Herr Silencer im Januar 2026
Wetter: Wir starten ins neue Jahr mit ordentlich Schnee, Regen und dann mehr Schnee, bei +2 bis -11 Grad. Nach einem kurzen Hüpfer über die Null-Grad-Grenze frostet es dann weiter, wieder bis -7 Grad. Und es beginnt zu schneien und hört nicht mehr auf, in einer Nacht 20 Zentimeter, dann immer 5 hinterher plus gelegentlichen Eisregen. Ungemütlich.
Lesen:

Terry Pratchett: The Wee Free Men [2003, Kindle]
Tiffany Aching ist neun Jahre alt und lebt im Kreideland, den Hügeln voller Schafe am Fuße der Spitzhornberge. Sie ist gut in der Herstellung von Käse, und sie sieht DINGE. Allerdings nicht Dinge, die nicht da sind – das tun alle Menschen, ständig. Sie sieht Dinge, wie sie wirklich sind. Das macht sie zum idealen Material für eine Hexe.
Geschichten von der Scheibenwelt sind mein cosy Ort, mein Hygge, mein Safespace – und weiß Gott, sowas kann gerade jeder brauchen.
Vor 22 Jahren habe ich meiner Ziehtochter die Geschichte der “Wee Free Men” vorgelesen, damals auf Deutsch. Über die “kleinen freien Männer” konnte ich mich damals wie heute amüsieren. Die versoffenen, rauflustigen und gerade mal 10 Zentimeter großen schottischen “Feen” sind sowas wie Pumuckls unflätige Cousins. Schon klar, dass der friesische Dialekt, der in der deutschen Übersetzung verwendet wurde, nicht ganz so gut rüberkommt wie der schottische im Original, aber Crivens!, die englische Version ist auf so vielen weiteren Ebenen einfach nochmal so viel besser mit ihrem “Nae ken” (Ich weiß nicht) oder “Waily! Waily! Waily!” (Oh je!) von Daft Wullie.
Die deutsche Fassung wurde damals, meine ich, auch als Buch für Kinder und Jugendliche beworben, weil der Young Adult-Markt durch Harry Potter gerade boomte. Mag sein, dass die Übersetzung sich dem angepasst hat, in der englischen Version ist das hier kein Kinderbuch. Besser noch: Tiffany Aching führt vor, was der Unterschied zwischen Zauberern und Hexen ist. Das ganze Buch über sucht sie eine Schule oder eine Universität, in der sie lernen kann, wie eine Hexe sein soll – und findet dann heraus, dass das echte Leben die Schule ist.

Terry Pratchett: A Hat Full of Sky [2005, Kindle]
Die Ausbildung beginnt. Auch wenn Tiffany Aching die böse Feenkönigin mit nichts weiter als einer Bratpfanne besiegt hat, eine Hexe ist sie noch lange nicht – und vielleicht wird sie auch keine werden, denn selbst einfachste Magie will ihr nicht gelingen. Sie beherrscht nur einen Trick: Sie kann für sehr kurze Zeit ihren Körper verlassen.
Als sie das tut und wieder zurück will, ist der Körper allerdings besetzt von einem Hiver, einem sehr alten und sehr mächtigen Wesen. Zum Glück bekommen die Nac MacFeegle das mit und schmieden einen “PLN”.
Herzallerliebst und sehr, sehr spannend. Pratchett erzählt hier in Hochform: Gefahr und Risiko sind hoch, die Helden erleben eine echte Heldenreise und die Charaktere sind so herzig, dass es wirklich berührt, wenn der Hiver beginnt die zu töten.
Hören:
Sehen:

Tron Ares [2024, Disney+]
Ein cholerisches Jüngelchen hat einen 3D-Drucker erfunden, der aus Luft und Liebe rote Autos, schlecht gelaunte Leute und Jared Leto druckt. Dummerweise zerfällt das alles nach 29 Minuten wieder. Als eine Frau auf einem Gletscher Orangen pflückt, soll Jared Leto ihr Geheimnis klauen.
Ach, man möchte sich nach Ansehen von “Ares” das Hirn ausspülen. Die Story ist knackedoof, die Schauspieler einfach nicht gut und alles ist erkennbar als Jared Leto-Vehikel gebaut. Irgendwie denkt Hollywood immer noch, der sei ein Star und Kassenmagnet – dabei hat man als informierter Zuschauer bei dem Namen eher den Geruch von kaltem Sperma und Bilder von toten Ratten im Kopf. Assoziationen, die sich der Typ nach dem Dreh von “Suicide Squad” eingefangen hat, nachdem bekannt wurde, dass Teil seines “Method Actings” war, Kolleginnen benutzte Kondome und tote Kleintiere zu schicken.
Dieser Jared Leto steht also in einer kackdummen Handlung rum und hat sichtlich keine Ahnung, was er hier eigentlich spielt. Seine Figur handelt erratisch und guckt permanent, als sei hinter der Stirn einfach kein Licht an.
Da hilft es dann auch nicht, dass die Musik von Nin Inch Nails selten zu den Szenen passt, über die sie drübergeklebt ist. Beim Vorgängerfilm “Tron Legacy” gaben Daft Punkt dem Film einen besonderen Vibe und schwangen im Flow mit dem Film, bei “Ares” spielt sich NIN permanent und unangenehm unpassend in den Vordergrund.
Schick ist das rote Produktionsdesign, aber das reisst es nicht mehr raus.
“Ares” ist pfui.
Und auf Disney+ ist der Ton schon wieder unter aller Sau.

Automata [2014, BluRay]
In einer Art Billo-Blade Runner Welt gibt es nur noch wenige Menschen. Die vegetieren in Riesenstädten dahin, die von Robotern am Laufen gehalten werden. Diese Roboter haben zwei unumgängliche Direktiven:
1. Es ist ihnen verboten, ein Lebewesen zu verletzen oder die Verletzung zuzulassen.
2. Es ist ihnen verboten, sich selbst oder einander zu verändern.
Als ein Roboter dabei erwischt wird, wie er doch heimlich an sich herummanipuliert, wird Antonio Banderas eingeschaltet. Der glaubt nicht daran, das Roboter ein Bewusstsein entwickeln können, erfährt dann aber, dass die beiden Roboter-Direktiven nicht von Menschen stammen und so komplex programmiert sind, dass auch kein Mensch sie jemals wird verstehen können.
Interessanter SciFi-Mystery mit einer coolen Prämisse und teils intensiven und gut geschriebenen Szenen. Leider kommt auf jede gute Szene zwei, die zu lang ausgewalzt oder zu kompliziert sind, und vermutlich ist der Film deshalb ziemlich gefloppt.
Das ist schade, denn er sieht besser besser aus als das Budget vermuten lässt und ist gespickt mit Stars, neben Banderas kommen auch Dylan McDermott und Melanie Griffith kurz vor. Letztere war damals noch mit Banderas verheiratet, vermutlich hing sie zu oft am Set rum und musste dann mit vor die Kamera.

White Out [2009, BluRay]
Kate Beckinsale ist US-Marshal und hat ein ungewöhnliches Revier: Den Südpol. Dort hat sie zwei Jahre ruhigen Dienst auf der Amundsen-Scott-Station hinter sich gebracht, nun geht es in wenigen Tagen nach Hause. Oder auch nicht, denn plötzlich liegt mitten im Eis ein toter Geologe. Der erste Mord in der Antarktis!
Beckinsale versucht den Fall zu lösen, hat dafür aber nicht viel Zeit: In 48 Stunden setzt ein Sturm ein, die Temperatur fällt auf minus 70 Grad und der antarktische Winter beginnt, weshalb sich die Station für ein halbes Jahr einigeln und den Kontakt zur Außenwelt verlieren wird.
Spannender Thriller der Dark Castle Studios, die schon coole Dinge wie “13 Ghosts”, “Ghost Ship”, House of Wax” oder “Suburbicon” gemacht haben. Die Filme folgen immer dem Muster: ein bis zwei Stars, gute Geschichte, niedriges Budget, kreative Umsetzung. In “White Out” springt denn auch neben Kate “Seline” Beckinsale auch Tom Skerrit (Top Gun) herum. Das Setting ist unverbraucht, die Story ist gut – einzig die Inszenierung haut hier in den Sack.
Die Regie ist sich nämlich nicht sicher, ob sie die Forschungsstation im Eis als düsteren, klaustrophobisch engen Ort zeichnen möchte, oder als Erstsemester-Saufparty von männlichen Wissenschaftlern – und macht einfach beides. Das wirkt seltsam und tonal daneben, kriegt zum Glück aber kurz vor Schluss die Kurve auf die Action-Thriller-Bahn. Man spürt das verschenkte Potential, geht aber trotzdem zufrieden aus dem Film. Kein Top-Hit, aber spannend und gut schaubar.
Spielen:

Resident Evil 4: Separate Ways [2023, PS5]
Geheimagentin Ada Wong arbeitet für den bösen Umbrella Konzern. Der hat Pläne mit “La Plaga”, der Seuche auf einer spanischen Insel. Während Ada hinter dem Kern der Plage her ist, stolpert zeitgleich auch Leon Kennedy über die Insel.
Netter kleiner, rund sechsstündiger, DLC zum Resident Evil 4 Remake von 2023. Er bildet die Parallelhandlung zum Hauptspiel ab, in dem die geheimnisvolle Ada ja immer wieder mal auftauchte und dem Helden half. In “Separate Ways” wird erklärt, wie es dazu kam und was Ada in der Zwischenzeit machte. Schön umgesetzt, nichts wird ausgewalzt bis es nervt, wenige Bosskämpfe, sehr spannend und definitiv die 8 Euro wert.

Resident Evil Village: Shadow of Rose [2022, PS5]
16 Jahre sind seit den Ereignissen von Resident Evil Village vergangen. Rose Winter, die Tochter der damaligen Hauptfigur, wächst allein und einsam auf. Sie trägt immer noch das Metamycel in sich, dass ihr besondere Kraft verleiht, sie aber auch zur Außenseiterin macht. Dann erhält sie die Chance, diese Kräfte los zu werden und ein normales Leben zu führen. Dazu muss sie gedanklich nur tief ins Mycel-Netzwerk eindringen.
Ein netter, kleiner, dreistündiger DLC, der im Wesentlichen aus drei Teilen besteht: Erkundung eines recycelten Schloss Dimitrescu, Horror in einem recycelten Haus der Puppenmacherin und Rumrennen in einem recycelten Dorf.
Dank neuer Spielmechaniken und cleverer Puzzle fühlt sich das aber nicht nach Recycling an und macht durchgehend ziemlich Laune.
Leider bündelt der kleine DLC auch unnütze Erweiterungen wie den Multispielermodus und eine Third-Person-Ansicht auch für das Hauptspiel (Dann doch. Endlich hört wer auf mich. First Person ist halt IMMER eine schlechte Idee bei 3D-Spielen!) und wird deshalb immer noch für 20-30 Euro gehandelt. Das ist zu viel Geld für lediglich drei Stunden Spiel. Er ist aber auch Bestandteil der RE VIII-Goldedition.
Machen:
- Arbeiten. Es gibt einfach keine Ruhephasen mehr.
Neues Spielzeug:
–
Ding des Monats:
Eine Miniratsche der englischen Firma SaberCut, eine MRSC07.

Die ist sehr klein…

…es gibt eine Verlängerung…

…der Kopf lässt sich abwinkeln…

… und die Verlängerung lässt sich als T-Stück nutzen.

Leider arschteuer. Zu spät habe ich gemerkt, dass es genau das Teil auch von KS Tools gibt, da kostet es nur die Hälfte.
Zusammen mit dem Mini-Zangenschlüssel (links), der Maulschlüssel bis Größe 23 ersetzt, schrumpfen die beiden Dinger das Bordwerkzeug der V-Strom etwas.
Archiv Momentaufnahmen ab 2008