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Kunsthalle HGN: František Drtikol / Helmut Newton

12 Feb

Hinweis: Da dieser Artikel komplett von anderen Internetseiten geklaut (Pardon, wenn QUALITÄTSJOURNALISMUS das macht heisst es ja: recherchiert) wird, hier noch einmal der Hinweis: Das Original ist verfügbar auf https://silencer137.wordpress.com, Urheber- und Nutzungsrechte für Text und Bild liegen allein beim Autor.

Das Eichsfeld ist bekannt für den Starrsinn seiner Insassen, Katholizismus und – Mettwurst. Weniger bekannt ist es für Prothesen, zumindest weiß außerhalb Duderstadts kaum jemand, das in dem kleinen Eichsfeldort das weltweit führende Unternehmen für Prothesentechnik seinen Stammsitz hat. Der Otto Bock Konzern hat rund 5.000 Mitarbeiter in der ganzen Welt und wird in der dritten Generation von Familie Näder geführt, aktuell: Hans Georg Näder.

Hans Georg Näder ist ein reicher Mann. Beim letzten Rating lag er auf Platz 111 der Liste der reichsten Deutschen, mit einem geschätzten Vermögen von 800 Millionen Euro. Mit dem ganzen Geld macht Näder Dinge, die reiche Leute halt so machen: Mit einem Ampibienfahrzeug durch die Gegend fahren, eine Yacht segeln, mit Popstars befreundet sein.

Das Besondere an Näder ist aber, das er alles was er tut, in ganz großem Maßstab auf- und bis ganz zum Ende durchzieht. Wenn er schon im Amphibienfahrzeug rumcruist, dann kommt dabei ein Guinessbucheintrag raus. Wenn er seine Yacht segelt, gewinnt er World Cups. Und wenn er mit Peter Maffay abhängt, dann, um die gemeinsame Stiftung zum Schutz von Kindern auszubauen. Näder denkt in großem Maßstäben. Und wenn ihm dann immer noch langweilig ist, macht Hans Georg Näder mit seinen Geld Dinge, die reiche Leute normalerweise nicht tun: Er engagiert sich für seine Region, seinen Heimatort, dessen Zukunft und ganz besonders für die Menschen.

Hans Georg Näder sammelt auch Dinge. Damit diese Dinge, oder zumindest ein Teil davon, auch einen Platz haben, hat er ein eigenes Ausstellungsgebäude dafür auf sein Anwesen bauen lassen.

Die Kunsthalle Hans Georg Näder, am 15.12.2011 eröffnet.

Das Besondere: Die Kunsthalle HGN ist öffentlich zugänglich. Und so kommt es, dass mitten im Mettwurstland eine Ausstellung über Helmut Newton in gediegenem Ambiente zu finden ist.

Duderstadt: Weit angereiste Kunstkenner mischen sich mit Omis vom Dorf, die auf ihrem Sonntagsspaziergang mal reingucken.

Kunsthalle Duderstadt: Weit angereiste Kunstkenner mischen sich mit Omis vom Dorf, die auf ihrem Sonntagsspaziergang mal reingucken.

Über 100 Originale des 2004 verstorbenen Deutschen besitzt Hans Georg Näder, darunter weltberühmte Bilder wie einige der „Big Nudes“. Aber auch signierte Polaroids, die absolute Unikate und normalerweise nie öffentlich zu sehen sind.

Polaroids. Allesamt signierte Einzelstücke mit tw. wunderbaren Momentaufnahmen, u.a. von Debbie Harry (Blondie) beim Kaffeetrinken.

Leider werden alle Werke vollkommen undokumentiert präsentiert. Es gibt keinen roten Faden, keine erklärenden Texte oder eine begleitende Einordnung der Werke. Das ist etwas enttäuschend, zumal Kunststudenten der Universität Göttingen an der Ausstellung mitgearbeitet haben. Hätten die nicht wenigstens einen Flyer dazu schreiben können? Korrektur: Die Studierenden haben nicht an der Ausstellung mitgearbeitet, sondern betreuen sie während der Öffnungszeiten und geben auf Fragen Auskunft. (Danke, Holunder!)

Lichtakzente: Vor einigen Werken kann der Besucher Platz nehmen, um sie bequem zu studieren.

Aber auch ohne das ist die Ausstellung einen Besuch wert. Ich verehre Newton schon seit den 90ern. Einer der großen Bildbände aus dem TASCHEN-Verlag biegt die Bretter meines Bücherregals, und den habe ich quasi auswendig gelernt.

Promenadendeck der Kunsthalle: Blick über Duderstadt.

Ich weiß daher recht viel über die Bilder und z.T. über ihre Entstehungsgeschichten. Sie dann leibhaftig zu sehen, das ist wirklich was besonderes. Zumal ich etliche Bilder gesehen habe, die ich zwar einer Reihe zuordnen konnte, das Werk selbst aber noch nie irgendwo in Reproduktion gesehen habe.

Kennen Sie diesen Mann? Das war mal Karl Lagerfeld.

Thematisch passend wurde die Ausstellung mit Werken des Tschechen František Drtikol (1883– 1961) kombiniert.

Arbeiten Drtikols: Guter Appetizer, aber natürlich keine Konkurrenz zum Giganten Newton.

Dessen Aktfotografien, die in den 20er und 30er Jahren entstanden sin, zeigen meist Frauen in Kombination mit geometrischen oder Designelementen, von Licht und Schatten hart kontrastiert. Gelungen, auch wenn die Werke im direkten Wettbewerb mit Newton natürlich nicht gewinnen können.

Diese Ausstellung im Mettwurstland sollte man sich nicht entgehen lassen – in Kürze geht sie auf Weltreise. Hans Georg Näder hat aber bereits versichert, dass seine Kunsthalle nicht lange leer bleiben wird.

Kunsthalle HGN: František Drtikol – Helmut Newton
Karl-Wüstefeld-Weg in Duderstadt
Öffnungszeiten: Noch bis 26. Februar 2012 jeweils Samstag und Sonntag, 11-18 Uhr
Eintritt frei
[UPDATE: Die Ausstellung ist bis 24.3. verlängert worden.]

Ausstellungsstück am Rande: Elefanten aus alten Autoreifen vom Streetartkünstler Thierry „Mr. Brainwash“ Guetta („Exit through the Gift Shop“)

 
5 Kommentare

Verfasst von - 12. Februar 2012 in Reisen

 

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5 Antworten zu “Kunsthalle HGN: František Drtikol / Helmut Newton

  1. hirnwirr

    3. März 2012 at 20:05

    Hätte ich Deinen fabelhaften Blogeintrag noch einmal gelesen, bevor auch heute im Mettwurstprothesenland unterwegs war. Dann hätte ich den polaroids noch mehr Aufmerksamtkeit geschenkt.

    Und interessant fand ich auch das etablissement direkt neben dem Museum 🙂

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  2. Silencer

    3. März 2012 at 20:14

    Ist die Kunsthalle denn aktuell geöffnet? Die Newton-Ausstellung müsste ja vorbei sein. Direkt neben der Kunsthalle? Was ist denn da? Da wohnt doch nur Prof. Näder, oder?

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  3. hirnwirr

    3. März 2012 at 20:24

    die Ausstellung ist bis zum 24.März verlängert worden.
    und Herr Näder wohnt wohl links von der Halle, ich meine rechts, dort wo man parkt…..“Villa Red Lounge“ 🙂

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  4. Holunder

    4. März 2012 at 23:08

    Die Studenten der Universität haben nicht an der Ausstellung mitgearbeitet, das war nur die Galerie Kicken. Die Studenten sind als sogenannte „lievspeaker“ angestellt, die den Besuchern ihre Fragen beantworten. Sie waren also der lebende Flyer, den man hätte nutzen können.

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  5. Silencer

    5. März 2012 at 08:48

    Hirnwirr & Holunder: Danke für die Hinweise. Das es „lebende Flyer“ sein sollten habe ich in der so Tat nicht verstanden. Der entsprechende Satz oben ist geändert. Nichtsdestotrotz wären Texte, z.B. warum man etwas wie angeordnet hat, hilfreich.

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