Wolverine: Nach dem Abspann

Wolverine: Nach dem Abspann

Hu, ich komme gerade aus einem zweistĂŒndigen Hugh-Jackman-Werbespot. Hugh Jackman in engen Jeans, Hugh Jackmann in Feinripp, Hugh Jackman halb entblösst, Hugh Jackmann in heroischen Posen, Hugh Jackmann wie er den Kopf in den Nacken legt, gen Himmel schaut und brĂŒllt “Neeeeeeiiiiiiiin” (kommt 3 Mal vor) und Hugh Jackman, wie er ganz nackig ĂŒber eine Wiese hoppelt.

BeweisstĂŒck A: Hugh Jackman.
BeweisstĂŒck A: Hugh Jackman.

OK, wo gibt es Hugh Jackman zu kaufen?

Auch ansonsten verwirrt der Film. Bzw.: Er ist verwirrt, weiß er doch bis zum Ende nicht, wo er eigentlich hinwill. Die Story plĂ€tschert so mal nach links, mal nach rechts und bremst sich durch AbsurditĂ€ten (DER BLOB! UH!) aus. Wolverine ist unterhaltsam und kurzweilig, aber nie wirklich gefĂ€hrlich, spannend oder emotional berĂŒhrend. Hier setzt aktuell Heroes MaßstĂ€be, die aber fĂŒr Wolverine unerreichbar sind. SeiÂŽs drum: 3 große WTF-Momente werden geboten, und das reicht fĂŒr einen Popcorn-Blockbuster allemal, wenn die Hauptrolle von Hugh Jackmann gespielt wird.

Apropos Ende: Ich stelle mir gerade vor, wie dem Regisseur kurz vor dem Release eingefallen ist, dass er noch eine BrĂŒcke zu den X-Men-Filmen schlagen muss:

“Ey, wir brauchen noch diesen Dings, diesen Captain Picard im Film”
“Das geht nicht, Chef, Patrick Stewart ist ein vielbeschĂ€ftigter und sehr teurer Schauspieler”
“Mir doÂŽegal. Wir haben doch noch Bilder aus dem letzten Film, dann machen wir den halt digital.”

Leider sieht der Gastauftritt von Professor X aus, als hĂ€tte der Praktikant des Praktikanten von ILM einen Patrick-Stewart-Homunkulus mit Microsoft Paint zusammengelökert. In seiner Mittagspause. Im Ernst, ich habe mich erschreckt, als ich diesen digitalen Frankenstein gesehen habe. Angeblich ist das der echte Schauspieler in einer Uncredited Cameo mit digitalem Make-Up um ihn zu verjĂŒngen, aber trotzdem: Geht ja gar nicht, sowas.

Überhaupt: Erschreckend. Da wird der Film geschnitten und nochmal geschnitten, damit nur ja kein Tröpfchen Blut zu sehen ist – und dann stellen die da mit “Waffe XI” ein Viech hin, dass mir noch einige Zeit AlptrĂ€ume bereiten wird. Aber Hauptsache kein Blut. Und keine Nippel.

Szenen nach dem Abspann
Wer ĂŒbrigens nicht lange genug sitzen bleiben konnte hat auch nichts verpasst. Nach dem Abspann sieht man Wolverine in einer Bar in Japan sitzen. Es folgt ein Dialog zwischen ihm und der Bardame, wie man ihn auch schon aus X-Men kennt. “Trinken Sie um zu vergessen?” “Nein, ich trinke um mich zu erinnern.”
Ha, ein BrĂŒller. Und evtl. eine BrĂŒcke zu einem zweiten Wolverine-Film, da einige der Comicstories in Japan spielen.
So weit, so lame.

ABER: Je nach Filmkopie gibt es ein zweites, alternatives Ende. In diesem gleitet die Kamera ĂŒber Schutt, unter dem Waffe XI liegt und verharrt auf dessen abgetrennten Kopf. Plötzlich fingert eine Hand (seine eigene?) nach dem SchĂ€del. Hinweis auf einen Deadpool-Film?

Egal, ich gucke jetzt erst einmal, ob es Hugh Jackman ĂŒber Amazon gibt. Oder ich warte, bis die Wirkung des Werbespots nachgelassen hat.

7 Gedanken zu „Wolverine: Nach dem Abspann“

  1. Patrick Stewart war schon im letzten X-Men genauso ĂŒbel digital gemacht, als man die Szenen zeigte in denen der jĂŒngere Xavier und der jĂŒngere Lensherr das erste mal bei Jean Grey aufschlagen. Das war schon genauso gruselig.

    Ansonsten fand ich den Film, wie ich ja auch bei mir schrieb sehr schön. Die Story bietet keine tiefgehenden Punkte, dennoch finde ich ist eine neue QualitĂ€t bei Marvel spĂŒrbar. Die Filme sind stimmiger geworden.

  2. Stimmig? Hm. Hier setzt aktuell “Heroes” MaßstĂ€be, unter denen Wolverine locker durchtanzt. Und die Story plĂ€tschert so mal nach links, mal nach rechts und bremst sich durch AbsurditĂ€ten (Boxen mit dem Blob. Überhaupt: DER BLOB! UH!) aus. Wolverine ist unterhaltsam und kurzweilig, aber nie wirklich spannend oder emotional berĂŒhrend.

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