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Ja, bin ich denn der Bischof von Limburg oder was?!

14 Okt

Mir könnte diese ganze „Affäre“ um den Limburger Bischof egaler nicht sein. Franz-Peter Tebartz-Van Elst soll durch absurde Wünsche den Bau seines Bischofssitzes auf 31 Millionen plus X hochgetrieben haben. „Ohje Ohje Ohje“, rufen jetzt alle und wehklagen „Was hätte man mit dem schönen Geld nicht alles Tolles machen können! Wieviel Gutes hätte man damit tun können?“. Tja. Hätte, hätte, Fahrradkette. Tatsache ist: Die katholische Kirche hat mit dem vielen schönen Geld in den letzten Jahrzehnten nur eines gemacht: Es auf die Bank gepackt und Zinsen dafür kassiert. Da ist keine Sozialarbeit von geleistet worden.

Es ist nicht so, dass die freistehende Badewanne von Tebratz-VanDings nun die Armenspeisung unmöglich gemacht hat oder den Steuerzahler etwas gekostet hätte. Von daher frage ich mich, ob sich nicht eher alle freuen sollten, dass der Bischof die Kohle, die auf der Bank nur Staub ansetzte, in die heimische Bauwirtschaft investiert hat. Sogar die marode Infrastruktur des Dombergs wird jetzt, im Zuge der Kollateralschädenbeseitigung, komplett saniert. Und danach? Freut sich Limburg über steigende Tourismuszahlen! Denn so, wie wir Deutschen drauf sind, werden bereits jetzt Bustouren organisiert, bei der Reisebusse Schaulustige vor Ort bringen, um das Medienprominente Bauwerk zu bewundern und sich über „Verschwendung“ auszulassen. Vielleicht könnte man sogar Eintritt nehmen, zur Klagemauer des grantelnden Kirchenbeitragszahlers?

Im übrigen plädiere ich dafür, diese ganze Nummer schnellstmöglich in ein Sprichwort umzuwandeln. Nicht nur ein Meme, sondern ein jahrhunderte überdauerndes Sprichwort.

Zum Beispiel könnte angesichts hoher Preise empört ausrufen „Ja, bin ich denn der Bischof von Limburg oder was?!“.

Oder, wenn man gefragt wird, was das eigene Haus gekostet hat: „Der Bischof von Limburg würde nicht drin wohnen“ (Baukosten kleiner 31 Mio) oder „Das wäre auch dem Limburger Bischof gut genug“ (Baukosten größer 31 Mio).

Oder, wenn ein Projekt plötzlich teurer wird als geplant, erschrocken ausrufen „Das sind ja Limburger Verhältnisse hier“

Vielleicht kann man auch „Tebartzen“ als Synonym für Ausgaben nehmen, die nicht unbedingt nötig sind, aber der Steigerung des eigenen Wohlbefindens dienen: „Ich habe mir neue Schuhe getebartzt“.

Das wäre doch nett.

 
9 Kommentare

Verfasst von - 14. Oktober 2013 in Betrachtung

 

9 Antworten zu “Ja, bin ich denn der Bischof von Limburg oder was?!

  1. Ferienhaus Schwarzwald

    14. Oktober 2013 at 10:30

    Ja es könnte einem egal sein. Was soll’s, wenn irgendwo ein aroganter Schnösel für irgendwas Geld ausgibt. Aber! … man könnte statt für 15.000 Euro eine Luxusbadewanne kaufen auch einen Zugang für Rollstuhlfahrer und Kinderwagen zum Dom bauen. Das kommt neben der heimischen Wirtschaft auch den Menschen vor Ort zugute. Und wenn die Menschen vor Ort sich dafür entscheiden, das Geld ein ein Bauwerk zu investieren, das Jahrhunderte überdauert … auch gut. Aber ein Mensch, der in Gutsherrenart über das Vermögen der Gemeinschaft Kirche verfügt, wie früher der Lehnsherr über das Leben seiner Untertanen? Es ist gut, dass sich die Zeiten geändert haben. Das darf auch ein Franz-Peter Tebartz-Van Elst in ganzer Härte spüren.

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  2. Ferienhaus Schwarzwald

    14. Oktober 2013 at 10:35

    Im übrigen ist das Geld auf der Bank durchaus im Wirtschaftskreislauf investiert. Sonst gäbe es keine Zinsen dafür. Ich nehme mal an, das Bistum Limburg hat sein Vermögen nicht in Bar, Gold oder Edelsteinen unter’m Beichtstuhl versteckt. 🙂

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  3. ruediger

    14. Oktober 2013 at 12:34

    „tebartzen“ ist ein großartiges neues Wort. Sollte unbedingt in den Duden.

    Alternativ könnte es auch als eine Steigerung des Wortes ‚verschätzen‘, oder sich „erwischen“ lassen gelten, aka: „jetzt hat es mich doch glatt tebartzt“.

    Es werden vllt. auch schon die ersten Autoren gesucht, die für SAT1 oder RTL ein passendes Drehbuch schreiben können. Das zukünftige Merchandising alleine wird die Ausgaben nicht mehr reinholen, aber es ist ja noch nicht alles ausgeschöpft was möglich ist.

    Meine Steuern waren es jedenfalls nicht:

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  4. Leandrah

    14. Oktober 2013 at 13:16

    jaja tebartzen und wowereiten die Worte des Jahres 2013

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  5. Silencer

    14. Oktober 2013 at 16:02

    Ferienhaus: Das ist ja genau meine Argumentation: Er hat anderen nichts weggenommen. Es ist nicht so, dass sie nun keine Behindertenrampe mehr bauen könnten, weil er eine teure Badewanne hat. Wenn man die Rampe bauen wollte, dann könnte man das tun. Es wird aber nicht getan. Und so hat wenigstens ein Installateur am Bau der Badewanne vedient. Im übrigen bekommt man bei der Bank keine nennenswerten Zinsen. Klar verdient die Bank selbst, aber nicht über eine Art und Weise, die der lokalen Wirtschaft (vermutlich nicht mal der Volkswirtschaft) helfen würde.

    Rüdiger: Geil, danke!

    LEandrah: Was ist denn Wowereiten?

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  6. Leandrah

    14. Oktober 2013 at 18:21

    Nun wir haben in Berlin ja unseren Wowereit, der Mann der Geschichte geschrieben hat mit dem Satz: ich bin schwul und das ist gut so. Damit hat er sicher eine Bresche für viele geschlagen. Das ist das einzige was kein Geld gekostet hat und nicht Unsummen von Steuergelder dadurch vergeudet wurden. Dafür hat er ja das Projekt BER ins Leben gerufen. Und den innerstädtischen Flughafen Tempelhof geschlossen. Ich erinnere mich an die erste Volksabstimmung denn ich saß dafür den ganzen Tag im Wahllokal als Schriftführerin. Auf der Schulung im legendären Rathaus Schöneberg( J.F.K – ich bin ein Berliner) wurde von dem Schulungsleiter wörtlich gesagt . Egal wie die Abstimmung ausgeht- Tempelhof wird geschlossen. 3 Monat später stand als Überschrift in der BZ .Die Schließung des Flughafens Tempelhof wird teurer wie erwartet.
    Das war jeden der etwas nachdenkt schon vorher klar.

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  7. Rufus

    14. Oktober 2013 at 23:30

    Aus dem Konglomerat wird sich noch das Unwort des Jahres entwickeln… 😉

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  8. Silencer

    16. Oktober 2013 at 13:13

    Leandrah: Danke für die Erläuterung!

    Rufus: Au ja, dann werde ich berühmt!

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  9. Leandrah

    20. Oktober 2013 at 21:34

    Tebartz-van Elst – Der Bischof-Song: ‚Das alles und noch viel mehr…‘
    http://www.onlinewelten.com

    kennst du den schon?

    eigentlich sollte man den Limburger Bischhoff jetzt dankbar sein, durch seine Verschwendungssucht werden die geheimen Kassen der Katholischen Kirche mal offen gelegt. Halleluja

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