Miniatur Wunderland


Oben: Rekursion: Das Gebäude, das das Miniatur Wunderland beherbergt, ist selbst Teil des Miniatur Wunderlandes.

Da fehlte doch noch was… Ich bin neulich ja nicht in Hamburg gewesen um eine Tüüt-Tüt zu holen, sondern auch um das Minitur Wunderland anzusehen. Das liegt in der Speicherstadt, 20 Minuten zu Fuß vom Hauptbahnhof entfernt und in direkter Nachbarschaft zum Hamburg Dungeon und einer Erlebniskaffeerösterei.

Die Hamburger Speicherstadt mit ihren fantastischen Backsteingebäuden und der abgefahrenen Architektur ist schon allein einen Besuch wert

Das Miniatur Wunderland ist, verkürzt gesagt, eine große Modelleisenbahnanlage. Sogar die größte der Welt.

Aber das Projekt allein auf seine Größe zu reduzieren (sic) würde ihm nicht gerecht. Denn was die Macher der Anlage, die ehemaligen Discobesitzer Braun aus Hamburg, aus einer Laune heraus starteten, zieht seinen Reiz nicht aus der Größe, sondern vielmehr aus dem Detailreichtum und den liebevollen Geschichten, die man immer wieder und an fast jeder Ecke entecken kann. Wie die von dem Vollhonk, der mit seinem getunten Auto unbedingt versuchen musste, ob er durch die Verkehrsbremse passt. Nun steht er da, und seine Kumpels stehen um ihn rum und feixen.

Oder die Natursportlergruppe, die auf einem Gletscher im 6 Meter hohen Gebirge Nacktwandern betreibt: die Gruppe von Leuten, die nackt auf einem Gletscher des 6 Meter hohen Gebirges gegen den Klimawandel protestieren – wie seinerzeit in echt bei einer Greenpeace-Demo. (Danke für den Hinweis, rstockm)

Oder der Käselaster mit dem kaputten Schloss an der Laderaumtür:

Derlei Miniaturen (sic) gibt es überall. Im idyllischen Bach liegt eine Leiche, das Spurensicherungsteam rückt bereits an. Oder ein Sonnenblumenfeld, in dem ein Liebespaar auf einer Picknickdecke schmust. Wenn man im richtigen Moment am richtigen Ort schaut, kann man sogar eine Alienentführung miterleben. Das unterscheidet das Wunderland von Modellanlagen, die normalerweise eine idealisierte und damit langweilige Version der Realität abbilden. Das MiWuLa tut das nur Vordergründig, wenn man genau hinschaut entdeckt man irre Ideen und schwarzen Humor.

All diese Details sind es, die einen schnell vergessen lassen, das man es hier „nur“ mit einer Modelleisenbahn zu tun hat. Das MiWuLa ist eine eigene, kleine Welt. Immer wieder fragt man sich, wie die das technisch bloß gemacht haben – neben den Zügen kurven auch 250 Autos über die Anlage, Schiffe fahren über die Ostsee und Flugzeuge heben vom Airport der Stadt Knuffingen ab und verschwinden im Himmel über der Anlage.

Und überhaupt: Die Landschaften! Von der Stadt Knuffigen reist man als Besucher über den Harz, Skandinavien, die Alpen bis ins Ferne Amerika, erlebt dabei alle 15 Minuten den Wechsel von Tag und Nacht mit und ist wie berauscht von den Farbstimmungen und den Beleuchtungen.

Konzert von DJ Bobo, komplett mit Tanzeinlagen der Minifiguren.

Zusammengefasst: Selbst für Leute, die mit Modelleisenbahn nichts am Hut haben, ist das Miniatur Wunderland eine wunderbares Erlebnis. Man sollte mindestens 2 Stunden für den Besuch einplanen, besser aber noch 4-5 Stunden und eine Pause im gemütlichen Restaurant bei Gulaschnudeln oder Kaffee. Über die sehr gute Website kann man den gewünschten Besuchszeitraum reservieren und dadurch Wartezeiten auf fast Null reduzieren. Ebenfalls auf der Website findet sich Gerrits Tagebuch, in der Besitzer, Erfinder und Oberprogrammierer des MiWuLa, Gerrit Braun, einen Blick hinter die Kulissen gestattet.

Hier noch der offizielle Trailer und ein paar Impressionen. Die Bilder auszuwählen sind mir schwer gefallen: Ich habe in knapp 3 Stunden rund 250 Aufnahmen gemacht…

Trailer:

Kontrollraum


Blinkenlights

Kategorien: Reisen | 4 Kommentare

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4 Gedanken zu „Miniatur Wunderland

  1. Raven

    Ich bin ja mehrmals im Jahr in Hamburg, aber ich habe es bis heute nicht geschafft mir das mal anzusehen. Ich stelle es mir mini-gigantisch vor. 🙂

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  2. ssuchi

    Die Rekursion geht sogar noch weiter: in dem Gebäude des Miniaturwunderlandes fährt sogar eine winzige Eisenbahn im Kreis!

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  3. rstockm

    Ja das Miniwunderland ist wirklich ungeheuer schön, wir haben es auch erst vor wenigen Wochen besucht. Eine Korrektur: die Nackten auf dem Gletscher sind Abbild einer „echten“ Aktion von Greenpeace: http://reisen.t-online.de/-miniatur-wunderland-nackte-auf-gletscher-gegen-den-klimawandel/id_15200014/index

    Meine Lieblingszene: unten im Museumsteil, in dem die Historie des Projektes beschrieben wird, gibt es einen Abschnitt „unser erster Zugraub“. Nach zwei Jahren Betrieb wurde von einem Besucher eine Lock aus einer unterirdischen S-Banhstation stibitzt. Und eben diese S-Bahnstation ist nun im Museumsteil nachgebaut, komplett mit den leeren Schienen, einem Absperrband der Polizei um die Position der fehlenden Lock herum sowie Mini-Polizisten die den Tatort inspizieren und sich verzweifelt den Kopf kratzen. Ganz wunderbare Meta-Szene.

    Hier meine Bildersammlung: http://www.facebook.com/media/set/?set=a.3030464602177.156781.1279720098&type=1

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  4. Raven: Nimm Dir mal die Zeit, es ist wirklich fantastisch!

    Ssuchi: Das habe ich gar nicht gesehen! Na, gleich ein Grund nochmal hinzufahren!

    rstockm: Danke für den Hinweis! Das Museum ist großartig. Da gibt es auch eine Sektion, in der man zerstörte und abgebrannte Züge sieht – und rundum Spurenermittler, die den Ursachen nachgehen!

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