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Caro Emerald Live in Hamburg 2013: The Shocking Miss Emerald Tour

13 Okt

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Noch einmal in diesem Jahr Caro Emerald ansehen! Zwar ist das letzte Mal erst ein halbes Jahr her, aber es gab gute Gründe jetzt gleich nochmal einen Besuch nachzuschieben. Natürlich braucht man eigentlich keine Gründe für einen Konzertbesuch, für einen bei Frau Emerald schon gar nicht (Keine Bange, ich fange jetzt nicht schon wieder an die Geschichte zu erzählen, wie Caros Musik zum Soundtrack für einen Aufbruch in ein neues Leben wurde), aber zum einen war das jetzt die offizielle Tour zum neuen Album „The Shocking Miss Emerald“, zum anderen wird das auf absehbare Zeit das letzte Konzert sein. Caro legt eine Pause ein – sie erwartet ihr erstes Kind.

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Der dritte gute Grund war mein Sitzplatz an diesem Abend. Parkett Mitte, Reihe 1, Platz 1. Das ist ungefähr zwei Meter von der Bühne entfernt und ziemlich genau 3 Meter vom Ort der Action – ich war damit näher an der Künstlerin als manche der Musiker, die zwar auf der Bühne, aber weiter von ihr weg standen. Nun hatte ich schon bei den Konzerten in Frankfurt großes Glück. In der Jahrhunderthalle hatte ich eine Balkonbrüstung vor mir, so dass ich keinen Kopf im Sichtfeld hatte. In der alten Oper hatte ich einen Balkon direkt seitlich der Bühne, gerade mal 10 Meter weg. Aber hier in Hamburg, im CCH, war ich wirklich nah dran. Ungezoomt sehr genau SO nahe:

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Leider war fotografieren mit einem Fotoapparat verboten, darauf wies mich die Security persönlich und nachdrücklich hin.

Punkt 20 Uhr wurde der Saal verdunkelt, und sofort ging es los. Caro kam in einem schwarzen Kleid auf die Bühne, und während der ersten Songs klang ihre Stimme ein wenig brüchig und die Anlage ein wenig übersteuert. Das besserte sich aber ganz schnell, und zum Intermezzo waren alle voll da.

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Das Intermezzo ist Caros Art das Publikum anzuheizen. Gerade wenn sie ohne Vorgruppe spielt, ist das Publikum manchmal noch etwas träge. Im Intermezzo bringt sie ihren bekanntesten Song – „Back it up“, interpretiert den aber jedesmal anders und hat immer eine Passage drin, bei der das Publikum mitmachen muss. Das war mal ein besonderes Muster klatschen, mal im Takt minutenlang „Back it up“ mitsingen, bis alle vor Luftmangel ganz euphorisch waren. In Hamburg waren es gleich zwei Dinge: Muster zu Lichtshow klatschen und eine absteigende Tonfolge aus 10 Noten mitsingen.

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Das Ergebnis war erstaunlich melodiös und heizte die Stimmung ganz ordentlich an. Auf den Rängen tanzten die Leute schon, im Parkett zum Glück nicht. Ich mag das ja nicht. Mir ist schon auch klar, dass gerade Caro Emerald Musik macht, die auch gut tanzbar ist – aber ein Saal mit Bestuhlung lädt nicht gerade zum aufstehen und rumtanzen ein. Außerdem finde ich es extrem nervig, wenn sich plötzlich ein Zweimetertyp vor mich hinstellt, wie schon mal bei einem Mark Knopfler Konzert geschehen. Ich hatte einen Platz mit einer Super Sicht auf die Bühne gebucht – und konnte nichts sehen, weil so ein Idiot die ganze Zeit stehen musste. Der tanzte nicht mal, der stand da einfach nur doof rum und wurde auf Nachfrage auch noch aggressiv. Das ist der Grund, weshalb ich immer zusehe, dass ich eine unverbaubare Aussicht auf Balkonen o.ä. bekomme. Bei Caro hat das bislang fantastisch geklappt…

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Weiter ging es, hauptsächlich mit Songs aus dem aktuellen Album. Teils aber in erstaunlichen Interpretationen,
wie eine Acapellaversion. Die gibt es übrigens auf einer Single mit fünf weiteren Songs vom aktuellen Album, und zwar kostenlos – man kann sie auf Caros Website herunterladen.

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Vor „You belong to me“ gestand Caro, dass sie von dem Song immer als „Ihr persönliches Bond-Thema“ denkt und den gerne als Opener vor einem Bondfilm singen würde. Tatsächlich würde der Song mit seinem bombastischen Arrangement als typischer Bondvorspann funktionieren.
„The only Problem is – they did not call me. Yet. So, when you now somebody who knows somebody in the movies…“

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Zweimal verließ sie die Bühne, während Guido Nijs am Saxophon und Wieger Hoogendorp an der Gitarre mehrminütige Solos einlegten. Jede Pause ging mit einem Outfitwechsel einher.

Stefan Schmid an den Keyboards

Stefan Schmid an den Keyboards

Apropos Outfit: Während die Frankfurter eher so „Come as you are“ sind und im Pulli angeschluppt kommen, legt das Hamburger Publikum einen ganz anderen Chique an den Tag. Mindestens Casual Elegance (Kleid bei den Damen, Hemd und Jacket bei den Herren) war angesagt, einige hatten sich auch in bodenlange Abendkleider geworfen oder trugen -passend zur Musik- 50er Jahre Outfits, bei den Herren inklusive Hosenträgern und Schiebermützen.

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Dann kam das Emerald´sche Endgame. Band und Sängerin tun nach 90 Minuten so, als ob alles vorbei wäre. Das Publikum ist angeheizt und schon im „Das war´s“-Modus und denkbar für jede einzelne Minute, die noch gespielt wird. Dabei geht es jetzt erst richtig los, ab dem Moment wo es zu Ende scheint, kommen noch 4 bis 5 Knallersongs. Meist ist „Stuck“ dabei, aber auch „Dr. WannaDo“. So auch diesmal, und zwischendrin lieferte sich Caro mit dem DJ ein kleines Pin-Pong-Spiel: Sie sang Textzeilen an, die er ad hoc sampelte und damit den Song voranbrachte. Die beiden hatten sichtlich Spass, und der Sound war klasse.

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Das Endgame heizte die Stimmung ordentlich auf, das Publikum genoss in Erwartung des baldigen Endes jede Sekunde noch intensiver, und irgendwann hielt es niemanden mehr auf den Sitzen. Zu dem Zeitpunkt war das auch OK für mich, ich stand damit unmittelbar am Bühnenrand. Dafür, dass das Finale so intensiv ist, gibt es dann auch keine weitere Zugabe. Wenn Caro Emerald sagt es ist Schluss, dann ist auch Schluss.

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Nur heute Abend nicht… Als Die Musiker die Bühne verlassen hatten, geschah etwas seltenes. Das Publikum fing an, die Tonfolge aus dem Intermezzo zu singen. Eine sanfte, fast traurige Melodie ohne Text, mehr gesummt als laut gesungen. In kürzester Zeit war der Saal erfüllt von der leisen Tonfolge, ein klagender Sirenengesang in einer fast unheimlichen Atmosphäre, und tatsächlich liess sich Caro noch einmal auf die Bühne locken. Sie brachte noch einen Chanson, ein ruhiges, französisches Liebeslied, und am Ende war das Publikum so weit runtergekühlt, dass nach minutenlangem Applaus das Konzert beendet werden konnte.

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Was für ein Abend! Nicht mal der heftige Hamburger Regen konnte nach einem solchen Konzert der gute Laune Abbruch tun. Für so eine Show kann man sich nur bei Band und Sängerin bedanken, das war wirklich großartig.

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Achso, falls irgendjemand noch die Setlist zusammenbekommt, wäre ich dankbar über eine Meldung in den Kommentaren – ich konnte mir das mal wieder nicht alles merken.

Caro hat übrigens eine neue DVD/BluRay gemacht. Alte und neue Albumsongs, aufgezeichnet im Livekonzert. Hier ein Vorgeschmack, bestellbar überall.

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Alle Einträge zu „Caro Emerald“ in diesem Blog.
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6 Kommentare

Verfasst von - 13. Oktober 2013 in Event, Kunst & Kultur, musik

 

6 Antworten zu “Caro Emerald Live in Hamburg 2013: The Shocking Miss Emerald Tour

  1. Rand

    13. Oktober 2013 at 22:40

    Das Hamburg Konzert ist zwar anscheined (noch) nicht drin, aber meine nr.1 Anlaufstelle fuer Konzert-Setlists ist immetr http://www.setlist.fm/search?query=caro+emerald . Vielleicht hilft dir ja eines der anderen Konzerte dieser Tour, die mesiten Kuenstler veraendern dann ja oft nicht zu viel waehrend einer Tour.

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  2. Silencer

    14. Oktober 2013 at 09:07

    Hi Rand,
    ja, Setlist FM habe ich auch schon gefunden. Allerdings fehlt da sehr viel. Ich behalte es aber im Auge, danke für den Hinweis!

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  3. Katja

    16. Oktober 2013 at 12:05

    Beim Lesen lief jetzt gerade bei mir Caro im Hintergrund, das muss ja so.

    Vielen Dank für’s Einfangen und Teilen der Stimmung! Mir hat alleine das Lesen Gänsehaut gemacht. 🙂

    Wie bist du denn an den grandiosen Platz gekommen? War das nur Glück?

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  4. Silencer

    16. Oktober 2013 at 13:15

    Kathja: So ist es richtig, Blog lesen mit passendem Soundtrack! 🙂
    Bei den Sitzplätzen hatte ich das Glück, dass Eventim mir eine Benachrichtigung über neue Konzerte geschickt hat, und ich just in dem Moment jeweils am Rechner saß und schnell was Gutes finden und buchen konnte. Das war einfach wirklich Glück, normalerweise sind nach ein paar MInuten die guten Plätze weg.

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  5. Katja

    16. Oktober 2013 at 21:01

    Sehr, sehr cool, dass das sogar nur Glück und Zufall war mit der Karte. Ich glaube, ich wäre mit so einer besonderen Karte in der Tasche dann auch schon mit entsprechend besonderem Gefühl hingegangen. 🙂

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  6. Die Wunderbare Welt des Wissens

    17. Oktober 2013 at 21:34

    Das Wunderbare Weisel wollte schon schmollen, dass das Blogwiesel in Hamburg ist und sich nicht bei ihm meldet. Aber Sie waren ja wohl ohne Wiesel hier, alles schick.

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