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Versagt

17 Sep

Es versetzt mich mitunter in Erstaunen mit welcher Mühelosigkeit im Einzelhandel und Dienstleistungsgewerbe immer wieder neue und höhere Gipfel des Verkackens erklommen werden. Ursache sind zu gleichen Teilen Schluffis, die nicht etwa aus Unfähigkeit, sondern aus purem Desinteresse Mist bauen und Strukturen und Prozesse, die auf Unfähigkeit oder Profitmaximierung optimiert wurden.

Aktuellste Beispiele:

– Der Kinofilm im Cinemaxx, der immer wieder mit störenden Puls- und Summgeräusche unterlegt war. Anscheinend hatte der Filmvorführer sein Handy auf den Verstärker oder sonstwohin gelegt, wo die Telefongeräusche auf die Audioanlage des Saals induziert wurden. War ja klar, endlich mal kein Kopf im Bild und keine quatschenden und telefonierenden Deppen in Reichweite, da musste sich das Multiplex ja was neues ausdenken um den Filmbesuch unerträglich zu machen. Ein weiterer Grund das Kino zu meiden.

– Die Vorbestellung für GTA V. Herrje, was wird dieses Spiel erwartet. Ich habe es vorbestellt, damit mir nicht wieder sowas assiert wie mit „The Last of Us“ (mehr dazu später). Da das Postidentverfahren bei Versand über Amazon glatte 5 Euro kostet und die örtliche Gamestopfiliale unter Unfähigkeit in Tateinheit mit Dummlaberei leidet, habe ich es in den ansässigen Saturn bestellt. Immerhin, 3,5 Stunden vor Veröffentlichungstermin des Spiels und damit Abends um 20.30 Uhr mailt es, man habe es an mich versandt. Leider schreibt das die Zentrale, in Sonstwo, die es allen Ernstes per Einzelpäckchen in ihre Filiale schicken lässt. Ernsthaft! Die bekommen das nicht mit ihrer normalen Warenlieferung, sondern versenden es einzeln per DHL AN IHRE FILIALE. Unfassbar. Leute, die NICHT vorbestellt haben, gehen heute Morgen hin und kaufen sich aus dem Regal weg eine Kopie. Als exklusiver Vorbesteller muss ich warten, bis das Päckchen ausgeliefert wurde (morgen), das Personal im Saturn es ausgepackt, mir zugeordnet und mir eine Mail geschrieben haben, dass ich es abholen kann (vermutlich übermorgen). Wir halten fest: Vorbestellt, um es am Erscheinungstag zu haben – Saturn gibt es mir erst zwei Tage später.

Das Museum, das schon auf seiner Website schreibt, dass mit langen Schlangen zu rechnen sei und man doch bitte die Karte für die Uhrzeit des Besuchs vorab reservieren möge. Ok, kein Problem. Bin ich ein großer Freund von: Ich kann an der Warteschlange vorbei und direkt rein, das Museum besser planen. Also Win-Win? Nicht ganz, denn auch dieses Management gehört zu denen, die Online nicht verstanden haben und Reservierer bestrafen. Genau wie das Cinemaxx erhebt man hier Zwangsgebühren für Leute, die einem danke Internet ÜBERHAUPT KEINE ARBEIT mehr machen, weil sie Bestellung, Bezahlung und Druck der Karte selbst übernehmen. So wird auf den Preis des Tickets flugs noch eine Servicegebühr in Höhe von 3,75 Euro aufgeschlagen, DARAUF noch mal eine Servicegebühr von 1,50 Euro und DARAUF noch „Versand- und Druckgebühren“. Weil ich meine Karte auf meinem eigenen Drucker ausdrucke. Und plötzlich ist das Print-at-Home Ticket DOPPELT so teuer wie das, was ich an der Kasse kaufen kann.

Echt mal, was SOLL sowas? Sollten nicht gerade Einzelhändler, Dienstleister und kulturelle Einrichtungen froh und dankbar sein, dass man sie überhaupt noch aufsucht? Und dann sowas?

 
5 Kommentare

Verfasst von - 17. September 2013 in Gnadenloses Leben

 

5 Antworten zu “Versagt

  1. Katja

    17. September 2013 at 12:07

    Manchmal müsste man wirklich Krake sein, um ausreichend viele Hände zu haben, die man sich gleichzeitig an die Stirn schlagen möchte.

    Mit einem Museum ist mir kürzlich ähnlich Absurdes passiert:
    Die Webseite informiert über die Ausstellung, Öffnungszeiten, Eintrittspreise und die Zeiten der Vorführungen (die bei einem Planetarium, um das es hier ging, ja die Hauptattraktion sind, weswegen man hinmöchte, die Ausstellung ist da nebensächlich). Sogar der Feiertagsbetrieb und die wenigen Tage, an denen nicht geöffnet sind, sind einsehbar – es kann einem also gar nichts passieren und man kann getrost die 120 km hinfahren. Karten gibt es leider nicht online, sondern nur vor Ort.

    Und dann standen wir vor der Dame, die die Karten verkauft und erfuhren, dass man natürlich viel zu spät sei für Karten. Die müsse man mindestens 2 Wochen vorher vor Ort oder telefonisch reservieren, für Wochenenden eigentlich sogar besser 3-4 Wochen und „Nein, online geht das natürlich nicht.“, weil so ein Andrang wäre und die Vorführungen immer so weit im Voraus ausverkauft seien.

    Da blieb mir echt die Spucke weg. Gerade weil die Webseite gut informiert, hatte ich im Vorfeld gar keine Veranlassung gesehen, irgendwie die Telefonnummer aufzutreiben (die steht nämlich nicht mal auf der Webseite dabei), um auf Verdacht anzurufen und nachzufragen, ob es vielleicht zu gut besucht sein könnte und man lieber ein Ticket vorbestellen sollte. Das mag natürlich blauäugig gewesen sein, aber die können doch nicht wirklich erwarten, dass jeder in einem 200 km Umkreis weiss, wie überlaufen Planetarien (oder zumindest jenes) sind.

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  2. Silencer

    17. September 2013 at 12:18

    Wow, Mist, wie ärgerlich ist DAS denn? Also wirklich, manche Leute/Institutionen gehören für solche Nummern echt übers Knie gelegt.

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  3. Katja

    17. September 2013 at 12:52

    Wir hatten zum Glück noch anderes, was wir in der Gegend machen wollten, daher war es nicht ganz so ärgerlich, wie ausschließlich deswegen so weit gefahren zu sein.

    Aber ich verstehe auch wirklich diese verbreitete kunden- und serviceunfreundliche Haltung der irgendwie dienstleistenden oder verkaufenden Branche nicht.

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  4. noch ein Markus

    17. September 2013 at 19:52

    Handel und Dienstleister in Deutschland -das waren doch die, die immer auf dieses böse Internetgedöns schimpfen, oder?- kannst du echt oft, oder meistens?, vergessen.

    aber hör mal: Saturn?
    echt?
    das sind doch die Vordenker des Kundenignorierens und größten Verfechter des ‚ich will mit dir als Kunde nix zu tun haben‘ Gedankens in Kombination mit den, um es freundlich zu sagen, am schlechtesten informierten Kundenberatern in den Läden überhaupt.
    wobei, Saturn und Kundenberater in einem Satz, komm ich jetzt ins Fernsehen oder wenigstens ins nächste Werbeprospekt?
    :/

    gibt es bei dir nirgendwo eine Medimax Filiale oder so was?

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  5. Silencer

    18. September 2013 at 09:21

    Markus: Ja, leider Saturn. War der EINZIGE Laden, bei dem sich noch die von mir präferierte Spielfassung online bestellen liess. Medimax gibt´s in unserer Region gar nicht, und Mediamarkt boykottiere ich gerade mal wieder.

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