei Amazon. Am 5. Februar 2001 kaufte ich den Film “Dogma”, den UK-Importfilm “Wyrd Sisters” und die Titelmusik der TV-Serie “Angel” auf CD. Alles Dinge, die man im Einzelhandel nicht kaufen konnte.

Das erste Buch folgte kurz danach, eine englische Originalfassung. DamalsTM gab es im deutschen Buchhandel nahezu ausschließlich Übersetzungen zu kaufen. Bücher im Original mussten umständlich über spezielle Händler bestellt werden, und oft klappte die Bestellung gar nicht oder es dauerte Wochen, bis die Lieferungen ankamen.

Erstebestellung

Amazon war in den ersten Jahren primär meine Quelle für schwer erhältliche englische Bücher, sowohl für´s Vergnügen als auch für das Studium, sowie für DVDs, die nur im Ausland erschienen waren. Dabei blieb es dann auch erst einmal. Ich weiß, dass ich Anfang der 2000er Jahre sehr viele Bücher und Filme gekauft habe, aber anscheinend alle in Ladengeschäften. Amazon habe ich offensichtlich nur genutzt um Dinge zu kaufen, die in normalen Geschäften nicht oder nur schwer zu bekommen waren.

2003 stehen plötzlich medizinische Nachschlagewerke und Bücher über Homöpathie in der Bestellhistorie. Eine neue Frau mit Hang zur Esoterik ist in mein Leben getreten, und zu Weihnachten überrasche ich sie mit “Fachliteratur”. Mehr als 9 Bestellungen im ganzen Jahr sind es trotzdem nicht.

2005 sind es schon 20 Bestellungen, ein Drittel davon sind Weihnachtsgeschenke, ein Drittel Fachbücher zu BWL, Buchführung, Marketing – Einarbeitung in einen neuen Job. Privat entdecke den Schriftsteller Jasper Fforde und arbeite mich durch seine bisher erschienenen Bücher, schaue “Star Wars – The Clone Wars” und kaufe das Buch “Endlich Nichtraucher”. Bis ich es lese, werden weitere fünf Jahre vergehen.

2006 bestelle ich am Stück 12 Bände von Neil Gaimans “Sandman”, 2007 wird die erste, gebrauchte Plastikgitarre für “Guitar Hero” angeschafft. Amazon versorgt mich primär mit Unterhaltung: Filme, Comics, Bücher, das ein oder andere Elektrozubehör, z.B. Kabel. Pro Jahr jeweils 20-30 Bestellungen.

Das ändert sich 2009, da schnellt die Anzahl auf 56 hoch. Das ist im Schnitt mehr als eine Bestellung pro Woche. Grund: Musikspiele, vor allem “Band Hero” und “Rock Band”. Ich begeistere den Bekanntenkreis dafür und organisiere Plastic Rock Parties, bei Amazon bestelle ich Erweiterungen und das nötige Zubehör.

Außerdem kaufe ich 2009 erstmals Musik als Downloads bei Amazon, auch das zählt als Bestellung. Im Juni 2009 habe offensichtlich “Endlich Nichtraucher” gelesen, denn ich bestelle den Folgeband “Für immer Nichtraucher”. Weil das mit dem Rauchen aufhören so gut geklappt hat, ordere ich noch ein halbes Dutzend anderer Ratgeberbücher, die aber bis heute ungelesen im Regal stehen.

Im nächsten Jahr, 2010, sind es schon wieder 50% mehr Bestellungen, jetzt schon 79. Zum ersten Mal bestelle ich Dinge des Alltags bei Amazon, vom Duschvorhang bis zum Sexspielzeug, auch Kleinmöbel sind dabei. Technik kaufe ich mittlerweile nur noch online, nachdem mich der örtliche Mediamarkt zum Boykott getrieben hat. Vom Speicherstick über eine Handyhalterung und PC-Bauteile bis hin zur Spielekonsole kommt jetzt alles von Amazon. Mein Kaufprofil lässt plötzlich sehr detaillierte Rückschlüsse auf meine Lebensumstände zu. Es braucht keinen superschlauen Algorithmus, ein Blick in meine Bestellungen des Jahres verraten fast alles über mich.

Das Profil wird immer detaillierter. 2011 sind es 119 Bestellungen, im Schnitt also mehr als zwei pro Woche. Die Lebensumstände ändern sich in dem Jahr gleich mehrfach Mal radikal. Ich ziehe zwei Mal um und entdecke den Spaß am Reisen. Die Bestellliste trägt dem Rechnung: Neben Herzschmerzmusik, Lampen und Möbeln stehen viele Reisebücher auf dem Bestellzettel. Außerdem das größte und schwerste Item, dass Amazon mir bis dato liefert: Eine Waschmaschine. Der Umsatz geht dadurch durch die Decke, erstmals lasse ich mehr als 3.700 Euro/Jahr bei Amazon.

2012 schlägt sich ein altes, neues Hobby im Kaufprofil nieder: Plötzlich steht Motorradkram und -literatur und jede Menge Reisezubehör in der in der Bestellliste. Auch Kleidung bestelle ich jetzt zum ersten Mal online, zunächst nur Shirts, ab 2013 dann auch Jacken, denn zu dem Zeitpunkt versagt der lokale Einzelhandel auch in der Beziehung.

Seither findet sich alles Mögliche in den Bestellungen: Bilder, Bücher, Filme, Musik, Klebstoff, Uhren, Kabel, alle Arten von Geräten, Bastel- und Baumaterial, Kleidung, Schuhe Dinge des täglichen Bedarfs… bis auf Nahrungsmittel habe ich schon so gut wie alles bei Amazon bestellt, und es wird jedes Jahr mehr.

2014 waren es 204 Bestellungen, im Schnitt also 4 pro Woche. Das muss man sich mal vergegenwärtigen: Von zwei Bestellungen mit 4 Items in 2001, sind es nun, 15 Jahre später, über 200 Bestellungen mit 240 Produkten. Der Durchschnittswert eines Produkts hat sich dabei wenig geändert, er zirkelt seit 2001 so um die 20 Euro.

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Was sich natürlich dementsprechend verändert hat ist der Umsatz, den Amazon mit mir macht. Von 89 Euro in 2001 auf fast 3.700 Euro in 2014.

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Insgesamt, und das hat mich wirklich erstaunt, habe ich in 15 Jahren fast 27.000 Euro bei Amazon gelassen, in 980 Bestellungen und für 1.280 Produkte. Schon interessant, dass mal so schwarz auf Weiß zu sehen. Ich hatte im Vorfeld überlegt, wie viel Geld ich im Laufe der Jahre bei und über Amazon wohl ausgegeben habe, und hatte weder eine Idee noch auch nur ein grobes Gefühl dafür.

Die Zahlen zeigen einen grundlegenden Wandel im Kaufverhalten auf. Ich gebe nicht unbedingt mehr Geld aus als früher. Gut, vielleicht ein wenig, aufgrund größerer Auswahl. Aber Ich gebe es jetzt vor allem woanders aus. Anfang der 2000er war das Ladengeschäft durch nichts zu ersetzen. Der Onlinehandel füllte lediglich die Lücken, die der Einzelhandel nicht füllen wollte oder konnte.

Aus diesen Nischen heraus wucherte das Onlinegeschäft in andere Bereiche hinein und war dort erfolgreich, weil es Mehrwert bot: Größere Auswahl, besserer Service, schnellere Lieferung, und oft auch bessere Preise – obwohl die bei mir selten der ausschlaggebende Faktor waren. Dazu entfallen gewisse Notwendigkeiten – ich muss nicht ins Auto steigen und losfahren, einen Parkplatz suchen, ins Geschäft gehen und dort feststellen, dass das Ding, was ich gerade brauche, ausverkauft ist. Oder noch schlimmer: Erst einmal zig Geschäfte abklappern und gucken, ob überhaupt eines das Gesuchte im Sortiment hat. Da ist der Griff zum Smartphone und die Onlinebestellung deutlich einfacher.

Das schlägt sich halt nieder. Nahezu alles, was ich benötige, kaufe ich online, und das zu 95 Prozent bei Amazon. Den örtlichen Einzelhandel frequentiere ich fast nur noch für den Kauf von Lebensmitteln, oder wenn ich auf der Suche nach was Besonderem bin. Das gefällt mir nicht besonders, denn prinzipiell finde ich lokale Infrastruktur super wichtig, und “nur” höhere Preise würden mich nicht davon abhalten in Geschäften zu kaufen. Aber der Einzelhandel wirtschaftet seit 15 Jahren an meinen Bedarfen vorbei, und das zeigt die Amazon-Historie sehr deutlich.

Highlights – Skurrile Bestellungen

2006 ein iPod hifi. Das war eine echt gute Lautsprecherkombination mit iPod-Dock:

2015-08-18 14_33_10-Apple iPod Hi-Fi Lautsprecher-System_ Amazon.de_ Elektronik

2010: Klodeckel

-BAMBUS WC-Sitz Toilettensitz Klodeckel Klobrille Natur_ Amazon.de_ Baumarkt

2011: Waschmaschine
2015-08-18 19_46_13-Whirlpool AWO 5446 Waschmaschine Frontlader _ AAB _ 1400 UpM _ 5 kg_ Amazon.de_

2013: Alkotester für Urlaub in Frankreich

Einweg Alkoholtest Alkomat Alkoholtester Alkotest Test_ Amazon.de_ Elektronik

2014: Taktischer Kugelschreiber mit Glasbrecher

TECH Tactical Pen mit Glasbrecher, Kubotan + Kugelschreiber special Edition gu

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Wer gerne selbst mal seine Amazon-Historie exportieren will: Anleitung und Skript gibt es hier: http://jhein.net/2013/08/04/liste-mit-amazon-bestellungen-exportieren/
Wichtig: Das aktualisierte Skript nehmen, das ganz unten im Artikel verlinkt ist, NICHT das, was gleich am Anfang in der Anleitung erwähnt wird. Das funktioniert nämlich nicht mehr.

 
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Verfasst von - 19. August 2015 in Betrachtung

 

Reisetagebuch MaGenTu (2): Das ultimative Abendessen

P1090328Februar 2015, eine Woche Städtetour. Heute: Partyservice Da Vinci, süße Brüste, was die Knoten bedeuten und warum Bramante schummelte.

07. Februar 2015, Mailand.

Fast neun Stunden habe ich geschlafen, und trotzdem komme ich nicht aus dem Bett. Das kann daran liegen, das es unter der Decke muckelig warm ist und meine Halbschlafträume in Technikcolor sind, während die Welt da draußen grau und kalt ist.

Die Wolken hängen tief über Mailand. Als ich vor die Tür des Hotels trete, trifft mich direkt eine Windböe und raubt mir durch die Wucht und die Kälte fast den Atem. Es nieselt, und der Wind drückt den Nieselregen in jede Pore und die Kälte direkt in die Knochen. Die räudigen vier Grad Lufttemperatur fühlen sich durch die Feuchtigkeit gleich nochmal viel kälter an.

Direkt vor dem “Gala” gibt es eine U-Bahn-Station, aber die hat heute wohl zu – die Türen sind verschlossen, und ein unleserlicher Zettel flattert daran herum. Also, lesen könnte man den schon, aber mein Hirn läuft noch nicht wieder auf italienisch. Schon gar nicht am Morgen und ohne einen Kaffee vorher. Geschlossen ist geschlossen, da brauche ich jetzt nicht noch Minuten zu investieren um zu verstehen warum und bis wann.

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Ich seufze, ziehe die wasserfeste Schiebermütze mit den Ohrenklappen tiefer ins Gesicht und die Hände in die Jackentaschen, dann mache ich mich auf dem Weg zur nächsten Station. Aber auch die ist dicht und verrammelt. Verdammt, wenn das so weiter geht, werde ich am Ende meine “48-Stunden-sind-drei-Tage”-Metrokarte nie benutzen können. Egal, gehe ich halt zu Fuß. Das macht nicht besonders viel Spaß, seit drei Monaten ist ein Gelenk im rechten Fuß kaputt. Ich nehme seit Wochen ständig Schmerzmittel. Das ist nicht das Alter, das ist Materialverschleiß, denke ich grimmig, während ich durch die kalte Februarluft stapfe.

“Bezahle hier für Gefühle” – Ein geschlossener Lunapark liegt im Schneematsch im Park.

Das Navigon auf Telefon lotst mich kilometerlang quer durch die Stadt, bis zur Kirche Santa Maria delle Grazie. Ein schöner Bau, eine gothische Kirche, deren hinterer Teil klassizistisch umgestaltet wurde als einer der Sforza darin begraben werden wollte. Die Kirche ist nett, aber nicht spektakulär. Das Spektakuläre befindet sich im Inneren.

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Der Innenhof der Kirche

Der Innenhof der Kirche

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Um ins Innere zu kommen muss ich durch eine Sicherheitskontrolle in einem Nebengebäude. Zusammen mit einigen anderen Besuchern bilde ich eine Gruppe. Wir werden belehrt, dass das  Fotografieren streng verboten ist. Dann geht es zu einer  mehrstufigen Luftschleuse. Die ist ein großer Glaskasten, in den locker 30 Leute hineinpassen, und so viele sind wir am Ende auch, als sich die Türen schließen. 

Wir sind die glücklichen Auserwählten, denen der Besuch in diesen Räumen erlaubt wurde. Die Besucherzahlen im Sanktuarium sind streng reglementiert, und lange im Voraus muss man sich auf den Eintritt bei der zuständigen Behörde quasi bewerben. Ungefähr die Hälfte aller Eintrittsgesuche wird abgelehnt.

Es zischt, als sich die Türen hinter uns schließen. Dann summt etwas, und eine Minute später gehen die Türen vor uns auf. Wir gehen in den nächsten Glaskasten, und wieder das gleiche Spiel. Die Türen schließen sich hinter der Gruppe, es summt, und eine Minute später geht die nächste Tür auf. Warme und trockene Luft schlägt mir entgegen, nach der nassen Kälte draußen eine Genugtuung. Aus dem Glaskasten geht es nun durch einen Durchbruch in einer alten Mauer. Dahinter liegt ein großer Raum, unter dessen hoher Decke sich ein Kreuzgewölbe spannt. Wenn man den Raum betritt, blickt man auf eine große Wand, an der ein mittelalterliches Fresko mit einer Kreuzigungsszene zu sehen ist. Groß, ja, schön, naja. Dreht man sich aber um, sieht man auf der gegenüberliegenden Wand…

“L´ultima cena!”, entfährt es einer älteren Dame, die mit mir zusammen durch die Schleuse gekommen ist. Sie haucht die Worte ehrfurchtsvoll und bekreuzigt sich dabei.

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Verfasst von - 15. August 2015 in Reisen, Wiesel

 

Stand der Dinge, Zusammenfassung

Tag 28

Arrangements
Rumhantieren mit den Gehhilfen, Tragen des Vorderfußentlastungsschuhs, Duschen mit Behindertenhilfe – irgendwie geht alles, und sogar besser als gedacht. Einkaufen ist halt potentiell ein Problem, bislang aber ein theoretisches. Ich muss mich nur dran gewöhnen, das nicht alles immer und überall verfügbar ist. Die schnelle Fahrt in den Supermarkt ist halt nicht drin, und ich muss manche Sachen auf Vorrat kaufen.
Ich bin froh und glücklich, dass es noch den kleinen Dorfladen gibt, zu dem ich zu Fuß hinhumpeln kann. Auch wenn er nur zwei Mal die Woche Nachmittags offen hat. Da gibt es nicht alles, aber so alle zwei Wochen fahre ich dann gemeinsam mit jemandem zum Einkaufen in einen größeren Markt.

Mobiles
Der Verzicht auf´s Auto lässt sich mit unerwartet wenig Hilfe von Außen kompensieren. Zur Arbeit nimmt mich jemand mit. Bei anderen Fahrten tut es der Bus, in dem ich nun immer einen Sitzplatz habe.

Auf meinen Krücken bin ich fix unterwegs, in vertrautem Gelände wie zu Hause oder im Büro brauche ich nicht mal beide. Die Unterarmgehhilfen sind echt sperrig, und ein Gedanke war: Vielleicht reicht ja ein Gehstock aus. So zum Draufstützen. Das sieht dann zwar ein wenig nach Dr. House aus, aber zumindest wird das Ein- und Aussteigen in Auto einfacher. Tja. Netter Gedanke, funktioniert aber nicht so worklich gut, nur auf minimalkurzen Strecken oder beim Rumstehen.

Uberstruktur
Die zwei Wochen zu Hause waren geprägt von davonfliegenden Tagen. Es fehlte an Struktur, stattdessen überall Prokrastination. Klar, ein paar Dinge habe ich erledigt bekommen, aber wenn etwas nicht muss und alles egal ist wann es erledigt wird – dann fehlt halt auch Struktur.

Darüber kann ich mich jetzt nicht mehr beschweren. Statt null Struktur habe ich jetzt mehr davon als nötig. Ich darf kein Auto fahren, und ein freundlicher Arbeitskollege nimmt mich mit zur Arbeit. Nur: Wir haben ein Gleitzeitmodell, und der Kollege gehört zu der Sorte, die gerne spätestens um sechs anfangen zu arbeiten. Ich konnte ihn auf Sieben runterhandeln, immerhin, aber das bedeutet trotzdem früh aufstehen und diszipliniert früh ins Bett gehen. Also, für meine Verhältnisse. Sehr strukturiert gerade, diese Tage.

Hell it´s over
Endlich ist das tägliche Spritzen vorbei. Das fiel mir ja am Anfang sehr schwer, aber nach zwei Wochen war es Routine und am Ende wirklich nicht mehr schlimm. Man gewöhnt sich ja an alles.

Ärztliche Versorgung
Bislang scheint alles gut zu heilen. Da gerade ALLE Ärzte in Urlaub sind und ich zum Verbandswechsel allen Ernstes in die nächste Stadt müsste, mache ich das halt selbst. Die freundliche Helferin beim Orthopäden hatte mir Verbandsmaterial zugesteckt. Um herauszufinden, wie man den Verband richtig anlegt, habe ich gefilmt, wie ich den “Profiverband” aus der Praxis vom Fuß abwickle, und dann den Film rückwärts laufen lassen und ihn genau so wieder angelegt. Klingt nerdig, wichtig ist aber der outcome.

Was fehlt
Bewegung. Definitiv.
Mir fehlt echte, körperliche Bewegung, mir fehlt Sport. Immer nur rumsitzen und körperlich nichts tun nervt mich total an, ich kann praktisch zusehen wie ich zu Gummi werde.
Und Rasieren. Ich vermisse echt eine ordentliche Rasur. Rasieren verträgt sich er aber nur so mittel mit Thromboseprophylaxe. Habe ich gerade wieder gemerkt: Minimal mit dem Tesaabroller in den Finger gepiekt, schon blutet es eine Stunde lang.

Abgesehen davon vermisse ich erstaunlich wenig.

Grenzen
Manchmal juckt und kribbelt die Narbe, manchmal puckert der Fuß. Alles im Rahmen. Ich merke aber auch recht deutlich, wenn ich es übertrieben habe – zu lange am Schreibtisch gesessen oder zu viel oder zu schnell rumgelaufen äußert sich in Knochenschmerzen, und die haben es in sich. Also übertreibe ich es besser nicht.

Das Ende
Ist in sichtbarerer Nähe. Noch zweieinhalb Wochen. Dann stellt sich raus, ob der Ganze was gebracht hat oder ob der Aufwand für die Katz war. In jedem Fall bin ich dann wieder mobil und kann wieder körperlicher Ertüchtigung nachgehen.

 
 

Warum Journalisten keine offene Briefe schreiben sollten

Liebe Journalistinnen und Journalisten,

dieser Tage schreibt ihr sie wieder. So häufig, dass ich es nicht mehr ertrage. Die Rede ist von den euren “offenen Briefen”. Ihr schreibt sie gerade zuhauf, als ließe sich das Sommerloch allein damit stopfen.

Offene Briefe sind in bestimmten Bereichen was ganz Tolles. Ein offener Brief von einer Bürgerinitiative an die Politik, als Ausdruck der politischen Willensbildung? Super! Nichts gegen einzuwenden. Der offene Brief ist gut für Menschen, die ein echtes Anliegen haben und ansonsten kein Medium haben um Öffentlichkeit dafür zu generieren. Genau dazu gehören Journalisten aber per Definition nicht.

Was mir maßlos auf den Saque geht ist die massenhafte Verwendung von offenen Briefen im Journalismus. Da hat er nämlich überhaupt nichts zu suchen. Journalistinnen und Journalisten steht in der Regel ein Medium für die Erreichung der Öffentlichkeit und eine breite Palette an Darstellungsformen zur Verfügung. Der offene Brief gehört explizit nicht zum Handwerkszeug.

Warum liest man dann so viele “offene Briefe” in Print und online? Weil er bequem ist. Der offene Brief lässt sich eben mal so runterschreiben. In einen offenen Brief kann man alles mögliche Reinpacken und muss es nicht mal belegen. Genau darin liegt aber die Gefahr. Der offene Brief als textuelle Chimäre erlaubt eine gefährliche Mischung aus Fakten, gefühlten Wahrheiten und persönlichen Befindlichkeiten, im schlimmsten Fall noch gemischt mit einer gezielten Attacke auf eine Person oder einen Kreis von Personen und einer gehörigen Portion Anmaßung.

Die Autorin oder der Autor tut sich damit nicht wirklich einen Gefallen, wenn die Intention des Textes nicht nur das Abgreifen von Kommentaren oder Likes ist. Der offene Brief wirkt nämlich oft albern aufgrund der Anmaßung, die ihm innewohnt. Wenn ein Lokaljournalist vom Dorf an den russischen Staatspräsidenten schreibt und dem erklärt wie die Welt geht, dann ist die Idee an sich schon unfreiwillig komisch, die Umsetzung aber nur anmaßend. Würde der Dorfjournalist im echten Leben Stift und Papier in die Hand nehmen, den Text verfassen und dann zur Post bringen? Natürlich nicht. Warum sollte er dann in der Zeitung landen? Sowas hat schon in Blogs nichts zu suchen, im Qualitätsjournalismus aber mal gleich gar nicht. Der offene Brief ist ein Synonym für “Ich hatte keine wirkliche Meinung und keine echte Idee was ich schreiben soll, also schwafele ich hier rum”. Er steht für Faulheit und schlechtes Handwerk.

Liebe Journalistin, lieber Journalist, wenn Du plötzlich den Gedanken hegst, einen offenen Brief schreiben zu müssen, halte einen Moment inne und überlege: Lässt sich das, was ausgedrückt werden soll, in eine Nachricht oder einen Bericht kondensieren? Wenn Du eine starke und pointierte Meinung hast – lässt sich die in einem Kommentar unterbringen, oder in einer Glosse? Falls Du diese Fragen mit ja beantworten kannst – dann wähle diese Darstellungsform! Falls nein – dann nimm Dir einen Stift, male Dir ein Schild mit der Aufschrift “Ich bin faul” und geh nach Hause, aber verschon uns mit einem offenen Brief.

Der einzige, der offene Briefe schreiben darf, ist der Wagner von der Bild.

Herzlichst,

S.

 
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Verfasst von - 12. August 2015 in Meinung

 

USB-Haustier-Stein

Für die, die schon alles haben: Ein Stein mit USB-Anschluss. Aus der Beschreibung des Vertriebs: Kommt in einer kleinen Kiste mit Holzwolle. Kann an jeden Rechner mit USB 2/3 angeschlossen werden. Ist gut im zuhören. Wird depressiv, wenn man nicht mit ihm redet. Beherrscht verschiedene Challenges (wer starrt am längsten, wer verharrt am regungslosesten).

USBstein

Und weiter: “Stecken Sie einfach das USB-Kabel in eine freie Schnittstelle und beginnen Sie mit dem Spaß. Der USB-Pet Rock fängt sofort an, seine Magie zu zeigen. Sie werden gefragt werden, was Ihr USB-Pet Rock kann. Jedes Mal können Sie eine neue Geschichte erfinden; egal, was Sie sagen, es wird besser sein als die Wahrheit, denn diese USB Pet Rocks machen rein gar nichts. ”

Und ganz unten der ausführliche Hinweis: Es handelt sich wirklich nur um einen Stein, an den jemand ein Kabel geklebt hat. Mehr nicht. Noch besser als diese absurde Idee sind nur die Rezensionen auf dieser Seite.

 
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Verfasst von - 10. August 2015 in Ganz Kurz

 

Weltwieseltag 2015

Ich wünsche einen fröhlichen Weltwieseltag 2015!

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Merkwürdigerweise sind in diesem Jahr viele Wiesel mit anderen Verpflichtungen ausgelastet. Paddington Wiesel hat eine Identitätskrise und überlegt, ob es nicht doch ein Bär ist, Paraplü muss Mittenmank bei Abenteuern auf den Bühnen dieser Welt begleiten, John hat familiäre Verpflichtungen und Wiesela muss auf den Mittagsschlaf ihres Schützlings aufpassen. Und das Wiesel? Das geht natürlich auch ohne mich aus dem Haus, hat sich aber wohl verlaufen. Spielt aber keine Rolle, es freundet sich ja überall mit der örtlichen Flora und Fauna an.

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Die Festivitäten fallen also in diesem Jahr etwas kleiner aus als sonst, aber das passt ja auch: 2015 ist ein komisches Jahr, was man eigentlich jetzt schon abschreiben und mit 2016 weiter machen möchte.

In diesem Sinne: Möge der harte Kern der Weltwieseltagesfeiernden ein Lied für jedes absente Wiesel in der Karaokebar singen, alle anderen denken heute wenigstens ein Mal an ein Wiesel ihrer Wahl.

 
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Verfasst von - 8. August 2015 in Ganz Kurz

 

Reisetagebuch MaGenTu (1): Eine Nähmaschine verreist

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Städtehopping im Februar: In einer Woche durch Mailand, Genua und Turin. Bevorzugtes Reisemittel ist die Bahn. Die gebärdet sich am ersten Tag so skurril, dass das einen eigenen Eintrag im Reisetagebuch wert ist.

Freitag, 06. Februar 2015

Verreisen.
Im Februar.

Dumme Idee? Mitnichten. Touristische Zentren sind im Februar leer, und zumindest statistisch gesehen ist es einer der regenärmsten Monate des Jahres. Allerdings auch einer der kältesten, und dieser Februar, im Jahr 2015 ist, Verzeihung, SCHWEINEKALT.

Was soll ich nur mitnehmen? Die dicke Fleecejacke? Oder doch lieber noch ein normales Hemd mehr? Tut es der normale Rucksack, den ich für Städtereisen nehme? Oder doch lieber den großen Monsterrucksack, der sperriger ist, dafür aber Platz für eine Decke bietet? Die Entscheidung fällt nicht leicht.

Es ist Anfang Februar. Vor dem Fenster meines Wohnzimmers liegt Schnee, und die Temperatur beträgt 5 Grad Minus. Da, wo ich hinfahren will, ist es wechselhaft. Zwischen 0 Grad und Schnee und 15 Grad und Sonnenschein ist alles drin. Gar nicht so einfach, dafür die richtigen Klamotten einzupacken.

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Am Ende wird es die Fleecejacke und der große Monsterrucksack, sehr zur Freude des Wiesels. Das verreist gerne auf großem Fuß. Ich bin froh, dass ich den riesigen Rucksack noch habe. Eigentlich war der so ein Billigding. Der sollte eigentlich nur für die Bahnfahrt nach Venedig halten. Damals, im Februar 2012, als ich das allererste Mal allein und mit der Bahn verreiste. Reisen war damals ganz neu für mich, und ich war mir nicht sicher, ob ich das überhaupt mehr als einmal tun wollen würde. Konnte ja keiner ahnen, dass mich in der Wasserstadt die Liebe zur Ferne ereilte und ich seitem alle 4 Monate auf Tour bin.

Der Billigrucksack aus Rojas Orientladen stellte sich dann aber als erstaunlich gut verarbeitet heraus, lediglich die Schnallen aus billigem Kunststoff wurden schnell hart und brachen im Laufe der letzten Jahre kaputt. Zum Wegwerfen war mir der Rucksack zu schade, aber für solche Fälle habe ich Meister Edem. Der ist begnadeter Kleinhandwerker und mein persönlicher Q. Er baut mir Ausrüstung fürs Motorrad, und solche Sachen wie Rucksäcke repariert er mit links. Meister Edem hat alle 27 Schnallen und Gurtschlösser des Monsterrucksacks ausgetauscht und ihm damit ein neues Leben geschenkt.

Das Riesenviech ist jetzt zur Hälfte gefüllt und wiegt etwas über 10 Kilo. Das ist für eine Bahnreise gerade noch OK, aber schon mehr als ich mag. Ich verreise lieber leichter, wesentlich reduzieren scheint mir nicht mehr möglich oder sinnvoll zu sein.

Das Wiesel geht an Bord.

Das Wiesel geht an Bord.

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Die Nacht ist kurz und endet um Fünf. Mit dem Auto geht es nach Götham City, dann zu Fuß durch die noch schlafende Stadt, und um zwanzig nach echs betrete ich den Bahnhof. Ich bin eine halbe Stunde zu früh dran. Das ein Zug früher fährt als geplant ist zwar unwahrscheinlich, aber man weiß ja nie, was sich die Bahn so einfallen lässt. Die heutige Bahnverbindung habe ich absichtlich so früh gewählt. Mit der muss ich nur ein mal Umsteigen, und so früh am Morgen ist die Wahrscheinlichkeit einer Verspätung gering. Aber die Bahn überrascht mit einer neuen Variation.

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Tatsächlich fällt mir die Kinnlade runter, als ich die Bahnhofshalle betrete. Fassungslos starre ich auf die Anzeigetafel. “ICE nach Interlaken” steht da, und dahinter “Zug fällt aus. Kein Ersatz”. Oh, guck an. Ein kompletter Zugausfall ohne Ersatz. Das ist neu, das hatte ich bei Fernreisen noch nie. Dafür gibt es keinen Plan B.

In meinem Kopf rast es… Irgendwie komme ich schon nach Mailand, das ist nicht das Problem. Das Problem ist ein Zwischenhalt in Bern, den ich unbedingt brauche. Oder anders: Das Problem hockt in einem Schließfach am anderen Ende der Bahnhofshalle, wo ich es gestern Abend eingeschlossen habe. Dabei handelt sich um eine 10 Kilogramm schwere Nähmaschine.

Trotz Scheißherzchen scheissend schwer: Nähmaschine.

Trotz Scheißherzchen scheissend schwer: Nähmaschine.

Schließfachschlüssel. Sieht aus, als ob er die Tür zu einem Zauberreich öffnet.

Schließfachschlüssel. Sieht aus, als ob er die Tür zu einem Zauberreich öffnet.

Die Nähmaschine-mit-Herzchen gehört Anna. Als Anna vor 12 Jahren der Karriere wegen von Götham nach Bern ging, hat sie kurzzeitig ihren gesamten Hausstand bei mir eingelagert. Bei der Abholung wurde die Nähmaschine dann vergessen, und seitdem steht dieses Monster bei mir rum und nimmt Platz weg. Die heutige Reise war nun so vorgesehen, dass ich mich morgens in Göttingen in den Zug setze, in Bern gemütlich einen Kaffee mit Anna trinke und ihr feierlich die verlorene Nähmaschine da lasse, und dann am Nachmittag nach Mailand weiterfahre.

Das war der Plan: In etwas mehr als 10 Stunden mit der Bahn von Göttingen nach Mailand, mit nur einem Umstieg in Bern. Wie gesagt, das WAR der Plan.

Das war der Plan: In etwas mehr als 10 Stunden mit der Bahn von Göttingen nach Mailand, mit nur einem Umstieg in Bern. Wie gesagt, das WAR der Plan.

Ein schneller Blick in die Bahnapp zeigt, dass gegen 07.15 noch ein Zug starten wird, allerdings müsste ich bei der Verbindung fünf Mal umsteigen. Ich stürze ins Reisezentrum, wo um diese Zeit gerade mal zwei Mitarbeiter Dienst tun. Viel zu wenig Personal für die fast 30 ungeduldigen Reisenden, die wenig später und allesamt nach mir den Warteraum betreten. In Windeseile spielt der Bahnmitarbeiter verschiedene Kombinationen durch. Am Ende druckt er mir fünf neue Reservierungen und wünscht mir viel Glück. Ich kann es brauchen – fünf Mal einen Anschluss bekommen, ein Mal eine Umsteigezeit von nur 5 Minuten, das klappt mit der DB doch nie!

Fünf Mal umsteigen, bei auf Kante genähten Verbindungen? Das klappt doch nie!

Fünf Mal umsteigen, bei auf Kante genähten Verbindungen? Das klappt doch nie!

Tatsächlich hat auch der Zug, den ich jetzt nehme, vom Start her 10 Minuten Verspätung und eine geänderte Wagenreihung. Ich stehe auf dem Bahnsteig im kalten Februarwind und zittere vor Kälte so heftig, dass mir die Brille auf der Nase hin- und herwackelt. Als der Zug endlich kommt, finde ich mich in einem Abteil mit einer Jack-Wolfksin-Mutti wieder. Von Kopf bis Fuß in Funktionsklamotten, zieht die Tante als erstes ihr Schuhe aus, legt sich quer auf zwei Sitze und steckt die Biowollsocken in meine Richtung. Wi-der-lich.

Angenehmer ist die junge Italienierin, die mit einem Hund ins Abteil kommt. Der sieht aus wie ein Schäferhund, den man zu heiss gewaschen hat und der eingelaufen ist. Außerdem hat er Glubschaugen. Ein angenehmes und gut erzogenes Tier, das ruhig in der Mitte des Abteils liegt. Zweieinhalb Meter höher lugt die Nähmaschine drohend über den Rand der Gepäckablage. Ich äuge immer wieder hinauf und beobachte sie besonders bei Bremsmanövern des Zugs ganz genau. Fehlt noch, dass die sich bei einer Bremsung selbstständig macht, runterfällt und den kleinen, glubschäugigen Hund erschlägt.

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In Mannheim heißt es Umsteigen und warten. Auch hier ist es schweinekalt. Die Nähmaschine steht auf dem Bahnsteig rum, unbeaufsichtigt, während ich ein Stück weiter rumlungere. Ich hege die Hoffnung, dass ein Sondereinsatzkommando kommt und die Nähmaschine verhaftet. Das passiert natürlich nicht, ich muss das schwere Ding auch in den nächsten Zug hieven. Auch der hat nicht die richtige Reihenfolge, Verspätung und eine ausgefallene Heizung. Deutsche Bahn, My Ass.

Von wegen entspannt reisen. Der Werbetext ist pure Ironie und das Gegenteil der Realität. Mit der Deutschen Bahn klappt das nicht. Die nimmt man nur, wen man Abenteuerurlaub will.

Von wegen entspannt reisen. Der Werbetext ist pure Ironie und das Gegenteil der Realität. Mit der Deutschen Bahn klappt das nicht. Die nimmt man nur, wen man Abenteuerurlaub will.


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Verfasst von - 8. August 2015 in Reisen, Wiesel

 
 
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