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Monkey Island 2009


“Du kämpfst wie eine Kuh!”
“Hinter Dir, ein dreiköpfiger Affe!”
“Das ist der ZWEITGRÖßTE Affenkopf den ich je gesehen habe”

- Sätze, mit denen vor allem Ü30-Gamer was verbinden. Will sagen: Eine ganze Generation von Spielern hat “The Secret of Monkey Island” das BESTE Point & ClickAdventure der letzten 19 Jahre gar nicht erleben dürfen. Das kann nun nachgeholt werden: Via STEAM für den PC oder den Marketplace für die Xbox kann man sich für nur 9,- Euro das Spiel auf die Platte holen. Das fühlt sich für mich alten Sack ungefähr so an, als würde man mir einen Zeittunnel zurück ins Jahr 1990 installieren….

1989 hatte ich mir, vom Konfirmationsgeld, einen Amiga 500 gekauft.
Sensationell, das Ding. Mein Vater arbeitete zu der Zeit in Würzburg, was rund 300 Km von meinem Wohnort entfernt war. Als ich ihn in den Ferien 1990 besuchen durfte, entdeckte ich in einem Computergeschäft das Nachfolgespiel zu “Indiana Jones 3″. Irgendwas mit Piraten und Affen oder so, genau wusste ich das nicht.

Was ich wusste: Ich mochte die Abenteuerspiele von LucasArts, das bis dahin noch “LucasFilm Games” hiess. Alle drei. Sowohl “Maniac Mansion” als auch “Zak McKracken” und “Indy 3″. Und nun also das Geheimnis der Affeninsel.

Nachdem ich eine Woche um die Vitrine mit den Spielen herumgeschlichen war, investierte ich das Taschengeld eines dreiviertel Jahres in das Spiel. Neue Spiele kosteten mindestens 90 DM, was umgerechnet heutzutage 100 Euro wären. Ja, Spiele sind billiger geworden!

300 Km nördlich wurde dann sofort losgespielt. Mangels Festplatten machte man das direkt von den Disketten, die von markerschütternd kreischenden Leseköpfen bearbeitet wurden. Ja, damales war man auch Diskjockey – bei schlecht programmierten Spielen kam jede Einzelheit einer Spielszene (Grafik, Musik, Animation, …) von einer anderen Diskette, weswegen man bis zu 7 mal die Disk wechseln musste um einen Raum zu betreten (das war bei Monkey Island 2 für den Amiga der Fall, ein Grafik- und Soundfest verteilt üner 11 Disketten). Größtes Problem dabei: Auch die 3,5 Zoll-Disketten, mit ihrem stabilen Gehäuse, waren im Kern filigrane Magnetscheiben aus gepresstem Kaffeesatz oder so, die schneller kaputt gingen als deutsche Autos auf niedersächsischen Landstraßen. Es bedurfte sogar schon Glück, um für seine 90 DM auch ein funktionierendes Spiel zu bekommen. Bei “Monkey Island” hatte ich dieses nicht: Die Sau hatte auf der vierten von vier Disketten kaputte Sektoren! Kurz vor dem Ende des Spiels! HEUL!

Ich erspare mir mal die Einzelheiten, aber es dauerte MONATE bis den ignoranten Franken im fernen Würzburg das Problem deutlich gemacht werden und ein umso ignoranterer Vertrieb zum Umtausch animiert werden konnte. Am Ende hatte ich, ob der daraus entstandenen Konfusionen, übrigens 2 funktionierende Originalspiele, einmal aus einem Umtausch und einmal aus einer Ersatzlieferung.

Egal, eine Sicherheitskopie war immer gut und nötig.
Wie auch immer: Monkey Island war und ist bezaubernd. Und das es nun, fast 20 Jahre nach der Erstveröffentlichung, eine aufgehübschte aber ansonsten unveränderte Fassung gibt, lässt meine alte Pumpe rumpeliger schlagen. Das Spiel hat nichts von seinem Charme verloren – im Gegenteil, die Reduktion auf das Wesentliche in Kombination mit hoch aufgelösten, handgemalten Hintergründen wirkt bezaubernd.

Zur Einstimmung gibt es hier nochmal die Titelmusik und die wichtigsten Themes in einer Live-Rock-Fassung

Und hier die GANZE STORY von MI im Schnelldurchlauf in 4 lustigen Minuten:

Das Making-Of der Special Edition 2009:

Und im übrigen war ich schon immer der Meinung, das die “Fluch der Karibik”-Filme in Wirklichkeit nur Verfilmungen von MI sind. Zur Stützung dieser These hier das Voiceover von “Escape from Monkey Island” (dem dritten Teil) gemixt mit Szenen aus “Pirates”:

 
11 Kommentare

Geschrieben von - 19. Juli 2009 in Games, Historisches

 

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