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Starstecher in Hann. Münden

24 Aug

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Ich muss Schuhe kaufen. In Götham gibt es zwar 8.234 Schuhgeschäfte, aber die verkaufen alle bloß Damensandälchen und bunte Crocs. Deshalb bin ich dem Tip eines Bekannten gefolgt und ins 30 Kilometer südlich gelegene Hannoversch Münden gefahren.

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Der Ort heißt offiziell Hann. Münden, ist die südlichste Stadt Niedersachsens und dafür bekannt das hier Werra und Fulda zur Weser zusammenfließen. Alexander von Humboldt soll gesagt haben, dass „Hann. Münden eine der sieben am schönsten gelegensten Städte ist“. Was vermutlich mehr über Humboldts Reiseerfahrung aussagt als über Hann. Münden. Möglicherweise ist das Zitat auch frei erfunden, schriftlich gibt es das jedenfalls nicht.

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Welches Gebot ist für Sie das wichtigste?, fragt die Kirche in Hann Münden. Als Antwort darf man Murmeln verteilen. "Du sollst nicht töten" ist das wichtigste, aber wieseo ist "Du sollst Vater und Mutter ehren" auf Platz 2?

Welches Gebot ist für Sie das wichtigste?, fragt die Kirche in Hann Münden. Als Antwort darf man Murmeln verteilen. „Du sollst nicht töten“ ist das wichtigste, aber wieseo ist „Du sollst Vater und Mutter ehren“ auf Platz 2?

In Hann. Münden ist das Grab des Dr. Eisenbarth, der 1727 auf Durchreise hier spontan verstarb. Eisenbarth war reisender Handwerkschirurg und Starstecher. Hihi, „Starstecher“. Nein, er war kein Pornostar des 18. Jahrhunderts, sondern hat Leuten Nadeln in die Augen gestochen um Grauen Star zu behandeln. Anders als das Trinklied über ihn nahelegt, war Eisenbarth übrigens weder Akademiker noch Metzger. Seine Operationstechniken waren überaus innovativ und wirksam, und weil er ein cleverer Geschäftsmann war und gut mit den Fürsten konnte, hatte sein Unternehmen zeitweise 120 Mitarbeiter, die mit ihm durch die Lande reisten und auf Flugblättern Werbung für die Dienste des reisenden Arztes machten.

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Hann. Münden ist wirklich hübsch – viele kleine und interessante Geschäfte säumen die historische Innenstadt, und wer die Gassen genug erkundet hat, kann sich auf einen Kaffee und eine kleine Mahlzeit in das Aegidiencafé zurückziehen. Das ist durchaus was besonderes, befindet es sich doch in einer Kirche.

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Schuhe habe ich allerdings nicht gefunden. 😦

 
13 Kommentare

Verfasst von - 24. August 2014 in Reisen

 

13 Antworten zu “Starstecher in Hann. Münden

  1. Leandrah

    24. August 2014 at 22:35

    HMÜ…. dort habe ich meinen Führerschein gemacht. Nette Stadt, ich habe dort auch nach meiner Lehre gearbeitet. Und in der Mittagszeit ´die Stadt gut erwandert. HMÜ hatte die Landespolizeischule Niedersachsens und die Kaserne der Pioniere gleich gegenüber zu sehen – wenn man über die schöne Strecke über Dransfeld, Scheden, Volkmarshausen fährt und den Bogen Richtung Gimte nehmen würde. Die Altstadt eingebettet zwischen den 3 Flüssen und nur über Brücken erreichbar.

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  2. zimtapfel

    24. August 2014 at 23:03

    Oh, in dem Kirchencafé war ich auch mal! Sehr feinen Kuchen haben die da.
    Meine allerbeste Freundin (die, wo du mich damals mit dem Fluchtauto hingefahren hast, du erinnerst dich vielleicht) schwört übrigens ebenfalls auf die Hann Mündener Schuhgeschäfte. Wozu man allerdings nicht unerwähnt lassen darf, das die Auswahl in der hessischen Nachbarstadt allenfalls als ärmlich zu bezeichnen ist, dagegen ist GöTown noch ein Shoppingparadies.

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  3. ckater

    25. August 2014 at 07:57

    @zimtapfel Hann. Münden in Hessen? Haben Sie die Grenzen verschoben? 😉

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  4. Silencer

    25. August 2014 at 09:20

    Leandrah: Seit vergangenem Jahr gibt es sogar das Kennzeichen HMÜ wieder.

    Zimt: Hann-Münden ist toll zum Einkaufen. Ein Bekannter meinte, sogar Kassel kommt dahin.

    Modnerd: HamÜ ist nicht Hessisch, aber die Nachbarstadt (Wie Frau Zimt schrieb)

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  5. hirnwirrh

    25. August 2014 at 11:10

    Du hast nur keine Schuhe bekommen, weil Du Dich lästerlich über Crocs geäußerst hast! 🙂

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  6. Die Wunderbare Welt des Wissens

    25. August 2014 at 15:22

    Ich habe eine Freundin dort, war aber nie in HannMün. Ihre Bilder lassen es mir aber ganz reizvoll erscheinen.

    Sie haben dort nicht mal Crocs gefunden? Manno. Ich wünschte, ich könnte behaupten, in Hmburg liesse es sich gut Schuhe kaufen, aber ich fürchte, die meisten Städte haben das gleiche Angebot. Rosenheim kann ich bzgl. Gabor sehr empfehlen, aber das ist wohl auch eher was für Damen.

    BTW dachte ich bei Starstecher eher an einen prominenten Tätowierer 😉

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  7. Die Wunderbare Welt des Wissens

    25. August 2014 at 15:24

    PS: „Ich meine SCHUHE KAUFEN ARGH“ passiert nur, wenn man Schuhe braucht.
    Wenn man Schuhe „braucht“, ist der Kauf ein Vergnügen, das weiss fast jede Frau 😉

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  8. Leandrah

    25. August 2014 at 17:45

    ich weiß das es das Kennzeichen wieder gibt, finde ich auch toll. Kassel kommt immer zum Fronleichnam nach Münden zum Einkaufen. War immer ein Heidenspass für uns , wir haben sämtliche Ladenhüter des Jahres in die Fenster dekoriert und als „Neu“ angepriesen, und am nächsten Tag waren wir das meiste Zeugs los, deshalb spricht man ja auch von den „blinden Hessen“
    Alf gibt es ja auch wieder habe ich mir sagen lassen 🙂

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  9. Silencer

    25. August 2014 at 17:50

    Hirnwirr: Leute die Crocs kauften, kauften auch: Kurze Hosen, Jack Wolfskin-Klamotten und Pornosonnenbrillen. 🙂 Kann man alles machen, ist aber nichts für mich. Ich bin da mehr in Richtung dezent und Stilvoll orientiert. :-))
    WdW: Männer, wissense doch, denken in Schachteln, und nicht in Anführungszeichen 🙂

    Leandrah: Woah, das ist ja der Brüller! Sehr clevere Geschäftsleute, die HaMüler!

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  10. Kenny

    26. August 2014 at 07:07

    Meine Mutter ist eine geborene Eisenbart, wir haben eine direkte Verwandtschaft allerdings nie ganz zurück verfolgen können. Dafür hat die Stadt Hann. Münden meinen Großvater mal zu den Eisenbarth Festspielen eingeladen, welche ebenfalls sehr nett sein sollen.

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  11. Silencer

    26. August 2014 at 09:16

    Das ist ja lustig – Du hast aber nie den Drang verspürt im medizinischen Bereich zu arbeiten, oder?

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  12. Leandrah

    26. August 2014 at 09:18

    @Kenny , sind sie …schön gespielt vor dem Weserrenaissance Rathaus aus Sandstein. Kann ich nur empfehlen. Und auch das Schloss ist aus der gleichen Zeit. Dann mal eine Wanderung zu Tilly Burg und zur Weserliedanlange. Herrliche Blicke von dort auf das hübsche Städtchen

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  13. Katja

    26. August 2014 at 14:04

    Ach je, Hann. Münden. Mit 18 bin ich häufig montagmorgens vor der Arbeit die 250 km aus meinem Heimatort nach Hann.Münden und dann an meinen Arbeitsort gefahren, weil mein damaliger Freund dort stationiert war. Der hatte selten sonntagabends Lust, mit der Bahn hinzufahren, weil er lieber noch mit seinen Kumpels um die Häuser ziehen wollte und ich hab mich viel zu oft überreden lassen, ihn stattdessen montags in aller Herrgottsfrühe hinzufahren. Seitdem ist Hann.Münden für mich so eine Art Mahnmal für meine manchmal an Dummheit grenzende Gutmütigkeit…
    Aber bis in die Stadt bin ich nie gekommen. Hätte ich mir lieber mal die angesehen. Sieht hübsch aus auf deinen Bildern! 🙂

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