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Verzweifelt

Verzweifelung macht sich breit. Ich bin todmüde. Sobald das Licht an ist, fallen mir die Augen zu. Der Körper kann nicht mehr, will nicht mehr, braucht Schlaf. Aber im Hirn rasen die Gedanken. Ein Ohrwurm dudelt im Hintergrund, während Bilder, Gesprächsfetzen, Überlegungen vorbeirauschen. Das Hirn feuert aus allen Rohren, es läuft im Overdrive, lässt keine Ruhe zu.

Ich bin extra früh ins Bett gegangen, weil ich kaputt war und der morgige Tag wichtig wird. Und jetzt ist es sechs Stunden später, und ich habe immer noch kein Auge zugemacht. Seit sechs Stunden wälze ich mich hin und her und schrecke wieder hoch. Mache das Licht an, tappe durch die Wohnung. Versuche zu lesen und finde das Buch unsäglich doof. Die rasenden Gedanken plärren was von Zeitverschwendung und das Schlaf gebraucht wird. Jaja, wem sagen die das. Verzweifelung macht sich breit. Was für eine Katastrophe, ausgerechnet heute nicht schlafen zu können.

Draußen wird es schon wieder hell, als ich doch endlich eindöse. Für eine Stunde, mehr ist von der Nacht nicht übrig. Am nächsten Tag bin ich gerädert, fahrig, unkonzentriert, abwesend. Das war schon die zweite durchwachte Nacht in diesem Jahr. Ich hoffe, das häuft sich in Zukunft nicht.

 
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Verfasst von - 23. September 2014 in Gnadenloses Leben

 

New Hatch

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So, jetzt wo die Sache mit den Schuhen geklärt wäre, können wir uns einem anderen Fortbewegungsmittel widmen. Damit das hier nicht wirklich noch zum Modeblog verkommt, wird es jetzt dezidiert und ureigenst männlich. Man stelle sich jetzt bitte Benzingeruch in der Luft vor, denn nun geht es um: Autos! Jawoll.

Autos sind ja eigentlich voll unspannend. Müssen halt vier Räder haben und fahren. Meine vier Räder hängen an einem Kleinen Gelben AutoTM, und das kommt leider so langsam in die Jahre. Die Zentralverriegelung funktioniert nicht mehr, durch die Türen dringt seid Jahr und Tag Wasser ein, manchmal lässt sich der Kofferraum tagelang nicht öffnen, die Frontscheibe pfeift. Das neueste Ungemach ist ein Scheibenwischer, der sich nur noch in Zeitlupe bewegt, weil sich das Metallgestänge in die Alubuchsen eingearbeitet hat.

Wenn Sie auf diesem Bild ZWEI gelbe Autos sehen, sollten Sie ihrne Optiker kontaktieren.

Wenn Sie auf diesem Bild ZWEI gelbe Autos sehen, sollten Sie ihren Optiker kontaktieren.

Ein Jahr TÜV hat das Kleine Gelbe AutoTM noch, und bis dahin muss ein Nachfolger her, denn ganz ohne Auto geht es hier auf dem Dorf halt nicht. Ehrlich gesagt habe ich kaum Lust mich damit zu beschäftigen – aber es muss sein, das KGATM hat schon 14 Jahre auf dem Buckel, sieben davon in meinem Besitz. Auch der Nachfolger sollte auch ein Gebrauchter sein. Bei dem Wertverlust in den ersten vier Jahren lohnt sich ein Neuer nicht, und außerdem kenne ich mein Glück: Wenn ich mir ein neues Auto kaufe, sind am nächsten Tag die fossilen Brennstoffe alle. Nee, nee, so nicht.

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Eigentlich ist die Sache ganz einfach: Da ich einen großen Penis habe und nicht kompensieren muss, kann es ein kleines Auto sein. Möglichst sparsam, ich bin hauptsächlich allein und in der Stadt unterwegs. Da ich gelegentlich auch mal Autobahn fahren muss, sollte es nicht in der Microklasse von Smart und Aygo sein, sondern eins drüber. Ganz doof aussehen sollte es nach Möglichkeit auch nicht.

Damit, man glaubt es nicht, habe ich bereits Anforderungen definiert, die kaum ein Wagen sinnvoll umsetzt.

Ich hätte es ja echt nicht gedacht, aber anscheinend haben die Automobilhersteller die letzten 15 Jahre mit dem Kopf im eigenen Rektum verbracht.

1. Verbrauch.
Während das Öl immer knapper wird, bauen die kleine Autos, die Verbräuche jenseits von gut und böse haben. Vielleicht sind die Motoren effizienter geworden, aber das wird wieder aufgefressen, weil die Autos mehr wiegen – neben der Sicherheitstechnik braucht ja jede kleine Kasperbude heute drei Klimanlagen und Gedöns. Kleinwagen von der Größe eines Polo verbrauchen immer noch 6 bis 9 Liter. Das ist Inakzeptabel. Früher war immer die Rede vom DreiLiterAuto. Wo ist das? Nicht in Sicht. Stattdessen verbrauchen die Kisten heute immer noch genauso viel wie mein jetziges Auto, und das ist 15 Jahre alt.

2. Aussehen
Alles, was in den letzten 10 Jahren rausgekommen ist, sieht furchtbar und gleich aus, vieles sogar ausgesprochen peinlich. Da gefällt mir exakt gar nichts. Man merkt halt einfach, dass alle Hersteller die gleiche Bezier-Software zur Gestaltung der Karosserien verwenden. Was natürlich keine Entschuldigung für einen Fiat Multipla ist, aber wie der passieren konnte, weiß ja eh niemand.

Es gibt noch ein drittes Problem, aber das liegt nicht bei den Autoherstellern, sondern bei mir. Ich bin nämlich verwöhnt. Das Kleine Gelbe AutoTM ist das, was die Engländer gerne als Hot Hatch bezeichnen. Eine Kiste, die nach Serie aussieht, aber deutlich anderes unter der Haube hat.

Seat Leon 20V Turbo, der BMW-Killer. Bildquelle: Nicht von mir.

Seat Leon 20V Turbo, der BMW-Killer. Bildquelle: Nicht von mir.

Das KGA ist ein Seat Leon. Der Spanier kommt aus dem VW-Baukasten, ist aber eine ganz besondere Zusammenstellung. Er basiert auf der Bodengruppe des VW Golf IV, die wertige Innenausstattung mit guten Sitzen kommt vom Audi A3, und das Fahrwerk und der Motor von einem Audi TT für Fortgeschrittene: Ein turbobeatmeter Zwanzigventiler mit 180 PS, der das Gelbe Dings in 7,7 Sekunden auf 100 bringt und eine Höchstgeschwindigkeit von 230 Km/h bringt. Der Leon 20VT “Top Sport” ist so selten, dass die Lehrlinge zum Anschauungsunterricht zusammengerufen werden, wenn der Wagen in die Werkstatt rollt. Um Gewicht zu sparen, verfügt der Wagen dafür über keinerlei Extras, sieht man von einer Sitzheizung ab. Keine Klimaanlage, kein Bordcomputer, nicht mal elektrisch einstellbare Außenspiegel. Das spart Gewicht.

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Diese Hot Hatch-Austattung sorgt dafür, dass das Kleine Gelbe AutoTM bis auf die geringere Bodenfreiheit aussieht wie ein Serienfahrzeug mit 60 PS, aber so unglaublich viel Leistung freisetzen kann, das 90 Prozent aller Spinner auf der Autobahn nur noch die Rücklichter sehen. Ich fahre meistens zügig, aber sinnig. Aber wenn ich mal mehr Leistung will, kommt die sofort – Der Wagen hängt am Gas und explodiert förmlich, wenn man das Pedal durchtritt. Dabei liegt der Wagen wie ein Brett auf der Straße und wird immer ruhiger, je schneller er fährt. Da wackelt und klappert nichts, weder im Innenraum noch sonstwo. Noch schneller als er beschleunigt steht er auch wieder: Die Bremsen des Leons sind griffig, ein Tipp und die Kiste steht. Wenn ich mal andere Wagen fahre, bin ich immer wieder überrascht was für lange Wege die Bremspedale haben und wie gering die Bremsleistung ist.

Das hat nun leider echt dazu geführt, dass ich so schäbig verarbeitete und untermotorisierte Autochen nicht mehr ertrage. Ein 55 PS Seat IBIZA der Einstiegsklasse klappert, wackelt, fällt gefühlt in Kurven fast um und braucht ewig, um in den Quark zu kommen und noch ewiger zum Bremsen. Damit sind wir also bei Problem drei und vier:

3. Verarbeitung
Was viele Hersteller im Kleinwagensegment zusammenpfriemeln ist eine ziemlich Unverschämtheit. Viel Mühe geben sich z.B. die Koreaner, aber was bei Opel, Seat, Skoda und Konsorten angeboten wird, ist in Punkto Qualität und Schalldämmung auf einem Niveau mit einem Trabant.

4. Leistung in Relation
Hey, ich habe nichts gegen wenig PS. Mein Golf I hatte auch nur 55 PS, aber die Kiste wog auch nur 800 Kilo und war daher sehr agil. Heute sind nahezu alle Autos irrsinnig schwer und die Einstiegsklasse im Verhältnis untermotorisiert – und trotzdem sind die Verbräuche zu hoch. Muss man auch erstmal hinkriegen, so eine Fehlkonstruktion.

Wir fassen zusammen: Ein neues Auto wird in absehbarer Zeit gebraucht, und überraschenderweise gibt es wenige Wagen, die meinen ästhetischen und ökonomischen Ansprüchen gerecht werden. Dennoch: Die Suche beginnt jetzt. Und wenn ich mir ansehe, was so an rotnasigem Verkaufspersonal in Autohäusern unterwegs ist, dann wird da noch der ein oder andere lustige Artikel bei rausspringen.

 
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Verfasst von - 21. September 2014 in kleines gelbes Auto

 

Abgrund Schuhe kaufen (III): Die Erlösung

Wir erinnern uns: Meine Lieblingsabenteuerschuhe haben mich über die Straßen von London, Barcelona und anderen Traumstädten sowie drei Jahre im Alltag ständig begleitet. Nach vielen Reparaturen haben die BamaTex dann aber letztlich den Weg allen Irdischen genommen.

Kaputt: Lieblingsabenteuerschuhe.

Kaputt: Lieblingsabenteuerschuhe.

Die Suche nach Ersatz gestaltete sich überraschend schwierig: Stabile Halbschuhe mit Mebran und Stadt-/Landtauglicher Sohle in dezenter Farbe in 41 waren im Einzelhandel quasi nicht zu bekommen. Letztlich entschied ich mich dann für diese hier von Ecco.

Im Dauereinsatz schwer wie ein Panzer und mit schlechtem Sitz.

Im Dauereinsatz schwer wie ein Panzer und mit schlechtem Sitz.

Ganz glücklich wurde ich in den kommenden Wochen damit aber nicht. Die Eccos erwiesen sich als Panzer: Mit 500 Gramm als recht schwer, außerdem ist die Sohle sehr steif und an der Ferse ist eine “patentierte Fersenhalterung”, die bei längerem Tragen scheuert. Außerdem schwitzt der Fuß, trotz GoreTex-Membran, wie irre.

Bei meiner langen Suche war ich noch über ein zweites Modell von Ecco gestolpert. Leichter, eleganter, auch mit Membran. Und in einem Anfall von Kaufrausch und Verzweifelung legte ich mir auch die zu.

Ecco light drei: Stabil und elegant, aber der Fuß schwitzt trotz Membran.

Ecco light III: Stabil und elegant, aber der Fuß schwitzt, trotz Membran.

Elegant sind sie, leicht zu tragen auch, und eine kleine scheuernde Stelle am Zeh, das läuft sich sicher noch ein. Aber: Auch in diesen Schuhen ist der Fuß nach kurzer Zeit nass. Das muss man auch erstmal hinbekommen: Eine echte Goretex-Membran verbauen und dann trotzdem Schwitzkästen aus den Tretern machen.

Meine Verzweifelung war mittlerweile noch größer, denn die nächsten, langen Fußstrecken stehen kurz bevor und keine meine Neuerwerbungen ist dafür tauglich.
Heute nun kam ich an der örtlichen Reno-Filiale vorbei, die zuvor wochenlang wegen Umbaus geschlossen war. Das Ganze war wie eine Erlösung in zwei Stufen: Zunächst die Erfahrung, dass es doch noch fähige, freundliche Verkäuferinnen gibt.

Und dann fand ich im Regal ein paar BamaTex, die die Ur-Enkel meiner Lieblingsschuhe sein müssen. Die Sohle ist identisch, die Form ähnlich, und die Farbe exakt so, wie Abenteuerschuhe sein müssen.

Links das 2014er, rechts das 2011 Modell.

Links das 2014er, rechts das 2011 Modell.

Die Sohle ist identisch.

Die Sohle ist identisch.

Beim Reinschlüpfen war es so, als ob meine Füße ein wohliges und erleichtertes “aaah” von sich geben würden. Die Schuhe passen perfekt. Bis auf eine Stelle am Zeh, aber das war bei den anderen auch so und trägt sich ein. Klimatechnisch sind die auch spitze, da schwitzt nichts. Mit 400 Gramm sind sie sehr leicht, und preislich kosten sie nur zwei Drittel eines Ecco-Paares.

Ich werde mir wohl wirklich gleich ein zweites Paar zulegen und die auf Lager halten. Allerdings erst nächsten Monat, in diesem habe ich – durch die, nunja, mehr oder weniger ungeeigneten Käufe, über 300 Euro für Schuhe ausgegeben. So viel habe ich die letzten 8 Jahre zusammen nicht für normale Schuhe ausgegeben. Aber egal, dafür bin ich jetzt wieder für jede Gelegenheit ausgestattet, und die neuen Bamas machen mich gerade sehr glücklich.

Die nächsten Städtetouren können kommen.

 
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Verfasst von - 20. September 2014 in Gnadenloses Leben

 

501 Black

//Modeblogmodus an
Bei Jeans kommt bei mir nur eine in Frage: Die 501 von Levis. Seit Jahrzehnten ein unverwüstlicher Klassiker, die Essenz von allem, was eine Jeans ausmacht, zeitlos und passend zu allem. Kennt man Bundweite und Beinlänge, kann man die 501 kaufen ohne sie anzuprobieren – sie passt immer.
// Modeblogmodus aus

Jaja, wenn das man so wäre. Tatsächlich trage ich das Modell seit Jahren, weshalb sich hier eine veritable Kollektion an 501 in unterschiedlichen Verfallsstadien angesammelt hat. Einige sind im Geschäft gekauft, andere über Onlinehändler, wieder andere gebraucht. Was mir immer schon aufgefallen ist: Die Größe unterscheidet sich eben doch. Ich hatte das darauf geschoben, dass die gebrauchten mal zu heiß gewaschen wurden o.ä. Aber weit gefehlt – tatsächlich ist es so, dass an dem zeitlosen Klassiker alle paar Jahre Modelländerungen gemäß dem Modegeschmack vorgenommen werden – und das auch noch je nach Markt unterschiedlich. Das erklärt nicht nur den unterschiedlichen Sitz, sondern auch die stark unterschiedliche Haltbarkeit.

Amazon verkauft z.B. neue 501 ganze 30 Euro billiger als in deutschen Geschäften. Dafür ist deren Stoff leichter, Labels sind anders und die Größe ist etwas labberiger. Es handelt sich aber definitiv um Originalware – nur vermutlich in einem anderen Markt eingekauft.

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Ich habe genau EINE 501, die seit 10 Jahren hält und perfekt passt. Sie besteht aus schwerem Stoff und ribbelt nirgends auf, wie ihre ausgefranzsten Schwestern. Das ist meine Abenteuerjeans, die alles mitmacht und die vor allem auf jede Reise mitkommt. Mit einer schwarzen Jeans ist man immer richtig gekleidet – egal ob man in den Bergen rumklettert oder ins Theater will. Selbst einen Motorradsturz hat sie schon überstanden. An einer Stelle am Knie ist der Stoff etwas rauer, dort, wo das Gewicht von Motorrad und mir drauf lag, als wir über den Asphalt geschlittert sind.

Diese 501 hält alles aus, allerdings bleicht sie im Laufe der Zeit aus – aber diese spezielle Jeans hat es sich verdient, dass sie alle zwei Jahre in der Waschmaschine nachgefärbt wird. Jetzt war es mal wieder an der Zeit. Und, was soll ich sagen?

Sieht aus wie neu, siehe oben. Black is beautiful.

 
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Verfasst von - 11. September 2014 in Gnadenloses Leben

 

My Blog is my Castle

Laura ist wieder da (was mich sehr freut!), und sie macht sich in ihrem Blog HowlAtTheMoon Gedanken über “Wenigerwertbloggen”, als dass das klassische vor-sich-hinbloggen mittlerweile von manchen wahrgenommen wird. Aus einem Kommentar bei Laura ist dieser Blogeintrag entstanden, weil ich ohnehin schon länger Lust hatte, das mal aufzuschreiben.

Es stimmt schon, die Blogszene hat sich verändert. Gefühlt, und nicht durch Fakten belegt, würde ich sagen: Vor ca. 10 Jahren probierten viele Menschen Blogs mal aus, kamen aber über ein “Hallo Welt” kaum raus. Ansonsten hatten viele Blogs Tagebuchcharakter. Sie dienten zum Festhalten von Trivialitäten. Die Masse der Bloggenden waren Teenager oder Twentysomethings. Zeiten ändern sich, und spätestens wenn Kinderkriegen, Hausbau oder Karriere ansteht, bleibt keine Zeit mehr für´s bloggen. Oder die Lust lässt nach, immer das gleiche zu machen.

Dazu kamen Plattformen wie Studi.VZ (lacht nicht), dann Facebook, Instagram, Twitter, Tumblr, Youtube oder auch FourSquare (RIP). Die Trivialitäten des Alltags, die vorher, wenn überhaupt, in Blogs stattfanden, wurden von diesen Plattformen aufgesogen. Essensfotos zu Instagramm, “OMG ich geh ins Kino” auf FourSquare, Lebenseinträge auf Facebook, Anleitungen auf Youtube.

Blognutzung wandelt sich, und Blogs suchen sich ihre Nischen. Dabei hat sich die Art des Bloggens geändert. Laura weist zu Recht darauf hin, dass heute wenig persönliches verbloggt wird, dafür gibt es eine große Anzahl an Blogs die “Service” bieten, oft in Form von Kosmetik- und ModeTips, und das zu monetarisieren versuchen.

Wenn ich mir meinen Feedreader so ansehe, stimmt das absolut. Zwei Drittel aller Streams kommen aus Blogs, die sich auf irgendwas spezialisiert haben und was mich interessiert. Und das ist super. Blogger haben mehr Zeit als Journalisten. Sie beschäftigen sich gerne und über die Jahre mit einem Thema und können viel besser über ihre Nische schreiben als jeder Bezahlautor.

Feld-, Wald- und Wiesenblogs, wie das hier, gibt es nicht mehr so häufig wie noch vor ein paar Jahren. Dabei hat auch dieses Blog Veränderungen durchgemacht. Gut, das Wiesel war von Anfang an da und geht wohl auch nicht mehr weg, aber ansonsten haben sich die Inhalte gewandelt. Begonnen hat es als reines Tagebuch im Stil von Reality-Bloggern wie dem Supermarktblog, durchsetzt mit Filmkritiken und Spaßquatsch, dann wurde es zur Anlaufstelle Nr.1 in Deutschland für alle Fragen rund um PlasticRock (so lange, bis wir PlasticRock.de gegründet haben), und in den letzten Jahren drehte sich viel um Reisen.

Ich betrachte mein Blog als eine Art Tagebuch. Was bleibendes. Anders als Facebook, Twitter und co, die mir immer wieder wie ein reissender Fluß vorkommen: Man wirft seine Gedanken hinein, wusch, sind sie weg und irgendwie verloren, nicht mehr auffindbar. Im Blog sind sie sicher aufbewahrt. Hier werden Erinnerungen, Situationen und manchmal auch Gefühle abgelegt, so wie man sorgfältig Fotos, gepresste Blätter und ähnliches in ein Buch klebt. Und so wie ich mich ändere, ändern sich auch die Bloginhalte. Ob das andere interessiert oder nicht. Aber ein “wenigerwertbloggen”? Das gibt es nicht. Zum Glück.

 
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Verfasst von - 10. September 2014 in Betrachtung, Meta

 

Wollnwa – Wollnwanich

Im Radio zwei aufeinanderfolgende Meldungen gehört und aus dem irren Kichern nicht mehr rausgekommen.

1. Straßenmaut – WOLLNWA, bollert die CSU. Außer ihr will die aber niemand, die EU nicht, die Länder nicht, und auch die CDU auf Bundesebene nicht, weshalb das Finanzministerium einen Bericht an die Presse hat durchsickern lassen, nachdem die Maut nicht wirtschaftlich sei. Ja mei, selbst nach den optimistischsten Modellen der CSU bringt die Maut nur 550 Millionen. Bei dem, was unsere Infrastruktur bräuchte, ist das ohnehin nur ein Tropfen auf den heißen Stein. Das Projekt sollte so schnell wie möglich beerdigt werden. Hier machen sich aktuell gerade ALLE Beteiligten zum Horst. Der heißt mit Nachnamen Seehofer und hat Angst das Gesicht zu verlieren. Peinlich.

2. Ein dänisches Institut hat im Auftrag des Finanzministeriums ein Gutachten erstellt. Ergebnis: Wenn wir in Deutschland eine Finanztransaktionssteuer einführen, bleiben nach Abzug aller Kosten 88 Milliarden an Mehreinnahmen über. Oh, jammern da Konzerne und konservative Parteien, aber was, wenn dann alle, alle den Finanzstandort Deutschland verlassen und nach London gehen? Tja, sagen die Dänen, Wenn wirklich ALLE großen Konzerne weggehen, dann sinken die Mehreinnahmen auf 17 Milliarden. Das ist der Worst-Case. Siebzehn Milliarden. Die Bundesregierung hat bislang die Hälfte davon als Best-Case geschätzt. WTF? Kann man nur vermuten, dass intern die Anweisung herrscht: WOLLNWANICH.

Und DAS,liebe Kinder, ist der Grund, dass extreme Parteien so einen Zulauf haben. Nicht, weil die Wähler sich mit denen identifizieren würden, sondern weil auf Bundesebene nur noch Kasperquatsch im Interesse der Wirtschaft gemacht wird.

 
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Verfasst von - 9. September 2014 in Politik

 

The Weasel has landed

Die gute Nachricht erst einmal vorweg, das Wiesel ist endlich wieder aufgetaucht!

Vor über einer Woche packte es seine sieben Sachen, verabschiedete sich von Herrn Silencer, der netten Wieseldame, Huhu und Mumpfelhausen um wieder einmal mit uns, den Kenny´s, um die Welt zu ziehen. Dies tat es vor 2 Jahren schon einmal und wer seine Abenteuer von damals noch nicht kennt, der kann sie hier gerne nachlesen.

Das Problematische an Reisen mit dem Wiesel ist die unheimlich kurze Aufmerksamkeitsspanne und die faktisch nicht vorhandene Geduld. So haben wir es damals erlebt und dies musste auch der arme Postbote am eigenen Leib erfahren, als er uns zähneknirschend einen kaputten Reisekarton fast ohne Inhalt vor die Tür stellte. An der Seite klaffte ein großes Loch und außer einigen Bonbonpapieren war der Karton leer. Eine Erklärung hatte er dafür nicht, wir sollten uns an die Servicezentrale der Post wenden, bei der man uns aber auch nicht weiter helfen konnte. Das Wiesel blieb erst einmal verschwunden.

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Wir überlegten was zu tun sei, ein Wiesel in freier Wildbahn, noch dazu in Schleswig Holstein, kann schon eine Menge Unsinn anrichten. Frau Kenny kam auf die glorreiche Idee: Oreo´s sollten das Wiesel anlocken. Seine Affinität zu dieser Keksspezialität war uns noch von der letzten Reise lebhaft in Erinnerung geblieben und Sternchenkekse hatten wir gerade nicht zur Hand.

So platzierten wir eine Packung auf dem Terassentisch und warteten.

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Heute nun endlich kam das Wiesel an. Der kleine muss sich unterwegs seinen Weg aus dem Karton gebahnt haben und eine weitere, mir bis jetzt noch unbekannte Wieselkraft aktiviert haben. Wiesel können anscheinend, wenn sie sich ein rotes Cape umbinden, fliegen!

Jedenfalls drehte er ein paar Runden über unseren Garten, machte “Wuuusch” und “Hui” und erschnupperte die Kekse, welche wir geistesgegenwärtig ins Wohnzimmer warfen und uns die Kamera griffen. Flugwiesel sieht man auch nicht alle Tage!

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Verfasst von - 7. September 2014 in Wiesel, Wiesels große Reise

 

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