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Motorradreise 2014 (21): Der Weg nach Hause

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Im Juni 2014 war Silencer auf Motorradtour durch Europa. 24 Tage, 7.187 Kilometer, durch sechs ein Viertel Länder. Drei Tage dauert der Weg nach Hause. Unterwegs gibt es Wetter, und mir haut´s die Rübe runter.

Samstag, 28. Juni 2014, Sandrigo, Region Veneto, Italien

Als ich an diesem Morgen vor die Albergo Scaldaferro trete, bin ich zugleich melancholisch als auch voller Vorfreude. Melancholisch, weil nun die letzte Etappe dieser Reise beginnt. Voller Vorfreude, weil vor mir noch eine tolle Strecke liegt. Sandrigo liegt weniger als 10 Kilometer vom Rand der Alpen entfernt, die sich heuten in grauem Dunst verbergen.

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Es sieht nach Regen aus, aber das kann sich in den Bergen ganz schnell ändern, weshalb ich auf das Anlegen der Regenkombi verzichte. Ich sattele die Kawasaki und und fahre auf einer Schnellstraße gen Norden. Hinter dem Ort Bassano del Grappa fädelt sich die Straße in die Berge ein. Das Brentatal ist dicht mit Bäumen bewachsen und windet sich in mehreren, großen Bögen Richtung Westen, wo der Gardasee liegt. Nördlich von ihm, bei Trento, läuft die Straße dann parallel zur A2, der Brennerautobahn.

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Verfasst von - 11. April 2015 in Motorrad, Reisen, Wiesel

 

Nachtrag

Aus Genervtheit wegen der Apple Watch stattdessen aus Protest einen Grill für den neuen Balkon bestellt. Ist leckerer und spart, je nach Uhrenmodell, zwischen 470 und 18.800 Euro. Ich Fuchs, ich!

 
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Verfasst von - 10. April 2015 in Ganz Kurz

 

Kinderuhr

Apple nervt gerade etwas. Ständig trudeln hier Mails ein, dass ich doch bitte unbedingt vorbestellen solle, wenn ich sicher sein will, dass ich eine Apple Watch abbekomme.

Tja.

Smartwatches. Was ich davon halte, ist hiermit perfekt ausgedrückt:

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Quelle: Metapicture.com

 
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Verfasst von - 10. April 2015 in Ganz Kurz

 

Kommt mir italienisch vor

Ts. Da lege ich mir Game of Thrones extra auf BluRay zu, damit ich Untertitel zuschalten kann und endlich vielleicht mal alles verstehe und dann…

  

…sind beim Abspielen auf der PS4 alle Menüs, die Datenbank mit Orten und Personen und die Extras auf italienisch!
Nunja, ist halt eine Gelegenheit zum Üben. Und vielleicht ein gutgemeinter Wink des Schicksals, dass ich Sprachenlernen im vergangenen Jahr schlimm vernachlässigt habe.

 
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Verfasst von - 10. April 2015 in Ganz Kurz

 

Last Week Tonight: Überwachung der Penisse

John Olivers Redaktion hat sich mal mit dem Thema Überwachung durch die NSA beschäftigt. Erschreckendes Ergebnis einer (vermutlich nicht repräsentativen) Umfrage: In den USA weiß kaum jemand, wer Edward Snowden ist. Die wenigen, die den Namen schon mal gehört haben, verwechseln ihn mit Julian Assange oder denken, er hätte militärische Geheimnisse an die Russen verkauft. Und Überwachung durch die NSA? EGAL.

Oliver wäre nicht der härteste Comedytalker, wenn er nicht doch einen Dreh finden würde, die Leute für die Machenschaften der Geheimdienste zu interessieren. In diesem Fall: Penisfotos. Des eigenen Penisses. Anhand dieses konkreten Beispiels werden Programme wie Prism und Tempora plötzlich greifbar und zum Aufreger.

Für Edward Snowden ist es ungewohnt, sein Denken und seine Botschaft um Penisse zu wickeln, aber seht selbst:

 
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Verfasst von - 9. April 2015 in Linktip

 

Motorradreise 2014 (20): Heißes Eisen

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Im Juni 2014 war Silencer auf Motorradtour durch Europa. 24 Tage, 7.187 Kilometer, durch sechs ein Viertel Länder. Am 22. Tag geht es geht es langsam Richtung Heimat.

Freitag, 27. Juni 2014, Urbino, Marken

Um 07.30 Uhr gibt´s offiziell Frühstück, um 07.31 Uhr betreten die englischen Motorradfahrer den Frühstückraum des La Meridiana. Wie ein Rudel Hyänen auf der Jagd blicken sie sich erst suchend um, dann stürzen sie sich auf das Frühstücksbuffet.

Ich lege meine Serviette beiseite, trinke den letzten Schluck Kaffee aus und gehe – das war ein ultrakurzes Frühstück von gerade mal 5 Minuten, aber ich möchte hier weg bevor die Hyänen in die Garage einfallen.

Zudem strahlt draußen die Sonne aus allen Knopflöchern, aber das soll nicht lange so bleiben, was der zweite, noch bessere Grund ist, sich zu beeilen. Zum Dritten: Ich habe heute eine verdammt lange Etappe vor mir und muss daher schnell viel Strecke machen.

Fast immer, wenn ich an einer Rezeption einer Pension oder eines Hotels stehe, lasse ich ein paar bewundernde Worte über die Unterkunft fallen, lobe die Einrichtung oder die schöne Lage. Ich habe noch nie Personal getroffen, sei es die Besitzerfamilie oder nur ein Angestellter, die sich nicht über ein paar nette Worte gefreut haben. Oft öffnet so ein kleines Kompliment Türen: Das gebuchte Zimmer liegt plötzlich nicht mehr zur Straße, sondern zum Garten raus. Oder man bekommt vor allen anderen Frühstück. Oder ein paar Insidertips zu Sehenswürdigkeiten oder guten Restaurants, wo nicht die Touris abgezockt werden, sondern auch die Einheimischen essen.

Im heutigen Fall löst ein kleines Lob einen Sprechdurchfall beim Portier aus, der gleich mal auf Deutsch fragt woher ich komme, und dann aufzählt, dass er ja Sprachkurse in Dresden, Frankfurt, Milberg und Heidelberg gemacht hat und Deutschland mag, aber ja viiiiel zu wenige Deutsche kommen würden, anders als vor zwanzig Jahren. Heute kämen viele Engländer und Russen, und die seien… anders. Ich bin erstaunt, denn der gute Mann ist nach Alessandra in Orvieto schon der zweite, der von langen Sprachaufenthalten in Deutschland schwärmt. Und er wird nicht der letzte sein, auf weiteren Reisen werden mich sogar Bauarbeiter mit lupenreinem Deutsch überraschen. Offensichtlich gehörte für mindestens eine Generation in Italien Sprachreisen nach Deutschland zu einer gern genutzten Option.

Urbino thront auf seinem Berg. Auch in diesem Jahr komme ich nicht dazu, Nerys Lieblingseisdiele zu besuchen.

Urbino thront auf seinem Berg. Auch in diesem Jahr komme ich nicht dazu, Nerys Lieblingseisdiele zu besuchen.

Als ich die Garage betrete, wo der Fünfer BMW immer noch von 14 Motorrädern zugeparkt ist, entfährt mir ein lautes Lachen. Die handveredelte und makellos polierte Ducati mit dem englischen Kennzeichen, die gestern so scheiße über zwei Parkplätze geparkt war, das ich ganz dicht an sie ranfahren musste, steht heute morgen völlig anders und mit mehr Abstand. Das bedeutet, dass Ducati-Man letzte Nacht die Garage besucht haben muss. Ihm war wohl unangenehm, dass die straßenköterige Kawasaki auf Tuchfühlung mit seinen Hochglanzschätzchen gegangen ist, worauf er das ein Stück weggerückt hat. Hihi.

Wobei ich zugeben muss, dass die Renaissance im Moment wirklich nicht gerade gut aussieht. Sie war mit einer dicken Staubschicht bedeckt, die der Starkregen gestern in ein Flecktarnmuster verwandelt hat. Zudem zieren Teerflecken die vorderen Verkleidungen, und das hintere Schutzblech ist von einem Ölfilm bedeckt, der vom Kettenschmiersystem stammt. Die ZZR 600 sieht versifft aus, als hätte sie schon einiges durchgemacht – was ja auch stimmt, seit fast drei Wochen und schon über sechstausend Kilometer sind sie und ich auf den Straßen von Deutschland, Frankreich, Spanien, Monaco, Seborga und Italien unterwegs.

Ich klippe die Koffer an das Motorrad und verlasse das La Meridiana. Statt zurück zur Küste zu fahren und dann die Autobahn nach Norden zu nehmen, was der schnellste Weg wäre, fahre ich in die Berge.

Heutige Tour: Von Urbino nach Norden, über San Marino, Imola und Bologna nach Modena, von dort bis an den Alpenrand nach Sandrigo. Rund 380 Kilometer.

Heutige Tour: Von Urbino nach Norden, über San Marino, Imola und Bologna nach Modena, von dort bis an den Alpenrand nach Sandrigo. Rund 380 Kilometer.

Vorbei geht es an Urbino und einmal quer durch die Marken. Die sehen stellenweise aus, als hätte sich jemand an einem gritty Reboot der Toskana versucht: Die Hügel sind steiler als in der Nachbarregion, alles wirkt kantiger, und überall ragen Felsspitzen aus der grünen Hügellandschaft. Hier wird dem Auge ordentlich was geboten. Leider habe ich bald keine Gelegenheit mehr die Aussicht zu genießen, denn ich muss mich voll auf die Straße konzentrieren. Die ist absurd schlecht, hat Längsrisse und windet sich in engen Kehren die Berge hinauf. Kurz hinter dem Dorf Auditore fehlt die Straßendecke gleich ganz – nur noch Schotter und tiefe Schlaglöcher sind vorhanden, dafür gibt es wirklich tolle Aussichten.

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Verfasst von - 4. April 2015 in Motorrad, Reisen, Wiesel

 

Abgesagt

Eigentlich sollte es morgen zu einem Sicherheitstraining für Motorradfahrer gehen. Mache ich ja gerne am Beginn einer Saison, weil man da einen Tag so intensiv begutachtet und trainiert wird, dass man danach wieder ein Stück besser fährt. Da die Aktion in Hessen stattfinden sollte, wäre das ganze verbunden gewesen mit einem schönen 200 km-Auslflug, Übernachtung in einem netten Hotel und Abends lecker Schnitzelessen.

Aber ach, gerade wurde das gestrichen. Also, das Training findet schon statt, aber ich habe es abgesagt. Das Wetter spielt nicht mit. Ich fahre ja bei fast jeder Witterung, unabhängig von Temperatur und Feuchtigkeitsgehalt der Luft, aber bei Schnee dann doch nicht.

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Tatsächlich ist hier gestern morgen mehr Schnee gefallen als sonst im ganzen Winter vorher. Der blieb tatsächlich bis zum Abend liegen. Nee, auf sowas habe ich keine Lust.

Ich hatte so eine unklare Wettersituation schonmal. Damals habe ich im 20 km entfernten Nachbarsort gearbeitet. Morgens war alles OK, also mit Mopped zur Arbeit gefahren. Nach der Arbeit noch mit Kollegen verquatscht und nicht ganz rechtzeitig losgekommen, und prompt fing es an zu regnen. Also, im Nachbarort fing es an zu regnen. 10 Kilometer weiter graupelte es. Weitere 10 Kilometer weiter war geschlossene Scheedecke auf der Straße.

Ich fluchte und fuhr im ersten Gang, ganz langsam. Das ging exakt so lange gut, wie ich nur geradeaus fahren musste. Dann kam eine rote Ampel, ich musste die Bremse betätigen, und KLAPP lag ich schneller auf der Schnauze als ich gucken konnte. Mitten auf einer mehrspurigen Straße. Der Autofahrer, der mir hochhalf, fragte dann auch berechtigterweise “Mensch, was fährste denn auch bei dem Wetter mit dem Mopped?”

Tja. Und das war das. Seitdem bin ich ein wenig mißtrauisch bei solchem Mischwetter.

 
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Verfasst von - 3. April 2015 in Historische Anekdoten

 
 
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