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Huhus Geschichte (3)

27 Dez

Das Schlimmste daran etwas zu verlieren, ist, sich später daran zu erinnern, das man es einst hatte und nun nicht mehr. Huhu konnte sich daran erinnern, dass er früher neugierig gewesen war. Früher hätte ihn die Idee, im Internet zu sein, fasziniert. Früher wäre er sofort losgezogen und hätte die Umgebung erkundet und einen Weg hinaus gesucht. Jetzt konnte er sich nur wundern, dass er einmal so selbstsicher und mutig gewesen war. Jetzt konnte er keine Faszination mehr an dieser unbekannten Umgebung erkennen, und interessant fand er das Ganze schon gar nicht. Im Gegenteil, es erschreckte ihn.
Hier und dort glomm ein fahles Licht im Dunkel, und mit etwas Mühe liessen sich Umrisse erkennen, aber Huhu verspürte keinerlei Motivation nachzuschauen, was das wohl war. So saß er lange Zeit an diesem dunklen Ort, ohne sich zu regen, und war einfach nur traurig und ängstlich. Ganz allein zu sein zerriss ihm das Herz, und zwar immer und immer wieder. Stunden mussten vergangen sein, dann Tage. Huhu spürte keinen Hunger und keinen Durst. Im Internet läuft die Zeit anders, manchmal sehr viel schneller, manchmal sehr viel langsamer als in der realen Welt. Wie Huhu da so saß, kam es ihm vor wie eine Ewigkeit.
Vielleicht ging es Silencer und dem Wiesel ähnlich? Vielleicht hatten auch sie Angst und schlaflose Nächte und waren traurig, weil sie ihn, Huhu, vermissten? Er wollte nicht, dass seine Freunde seinetwegen traurig waren. Dieses Mitgefühl und diese Sorge um andere war es letztlich, die ihm den kleinen Funken Kraft gaben, den er brauchte um sich aufzuraffen. Zunächst rollte Huhu auf den Bauch, dann richtetet er sich auf und stand schwankend im Halbdunkel, an das sich seine Augen mittlerweile gewöhnt hatte. Er tastete vorsichtig herum, und als er nichts berührte, streckte er die Flossen weit von sich und watschelte los.

 
3 Kommentare

Verfasst von - 27. Dezember 2013 in Huhu

 

3 Antworten zu “Huhus Geschichte (3)

  1. Kenny

    27. Dezember 2013 at 20:36

    Man man, der arme Kerl und das auch noch an Weihnachten.
    Hab für Huhu mal ne Kerze angezündet und vor unseren Router gestellt.

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  2. Die Wunderbare Welt des Wissens

    28. Dezember 2013 at 14:12

    Lieber Kenny, Weihnachten war alles gut, siehe entsprechender Blogpost.

    Nur im Sommer, da war der arme Huhu in merkwürdigen Umständen unterwegs, und nun erfahren wir endlich die Geschichte dazu.

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  3. Silencer

    29. Dezember 2013 at 14:13

    Kenny: Was WdW sagt. Es geht ihm wieder gut, aber bis dahin war es ein weiter Weg.

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