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Wie gewonnen…

Ui, Jahresstromabrechnung ist da. Unfassbar: Der Verbrauch ist nochmal gesunken, es gibt eine Gutschrift über 9,38 Euro. Ebenfalls eine freudige Nachricht: Die Gaspreise sind gesunken, auf den tiefsten Stand seit Jahren. Ich spare nun 14 Cent pro Monat. Das ergibt im Tollsten Oktober eine satte Einsparung von 9 Euro und 52 Cent!!

Und dann kommt das Kleine Gelbe AutoTM um die Ecke, will neben der Inspektion auch den Scheibenwischer repariert haben, und bringt dann noch als Überraschungsgäste gebrochene Radfedern und gerissene Manschetten zur Party mit. Die waren nun wirklich nicht eingeladen.

9,52 Euro gespart, hundert mal so viel dem Wagen hinterhergeschmissen. Eine Wahl gab es nicht, Fahrwerk, Lenkung und Bremsen müssen nunmal in Ordnung sein. Trotzdem: Das brennt nicht nur ein derbes Loch ins Konto, es fühlt sich auch so …unbefriedigend an, so viel Geld auszugeben, nur um den Status Quo aufrecht zu erhalten. Wird wirklich Zeit für einen anderen, fahrbaren Untersatz.

 
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Verfasst von - 15. Oktober 2014 in Ganz Kurz

 

TOAZ: Keilereck

Essen gehen mit guten Freunden, in einem abgelegenen Landgasthof, um den Kaninchen herumhoppeln. So ein Treffen muss auch mal zelebriert werden, zumal, wenn wir uns nur alle halbe Jahr mal sehen. Der Gasthof liegt in einer Senke, die am Ende des Abends mit Nebel gefüllt war. Das Licht der wenigen Autos strahlte so dramatisch durch die Bäume, dass man sofort eine Folge “Akte X” hätte drehen können.

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Verfasst von - 14. Oktober 2014 in Event

 

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Servicehinweis: Edge of Tomorrow

Kleine Servicedurchsage: Edge of Tomorrow, der vermutlich beste earthbased Science-Fiction-Flick seit Minority Report, ist jetzt im Verkauf und im Verleih. Allerdings nicht unter dem Namen. Der Verleih hat sich dazu entschieden, dem Film einen neuen Titel und neues Coverwork zu verpassen. Er ist jetzt unter dem Namen

“Life. Die. Repeat.”

zu finden.

Keine Ahnung warum, aber auch egal: Der Film ist kein reines Tom Cruise-Vehikel, sondern eine launige und spannende Mischung aus “Starship Troopers” und “Täglich grüßt das Murmeltier” und hat meine uneingeschränkte Empfehlung.

 
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Verfasst von - 13. Oktober 2014 in Service

 

TOAZ: Literaturherbst mit Katrin Bauerfeind

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“Ich bin Raucherin. Ja, ich rauche. Wir reden hier nicht von der Gelegenheitszigarette, oder der Zigarette danach. Wir reden er von der Zigarette währendessen. Ehrlich, ich gehöre zu den Menschen, die Probleme bekommen, wenn das mit dem Sex zu lange dauert.”

Es ist wieder Literaturherbst in Göttingen. Jedes Jahr im Oktober gibt es ca. eine Woche lang täglich drei bis vier Lesungen mit bekannten und weniger bekannten Autorinnen und Autoren. Der Literaturherbst ist das Projekt eines einzelnen Mannes, der der es irgendwie geschafft hat, kleine und große Autorinnen und Autoren nach Göttingen zu holen. Der Student Christoph Reisner organisierte 1991 den ersten Literaturherbst, und irgendwie wurde das Ganze von Jahr zu Jahr größer. Dank des Litertaurherbstes habe ich Autoren wie Douglas Adams, Terry Pratchett, Robert Gernhardt, Wiglaf Droste, Friedrich Küppersbusch und viele andere erleben dürfen. In diesem Jahr findet die Lesereihe ohne Christoph Reisner statt. Er ist Anfang des Jahres im Alter von 48 Jahren verstorben. Aber sein Projekt lebt weiter, und das Programm in diesem Jahr ist spannend: Roger Willemsen, Martin Sonneborn, Axel Hacke, Ferdinand von Schirach und Max Goldt sind nur einige der vielen Highlights.

Poster des 23. Literaturherbstes. Quell: Literaturherbst.

Poster des 23. Literaturherbstes. Quelle: Literaturherbst.com.

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Die erste Lesung in diesem Jahr findet im Alten Rathaus in Göttingen statt. Vor dem ausverkauften Saal stellt Katrin Bauerfeind ihr Buch “Mir fehlt ein Tag zwischen Sonntag und Montag vor”. Ich kenne Bauerfeind noch aus “Ehrensenf”. Das war von 2005 bis 2011 eine tägliche Websendung über das Netzgeschehen. Dort fiel sie durch intelligente, schnelle und manchmal absurde Moderationen auf (Hier ein Beispiel).

Nach Ehrensenf machte sie Karriere im Fernsehen. Erst als Assistentin von Harald Schmidt, dann als Moderatorin verschiedener Kulturformate und heute als Universalmoderatorin mit festen Sendungen auf 3SAT (“Bauerfeind”) und RTL (“Was wäre wenn?”). Zwar ist sie in Livesituationen nicht so schnell und eloquent wie in Aufzeichnungen, und insbesondere Interviews geraten gerne mal stotterig, aber dennoch ist sie besser als das meiste, was man so im TV sieht.

Nun also ein Buch von Bauerfeind. Aber nicht über das Geheimnis ihres Erfolgs, sondern über das Scheitern. Das Scheitern auf niedrigem Niveau, wie sie betont, denn “Scheitern ist ja kein Wettkampf”. Und BER würde ja auch nicht wegen großer Dinge Scheitern, immerhin sei ja keine Rollbahn vergessen worden, sondern wegen der 70.000 kleinen Fehlern, wegen der vergessenen Schraube hier und dem nicht schiefen Geländer dort.

Das Buch ist eine Ansammlung von Alltagsbeobachtungen und Erinnerungen, von denen Bauerfeind an diesem Abend einige vorträgt. Die Sache mit ihrem Heimatort Aalen und dem schwäbischen Lokalstolz, beispielsweise. Sie hat sich nämlich vor Jahren mal, in einer nahezu unbekannten Sendung mitten in der Nacht, dazu hinreißen lassen, Aalen als provinziell zu bezeichnen. Am nächsten Tag rief der Bürgermeister bei ihrer Mutter an und beschwerte sich, dass “Die Katrin im Fernsehe drin so daherschwätze täte”. In anderen Anekdoten geht es um Haarpflege. “Ich habe kein anderes Hobby als meine Haare. Ich habe alles durch”, sagt Bauerfeind. “Sogar die Olivenöl-Kur. Um das Öl aus den Haaren zu bekommen muss man Mehl einmassieren. Danach hätten auf meinem Kopf sehr kleine Menschen eine Pizzeria eröffnen können. Wenn Tierversuche verboten werden: Ich stelle mich freiwillig als Testobjekt zur Verfügung”.

Dabei ist Bauerfeind nicht nur lustig-lieb, sondern stellenweise auch ganz schön lustig-böse, etwa als sie ein flammendes Plädoyer für das Rauchen hält (“Das unterscheidet uns von Tieren!”) oder feststellt, das junge Eltern nicht für sinnvolle Kommunikation geeignet sind.

Katrin Bauerfeind demonstriert Handtuchwickeltechniken.

Katrin Bauerfeind demonstriert Handtuchwickeltechniken.

Den meisten Applaus gibt es für eine tragikomische Geschichte über die Großmutter, die trotz hohem Alter, Kurzsichtigkeit und Demenz immer noch Auto fuhr. Dabei kam es immer wieder zu Parkremplern – an die sich Oma aber nie lange erinnerte, was zur Folge hatte, dass sie einmal pro Woche bei Katrin Bauerfeind anrief: “Du Katrin – Du häscht Dir doch das Auto geliehe. Des ist jetzt rundrum ganz verbeult. Katrin, Du musst mir das jetzt zugebe, sonst muss ich die Polizei rufe”. Die Geschichte endet mit der Feststellung, dass man sich beim Tod eines demenzkranken Menschen an den erinnert, der er einmal war – und nicht die leere Hülle, die in der Zeit vor dem Tod noch in dieser Welt weilte.

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Nach etwa eineinhalb Stunden ist die Lesung leider schon vorbei – die sichtlich gut aufgelegte Bauerfeind hängt allerdings noch eine Signierstunde an. Sie befindet sich gerade auf Lesereise durch Deutschland. Wer die Gelegenheit hat, sollte sich ruhig mal eine Lesung mit Katrin Bauerfeind geben. S´Luschtig.

Aktuelle Tourdaten HIER

 
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Verfasst von - 13. Oktober 2014 in Event, TOAZ

 

Saisonende 2014

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Also höret und preiset den Herbstpinguin, der Euch wissen lässt, dass nun die Zeit für lange Abende bei guten Büchern und Heißgetränken der eigenen Wahl angebrochen ist, auf das alles kuschelig sein möge und gemütliches Einmuckeln zelebriert werde! Auf der Couch rumliegen und Videospiele spielen ist nun keine Sünde mehr, denn die Zeit des Motorrads ist für dieses Jahr vorbei.

Da das Wiesel immer noch auf Weltreise ist, darf Huhu die Ehre übernehmen, das Ende der Motorradsaison zu verkünden. Das Wetter und die Temperaturen sind aktuell zwar noch gut, aber da ich absehbar bis in den November rein keine Zeit zum Fahren habe (und eigentlich auch nirgendwo hin will), war jetzt eine gute Gelegenheit, die Renaissance in ihr Winterquartier zu bringen. In ihrem unterirdischen Atombunker schläft sie nun und träumt vom nächsten Sommer.

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Bei der Durchführung der Wintervorbereitungen – Batterie ausbauen, Vergaser leerlaufen lassen, Den Tank randvoll mit Benzin füllen – komme ich mir immer ein wenig so vor, als würde ich Abschied nehmen. Nunja.

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Immerhin haben wir wieder ein tolles Jahr, ohne Unfall oder Umfall, hinter uns gebracht. Und die nächste Motorradreise mit der ZZR600 steht auch schon fest.

Die Saison 2014 in Zahlen:

Saison:
29.03.-11.10.2014
(Vorjahre: 20.04.–04.10.2013, 06.03.–07.10.2012)

Kilometer
Gefahrene Kilometer: 9.715 (2013: 9.041, 2012:11.582)
Kilometerstand: 69.647 km
Laufleistung Motor: 50.100 km
Gemeinsam zurückgelegte Strecke: 32.410 km

Verbrauch
Verbrauch: 404,32 Liter (2013: 384,78l, 2012: 507,75l)
Anzahl Betankungen: 39 (2013: 39, 2012: 48)
Durchschnittsverbrauch: 4,15 l/100km (2013: 4,3l/100Km)
Max: 4,9l (2013: 5,3l)
Min: 3,6l (2013: 3,1l)

Kosten
Benzin: 679,44 Euro (2013: 643,83€, 2012: 866,25€)
Wartung und Ausrüstung: 967,33 Euro (2013: 1764,82€ , 2012: 3.821,32€)

 
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Verfasst von - 12. Oktober 2014 in Motorrad

 

TOAZ: Eulenfest 2014

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Ich liebe Flohmarkt, und ganz besonders den beim Eulenfest. In den 80ern war ich 8 Jahre alt und vergötterte “Krieg der Sterne”, wir wir damals noch sagten, obwohl ich nur den ersten Film kannte. Aber der war für mich der tollste Film aller Zeiten, und ich liebte das Spielzeug dazu: Kleine Actionfiguren und Raumschiffe. Dooferweise gab es die so gut wie nicht mehr in den Geschäften zu kaufen, und wenn, dann nur zu exorbitanten Preisen.

Der Eulenfestflohmarkt war nahezu die einzige Möglichkeit für mich um an Star Wars Spielzeug zu kommen. Tisch für Tisch und Decke für Decke suchte ich ab, und wenn ich mal hier eine Figur und mal da ein Raumschiff entdeckte, dann schlug mein Herz bis zum Hals, und dann wurde verhandelt… Pures Glück, dass war für mich nach dem Flohmarkt zu Hause im Wohnzimmer auf dem Teppich die gefundenen Schätze auszubreiten und sofort damit zu spielen.

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Irgendwie hat das geprägt, und vielleicht besuche ich deswegen auch heute noch gerne das Eulenfest am Samstag Morgen. In diesem Oktober schien das Wetter nicht mitzuspielen. Es regnete seit der Nacht, aber pünktlich zu meinem Eintreffen in Einbeck hörte der Regen auf, die Wolken verdünnisierten sich und sogar ein wenig Sonne kam raus.

Das Bild ist gerade. Der Kirchturm ist wirklich so schief.

Das Bild ist gerade. Der Kirchturm ist wirklich so schief.

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Die “Eule” ist nicht einfach ein Rummel. Also, nicht nur. Es gibt natürlich auch Bierbuden und einen Bereich mit Fahrgeschäften, aber der ist im Vergleich eher schlecht besucht.

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Die “Eule” ist wesentlich mehr. So zeigen Firmen und die örtliche Gastronomie mal so richtig was sie können und bauen tolle Stände auf, an denen nicht ganz alltägliche Dinge gemacht werden. So wird in diesem Häuschen über offenem Feuer Lachs gegrillt:

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Und die Herrschaften von der kleinen Senfmanufaktur bieten Senfbutter zur Verkostung an. Das ist Butter, die man selbst mit einem Buttersenf anmischt und dann mit Kräutern oder Peperoni oder sonstwas verfeinert. Lecker!

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Auf der Eule gibt´s immer was zu entdecken. In diesem Jahr entdeckte ich den neuen 10-Euro-Schein, den ich hier das erste Mal in der Hand hielt.

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Das Biest wird noch für Ärger sorgen. Die meisten Automaten, sagt ein Bekannter, der die Dinger in Parkhäusern wartet, müssen nämlich neue Hardware bekommen, um den erkennen zu können. Die kostet ein paar Tausend Euro für einen durchschnittlichen Fahrkartenautomaten, und wenn ich so sehe, dass es immer noch Automaten gibt, die den neuen Fünfer nicht akzeptieren, wird es noch eine Weile dauern, bis der Zehner überall erkannt wird.

Entdeckt habe ich auch die neuen “halben” Einkaufswagen bei LIDL. Hatte ich so noch nicht gesehen, sind aber super. Als Single braucht man nunmal keinen Einkaufswagen, der den Inhalt eines Frachtschiffs fasst.

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Und ebenfalls entdeckt: Ein Nest Jungeulen aus Spekulatiusteig. Ich kann nicht garantieren, dass die alt werden…

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Verfasst von - 12. Oktober 2014 in TOAZ

 

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Reisetagebuch Prag 2014 (1): Der Anfang vom Ende

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Am Tag der Deutschen Einheit, 25 Jahre nach dem Fall der Mauer, machten Modnerd und Silencer im tollsten Oktober aller Zeiten in den Osten rüber. Auf den Spuren der Geschichte ging es nach Prag, der alten Metropole an der Moldau.

“Wollen Sie nicht erstmal gucken?”, hatte Eva gefragt und skeptisch die Augenbrauen hochgezogen. “Gehen Sie erstmal hin, gucken sie das Frühstück von der Frau an, dann entscheiden Sie, ob sie das wollen”.
Irgendwie schien die Rezeptionistin vom Frühstück der Frau nicht überzeugt gewesen zu sein, trotzdem hatte ich es gleich gebucht und im voraus bezahlt. Schlimmer als italienisches Frühstück kann ein tschechisches nicht sein. Diesen Vertrauensvorschuss hatte Eva mit einem tadelnden Blick geahndet.

Ein verkehrssicherer Besen für die Hexe von Heute über der Rezeption der Pension 15.

Ein verkehrssicherer Besen für die Hexe von Heute, über der Rezeption der Pension 15.

Keine Ahnung woher ihre Skepsis kommt. Das Frühstücksbuffet, dass die Frau am nächsten Morgen in einem Kellerraum der Pension bereitstellt, ist zwar einfach, aber mehr als ausreichend. Kaffee, Brötchen, Cornflakes, Wurst, Streichkäse, vier Sorten Konfitüre – so fängt der Tag doch gut an! Als ich wenig später vor die Tür der Pension 15 trete bin ich zufrieden, vollgefuttert und unternehmungslustig.

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Im strahlenden Sonnenschein liegt der Straßenzug mit dem groben Kopfsteinpflaster dar. Die Pension 15 ist ein großes Haus aus der Gründerzeit, in dessen Hinterhof früher mal eine Autowerkstatt war. Das Wohngebäude ist jetzt ein Hotel, die ehemalige Werkstatt ist zu Appartements ausgebaut. Eines davon belegen Modnerd und ich.

Apartment in der Pension 15 in Prag.

Appartement in der Pension 15 in Prag.

Irgendwie waren Modnerd und ich zeitgleich auf die Idee gekommen mal Prag sehen zu müssen, und so nutzen wir das Wochenende und den deutschen Nationalfeiertag für eine Kurzreise in die tschechische Hauptstadt. Letzte Nacht sind wir angekommen, mit einem Eurocity. Der Hauptbahnhof liegt nur zwei Kilometer entfernt. Ein entspannter Spaziergang durch die Nacht, und schon hatten wir unsere Unterkunft gefunden.

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Nun ist es Tag. Tag der deutschen Einheit, um genau zu sein. Vor genau 25 Jahren und drei Tagen hat die hier, in Prag, begonnen. Welchen besseren Ort könnte man jetzt besuchen? Bevor es geschichsträchtig wird geht es erstmal auf den Prager Fernsehturm. Der überragt die ganze Stadt und die umliegenden Berge, an deren Hängen sich die Häuser hochziehen.

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Der Fernsehturm steht quasi direkt vor unserer Haustür, und weil ich auf alle Aussichtspunkte draufklettern muss, versteht es sich von selbst, dass ich hier keine Ausnahme machen kann. Wenn man genau hinsieht, bemerkt man die Figuren von Babys, die die Fassade des Turm hinauf- und darauf herumklettern.

Eines von Černýs Riesenbabys, hier im Park des Museums Kampa.

Eines von Černýs Riesenbabys, hier im Park des Museums Kampa.

Das ist das Werk von David Černý. Die Wikipedia weiß über ihn, dass er immer wieder provoziert – und damit “ungewöhnlich produktive Kontroversen sorgt”. Er hat die Stadt in den letzten Jahren entscheidend geprägt – durch seine Kunst UND seine Fähigkeit, Leute zu verarschen. So hatte beispielsweise die tschechische Regierung einen Wettbewerb gestartet: Europäische Künstler sollten Prag verschönern. Černý bewarb sich mit einem Künstlerkollektiv, dass er aus Ländern ganz Europa zusammengestellt hatte. Erst als die Kunstwerke standen, kam raus, das Černý die allein gebaut hatte – die Identitäten und Lebensläufe der anderen 27 Künstler hatte er frei erfunden. David Černýs Werke werden mir noch öfter begegnen, aber erst einmal geht es auf den Fernsehturm.

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Das Aussichtsdeck befindet sich auf 93 Metern Höhe, der Turm selbst ist mit 266 Metern aber bedeutend größer. Als sich die Türen des Lifts öffnen, stehen Modnerd und ich in einer abgefahrenen Spacelounge.

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Verfasst von - 11. Oktober 2014 in Reisen

 

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