Dinge fressen Seele auf

Dinge fressen Seele auf

…oder: “St. Silencer gegen den Chaosdrachen”

Esoterik-Wellness ist größtenteils Mumpitz. Wenn in diesem Artikel vom “Chaosdrachen” fabuliert wird, den man im Zaum halten soll, schmunzelt man erstmal. Tatsache ist aber, dass einem unstrukturiert angehäufter Besitz tatsächlich irgendwann mächtig auf den Sack geht. Man hat das Gefühl, dass die eigenen Dinge einem, allein durch die Masse und ihre Überzahl, die Seele rauben.

Vor Kurzem sah ich mich in meiner Wohnung um und schudderte spontan zwischen Gruselanfall und Hass auf den eigenen Besitz.

Problem: So viel Kleinkram hatte sich in den letzten Jahren angesammelt, netter Schnickedöns neben Erinnerungsstücken, Ausrangiertes neben unbenutzten Nützlichkeiten.

Lösung: Mein neuer bester Freund Toni.
Toni lotst auf dem örtlichen Recyclinghof verwirrte Leute zu den richtigen Containern und nimmt ihnen, wenn auch widerwillig, für bestimmte Müllsorten Geld ab. Toni grüßt mich schon von Weitem, haben wir uns doch an den letzten drei Werktagen schon vier Mal gesehen.
In einer Tag- und Nacht Radikalkur wurde das Apartment samt Nebengebäude von Dingen befreit.

Die Betonung liegt auf BEFREIT – nicht nur in der Wohnung ist jetzt mehr Platz, auch ich fühle mich erleichtert. Das große Wegwerfen hat Spass gemacht, ein seit 10 Jahren überfälliger Frühjahrsputz, quasi.
Dabei kamen auch Dinge zu Tage die sogar Toni in Erstaunen versetzten, z.B. das 286er-Notebook oder ein komplettes Flugsteuerungssystem.

Bilanz: Zweimal das Kleine Gelbe AutoTM voller Hausmüll gewuppt, ein Kofferraum voller Altreifen und Motorradbatterien und zwei Wagenladungen Computer- und Elektroschrott bei Toni vorbeigeschlürt.
Und wieder mehr Raum. Für Körper und Seele.
Der Chaosdrache wurde von St. Silencer zurückgeschlagen.
Jetzt hockt er irgendwo und leckt sich die Wunden. Irgendwann wird er sicherlich wieder sein finsteres Haupt erheben, aber für den Moment genieße ich den Triumph.

3 Gedanken zu „Dinge fressen Seele auf

  1. Ja, so eine Entrümpelung tut wahrhaftig manchmal Not. Ich freue mich schon, wenn wir hoffentlich bald eine neue Wohnung finden – bei einem Umzug entrümpelt es sich einfach leichter…und, da ich eine leidenschaftliche Flohmarktjägerin und -sammlerin bin, steht da so einiges auf der Abschußliste.

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