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Maria, ihm schmeckt´s nicht! (2014)

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Jan möchte Sara heiraten. Sara ist Halbitalienerin, und für ihren Bappo Antonio steht sofort fest: Die Hochzeit muss in Italia stattfinden! Inmitten von Oma, Opa, Onkel, Tanten, Nichten, Neffen, Nachbarn… eben der ganzen Familie! Das italienische Familienleben mit ausgedehnten Strandbesuchen, verrückten Geschäftsideen, toten Opas und andauernden Freßorgien geht Jan schon nach kurzer Zeit auf den Geist, was die zukünftige Verwandtschaft vermuten lässt, dass es ihm nicht schmeckt. Dann brennt Sara auch noch mit ihrer Jugendliebe durch, und für Jan steht fest: Er fährt zurück nach Krefeld, weil es da normaler ist als in Campobasso.

Das Buch von Jan Weiler war vor einigen Jahren der Sommerhit auf den Büchertischen. Es war so erfolgreich, dass das ZDF 2011 einen Film produzierte, in dem ein fehlbesetzter Cast um einen desorientierten Christian Ulmen den Stoff gegen die Wand fuhr. Für die Adaption bei den Domfestspielen orientierte man sich auch nicht am Film und nicht im Detail am Buch. Stattdessen wurden Schlüsselszenen zu Musicaleinlagen umgearbeitet – und was für welchen! “Maria” als Musical – das gibt es NUR in Bad Gandersheim. Schon zum zweiten Mal: Nach dem großen Erfolg im vergangenen Jahr wurde “Maria” extra noch einmal ins Programm genommen.

Nochmal Domfestspiele.

Nochmal Domfestspiele.

Ich kann ja über die Produktion der Domfestspiele in Bad Gandersheim nur staunen. Das Niveau, auf dem hier geschrieben und umgesetzt wird, hätte ich hier nicht erwartet. Nachdem Evita schon beeindruckend war, hat mich “Maria…” echt von den Socken gehauen. Das Stück ist mit ziemlicher Geschwindigkeit inszeniert, hat ordentliche Musik und feine Texte. Auch ein wenig Klamauk kommt vor, aber die Essenz des Buchs wird sehr eindrücklich erzählt. Letztlich dreht sich alles darum, dass Jan, der Deutsche in Italien, begreift, was es heißt fremd zu sein und wie man dies übersteht. Dabei wird geschickt und auf zwei Zeitebenen die Lebensgeschichte des Schwiegervaters erzählt, der in den 60ern in Deutschland Gastarbeiter war und Vorurteile gegenüber Italienern aushalten musste.

Meine Tastatur. Hübsch, nicht? Sie wird leider zum Teil vom Programmheft verdeckt, auf dessen linker Seite Tabea als Sara, Ulf Schmitt als Jan und Hans-Jörg Frey als Antonio Marcipane zu sehen sind. Recht: Jan mit Nonna Chiara (Christine Dorner).

Meine Tastatur. Hübsch, nicht? Sie wird leider zum Teil vom Programmheft verdeckt, auf dessen linker Seite Tabea als Sara, Ulf Schmitt als Jan und Hans-Jörg Frey als Antonio Marcipane zu sehen sind. Recht: Jan mit Nonna Chiara (Christine Dorner).

Die Inszenierung ist Bad Gandersheim ist nicht nur toll geschrieben, sondern auch durchgehend super besetzt. Besonders Hans-Jörg Frey als Antonio und Tabea Scholz als Sara glänzen in ihren Rollen. Frey gibt den komisch-vertrottelt wirkenden Antonio herrlich schlitzorig, und Tabea singt und spielt sich die Seele aus dem Leib. Und das sogar im strömenden Regen, den leider hatte ich bei der Aufführung am gestrigen Abend Pech:

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Pünktlich zu Beginn der Vorstellung begann es zu nieseln, was sich im Verlauf der folgenden zwei Stunden zu einem veritablen Wolkenbruch steigerte. Ich rechnete jeden Moment mit Abbruch, aber das Ensemble spielte und tanzte und sang im 14 Grad kalten Regen weiter, als wäre nichts dabei. Dafür gebührt ihnen allergrößter Respekt.

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Am Ende wird, vollkommen durchnässt, doch noch geheiratet.

 
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Verfasst von - 14. August 2014 in Event, Kunst & Kultur

 

Lara Croft exklusiv hinter Gittern

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Ich bin leidenschaftlicher Spieler von Computer- und Videospielen. Das Spielen eines schönen Spiels am Ende eines langen Tages hat bei mir den TV-Konsum ersetzt, der im Gegenzug fast auf Null gefallen ist. Ich mag am liebsten Abenteuerspiele mit einer guten Erzählung. Ist die Präsentation entsprechend, ist so ein Spiel wie ein gutes Buch oder ein guter Film – allerdings ein 20 Stunden langer Film mit MIR mitten drin.

Früher habe ich gerne auf dem PC gespielt, bis ich von den ständigen Treiberupdates, Inkompatibilitäten und dem Hardwarehunger genervt war. Eine Stunde Spielen am PC bedeutet eine halbe Stunde Updates machen, und das nervte so, dass ich mir eine Konsole zulegte.

Als Konsolenspieler begrüßte ich sehr, dass nach acht Jahren Ende 2013 endlich eine neue Konsolengeneration startete. Microsoft präsentierte seine XBOX One, Sony seine Playstation 4. Die XBOX One liegt im Rennen um die Spielergunst seitdem weit hinten, was vor allem an der verkorksten Idee und der fehlenden Strategie liegt. Während die PS4 ganz auf Spiele zugeschnitten ist und nebenbei noch 3D-Bluray-Player und Mediencenter ist (mit Watchever, Amazon Prime, Windows Mediaserver und allem Duttendeubel), wurde die XBOX One als Mediencenter konzipiert. Sie ist dafür designt, alle anderen Geräte im Wohnzimmer durchzurouten und zu steuern, und zwar über ihre Kameras und Mikrofone. Man stelle sich das vor: In Post-Snowden-Zeiten sollte man sich ein amerikanisches Gerät ins Wohnzimmer stellen, das IMMER eingeschaltet und online ist, das PERMANENT die Wohnung mit Mikros und 3D-Nachtischtkameras Nachtsichtkameras überwacht! “Aber damit kann man ganz toll TV und Sport gucken”, sagte Micosoft. Das interessierte aber schon niemanden mehr, zumal die Konsole auch in anderen Belangen an den Spielern vorbeigeht. Eine Konsole an de Start zu bringen, die in Spielen keine Full-HD-Auflösung schafft, das ging schon in 2013 nicht mehr.

Seit dem Verkaufsstart bekommt Microsoft dafür die Quittung. Selbst altgediente XBOX-Fans (wie ich) wandern zur Playstation ab, was sich in Zahlen ungefähr im Verhältnis 1:3 bemerkbar macht. Auf jede verkaufte XBOX One kommen drei abgesetzte Playstation 4s. Genaues weiß man nicht, weil Microsoft keine Zahlen veröffentlicht. Aber das denen der Arsch auf Grundeis geht, sieht man an den ständigen Strategiewechseln. Der Onlinezwang der XBOX wurde abgeschafft, mittlerweile läuft die Konsole auch ohne die Kinect-Kamera (und wird auch ohne sie verkauft) und jeden Monat wird an der Software rumgedoktert, um die Konsole mehr auf Spieler zuzuschneiden.

Ein klassisches Mittel um Leute ins eigene Lager zu locken, von dem ich gehofft hatte, dass es ausstirbt, ist die Exklusivität von Spieletiteln. Die meisten Spiele erscheinen plattformübergreifend, also sowohl für PC als auch für Xbox oder Playstation. Aber manche Titel gibt es halt nur auf einer Plattform. Die Produktionen des Studios Naughty Dog, zu denen die großartige “Uncharted”-Reihe oder das herausragende “The Last of US”gehören, sind nur auf Sonys Konsole spielbar. Oder “MarioCart”, was es exklusiv auf der Wii von Nintendo gibt. Im besten Fall sind solche großen Titel Systemseller, d.h. die Leute kaufen eine Konsole nur, um ein bestimmtes Spiel spielen zu können.

Microsoft hätte sowas auch gerne. Und so schlimm ich diesen Exklusivitätsquatsch auch finde, so legitim ist natürlich der Wunsch nach einem Systemseller. Im Unterschied zu Sony oder Nintendo hegt und pflegt Microsoft aber keine kleinen Studios, baut sie auf und bringt deren Titel dann groß raus. Microsoft geht los und kauft Spiele vom Markt weg, um sie in ihrer Plattform einzusperren. Das wurde schon einmal so gemacht: “Halo” war 1999 einer der am meisten erwarteten Titel auf dem PC. Alle gierten darauf, die Ringwelt zu erobern, die das Studio Bungie auf zahlreichen Messen zeigte. Und dann kam Microsoft und machte einen Exklusivdeal, und der Titel erschien nur auf der ersten XBOX. Seitdem wird die Serie als XBOX-Seller gehyped. Die XBOX One liegt aber so am Boden, das auch die Aussicht auf ein 2015 erscheinendes Halo 5 den Absätzen nicht hilft, und deshalb hat Microsoft wieder sein Portmonnaie gezückt und eine der besten, ambitioniertesten und erfolgreichsten Spiele vom Markt gekauft: Tomb Raider.

Ja, Lara Crofts nächstes Abenteuer wird exklusiv für die XBOX One erscheinen, weil, so XBOX-Chef Phil Spencer, er “die nächste Generation um jeden Preis gewinnen will”. Das ist ein ziemlicher Schock.

Seit der GameCon-Enthüllung das Gesicht des Bösen: Phil Spencer, XBOX-Chef.

Seit der GameCom-Enthüllung das Gesicht des Bösen: Phil Spencer, XBOX-Chef.

Tomb Raider hat eine breite Fanbasis über alle Systeme hinweg, und den nächsten Teil auf der XBOX One einzusperren, stösst allenthalben auf Unverständnis. Selbst bei der Microsoft Pressekonferenz auf der Gamescom in Köln, auf der heute diese Ankündigung gemacht wurde, gab es von den versammelten XBOX-Fans und Journalisten nur vereinzelt Applaus. Jeder wünscht “seinem” System Erfolg, aber schon Sekunden nach der Ankündigung war den Versammelten klar, dass das nicht der richtige Weg ist.

Möglicherweise haben wir es hier mit einer temporären Exklusivität zu tun – Tomb Raider erscheint vielleicht im Herbst 2015 exklusiv für die XBOX One und dann ein halbes oder ein Jahr später für PS4 und PC. Diese Hoffnung besteht, aber die Pressemitteilung von Crystal Dynamics, dem Entwicklerstudio, hört sich nicht danach an. Sie klingt eher so, als ob MS dauerhaft das Studio finanziert, damit sie Systemseller mit Lara Croft produzieren.

Der Wunsch, eine Serie vom Kaliber eines “Uncharted” auf der eigenen Konsole zu haben ist vollkommen legitim. Aber dann wäre in der Tat die Schaffung eines neuen Franchise und der Aufbau eines neuen Studios der richtige Weg gewesen. Ja, das kostet Zeit und Geld, und man geht lieber den einfachen Weg und kauft eine der erfolgreichsten Serien, und schließt dann 3/4 der Spielerschaft aus. Damit benimmt sich Microsoft wie der Schläger auf dem Schulhof, der anderen Kindern das Pausenbrot klaut – und das sehen sogar Microsoft-Anhänger und Fanboys so.

Meine Meinung: Plattformexklusivität gehört generell abgeschafft. Es hat einen Grund, dass es nicht viele Exklusivserien gibt: Exklusivität ist eine schlechte Idee. Die Hardware der neuen Konsolen ist ohnehin fast identisch, das bestimmende Unterscheidungsmerkmal sollten die Services der Hersteller drum herum sein. Diese Exklusivitätsdeals schaden langfristig den Studios und den Plattformen, die ohnehin starke Konkurrenz durch die immer besser werdenden Spielemöglichkeiten auf mobilen Geräten haben und über kurz oder lang von denen verdrängt werden. Exklusivität mag den Herstellern kurzfristig helfen, letztendlich ist es aber eine kurzsichtige Strategie, unter der zuerst die Spieler leiden, dann alle.

[Update 17.08.14] Mittlerweile ist klar, dass es sich um ein “Timed Exclusive” handelt. Rise of the Tomb Raider erscheint zunächst exklusiv für XBOX One und XBOX 360, später für andere, noch nicht angekündigte Plattformen. Wie lange die Exklusivität gilt ist nicht klar – zwischen drei Monaten und einem Jahr ist alles drin.

 
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Verfasst von - 13. August 2014 in Betrachtung, Games

 

CSU vs. Europa

Die CSU geht mir auf den Sacque. Ein Blödsinnsprojekt nach dem nächsten quillt aus der nach unten offenen Lederhose, immer ganz wie es der aktuelle Wahlkampf gerade erfordert. Autobahnmaut für Ausländer? CSU-Bundestagswahlkampf. “Wer betrügt, fliegt?” – Europawahlkampf der CSU.

Nun müsste dieser rechtsdrehende Quatsch eigentlich nach der Wahl schnell vergessen sein, aber aus irgendeinem Grund wird an den bekloppten Wahlfürzen aus München festgehalten. Anscheinend ist die Große Koalition ein idealer Nährboden für großen Mist. Und so kommt es, dass ein “Verkehrsminister” Dobrindt einen Gesetzentwurf für eine Autobahnmaut nur für Ausländer in die Kamera hält. Dabei verrät seine Körpersprache schon, dass er weiß, dass das alles Unfug ist: Dieses Mautmodell ist nämlich nicht mit EU-Recht vereinbar und ist bloßer Populismus. Sollte es dem Verkehrsministerium WIRKLICH um Geld zum Erhalt der Straßen gehen, sollte man dort evtl. erst einmal die Schulden des Toll-Collect-Mautkonsortiums eintreiben. Die Betreiberfirmen schulden dem Bund nämlich rund sieben Milliarden, dagegen nehmen sich die prognostizierten 660 Millionen aus der Ausländermaut wie Peanuts aus – aber so wie es aussieht, erlässt der Bund der Telekom und dem Daimler diese Schuld. Einfach so.

Stand heute legt die CSU übrigens den Gesetzentwurf zur Umsetzung ihrer ureigensten Erfindung, der Armutszuwanderung, vor. Wir erinnern uns: Im Europawahlkampf verbreiteten Seehofer und Konsorten die Mär von den Bulgaren und Rumänen, die nach Deutschland strömen und es sich in den hiesigen Sozialsystemen gemütlich machen würden. Das ist zwar reine Fantasie und nicht belegbar, aber aus irgendeinem Grund wird dieser Blödsinn nun durchgedrückt. In Form einer Einschränkung der Freizügigkeit.

Ich bin gerne Europäer und habe Ü-ber-haupt kein Verständnis dafür, wie die aktuelle Politikergarnitur, und zuvorderst unsere eigene Bundesregierung, auf dem fragilen Gebilde, das Europa immer noch darstellt, herumspringt und an seinen Fundamenten sägt. Eine der tollsten Sachen in Europa ist das Recht auf Freizügikeit: Ich darf aus meinem Heimatstaat ausreisen und mich in einem anderen Land niederlassen, wenn ich dort Selbstständig bin, Arbeit habe, mich als Arbeitssuchend melde oder genügend Kohle im Gepäck habe, um dem Staat nicht auf der Tasche zu liegen.

Das ist eine super Sache, und ich bin sehr froh darüber, dass die Freizügigkeit vertraglich auf Völkerrechtsebene garantiert ist. An eben dieser Idee, und damit über kurz oder lang an diesem EU-Vertrag, sägt die CSU jetzt schon wieder rum. Die Freizügigkeit soll nämlich dahingehend eingeschränkt werden, dass EU-Ausländer nach max. 6 Monaten der erfolglosen Arbeitssuche das Land wieder verlassen müssen. Ich frage mich ja schon, warum sich unsere Politiker überhaupt mit solchen isolationistischen Ideen bayerischer Hinterwäldler beschäftigen und damit das politische Klima in Europa weiter vergiften.

Leider haben die EU-Verträge immer noch keinen Verfassungsstatus, sonst könnte man mit Fug und Recht behaupten: Die CSU agiert verfassungsfeindlich. Dann könnte man den ganzen Laden dichtmachen und damit sicherstellen, dass so ein europafeindlicher Quatsch gar nicht erst in die Gesetzgebungsverfahren kommt.

 
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Verfasst von - 12. August 2014 in Betrachtung

 

Weltwieseltag 2014

Teilnehmer/-innen des Weltwieseltags: Nanderez, ein unbenanntes Wiesel, Wiesel mit grünem Schal, Blogwiesel, Wieseldame, das Wunderbare Wiesel.

Teilnehmer/-innen des Weltwieseltags: Nanderez, ein unbenanntes Wiesel, Wiesel mit grünem Schal, Blogwiesel, Wieseldame, das Wunderbare Wiesel.

Jedes Jahr am zweiten Wochenende im August versammeln sich alle Wiesel sowie Wieselfreundinnen und Wieselfreunde und Wieselsympathisantinnen und Wieselsympathisanten und begehen den Weltwieseltag. Diese ruhmreiche Tradition besteht seit 2013, weshalb heuer, wie wir Österreicher sagen, der 38. Wieseltag* gefeiert wurde.

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Der Weltwieseltag 2014 wurde am 09. August in der freien und Hansestadt Hamburg zelebriert. Zehntausende Touristen strömten an diesem Wochenende in die Stadt, aber zum Glück hatten die Organisatorinnen, Frau Zimt und Die wunderbare Welt des Wissens, den genauen Ort des WWT nur Leuten verraten, die dessen auch würdig waren.

Für mich war das die Gelegenheit die großartigen Kennys kennenzulernen. Kenny ist Co-Autor in diesem Blog, aber wir hatten uns noch nie in Natura getroffen. Umso schöner war es, nicht nur ihn, sondern auch die fabelhafte Frau Kenny (Kennys Frau) zu treffen. Die beiden haben das Wiesel ja mit auf eine Reise nach Amerika genommen, und Kenny hat hier darüber gebloggt**. Aus diesen Erlebnissen haben die Beiden nun ein Buch gemacht, dass sie dem Wiesel und mir feierlich überreichten. Wir großartig ist das denn???

Special Edition: Wiesels große Reise in Amerika - Abenteuer mit den Kennys

Special Edition: Wiesels große Reise in Amerika – Abenteuer mit den Kennys

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Wir Menschen setzten uns dann in den Altonaer Park und plauderten ein wenig, während die Wiesel Dinge taten, die Wiesel nunmal tun:

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Die Wiesel tobten und spielten durch den Park, dass es eine wahre Freude war. Am liebsten spielten sie Hausbesetzung, was ja in Hamburg Volkssport ist.

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Rekordversuch: Wieselpyramide auf Schaukel:

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Gegen Abend zogen wir ins “Alte Mädchen” um, ein Restaurant und Brauerei, ausgesucht von Frau Zimtapfel.

Dieses “Braugasthaus” ist eine hervorragende Wahl: Gelegen im alten Fleischmarktviertel, stilvoll mit viel Holz eingerichtet, tolles Ambiente und fittes Personal.

Plan des Abends: Durch alle Zweige des Bierstammbaumes testen.

Plan des Abends: Durch alle Zweige des Bierstammbaumes testen.

Hier begann der formale Teil des WWT. Für den hatte Frau Welt des Wissens eine Tagesordnung vorbereitet und moderierte ihn auch. Hier das Kurzprotokoll:

0. Begrüßung und Vorstellungsrunde
Als Abgesandter aus Spanien wurde Nanderez Wiesel begrüßt. Die drei neuen Wiesel wurden offiziell Willkommen geheißen. Vorgestellt wurde nichts, weil Wiesel unvorstellbar sind.

1. Genehmigung der Tagesordnung
Die Tagesordnung wurde von Frau Welt des Wissens für gut befunden und von ihr persönlich genehmigt. Wörtlich: “Diese Tagesordnung ist so super, die hätte ich selbst nicht besser machen können.”

2. Gründung der World Weasel Federation (WWF)
Die WWF wurde gegründet. Die WTF bleibt als offener Arbeitskreis bestehen und fusioniert mit dem WLAN (Wiesel Liberation Associates Network). Der gemeinsame Name ist WTF.

3. Logo
Die Notwendigkeit eines Logos wurde anerkannt. Es wurde einstimmig beschlossen, es von einem anerkannten Künstler gestalten zu lassen. Für größtmögliche Wirkung sollte der Künstler möglichst exzentrisch sein und aus dem Ausland kommen. Die Moderation bat um Vorschläge. 100 Prozent der Anwesenden sagten gleichzeitig “Owley”. Damit ist beschlossen, das Owley das Wappen und die Wort-/Bildmarke der World Wiesel Federation gestaltet.

Ab diesem Zeitpunkt überstieg der Alkoholpegel der Versammlung die Konzentrationsfähigkeit, weshalb die folgenden Punkte vertagt wurden:

4. Mitgliedsausweis
4. Vorstandswahl
5. Gruppenfoto
6. Diverses

Außerdem erklärt das, weshalb Punkt 4. zweimal vorkommt.
Der Abend war schön, auch wenn die Wiesel zu vorgerückter Stunde alle Duckface-Selfies machen wollten:

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Die Nacht endete damit, dass die Wiesel die Rote Flora besetzten und alle Besetzer in den Po bissen.

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Verfasst von - 11. August 2014 in Wiesel

 

Aktuelle Situation

… wie erwähnt, mein Nachbar ist Mitte 60…

 
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Verfasst von - 10. August 2014 in Ganz Kurz

 

WTF

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Einigen ist aufgefallen, dass auf einem Bild, das im Vorfeld des Welwieseltags veröffentlicht wurde, einige Wiesel mehr zu sehen sind. Wiesel, von denen man noch nie was gehört oder gesehen hat. Das kam so:

Dem Blogwiesel geht es ja total gut. Das hat hier im Blog viel Auslauf, und gelegentlich geht es auf Reisen oder jettet sogar um die Welt. Ähnlich geht es Paraplü, der immer mit Mittenmank wandern darf. Das Wunderbare Wiesel hat ebenfalls ein eigenes Blog, usw.

Das Blogwiesel hatte immer angenommen, dass es allen Wieseln so gut ginge. Bis es eines Tages mitbekam, dass viele Wiesel unter wieselunwürdigen Bedingungen an einem winzigen Ort im Internet gehalten werden. Dieser Ort heisst Ebay, und das Blowgwiesel hat einen Weg gefunden, die dort gefangenen Wiesel zu befreien.

Looking for Freedom: Blogwiesel.

Looking for Freedom: Blogwiesel.

Zunächst gründete es die Wiesel Task Force, kurz WTF. Die WTF (vulgo: Das Wiesel) bediente sich aller zur Verfügung stehenden Mittel (Vulgo: meines PayPal-Accounts) um so viele Wiesel wie möglich von ebay zu befreien. Und so kam es, dass hier vor kurzem gleich drei neue Wiesel auf meiner Türschwelle auftauchten. (Und ja, die Zugangsdaten zu Paypal sind geändert.)

Diese drei sind neu in der Wieselcommunity. Heißen Sie sie herzlich willkommen.

Diese drei sind neu in der Wieselcommunity. Heißen Sie sie herzlich willkommen.

Ich kann mir den Unterhalt so vieler Wiesel nun wirklich nicht leisten, und deshalb wurde auf dem WeltWieselTag (dazu in Kürze mehr) im Kollektiv entschieden, die Wiesel in die Freiheit zu entlassen, damit sie sich ein neues Zuhause suchen können. Wiesel gehen ja immer dahin, wo sie gebraucht werden. Man kann sich nicht aussuchen ein Wiesel haben zu wollen. Das Wiesel trifft die Entscheidung, ob es bei einem bleiben will.

Dieses Wiesel hier wollte gleich in HH bleiben und wohnt jetzt an der Elbe:

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Keine Ahnung ob wir nochmal was davon hören, aber zumindest ist das Wunderbare Wiesel nicht mehr allein in Hamburg und die Stadt hat jetzt die gleiche Wieseldichte wie München oder Götham City.

Dieses Wiesel ist ein wenig schüchtern:

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Ich habe keine Ahnung ob es Männlein oder Weiblein ist. Es will sich partout nicht von seinem Schal trennen, den es auch als Kuscheldecke verwendet. Gelegentlich scheint es sich zu erschrecken und versteckt sich darunter, aber das sind sicher nur die Nachwirkungen von ebay. Es ist auf dem Weg zu jemandem, der ihm ein neues Zuhause geben wird, da bin ich mir sicher.

Dann ist da noch dieses Wiesel.

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Eine ältere Wieseldame, die schon etwas betagt ist. Ich glaube, die bleibt erstmal hier. Vielleicht ist sie ein ruhiger Ausgleich zum quirligen Blogwiesel. Vielleicht findet sich auch noch ein Mensch, dem ein betagtes Wiesel zur Seite stehen kann. Wiesel gehen ja immer dahin, wo sie gebraucht werden. Man kann sich nicht aussuchen ein Wiesel haben zu wollen. Das Wiesel trifft die Entscheidung, ob es bei einem bleiben will.

Wenn sie bei mir bleiben will, braucht sie allerdings einen Namen (immerhin habe ich schon ein namenloses Wiesel, ich komme sonst durcheinander). Deshalb die Frage: Hat jemand eine gute Idee für einen Namen?

In Kürze: So war der WWT2014


P.S.: Der WTF kann sich jeder anschließen und Wiesel befreien! Mittels dieses Links!

 
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Verfasst von - 10. August 2014 in Wiesel

 

Gelbe Säcke

Wo wir gerade bei Tricksereien sind: In Deutschland wird ja Müll fein säuberlich getrennt. Verpackungsmüll trägt ein Logo, den sogenannten Grünen Punkt, und alles was den Grünen Punkt trägt, kommt in den Gelben Sack (Logisch, ne?). Der wird dann von weißen Müllautos abgeholt. Die gehören einer von neun Firmen, die in Deutschland Verpackungsmüll einsammeln. Die nennen sich Duale Systeme, so wie auch die Sammlung von Verpackunsgmüll zum sonstigen Hausmüll als Duales System bezeichnet wird. Eines der Unternehmen, das erste, das 1991 gegründet wurde, heißt sogar DSD, Duales System Deutschland.

Grüner Punkt, Gelber Sack, 10 Duale Systeme – man merkt, dass hier einiges verwirrend ist, oder? Aber es wird noch besser. Die neun Firmen sind sich untereinander spinnefeind und bekämpfen sich bis auf´s Blut. Sie unterstellen sich gegenseitig, gesetzliche Schlupflöcher auszunutzen, Zahlen zu manipulieren und wer-weiß-was-noch. Wie überall, wo sich Unternehmen beschimpfen, geht es um Geld, und zwar zu wenig davon.

Das Duale System (das große, also eigentliche System) funktioniert eigentlich so, dass Hersteller ihre Produkte beim Dualen System Lizensieren. Sie kaufen den Grünen Punkt, schlagen die Kosten auf die Produkte auf und haben damit das Einsammeln und die Entsorgung bezahlt. So weit, so Theorie, in der Praxis schlagen Händler und Hersteller oft die Kosten für den Grünen Punkt auf, die die Endkunden auch bezahlen, lizensieren aber die Einsammeln und die Entsorgung nicht. Stattdessen weisen sie die Entsorgung als “Eigenrücknahme” aus. Hersteller können nämlich auch selbst Müll entsorgen, und auch der Handel kann über “Eigensysteme” seine Verpackungen selbst zurücknehmen. Tatsächlich kann man aber davon ausgehen, dass die große Zahl der gemeldeten Eigenrücknahmen so nie stattfand, sondern als solche deklarierte Verpackungen eben doch im Gelben Sack beim Endkunden landete. Kann aber keiner beweisen.

Dieses Schlupfloch im Gesetz hat dazu geführt, dass nur noch für ein Drittel aller Verpackungen Entsorgungsgebühren gezahlt wurden. Jetzt müsste man natürlich denken, dass die Einsammelfirmen, also die neun “Dualen System” diese Mauschelei von Verpackungsherstellern und Handel anprangern. Taten sie in der Vergangenheit aber nicht. Weil sie daran mitverdienten. Und das ging so:

Es gibt eine Clearingstelle, die die gemeldeten Lizenzen der neun Firmen sichtet und danach ausrechnet, was die Einsammelfirmen für die Entsorgung des Mülls in Verbrennungs- und Recyclinganlagen bezahlen müssen. Die Beträge zur Finanzierung der Entsorgung stellt die Clearingstelle den Einsammelfirmen, die ja Lizenzgebühren von den Herstellern der Verpackungen bekommen haben, in Rechnung. Die Kalkulation ist nun ganz einfach: Je mehr “Eigenrücknahmen”, desto weniger Lizenzen, desto weniger muss eine Einsammelfirma am Gesamtaufkommen für die Müllentsorgung zahlen. Die neun Firmen rechneten auch selbst die gemeldeten Mengen künstlich klein.

Dieser jahrelanger Mißbrauch hat dazu geführt, dass nun rund 100 Millionen Euro für die Entsorgung des Mülls fehtlen – und die neun Einsammelfirmen stritten darum, wer welchen Anteil bezahlen muss. Zudem wird ab nächstem Jahr Lücke der “Eigenentsorgung” durch eine Gesetzesnovelle geschlossen, was zusätzlich dazu führt, dass die Einsammler ihre Felle davonschwimmen sehen.

Heute findet ein weiteres Schlichtungsgespräch statt, bei dem es darum, das DSD und andere Firmen eine Restsumme von 20 Millionen aufbringen sollen. Das können die angeblich nicht, behaupten sie, und schwärzen sich lieber gegenseitig an. Das ist ungefähr so, als wenn bei einer Versammlung der Mafia die Cosa Nostra der Gamorra vorwirft, in illegale Machenschaften verwickelt zu sein. Aus der Ferne betrachtet ist das alles Müll.

 
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Verfasst von - 7. August 2014 in Betrachtung

 
 
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