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Vier Wochen

03 Mai
Vollmond über den blühenden Kirschbäumen auf dem Campus der Uni Göttingen

Vollmond, grillende Studis und Kirschblüten auf dem Campus der Uni Göttingen

Es kommt der Moment vor einer Reise, ganz egal ob die kurz oder lang ist, an dem ich der Verzweifelung nahe bin. Ich habe über mögliche Ziele gelesen, habe im Internet recherchiert, Bilder angesehen, auf Youtube herumgestochert. Am Ende habe ich viel zusammenhangloses Zeug im Kopf, alle Orte einer Region scheinen sich zu ähneln und verschwimmen vor meinem inneren Auge zu einem merkwürdigen Brei, in dem nichts mehr wichtig ist und aus dem nichts mehr wirklich heraussticht. Was mich aktuell wirklich verzweifeln liess: Ich fand die Geschichten nicht. Geschichten machen historische Begebenheiten, Orte und Jahreszahlen für mich erst greifbar. Angenommen, ein Stadtführer erzählt mir von zig Leuten die alle Friedrich oder Wilhelm hießen und rasselt dabei Jahreszahlen runter – dann gehen die links rein und rechts wieder raus. Wenn Aber Anekdoten und Geschichten damit verbunden sind, DANN speichert mein Hirn das ab. Erst dadurch wird Geschichte für mich interessant: Durch Geschichten.

Bei der Vorbereitung auf DIE LANGE REISE habe ich nun ein halbes Dutzend Reiseführer, drei Bildbände, ein Dutzend Zeitschriften gelesen, Karten gewälzt und unzählige Wikipedia-Artikel studiert. Nichts. Keine interessante Geschichte lies sich blicken, stattdessen bewegte sich der Füllstand meines Hirns langsam auf „Übervoll“, aber mit unnützem Kram, einem Brei ohne Zusammenhalt.

Dann kam er vorgestern Abend plötzlich doch noch, endlich, der eine Hinweis, der sich nach genug Rumribbelei als roter Faden erwies. Der rote Faden verband plötzlich unterschiedlichste Elemente miteinander. Über geografische Grenzen und die Jahrhunderte hinweg machte er Dinge sichtbar und greifbar. Die Puzzlestücke fielen an Ihren Platz. Als ich den Faden sah, kamen sie, die Geschichten. Wie aus dem Nichts liessen sie sich plötzlich an jeder Ecke blicken. Plötzlich waren die Geschichten und Menschen da, und mit ihnen die Ziele, die Höhlenwege, der Garten der Monster oder das Naturphänomen mit Zeitschaltuhr.
Jetzt habe ich meine Geschichten, zumindest die, die Stationen auf der Reiseroute ausmachen. Andere Geschichten werde ich auf dem Weg finden – oder sie mich.

***

Technisch lässt sich gerade nicht viel machen. Das Motorrad bekommt in diesen Minuten (hoffentlich) neue Reifen, obwohl die Werkstatt unfähig und unwillig ist Termine zu machen. In zwei Werktagen kommt dann endlich der Werkstattcheck, die neuen Bremsen und -vor allem!- die Hauptuntersuchung. Endlich. Ich habe keinen Zweifel, dass das Motorrad – trotzdem es mittlerweile 10 Jahre alt ist – problemlos durchkommt. Die Maschine ist heute in einem besseren Zustand als an dem Tag, an dem sie das Werk in Japan verlasen hat. Aber NACH der HU kann ich endlich anfangen die neuen Teile anzubauen, die man normalerweise so nicht an einem Motorrad findet. Die sind zwar allesamt nicht eintragungspflichtig, aber trotzdem will ich nicht, dass der TÜV sich dafür zu sehr interessiert.

Und sonst so? Bin ich zu nichts gekommen. Immerhin an fünf der letzten sieben Tage Sport gemacht, wieder mit kleinen Steigerungen. Mittlerweile habe ich Schwielen an den Händen vom Rudern, ein Wirbel im Rücken tut weh und die Knie schmerzen. Sichere Zeichen, dass ich einen Gang zurückschalten soll. Dann mache ich das auch. Fitter werden gut und schön, aber kaputt muss ich mich nicht machen.

Zusammengefasst:
– Reiseplanung: Geschichten und Ziele gefunden!
– Sport: Ja, fast jeden Tag.
– Sprache: Ja, auch.
– Neuen Logger getestet
– Support und Backup inkl. Kurierdienst ist komplett
– Reifen abgeschmirgelt und aufgezogen
– SIM-Karten für´s Ausland besorgt bzw. reaktiviert

Das steht an:
– Die Hosts, die nicht über Booking gebucht sind, nochmal anschreiben und versichern, dass Reservierung steht.
– Hauptuntersuchung
– Inspektion
– Bremsenerneuerung
– Die neuen Teile anbauen
– Reifen einfahren

 
Ein Kommentar

Verfasst von - 3. Mai 2013 in Reisen

 

Eine Antwort zu “Vier Wochen

  1. Katja

    3. Mai 2013 at 11:08

    So. Ich bin jetzt nicht nur neidisch sondern noch dazu neugierig. :mrgreen:

    Äh soll natürlich heissen: ich freue mich für dich, dass du den roten Faden gefunden hast und ich freue mich darauf, hinterher die Geschichten zu lesen und hoffentlich auch wieder viele Bilder zu sehen. Garten der Monster klingt jetzt schon monströs interessant! 🙂

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