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Huhus Geschichte (13)

09 Jan

Nein, dachte Huhu, er würde sich nicht von diesem Gefühl der Ausweglosigkeit erdrücken lassen. Selbst mit großer Angst im Herzen konnte man mutig sein. Man musste es nur irgendwie schaffen, dass einen die eigene Angst nicht überwältigte. Oder die Angst vor der Angst. Dann konnte man vielleicht sogar mit ihr leben, dachte Huhu.

Wie konnte man das Geschehene rückgängig machen? Er machte sich an die Recherche und nutzte den Internetzugang des Blogs um etliche Dinge nachzuschauen. Zunächst guckte er, ob weitere Fälle von aufgespaltenen Pinguinen gab, aber anscheinend fielen nicht allzuoft welche durch einen DSL-Splitter. Falls doch, stand das zumindest nicht in den Nachrichten. Er erweiterte die Suche auf andere Tierarten, konnte aber ebenfalls nichts Relevantes finden. Angeblich hatte es mal einen Unfall gegeben in den ein Blog, ein Elefant und einer Zitrone verwickelt gewesen sein sollten, was eine riesenhafte Zitrusfrucht mit Ohren und Internetanschluss zur Folge gehabt haben sollte, aber erstens gab für den Vorfall nur eine Quelle, und zweitens war das wieder irgendwo im indischen Hinterland und ohne Augenzeugen passiert, was Huhu skeptisch machte.

Dann las er alles darüber wie Splitter eigentlich funktionierten und versuchte nachzuvollziehen was genau in dem Moment passiert war, als er durch die Signalweiche gerauscht und dabei aufgetrennt worden war. Schließlich suchte er nach einem Weg, diesen Effekt wieder umzukehren und aus den beiden halben Huhus wieder einen ganzen zu machen. Sein erster Gedanke war Kanalbündelung. Er auf dem einen Kanal, der andere Huhu auf dem anderen, und ZACK bei der Bündelung wieder zusammen. Leider musste er feststellen, dass es für DSL-Anschlüsse keine Kanalbündelung gab, und durch eine ISDN-Leitung, mit der das möglich wäre, würde Huhu nicht durchpassen. Echte Pinguine hatten schließlich Kurven. Huhu wollte sich gar nicht vorstellen was passieren würde, wenn er zur Hälfte in so einer Leitung steckte und dann sein Po nicht durchpasste. Dann würde er am Ende gevierteilt… Nein, das kam nicht in Frage.

Huhu überlegte hin und überlegte her, las Fachartikel, wälzte Elektronikkataloge und erwog mal dieses und verwarf mal jenes. Er experimentierte mit Kompressionsalgorithmen herum, aber die zipten zu sehr am Bauch. Er beschleunigte Teilchen, was aber nur eine riesige Sauerei mit der Sahnefüllung gab. Er experimentierte mit Quantenschaum, obwohl der so schlimm nach altem Käse roch. Am Ende rieb vor Verzweiflung sogar von Kopf bis Fuß mit RAM-Doubler ein, obwohl er wusste, dass das ein esoterisches Mittel war. Nichts half.

Eines Abends, als er sich schon mit seinem Lieblingsmärchenbuch und seiner Kuscheldecke in der kleinen Ecke im Maschinenraum zusammengerollt hatte, wurde ihm klar, dass er keine andere Wahl hatte. Mit dem, was er alleine bewerkstelligen konnte, kam er nicht weiter. Er musste sich dem anderen Huhu stellen. Er musste dem anderen gegenübertreten.
Schon bei dem Gedanken wurde ihm ganz flau im Magen.

 
Ein Kommentar

Verfasst von - 9. Januar 2014 in Huhu

 

Eine Antwort zu “Huhus Geschichte (13)

  1. Katja

    10. Januar 2014 at 13:55

    „Er beschleunigte Teilchen, was aber nur eine riesige Sauerei mit der Sahnefüllung gab.“

    Alleine dafür schon: :mrgreen:

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