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Pitje Puck

20 Nov

Manchmal, wenn mein Bewusstsein beim Aufwachen aus den Niederungen des Traumreichs wieder an die Oberfläche des Hier-und-Jetzt klettert, bringt es Dinge mit. Wie eine Katze, die einem eine tote Maus vor die Haustür legt und dann stolz guckt, legt es mir manchmal irgendwelche Fragmente vor die Nase. Das sind oft Songs, gelegentlich Erinnerungen an Personen oder Dinge, an die ich schon seit Jahren nicht gedacht habe.

Heute Morgen wachte ich auf und hatte den Namen Pitje Puck im Kopf. Pitje Puck?
Hm. Das war eine Serie von Kinderbüchern, die ich gerne las als ich so ca. 8 Jahre alt war. Pitje ist ein Briefträger, der sich dadurch auszeichnet das er a. clever und b.“stets gut gelaunt“ ist, was sich durch gelegentliches Reimen äußerte und bedeutet, dass er aus heutiger Sicht eine fürchterliche Nervensäge war.

pitpuc

Pitje wohnt in Kesseldorf, zusammen mit seinem Papagei Lorchen, seinem Hund Schlappohr und der Katze Dickerchen. Sein bester Freund ist der Bäcker Windbeutel, während ihn mit Wachtmeister Knurrhahn eine herzliche Abneigung verbindet.

Das hört sich alles fürchterlich altbacken an, was daran liegt, dass die ersten Bücher schon 1958 entstanden sind, also vor ca. 200 Jahren. Ja, richtig gelesen, das ist 200 Jahre her. Seitdem es Internet gibt vergeht nämlich die Zeit schneller. Aber als ich die Bücher Anfang der 80er gelesen habe, da war 1958, zumindest auf dem Dorf, erst 5 Jahre her. Solche Charaktere wie den Arzt Pillendreher, den Metzger Fleischkloß und den Kleinkriminellen Dauerklau gab es wirklich – jeder im Dorf kannte sie und in den Pitje Puck-Geschichten wurden sie mit einem Wort, nämlich ihrem Namen, absolut treffend charaktierisiert. Man muss über einen Metzger der Fleischkloß heißt nicht mehr wissen als seinen Namen. Das Bild im Kopf ist sofort da.

Pitje Puck macht dauernd irgendwelche Dinge, die man auf dem Dorf so macht. Ein ganzes Buch dreht sich nur darum das er angeln geht, ein anderes davon, wie er in die Stadt fährt und sich eine Bootsausstellung anguckt. Die hiess HoWaSpo, Abkürzung für „Hoch dem Wassersport“, das ist das einzige, an das ich mich überhaupt noch von Pitje Puck erinnern kann. Der Name einer Ausstellung.
Seltsam, wie das Gedächtnis funktioniert.

Pitje Puck in der Wikipedia

 
6 Kommentare

Verfasst von - 20. November 2013 in Historisches

 

6 Antworten zu “Pitje Puck

  1. Raven

    20. November 2013 at 12:53

    Hilfe, dein Gedächtnis scheint besser zu funktionieren als meins. Ich hatte von Petje Puck auch ein Buch, kann mich aber überhaupt nicht an den Inhalt erinnern.

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  2. Silencer

    20. November 2013 at 21:04

    An die Inhalte kann ich mich auch nicht mehr erinnern, nur noch an HoWaSpo 🙂

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  3. NearlyNobody

    21. November 2013 at 08:56

    Und keiner erinnert sich an Notar Kugelkopf? Das ist traurig. Sehr traurig…

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  4. Silencer

    21. November 2013 at 09:08

    Oh, noch ein Pitje Puck-Leser!

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  5. Katja

    21. November 2013 at 10:47

    Ich kann mich nur noch an den Namen Pitje Puck erinnern und auch die anderen, die du aufzählst, aber ich hätte nicht mal mehr gewusst, dass es eine Buchserie war. Schräg.

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  6. psychoqueen

    21. November 2013 at 10:56

    Das beweist wieder mal, während unser Bewusstsein noch vor unserem Körper das ratzen anfängt, schläft unser Unter-Bewusstes eben nie. Und da du, nun ja eben die Geschichte mit dem Markendesaster hattest, … noch Fragen??? 😉

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