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Nespresso ist eine Erfindung aus der Hölle

Ab einer gewissen Größen und Struktur werden Unternehmen unmenschlich und damit evil. Nachweislich eines der evilsten Unternehmen der Welt ist der Nestlé-Konzern. Der arbeitet beständig daran den Planeten zu zerstören und das Leben für alle schlechter zu machen – einfach, um die Quartalszahlen zu erreichen.

Wir erinnern uns: Nestlé, das der Konzern, der u.a. Menschen in Afrika das Wasser wegnimmt und dann in Europa als Luxusgetränk verhökert. Kommentar des Konzernchefs dazu: Niemand habe einen Anspruch auf Wasser, das sei kein Grundrecht. Verantwortung trägt in einem Konzern mit 330.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern niemand mehr, und anscheinend sind diese Strukturen ein Biotop für Soziopathen.

Selbiger Konzern hat das vermutlich böseste Produkt überhaupt im Lebensmittelbereich entwickelt: Nespresso. Wirklich, wenn es ein Produkt aus der Hölle gibt, dann sind es die Kaffeekapseln. Mit seinen Kapseln hat Nestlé es geschafft, Kaffee zum Designobjekt hochzujazzen. Die Kapseln werden in jeder mittleren Stadt in Nobelboutique-ähnlichen Geschäften angeboten, die aus jeder Pore das Imitat von Luxus verströmen. Menschen zahlen dort umgerechnet 60 Euro für ein Kilo Kaffee, der in Kapseln aus Aluminium verpackt ist.

ALUMINIUM! Ein Material, das so energieintensiv in der Herstellung ist wie kaum etwas anderes. Aluminium wird aus Bauxit gemacht, für dessen Abbau werden Regenwälder abgeholzt. Die Herstellung ist giftig, der Strom- und Wasserverbrauch gigantisch. Deutschlands kleinste Alu-Hütte verbraucht so viel Strom wie die Stadt Essen, und bekommt den auch noch subventioniert.

Was mich erstaunt hat: Das funktioniert. „Aber der Kaffee schmeckt gut“, sagt der Nespressomaschinenbesitzer und legt noch eine Kapsel nach. Ja, der Kaffee schmeckt, ohne Frage, aber er ist den Preis nicht wert. Deshalb kommt mir keine Nespressomaschine ins Haus oder in die Firma. Aber das ist Nestlé egal. Sie schmeißen mich trotzdem mit ihren Kapseln aus der Hölle zu. Das hier habe ich gerade aus dem Firmenbriefkasten gezogen:

Eine Probepackung von diesem Kapselmist. Die verschicken ihren Müll allen Ernstes ungefragt, mit dem Slogan „Wachstum beginnt mit dem richtigen Kaffee“. Leck mich anne Füße, Nestlé. Unsere Firma ist groß geworden durch verantwortungsvollen Einsatz von Ressourcen. Währenddessen haben wir an an fair gehandeltem Kaffee aus der Filtermaschine genippt. Und das wird sich auch nicht ändern.

 
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Verfasst von - 21. September 2018 in Berufsleben

 

Impressionen eines Wochenendes (21): Herbsttreffen des ZZR-Forums

Jedes Jahr im Juni treffen sich Fahrerinnen und Fahrer von ZZR 600s aus ganz Deutschland vor meiner Haustür, im Harz. Noch nie habe ich daran teilgenommen. Das hat zwei Gründe: Zum einen kann ich die allermeisten anderen Motorradfahrer nicht ausstehen, zum anderen hatte ich im Juni stets Urlaub und war deshalb zum Zeitpunkt des Treffens außer Landes.

In diesem Jahr gab es nun zusätzlich ein „kleines“ Herbsttreffen in Hohegeiß, im Gasthaus Silbertanne.

Da habe ich mich tatsächlich blicken lassen und war SEHR überrascht. Die Leute, die da waren, hatten allesamt keinen Nagel im Kopf. „Nagel im Kopf“ ist ein Synonym für „Leute, die angeben an wie tausend Flöhe, auf der letzten Rille durch die Landschaft rasen und generell Menschen, mit denen ich nichts zu tun haben möchte.“ Gab es hier aber nicht.

Nein, die kleine Truppe war echt voll in Ordnung. Auf Anhieb prima mit allen verstanden, und viel gelernt habe ich auch. Nicht nur über die ZZR. Was mich außerdem beeindruckt hat: Keine ZZR ist gleich, jede sieht anders aus und hat einen anderen Charakter.

Ich hatte auch Gelegenheit den „Caspar“ kennen zu lernen. Das ist quasi eine Legende, eine perfekt in blau abgestimmte und mit mit Airbrush verzierte ZZR, die man in ganz Deutschland kennt.

Kurios: Zur gemeinsamen Ausfahrt wollte der Tourguide auf einer Triumph Sprint ST 1050 unterwegs sein – und bei der drehte sich nach dem ersten Tankstopp das Hinterrad nicht mehr. Vermutlich gebrochenes Hinterradlager. Resultat: Heimreise per ADAC. Armer Kerl.

Trotzdem kam noch eine gemeinsame Ausfahrt zustande.

Bei der kleinen Tour habe ich gemerkt, wie sehr sich mein Fahrstil von dem des Guides unterscheidet. Er war sehr zügig unterwegs, schneller, als ich normalerweise fahren würde. Ich hatte aber keine Probleme dran zu bleiben. Ich war gefordert, aber nicht überfordert. Das hat Spaß gemacht, und ist für eine kurze Tour OK. Dauernd geht das aber nicht. Wenn man so schnell unterwegs ist, konzentriert man sich ausschließlich auf die Straße. Dadurch bekommt man von der Landschaft nur sehr wenig mit, und so ein Level an Konzentration hält man nicht den ganzen Tag. Das ist halt der Unterschied zwischen Spaß-Fahrt und Motorradreise.

Kennengelernt: Kalotta, DeWahat, MeBo_23, Roadrunner91, Mirkomotorrad, Leo77, Pinklady, Korn21, Maddin_HH, Quertreiber318, Mel, Rody0507 und Bratkartoffelsuppe. Letztere ist kein Nickname, aber sehr lecker.

Bei der Rückkehr nach Mumpfelhausen dann noch eine Überraschung. Das GANZE DORF war ein großer Flohmarkt, und was die Bewohnerinnen aus ihren Kellern geholt und nun im Vorgarten zum Verkauf anboten, war eine echte Schau. Tolle Dinge wurden ebenso angeboten wie ausgestopfte Wiesel und… Apfelkuchen! Das war interessant, bot es doch auch Gelgenheit, sich mal näher kennen zu lernen. Ist echt ein tolles Dorf hier.

Skurril auch der Mann, der einen Wetterhahn mit sich rumschleppte.

Manche Leute haben ja auch lustige Hobbies. Wie der Mann zwei Straßen weiter, der den ganzen Winter über Grillzangen bastelt. Eine nach der anderen, und dann weiß er am Ende nicht, was er damit machen soll. Jetzt hat er sie verkauft, und ich habe eine.

In der Summe: Tolles Septemberwochenende. Voll ausgenutzt. Jetzt kann die Oktoberliebe kommen.

 
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Verfasst von - 17. September 2018 in Motorrad

 

Achtundachtzigtausendachthundertachtundachtzig. (Komma Acht).

Ich verpasse ja historische Kilometerstände normalerweise. Gerade noch gedacht „Ach guck, in 63 Kilometern haben wir die x0.000 voll“ und wusch, schon steht der Zähler auf x0.004 oder so. Aber dieses Mal nicht.

Yeah! Die Renaissance hat die 88.888 Kilometer voll!

Das ist für eine Maschine dieser Klasse durchaus beachtlich, damit ist sie eine der ZZR 600s in Deutschland mit den meisten Kilometern auf der Uhr. Der Kilometerstand markiert auch noch ein anderes Jubiläum. 2012 habe ich die Kiste mit 38tausendundeinKeks Kilometern übernommen, d.h. wir haben jetzt 50.000 Kilometer gemeinsam zurückgelegt, den Löwenanteil davon in nur 5 Jahren. Wenn das nicht ein Grund für einen Blogpost ist!

 
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Verfasst von - 1. September 2018 in Motorrad

 

Momentaufnahme: August 2018

Herr Silencer im August 2018

Von Hochsommer auf Herbst in zwei Tagen? Ist das überhaupt erlaubt?

Wetter: Der Monatsanfang ist heiß, selbst um Mitternacht sind es noch um die 30 Grad. In der zweiten Woche sinken die Temperaturen zumindest nachts auf ein erträgliches Maß, aber tagsüber brüllt die Sonne und die Dürre geht weiter. In der dritten Woche kommt leichter Regen, und die Temperaturen sinken tagsüber auf irnswat um die 20 Grad, bei bedecktem Himmel. Am letzten Augustwochenende hat der Sommer keine Lust mehr. Plötzlich fallen die Blätter von den Bäumen, und bei 15 Grad und bedecktem Himmel kommt eine Ahnung von Herbst auf.


Lesen:

Terry Pratchett: Thief of Time [Kindle]
Die kleinste, denkbare Zeiteinheit ist der Moment zwischen Zukunft und Vergangenheit, das „Jetzt“. Dieses Jetzt wird permanent zerstört und neu geschaffen. Würde nun jemand eine Uhr bauen, die diese kleinste Zeiteinheit erfassen kann, würde die Zeit selbst in dieser Uhr gefangen. Das wissen die Geschichtsmönche. Die heißen so, weil sie die Geschichte der Welt wieder zusammengeflickt haben, nachdem die Zeit durch eine solche Uhr schon einmal in tausend Stücke zersprungen ist. Nun baut irgendwo jemand eine neue Uhr, was sowohl die Mönche als auch Miss Susan, die Enkeltochter von Tod, verhindern wollen. Leider kommen sie alle zu spät, was die Reiter der Apokalypse dazu zwingt auszureiten. Alle 5. Inklusive dem, der zu früh ausgestiegen ist.

„Thief of Time“ ist 2002 erschienen. Das 26. Buch der Scheibenweltreihe gehört zu denen aus Pratchetts bester Schaffensphase. Hier findet sich kein Slapstik oder Billigwitze wie in den frühen Werken, aber auch noch keine mäandernde Unkonzentriertheit wie in den späteren Büchern. Nein, der „Zeitdieb“ ist eine faszinierende und spannende Geschichte, die auf jeder zweiten Seite mit einer fantastischen Idee oder einer menschlichen Erkenntnis aufwartet. Charakterisierungen gelingen hier mit wenigen Sätzen, die Motivationen nachvollziehbar und das Bild der Zeit als Frau, die durch eine endlose Abfolge von gläsernen Zimmern schreitet, die hinter ihr zersplittern, ein wunderschönes.


Hören:

Nix.


Sehen:

Rick & Morty [Netflix]
Man stelle sich vor, Doc Brown wäre ein misantrophischer Alkoholiker und würde in die Garage von Marty McFly einziehen und dort am laufenden Meter verrückte Dinge erfinden. Damit gehen die beiden dann auf Abenteuerreise. Das ist ungefähr die Ausgangslage von „Rick & Morty“: „Doc & Marty“ auf Drogen.

Völlig absurd, definitiv für erwachsene und ein Riesenspaß.

Mission Impossible: Fallout [Kino]
Tom Cruise macht sein Tom Cruise-Ding inkl. viel Rumrennerei.

Tom Cruise-Filme sind Tom-Cruise-Vehikel. Basta. Macht der Typ irgendwo mit, stellt er sich in den Mittelpunkt und kontrolliert jeden Aspekt der Produktion. Das funktioniert mal besser („Live. Die. Repeat.“) und mal gar nicht („The Mummy“). Bei den „Mission Impossible“-Filmen funktioniert es seit Teil 3 hervorragend. Das sind Actionfilme der alten Schule, die mit unglaublichen Actionpieces aufwarten, die Cruise auch noch fast alle selbst macht. Rumklettern am höchsten Gebäude der Welt, Halo-Sprünge – alles kein Problem für einen „Operierenden Titan der Stufe 7“, wie der Rang lautet, den Cruise bei Scientology bekleidet. „Fall Out“ ist nun der beste der bisherigen „Mission“-Filme. Spannenden und komplizierte Story, gute Charaktere, irre Action. Das Pacing ist gelungen, auch wenn der Film in der Summe 30 Minuten zu lang ist. Macht aber nix, kann man sich trotzdem angucken.

Ant-Man and the Wasp [Kino]
Scott Lang durfte vor drei Jahren für kurze Zeit den Anzug des „Ant-Man“ tragen, der es seinem Träger erlaubt sehr klein oder sehr groß zu sein. Dann stand er in „Civil War“ auf der Verliererseite und steht nun dafür unter Hausarrest. Aber in drei Tagen ist die Bewährungsstrafe rum, dann kann er wieder vor die Tür und mit seiner kleinen Tochter Eis essen. Klar, dass es in diesen drei Tagen zu Komplikationen kommt.

Mal wieder ein „kleiner“ Marvel Film, der sich nicht um die Rettung des Universums oder Magie dreht, sondern um die Probleme einiger weniger Menschen. Scott möchte seine Strafe absitzen, Sidekick Louis möchte eine Sicherheitsfirma gründen, Kirk Douglas möchte seine Frau retten, Laurence Fishburn möchte helfen. Das alles ist nachvollziehbar, gut erzählt und dabei witzig gemacht. In der Summe ein guter Marvel-Film, ABER: Im Kino muss man den nicht gucken. Warum? WEIL JEDE, wirklich ausnahmslos JEDE COOLE ODER WITZIGE ACTIONSZENE IN DEN TRAILERN VORKAM. Echt, wer zwei Trailer von Ant-Man gesehen hat, der hat alle WTF-Staun-Momente gesehen. Der Rest ist immer noch witzig, aber das Kinoticket nicht mehr wert.

Anchorman 1 & 2 [Netflix]
San Diego in den 70ern – Ron Burgundy ist Chauvi, Polyesteranzugträger und Anchorman eines TV-Senders. In Teil 1 wird er damit konfrontiert, dass auch Frauen in Fernsehen kommen, in Teil 2 mit schwarzen Frauen.

Ich musste das jetzt mal gucken, allein schon, weil die beiden Filme popkulturell so oft referenziert werden (man denke an das „That escalated quickly“-Meme). Tatsächlich sind die Filme haarsträubender Nonsense, fast in Monty Python-Tradition. Wenn verfeindete Newsteam mit Keulen und Äxten aufeinander losgehen, Burgundy einen Aussetzer bekommt, weil sein neuer Chef eine farbige Frau ist oder eine ganze Sequenz in völliger Schwerelosigkeite´abläuft, weil ein Wohnmobil sich überschlägt – dann ist das so überzogender Schwachsinn, dass man den kaum noch vergessen kann. Dazu noch Christina „Dumpfbacke“ Applegate und eine umwerfende Linda Jackson, die Machos zeigt, wo die Glocken hängen – macht in Summe sehr viel Spaß.

Alibi [Theater im OP]
Mordgeschichte nach Agatha Christie. Auf einem Landsitz kommt ein Lord ums Leben. Gut, das ins Nachbarhaus gerade Hercule Poirot eingezogen ist! Der rüstige Rentner wollte eigentlich nicht mehr ermitteln und sich der Kürbiszucht widmen, kann es dann aber doch nicht lassen, den gewachsten Schnurrbart in den Kriminalfall zu stecken.

Schön gespielt und stellenweise überraschend. Am meisten überrascht hat mich, wie düster der Stoff ist. Ausnahmslos jeder hat hier Dreck am Stecken, und der Ich-Erzähler der Geschichte entpuppt sich am Ende als Lügner, der über seine Erzählung an das Publikum ein Alibi bauen wollte. Clever!


Spielen:

Gears of War [XBOX One]
In der Zukunft. Insekten wollen den Planeten von Innen heraus erobern, schwer bewaffnete Hightech-Soldaten, die „Gears“, haben was dagegen.

Deckungsshooter mit knackigem Gameplay und guten Mechaniken. Anspruchsvoll, aber ohne taktische Tiefe.

GTA IV [XBOX One]
Niko Bellic hat im Serbienkrieg unvorstellbare Dinge gesehen und getan. Nun kommt er nach New York, in der Hoffnung auf ein besseres Leben. Leider ist in den USA alles genauso wie daheim: Leute mit Geld haben das sagen, alle anderen müssen springen. Langsam arbeitet sich Niko durch die Hierarchie verschiedener, osteuropäischer Gangstersyndikate.

Fast 10 Jahre ist es her, das ich zuletzt in New York, pardon, „Liberty City“ unterwegs war. Eigentlich hatte ich versucht „Red Dead Redemption“ nochmal zu spielen, aber das war mir nach kurzer Zeit zu langweilig. GTA IV hingegen ist das beste, weil am dichtesten geschriebene, Spiel das Rockstar je gemacht hat. Nikos Story ist dicht erzählt, alles passt zusammen, und dazu diese Stadt: Ein glaubhaft simuliertes New York im Herbst, so schön, das man auch einfach so gerne mal spazieren geht. Die XBOX-One-Version löst lediglich höher auf, was die Texturen leider vermatscht. Und: Jetzt, nach 10 Jahren, laufen Lizenzen für die Musikstücke der Radiosender im Spiel aus. Rockstar patcht die darum Stück für Stück raus. Wer also das Game bei sich installiert hat: KEIN Update machen, dadurch wird Content entfernt!


Machen:

Vorbereitung: Tagung, Projekte, Werkstatt, Urlaub.


Neues Spielzeug:
Ein Nolan N100-5 Classic in Platinsilber mit einem N-Com 901 RL. Nolans neuer Flagship-Helm. Leider alles nicht toll, ausführliches Review dazu demnächst.

Archiv Momentaufnahmen ab 2008

 
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Verfasst von - 30. August 2018 in Momentaufnahme

 

Download Storyteller for Contour Roam

Was habe ich mir mit diesen Suchbegriffen die letzten Tage die Finger blutig gesucht.

Hintergrund: Die Contour Roam ist eine Actioncam. Ein wirklich gelungenes Teil – leicht, schlanke Bauform, mit cleveren Details wie einer drehbaren Optik und Laserlinie zum Einmessen.

Und: Super easy zu bedienen. Weil: Keine Knöppe.
Aber: Man braucht für Einstellungen eine Software. Weil: Keine Knöppe.

Ernsthaft, um die Auflösung oder die Framerate zu ändern, muss man die Kamera an einen Rechner anschließen, der auch noch am Internet hängen muss, um dann eine proprietäre Software zu starten. Wer denkt sich so einen Scheiß aus?

Ich wusste das nicht, als ich mir eine gebrauchte ROAM2 über Ebay zugelegt habe. Nun war ich in der Verlegenheit die Software, „Storyteller“, zu brauchen, eben um Einstellungen vorzunehmen.

Nur: Die Software gibt es praktisch nicht mehr. Hersteller Contour ist zwischenzeitlich Pleite gegangen, gescheitert an den eigenen Ansprüchen und der Übermacht von GoPro.

Zwar gibt es noch eine bunte Werbewebsite, aber die Software lässt sich nicht mehr runterladen. Und nirgends im frei zugänglichen Internet gibt es einen Spiegel mit der Software. Selbst die üblichen „Softwarearchive“ hatten nix und wollten nicht mal Viren installieren.

Mit wenig Hoffnung habe ich dann eine Nachricht an die Supportadresse von Contour geschickt. Wenig Hoffnung, weil: Hersteller pleite, letzter Eintrag in den Support-FAQ vier Jahre alt, da dürfte klar sein: Da passiert nichts mehr.

Dann die Überraschung: Da passierte doch was! Keine sechs Stunden später kam eine Antwort mit alternativen Downloadlinks. Die teile ich hier gerne. Zwar liegen die Dateien in einer Dropbox, aber immerhin: Irgendwo, in irgendeinem Keller, sitzt noch ein letzter Supporter im Schein einer Kerze und hilft Kunden. Vorbildlich!

Download Contour Roam Storyteller 3.5.1 for PC: Download
Download Contour Roam Storyteller 3.5.1 for Mac: Download
Additional Download: Quicktime for Windows (required)

Stellt sich nur raus: Bringt nix, Storyteller auf einem Windows-PC oder einem Mac erkennt die Kamera nicht – was mutmaßlich daran liegt, dass die Registrierung über einen Cloudserver erfolgt, der auch schon weggebrochen ist. Was uns lehrt: Die beste Hardware der Welt wird sofort unbrauchbar, wenn sie zum Internet of Things gehört und dem irgendwer, warum auch immer, den Saft abdreht. Da erscheint es eine besonders tolle Idee, das deutsche Autohersteller in ihrer Verzweieflung jetzt auch ihre Diesel ins „Netz der Dinge“ hängen wollen. Aber das ist eine andere Geschichte. [Update] Läuft doch unter Windows 10. Was die geschriebenen Dinge über die Cloud nicht unwahrer machen.

Es gibt noch eine Alternative zu Storyteller. Die Kamera speichert auf einer max. 32 GB großen MicroSD ein verstecktes Configfile. Die Datei kann man mit einem Texteditor bearbeiten, die Cam liest die beim nächsten Start ein und ändert die Einstellungen.

Wer sich sowas ausdenkt, kann ich mir vorstellen: Ingenieure, denen was an dem Produkt lag. Zwar konnten sie sich gegen die Marketingfuzzis mit ihrem Cloud-Wahn nicht durchsetzen, aber sie haben quasi eine Hintertür eingebaut.

Bevor die Supportwebsite auch weg ist, kopiere ich die Anleitung für die manuellen Settings mal hier. Vielleicht hilft es ja dem ein oder anderen Suchenden. Von Contour kann mich ja keiner mehr wegen Copyrightverletzungen verklagen. Leider, möchte man sagen, denn deren Produkte waren ECHT gut.

Anleitung nach dem Klick.

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Verfasst von - 23. August 2018 in Service

 

Go home, Hermes.

Acht Tage für ein Paket innerhalb Deutschlands? Wenn ich sowas schon höre, weiß ich sofort: Hermes.

Die Prognose ist kein Witz, die brauchen wirklich so lange. Kein anderes Paketunternehmen schafft es, zwischen Einlieferung und Zustellung sechs Tage lang eine Lieferung „im Logistikzentrum zu sortieren“. Und das liegt nicht an den schlecht bezahlten und überarbeiteten Zustellern, es ist die Logistikkette an sich, die da kaputt ist.

 
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Verfasst von - 21. August 2018 in Ganz Kurz

 

Impressionen eines Wochenendes (20): Kleine Harzrunde

Ich habe den Harz vor der Haustür. Gerade einmal 30 Minuten braucht es, bis ich von Götham aus am Mittelgebirge bin. Und doch bin ich sehr selten dort unterwegs. Wer hier schon eine Weile mitliest, kann sich den Grund denken: Ich kann die meisten anderen Motorradfahrer nicht ausstehen, und natürlich ziehen ziehen die einzigen vernünftigen Berge in ganz Nord- und Mitteldeutschland Moppedfahrer aus dem ganzen Norden sowie aus den Niederlanden und Frankreich an. Gerade im Sommer und am Wochenende ist der Harz voll von Spacken auf zwei Rädern, die die Landstraßen mit Rennstrecken verwechseln. In halsbrecherischen Überholmanövern und mit Drehzahlen im fünfstelligen Bereich heizen die Pfosten von einem Eiscafé zum nächsten und kommen sich dabei vor wie die Helden. Ich ertrage das nur ganz schwer.

Plötzlich die Idee: Wenn ich GANZ FRÜH losfahre, dann habe ich den Harz vielleicht ein paar Stunden für mich und kann mir vielleicht mal die Hängebrücke über der Rappbodetalsperre ansehen. Gesagt, getan. Der neue Helm musste eh Probe gefahren werden, warum also nicht dafür mal etwas eher aufstehen.

Es ging über Bad Lauterberg nach Braunlage, Elbingerode, Rottleberode, Nordhausen und wieder zurück.

Der Harz hat mich überrascht. Durch die Dürre sind die Laubbäume vielerorts so vertrocknet, das die Wälder schon nach Herbst aussehen.

BAROCCA-CAM01

BAROCCA-CAM01

Die Talsperren sind, wen wundert´s, ziemlich runter mit dem Pegel. Vermutlich müsste es jetzt ein Jahr lang regnen UND einen Winter mit viel Schnee geben, um die wieder ganz aufzufüllen.

Die Harzwasserwerke schreiben:

Die hohen Temperaturen führen auch zu einer hohen Verdunstung in unseren Talsperren im Westharz. Rund 50.000 Kubikmeter Rohwasser gehen so verloren – am Tag. Das entspricht dem täglichen Wasserverbrauch von rund 400.000 Personen.

Allein an der Granetalsperre, der größten Trinkwassertalsperre der Harzwasserwerke, verdunsten rund 15.000 Kubikmeter Rohwasser am Tag. Im Zeitraum von Februar bis Juli 2018 sind im Oberharz nur 297 Millimeter Niederschlag von den Harzwasserwerken gemessen worden. Damit ist dieser Zeitraum der trockenste seit Beginn der Wetteraufzeichnungen der Harzwasserwerke 1857. Im Juli sind nur 19 Millimeter an der Messstation in Clausthal- Zellerfeld im Harz verzeichnet worden. Er ist damit der zweitrockenste seit 1857.

Die Harzwasserwerke versorgen übrigens mit Fernleitungen sogar Bremen mit Wasser und sind einer der wichtigsten Wasserlieferanten in Deutschland.

Das mit dem „Früh-aufstehen-und-und-vor-allen-anderen-an-der-Talsperre-sein“ ging leider nicht so ganz auf: Als ich um halb Zehn an der Rappbodetalsperre ankam, war die schon überlaufen. Hunderte von Menschen waren hier schon unterwegs, beide Parkplätze belegt, die Zufahrtsstraßen zugeparkt. Ich verlor spontan die Lust und fuhr nach Hause.

BAROCCA-CAM01

Trotzdem ein netter 200 km-Trip.

BAROCCA-CAM01

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Verfasst von - 19. August 2018 in Motorrad

 

Nachtflug in die Vergangenheit

Unterwegs mit der ZZR in einer heißen Hochsommernacht.

Die Vorstellung ist vorbei, die Menschen strömen aus dem Theater und hinaus in die warme Sommernacht. In den Straßen der Innenstadt sind vereinzelt Stehtische aufgebaut, an denen die Festspielbesucher noch schnell einen Sekt oder einen Wein nehmen, um dann langsam zurück zu ihren Autos zu schlendern.

In einer Seitengasse wartet unter einem Torbogen die Renaissance. Die geduckte Silhouette der ZZR 600 sieht ein wenig aus wie ein Tier in Lauerstellung. Ich kicke den Seitenständer weg und und drücke den Startknopf. Der Motor erwacht zum Leben und brummelt vor sich hin. Vorsichtig lenke ich das Motorrad hinaus auf die Straße, dabei leicht schwankenden Fußgängern ausweichend.

Wenige Minuten später lässt die Kawasaki die kleine Stadt hinter sich. Das hier ist Harzvorland – bergig, von Landwirtschaft geprägt. Hinter der dunklen Silhouette einer waldbekrönten Bergkette ist noch ein letzter Schimmer von Sonnenuntergang zu erahnen, aber über die Ebene vor mir hat sich schon die Nacht gesenkt. Die Welt besteht nur noch aus Dunkel, in verschiedenen Grauabstufungen.

Ich drehe am Gasgriff, und das Motorrad beschleunigt und schießt über die Bundesstraße. Die ZZR kennt zwei Betriebsmodi: Unter 5.000 Touren brummt der Motor sanft vor sich hin, darüber beginnt er plötzlich zu brüllen. Jetzt brummt sie, energiegeladen, kultiviert, elegant.

Es ist kurz nach 22 Uhr, was in diesem Sommer bedeutet: Die Temperaturen sinken gerade erst langsam unter 30 Grad. Der Fahrtwind ist warm, es fühlt sich fast an, als ob man sich einen Föhn ins Gesicht hält.

Links und rechts fliegen die Getreidefelder an mir vorbei, im Dunkel nur durch die gleichmäßigen Hügel zu erahnen. Ich atme tief ein. Es riecht nach warmem Asphalt, nach Staub und nach geschnittenem Korn. Die Gerüche und die warme Nachtluft rufen Bilder wach. Meine Güte, wie lange ist es her, dass ich das letzte Mal um diese Zeit hier mit dem Motorrad lang gefahren bin?

Kurzentschlossen biege ich auf eine kleine Landstraße ab. In einiger Entfernung rumpelt ein Mähdrescher durch die Feldmark. Der Ernter ist rundherum mit Scheinwerfern bestückt. Im Flutlicht sieht man, das die Maschine eine riesige Staubwolke um sich herum produziert. Es sieht aus, als würde sie in einer eigenem Blase aus körnigem Licht in einer See aus Schatten existieren.

Die Gegend hier ist voller kleiner Dörfer. Alte Bauerndörfer, die oft nur aus wenigen Höfen bestehen. Heute werden die meisten davon nicht mehr bewirtschaftet. Wenn ich nicht wüsste, dass jetzt so ein Winz-Ort vor mir liegt, dann würde ich den nicht mal richtig wahrnehmen, so schnell ist die Kawasaki auf der einen Seite rein und auf der anderen Seite schon wieder raus.

Die Landstraße ist übersät mit Schlaglöchern. Sie führt den Bergkamm hinauf und in den Wald hinein. Hier ist es kühler. Die Straße wird schmaler und windet sich in einige Serpentinen. Ich nehme die Geschwindigkeit zurück. In diesen Wäldern gibt es noch jede Menge Rehe, mit denen würde ich Tuchfühlung gerne vermeiden.

Nach wenigen Minuten öffnet sich der Wald und gibt den Blick auf das Leinetal frei. Vor mir liegt mein alter Heimatort. Früher hat der bei Nacht gestrahlt. Die Natriumdampflampen der Bahnstrecke und des Güterbahnhofs, das große Postzentrum, die erleuchteten Häusern des Ortes, das alles füllte das Tal mit hellen Lichtern. Ich habe den Anblick geliebt, besonders von dieser Straße aus.

Jetzt strahlt der Ort nicht mehr. Nur vereinzelt leuchten Straßenlampen und Häuser an den Berghängen und bilden einen Flickenteppich aus Lichtern, in dem große Stücke zu fehlen scheinen. Kein Wunder. Das Postzentrum ist schon lange geschlossen, und seit dem Neubau der ICE-Trasse, die über das Tal hinweg statt durch es hindurch führt, und der Automatisierung, spielt der Bahnverkehr kaum noch eine Rolle.

Vor 30 Jahren war das eine Katastrophe, fast der ganze Ort war auf einen Schlag arbeitslos. Wer konnte zog weg, die Alten blieben. Heute siedeln sich vereinzelt wieder junge Familien hier an. Menschen, die woanders arbeiten, aber die Lebensqualität des Wohnens auf dem Dorf schätzen. Von den jungen Familien sind viele aber gerade viele in den Sommerferien, und so liegt der Ort heute Nacht da, als würde er schlafen.

Ich lenke das Motorrad die Straße zum Dorf hinab und spüre, wie ich dabei wieder in die warme, abgestandene Luftschicht komme, die im Tal steht. Ich biege nach Süden ab, dem Verlauf des Leinetals folgend, unter der hohen ICE-Brücke hindurch und weiter die Landstraße entlang. Die Bäume stehen hier in einer engen Allee. Es ist in diesem Sommer schon so lange so heiß, dass das Laub der Bäume vertrocknet und abfällt. Die Renaissance zieht einen Wirbel aus Staub und trockenen Blättern hinter sich her, aber im Dunkeln sieht das niemand.

Als Stadtmensch vergisst man ja gerne, wie dunkel so eine Nacht ist. In der Stadt gibt es immer eine Straßenbeleuchtung, die den Namen auch verdient. Aber hier, auf dem Land, ist es stockduster auf den Straßen zwischen den Orten. Hier braucht man wirklich noch das Fernlicht um etwas zu sehen – das benutze ich sonst nie. In den kleinen Dörfern ist es nicht viel besser. In den meisten hängen noch ganz alte Straßenlaternen mit Quecksilberdampflampen. Die machen kein Licht, die erzeugen nur Schatten.

Als Stadtmensch vergisst man, wie dunkel so eine Nacht auf dem Dorf sein kann.

Immerhin tun sie das mittlerweile die ganze Nacht hindurch. Ich kenne noch die Zeit, als um ein Uhr alle Straßenlaternen auf dem Dorf abgeschaltet wurde. Dann war die Welt wirklich stockduster.

Ich brauche auf diesen Straßen keine gute Beleuchtung. Das hier ist MEINE Strecke. Hunderte Male bin ich hier bei Nacht lang gefahren, zum und vom Dienst in der Nachschicht eines Schnellrestaurants in der Kreisstadt. Erst als Schüler, mit meiner Simson, später als Student mit der 450er Honda. Ich kenne hier jede Kurve, jeden Hügel.

Ich fluche, als unvermittelt eine Fahrbahnverschwenkung mit einer Verkehrsinsel aus dem Dunkel auftaucht. Muss neu sein, gebaut irgendwann in den letzten 15 Jahren. Soll wohl verhindern, dass man mit Tempo 100 in das nächste Dorf reinballert. Tja, klappt nicht.

Die Kawasaki fliegt weiter durch die Nacht. Ein Hase bricht aus dem Gebüsch links der Straße, springt mit langen Sätzen durch das Scheinwerferlicht und verschwindet auf der anderen Straßenseite in einem Feld. Von einer weiteren Bergkuppe aus kann man ein halbes Dutzend der kleinen Dörfer auf den umliegenden Bergen glimmen sehen, wie abgestürzte Glühwürmchen. Zwischen ihnen kriechen Erntemaschinen in ihren staubgefüllten Lichtblasen herum.

Die Nacht riecht. Vorhin nach Getreide und Staub, dazwischen nach warmem Asphalt und jetzt nach Gülle. Die Bauern hier in der Region treiben seit Jahrzehnten mit Schweingülle die Nitratwerte des Grundwassers in schwindelerregende Höhen. Wenn die Güllebecken besonders voll sind, kippen sie die Schweinescheisse mehrfach am Tag auf die Felder – auch heimlich, in der Nacht.

Wenige Minuten später zieht die ZZR über den Stadtring der Kreisstadt. Nur wenige Autos sind noch unterwegs. Aus purer Nostalgie fahre ich meinen alten Arbeitsweg aus Studentenzeiten bis zum Ende. Da liegt es, das Schnellrestaurant. Es hat einen neuen Anstrich bekommen, ansonsten hat sich nichts geändert. Noch immer stehen Jugendliche mit ihren tiefergelegten Autos davor.

Wieviel Lebenszeit habe ich hier verbracht? Ich kenne noch jede Ecke. HIER ist der kleine Vorsprung, unter dem ich immer mein Motorrad geparkt habe und DORT der Eingang zur Papierpresse und DA ist die Tür zum „Fettraum“.

Die Terrasse ist voll besetzt, und das um diese Zeit. Es sind halt Ferien. Das goldene „M“ spiegelt sich im silbernen Lack der Renaissance, als das Motorrad langsam um das Gebäude herumrollt. Der Fahrer eines VW UP fühlt sich davon wohl proviziert. Er startet den Motor und hängt sich an mein Heck. Ich sehe in den Rückspiegel. Das Wägelchen liegt so tief auf dem Asphalt, dass es aussieht, als ob es aufliegt. Dazu De-Branding, Breitreifen, Spoiler, Effektlackierung, Überrollkäfig. Der Fahrer lässt den Motor aufheulen. Ich verdrehe die Augen und setze in Gedanken einen Sportaufpuff auf die Liste, vermutlich mit entferntem Mittelschalldämpfer. Meine Güte. Die Kiste sieht super albern aus, und vermutlich kommt sie allein wegen der Breitreifen kaum von der Stelle. Und diese Kasperkiste will sich mit einem Sportmotorrad messen?

Ich setze den Blinker und biege auf die Bundesstraße ab. Hinter mir gibt die gummibereifte Kasperbude Gas und rutscht im Slide um die Kurve, dann drückt der Fahrer voll auf die Tube. Im Rückspiegel sehe ich das Autochen auf mich zuschießen und zum Überholen ansetzen. Zum „Verblasen“, wie die Spinner hier das nennen. Sie begreifen alle anderen Fahrzeuge als Duellanten, die es zu besiegen gilt. Sieg durch Verblasen. Hatte ich verdrängt, aber natürlich gehört auch DAS zu meiner Vergangenheit. Die nächtlichen Auseinandersetzung mit widerlich dummen Vollpfosten, die nur eine große Klappe und getunte Autos haben, sonst aber nichts im Leben.

Ich mache mir nicht mal die Mühe mich an den Tank zu ducken, sondern schalte fast geistesabwesend einen Gang runter und drehe am Gasgriff. Der Drehzahlmesser springt über 5.000 Touren, die Renaissance spannt die Muskeln, dann brüllt sie auf, beschleunigt und schießt davon ins Dunkel jenseits des Ortsschilds. Im Rückspiegel sieht es so aus, als ob der Up plötzlich steht – das Autochen wird kleiner und kleiner und ist schon aus dem Sichtfeld verschwunden. Das Ganze hat nur wenige Sekunden gedauert, aber das hat gereicht – der Tacho steht fast bei 200, und der Drehzahlmesser wütet im fünfstelligen Bereich herum. Ich trete auf die Bremse und schalte wieder in den sechsten Gang. Die ZZR scheint in sich zusammen zu sinken, sich zu entspannen, und das Brüllen des Motors weicht wieder dem kultivierten Brummen.

Der Tacho geht nicht aus Spaß an der Freud so weit.

Die Renaissance fliegt über die Bundesstraße, von der ich auch hier jede Kurve aus dem Gedächtnis fahren könnte. Einen Hügel weiter sehe ich schon die Lichter von Götham, und die Straße macht eine Biegung, die es früher so nicht gab. Das hier ist die NEUE Bundesstraße, die alte führt weiter westlich entlang und ist jetzt verkehrsberuhigt. Schade, war immer angenehm zu fahren, auch nachts. Immerhin ist auf der neuen Tempo 120 erlaubt, und die ZZR saugt gierig die Nachtluft in ihre Lufteinlässe und macht dabei manchmal Geräusche wie Airwolf. Also, wie der Hubschrauber „Airwolf“ aus der alten Fernsehserie, nicht wie die alterschwachen Händetrockner.

Als die Renaissance in die Stadt hineinrollt, muss ich kurz gegen den Drang ankämpfen in die Innenstadt zu fahren, wo ich als Student mal gewohnt habe. Da gibt es eine Wohnung, an die habe ich heute noch tolle Erinnerungen an warme Sommernächte. Mein Gott, das ist nun auch schon über 20 Jahre her…
Ich werde alt. Und als alter Mann muss man früh ins Bett. Ich ziehe die Kawasaki auf einen Zubringer und bin eine Viertelstunde später zu Hause.

Das Motorrad kühlt mit leisem Knacken ab, als ich das Garagentor zuziehe. Ich bin in nachdenklicher Stimmung, versunken in Erinnerungen. Interessant, wie eine Sommernacht Dinge an die Oberfläche spült, an die ich schon lange nicht mehr gedacht habe. Auf einem Motorrad erlebt man die Umgebung und Eindrücke viel intensiver als in einem Auto, und so kann eine einfache Heimfahrt zu einer Reise in die eigene Vergangenheit werden.

 
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Verfasst von - 9. August 2018 in Historische Anekdoten, Motorrad

 

War ja klar…

War ja klar: Einen Tag, nachdem ich eine Großbestellung Briefmarken aufgegeben habe, passiert das hier:

Dieses schlechte Timing habe ich voll drauf. Als die Post zum Jahresbeginn 2015 Ihre Preise auf 62 Cent anhob, hatte ich gerade unser Lager mit 60 Cent Briefmarken voll gemacht. Ich hatte ernsthaft vermutet, dass die zuvor erfolgte Anhebung von 55 auf 60 Cent für lange Zeit die letzte war, aber Pustekuchen: Kaum, das die letzte 5-Cent-Zusatzmarke verklebt war, mussten wir nun auf jeden Brief eine 60er und eine 2-Cent-Marke kleben.

Die 2-Cent-Zusatzmarken hatte ich natürlich auch in größeren Mengen gekauft. Was dann passierte, ist klar: Die Post hob innerhalb eines halben Jahres das Porto NOCHMAL um sechs acht Cent an, von 62 auf 70. Das hieß: eine 60er und fünf zweier. Zeitweise klebten so viele Marken auf unseren Geschäftsbriefen aus, das es aussah, als würden wir eine Brieffreundschaft mit Australien pflegen.

Nun also die Anhebung von 70 auf 80 Cent. Ich gehe schon mal Zusatzmarken kaufen.

 
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Verfasst von - 8. August 2018 in Berufsleben

 

Thermische Erregungsprüfung

Ich musste mich gerade einer „peripheren, thermischen, vestibulären Erregungsprüfung“ unterziehen. Das kam so.

Am Samstag lungerte ich so auf dem Balkon rum und dachte mir: Mensch, hier könnteste mal wieder fegen. Also ich den Besen in die Hand und so feg, feg…

Plötzlich wurde mir leicht schwindelig, und der leichte Piepton, den ich in den Tag schon gelegentlich im Ohr hatte, wurde lauter. Und dann war plötzlich das linke Ohr taub. Einfach so.

Das blieb auch so, für den Rest des Samstags. Auf dem linken Ohr hörte ich nahezu gar nichts, außer diesem unangenehmen Piepton. Das sind so die klassischen Anzeichen für einen Hörsturz. Früher hätte man gesagt: „Uh, Hörsturz! Notfall! Blaulicht, Tatütata, Krankenhaus, Cortisoninfusion!“

Macht man aber heute nicht mehr, heute sagt man erst mal: Abwarten, Tee trinken, in den meisten Fällen geht das nach 24-48 Stunden von alleine weg.

Tatsächlich war es am nächsten Tag ein wenig besser. Der Piepton war leiser, aber das Gehör war immer noch so, als hätte ich ordentlich Wasser im Ohr. Am Tag drauf auch, also bin ich dann mal zur HNO-Ärztin gegangen. Die hat erst in die Ohren geguckt, um zu gucken, ob die auch sauber sind und nichts den Hörgang verstopft. Dann gab´s einen Hörtest, bei dem man halt einen Knopf drücken muss, wenn man einen Ton hört. Die Frequenzen der Testtöne ändern sich, und genau auf der Frequenz des Tinnitus hört man lange Zeit nichts.

Dann kam das, was ich noch nicht kannte: Die thermische, vestibuläre Erregungsprüfung. Die geht so: Man bekommt 44 Grad warmes Wasser ins Ohr gespült, dann fällt man einfach um. Deshalb ist es gut, dass man dabei auf einer Liege liegt, wegen der Verletzungsgefahr und so.

Das warme Wasser regt nämlich das Gleichgewichtsorgan im Ohr an. In den Bogengängen beginnt Flüssigkeit zu rauschen, und nahezu sofort wird einem schwindelig. Das Zimmer beginnt sich so rasant zu drehen, als hätte man gerade einen doppelten Absinth auf Ex getrunken.

Das sieht man aber nicht, denn man trägt eine Art Skibrille, und in der ist es absolut dunkel. In der Brille sind Videokameras, die die Augenbewegung messen. Je nachdem, ob das warme Wasser im linken oder im rechten Ohr war, dreht sich das Zimmer nach links oder rechts. Das sagt zumindest der Gleichgewichtssinn den Augen, und die versuchen das zu erfassen und zucken in einem wilden Stagmus entgegen der Drehrichtung. Zucken die Augen nicht, ist der Gleichgewichtssinn angeschlagen.

Faszinierend, oder? Ich zumindest hatte von diesem Test noch nie was gehört. Und man, ist der unangenehm. Wie Achterbahnfahren im Dunkeln.

Am Ende die Diagnose: Mit meinem Gleichgewichtssinn ist alles OK, mit dem Rest auch. Es war wohl tatsächlich ein Hörsturz. Aber wo kam der her? Stress habe ich aktuell nicht, was also hat das ausgelöst? Die Ärztin zuckt mit den Schultern. „Kann schon mal am Wetter liegen. Oder Sie haben zu wenig getrunken. Oder beides“.

Oder Balkon saubermachen ist einfach ungesund. Man weiß ja nie. Um auf Nummer sicher zu gehen, sollte ich besser auch auf Fensterputzen verzochten und Staubwischen meiden.

 
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Verfasst von - 31. Juli 2018 in Ganz Kurz

 

Momentaufnahme: Juli 2018

Herr Silencer im Juli 2018

Oh, guck mal, da schmelzen die Steine!

Wetter: Der Monatsanfang ist warm. In Norddeutschland ist bereits seit Mai kein Regen mehr gefallen, in Süddeutschland toben sich nochmal Unwetter aus, dann wird es auch dort trocken. Danach wird es immer wärmer, und zum Monatsende rollt eine Hitzewelle über´s Land. Tagsüber über 30 Grad, die Nächte bringen kaum Abkühlung. Plötzlich verstehen die Deutschen, warum in Südeuropa zwischen Mittags und Abends nicht viel passiert.


Lesen:

Lemony Snicket: A Series of Unfortunate Events 10: The Slippery Slope [Kindle]
Die Baudelaire-Waisen Violet, Klaus und Sunny folgen dem finsteren Grafen Olaf in die Berge, wo das Hauptquartier der geheimnisvollen Organisation FF zu finden sein soll. Es ist tatsächlich dort, und die Kinder müssen sich entscheiden, ob sie ihr Ziel erreichen wollen, indem sie ähnliche Methoden wie Olaf anwenden, oder lieber doch nicht.

Endlich geht es voran! 9 Bücher lang wiederholte Snicket immer den gleichen Ranz: Die Waisen bekommen einen neuen Vormund, der von Graf Olaf reingelegt wird, und alle Erwachsenen sind zu dumm das zu kapieren. Jetzt geht es zumindest etwas voran, und nicht jeder handelt wie der letzte Volldepp. Langatmig ist es natürlich trotzdem.

Lemony Snicket: A Series of Unfortunate Events 11: The Grim Grotto [Kindle]
Die Baudelaire-Waisen finden neue Verbündete. Vielleicht. Denn sie lernen, was „volatil“ bedeutet: Menschen stehen nicht immer nur auf der einen oder der anderen Seite. Und auch FF ist nicht unbedingt nur gut, sondern hat sogar mit tödlichen Biowaffen experimentiert. Eine davon fällt Graf Olaf in die Hände, der damit Sunny infiziert. Die jüngste Baudelaire hat nur noch eine Stunde zu leben.

Auf die letzten Meter werden die Stories immer düsterer. Waren Gut und Böse in den vorherigen Bände klar verortbar, verschwimmen hier Grenzen und Fragen nach Moral und dem inneren Kompass werden aufgemacht. Stellenweise wieder langatmig, aber spannender als die ersten 10 Bücher.

Lemony Snicket: A Series of Unfortunate Events 12: The Penultimate Peril [Kindle]
Snicket hilft den Kindern, Undercover in einem Hotel zu ermitteln. Das ist ein kafkaesker Albtraum voller Personen aus der Vergangenheit der Kinder. Schließlich erfahren sie den Grund ihres Anwesenheit: Sie werden zusammmen mit Graf Olaf vor Gericht gestellt. Am Ende wird Violet zur Verräterin, Sunny zur Brandstifterin, und gemeinsam schließen sie sich Graf Olaf an.

WTF did I just read? Endlich werden Geheimnisse gelüftet, Geschehnisse erklärt und es geht mit großen Schritten Richtung Finale. Das vielleicht nicht so wird, wie man es sich wünschen würde.

Lemony Snicket: A Series of Unfortunate Events 13: The End. [Kindle]
Die Baudelaires stranden mit Graf Olaf auf einer Insel, die voller seltsam bedröhnter FF-Aussteiger ist. Am Ende sterben alle. Also, fast.

Hm. Tja. Ein „und sie lebten Glücklich und zufrieden bis an ihr Ende“ konnte man wohl auch nicht erwarten, bei dieser Buchreihe. Aber der letzte Band ist nochmal würdig absurd und bringt zumindest einige Dinge zu Ende. Natürlich längst nicht alles, Snicket lässt ganze Elefantenhorden unerklärt im Raum stehen. Das mag unbefriedigend sein, erhält aber den mysteriösen Charme seiner Welt.


Hören:

Ramin Djawadi Westworld, Season II

Großes Kino, dieser Soundtrack. Klassiker wie „Paint it black“ und „Seven Nation Army“ in einem so verspielten indischen bzw. Western-Stil, dass man sie erst nicht erkennt. Könnte ich gerade stundenlang hören.


Sehen:

Westworld Season 2
Im Vergnügungspark „Westworld“ können Menschen den wilden Westen nacherleben und Abenteuer mit und gegen lebensechte Roboter bestehen. In Staffel 1 erwachte in diesen „Hosts“ ein Bewusstsein, was in einem Massaker an Parkbesuchern endete. Staffel 2 beginnt unmittelbar danach. Ein Rettungsteam der Betreiberfirma Delos landet im Park, um überlebenden Menschen zu helfen und die Geheimnisse von Delos zu schützen. Die kommen aber Stück für Stück ans Tageslicht und enthüllen, wozu der Park und die Hosts wirklich da sind.

Wow, was für eine Staffel. Wieder wird mit unterschiedlichen Zeitebenen und cleveren Twists gespielt. „Westworld“ ist vom Twistniveau her quasi „Sixth Sense“ im Serienformat: Sobald ein Twist kommt, ergibt alles vorher einen (anderen) Sinn. Dann kann man die alten Episoden nochmal schauen und stellt fest: Es gab jede Menge Anzeichen und Hinweise, man hat sie bloß nicht gesehen. Ich ziehe meinen Hut vor den Autoren. Das hier erstklassige Schauspieler am Werk sind (Anthony Hopkins! Thandie Newton!) macht die Sache noch besser. Die 10 Episoden gehören zum Besten, was man sich dieses Jahr angucken kann.

Deadpool 2 [Kino]
Wilson Wade erleidet ein Trauma, das den ohnehin leicht irren Söldner mit dem hohen Regenerationsfaktor komplett aus der Bahn wirft. Er versucht sich den X-Men anzuschließen, mit erwartbarem Ausgang: Deadpools Lösungen sind zu blutig für die jugendfreien Kuschelmutanten. Also stellt Deadpool sein eigenes Team zusammen: Die X-Force!

Alter, was für eine Achterbahn. Anders als Teil 1, der zwar lustig war, der aber nach einer Stunde IMMER NOCH AUF EINER VERDAMMTEN AUTOBAHNBRÜCKE FESTSTECKTE, hat Teil zwei die Handbremse gelöst. Hier geht es ständig auf und ab, Over-the-Top-Actionsequenzen und blutige Gewalteinlagen wechseln sich im Minutentakt mit Gag-und Slapstickeinlagen ab. Das funktioniert nicht immer, aber bei der schieren Masse an Gags oft genug um gut zu unterhalten.

Auch einige „WTF-Das-nachen-die-doch-nicht-wirklich-Momente“ sind dabei. Allein wenn die X-Force ihren ersten Auftrag angeht und dann binnen Sekunden alle Charaktere… aber das wäre jetzt ein Spoiler. Das sich Deadpool bewusst ist, das er in einem Film mitspielt, und deshalb auch gelegentlich die vierte Wand durchbricht, macht die Sache noch abgedrehter. Am irrwitzigsten sind die Post Credits, in der Deadpool in der Zeit zurückreist um… Dinge zu korrigieren, die im X-Men-Universum oder in der Karriere von Ryan Reynolds schiefgelaufen sind. Da hing ich japsend im Kinosessel.

Ready Player One
In der Zukunft: Dank Klimawandel und Handelskriegen ist die Welt am Arsch. Interessiert aber keinen, denn alle Menschen sind ständig in der „Oasis“ unterwegs, einer virtuellen Welt, in der jeder alles sein kann. Die hat ein lange verstorbener Nerd gebaut, der sie demjenigen verspricht, der drei Rätsel löst, die irgendwie mit der Pop- und Gameskultur der 80er zusammenhängen. Problem dabei: Die Rätsel sind als Eastereggs in der Oasis versteckt. Ein junger Schatzjäger stolpert schließlich über ein Easteregg und hat prompt einen Megakonzern am Hacken, der zu gerne selbst die Kontrolle über die Oasis hätte.

Tja, nun. „Ready Player One“ fand ich schon als Buch nicht toll, weil es keine auch nur halbwegs gute Geschichte erzählte, aber dafür ständig auf der Nostalgietastatur rumklimpert. Der Film folgt der Story lose und macht in der Erzählung einiges besser, es bleibt aber alles platt und vorhersehbar. Wie das Buch ist auch der Film mit Eastereggs überfrachtet. Anfangs ist das noch cool, wenn der Protagonist im DeLorean mit Knight-Rider-Lauflicht durch die Gegend flitzt. Nach einiger Zeit nervt es aber, das wirklich in jeder Szene irgendein lizensierter Charakter oder ein Ding aus einem Film/Spiel/Serie für ein paar Frames durch Bild hampelt. Das wirkt beliebig, hohl und viel zu lieblos. Mit Cameos geliebter Charaktere muss man vorsichtig umgehen, hier werden sie ständig für eine Sekunde gezeigt und sind wieder weg.

Damit hat der Film exakt gar keine Zielgruppe: Die Jüngeren kennen die popkuturellen Anspielungen aus den 80ern und 90ern nicht, wir Älteren können mit der ADHS-Machart nichts anfangen. Angucken ist Lebenszeitverschwendung.

Pacific Rim Uprising
Der Sohn von dem Chef aus dem ersten Teil und eine bratzige Göre treffen nervige Leute und dann hauen sich Riesenroboter in Tokio.

Ach, den ersten „Pacific Rim“ von 2013 gucke ich heute noch gerne. Ein seltsamer Guilliermo del Torro-Film mit Riesenrobotern und Riesenmonstern, die sich gegenseitig prügeln. Das war seltsam und spannend und beeindruckend und litt nur unter dem Protagonisten, der schauspielerisch ein Totalausfall war.

In der 2018er Fortsetzung gibt es einen guten Schauspieler (John Boyega aus Star Wars), aber leider ist nun alles andere bestenfalls medioker. Ausstattung und Effekte sind nach wie vor OK, aber es gibt kein ordentliches Drehbuch, die Geschichte ist schlecht erzählt und wieso unbedingt eine Kinderdarstellerin eingebaut werden musste, weiß keiner so genau. Del Toro hat sich übrigens vor Projektstart zurückgezogen – seine Vision für einen zweiten Teil wurde abgelehnt, und er wiederum fand die Richtung von „Uprising“ nicht gut. Recht hat er.

Logan Lucky
Hinterwäldler planen NASCAR-Arena auszurauben.

Der Trailer sah interessant aus: Adam Kylo Ren“ Driver als einarmiger Barkeeper und Daniel „James Bond“ Craig als Knacki ziehen einen Heist durch, den sich Landei und Bauarbeiter Channing „Möter“ Tatum ausgedacht hat. Das sah in der Vorschau nett und witzig aus, ist es aber nicht. Tatums Vorstellung von Leuten vom Land ist, dass sie stur geradeaus gucken und verwaschen reden, und weil Adam Driver das gleich mal nach macht, läuft die Hälfte des Casts rum, als hätten sie gerade einen Schlaganfall gehabt. Die Story tut irre clever, täuscht aber mit reichlich Deus Ex Machina-Elementen nur vor, das sie auf einem Level wie „Die üblichen Verdächtigen“ und „Layer Cake“ spielt. Am Ende ist eh alles egal, zumindest den Hauptfiguren, warum sollte also der Zuschauer einen Shit geben?

Mal ganz abgesehen von den inhaltlichen Problemen kann ich persönlich Filme über amerikanische Hintlerwäldler gerade schlecht ertragen. Immer, wenn ich einen USA-Cap-tragenden Hillbilly sehe, der an seinem Truck rumschraubt, denke ich „und DU hast also Trump gewählt. Danke, Arschloch.“


Spielen:

L.A. Noire [PS4]
Die USA, 1947. Cole Phelbs kommt aus dem Krieg zurück in ein boomendes Los Angeles: Im Akkord werden hier Häuschen gezimmert und Firmen eröffnet, vor den Hollywoodstudios stehen junge Frauen Schlange und hoffen, die nächste Lauren Bacall zu werden. In der Stadt der Engel kann es jeder schaffen, so die Botschaft. Phelbs geht zur Polizei und wird schnell vom Streifenpolizist zum Detective befördert. Bei der Mordkommission und im Drogendezernat lernt er die dunkle Seite der Stadt kennen: Einen Abgrund aus Gewalt und Verrat, der Phelbs langsam, aber unaufhaltsam hinabzieht und ihn nicht nur korrumpiert, sondern ihm am Ende alles nimmt.

L.A. Noire ist kein neues Spiel. Es kam schon 2011 für PS3 und XBOX360 raus, das hier ist das Remaster mit allem DLC für die PS4. Außer einer höheren Auflösung und sehr gutem Anti-Aliasing hat sich nichts getan. Mir reicht das, denn gerade das Kantenflimmern ist es, wegen dem ich alte Spiele schlecht ertrage.

Ansonsten hat sich kaum etwas geändert: Das Los Angeles des Jahres 1947 ist in der GTA 4-Engine gebaut und nach wie vor groß und mit bemerkenswerten Details versehen, aber auch seltsam leblos und aus matschigen, grauen Texturen gebaut.

Die Untersuchung der Kriminalfälle läuft meistens nach dem gleichen Muster ab: Tatort untersuchen, Beweise sammeln, Verdächtige verhören. Letzteres ist die Core-Gamemechanik, und genau die funktioniert schlecht. Man soll nämlich an den (sehr gut gecaptureten) Gesichtszügen der Personen erkenne, ob sie lügen oder die Wahrheit sagen. Leider sehen meist alle nur aus, als hätten sie schlimme Verstopfung.

Was L.A. Noire aber dennoch besonders und damit auch gut spielbar macht: Es ist was ganz eigenes. Detektivspiele gibt es praktisch sonst nicht, alles fokussiert auf die sehr gut geschriebenen Fälle und die übergreifende Geschichte von Phelbs Abstieg, kein Open-World-Krempel stört die Erzählung. Dafür entlehnt das Spiel nahezu jedes ästethische Element, jedes Stilmittel und jeden dramaturgischen Kniff aus den Filmen der Noir-Bewegung. Harte Kerle, durchtriebene Femme Fatale, verrauchte Bars – alles da.

Das Spiel IST ein spielbarer Film Noir, und das ist sehr toll. Manchmal werden ganze Filmhandlungen 1:1 als Fall präsentiert, so spielt man sich mit Phelbs durch „The naked City“, einem Film-Noir-Archetypen. Außerdem ist das Spiel lang: 21 Fälle gilt es zu lösen, jeder teils mehr als eine Stunde lang, dazu 40 Zufallsevents auf den Straßen, die je ca. 5 Minuten dauern.

Auch aus heutiger Sicht erstaunt immer wieder der Aufwand, mit dem das Spiel produziert wurde. Selbst die kleinsten Nebenfiguren wurden mit guten Schauspielern besetzt, die man auch heute noch in Film und Fernsehen sieht, und die damals noch unbekannt oder fast ausgemustert waren. „L.A. Noire“ ist damit auch ein vergnügliches „Spot the Actor“. Die damals brandneue Facial-Caputuring-Technik beeindruckt auch jetzt noch. In dem Spiel steckt so viel Aufwand, das es nicht nur 7 Jahre in der Entwicklung hing und das australische „Team Bondi“ fast an seinen eigenen Ansprüchen zerbrach – nach dem Release ging das Studio auch pleite, trotz ordentlicher Verkäufe. Die Remaster-Version ist daher auch ein Testament einer großen Vision, für deren Umsetzung viele Menschen Jahre ihres Lebens geopfert haben.


Machen:

Eine Kurztour durch den Spessart. Mit anderen Motorradfahrern!


Neues Spielzeug:

Daytona Touringstar GTX. Die Alpine Starst Web Goretx aht die Sommerreise dahingerafft.

Bild: Louis.de

Archiv Momentaufnahmen ab 2008

 
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Verfasst von - 29. Juli 2018 in Momentaufnahme

 

Der gackernde Busch

Komme ich aus dem Urlaub wieder, hat die hiesige Fauna komische Dinge gemacht. Anscheinend gibt es den Hahn des Nachbarn nicht mehr, der sonst immer mitten in der Nacht über den Zaun geflattert und vor meinem Schlafzimmerfenster aufmarschiert ist, um dann in ohrenbetäubender Lautstärke herumzukrähen, bis er heiser war.

Dafür hat eines der Hühner jetzt Nachwuchs und die Rolle der Anführerin übernommen. Sobald es Mittags richtig heiss wird, führt das Huhn seine vier Küken und drei andere Hühner über und unter dem Zaun durch, marschiert über unseren Rasen und wacht darüber, dass all seine Schützlinge unter dem großen Rhododendronbusch vor unserem Haus Platz nehmen. Darin ist es schattig und kühl, und die Hühner picken und scharren darin herum. Das sieht man von außen natürlich nicht. Von meinem Balkon aus sieht man nur einen Busch, der aus unerklärlichen Gründen wackelt und gackert.

Vor meiner Abreise zur Sommertour versteckte sich ein dickes, braunes Kaninchen irgendwo im Garten. Das ist jetzt weg, dafür sind zwei dicke, schwarze Kaninchen da.

Das eine wird von einer, ebenfalls neu zugezogenenen, Nachbarskatze durch den Garten gejagt. Das sieht merkwürdig aus, weil die Katze sehr klein ist und das Karnickel sehr dick. Würde es nicht weglaufen, sondern sich auf die Katze setzen, wäre die platt.

Das andere Karnickel hat offensichtlich schon mal kargestellt, wer hier der Boss ist. Dementsprechend unbehelligt von der Katze liegt es mitten auf dem Rasen rum und macht mal nix, was bei der Hitze naürlich gut ist.

Wohnen auf dem Dorf. Man muss es einfach lieben.

 
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Verfasst von - 25. Juli 2018 in Ganz Kurz

 

Telegonen

„Telegon“ – Da hat die Autokorrektur doch glatt einen Begriff rausgewürgt, der sich anhört, als hätte sie ein Telefon mit Klingonen gekreuzt.

Wie sowas wohl aussähe? Haarige, stacheliges Smartphones, deren Sprachassistenten extrem launig und unfreundlich sind?
Braucht niemand, oder?

Obwohl – vielleicht wäre das sogar ganz cool, wenn das Telegon nur aktiv wird, wenn man dummes Zeug damit macht. Also, wenn zum Beispiel ein Autofahrer während der Fahrt anfängt eine Textnachricht zu verfassen, dann könnte ihn das Telegon unvermittelt und auf voller Lautstärke anbrüllen „LASS DAS, DU FLACHSTIRNIGER TARG!“ und den Dienst verweigern. Oder wenn ein Schwachmat im Kino lieber Facebook guckt, dann könnte das Telegon die „Schmerzstock“-Funktion einsetzen.

Doch, wenn ich so drüber nachdenke, hätte ich gerne in jedem Handy einen Telegonen.
Gott, ist das warm hier.

 
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Verfasst von - 23. Juli 2018 in Ganz Kurz

 

Top 3 Roaming-Fallen in Europa

Wenn mal wieder jemand fragt, was die EU für uns getan hat, dann weise man diese Person bitte (als eines von VIELEN Beispielen) auf die Regelungen zum Roaming hin.

Bis vor wenigen Jahren konnte man sich in heftige Schulden katapultieren, wenn man sein Telefon zum Telefonieren oder für die Datennutzung im Ausland verwendete. War man damit zu sorglos, standen bei der Rückkehr schlimmstenfalls hunderte oder gar tausende Euro auf der Telefonrechnung. Die EU führte dann erst den „Kostenairbag“ ein, eine Obergrenze von ca. 60 Euro, bei deren Erreichen man deutlich informiert wurde. So wusste man wenigstens, dass man für das Abrufen von Mails und einmal Wetter-App öffnen gerade den Gegenwert eines luxuriösen Abendessens verbrannt hatte.

Seit Juni 2017 gibt es Obergrenzen für einzelne Leistungen und es gilt das RLAH-Prinzip, Roam-like-at-Home. Das besagt im Wesentlichen: Was man zu Hause an Vertragsleistungen inklusive hat, soll (mit wenigen Ausnahmen) auch im EU-Ausland gelten. Das heißt, man kann eigentlich in den Einstellungen von Smartphone und Tablet den „Roaming“-Knopf immer auf „an“ lassen, oder?

Leider nicht, denn es gibt immer noch Fallen. Bei einer Fahrt durch Europa kommt man durchaus in Ecken, die nicht Europa sind. Denkt man aber meist nicht dran, weil man sich ja so an eine Welt ohne Grenzen gewöhnt hatte. Ich persönlich kenne drei fiese Fallen, in die ich selbst, Freunde oder Bekannt getappt sind. Hier sind sie, geordnet nach Grad der Perfidität:

Platz 3: Die Schweiz
Die Schweiz ist nicht Europa. Ist eigentlich klar, denkt man vielleicht sogar noch dran. Aber: Schon im Dreiländereck bei Basel versagt die deutsche Telekom, und mein Telefon switchte auf Schweizer Mobilfunkbetreiber um. Vorher aber auf Französische. Mehrfach. Über jeden Switch gab es Info-SMS. Bei EU-Betreibern steht dann nur drin: Alles gut, kostet jetzt nicht so viel. Und zwischen all den „Alles gut“-SMS steckt dann eine von einem Schweizer Unternehmen. Übersieht man die, wird es Übel: 50 KB Daten kosten in der Schweiz 0,49 Euro. Das bedeutet: Ein Mal Spiegel Online aufrufen kostet 12 Euro. Halleluja! Hey Schweiz, die 90er haben angerufen, die wollen ihre Preise wiederhaben. Odr.

Platz 2: Fähren
Fährste auf ner Fähre von einem EU-Land ins andere, hast die ganze Zeit tollen Mobilfunkempfang eines Mobilfunkbetreibers aus der EU, kann gar nichts passieren, oder?
Denkste. Sobald sich das Schiff außerhalb der Sieben-Meilen-Zone bewegt, ist es in internationalen Gewässern und nicht mehr in der EU. Der gute Handyempfang kommt daher, dass das Schiff selbst einen GSM-/LTE-Mast mit sich rumfährt. Der hängt aber an einer Satellitenverbindung, und kann die Sache teuer machen. Ein Mal Wetterkarte geguckt, zack, 40 Euro weg. Man sieht das nicht mal, denn der Mobilfunkbetreiber des Mastens am Schiffs ist der gleiche wie auf dem Festland. Wer also auf einem Schiff ohne kostenloses WLAN auf dem Meer unterwegs ist, der sollte am Besten den Flugmodus von Telefon und Tablet nutzen.

Platz 1: Monaco
Ehrlich gesagt habe ich nie einen Gedanken daran verschwendet, dass die Stadtstaaten in Südeuropa eben nicht zu Europa gehören. Warum auch? San Marino, Seborga, der Vatikan und Monaco sind zu klein um relevant zu sein. Dementsprechend haben sie auch keine eigene Währung und keine eigene Infrastruktur. Sie nutzen die Infrastruktur der sie umgebenden Länder, dazu gehört auch der Mobilfunk. Im Fall von Monaco muss man allerdings die Vergangenheitsform verwenden, denn das pissige Mini-Herzogtum hat sein eigenes Mobilfunknetz hochgezogen. Schon 2016, was an mir völlig vorbeigegangen ist. Früher konnte man in dem zähflüssigen Verkehr aus Nobelkarossen, der den Felsen der Reichen und Adligen umschwappt wie Teer, einfach an Monaco vorbeieiern. Heute empfiehlt sich ein kurzer Stopp weit vor dem Felsen, um das Roaming abzuschalten. Ansonsten wird es schnell teuer: 1 MB GPRS-Verbindung kosten 10 Euro, und da jeder von uns in seinem Bekanntenkreis Spezialisten hat, die per Mail oder Whatsapp unkomprimierte, 5 Megabytegroße Bilder ihres Mittagessens oder HD-Videos ihrer brabbelnden Kinder versenden, wird eine Vorbeifahrt am Fürstentum recht schnell sehr teuer. Das Perfide: Man merkt den Landeswechsel ja nicht mal, denn Grenzen, die gibt es zumindest zu Monaco nicht mehr.

Kennt ihr weitere Roamingfallen? Ich bin gespannt auf Kommentare!

 
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Verfasst von - 20. Juli 2018 in Reisen, Service

 

Das Alpine Stars Tech Air-System in der Praxis: 7.500 Kilometer Update

Wie fühlt es sich eigentlich an, auf einem Motorrad mit einer Jacke zu fahren, die rund herum einen Airbag eingearbeitet hat? Wie ist es, auf dem Rücken Gaskartuschen und einen Computer durch die Gegend zu tragen? Irritiert es, das am Unterarm Status-LEDs leuchten? Und am wichtigsten: Ist das alltagstauglich? Ich habe in den vergangenen zwei Monaten rund 7.500 Kilometer Erfahrung mit dem Tech Air-System von Alpine Stars gesammelt, im Alltag, auf Kurzstrecken und während einer Fernreise nach Südeuropa. Jetzt bin ich von der Reise zurück, aber das Tech Air hat es nicht mit mir zusammen nach Hause geschafft. Das kam so.

Disclaimer: Ich habe den Tech-Air-Kram selbst und ganz regulär zum Ladenpreis gekauft. Ich habe keine Geschäftsbeziehungen zu Alpine Stars, und dies ist auch kein Kooperations- oder Werbartikel. Sowas verpöne ich.

Seit Mitte Mai bin ich Besitzer eines Tech-Air-Systems. Das besteht aus zwei Teilen: Einer Tourenjacke und einer Airbagweste. Die Jacke ist ein fast ganz normales Kleidungsstück aus Polyamid und Leder, mit einem herausnehmbaren Membran- und einem Thermofutter.

Ganz genauso wie fast alle anderen Tourenjacken auch. Die Unterschiede zu normalen Kleidungsstücken sind kaum sichtbar: Die Jacke hat im Rückenteil zwei Datenkabel, am Frontreissverschluss einen Magnetschalter und linken Unterarm drei Status-LEDs.

Das eigentlich aufregende ist das „Chassis“, wie Alpine Stars die Weste mit dem Airbag nennt. Die wird in die Jacke eingeknöpft und mit den Kabeln verbunden und fühlt sich erstmal an wie eine normale Protektorenweste. Der Rückenprotektor trägt ein wenig auf, genau wie die bekannten „Schildkröten“, die umschnallbaren Schaum- oder Hartschalenprotektoren.

Im Chassis steckt rund herum der eigentliche Airbag, der Brust, Bauch, Nieren, Seiten, Rücken und Oberarme schützt. Im Rückenpanzer stecken zwei Gaskartuschen und der Rechner samt Steuergeräten sowie ein Gyroskop, an jeder Schulter der Weste sitzt ein Beschleunigungssensor.

Wenn man die Jacke schließt, wird damit auch der Magnetsensor am vorderen Reißverschluss aktiviert. Jetzt beginnen die LEDs am Jackenärmel zu blinken und zeigen nacheinander Funktionsbereitschaft und Ladestand der Batterie. Dann beginnt das System mit einem Startcheck und einer Kalibrierung. Während der Kalibrierung sollte man nicht still stehen, aber auch keine Treppe runterspringen, denn der Computer prüft nun die Sensoren und ermittelt so Lage und „Normalzustand“ des Systems.

Nach 20 bis 60 Sekunden ist alles eingepegelt und das System ist einsatzbereit. Ist der Magnetschalter am Frontreissverschluss nicht geschlossen oder die Kalibrierung schlägt fehl oder einer der Sensoren meldet Merkwürdigkeiten, ist der Airbag nicht aktiv. Es kann also nicht passieren, dass man unversehens zum Michelinmännchen wird, weil das System versehentlich auslöst.

Bei Trockenübungen im heimischen Wohnzimmer dauerte die Kalibration oft sehr lange und klappte nur in 80 Prozent der Fälle, weshalb ich schon argwöhnte, dass das ein Nervfaktor sein könnte. Deshalb war ich gespannt, wie sich das Tech Air in der Praxis macht.

Ich habe Jacke und Chassis nun in unterschiedlichsten Situationen und auf zwei verschiedenen Motorrädern getragen. Zum einen auf einer sportlichen ZZR 600, mit der ich 1.000 km kurze Strecken in der Stadt und auf dem Land und Tagestouren gefahren bin, zum anderen auf einer Reiseenduro, mit der ich 1.000 km so rumgekurvt bin und mit der es dann auf eine wochenlange Fernreise in den Süden ging. Da hieß es: Jeden Tag ein Dutzend mal Jacke auf, Jacke zu. Über eine Fahrstrecke von 5.500 Kilometern. Mit Regenkombi. Ohne Regenkombi. Bei Temperaturen von fünf Grad in Regen und Nebel bis hin zu 40 Grad in sengender Sonne. In sehr trockene Luft genauso wie bei Luftfeuchtigkeiten von 100 Prozent, dazu Höhenwechsel von zweitausend Metern binnen kurzer Zeit, und und und.

Ich bin in der Jacke unter allen Bedingungen gefahren, dazu damit gewandert, auf Stadtmauern rumgerannt und durch Höhlen geklettert. Drei Wochen lang habe ich das Tech Air jeden Tag fünf bis 10 Stunden getragen. Ein echter Härtetest, und bei Dauernutzung würde sich selbst die kleinste Kleinigkeit, die nicht hundert Pro passt, zum handfesten Ärgernis auswachsen. Ich hatte im Vorfeld ein wenig bedenken, dass ich über irgend was stolpere, das mich ärgert oder Aufwand verursacht. Als bequemer Mensch wäre ich dann vermutlich sehr schnell wieder bei normalen Protektoren gelandet. Aber:

Good News, everyone!

Die gute Nachricht: Die Elektronik in der Jacke nervt in der Praxis nicht.

Überhaupt kein Problem ist die Akkulaufzeit. Der Akku hält mit einer Ladung sogar länger als die von Alpine Stars angegebenen 25 Stunden. Ich bin einmal über 30 Stunden gefahren und hätte noch Reserve für mindesten 4 Stunden gehabt. Selbst wenn man pro Tag 8 bis 10 Stunden fährt, muss man damit nur alle 3 Tage ans Aufladen denken.

Auch die Status-LEDs, die mir durch vermeindlich übertriebene Helligkeit unangenehm aufgefallen waren, stellten sich als praktisch heraus. Die hohe Leuchtstärke sorgt dafür, dass selbst bei direkter Sonneneinstrahlung oder durch die Regenkombi hindurch der Status des Systems ablesbar ist.

Das vermeintliche Sorgenkind, der Kalibrationsvorgang, funktioniert im Alltag zuverlässig. Sehr schnell hat sich bei mir ein Automatismus eingeschliffen, dass ich lediglich beim Schließen der Jacke ein mal auf den Ärmel gucke ob die LEDs aufleuchten, ansonsten kann man das System weitgehend ignorieren.

Das Aufblinken der LEDS ist das ist das Zeichen, dass der Magnetschalter in der Reißverschlussleiste richtig geschlossen ist – meine Jacke hat noch nicht, wie bei den späteren Modellen, einen gelben Klettverschluss an dieser Stelle. Mit Klettverschluss entfällt vermutlich sogar dieser Prüfblick. Ist die Jacke zu, startet die Kalibrierung. Ist die erfolgreich, leuchtet ein grünes Licht und alles ist gut. Im Alltag klappt die Kalibrierung in nahezu hundert Prozent aller Fälle.

Hell wie eine Taschenlampe.

Nur selten funktioniert die Kalibrierung nicht auf Anhieb. Dann muss man sie noch einmal neu starten, indem man die Jacke öffnet und wieder schließt. Mit der Zeit merkt man schon, was man in der Kalibrierungsphase machen darf und was nicht. Typische Fälle, in denen die Kalibration ziemlich sicher nicht klappt: Situationen, in denen man sich um mehrere Achsen bewegt. Beispiel: Wenn man auf dem Bike sitzend die Jacke aktiviert und sofort eine sehr kurvige Straße mit schnellen Richtungswechseln fährt. Oder wenn man während der Kalibrierung eine Wendeltreppe runter läuft. Oder sich währenddessen bückt, um noch mal schnell den Zustand der Kette zu prüfen. Das sind so Bewegungen, wo man nach einiger Zeit schon ahnt, dass das jetzt nicht geklappt haben kann.

Ich hatte damit aber keine Probleme. Mein Standardablauf ist: Jacke schließen, prüfender Blick auf die LEDs, dann Helm aufsetzen, Handschuhe anziehen. Meist ist die Kalibrierung jetzt schon erfolgreich abgeschlossen. Falls nicht, egal – ich setze mich auf´s Motorrad und fahre los (wenn die Straße nicht gerade superkurvig ist). Spätestens nach ein paar hundert Metern ist das System dann fertig kalibriert und läuft. Anfangs habe ich immer nochmal in den Rückspiegel geschaut, ob an meinem Unterarm die grüne LED leuchtet. Da sie das nahezu immer tut, habe ich diesen zweiten Kontrollblick immer öfter vergessen.

Ein Blick beim Anziehen, mehr Aufmerksamkeit erfordert das Tech Air nicht.

Die Kalibrierung nervt also nicht, und die Jacke ist bequem. Ich musste mich erst daran gewöhnen, dass sie im Vergleich zu meiner alten Jacke sehr eng sitzt, aber das muss so und ist Konzept.

Die vielen Taschen sind für Reisen ideal, und die wasserdichten Reißverschlusstaschen sind auch WIRKLICH wasserdicht (für Sie getestet, bitte gerne).

Wasserdichte Innentasche. Zwei der „WP Compartments“ gibt es auch Außen.

Dank der wirklich guten Belüftung schwitzte ich während der Fahrt auch bei hohen Temperaturen nicht mal richtig. Es gibt aber auch keinen spürbaren Luftzug in der Jacke, da das Chassis wie eine zusätzliche Weste wirkt – Jacke und Airbagweste sind sehr gut aufeinander abgestimmt.

Belüftung auf der Brust.

Armlüftung.

Bei sportlicher, nach vorne geneigter Sitzhaltung, wie auf der ZZR, funktioniert die Lüftung übrigens einen Tucken besser, weil mehr Luft in die Armöffnungen einströmen kann. Das geht bei der aufrechteren Sitzhaltung und dem besseren Windschutz auf der V-Strom nur in geringerem Umfang, reicht aber immer noch aus. Ich könnte mir aber vorstellen, dass die Entsorgung der Abwärme problematisch werden kann, wenn das Motorrad ein so großes Windschild hat, das dahinter gar kein Fahrtwind mehr zu spüren ist. Aber wer so eine rollende Schrankwand fährt, will das auch so.

In der Summe ist das Zusammenspiel und der Sitz von Jacke und Chassis so gut und angenehm, dass ich nach kurzer Zeit vergessen hatte, dass ich einen Airbag am Körper habe. Prüfblick beim Anziehen, dann Vergessen das ich es trage.

Das ist, glaube ich, das Beste, was man über das Tech Air-System sagen kann: Man vergisst, das man es trägt. Es macht keinen Aufwand, es stört nicht, aber es ist da, wenn es gebraucht wird.

The good, the bad and the stinky

Nun gehöre zu den Tourenfahrern, die sich auf Reisen gerne Dinge angucken. Ich strolche in Museen und Burgen rum, ich gehe in meinen Motorradklamotten spazieren, gucke mir Städte an, manchmal klettere ich damit sogar auf Berge. Zugegeben, sehr kleine Berge, aber immerhin. Bei solchen Aktivitäten macht sich das Tech Air dann unangenehm bemerkbar. Zum einen ist da das Gewicht. Die Valparaiso-Jacke wiegt ohne Chassis und ohne Thermo- und Membranfutter, aber mit Protektoren, nur rund 1.800 Gramm. Das ist sehr leicht.

Das Chassis dagegen wiegt rund 2 Kilogramm. Noch hier ein Bißchen Geraffel in den Jackentaschen und dort einen Schlüsselbund und das Handy und zack, trägt man viereinhalb bis fünf Kilo Jacke am Körper. Ich kann Gewicht durchaus ab, was mich aber richtig stört ist die Hitze im Inneren der Jacke. Sicher war die Situation auf der gerade absolvierten Reise extrem, denn wir reden hier von Außentemperaturen von über 30 Grad, bei denen ich in der prallen Sonne rumgelaufen bin. Das ist mit dem Tech Air eine Tortur. Das Chassis enthält halt rundum einen Airbag aus Polyamid und hat damit die Atmungsaktivität einer Plastiktüte.

Auch wenn rundum Mesh ist, nach kurzer Zeit kocht man im eigenen Saft, wenn die Belüftung durch den Fahrtwind fehlt. Anziehen kann man die Jacke bei solchen Temperaturen und bei körperlichen Aktivitäten eigentlich nicht. Sie zu tragen ist aber auch nicht einfach, denn durch das hohe Gewicht und den breiten Rückenprotektor lässt sie sich auch nicht einfach über die Schulter hängen oder über dem Arm tragen. Man schleppt sich im wahrsten Sinne daran kaputt. In ein Topcase passt sie wegen des festen Rückenteils aber auch nicht, und ich bin nicht jemand, der seine Jacke auf dem Motorrad lässt – auch dann nicht, wenn sie mit einem Stahlkabelschloss gesichert ist. Zumal Jacke und Chassis zusammen rund 1.900 Euro kosten, sowas lässt man nicht einfach rumliegen.

Separat aufgehängt: Oben Jacke, unten Chassis.

Ich habe mir also täglich einen abgeschleppt und wirklich literweise Schweiß in das Chassis geschwitzt, das nach wenigen Tagen anfing zu riechen wie ein Berg alter Socken. Nach zwei Wochen, in denen ich es jeden Tag 5-10 Stunden und bei hohen Temperaturen trug, roch es wie ein ganzer Schweinestall, in dem die Güllepumpe explodiert ist. Wirklich, der Geruch war abartig. Ich habe am Ende das Chassis abends aus der Jacke ausgebaut und auf den Balkon zum Auslüften gehängt, aber das brachte irgendwann auch nur noch bedingt was. Das Mesh und die Innenpolsterung sind aus Polyester, und das hält den Schweißgeruch zuverlässig mehrere Tage. Das hat mich etwas erstaunt, bei dem Preis hätte ich Material mit Anti-Müffel-Ionen oder sowas erwartet.

Ich möchte aber betonen: Bei normaler Nutzung auf dem Motorrad und in unseren Breitengraden hatte ich mit Schweißgeruch keinerlei Probleme. Das Chassis fing erst an zu müffeln, als ich bei sehr hohen Außentemperaturen Dinge darin anstellte, für die es nicht gemacht ist.

Fehlfunktionen

Mein Tech Air ist tatsächlich kaputt gegangen. Es sich begann nach zweieinhalb Wochen auf Reisen, dass plötzlich dauernd die rote LED ansprang und damit zeigte, dass sich das System abgeschaltet hatte. Entweder direkt nach Beginn der Kalibrierung oder während der Fahrt wechselte das System von Grün auf Rot. Plötzlich merkte ich sehr deutlich, wie angenehm und unkompliziert die Handhabung vorher war, denn nun musste ich ständig nachschauen, ob das Ding wirklich noch lief oder schon wieder rumzickte. Das nervte tierisch, aber dass das nicht normal war, war mir schnell klar.

Nun hat das Chassis am Rücken einen Mikro-USB-Port, der nicht nur zum Aufladen dient, sondern auch zur Diagnose.

Jedes TechAir-Chassis wird auf seinen Besitzer registriert. Als Kunde habe ich Zugriff auf ein Serviceportal, in dem mir auch eine Diagnosesoftware (nur Windows) zur Verfügung gestellt wird. Die hatte ich auf meinem Netbook.

Also Rechner an das Chassis angeschlossen und die Daten ausgelesen. Im Ernst, im Jahr 2018 schließe ich einen Computer an meine Kleidung an, um deren Fehlerspeicher auszulesen.

Neben Infos zu meiner Person, bei welchem Händler ich das Chassis gekauft habe und aktuellen Messwerten gibt es auch ein Errorlog, in dem das TechAir-System Fehler speichert. Hier war dann sehr deutlich zu sehen, dass der Sensor in der linken Schulter Fehler produzierte. Das tat er einmal recht am Anfang, als das Chassis fast neu war, ab Betriebsstunde 82 kamen die Fehler dann aber massiv und gehäuft.

„Bei Alpine Stars bist Du jetzt Premiumkunde“, hatte mir der Händler beim Kauf erklärt, und ich hatte das als dummes Gelaber abgetan. Dennoch wollte ich jetzt mal wissen, wie gut der Support für das TechAir wirklich ist.

Tech Air Support

Ich schickte an einem Sonntag Abend um 22:00 Uhr eine Mail an die, im Serviceportal angegebene, Adresse. In der beschrieb ich den Fehler und hängte das Errorlog an. Montag Morgen um 07:30 Uhr, also quasi unmittelbar und sofort, hatte ich eine Antwort: Ich möge bitte das Chassis einschicken, Alpine Stars wolle gerne eine Inspektion machen. Nun sitzt Alpine Stars in Norditalien, und da ich eh gerade für zwei Tage in der Region war, fragte ich an, ob ich nicht vorbeikommen könnte. Innerhalb von Minuten kam die Antwort vom Support: Man habe keine Vor-Ort-annahme für Endkunden, aber ich könne gerne vorbeikommen und man würde versuchen, innerhalb der zwei Tage, die ich in der Region wäre, das Chassis zu prüfen und zu reparieren.

Gesagt, getan. Also in den heiligen Hallen der Alpine Stars-Zentrale vorbeigefahren, die erstaunlicherweise – obwohl es sich mittlerweile um ein Weltunternehmen handelt – relativ klein wirken.

Der Umgang in der Firmenzentrale ist familiär, aber auch hoch professionell. Ich traf mich mit einem Supportmitarbeiter, der das Chassis entgegennahm und mir für die Zwischenzeit einen normalen Rückenprotektor lieh – dadurch, dass die keinen Endkundenservice in der Zentrale haben, war kein Austausch-Chassis verfügbar.

Verbesserungsvorschläge

Im Gespräch konnte ich dann gleich noch ein paar Anregungen loswerden, basierend auf den Erfahrungen der vergangenen Wochen. Zuvorderst: MACHT VERSION 2 AUS MATERIAL, DAS NICHT NACH EINIGEN TAGEN ANFÄNGT ZU STINKEN WIE EIN PFERD AUS DEM HINTERN.

Und: Der Ladeport muss definitiv anders platziert werden, so dass er besser erreichbar ist. Oder das Ladesystem muss generell anders, denn der Mikro-USB-Anschluss ist zu fummelig. Der sitzt nämlich versenkt zwischen den beiden Datenkabeln zur Jacke. Damit ist er schwer zu erreichen, und man läuft Gefahr in den fragilen Datenkabeln hängen zu bleiben und sie aus den Stecker zu reißen.

Ich habe mir, nach Anregung von Kalesco, ein Magsafe-System da dran gebastelt.

Es gibt mittlerweile Magneteinsätze für Mikro-USB-Ports. Ein Teil kommt in die Buchse und bleibt dort, auf den USB-Stecker kommt ein Magnetaufsatz. Ab dem Moment braucht man das Ladekabel nur noch in die ungefähre Nähe des Ports bringen, dann klickt das von alleine ein, wie rum ist egal. Zum Aufladen reicht das, für Datenübertragung aber leider nicht – zumindest mein Rechner erkennt kein USB-Gerät, wenn der Magsafe-Anschluss an einem zwei Meter langen Kabel sitzt.

Mit dem Support vereinbarte ich dann, dass sie sich Zeit lassen sollten für Prüfung und Reparatur des Chassis und es mir dann nach Hause schicken. Ich bin dann mit dem geliehenen Rückenprotektor nach Deutschland zurückgekehrt. Über das Kundenportal konnte ich sehen, das unmittelbar am Tag nach meinem Besuch schon mit der Reparatur begonnen wurde, und sogar, welcher Techniker welches Teil ausgetauscht hat. Alpine Stars macht dabei keine Gefangenen, im Sinne von: Die doktorn daran irgendwie rum und tauschen nur ein Teil aus. Nein, nicht nur der defekte Beschleunigungsmesser wurde ausgetauscht, sondern gleich alle Schultersensoren, und das Steuergerät gleich noch dazu. Und wo man schon mal dabei war, wurde auch gleich noch die neue Firmware aufgespielt und das Ganze 24 Stunden getestet.

Eine Woche später wurde mir das Chassis per UPS geliefert.

Auch hier ist nochmal dokumentiert was gemacht wurde. Gereinigt wurde es leider nicht, es müffelt immer noch ein wenig, aber das man muss schon sehr genau hinriechen um das zu merken. Der Schweißgeruch verfliegt also nach einer Zeit.

Über den Hardwaredefekt habe ich mich gar nicht groß geärgert, gab er mir doch die Gelegenheit den Service von Alpine Stars auszuprobieren. Für einen Praxistest war das fast ein Glücksfall. Technik kann immer mal kaputt gehen, und wie das Log deutlich zeigt, hatte der Sensor von Anfang an einen weg. Daraus würde ich nicht generell auf die Qualität der verbauten Komponenten schließen wollen. Technik kann kaputt gehen, und die Qualität eines Dings macht sich heute auch daran fest, wie der Hersteller dann mit dem Defekt umgeht.

Alpine Stars geht damit vorbildlich um, besser kann man es eigentlich nicht machen. Die Responsezeiten des Tech Air-Supports sind erstklassig, ich bekam keine Textbausteine und kein Geschwafel zurück, die Kommunikation ist direkt und persönlich und am anderen Ende sitzt Fachpersonal, das sich wirklich auskennt. Die Reparatur ging superfix, und da es innerhalb der zweijährigen Garantie war, war das auch alles kostenlos.

Die Garantie verlängert sich übrigens um 24 Monate, wenn man einen Inspektionsservice bei Alpine Stars durchführen lässt. Bei dem werden alle Komponenten gecheckt und das Chassis gereinigt. Kostet 99 Euro, dafür hat man dann die Gewissheit, dass alles OK ist und jegliches Problem auf Kosten von Alpine Stars behoben wird. Bis zu fünf mal lässt sich die Garantie verlängern, damit kommt man in Summe auf 10 Jahre Herstellergarantie. Alpine Stars begreift Tech Air als eine Kombination aus Hardware und Dienstleistung, und die Dienstleistung hat ordentlich durchdefinierte Prozesse.

Erkenntnisse

Meine Meinung nach zwei Monaten und insgesamt 7.500 Kilometern mit dem Tech Air: Das Ding ist praxistauglich, ohne Frage. Es sitzt bequem, es nervt nicht, man vergisst nach einiger Zeit, dass man es trägt. Beim Motorradfahren spürt man es nicht mal. Das ist super, besser geht es eigentlich kaum.

In unseren Breitengraden, bei normalen Außentemperaturen und für kurze und mittlere Fahrten sehe ich überhaupt keine Einschränkungen oder Probleme.

Man erkauft sich mit dem Tech Air ein Mehr an Sicherheit, das mit wenig zusätzlichem Aufwand verbunden ist. Den prüfenden Blick beim Schließen der Jacke, ansonsten ab und zu aufladen, das war es. Das der Ladeanschluss fummelig ist, lässt sich mit einem Magnetconnector für 5 Euro ausgleichen.

Das Tech Air ist absolut geeignet für fast alles, was mit Motorradfahren zusammenhängt. Kurztourer, Schön-Wetter-Biker, Brot&Butter-Fahrer und Leute, die gelegentlich die Rennstrecke besuchen, werden damit sehr glücklich. Langstreckentourer mit Hang zu südlichen Ländern und einer Affinität zu Aktivitäten ohne Motorrad sollten sich vorher sehr gut überlegen, ob sie mit dem hohen Gewicht, ggf. starker Wärme klarkommen. Für die meisten Motorradreisenden wird das eher nichts sein.

Nicht oder nur eingeschränkt geeignet sind die Klamotten, um am Ziel einer Fahrt kilometerweit darin zu wandern oder in den Bergen rumzuklettern, schon gar nicht bei Temperaturen jenseits der 30 Grad Marke. Tut man das trotzdem, schwitzt man sich darin kaputt oder schleppt sich einen Wolf. Vermutlich ist das aber ein Randgruppenproblem. Gibt ja nicht viele Bescheuerte, die in Motorradklamotten so bewegungsintensiven Quatsch machen, und bei normaler Nutzung fängt das Chassis nicht an unangenehm zu riechen.

Von daher: Ich kann für mich sagen, dass das Tech Air absolut OK für mich ist. Es gibt während der Fahrt nichts, was mich stören oder Aufwand verursachen würde, weshalb die alte Jacke mit den Standardprotektoren im Schrank bleibt. ABER: Wenn ich aber nochmal vorhabe in den Bergen rumzuwandern, werde ich aber zusehen, dass ich vorher eine Möglichkeit finde die Jacke nicht mitschleppen zu müssen.

 
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Verfasst von - 16. Juli 2018 in Meinung, Motorrad, review, Service

 

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