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Momentaufnahme: Oktober 2013

30 Okt

Herr Silencer im Oktober 2013
Fu-cking-Un-be-lievable.

Wetter: Die ersten Tage sehr kalt, mit Temperaturen im einstelligen Bereich und zugefrorenen Scheiben am Morgen. Dann berappelt sich das Wetter, es wird wärmer, bis in der dritten Woche über 20 Grad erreicht werden. Das Monatende versinkt in Regen bei 15 Grad.
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Lesen:

Robin Sloan: Mr Benumbra´s 24-hour Bookstore [Kindle Edition] Nachdem auch die letzten seiner tollen Projekte und Start-Ups an den Baum gefahren sind, fängt ein Hipster in einem skurrilen Buchladen in San Francisco an. Kundschaft ist in Zeiten von Kindle und iPad rar, aber wenn welche kommt, muss sie sofort bedient werden. Mit Büchern, nach denen die Leser verlangen wie Drogenabhängige. Und die der Hipster nicht lesen darf. Am Ende läuft es auf einen Kampf uralte Bruderschaft gegen Google und seine endlosen Kapazitäten hinaus, gewürzt mit alter Typografie. Liest sich einfach nur super weg und ist spannend.

Eoin Colfer: The Atlantis Complex [Kindle Edition]
Ach ja, Artemis Fowl. Die ersten Bücher habe ich geliebt und verschlungen, dann wurde es etwas dösig und ich habe die Serie nach dem Tierschutzteil vergessen. The Atlantis Complex ist, wie seine Vorgänger, wie ein Actionfilm geschrieben – Eoin Colfer kann absolut was. Allerdings schreibt er hier keinen Spielfilm, sondern „nur“ eine sehr gute Episode einer HBO-Serie. Sozusagen.

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Hören:

Lana del Rey Born to Die [MP3]
Hatte ich bislang ignoriert, jetzt wollte ich mal wissen, was Lana so kann. „Videogames“ hatte mir schon vorher sehr gut gefallen. Leider kann der Rest des Albums da nicht mithalten. Irgendwann wird doch deutlich, wie stimmlich eingeschränkt die Sängerin ist, und das sich irgendwie alles nach Genöhle anhört.

Brian Tyler Assassins Creed IV: Black Flag [MP3]
Nachdem Jesper Kydd hörbar keinen Bock mehr hatte und Lorne Balfe nach seinen Arbeiten für Assassins Creed in die Topliga der Filmkomponisten aufgestiegen ist, darf nun Brian Tyler den Soundtrack machen. Der ist bereits Top Notch hat die Musik u.a. zu Iron Man 3, Thor – The Dark World und den letzten Fast Furious auf dem Gewissen. Was er für AC4 zusammenschraubt hat keinen Bezug zu den Wurzeln und Themen der Seire, die Balfe so mühsam und kunstvoll installiert hat. Das ist ärgerlich ist, aber dafür hört es sich alles nach schmissigem, zeitgemäßem Seemannsgarn an und passt sich perfekt in die karibischen Welten ein. Sehr angenehm ist zudem, dass es hier endlich einen Composer gibt, der nicht versucht Hans Zimmer zu imitieren.

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Sehen:

Person of Interest [Watchever]
Der creepige Typ aus Lost hat Software für die NSA geschrieben, die anhand von Kommunikationsmetadaten Verhaltensweisen voraussagt und Persons of Interest meldet. Weil es kompliziert sein muss, bekommt er aber nur Sozialversicherungsnummern und weiß nicht, ob sich dahinter Täter oder Opfer verbergen – also heuert er ein männliches Unterwäschemodel an um dem nachzugehen.
Spannendes Setting, dass leider in der ersten Staffel nie sein Potential auch nur ansatzweise ausschöpft. Die Analyse von digitalen Profilen für Rückschlüsse auf Handlungen bleibt bloßes Storyvehikel, wird nie hinterfragt und ist letztlich belanglos. Die zu lösenden Fälle sind dagegen klein-klein und Banane.

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Spielen:

Grand Theft Auto V [XBOX 360]
Tolle Welt, irre gemacht. Drei Hauptdarsteller-Konzept funktioniert großartig, auch wenn dieses Trevorviech einfach nur furchtbar ist. Ein großes Spiel.

Batman: Arkham Origins [PS3]
Tja. Hm. Da hat Rocksteady zwei Batman Spiele gemacht, die vor Liebe zum Material trieften und tiefes Verständnis für die Materie zeigten. Und dann übergeben die alles an Warner Bros. Montreal Studio, und die kloppen irgendeinen Scheiß aus den vorhandenen Figuren und Assets zusammen. So ungefähr könnte man das zusammenfassen, was mit Origins abgeliefert wurde. Natürlich sind die Spielmechaniken immer noch spassig, wurden aber stellenweise verschlechtert. Die Welt von Gotham ist immer noch cool, sieht aber genauso leer aus wie in Arkham City und ist ohne dessen Setting eines abgeschlossenen Verbrecherviertels nicht glaubwürdig. Highlight sollen die Bosskämpfe sein, was ich nur ärgerlich finde. Im Jahr 2013 verzichten die allermeisten Spiele auf Bosskämpfe, weil sie Mist sind und für die Spieler frustrierend. Aber Warner baut die als Neuerung ein. Da passen dann auch schlecht designte Rätsel, unfassbar dämliche Speicherpunkte, nicht funktionierende Schnellreisefunktion und einbrechende Frameraten ins Bild: Anscheinend hat dieses Game nie jemand Probegespielt.

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Machen: Tollster Oktober aller Zeiten! Hamburg! Caro Emerald! Italien!

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Neues Spielzeug:
Keine Gadgets, aber eine neue Krawatte. Oh, und natürlich die Schwarze Truhe.

 
6 Kommentare

Verfasst von - 30. Oktober 2013 in Gnadenloses Leben, Momentaufnahme

 

6 Antworten zu “Momentaufnahme: Oktober 2013

  1. Zeke Midas

    30. Oktober 2013 at 19:56

    100%ige Zustimmung zu Arkham Origins! Und diese Bosskämpfe sind zeitweise auch noch ziemlich buggy – bei Deathstroke brauchte ich vier Anläufe, bei zwei davon klebte Monsieur irgendwann auf halber Strecke in Schussposition fest, ließ sich sprüchereißenderweise K.O. schlagen, lag dann dumm rum, und das Spiel verlangte weiterhin, ich möge doch bitte diesen bösen Boss erledigen. Sehr hilfreich.
    Ach, vielleicht bin ich auch nur immer noch beleidigt, dass sie uns so lieblos einen langweiligen nicht-Hamill-Joker vor den Latz geknallt haben. Letztendlich hatte man ja auch nichts anderes erwartet. Trotzdem: Es ist so schade drum.

    Aber Trevor mag ich. Ich habe ja ein Faible für solche Gestalten.

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  2. Silencer

    30. Oktober 2013 at 20:06

    Oh, schön das Du Dich meldest! Ich muss beim Spielen öfter an Dich denken und habe mich gefragt, was Du wohl davon hältst und ob das auch ein Spiel ist, in das Du Zeit investieren würdest um hundert Prozent zu schaffen.
    Das mit Deathstroke ist ja übelst buggy. Auf welchem System spielst Du?
    Mir machen diese Bosskämpfe generell keinen Spaß, ich bin da einfach nicht gut drin und so mancher war für mich schon ein Showstopper (ich sage nur: Darksiders. Immer noch unbeendet, weil ich an einem Boss hänge). Und die neuen Stimmen finde ich allesamt nicht gut, weder den uninspirierten Joker noch den verschnupften Batman. Aber Kevon Conroy ist halt auch seit 20 Jahren DIE Idealbesetzung für mich.

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  3. Silencer

    30. Oktober 2013 at 20:07

    Ach, und Trevor ist mir ZU krass. Der erste Videospielcharakter den ich nicht spielen wollte.

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  4. Zeke Midas

    1. November 2013 at 12:16

    Wie passend, ich habe hier auch schon gelauert, ob du was zum Spiel schreibst. 😉 Ich muss sagen, ich hab das Game frustmäßig nicht mal vorbestellt gehabt, aber wenige Tage nachdem es auf den Markt kam, siegte dann doch die Neugier.
    Ob mich bei Origins der 100%-Ehrgeiz packt, wage ich wirklich stark zu bezweifeln. Bei Arkham City lief so viel über Atmosphäre und darüber, dass man wirklich jedes noch so winzige liebevoll versteckte Detail in der Spielwelt entdecken wollte – bei Origins muss man danach wohl kaum suchen, das wirkt alles irgendwie oberflächlich und vergleichsweise stumpf. Mich hat ja der Ehrgeiz bei den Riddler-Rätseln und so bei AC vor allem deshalb gepackt, weil man bei Vervollständigen der Reihen diese Tonbandaufnahmen bekommen hat. Da hätte ich wirklich ALLES getan, um noch ein Sekündchen Joker-Hamill im Ohr zu haben…
    Ich spiele auch auf PS3. Die Gute wirkt mit dem Game zeitweise eh etwas überfordert… Diese ständigen Hänger und Verzögerungen und Framerate-Einstürze bin ich so gar nicht gewöhnt. Zeitweise fürchte ich mich schon vor der nächsten Cutscene (und das nicht nur wegen der neuen Stimmen). So sollt’s irgendwie auch nicht laufen.
    Und bei den Bosskämpfen kann ich nur zustimmen. Ich bin da auch nicht gut drin. Wenn ich leider nicht erfahren kann, wie’s mit der Story weitergeht, weil ich auch beim zwanzigsten Mal an derselben Stelle scheitere, reicht’s mir eben auch irgendwann. Ich spiele ja kein Videospiel, um mich frustriert und aggressiv machen zu lassen. Ich hab die Funktion zwar nie genutzt (weil das Spiel nämlich charmanterweise spielbar ist), aber bei GTA V finde ich das absolut genial, dass man nach mehrfachem Scheitern schwierige Stellen in einer Mission überspringen kann… DAS nenne ich mal spielerfreundlich! Stattdessen darf ich mich in Origins gleich auf eine Horde von mir teilweise völlig unbekannten Bossen freuen, an denen ich mir voraussichtlich die Zähne ausbeißen werde. Und dann wird das Ganze noch mit komischen Bugs garniert. Na, danke auch. Ich harre schon der Dinge, die da noch kommen werde. Sonderlich weit bin ich ja noch nicht gekommen.

    Armer Trevor. Eigentlich ist er ja ganz niedlich. Nur doof, dass er nichts von der Kleidung hält, die ich ihm gekauft habe, er weigert sich nämlich vehement, die auch mal über einen Switch hinweg anzubehalten…

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  5. Katja

    8. November 2013 at 14:27

    Der Robin Sloan steht auch schon seit einer Weile auf meiner Wunschliste, dein Eindruck bestätigt das nochmal. Hast du von Eoin Colfer ‚Der Tod ist ein bleibender Schaden‘ gelesen? Darüber habe ich bisher nur sehr gutes gelesen. Artemis Fowl habe ich bisher die Hälfte gelesen – da könnte ich mir auch mal wieder einen weiteren Band holen.

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  6. Silencer

    8. November 2013 at 16:26

    Penumbras kann ich wirklich nur empfehlen – sehr erfrischend! Colfers „Tod“ kenne ich noch nicht, steht bei mir aber auch noch auf der to-Read

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