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Arschlochzeit

18 Feb

Keine Ahnung ob es an der Jahreszeit liegt, aber momentan schwappt einem ja wieder der geballte Irrsinn entgegen – und die Erkenntnis, dass gewisse Berufsgruppen sich besonders gerne als Arschlöcher gerieren. Zuvorderst natürlich die Politiker – außer Diätenerhöhung hat das deutsche GroKodil noch nichts gebacken bekommen als die Auffassung Politikverdrossener zu bestätigen. Es werden am laufenden Meter die Punkte des Koalitionsvertrags relativiert und sich über Kleinigkeiten gezankt, zudem sägt man sich gegenseitig das Personal ab, nur um es durch Leute zu ersetzen, deren Qualifikation darin besteht, protestantischen Glaubens zu sein und aus Fanken zu kommen. Mehr braucht es nicht, um im Proporzsystem der CSU plötzlich Minister zu werden.

Andernorts als in Bayern gibt es aber auch Totalausfälle, bei denen man sich echt fragt, was in den Leuten vorgeht. Beispiel: In Niedersachsen gibt es jetzt keine Klassenfahrten in der gymnasialen Oberstufe mehr. Schüler protestieren dagegen, Jugendherbergen droht ob der Umsatzausfälle die Schließung. Hilft alles nicht, auch das Kultusministerium sitzt hilflos daneben und zuckt mit den Achseln. Das alles, weil eine besondere Berufsgruppe sich hinstellt und die kleine Abwechselung vom Schulalltag blockiert: Die Lehrkräfte.

In Niedersachsen steht nämlich, anders als in anderen Bundesländern, nicht im Schulgesetz, dass die Lehrerinnen und Lehrer an Klassenfahrten teilnehmen müssen. Also tun sie es nicht. Nicht mehr. Und warum? Weil sie EINE DREIVIERTEL STUNDE PRO WOCHE MEHR ARBEITEN SOLLEN. Das geht natürlich gar nicht, jammert der Lehrerverband, ohgottogottogott, eine Schulstunde mehr, das sind ja inklusive Vor- und Nachbereitung des Unterrichts gleich drei Zeitstunden, mal 40 Wochen im Jahr, das sind 3 Wochen unbezahlte Arbeit mehr pro Jahr!

Das ist natürlich völlig sinnloser Quatsch, der da zusammengerechnet wurde. Wenn ich an meine Lehrer denke, dann ist in deren Unterricht nie im Leben mehr als fünf Minuten Vor- und Nachbereitung geflossen. Auch heute wird jede Lehrkraft mit ein paar Jahren Praxis und einem Dachboden voll Kopiervorlagen ihren Unterricht quasi spontan herbeischütteln.

Was mich aber wirklich aufregt: Wie nimmt eine Berufsgruppe, die mit dem Arsch gottweißwie in der Sahne sitzt, die unkündbare Jobs hat, unfassbare Gehälter bezieht, drei Monate pro Jahr im Urlaub ist und meist sowieso unmittelbar nach dem Referendariat erstmal 10 Jahre lang Kinder kriegt und mit Anfang 50 In Frührente geht, um fortan mit dem Wohnmobil durch die Toskana zu fahren, wie KANN DIESE Berufsgruppe ES WAGEN die Klassenfahrten von Kindern in Geiselhaft zu nehmen um ihre Arbeitsverweigerung durchzudrücken?

M.E. nach ist es DRINGEND an der Zeit, dass das Beamtentum in dieser Berufsgruppe abgeschafft wird, damit auch nach dem Referendariat der Anreiz besteht, zumindest Dienst nach Vorschrift zu machen.

 
2 Kommentare

Verfasst von - 18. Februar 2014 in Betrachtung

 

2 Antworten zu “Arschlochzeit

  1. Kim

    18. Februar 2014 at 21:57

    Diese Berufsgruppen wird es leider immer geben und 3 Monate Urlaub….. -.- no comment!

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  2. Leandrah

    19. Februar 2014 at 09:18

    Klassenfahrten…wegfallen das hätte sich meine Tochter nie gefallen lassen. Sie hat von der Grundschule bis hin zum Abitur viele Klassenreisen gehabt, motivierte Lehrer die darin auch einen Zusammenhalt der Klasse sahen wenn man sich mal rund um die Uhr miteinander auseinander setzen musste und das mehrere Tage. Ihre strahlenden Augen als sie aus Krakau zurück kam, Prag eine der schönsten Städte sei… aus Bayern zurückkommend nach Berlin… Endlich aus der Provinz wieder in das Leben eintauchen. Die Abifahrt nach Korfu.

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