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PS4 vs. XBOX One, Runde 2: E3-Selbstentleibung und XBOX 180

02 Jul

Und dann ist Anfang Juni die wichtigste Spielemesse der Welt, die E3 2013, und die nächste Runde im Kampf der nächsten Konsolengeneration um die Gunst der Erstkäufer im Weihnachtsgeschäft wird eingeläutet. Viel wurde im Vorfeld spekuliert über Digital Rights Management, Always-on Zwang und Gebrauchtspielverbot.

Und Microsoft so: Tritt auf die Bühne und sagt: Ja, stimmt alles. Wir lassen Euch keine Gebrauchtspiele spielen, wenn der Publisher es nicht will, die Konsole muss mindestens einmal am Tag ins Internet, sonst läuft gar nichts, Kinect muss immer an sein und einen permanent belauschen, die Regionenübergreifenden Importe sollen noch besser unterbunden werden undundund. Und wer nicht spurt, dessen Xbox wird gesperrt. Insbesondere vor dem Hintergrund der Enthüllung, das Microsoft als eines der ersten Unternehmen mit der NSA zusammengearbeitet hat, macht die permanente Überwachung durch (Nachtsicht-)Kameras und Stereomikrofone in Verbindung mit alway-on-Zwang mehr als fragwürdig. „ABER DAS DIENT ALLES DER BESSEREN EXPERIENCE! WIR LIEBEN EUCH DOCH ALLE!“, poltere Microsoft.

Das war, um es mit Yahtzees Worten zu sagen, ungefähr so, als wenn Microsoft sich vor Publikum wieder und wieder ein Messer in den Unterleib rammte und dabei laut brüllte „Oh! DAS TUT SO GUT!“

Dann kam Sonys Pressevorstellung, und deren Kernbotschaft war es: „Hier, das was Microsoft da macht“ (Seitenblick auf Microsoft, dass auf der Bühne liegt und alles vollblutet)“sieht schmerzhaft aus, das machen wir in der Form nicht“.
Und das reichte schon, um zum Gewinner der E3-Runde gekürt zu werden.

Microsoft wurden unterdessen haufenweise kritische Fragen gestellt, z.B. was denn Leute machen sollen, die nicht permanent eine gute Internetanbindung haben. Darauf antwortete Don Mattrick, Chef der XBOX-Abteilung bei Micrsoft: „Für solche Leute haben wir eine Konsole, sie heisst XBOX 360“. Das ist an Arroganz kaum zu überbieten.

Wenige Tage nach der E3, eine Auswertung der Vorbestellungen (7:1 für die PS4) und einen Shitstorm später knickte Micrsoft dann in fast allen Punkten ein. Nein, Gebrauchtspiele soll man auch so tauschen können. Ja, der tägliche Internetcheck entfällt. Nein, man wolle keine weitere Regionenbegrenzung machen. Lediglich Kinect muss dauernd laufen. Wow, mit einem solchen Rückzug hätte ich nicht gerechnet.

Damit ist jetzt, zumindest in der Theorie, der Kampf der Konsolen wieder ausgeglichen. Sonys PS4 ist 100 Dollar günstiger, und die XBOX One soll Fertigungsprobleme haben, aber das sind ja Marginalien. Die XBOX 360 hat VIER JAHRE gebraucht, bis alle kalten Lötstellen und kaputten Chips im Griff waren. Jetzt hat man Wahl auf Augenhöhe, zwischen gleichberechtigter Skylla und Charybdis.

Don Mattrick aber, dem „Wenn sie kein Brot haben, sollen sie Kuchen essen“-XBOX-Entwicklungschef, der voll auf TV und DRM und Always-on setzt, macht seit heute Karriere bei… Zynga, jener Facebook-Spielebude, die seit einem Jahr den Bach runterrauscht. Wir wünschen ihm viel Erfolg. Chuckle-chuckle.

 
6 Kommentare

Verfasst von - 2. Juli 2013 in Betrachtung, Games

 

6 Antworten zu “PS4 vs. XBOX One, Runde 2: E3-Selbstentleibung und XBOX 180

  1. Ralf Stockmann (@rstockm)

    2. Juli 2013 at 10:01

    Ja, mein Mitgefühl für Don hält sich in Grenzen. Also wirklich engen Grenzen. Selten einen so berechtigten Rauswurf gesehen. Es gibt ja hier ein – vermeintlich echtes – Leakmemo eines Microsoft angestellten: http://pastebin.com/uCmdh9jB aber auch wenn die Argumente dort nicht völlig hinrissig sind, so bleibt es doch bei einem fast beispiellosen PR-Gau. Wenn ich erwarte, dass durch härteres DRM die Preise sinken – ja dann promote ich das doch auf der Pressekonferenz auch so fett wie es geht. „Kein AAA-Starttitel über 30 €“ wäre ja mal eine Ansage gewesen. Aber nein, alle Beteiligten kriegen wie üblich den Mund nicht voll, und jetzt ist es ja leider unvermeintlich dass die Spiele mindestens 120 € kosten werden. Wir haben es ja so gewollt.

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  2. zimtapfel

    2. Juli 2013 at 10:09

    Dieser ganze Computerspielekram interessiert mich ja bekanntermaßen einen Dreck. Aber deine bildhafte Sprache ist wieder mal göttlich!
    „…(Seitenblick auf Microsoft, dass auf der Bühne liegt und alles vollblutet)…“
    Ich werd vermutlich den ganzen Tag vor mich hin kichern.

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  3. Silencer

    2. Juli 2013 at 11:19

    rstockm: Oh, das kannte ich noch gar nicht! Cool, danke!

    Zimt: Ach, aber schön das Du selbst den Kram hier liest, für den Du eindeutig nicht Zielgruppe bist 🙂

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  4. Silencer

    2. Juli 2013 at 12:07

    Wobei das Paper natürlich naiv ist. Publisher geben Spiele nicht plötzlich 50% günstiger ab – sonst würden sie das über ihre eigenen Plattformen (Uplay, Origin) tun.

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  5. zimtapfel

    2. Juli 2013 at 13:35

    Ich muss ja schließlich stündlich nachsehen, wie weit du mit dem Reisebericht bist… *pfeif*

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  6. kalesco

    2. Juli 2013 at 18:44

    Herrlich be/ge-schrieben. Hab ich dir eigentlich schon mal die Spieleveteranen ans Herz gelegt? Deren letzter Podcast hatte auch die E3 und MS vs. Sony zum Thema und warum Sony einen so leichten Sieg davongetragen hat.
    Ich bin zwar so ein bisschen Zielgruppe, aber ich warte auch …

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