Superstarazubi

Superstarazubi

Jetzt hat also auch Hamburg ein Programm um junge EuropĂ€er aus SĂŒdeuropa nach Deutschland zu holen und ihnen hier eine Ausbildung zu ermöglichen. Mit viel TamTam startet eine Werbekampagne, um Jugendliche aus Spanien und Portugal anzuwerben, sie in HH auszubilden und ihnen wĂ€hrenddessen ein rundum-Sorglos-Wohn- und Lebenspaket zu bieten.
Finde ich gut.
Punkt.

Achso, vielleicht sollte ich prĂ€zisieren was genau ich gut finde: Ich finde eine Ausbildung im Ausland, ein lĂ€nderĂŒbergreifendes Studium oder ĂŒberhaupt Auslandsaufenthalte zum Lernen super. Und noch besser, wenn das gefördert wird und möglichst viele Menschen das möglichst einfach wahrnehmen können. Punkt.

Wenn alle europĂ€ischen LĂ€nde sowas machen wĂŒrden, wĂ€re das noch supererer. Leider gibt es das nur in Deutschland, und schon deshalb muss man automatisch den Verdacht haben, dass hier wieder etwas schief lĂ€uft.

Und tatsĂ€chlich ist dieses Programm wieder nur ein tönendes Feigenblatt gegen Symptome, nicht aber gegen Ursachen. Wir HABEN in Deutschland genĂŒgend Jugendliche, die theoretisch fĂŒr eine Ausbildung geeignet sein mĂŒssten. Leider sind sie das in der Praxis oft nicht. Schlechte schulische Leistungen und Demotivation sind in vielen FĂ€llen der Grund. Jugendliche kommen aus einem Schulsystem und einer Erziehung, die es nicht geschafft haben ihnen grundlegende Bildung zu vermitteln, dafĂŒr aber den Eindruck, dass man nur als Superstar entdeckt werden brĂ€uchte um durchs Leben zu kommen. Die Folge sind Azubis, die Fehlzeiten in Masse und 10 Rechtschreibfehler in zwei Worten produzieren. Kein Wunder, dass die Betriebe sich das nicht mehr antun wollen.

Die Frage ist doch aber: WĂ€re das Geld fĂŒr Werbekampagnen im Ausland und Rundum-Sorglos-Ausbildungen nicht besser im deutschen Schulsystem aufgehoben? Um Kindern und Jugendlichen wieder grundlegendes RĂŒstzeug fĂŒrÂŽs Leben beizubringen, und sie nicht einfach nur ihre Zeit absitzen zu lassen? Investitionen in Bildung zahlen sich IMMER aus, und vielleicht haben wir dann in ein paar Generationen Eltern, die ihren Kindern deren Wert auch vermitteln können. So haben gut ausgebildete EuropĂ€er, was auch sehr zu begrĂŒĂŸen ist, aber das grundlegende Problem bleibt bestehen.

10 Kommentare zu „Superstarazubi“

  1. Korrekt, denn das ist es was die Politik von der Wirtschaft suggeriert bekommt: es gibt fĂŒr alles ne Pille. Die muss nur teuer genug sein, dann schluckt sie auch jeder.
    Da steckt ein nicht zu verachtendes, aber hier leider fehlinterpretiertes Zitat drin: “FĂŒr alles ist ein Kraut gewachsen.”
    Diese KrĂ€uter finden sich in der Tat hier im eigene Lande und sie können auch genau hier im eigenen Lande dafĂŒr genutzt werden. Tut aber keiner, denn wir haben ja noch genug Steuerzahler die die Taschen von AuslĂ€ndischen Abgreifern fĂŒllen. Und damit meine ich nicht die Azubis!!!

  2. Das Verstehe und akzeptiere ich voll auf, Herr Silencer. Doch fĂŒr mich gibt es so etwas wie falsch und richtig nicht, und wenn ich im Lande etwas Ă€ndern will, dann beginne ich zu erst bei mir. Das wollte ich damit zum Ausdruck bringen.
    Alles was mir im Außen begegnet und es stört mich zu tiefst, dann ist es immer zuerst in mir gewesen, dann ist es ein Prinzip, das ich innerlich ablehne (bewusst oder eher unbewusst) oder es fehlt und sucht im Außen seinen Spiegel.
    Geist ĂŒber Materie. Ich weiß es hört sich sehr hochtrabend an, doch das ist universell.
    Ich bin mir bewusst, das mit dieser Aussage, die ein oder andere Weltsicht sehr in Frage gestellt wird. Das ist fĂŒr viele sehr schwer zu verstehen, geschweige denn um zu setzten.

  3. Queen. Ich schĂ€tze Dich als Mensch sehr, deshalb hoffe ich, Du nimmst das folgende nicht allzu ĂŒbel.

    Ich habe lange ĂŒberlegt ob Du das wirklich ernst meinst oder mich gerade veralbern willst, denn inhaltlich ist Dein Statement auf so vielen Ebenen daneben, dass ich nicht mal weiß wo ich anfangen soll. Evtl. können wir solche Diskussionen in Deinem Blog fĂŒhren und nicht hier.

    Was ich ĂŒberhaupt nicht goutiere ist die Form Deiner Kommentare, denn das Schema “Wenn Du nicht glaubst was ich sage bestĂ€tigst Du damit die Aussage” ist eine Taktik, die besonders in der Esoterik-Szene gerne verwendet wird. Sowas möchte ich hier nicht.

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