Reisetagebuch Motorradherbst (5): Es wird Herbst

Reisetagebuch Motorradherbst (5): Es wird Herbst

12. Oktober 2025
Wieder einmal biegen sich sich die Tische unter der Last von Annamarias Backkünsten.
Topfkuchen.
Orange-Marzipan-Kuchen.
Heidelbeerkuchen.
Kirschkuchen.
Nußtorte.
Erdbeerkuchen.
Nougatplätzchen.
Selbstgemachte Croissants.
Streuselkuchen.

Und, extra für mich: Apfelkuchen mit Nüssen drin. Hmmmm, Apfelkuchen!

Während ich noch diesen Wahnsinn bewundere, wabern vor dem Fenster Nebelfetzen durch die Wälder.

Wenig später taucht die V-Strom durch genau diesen Nebel. Der stellt sich als sehr gehaltvoll heraus. Es dauert keine Minute, und ich bin klatschnass. Aus dem Nebel tauchen unvermittelt Geisterbüsche und Geisterkühe links und rechts der kleinen Straße in den Bergen hinter der Fischfarm auf und sind ebenso schnell wieder verschwunden.

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Reisetagebuch Motorradherbst (4): Who can say where the road goes?

Reisetagebuch Motorradherbst (4): Who can say where the road goes?

Herbsttour mit der Morrigan. Heute mit Verführungen und schlecht gelaunten Penissen.

Donnerstag 09. Oktober 2025

Die V-Strom brummt über die SS125, die sich durch die Berge des Gennartu-Gebirges im Osten Sardiniens zieht.

Sonnig ist es, und in den Bergen sind die Tempeaturen überaus angenehm. Das ändert sich, als ich das Motorrad die Serpentinen hinab in den Küstenort Cala Cognone steuere. Auf Meeresniveau ist es auch jetzt im Oktober immer noch heiß, und es sind noch jede Menge Touristen unterwegs.

“Diese Saison endet nicht”, hatte schon Mariella geseufzt, und ich glaube, sie hat recht. Als ich das letzte Mal hier war, im Oktober vor zwei Jahren, war Sardinien überhaupt nichts mehr los. Die Geschäfte und Lokale in Küstennähe geschlossen, die Fenster waren mit Brettern vernagelt und die Einheimischen hatten ihre Ruhe. Aber in diesem Jahr? Alles voller Camper, die Strände noch voll mit Familien aus der Schweiz und Frankreich, und natürlich die unvermeidlichen Altherren-Gruppen auf GSen.

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Reisetagebuch Motorradherbst (3): Keyless Go (oder: A Night to Remember)

Reisetagebuch Motorradherbst (3): Keyless Go (oder: A Night to Remember)

Dienstag, 07. Oktober 2025

Die V-Strom saust über die Straßen in den Bergen hinter Bari Sardo, immer bemüht am Hinterreifen von Suses Multistrada zu bleiben. Das gelingt auch einigermaßen, aber nur, weil Suse gerade gnädig ist. Wenn sie wollte, könnte sie mich jederzeit abhängen. Das mag daran liegen, dass die Multistrada V4 einfach mal doppelt so viele Zylinder und PS hat wie meine V-Strom, es KÖNNTE aber auch damit zu tun haben, dass Suse einfach eine sehr viel bessere Fahrerin ist als ich und zudem die Strecke kennt.

Wie auch immer, die rote Ducati und die schwarze Suzuki donnern durch das sardische Hinterland. Hier windet sich die Straße mit ihrem perfekten Asphalt in perfekten Kurven Hänge hinauf, an Bergrücken entlang und wieder hinab in enge Felstäler und dann wieder hinauf in kahle Höhen.

Immer wieder komme ich mir vor, als ob wir durch Canyons im wilden Westen fahren.

An einer unscheinbaren Abfahrt zieht Suse von der Landstraße. Der Weg ist immer noch asphaltiert, liegt allerdings voller Ziegenköttel. Dann sehe ich, wohin sie steuert: auf dem kleinen Berggipfel stehen Antennenanlagen.


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Momentaufnahme: März 2026

Momentaufnahme: März 2026

Herr Silencer im März 2026

Wetter: Ab Monatsanfang bis Woche vier stets 0 bis 16 Grad, strahlender Sonnenschein, kein Regen. Am 18.03. wacht die Natur auf und zeigt erstes Grün. In meinem Arbeitszimmer blüht der Jasmin, aber das Wetter hat dann doch keine Lust auf richtigen Frühling – in der letzten Woche gibt es wieder Temperaturen um den Gefrierpunkt und Schneeregen.


Lesen:

Terry Pratchett: I shall wear Midnight [2010, Kindle]
Der Baron des Kreidelands stirbt, im hohen Alter und an natürlichen Ursachen. Tiffany Aching hat ihn bis zum Ende gepflegt und muss nun dessen Sohn die traurige Nachricht überbringen. Das wird nicht dadurch einfacher, dass sie erst seit Kurzem von ihm getrennt ist, und mit seiner neuen Flamme die Großstadt unsicher macht. Die Neue ist eine echte Prinzessin, inklusive blonder Locken und mädchenhaftem Auftreten – alles Attribute, die auf Tiffany nicht zutreffen, und auf die sie etwas neidisch ist.

Zeit, darüber nachzusinnen hat Tiffany aber nicht, denn es gibt weiteren Fallout der Wintersmith-Episode: Der Geist eines lange verstorbenen Hexenjägers ist hinter ihr her, und dessen böses Gedankengut hetzt Menschen auf. Plötzlich muss sich Tiffany für den Tod des Barons verantworten und findet sich im Kerker wieder. Dabei sollte der doch nur noch als Ziegenstall genutzt werden!

Unterdessen treffen die Nac Mac Feegle in Ankh-Morpork auf etwas, das es gar nicht geben sollte und das die unbesiegbaren Krieger mit links erledigt: Einen Feegle-Polizisten!

Die Tiffany-Aching-Bände sind Pratchetts Spätwerk, und hier ist alles zu bestaunen, was der Meister in seiner langen Karriere an Können erworben hat: Auf den Punkt geschrieben Charaktere, tolle Entfaltung der Ereignisse und vor allem immer wieder tiefe, philosophische Erkenntnisse gepaart mit nachdenklich machender Metaphorik. Leider ist die Auflösung der großen Bedrohung am Ende wieder etwas viel “Deus Ex Machina”, aber der Weg dahin wirklich große Kunst. Schön und überraschend: Es wird ein Rückbezug geschlagen zum allerersten Discworld-Roman “Color of Magic” von 1983 inkl. eines spannenden Cameos.


Hören:


Sehen:

Verleugnung [2016, BluRay]
“Ich habe hier 1.000 Dollar, und ich bin bereit sie demjenigen auszuhändigen, der mir einen Beweis für den Holocaust vorlegt!”

Ein wahrer Fall: Was im Herbst 1994 als völlig absurder Zwischenruf während einer Holocaust-Vorlesung beginnt, wächst sich bald zu einem handfesten Problem für eine amerikanische Professorin aus. Der Rufer ist nämlich selbst Historiker und hat zahlreiche Bücher veröffentlicht, in denen er darlegt, dass Hitler eigentlich ein Freund aller Juden war, in Auschwitz lediglich Menschen an Gelbfieber gestorben sind und der Holocaust die Erfindung einer jüdischer Propagandamaschinerie ist.

Dieser Geschichtsleugner verklagt nun die Holocaustforscherin vor dem britischen High Court. Die begreift: Hier geht es um viel mehr als nur um Verleumdung eines eitlen Professors. Verliert sie den Prozess, wird es gesellschaftlich akzeptabel werden, den Holocaust nur als “Meinung” anzutun.

Tatsächlich ist der Beweis der Tötung von 6 Millionen Menschen 60 Jahre nach Kriegsende erstaunlich schwierig, und der Geschichtsrevisionist beherrscht die britische Presse mit druckfähigen Zitaten wie “auf der Rückbank von Edward Kennedys Auto in Chappaquiddick sind mehr Menschen gestorben als in Auschwitz“”. Der Prozess verläuft so absurd, dass die jüdische Gemeinde Großbritanniens auf einen Vergleich drängt, weil ein Sieg vor Gericht aussichtslos scheint.

“Verleugnung” – der Titel klingt wie ein weiteres Buch von Stieg Larsson (Verblendung/Verdammnis/Vergebung/Verschwörung/Verfolgung/Vernichtung, wissen schon…). “Denial”, so der englische Titel, ist kein Kriminalfall, aber genauso spannend wie ein Thriller. Ich hatte noch nie vom Fall Lipstädt vs. Irving gehört, denn die Geschichte ist tatsächlich so passiert.

Satte 32 Tage dauerte die Verhandlung in London, und lange war nicht klar, ob der Holocaustleugner und Geschichtsrevisionist Irving als Sieger dort rausgeht. Letztlich brauchte es ein großes Team aus Experten und Anwälten, um dem Richter überzeugend darzulegen, dass es den Holocaust wirklich gegeben hat. Am Ende gewannen Fakten gegen Lügen, aber das ist 30 Jahre her.

Der Film ist eine Wucht. In meinen Augen die gelegentliche Dramatisierung der Geschehnisse nicht gebraucht, ich hätte das auch als Doku geguckt. Gelungen ist er trotzdem. Atmosphärisch dicht und sehr stimmungsvoll wird hier das Gefühl der Verzweiflung der Protagonisten transportiert, als sie eine unumstößlich geglaubte Wahrheit plötzlich hart verteidigen müssen, und Betroffenheit dafür nicht mehr ausreicht.

Das der Film so gut funktioniert, ist den Darstellern zu verdanken. Bis in die Nebenrollen hinein ist er exzellent besetzt: Rachel Weisz (“Die Mumie”) als Professorin und Andrew Scott (Moriarty aus dem Cumberbatch-Sherlock) sowie Tom Wilkinson (der Secretary aus “Mission Impossible: Ghost Protocol”) als Anwälte sind schon wirklich richtig gut. Eine absolute Glanzleitung liefert aber Timothy Spall (Wurmschwanz aus “Harry Potter”) als eitler, cholerischer und dennoch durchtriebener Holocaustleugner. Sehr sehenswert.

Ein wichtiges und relevantes Thema. Ich gehe mal gucken, ob es auch eine Doku von dem Fall gibt.

Erik Peters: Africa Calling [2025, Bluray]
Der Motorradreisende Erik Peters macht sich zusammen mit Kumpel Alain auf eine Tour von Köln nach Südafrika. Nach einer Fahrt durch halb Europa machen die beiden einen kleinen Umweg von 10.000 Kilometern um Kriegsgebiete herum, bis sie dann in Africa durch Länder wie Uganda und Kenia kreuzen. Von Tiefsanddurchfahrten in Wüstengebieten bis hin zu Gorillabeobachtung in dichten Regenwaldgebieten ist alles mit dabei. Die Fahrt endet jäh, als Alain kurz vor dem Ziel stürzt und sich dabei die Knochen bricht.

“Africa Calling” ist Erik Peters bislang bester Film. Wunderschöne Landschaftsaufnahmen, extrem coole Drohnenperspektiven, dazwischen Establishingshots und Interviewsequenzen – das ist alles wirklich gut geschnitten, und mehr als einmal habe ich mich gefragt, wie man das alles ohne Filmteam hinbekommt. Im Ernst, “Africa Calling” ist sehr viel besser gefilmt und besser erzählt als die letzten beiden Staffeln von “A long Way”, und DIE haben ein ganzes Produktionsteam dabei.

Was man immer noch nicht mögen muss: Das Rumgekumpele und das ständige Abklatschen mit dem stets gudjelaunten kölsche Jung. Im Vorgängerfilm “Himalaya Calling” passierte das so häufig, dass es mich an den Flossen-Doc aus “Scrubs” erinnerte, aber hier ist es zumindest in den ersten 160 der insgesamt 190 Minuten Laufzeit erträglich, die letzten 30 Minuten sind dann sehr emotional.

Erik ist gerade in Südamerika unterwegs, und ich hoffe er bringt auch davon einen Film mit. Muss kein “Calling” mit Alain sein, ein Solo-“Let´s Ride” würde mir völlig reichen. (Nachtrag: Hab gerade gesehen, dass er mit Alain auf Tour ist. Klingt nach “Südamerika Calling”).

Churchill [2017, BluRay]
1944, kurz vor dem D-Day: Winston Churchill versucht die Alliierten zusammenzuhalten, wird geplagt von Selbstzweifeln und cholerischen Ausfällen.

Fun Fact: Schon in dieser Verfilmung sollte Gary Oldman den Churchill geben, lehnte die Rolle aber ab. Das ist gut so, denn Brian Cox ist auch ohne eine nahezu karikaturenhafte Maske, wie Oldman sie dann in “The Darkest Hour” trug, optisch viel näher am britischen Premier. Seine Performance ist echt ein absolutes Highlight. Körperhaltung, Blicke, Gesten – Beim flüchtigen Blick glaubt man, man habe wirklich Winston Chuchill vor sich.

Das hilft aber leider nicht. Die Story mäandert und ist inkonsistent erzählt, die Musik düdelig, die Kamera einfallslos und die Dialoge zum Augenrollen. Damit wird der Film der Dramatik der damaligen Ereignisse leider nicht gerecht.


Spielen:

Yakuza Kiwami 3: Dark Ties [2025, PS5]
Yoshitaka Mine ist gerade als Geschäftsführer seiner eigenen Firma geschasst worden, als er in den Straßen von Kamurocho einen Anschlag auf einen Yakuza-Clanboss miterlebt. Ohne zu Zögern gehen dessen Leibwächter für ihn in den Tod. Mine ist fasziniert davon und versucht herauszufinden, was diese Art von Loyalität ausgelöst hat. Dazu schließt er sich selbst den Yakuza an und arbeitet sich in den Rängen nach oben.

Interessante Idee, dem Bösewicht aus “Yakuza 3” mehr Hintergrund zu geben und damit sein mild erratisches Verhalten im Hauptspiel zu erklären. Tatsächlich erfährt man einiges über Mine, und seine Entwicklung ist nicht gänzlich unglaubwürdig.

So okay die Story aber auch ist: Spieltechnisch hat man sich hier keinen Gefallen getan. Einen Großteil der Zeit erledigt man nämlich Fleißaufgaben, um die Reputation von Yakuza-Perversling Kanda zu steigern oder die eigene Kampfkraft in einem Roguelike-Dungeon zu trainieren.

Innerhalb dieses Rahmens gibt es auch einige okaye Story-Missionen, der Großteil sind aber entweder Brawler-Events oder Fetchquests und fühlen sich damit nach Füllmaterial an. Lässt man den optionalen Kram weg, ist man in rund 5 Stunden durch.

Als kostenlose Dreingabe ist “Dark Ties” in “Yakuza Kiwami 3” enthalten und geht damit absolut in Ordnung, trotz dieser Probleme.

Resident Evil Requiem [2026, PS5]
Verhuschte FBI Analytikerin wird entführt und muss sich aus einem alten Sanatorium herausschleichen. Doof: An jeder Ecke stehen Zombies rum. Gut: Superduperagent Leon S. Kennedy eilt zu ihrer Rettung. Wiederum Doof: Er verläuft sich dauernd, hat schlimme Männergrippe und schimmelt an den Rändern.

“Wie SPIELT man dieses Spiel??”, war meine Reaktion nach der ersten Stunde. Es ist wirklich mehr als gewöhnungsbedürftig, wie sehr sich die beiden Spielfiguren in “Requiem” unterscheiden.

Mit Leon ist es eine 3rd-Person Ballerbude, die farblose FBI-Analytikerin Grace spielt man dagegen aus der Egoperspektive und sie kann zunächst gar nichts. Zwar hat sie eine Waffe, aber stets zu wenig Munition, und viel Schaden macht sie auch nicht. Bleibt nur das Schleichen um die Gegner herum, aber das geht in engen Gängen nicht immer. Gegner weglocken funktioniert zu Anfang ebenfalls praktisch nicht. Selbst das Inventar ist so winzig, das es mit einer Topfpflanze schon voll ist.

Warum ist das so unterschiedlich? In den vergangenen Jahren erschienen zahlreiche Resi-Spiele. Neben den Hauptteilen sieben und acht von 2017 und 2021 kamen Remakes der Teile zwei bis vier. Problem dabei: Die Remakes sind actionlastige Ballerorgien, die neuen Hauptteile sind quasi Walking-Simulatoren mit Schleichsequenzen und Survivalhorror. Wie bekommt man nun die Fans beider Spielprinzipien unter einen Hut, ohne eine Gruppe völlig zu vergrätzen?

Die Antwort von Resident Evil 9 : Man klebt einfach zwei Spiele – Survivalhorror und Shooter – Rücken an Rücken aneinander, und in Kombination ergibt das ein rund 13 Stunden langes Horror/Actionerlebnis der wertigen Luxusklasse.

Die Grafik der RE-Engine, mit Ausnahme der weiblichen Figuren, ist nahezu fotorealistisch und der 3D-Sound geradezu beängstigend real. Der Standard-Schwierigkeitsgrad ist perfekt balanciert – man muss schon aufpassen und beißt gelegentlich in Gras, nervige Blockaden oder Sackgassen gibt es aber nicht.

Nach dem wirren Start, der mich echt desorientiert hat, kriegt sich das Spiel zum Glück nach den ersten Stunden ein und spielerisch die Kurve, fliegt aber noch manchmal aus dieser heraus. Im Mittelteil bekommt man es mit der faktisch wehrlosen Grace recht lang mit der Resident-Evil-typischen Verfolgerkreatur zu tun, die einen unablässig verfolgt und nicht zu verletzen ist – allerdings mit dem Twist, dass diese hier urplötzlich und gescripted in einem Jumpscare auch in Sackgassen oder im absoluten Dunkel auftauchen kann. Das ist genauso zäh und nervig wie eine stundenlange Suche mit Leon nach irgendwelchen McGuffins.

Am Ende ergibt allerdings nicht nur alles einen Sinn, es gibt auch ein cooles Finale und “Requiem” stellt sich in der Gesamtschau als sehr befriedigende Spielerfahrung mit einem tollen Ende heraus.

Tolles Game, hatte ich viel Spaß mit.


Machen:

  • V-Strom durch die HU schieben
  • ZZR durch die 100.000er Inspektion

Neues Spielzeug:

Ich sag´s nicht gerne, aber: Ein iPad.
Basismodell, 128GB.

Über Jahre hatte ich für diese Gerätegattung keinen Anwendungsfall, meine Werkzeuge waren immer ein echtes Notebook und das Smartphone. Aber ein iPad ist nun auch gar kein Ding zum echten Arbeiten, auch wenn Apple gerne etwas anderes behauptet.
Es ist ein Gerät für Medienkonsum – nicht umsonst hat Steve Jobs die erste Präsentation davon auf einem Sofa gehalten.

Warum habe ich nun plötzlich doch eines?
Aus zwei Gründen: Ich lese ja ab und an ganz gerne Graphic Novels, auch ältere. Früher habe ich die gebraucht gekauft, aber das Angebot in bestimmten Nischen wird immer rarer. Kostete so ein Buch vor zehn Jahren im Handel neu 10 Euro und später gebraucht die Hälfte, werden manche Ausgaben heute für 35 oder 50 gehandelt, wenn sie überhaupt noch zu finden sind – man merkt halt, dass die Print-Auflagen bis heute signifikant immer kleiner werden. Als eBook gibt aber selbst längst vergriffene Ausgaben sofort, meist für schlappe 6,99. Nun macht es keinen Spaß, großformatige und bunte Bilderbücher auf dem Telefon oder einem kleinen eInk-Reader zu lesen.

Auf einem iPad geht das, und man kann sogar Zeitschriften und Zeitungen supergut darauf lesen! Sogar kostenlos, zum Beispiel mit der Kradblatt-App.

Grund Nummer zwei: Ab jetzt wird ALLES nur noch sehr viel teurer. Trump und seine Tech-Bros zerstören mit ihren Kriegen und dem Bau größenwahnsinniger KI-Architekturen ganze Lieferketten, Infrastrukturen und die Halbleiter-Märkte. Die Erkenntnis: Ob Autoreifen, ein Sofa oder ein technisches Gerät – wenn man mit irgendwas liebäugelt oder absehbar braucht, sollte man es JETZT kaufen, denn ALLES wird in Kürze sehr viel mehr kosten.

Darum kam der iPad-Kauf jetzt so plötzlich, zumal iPad-Preise gerade auf einem sechs-Monats-Tief sind.
Ich habe beim Lesen darauf viel Freude.

Und guckt mal, wie hybsch das Blau ist:


Ding des Monats:


Archiv Momentaufnahmen ab 2008

Reisetagebuch Motorradherbst (2): Weg

Reisetagebuch Motorradherbst (2): Weg

30. September bis 07. Oktober 2025
Ich bin weg.
Weg vom Radar, verschwunden von der Bildfläche, einfach weg.

Ich bin weg.
Ich bin ab jetzt für nichts verantwortlich außer dafür, dass es mir gut geht.
Ich muss an nichts denken.
Ich muss nichts machen.
Ich habe genug getan.
Ich kann eine Pause genießen.
Ich kann tun und lassen, was ich will und wann ich es will.

Sage ich mir immer wieder. Ich muss mir diese “erlaubnisgebenden Gedanken” immer wieder bewusst machen, wenn ich lange ausschlafe oder einfach lesend irgendwo sitze und sich dann das schlechte Gewissen anschleicht und sagt “Du machst ja gar nichts!”.

Das ganze Jahr über, und in den vergangenen Monaten ganz besonders, war ich immer im Alarm-Modus. Immer auf dem Sprung, immer in Bereitschaft. Wenn benötigt habe ich Leistung gebracht, wenn nicht, habe ich mich sofort zurückgezogen und Kraft getankt und auf den nächsten Einsatz gewartet.
Der Körper war immer angespannt. Dauernd erschöpft, aber nie richtig müde und nach fünf Stunden Schlaf pro Nacht sofort wieder wach und ruhelos. Das frisst Substanz.

Jetzt nicht mehr. Ich bin nicht erreichbar und ohnehin viel zu weit entfernt, um auf Probleme zu Hause reagieren zu können. Nicht müssen und auch gar nicht können, das ist gut.

Die Anspannung fällt von mir ab, und hier, in diesem etwas heruntergekommenen Appartement bei Castelsardo, habe ich den Freiraum nichts zu tun.

In den ersten Tagen hole ich viel Schlaf nach und gehe nur ab und zu mal spazieren. Aber eigentlich mache ich: Nichts. Und das tut sehr, sehr gut, und genau das mache ich.

In den kleinen Küstenorten und an den Stränden von Nordsardinien sind noch so etliche Touristen, was mich erstaunt. Eigentlich sollte die Saison schon zu Ende sein. Ich schaffe es aber, denen aus dem Weg zu gehen und finde immer wieder ruhige Ecken, in denen ich am Strand liegen und lesen oder im Meer baden kann. Ich habe wieder meine ultraleichte Strandmuschel dabei, in der lässt es sich sonnen- und windgeschützt aushalten.


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V-Strom-Scheiben zu verkaufen

V-Strom-Scheiben zu verkaufen

Ich habe meinen Keller ausgemistet und verkaufe Windschilder, die ich nicht mehr brauche. Vielleicht liest hier ja jemand mit, der Interesse hat.

V-Strom 800
Getönte PUIG-Sportscheibe für V-Strom 800 RE/DE mit KBA und ABE. Die Scheibe ist leicht größer als die Originalscheibe der 800DE, aber schmaler und kürzer als die Standardscheibe der 800RE. Bei Körpergrößen zwischen 1,70-1,80m ist der Oberkörper vor Wind geschützt, der Helm liegt ohne Verwirbelungen im Luftstrom.

Und, so ganz nebenbei: Die V-Strom 800 sieht damit einfach schweinemäßig COOL aus, die rollende Gegenthese zu diesen schrankwandgroßen Tourenscheiben.


Ich habe die nur vier Monate gefahren, daher so gut wie keine Gebrauchsspuren oder Kratzer. Das Ding ist praktisch neu.

Aktueller Straßenpreis für solche Scheiben ist bei Polo 103 Euro zzgl. Versand, wobei diese beliebte Variante in Rauchgrau aktuell vergriffen ist.

Ich hätte gerne 60 Euro zzgl. 7,69 Euro Versand per DHL und liefere sofort 🙂

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V-Strom 650 K4-L0/1000
Die Scheiben passen allesamt an eine V-Strom 650 der Baujahre 2004-2010 (Kennung K4 bis L0) und lt. Hersteller auch an eine DL 1000 der Baujahre 2005-2010 (dafür übernehme ich aber keine Garantie.)

Powerbronze Adventure
Dunkel getönte Adventure-Sportscheibe von Powerbronze für V-Strom DL 650 2004-2010 (L0) mit KBA und ABE.
(Passt lt. Hersteller wohl auch an die DL 1000 2005-2010)

Die Scheibe ist sehr kurz und wirkt nicht nur sportlich, sondern sorgt auch dafür, dass im Sommer der Helm gut mit Luft angeströmt wird, während bei Körpergrößen zwischen 1,70-1,80 der Winddruck vom Oberkörper ferngehalten wird.

Dort wo die Scheibenhalter sitzen hat die Scheibe Gebrauchspuren, die bei Montage aber wieder weitgehend von den Halterungen verdeckt werden. Ansonsten altersbedingte Gebrauchsspuren, aber keine tiefen Kratzer oder blinde Stellen.

Aktueller Straßenpreis ist 90 Euro zzgl. Versand (zu finden hier: https://powerbronze.de/windschild/adven … 50/dl-1000 ), ich hätte gerne 40 Euro zzgl. 7,69 Versand per DHL.

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Original Spoilerscheibe
Original-Suzuki Tourenscheibe mit Spoileraufsatz für V-Strom DL 650 2004-2010 (L0).

KBA Nummer ist eingeprägt. Mir wurde gesagt, dass sie als Originalteil keine ABE braucht, dementsprechend wird Sie hier ohne angeboten.

Ich habe die selbst gebraucht gekauft. Sie weist altersbedingt Gebrauchsspuren auf und hat kleine und größere Kratzer. An einer Stelle sind die gehäuft (s. Bilder), da hat der Vorbesitzer wohl mit einem Insektenschwamm drauf rumgeorgelt (s. Bilder).

30 Euro zzgl. 7,69 Euro DHL-Versand.

Reisetagebuch Motorradherbst (1): Die Insel

Reisetagebuch Motorradherbst (1): Die Insel

Samstag, 27. September 2025

GrrrBrflhm?

Ach Mensch, da bin ich gerade eingeschlafen, da geht schon der Wecker. Es ist fünf Uhr.

Es ist fünf Uhr, und ich bin SEHR motiviert. Motiviert hier weg zu kommen!
Schnell drehe ich mir ein Marmeladenbrötchen rein und gucke dabei auf den Wetterbericht.
Hm.
Das sieht ja schon wieder interessant aus. Schneeregen in den Alpen.

Egal.
Sorgfältig lege ich Schicht um Schicht der Motorradklamotten an.
Merino-Baselayer, darüber die Airbagweste, dann die Außenschicht. Auf die Regenkombi verzichte ich vorerst – bis zum Mittag ist kein Wölkchen in Sicht, und mit 13 Grad ist es auch nicht soooo kalt.

In der Garage steht die Morrigan. Fertig gepackt, mit neuen Reifen, neuem Windschild und vor allem: Sauber.

Ich checke nochmal alles kurz durch, dann schiebe ich die Maschine auf die Straße und ziehe das Garagentor zu.


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Reisetagebuch (16): Schau ins Land

Reisetagebuch (16): Schau ins Land

Sommertour mit der Morrigan. Heute schaue ich ins Land und komme nicht hinterher.

Freitag, 20. Juni 2025, Freiburg
Grmmlwasnnu?

Ich wache auf und weiß im ersten Moment nicht warum oder wo ich bin. Dann fällt es mir ein: Ich bin in diesem Bikerhostel, wo gestern bis spät in die Nacht Party gemacht worden ist. Und jetzt bin ich wach geworden, weil vor meiner Zimmertür jemand Bierkisten den Flur entlangschleppt. Ich schaue auf die Uhr. Viertel nach Sieben? Wer schleppt bitte um Viertel nach Sieben Bierkisten durchs Haus?

Jedenfalls nicht die Fraktion von letzter Nacht – über die regen sich die drei Frühaufsteher auf, die ein Dreierzimmer mit Küchenzeile neben meinem Raum haben und deren Balkon direkt vor meinem Schlafzimmerfenster ist. Auf dem wollen die Mittvierziger jetzt frühstücken, und das geht offensichtlich nicht ohne Rumschreien.

“EY GUCK NACH DEN EIERN”
“WO HASTN DIE NEUEN SEMMELN?”
“DIE WARN LAUT LETZTE NACHT! RÜCKSICHTSLOS!!”
“HÄ?”
“RÜCKSICHTSLOS!! WAREN DIE!!”
“Wir HAM SECHS NEUE UND DREI ALTE SEMMELN”
“UND NOCH 12 FLASCHEN BIER”
“ICH WILL DIE NEUEN SEMMELN”
“NEIN ICH!!!”

– ich vergrabe den Kopf im Kissen und seufze gequält. Warum haben bloß alle Radsportler nen Nagel im Kopf?

Bei der V-Strom, die nun zum Glück nicht mehr zugeparkt ist, treffe ich den Hauswirt, dem das Hostel gehört. Ob er wohl einen Kühlschrank hat, für, eh, meine Medikamententasche?

Hat er, und wenig später summt ein Minikühlschrank in meinem Zimmer und kühlt keine Medikamente, das war gelogen, sondern das Kilo Parmigiano.


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Reisetagebuch (15): Oj oj oj oj am Stelvio

Reisetagebuch (15): Oj oj oj oj am Stelvio

Sommertour mit der Morrigan. Heute gucken wir mal, ob auch wir am Stelvio umfallen und dabei jemand “Oj oj oj!” ruft.

Donnerstag, 19. Juni 2025, Bormio
Der gestrige Tag war nicht doll, und auch die Nacht war unruhig. Klappt also nicht ganz mit “Ruhe finden”, ist aber auch egal.
Ich wollte eh´ früh los.

Schon um 05:30 Uhr ist die V-Strom wieder fertig beladen. Bormio liegt auf 1.300 Metern. Hier sind nur 12 Grad, und gleich geht es noch 1.400 Meter höher, da wird es ungefähr zwei Grad haben. Zeit für die dicken Handschuhe.

Ich steuere die Suzuki auf die Straße hinaus. Am Straßenrand stehen “Stealthcamper” herum. Glauben die Würstchen eigentlich wirklich, dass niemand merkt, dass sie in ihren rollenden Fickelbuden pennen?

Egal. Ich ziehe die V-Strom in die Berge hinein, und gleich wird die Straße steil und kurvig.

Die Sonne geht gerade erst auf und küsst die ersten Berggipfel.


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Frühling! Saisonstart 2026

Frühling! Saisonstart 2026

Höret und preiset das Frühlingswiesel!
Das Frühlingswiesel sorgt dafür, dass auch in diesem Jahr wieder Frühling ist!
Hiermit verkündet es den Beginn der Motorradsaison!
Der Winter war lang und kalt und dunkel, aber nun macht das Wiesel Frühling und gutes Wetter, dass es nur so kracht!
Passt auf Eure morschen Knochen auf, fahrt vorsichtig und huldigt dem Frühlingswiesel!

Vor zehn Tagen schien es, als ob es nie wieder Tag werden will. Heute: Boom, Sonne! Und 14 Grad. Zeit, zumindest die Morrigan anzuschmeißen, die muss nämlich zur HU. Exakt vier Monate stand die Maschine, und sprang beim Druck auf den Starter praktisch bei der ersten Umdrehung an. Ergebnis des Benzinstabilisators, der als Additiv in ihrem Bauch rumgluckert? Man weiß es nicht. Ich weiß nur, dass mir solch ein unspektakulärer Start viel besser gefällt als das divenhafte Rumgeorgel, dass die ZZR jedes Jahr macht, bis sie sich endlich bequemt anzuspringen.

Jetzt also erstmal TÜV für die Suzuki, und dann mal gucken, was Das Jahr so bringt.

Saisonstart heißt auch: Nach einem halben Jahr Pause muss man sich als Fahrer erst wieder an die Physik eines Moppeds gewöhnen. Langsam rantasten, nicht gleich auf der letzten Rille heizen. Vorausschauend fahren.

Für Autofahrer bedeutet das: Augen doppelt offen halten. Zweiräder sind wieder unterwegs, und mit ihrem Fehlverhalten ist zu rechnen – die Schergen sind zum Teil noch so sehr mit sich selbst beschäftigt, dass man doppelt aufpassen muss.
Achja, und blinken, blinken ist auch gut. Das gilt für alle.

Ich wünsche allen eine unfallfreie Saison!

Ich starte mit folgenden Kilometerständen:

Kawasaki ZZR600 Renaissance: 100.147
Suzuki V-Strom 800 Morrigan: 23.305