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Sinéad

11 Okt

Ach ja, Sinéad O´Connor. Das waren noch Zeiten. Als sie Anfang der 90er den Prince-Song „Nothing compares 2 U“ sang, war wohl jeder Mann zumindest ein kleines Bißchen in die traurige Frau mit den Rehaugen verliebt. Die Welt lag ihr zu Füßen, damals, und sie hat hart daran arbeiten müssen die Sympathien, die ihr entgegenschlugen, zu ersticken.

Keine Ahnung ob sie vorher schon nicht alle Latten am Zaun hatte oder ob die gesteigerte Aufmerksamkeit irgendwas durchbrennen ließ, auf jeden Fall wurde Frau O´Connor verrückt. Zunächst äußerte sich das in Protesten gegen Gott und die Welt, dann in Publikumsbeschimpfung, schließlich Rückzug aus dem Musikgeschäft, dann Comeback im Musikgeschäft, in Folge die Verkündung sie sei lesbisch und hätte in der Liebe zu einer Frau ihr Glück gefunden, der Widerruf sie sei lesbisch, die Verkündung sie sei bisexuell, die Verkündung sie sei heterosexuell, der Gang ins Kloster, die Namensänderung in einen Nonnennamen, die Namensänderung zurück in Sinéad O´Connor,… Die einzige Konstante in Sinéads Leben war heiraten und Kinder kriegen, aktuell ist die 47jährige bei Ehemann vier und hat ebenso viele Kinder im Alter zwischen 6 und fast 30.

Spätestens als sie ihre eigene Religionsschule in Frankreich aufmachte, wo sie dem Hörensagen nach als Reinkarnation von Jean d´Arc auftrat, war klar, dass sie sich vollends auf ihr Plem-Plem-sein konzentrierte und in musikalischer Hinsicht nichts mehr zu erwarten war. Was ich wirklich äußerst schade finde, denn früher, da gehörten ihre Songs für mich zu Herzschmerz, Verliebtsein und Herbst dazu wie kribbeln im Magen und goldenes Laub.

Das alles fiel mir gerade wieder ein, als ich las, das Sinéad O´Connor offene Briefe an Ciley Myrus schreibt, in der sie die Griraffenzunge -ganz die vierfache Mudder- auffordert, sich nicht von der Musikindustrie ausbeuten zu lassen und gefälligst auf der Bühne einen Schlüpper anzuziehen.

Was heisst eigentlich Songs, also Plural? Sinéad O´Connor hat in ihrer Karriere exakt zwei gute Songs intoniert. Zum einen Nothing Compares 2 U, dass aber so totgenudelt und schlecht gealtert ist, dass man heute nur noch das Video ohne Ton gucken kann. Zum anderen den Song den kaum einer kennt: (You made me) The Thief of your Heart, und der ist, mit Verlaub, der absolute Knaller.

 
2 Kommentare

Verfasst von - 11. Oktober 2013 in musik

 

2 Antworten zu “Sinéad

  1. Die Wunderbare Welt des Wissens

    11. Oktober 2013 at 15:07

    Ich glaube, als Frau/Katholikin/Irin muss man irgendwann einen an der Waffel haben.

    Vielleicht hat sie sich auch am Prince-Song infiziert? Ich sage nur TAFKAP…

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  2. Silencer

    13. Oktober 2013 at 18:10

    Oh ja, der Song der verrückt macht… gnihihi

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