Hochwasser rettet Wahl

Hochwasser rettet Wahl

Obama wurde wiedergewählt. Interessant. Liegt auf Linie mit der politikwissenschaftlichen (und me.E. heute kaum noch haltbaren) These, dass ein US-Präsident immer dann wiedergewählt wird, wenn im Land keine ausgesprochene Wechselstimmung herrscht. Wie in Deutschland, quasi. Mich persönlich überrascht es dennoch ein wenig, weil im Vorfeld recht massive Wahlmanipulationen bekannt geworden sind. Das reichte von Wahllokalen, die geschlossen wurde, weil zu viele Leute wählen wollten, über “verlorene” Wahlbriefe bis hin zu Anrufen an registrierte Wähler, dass die Wahl auf einen anderen Termin verschoben sei. Das sind Methoden, die man sonst nur in Osteuropa vermuten würde.

Am dreisteten waren Wahlcomputer, die Stimmen falsch zählten. Es gibt Videos, die zeigen, wie jemand “Obama” antippt, der Automat aber “Romney” zählt. Ich halte das ja für einen Fake, ist aber natürlich Wasser auf die Mühlen der Verschwörungstheoretiker, die nicht müde werden darauf hinzuweisen, dass die Wahlcomputerhersteller ja allesamt Republikaner seien.

Apropos Wasser: Ich halte es absolut für möglich, dass Obama von der Katastrophenlage durch die Sturmschäden profitiert hat. In Deutschland hatten wir das auch schon Mal. Die Wahl 2002 hat Rot-Grün, da sind sich die Politikwissenschaftler ziemlich einig, vor allem deshalb knapp gewonnen, weil Kanzler Schröder in Gummistiefeln im Hochwasser eine zupackende Figur machte. Naturkatastrophe und Gummistiefel. Manchmal ist Wahlbeeinflussung so einfach.

11 Gedanken zu „Hochwasser rettet Wahl

  1. Das mit der Wahlmanipulation ist umso erschreckender wenn man sich vor Augen haelt, dass “der Westen” (inklusive USA) immer wieder auch manipulierte Wahlen in “Schurkenstaaten” kritisiert.

    Ich glaube eine Uebersicht zwischen dem, was die USA immer kritisiert und wie die USA es selber handhabt koennte interessant sein.

  2. Wahlen hin oder her, der eine gewählte verändert genauso wenig wie der andere zum Positiven. Sie werden alle manipuliert, warum sollte da vor den Menschen, die wählen gehen, halt gemacht werden. Ich halte es da lieber mit Rosa Luxemburg, die da sagte: “Wenn Wahlen etwas ändern könnten, dann würde man sie verbieten!” Und sie hat, aus meiner Sicht, recht.

  3. Stefan: Ja, glaube ich. Allein, das ein Republikaner ihn für seinen Einsatz lobte, hatte schon enorme Wirkung.

    Ramon: Ja. USA wird vom Geld regiert. Das ist schurkisch.

    Ursus: Danke für den Link! Unfassbar, diese Connections

    Queen: Ist mir zu nihilistisch. Ich bin bereit zu kämpfen. Und zu wählen.

  4. Nicht? Also mir fallen da eine ganze Menge Punkte ein. Die hier jetzt aufzuführen ich jetzt allerdings keine Lust habe, ich muss gleich noch kochen.
    Solange allerdings die Republikaner nur so Gruselgestalten aus der Mittelaltergeisterbahn wie Romney, Palin oder Ryan aufstellen, brauchen sie sich nicht groß zu wundern, das sie in der heutigen Zeit nicht mehr viel reißen können.
    (Abtreibungsgesetzgebung sagt dir was? Ok, für dich persönlich nicht relevant, zugegeben. Gesundheitsversorgung? Einwanderung?)

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