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Unverknittert! Alles für die Businessreise

05 Aug

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Dienstreisen, das musste ich neulich mal wieder feststellen, unterscheiden sich von privaten Reisen doch sehr. Ich bin ja am liebsten mit leichtem Gepäck unterwegs, denn zum einen brauche ich wirklich nicht viel, zum anderen bin ich gerne mobil. Bei einer Dienstreise kommt man aber nicht umhin mehr mitzuschleppen. Zum Beispiel das größere Notebook, geschäftliche Unterlagen und mehr Wäsche. Mit letzterer muss zudem anders umgegangen werden, denn es ist durchaus ein Unterschied, ob man eine Jeans oder einen Anzug dabei hat.

Ich bin gerne beweglich, und deshalb bin ich auch kein Fan von Rollkoffern. Deren Vorteil liegt darin, dass man seine Sachen nicht tragen muss -man zieht sie ja hinter sich her-, was aber auch gleichzeitig ihr größter Nachteil ist. Das die Masse der mitgeschleppten Dinge nicht wirklich spürbar ist, verleitet gefühlt die Hälfte aller Trolleybesitzer/-innen weitaus mehr mitzuschleppen, als sie tatsächlich bräuchten. Außerdem sind Rollkoffer Platzverschwendung – im Inneren hat man weniger Platz, weil die Griffmechanik ja auch irgendwo hin muss, und nach Außen sowieso – eine Chantalle kann durch Trolleys eine Spurverbreiterung auf locker 2,5 Meter erfahren und dadurch zum unüberwindbaren Hindernis auf Bahnsteigen werden… aber ich schweife ab.

Ich besitze selbst einen kleinen Rollkoffer, mit dem war ich aber nie wirklich glücklich. Zu wenig Platz darin, zu sperrig, zu langsam. Letztlich hatte ich ihn nur deswegen angeschafft, weil er die Ryan-Air-typischen Maximalmaße von 55 x 40 x 20 Zentimetern für Handgepäck erfüllt. Lange Zeit dachte ich, dass Trolleys für Flugreisen ohne Alternative wären, bis mich Kalesco (wer sonst) auf die Rucksäcke der Cabin Max-Reihe aufmerksam machte (Danke!). Ich bin großer Rucksackfan, denn damit kann man viel Kram schnell transportieren, und die Cabin Max sind nicht nur aus superleichtem, dabei aber reißfestem, Cordura gearbeitet und haben sehr praktische Innentaschen, sondern haben auch genau die maximal erlaubten Airlinemaße! Klar, dass ich mir gleich mal einen zugelegt habe.

Ja, der ist personalisiert. Statt dem Cabin Max-Logo ist ein anderes aufgenäht. Ich finde es spannend zu beobachten, welcher der Mitreisenden den kleinen Nerd-Gag erkennt.

Ja, der ist personalisiert. Statt dem Cabin Max-Logo ist ein anderes aufgenäht. Ich finde es spannend zu beobachten, ob jemand der Mitreisenden den kleinen Nerd-Gag erkennt.

Dazu gab es eine Runde TSA-Locks. Das sind nicht wirklich sichere Vorhängeschlösser, mit etwas Werkzeug bekommt man die sofort auf. Sie schützen nur vor Gelegenheitsdieben und deren schnellen Griff in die Tasche. Da besondere an diesen Schlössern: Unsicherheitspersonal* an Flughäfen (in den USA die Transport Security Agency, TSA) hat spezielle Schlüssel, um sie zu öffnen und den Rucksackinhalt zu begutachten. Ich habe mich für Schlösser mit Indikator entschieden. Wurden sie von Unsicherheitspersonal geöffnet, zeigen sie das durch einen roten Punkt an.

Noch ist der Pubkt Grün, das Schloß wurde von keinem Sicherheitsfascho geöffnet.

Noch ist der Punkt Grün, das Schloß wurde noch nicht von Unsicherheitspersonal geöffnet.

Ich habe nicht vor, so bald in die USA zu reisen, aber der Sicherheitswahn breitet sich auch in Europa aus – die Taschenkontrollen in den Bahnhöfen in England sprechen da eine deutliche Sprache – und mir ist lieber, die Unsicherheitsschergen kriegen die Schlösser auf als das sie den Rucksack aufschneiden oder wasweißich was denen einfällt.

Weil ich eh gerade einkaufen war, habe ich mir eine neue Kofferwaage gegönnt. Handgepäck darf maximal 10 Kg wiegen, und ohne Waage ist es schwer zu bestimmen, ob der Wackerstein als Souvenir jetzt noch mit ins Gepäck darf oder doch zurückbleiben muss. Eine gute Kofferwaage zu finden ist nicht einfach. Die meisten sind billiger Chinaquatsch und gehen im Bereich um 1000 Gramm verkehrt (kein Witz, ich habe etliche ausprobiert!), andere sind selbst so groß und schwer, dass man sie nicht mit auf Reisen nehmen mag. Bei meiner Suche schoß den Vogel eine Waage ab, die bei Amazon auf Verkaufsplatz 1 in Reisezubehör stand, die aber selbst 350 Gramm wog und beim Ausprobieren bis 7 Kg eine Abweichung von 800 Gramm aufwies (das schwankte aber bei jedem Wiegevorgang) und ab 7 Kg gar nichts mehr anzeigte. Dafür leuchtete sie toll blau und piepte ganz laut, ws vermutlich der Grund war, dass nach einem Dutzend Wiegevorgänge die Batterien alle waren. Eine dermaßene Schrottkonstruktion muss man auch erstmal hinkriegen.

Letztlich habe ich mich für die Soehnle Travel entschieden. Die ist winzig, und zudem die leichteste, eleganteste und genauste Waage, die ich gefunden habe. Preislich ist sie dabei mit 17 Euro im Mittelfeld, und allein die schöne Verarbeitung macht mich gerade sehr glücklich.

Ist kaum größer als die Handfläche, wiegt nur 95 Gramm und ist irre genau: Soehnle Travel.

Ist kaum größer als die Handfläche, wiegt nur 95 Gramm und ist irre genau: Soehnle Travel.

Glücklich macht mich auch eine andere Neuerwerbung, der Pack-It Folder von Eagle Creek. Das ist im Prinzip eine Tasche mit vier großen, überlappenden Klappen und einer Plastikschablone. Um die Schablone herum faltet man seine Hemden, damit sie genau die richtige Größe haben, dann legt man sie in die Tasche, schliesst die Klappen und transportiert damit seine Klamotten. Die, so das Versprechen, kommen dann unzerknittert als Ziel. Und was soll ich sagen – es funktioniert!

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Natürlich haben Hemden beim Auspacken Knickfalten, aber bestenfalls verschwinden die, wenn man die Kleidung einige Stunden auf einen Bügel hängt, schlimmstenfalls bleiben die, sind aber unter einem Anzug nicht zu sehen. In jedem Fall gibt es keine Knitterei, und das ist es ja, was einen schlampig aussehen lässt und ich auf den Tod nicht leiden kann – ich bin sogar im Besitz eines Reisebügeleisens. Kein Witz. Den Pack-It gibt es in zwei Ausführungen, klassisch und als „Spectre“. Letzterer soll eine Ulraleichtausführung sein, ist faktisch aber zu klein um mehr als ein Hemd zu fassen und zu instabil, um das ordentlich zu transportieren.
Besser, weil größer und stabiler, ist die normale Ausführung. In die sollen bis zu sieben Hemden passen, und das kommt locker hin.

Hier drin sind drei Hemden, drei Krawatten, ein Anzug und ein Jackett. Sicher verpackt und knitterfrei.

Hier drin sind drei Hemden, drei Krawatten, ein Anzug und ein Jackett. Sicher verpackt und knitterfrei.

Bei meiner letzten Reise hatte ich darin: Einen kompletten Anzug, ein Jackett, drei Krawatten und drei Hemden. Alles kam am Ziel in perfektem Zustand an, und das, obwohl ich mit Rucksack unterwegs war. Hat sich also bewährt, wird weiter Verwendung finden.

______
* Oder fühlt sich irgendjemand sicher, beim Gang durch Securitychecks?

 
8 Kommentare

Verfasst von - 5. August 2014 in Reisen

 

8 Antworten zu “Unverknittert! Alles für die Businessreise

  1. kalesco

    5. August 2014 at 21:36

    Ich hab mir für die Kreuzfahrt gerade einen Koffergurt mit TSA Schloss zugelegt. Der wird dann noch vernäht, dass man ihn nicht breiter machen kann, ohne zu öffnen… Jedenfalls günstiger als ein neuer Koffer – denn diesmal geht es nicht mit Handgepäck auf Tour 🙂
    Die ABC Ausrüstung soll mit 🙂 – außerdem bewege ich mich zwar, aber mein Hotel nehme ich ja mit. Praktisch gell?
    Freut mich, dass dir der cabin max auch so gute Dienste erweist!

    Abgesehen vom privaten Geplänkel: sehr schöner Artikel, ich denke der wird vielen helfen!

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  2. Die Wunderbare Welt des Wissens

    6. August 2014 at 00:23

    Natürlich haben Sie ein Reisebügeleisen, damit Sie auch unterwegs mit geschlossenen Augen..

    Ich träume von dem Rucksack, der einen Roller beinhaltete – Picard, meine ich – für die langen Strecken im Transit. FTW!

    Schade, dass Sie jetzt erst über die Kofferwaage schreiben, wo ich mir gerade eine neue angeschafft habe.

    OT: Dreimal das gleiche Krawattenmuster. Pöh, da hätten dann auch zwei genügt.

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  3. kalesco

    6. August 2014 at 08:14

    Aja, ad Kofferwaage, das hatte ich gestern noch vergessen: ich nutze meine Personenwaage (also ich ohne, dann mit Gepäck). Und beim Heimreisen fallen die Magnete die ich gekauft habe, nicht so sehr ins Gewicht 😉
    Vermute du hast aber gar keine Waage.

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  4. Silencer

    6. August 2014 at 08:58

    WdW: Ihr Roller heisst Picard? 😀 Und dieses Muster kann man nicht oft genug haben!

    Kalesco: Doch, eine Personenwaage besitze ich durchaus. Die Digitalwaagen gehen auch ganz gut verkehrt, aber wichtiger ist: Ich kaufe am Urlaubsort ganz gerne auch mal heftig ein, und dann ist bei den Reisemitteln Flugzeug (Gewicht) und Motorrad (gleiche Gewichtsverteilung) eine Waage praktisch.

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  5. Rufus

    6. August 2014 at 11:18

    Mit dem selben Muster reicht sogar eine… 😀

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  6. Leandrah

    6. August 2014 at 12:27

    bin beeindruckt über diese vielen praktischen Dinge. Da ich in den letzten Jahren nicht gereist bin, bin ich auch nicht in die Verlegenheit gekommen mir darüber Gedanken zu machen. Dein Tpps hingegen notiert in ein Büchlein… 🙂

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  7. Die Wunderbare Welt des Wissens

    6. August 2014 at 13:28

    Silencer: Nein, meinen Roller nenne ich Jean-Luc 😛

    Ich meinte den hier (hyper, hyper): http://www.koffer24.de/shop/de/picard–trolley-roller-scooter-lite-case–7299_09–ab.html

    Rufus: stimmt, aber ich dachte, der feine Herr will bei der Geschäftsreise auch mal wechseln. Dafür wäre natürlich ein anderes Muster fein, aber ich war mir sicher, der feine Herr S. sieht das anders 😉

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  8. Desiree

    13. August 2014 at 11:21

    Cool, wusste garnicht, das es auch Schlösser gibt, die Anzeigen, wenn das Personal am Flughafen wiedermal schnüffeln wollte. Irgendwo ist es auch eine Unverschämtheit. Sollen sie meine Tasche doch kontrollieren, wenn ich daneben stehe.

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