Ausgerechnet Alaska (2)

Es tut gut, eine so kritisch hinterfragende Leserschaft zu haben. Wie Frau Zimt richtig festgestellt hat, ist das Gelände nicht in Alaska. Es liegt in Hannover, im Zoo. Da war ich zuletzt vor 25 Jahren, als es dort noch Gitterkäfige und Betonbauten gab.

Nun quengelt Huhu schon seit Ewigkeiten rum, dass er mal fliegende Pinguine sehen will. Er ist ja nun ein Blog- und Sofapinguin und hält DIESES Video hier für bare Münze. Das Pinguine freiwillig am liebsten im nassen, kalten Wasser sind hielt er für eine absurde Vorstellung. Tja, Pinguine sind zwar putzig, aber sie sind nicht die Allerhellsten Leuchten im Lampenladen. Huhu ist da keine Ausnahme, also habe ich in mir gepackt und bin mit ihm in den Zoo gefahren.

Ich muss ganz ehrlich sagen: Was da heute steht, hat mich schlichtweg umgehauen und nichts mehr mit dem Zoo von damals zu tun. Alle Tiere sind in riesigen, ihrem natürlichen Lebensraum nachempfundenen, Landschaften untergebracht.

Plötzlich ist man nicht mehr in Hannover, der zweithässlichsten Stadt Deutschlands, sondern irgendwo anders auf der Welt. Alaska. Australien. Afrika. Dem Dorf der Mullewupps. Oder in Indien:

Eines der Highlights ist das Gelände „Yukon Bay“, das erst in diesem Jahr fertig gestellt wurde. Ich hatte vor 5 Jahren die Pre-Visualisation bei einer befreundeten Firma gesehen. Ich weiß noch, dass ich damals dachte „Ja, klar. Für Computergrafiken reicht das Geld gerade noch, und am Ende wird das ganze doch wieder eine peinliche Sperrholzveranstaltung zum Fremdschämen.“ Weit gefehlt. Yukon Bay ist großartig geworden und beängstigend exakt wie im Video umgesetzt (das es übrigens HIER noch anzuschauen gibt).

Wölfe! Wölfe!

Ein Strassenzug einer amerikanischen Kleinstadt im Nordosten wird umrahmt von einem hügeligen Gelände mit Wölfen und Bisons auf der einen Seite und einem Hafen auf der anderen Seite.

In der Hafenanlage lümmeln Eisbären herum. da kommt man sich fast wie im Buch „Der goldene Kompass“ vor, in dem die „Panzerbjörne“ in einer Hafenstadt herumhängen.

Im Hafenbecken liegt der halb gesunkene Frachter „Yukon Queen“. Auf und in (!) dem Frachter kann man Pinguine beobachten. Auf dem Oberdeck der „Queen“ sind die Höhlen und Brutschalen untergebracht.

Über Treppen geht es dann bis in den Bauch des „Frachters“, wo man durch Glasscheiben die Fischschwärme in der Bay beobachten kann.

Große Glassäulen im Laderaum des Schiffes sind geflutet. Sie sind nach oben hin offen und dienen den Pinguinen vom Oberdeck aus als Schwimmgelegenheit.

Unter Deck kann man sie dann beim Tauchen beobachten. Und Huhu konnte selbst sehen, in welchem Medium sich Pinguine normalerweise bewegen. Einer der Pinguine versuchte sogar mit ihm zu schnäbeln…

Erstaunlicherweise wirkt dieses Yukon Bay nie peinlich oder over the top, wie sonst bei Freizeitparks an der Tagesordnung. Stattdessen wirkt das einfach unaufdringlich und, zumindest stellenweise, authentisch. man merkt überall die liebe zum Details, selbst die Lampen scheinen nicht aus Europa zu kommen. In der Summe hinterlässt das beim Besucher nur den Eindruck, hier richtig was geboten zu bekommen.

Kitschig ist natürlich der Souvenirladen. Sowas gibt es da natürlich auch. Und dort gibt es gaaaaaanz viele Pinguine.

Huhu hat versucht sich dort zu verstecken. Ich habe ihn aber gefunden und wieder mit nach Hause genommen.

Kategorien: Reisen | 10 Kommentare

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10 Gedanken zu „Ausgerechnet Alaska (2)

  1. Hachz. Schön. Aber woran haben Sie Huhu erkannt???

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  2. sooo viele Linuxe…. (alllllt – aber schnee) 🙂

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  3. WWW: Nun, Huhu war der einzig lebendige Stoffpinguin unter ganz vielen ausgestopften. Ich habe so getan als würde ich nach Fischstäbchen duften und habe mir dann den Pinguin gegriffen, der anfing ganz unruhig hin- und her zu tippeln.

    Rüdiger: Ja, musste ich auch denken – sowas bekommt man wohl nicht raus, das Hirn hat wohl sowas wie einen Ur-Gedächtsnispeicher für dumme Witze.

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  4. so den Fotos nach ganz schick gemacht.
    kann man Hunde mit da rein nehmen?
    also, ääh, echte, mein ich.
    🙂

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  5. und, Entschuldigung für den doppelten Kommentar, welches ist die hässlichsten Stadt Deutschlands?

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  6. zimtapfel

    Die hässlichste Stadt Deutschlands liegt ein wenig östlich von Hannover und wurde um eine Autofabrik herum gebaut.

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  7. Markus: Ja, darf man: http://www.zoo-hannover.de/fileadmin/webbilder/PDF/Flyer/2010/Hundeflyer.pdf Man darf sogar nicht nur hunde, sondern sogar Kinder mitnehmen!

    Zimt: Da war ich noch nicht wirklich. Die hässlichste Stadt ist für mich Kassel.

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  8. zimtapfel

    Glaub mir – Kassel ist wunderschön dagegen.

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  9. Ich hatte so gehofft, dass es euch da gefällt 🙂 Wie M2.0 schon schrieb, waren wir vor auch nicht allzulanger Zeit im Zoo Hannover und ich war ziemlich baff, wie liebevoll alles gestaltet ist. Dazu die hochgradig faszinierenden Tiere: wir hatten einen großartigen Tag dort. Außerdem war ich sehr angetan von dem Engagement, dass der Zoo in Artenschutz und -erhalt steckt.

    Ich freue mich schon auf den nächsten Besuch. Und ich wäre dafür gerne nochmal Kind, um die ganzen kleinen Spielpfade an den Wegen auszuprobieren. Nur auf den nicht ganz garen Bison-Burger würde ich eher verzichten…

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  10. Zimt: Beweise es. Lad´mich zum Kaffee ein 🙂

    Wortkomplex: Ja, ich habe auch ganz neidisch auf die Spielforts geguckt und gedacht: Verdammt, wenn jetzt niemand hier wäre, dann würde ich darauf rumhampeln….

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