RSS

Momentaufnahme: Mai 2014

30 Mai

Herr Silencer im Mai 2014
Noch so viel zu tun, so wenig Zeit.

Wetter: Sehr wechselhaft. Sonnige Abschnitte wechseln sich mit Regenphasen ab, teilweise ist es über Tage stürmisch. Temperaturen sinken morgens nochmal auf 5 Grad, tagsüber 10-15. Um den 20. rum plötzlich fast 30 Grad, die nach kurzer Zeit aber in Gewitter und Schmuddel bei einstelligen Temperaturen übergehen.
——————————————————————————————————————————————————-
Lesen:

Eoin Colfer: WARP: The reluctant Assasin [Kindle]
Das FBI hat ein Zeugenschutzprogramm, das Personen in der Vergangenheit versteckt. Shit hits the Fan als ein viktorianischer Trickmörder in einen Quantentunnel gerät, in dem gerade ein Wissenschaftler explodiert. Das Ergebnis: Einer der gruseligsten Psychokiller der jüngeren Literatur. Colfer möchte gerne von Artemis Fowl weg, probiert hier aber nicht wirklich was neues aus, und ein wenig nervt der Fimmel, nach dem „Per Anhalter“-Flop unbedingt Kinderbücher schreiben zu wollen. Zumal der der Killer aus der Vergangenheit wirklich gruselig ist.

Eoin Colfer:Artemis Fowl: The Last Guardian [Kindle]
Opal Koboi explodiert und wird zu einem Quantenwesen, dass Armageddon auslösen will. Haven wird zerstört, und Artemis und Holly haben alle Hände voll zu tun um Koboi aufzuhalten und sich gegen 10.000 Jahre alte Berserker, die in den Körpern von Kaninchen und 4jährigen Jungen festsitzen, zu erwehren. Zum Glück hat Mulch Diggums Blähungen.
Der achte und letzte Teil der „Artemis Fowl“-Reihe ist wieder vollgestopft mit Hightech, Action und bizarren Situationen – ein schöner Abschluss.

Bill Willingham:Fairest: The Maharadscha [Graphic Novel]
Ein indisches Dorf wird von Wildhunden überfallen. Als nur noch die Alten, Kinder und Frauen über sind, macht sich die junge Nalayani auf den Weg, um den Maharadscha Sha Ah-Ming um Hilfe zu bitten. Der erweist sich für Fables-Kenner überraschend als alter Bekannter.
Schöne, wenn auch langsame Geschichte, die allerdings mittendrin einen echten Hänger hat, aus dem sie nur mit einem kruden Plot Device wieder herauskommt. Die Reaktivierung von Prince Charming hätte es aber nicht wirklich gebraucht – sein Überleben schmälert retrospektiv das große Opfer, dass er eigentlich erbracht hat, und Charming ist ein zu gefährlicher Charakter, als dass man den einfach so durch die Welt laufen lassen könnte.

———————————————————————————————————————————————————

Hören:

Marc-Uwe Kling: Die Känguruh-Offenbarung [Hörbuch]
Kleinkünstler Marc-Uwe geht es gar nicht gut, denn ohne Känguru langweilt er sich zu Tode. Das Känguru, wir erinnern uns, ist ausgewiesen und abgeschoben worden, und selbst das asoziale Netzwerk scheint tot. Aber dann tritt eine Veränderung mit einem großen Schnautzbart in Marc-Uwes Leben, und eine Jagd um die Welt beginnt, an deren Ende am Strand von Griechenland die unfassbare Wahrheit offenbart wird…

Die Geschichten um das sprechende, kommunistische Känguru sind brilliant, ich könnte in einem Fort über den Boden rollen vor Lachen. Die „Offenbarung“ ist zum Glück so gut wie seine Vorgänger, die „Känguru Chroniken“ und das „Känguru Manifest“. Dabei zerfällt das Werk selbst in zwei Teile. Während der erste in Setting und Ton die Vorgänger weiterführt, verändert sich im zweiten Teil sowohl Umgebung als auch Handlungsbogen. Das ist eine willkommene Abwechselung, und auch wenn es dann letztlich alles total absurd wird: Hey, es sind Geschichten mit einem SPRECHENDEN KäNGURU!
Tip: Nicht das Buch kaufen, sondern das Hörbuch hören. Das wird von Kling selbst vor Livepublikum gesprochen, und viele Gags funktionieren nur in diesem Medium. Abgesehen davon ist seine Intonation des Kängurus einfach nur genial.

———————————————————————————————————————————————————

Sehen:

Warhorse [Watchever]
Eigentlich eine total bekloppte Geschichte: Sie folgt dem Leben eines Pferds in der Zeit des ersten Weltkriegs. Was total nervig hätte sein können, ist erstaunlicherweise ein spannender Film mit tollen Bildern geworden. Das allerdings sogar das Pferd mehr Charakter in seiner Rolle entwickelt als Tom Hiddleston und Benedict Cumberbatch in ihren Kurzauftritten, ist ein wenig seltsam.

No Country for old man [Bluray]
Tolle Schauspieler, großartig gespielt. Ganz super, bis zu dem Moment, wo die Leinwand mittendring schwarz wird. Diese Macke der Coen-Brüder, nichts mehr zu Ende zu bringen, lässt einen unbefriedigt zurück.

Brave [BluRay]
Auch eine schottische Prinzessin im 9. Jahrhundert pubertiert mal. Highlanderin Merida gerät an eine Hexe, die nur Bären kann, und gibt bei der eine Überarbeitung der nervenden Königinmutter in Auftrag. Es passieren… Bären. Der Film ist schon drei Jahre alt, war aber bislang an mir vorbeigegangen. Weil „Frozen“ im vergangenen Monat meine romantische Seite angesprochen hat, nun also mal Merida angeguckt. Die Geschichte ist total banal und viele Gags vorhersehbar, ABER: Meine Güte, JEDES EINZNE BILD IST EIN KUNSTWERK! Und dann diese Animationen! Großartig.

Angel, Staffel 3-4 [DVD]
Das Spin-Off zu Buffy wurde seinerzeit von ProSieben, wie es damals noch hieß, regelrecht verstrahlt: Ab Staffel 3 gabe es mal hier eine Folge, mal da, oft nach Mitternacht oder auch mal ein Jahr gar nicht. Dabei wird die Serie erst in der 3. Staffel richtig gut: Allein für die Idee, dass die finsteren Mächte heutzutage als Anwaltskanzlei unterwegs sind und böse Taten als casual nine2five-Job ansehen, verdient Lobpreisungen.

Wreck-it Ralph [BluRay]
Figuren aus Computerspielen führen ein Eigenleben, wenn niemand ihr Spiel spielt. Ralph ist der Bösewicht in einem uralten 8Bit-Spielautomaten. Er hadert damit, dass niemand ihn leiden kann. Bei einem Ausflug in andere Spiele stolpert er unversehens in ein seltsames Abenteuer hinein.
Ja, ich arbeite gerade die Animationsfilme der letzten Jahre auf. „Ralph reicht´s“ ist in vielerlei Hinsicht bemerkenswert und einer der Filme, die einen wirklich zu Tränen rühren kann. Als Gamer hat man besondere Freude an den vielen Cameos und Anspielungen auf Videospiele, von Supermario bis hin zu Mass Effect.

Frozen [PSN]
Eine Prinzessin entwickelt eisige Superkäfte und wird dadurch einsam und unglücklich, bis sie vor den Menschen flüchtet. Ihre kleine Schwester macht sich auf die Suche nach ihr.
Ui, was für ein interessanter Film. Elegant animiert, witzig, starke Frauenbilder und ein gekonntes Spiel mit Disney-Klischees. Der Zeichenstil gefällt mir persönlich nicht, weil alles ein wenig zu sehr nach „Lissy und der letzte Kaiser“ aussieht, aber dennoch absolut sehenswert.
———————————————————————————————————————————————————

Spielen:

Spec Ops: The Line [PS3]
Dubai ist durch einen Sandsturm von der Außenwelt abgeschnitten. Die Amis schicken eine Armee rein, die geht verschütt. Also schickt man ein Dreierteam Aufklärer rein. Die klettern im Auge des Sturms in der Luxusstadt herum und entdecken grässliche Greultaten der amerikanischen Armee.
Spec Ops: The Line spielt sich wie ein klassischer Shooter, ist aber ein Antikriegsspiel. Die Aufklärer, deren Anführer man spielt, machen eine Reise mit, die an „Apocalypse Now“ angelehnt ist und wie diese verstörende Bilder bietet. Der richtige Hammer kommt am Ende in Form eines Twists, der Stunden vorher mit Fanfaren und Trompeten angekündigt wurde und innerhalb der Spielwelt einen Sinn ergibt, dem Spieler gegenüber aber unfair ist. Die eigentliche Wirkung setzt vorher ein: Man fühlt sich schlecht, während man Spec Ops spielt. Das mag für Shooterfans eine Offenbarung sein – da ich diesen ganzen Modern Warfare- und Battlefield-Quatsch aber eh schlimme scheiße finde, hat mich das nicht umgerissen. Nichtsdestotrotz haben wir es hier mit einem Antikriegsspiel in Analogie zum Antikriegsfilm zu tun – und DAS kann man den Machern von Yager nicht hoch genug anrechnen.

Watch Dogs [PS4]
Aiden ist Hacker. Gut für ihn: In der nahen Zukunft ist alles mit allem vernetzt, und Aiden nutzt das, um die Mörder seiner Nichte zu jagen.
Lange drauf gewartet, nun ist Watch Dogs mit einem halben Jahr Verspätung erschienen. Die habe man gebraucht, um das Spiel zu polieren, heisst es. Wenn ich mir ansehe was jetzt dabei rausgekommen ist, muss es im vergangenen Jahr eine Katastrophe gewesen sein, denn auch im heutigen Zustand ist das Spiel eine Ansammlung von Features und ein einziger Activity-Overkill in einem mittelmäßig aussehenden Open-World-Sandkasten. Watch Dogs wurde vor 5 Jahren konzipiert und hätte ein starkes Statement zu einer allüberwachten und vernetzten Welt sein können. Leider hat es dazu keine Meinung, und versucht mit dem Vernetzungsgedanken zu beeindrucken. Das zieht aber in der Post-Snowden Welt nicht mehr, und da auch die Story belanglos und schlecht erzählt ist, haut Watch Dogs mich nicht wirklich um. Allerdings gibt Ubisoft seinen Franchises Zeit zum wachsen. Das erste „Assassins Creed“ war spielerisch auch ein Totalausfall und die Story völlig Banane, erst der zweite Teil wurde ein Meisterwerk. Ich würde Watch Dogs wünschen, dass es das auch schafft. Das Potential ist da.
———————————————————————————————————————————————————

Machen: Vorbereiten. Planen. Tarja.

———————————————————————————————————————————————————

Neues Spielzeug: Eine Eagle Creek Hemdentasche.

———————————————————————————————————————————————————

Archiv Momentaufnahmen ab 2008

 
6 Kommentare

Verfasst von - 30. Mai 2014 in Momentaufnahme

 

6 Antworten zu “Momentaufnahme: Mai 2014

  1. Leandrah

    30. Mai 2014 at 09:45

    Gefährten habe ich vor 3 Jahren im Kino gesehen stern Preview große Gruppe…die Frauen zuviel Krieg in dem Film…die Männer zuviel Pferd in dem Film. Ich werde es mir zu einem persönlichen Jubiläum am 22.6. 2014 im Theater des Westens als Musical ansehen. (23.6. wäre das Datum an sich- aber da ist Ruhepause) No Country …ebenfalls ein stern Preview habe ich 3 Wochen bevor es in Deutschland als Film anlief gesehen…

    Gefällt mir

     
  2. Silencer

    30. Mai 2014 at 09:50

    Ich fand „Gefährten“ schon sehr cool gemacht. Zum Glück waren die Bilder im Schützengraben nicht so hart wie befürchtet. Wer mal „Im Westen nichts Neues“ gelesen hat, der weiß, was ich da befürchtet hatte…

    Gefällt mir

     
  3. Leandrah

    30. Mai 2014 at 14:21

    Wann geht denn Deine neue große Reise los? Nachdem Deine Maschine wieder topfit gemacht wurde. Bringst Du wieder schöne Bilder und Geschichten mit und ganz wunderschöne Bilder von diesem einen Tal Du weißt schon welches ich meine. Deine Reisebeschreibung ist einfach klasse. Aber mit diesen letzten Spiel und den Figuren dazu so ein klein wenig Kind im Mann ist auch vorhanden oder sehe ich das falsch?

    Gefällt mir

     
  4. Silencer

    30. Mai 2014 at 16:08

    Danke, Leandrah! Es geht bald los. Und dann auch in das Tal, dass Du entdeckt hast.
    Und ja, ich bin ziemlich verspielt 🙂 Wobei ich hauptsächlich auf gute Geschichten stehe, und denen ist es meist egal, ob sie als Spiel, Buch oder Film erzählt werden.

    Gefällt mir

     
  5. Katja

    24. Juli 2014 at 19:29

    @Eoin Colfer: Noch nicht selber gelesen, aber sehr viel und ausschließlich Gutes gehört habe ich über ‚Der Tod ist ein bleibender Schaden‘. (Ich habe bisher nur die Hälfte der Artemis Bände und Cosmo Hill von ihm gelesen. Artemis mag ich sehr, Cosmo muss man nicht gelesen haben, finde ich.)

    @Merida: Mochte ich unter anderem auch sehr wegen des für Disney eher ungewöhnlichen, starken Mädchen-/Frauenbildes, das vermittelt wird. 🙂
    Ralph will ich jetzt unbedingt sehen. *notier*

    Gefällt mir

     
  6. Silencer

    25. Juli 2014 at 11:01

    Bei Disney haben starke Frauen eigentlich Tradition, aber ich fand Merida – ebenso wie Frozen – trotzdem wegen des Frauenbilds bemerkenswert.

    Gefällt mir

     

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s

 
%d Bloggern gefällt das: