Raab for Bundespräsident oder das Ende des Hotte K.

Was für ein bescheuerter Montag. Bundespräsident Köhler tritt zurück, weil er den „Respekt vor dem Amt vermisst“. Das ist nicht nur unglaublich selbstverliebt und dünnhäutig, sondern erinnert auch ein wenig an die Trickserie Southpark, in der ein kleiner Junge namens Cartman immer mal wieder unter Tränen des Trotzes fordert: „Respektiert meine Autoritäh!!“.

Genauso macht das auch der Bundeshotte. Was er dabei, genau wie Cartman, vergisst: Respekt muss man sich erarbeiten. Und das funktioniert nicht, wenn man pausenlos Aussenseitermeinungen vertritt, durch staatstragend intonierten Blödsinn auffällt und Gesetzesvorlagen auch dann unterschreibt, wenn sich alle Beteiligten – auch die Macher- zwischenzeitig einig sind, dass das Gesetz nicht in Kraft treten darf. Oder umgekehrt: Er unterschreibt einfach mal nicht. Warum? Weil er „kein Unterschriftenautomat“ sei. Aha. So verliert man Respekt Stück für Stück, und durch solche Trotzreaktionen wie einen Rücktritt geht man dann entgültig als politisches Weichei in die Geschichte ein. Nichtmal der Termin ist dafür gut gefällt. Towel Day, der ideale Tag um das Handtuch zu werfen, war immerhin schon letzte Woche.
Das Köhler nun zurücktritt, weil er säckeweise Kritik für die Aussage bekommt, dass Einsätze der Bundeswehr auch dazu dienen, die wirtschaftlichen Interessen des Landes zu schützen, ist dabei ironisch – denn das ist die erste Aussage von ihm in langer Zeit, von der ich denke, dass sie eine hässliche Wahrheit sein könnte. Für gänzlich abwegig halte ich es nicht, dass solche Faktoren bereits eine Rolle bei der Entscheidung für Auslandseinsätze gespielt haben. Aber das ist Spekulatius.

Vielleicht tritt der Bundeshotte aber auch nur zurück, damit der Stefan Raab und Lena Meier-Dingsbumms keine Bundesverdienstkreuze verleihen muss, wie es heute lautstark gefordert wird. Verständlich wäre es, denn der ganze Trubel und die ins Kraut schießenden Song-Contest-Spekulationen für 2011 sind mehr als nervig. Von mir aus soll Stefan Raab Bundespräsident werden (Lena ist ja zu jung um es selbst zu machen), schlimmer als Köhler kann er auch nicht sein. Hauptsache ich muss nicht noch mehr pseudopatriotisches und notgeiles Altherrensgesabber einer gewissen „Edelfeder“ beim Spiegel lesen, die über „Fräuleins“ räsoniert und verkündet, das nun alles möglich sei, auch ein neues Sommermärchen. Ehrlich, manche Texte sind so ekelig, da muss ich nicht mal auf die Autorenzeile gucken um zu wissen, wer die verfasst hat.

Kategorien: Ganz Kurz, Meinung | Ein Kommentar

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Ein Gedanke zu „Raab for Bundespräsident oder das Ende des Hotte K.

  1. Oder es ist eine willkommene Möglichkeit für den Exit. Nun ja, er wird schon wissen warum.

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