Review: Underworld 3 – Rise of the Lycans (2009)

Es gibt Schauspieler, die sind einfach geboren um Gänsehaut zu erzeugen.
Bela Lugosi war so einer. Oder Boris Karloff. Vincent Price. Aktuell ist Bill Nighy einer der Besten.
Selbst unter drei Metern CGI-Maske war sein Davy Jones erschreckend, und die Verkörperung des Victor in den „Underworld“ Filmen lässt einen wohlig schuddern.

Diese Schauspieler leiden aber auch unter einem Fluch: Sie sind gezwungen, in regelmäßigen Abständen in schlechten Filmen mitzuspielen. Nighy bildet da keine Ausnahme, er bleibt das einzige Highlight im, ansonsten unterirdischen, „Aufstand der Lykaner“.

Underworld konnte 2003 überraschend mit coolen Vampiren, ungewohnter Optik und einer, in Latex eingeschweißten, Kate Beckinsale punkten. „Underworld: Evolution“ war more of the same und streckenweise langweilig, bot aber immer noch eine halbnackte Kate Beckinsale, die als Vampirin Seline den jahrhundertealten Krieg zwischen Werwölfen und Vampiren im Alleingang beendete.

In Teil 3 ist keine Beckinsale mehr zu sehen – der Film ist ein Prequel und rollt noch einmal die Story um die Entstehung der Lykaner auf. Die kennt man aus einer dreiminütigen Rückblende in Teil 1.

Für alle, die die Geschichte nicht kennen: Victor (Bill Nighy) ist DER böse Oberhoncho-Vampir des Mittelalters, der den ganzen Tag finster guckend in seiner Burg hockt und andere gegen Riesenwölfe kämpfen lässt. Eines Tages purzelt aus einem gefangenen Wolf ein Menschenbaby heraus – Lucien. Der sieht zwar weniger wie ein Mensch/Wolf-Hybrid aus, sondern eher wie eine Mischung aus Mensch und Frosch, dennoch züchtet Victor aus seinem Blut eine neue Rasse von Mötern.

Schließlich verliebt sich Victors Tochter Sonja (gespielt von Rhona Mitra und ihren Brüsten) in den glubschäugigen Froschmann. Das mag Victor gar nicht, deshalb stellt er das ungezogene Vampirtöchterli ins Sonnenlicht und guckt dabei zu, wie ihr die Brüste abfallen. Dazwischen wird noch ordentlich gepeitscht und rumgehauen.

Gruppenbild: Froschaugen-Möter, Brüste. Ohne Beckinsale macht Underworld keinen Spass mehr.

Gruppenbild: Vampirgöre, Brüste, Froschaugen-Möter. Insidergags tragen keinen Film, dessen Story in drei Minuten auserzählt ist.

Das war´s. Mehr passiert nicht. Und in obiger Beschreibung stecken mehr Dramaturgie, Action und Brüste, als im Film tatsächlich vorkommen.

Das die Werwölfe schlecht gemacht sind, die Kämpfe lächerlich, die Dialoge schmerzerzeugend und der ganze Film mit 2 1/2 Kulissen auskommt, fällt da auch nicht mehr groß ins Gewicht.
Ganz nett sind lediglich die Anspielungen und Figuren, die in Nebenrollen in den anderen Filmen wieder auftauchen. aber Insidergags tragen keinen Film, dessen Story in drei Minuten filmisch erzählt werden kann.

Von daher muss das Fazit lauten: Hätte man es mal bei der kurzen Rückblende belassen, alles wäre gut. So haben die Produzenten versucht, aus der Teigmenge für einen Keks eine Torte zu backen.
Geht gar nicht, so was.
Besonders schade: Die Underworld-Geschichte ist eigentlich intelligent gemacht – und wie der erste Film verriet, gibt es durchaus interessante Aspekte, die noch nicht erzählt wurden. Was hat bspw. Craven mit Lucien zu tun? Nun, anscheinend soll es noch mehr Sequel-Prequels geben.

Momentan bewegt sich Underworld 3 in etwa auf dem Niveau einer Fernsehserie, hätte ich noch vor ein paar Jahren gesagt. Das passt nicht mehr, denn US-Serien sind heutzutage qualitativ sehr hochwertig.

Kategorien: Film, review | Ein Kommentar

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Ein Gedanke zu „Review: Underworld 3 – Rise of the Lycans (2009)

  1. Bela Lugosi, Boris Karloff, Vincent Price und Bill Nighy in einem Atemzug zu nennen, empfinde ich, in diesem unserem Jahrhundert, als durchaus angemessen. 😎
    Aber die way coole Kate Beckingsale spielt nicht mehr mit? 😯
    Nein Danke, das werde ich mir wohl nicht ansehen. 😦
    Danke für Ihr review.

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