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Beamerlampe

23 Jan

Ich habe noch einen uralten Röhrenfernseher. So ein Teil, das bei einer Bilddiagonale von etwas mehr als einem Keks gefühlte hundert Kilo wiegt und dabei 3 Meter in den Raum reinragt. Der wird aber nur in Ausnahmefällen mal angeworfen, um mal schnell Nachrichten zu gucken o.ä.

Zum längeren Schauen und Spielen kommt ein Beamer zum Einsatz. Wer schon einmal Diaabend, Heimkino oder HD-Games auf einer Projektsfläche von 2,5 Metern Bilddiagonale gesehen hat, will davon nicht mehr weg. Da das Gerät fast täglich im Einsatz ist trat nun, nach dreieinhalb Jahren, der Nachteil von Beamern zu Tage: Die Lampen verschleißen. Ich hatte immer gedacht, dass es dann irgendwann „Pitsch“ macht und die Dinger einfach kaputt sind und man daran merkt, dass sie zu viele Betriebsstunden auf dem Counter haben. Stattdessen werden sie einfach immer dunkler. Bei meinem Sanyo Z700, einem FullHD-Beamer den ich schon gebraucht gekauft hatte, machte sich die nachlassende Helligkeit ab ca. 2.700 Stunden (überwiegend im ECO-Modus) bemerkbar. Bei 2.900 Stunden war es dann plötzlich störend, um noch akzeptable Helligkeit hinzubekommen war der ECO-Modus, bei dem die Lampe mit verringerter Stärke läuft, nicht mehr brauchbar. Die Lampe musste getauscht werden

Früher waren Beamerlampen irrsinnig teuer und kosteten so viel wie der Beamer selbst. Dann wurden sie günstiger, und das meinte: So in der Region um 400 Euro. Aktuell bewegen sich die Originallampen für meinen Beamer im Bereich um 300 Euro, bei einer kurzen Recherche musste ich dann aber feststellen, dass es bereits ab 60 Euro Ersatz in Form von Nachbauten gibt. Es muss mittlerweile einige Firmen geben, die sich auf die Lampenherstellung in Form von Nachbauten spezialisiert haben. Oder wenige Hersteller mit zu großen Kapazitäten, die sowohl unter dem Label des Herstellers als auch als No-Name produzieren. Man kennt das von Keksen bei Aldi.

Ich war erst ein wenig skeptisch und habe noch weiter rumrecherchiert. Von den 59 Euro-Nachbauten solle man in der Tat die Finger lassen, weil sie zwar oft den richtigen Formfaktor, selten aber die richtige Wattzahl haben. Meist sind sie sehr viel schwächer. Ich habe mich letztlich für einen Nachbau entschieden, der von den Werten identisch mit meiner Originallampe war und auch extra als Ersatz für diese gelabelt wurde. Diese Dinger gibt es im Bereich zwischen 100 und 160 Euro, ich habe mich für die 100 Euro-Variante des Importeurs AldaCom-GmbH entschieden. Die Lampe wurde sehr schnell und über Amazon geliefert, hatte eine sehr sichere Verpackung und eine von AldaCom erstellte und beigelegte Anleitung für den Austausch.

Der Einbau war denkbar einfach: Drei Schrauben am Gerät lösen, alte Lampe mitsamt Gehäuse aus der Halterung ziehen, neue Lampe reindrücken, zuschrauben, fertig. Neue und alte Lampe stimmten auf den Milimeter überein, selbst Gußgrate am Gehäuse und Mikrotext auf den Bauteilen stimmten überein, was den Verddacht nährt, dass hier ein OEM-Hersteller am Werk war.

Ein erster Test zeigt, dass die Nachbaulampe der Lichtstärke der Originallampe (als die noch neu war) in nichts nachsteht. Jetzt strahlt das Bild wieder in voller Helligkeit und Farbpracht. Ich kann natürlich noch nicht sagen, ob die Lampe so lange hälte wie das Original. Aber da sie nur ein Drittel des Originalteils gekostet hat, hätte es sich schon gelohnt, wenn sie nur halb so lange durhhielte.

Es lohnt sich also durchaus, bei Beamerlampen einen Nachbau auszuprobieren. Von den ganz billigen sollte man allerdings die Finger lassen. Die hier beschriebenen, guten Erfahrungen habe ich mit einer Lampe aus dem Bereich um 100 Euro gemacht.

[Update 03.02.14:] Ganz wichtig: Man muss nicht nur nach der Lichtstärke schauen, sondenr tatsächlich auch nach der Farbtreue. Nach zwei Wochen im Betrieb wunderte ich mich, dass in Filmen die Leute auf der rechten Seite immer so aussahen als ob sie gerade aus der Saune kämen, während die Menschen auf der Linken gerade erfroren. Der Grund zeigte sich, als ich eine Weißfläche projezierte: Rechts hatte das Bild einen starken Rotstich, links einen Grünstich. Die Lampen geben das Licht über das volle Spektrum hinweg nie gleichmäßig ab, eine leichte Verfälschung kann also immer vorkommen, aber in diesem Fall war es so störend, dass die Lampe zurück an den Verkäufer gegangen ist.

[Update 24.02.14:] Die zweite Beamerlampe ist explodiert. Mein Fazit daher: Finger weg von Nachbauten.

 
2 Kommentare

Verfasst von - 23. Januar 2014 in Kurz notiert

 

2 Antworten zu “Beamerlampe

  1. Rufus

    23. Januar 2014 at 17:33

    Für schnell mal Nachrichten sehen, wirfst Du die Röhre an, die dann „fast ewig“ braucht, bis das Bild da ist? 😉

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  2. Silencer

    23. Januar 2014 at 18:42

    Die Röhre ist schneller als die modernen Smart-TVs, weil sie nicht erst booten oder beim Server des Herstellers nachfragen muss, ob der Anwender jetzt wohl berechtigt ist ein Bild zu sehen. 🙂

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