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Momentaufnahme: September 2014

28 Sep

Herr Silencer im September 2014
September ist der BESTE Monat um Urlaub zu machen. Leider muss ich arbeiten.

Wetter: Zu Monatsbeginn kühl, neblig, herbstlich, 15 bis 20 Grad. In der Mitte dann ein paar Tage Hochsommer mit Sonne und Temperaturen um 23 Grad, dann sackt das Thermometer auf 10 Grad ab und verliert sich im Grau. Das letzte Wochenende erstrahlt im Altweibersommer: Sonne satt und 15-20 Grad.
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Lesen:


Bill Willingham Fables (20): Camelot
Bereits in den letzten Bänden versuchten die Autoren zu schocken: Winter wird zum Nordwind, Therese zu Kannibalin, ihr Bruder stirbt. Und dann wird auch noch Bigby von einem absurden Pophans getötet. Im neuesten Band versucht die Belegschaft des 13. Stocks Bigby wieder zu vereinen, während der im Jenseits seine Jagdgründe erkundet. Derweil wird im Diesseits das Ensemble um Rose und Snow in ein Remake der Artussage gepresst. Schlecht geschrieben, langatmig erzählt und unnötig. „Fables“ hätte einen Neustart nötig, die Serie läuft schon mindestens 5 Bände zu lang und hat total den Fokus verloren.
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Hören:

U2 Songs of Innocence [MP3]
Zwangsweise, als iPhone-Nutzer kriegt man das Album zwangsweise in den Account gepusht. Dabei war ich ohnehin interessiert, denn U2 habe ich früher -so Anfang der 90er- geliebt. Die letzten Alben waren eher so meh bis peinlich und bestanden hauptsächlich aus Bonos rumgeheule. Das neue ist, nach ersten drüberhören, dagegen regelrecht… gut. Es ist rockiger und kraftvoller als seine Vorgänger. Eine positive Überraschung.
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Sehen:

Lilyhammer S1 & 2 [Watchever]
Jede Mafiagruppe hat einen „Fixer“, einen Mann für alle Fälle, der Probleme schnell und dezent beseitigt und dafür in der Hierarchie der Organisation ganz oben steht. So einer ist Frank Tagliano – zumindest bis zu dem Tag, an dem eher die New Yorker Mafia verpfeift und ins Zeugenschutzprogramm wechselt. Er kann sich einen Ort für ein neues Leben aussuchen, und weil er die olympischen Spiele so schön fand, wählt er das verschlafene Lillehammer in Norwegen als Unterschlupf. Ganz abschütteln kann er seine Vergangenheit aber nicht, und sein Wesen ändert sich auch nur langsam.

Klingt wie eine typische „Clash of Cultures“-Komödie, ist es aber nicht – jedenfalls nicht in der erwartbaren Richtung. Die Macher sparen sich komische Situationen, die dadurch entstehen, dass ein Amerikaner auf norwegische Eigenarten trifft. Frank Tagliano stapft durch den Schnee im vollen Bewusstsein was er tut und wie es in Norwegen läuft. Die absurden Momente entstehen dann, wenn er Mafiamethoden anwendet und damit die gesetzestreuen Norweger schockiert. Eine feine Umkehrung, und es macht einfach Spaß zu sehen, wie der Mafiosi zum Paten von Lillehammer aufsteigt. Das die Nebenfiguren allesamt einen leichten „Twin Peaks“-Touch haben, macht das ganze nur besser. Lieblingsfigur: Der Rocker mit Rücken, der sich für einen Zumbakurs einschreibt, weil er vermutet das sei eine fernöstliche Kampfsportart. Eine der besten Serie der letzten Jahre.

Snowpiercer [PSN]
In der Zukunft: Die Erde ist erkaltet und meterdick mit Eis überzogen. Bevor die Menschheit über den Deister gegangen ist, hat sie noch fix alle Eisenbahnstrecken der Welt miteinander vertüddelt. Die letzten überlebenden Menschen sitzen nun in einem Hightech-Zug, der mit wahnsinniger Geschwindigkeit immer um den Globus rast. An Bord gibt es ein strenges Klassensystem. Im hinteren Zugteil sind die armen Schlucker untergebracht, je weiter man nach vorne kommt, desto luxuriöser wirds. Eines Tages startet die Revolution, und der hintere Zugteil macht sich auf dem Weg zu Lokomotive.
„Snowpiercer“ wurde im Vorfeld als ScFi-Offenbarung abgefeiert. Keine Ahnung warum. Abgenudelt wird hier die alte „Revolutionär kämpft sich durch, am Ende bekommt er die Verantwortung und wird zu dem, was er bekämpfen wollte“-Geschichte. Der Cast ist zwar prominent, aber Captain America und John Hurt wirken irgendwie abwesend und telefonieren ihre Rollen nur durch, Tilda Swinton versteigt sich in eine Sketchup-Nummer mit falschen Zähnen und Goldfischbrille und Ed Harris trägt so dicke Eier zur Schau, dass man ihm sofortiges Ableben wünscht. Dazu kommt hammerschlechtes CGI und die Tatsache, dass die Grundidee von Snowpiercer für mich einfach nicht funktioniert. NIEMAND, der das Ende der Welt überleben will, tut das, in dem er wie blöde in einem Zug um die Welt rast. Die Idee ist Schwachsinn, und der Film tut wenig sie glaubwürdig darzustellen – s´is halt so. Leider fällt dadurch alles quasi ab Start auseinander und wirkt albern.

Monument Men [PSN]
Im zweiten Weltkrieg gründen die USA eine spezielle Gruppe im Militär. Die „Monument Men“ tragen Uniform, sind aber eigentlich Kunstexperten und Historiker. Ihre Aufgabe: Von den Nazis geraubte Kunstwerke in den Wirren des Kriegsendes aufspüren und schützen.
Was für ein Stoff! Was für ein Cast (Clooney, Goodman, Murray, etc.)! Es ist allerdings nie ein gutes Zeichen, wenn das Studio und der Verleih die Veröffentlichung ewig verschleppt, und im Fall von „Monument Men“ wissen wohl alle Beteiligten, dass sie Mist abgeliefert haben. Leider weiß der Film nicht, was eher sein will: Mal fühlt er sich an wie ein Kriegsdrama, mal wie Oceans Eleven im WWII, mal wie eine Komödie. Damit reitet Regisseur Clooney das Ding voll gegen die Wand und lässt das Ganze wirken wie eine Nummernshow und ein Starvehikel. Sehr schade, zumal ich weiß wieviel Aufwand in dem Film steckt – er wurde zu großen Teilen hier um die Ecke, im Harz, gedreht.

Guardians of the Galaxy [Kino]
Ein kleiner Junge wird von der Erde entführt. 20 Jahre fliegt er in einem eigenen Raumschiff rum und klaut Sachen, weshalb ihm nicht nur die Polizei, sondern auch Kopfgeldjäger auf den Fersen sind. Mit letzteren und ein paar Zufallsbekanntschaften ergibt es sich, dass er die Galaxie vor der Zerstörung schützen muss.
Meine Güte, was für ein cooler Film. Seine Strärke ist gar nicht die egale Story, sondern das Zusammenwirken der unfreiwilligen Heldengruppe. Die tollen Charaktere agieren zu sehen ist eine wahre Freude – und da einer von ihnen ein sprechender Waschbär und ein anderer eine humanoide Pflanze ist, ist das schon eine große Leistung. Bislang bester Blockbuster in diesem Jahr, noch knapp vor Captain ´murica 2
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Spielen:

Heavenly Sword [PS3]
Der Legende nach soll im Jahr des kotzenden Pferds ein großer Krieger geboren werden, der mit einer mythischen Waffe für Frieden im Lande China sorgt. Tatsächlich wird kein Uberkrieger geboren – es gibt nur eine Geburt, und die lässt ein Mädchen das Licht der Welt erblicken. Ihr Vater ist davon so enttäuscht, dass er das Kind töten will. Er entscheidet sich dagegen, lässt das Mädchen aber ihr ganze Leben spüren, was für eine Enttäuschung sie ist. Nariko, so ihr Name, wird isoliert und zum einsamsten Menschen in ihrem Clan. Menschen, die niemanden haben, haben auch nichts zu verlieren, und als Kaiser Bohans Truppen das Land überrollen, ergreift sie das Heavenly Sword und nimmt den Kampf auf.

Heavenlyl Sword ist aus dem Jahr 2007, und das merkt man. Es sieht immer noch super aus, aber das Gameplay ist teilweise gruselig, Rücksetzpunkte sind unfair gesetzt und ein großer Teil der Zwischensequenzen lässt sich nicht überspringen. Ich MAG Zwischensequenzen, aber nicht, wenn ich nach jedem Exitus erst wieder zwei Minuten Film gucken muss, bis ich eine Stelle erneut versuchen kann. Die Steuerung ist träge und unpräzise, in Kämpfen geht die Orientierung schnell verloren und der Schwierigkeitsgrad ist enorm. Warum ich es trotzdem durchgespielt habe? Wegen den Charakteren. Die werden nämlich von Anna Torv („Fringe“) und Andy Serkis („Herr der Ringe“) gespielt, wobei das Skript zum Spiel auch von Serkis stammt. Seinen künstlerischen Einfluss merkt man dem Spiel an, sowohl was die Präsentation der Cutscenes als auch die generelle Aufmachung angeht. Unterlegt ist dieses kleine Kunstwerk mit Musik des Prager Philharmonieorchesters.

God of War 3 [PS3]
Kratos ist ein Krieger von Sparta und ein ausgesprochener Kotzbrocken, der auf den Olymp klettert und reihenweise die Götter umbringt.
Wait, what? Die Vorgeschichte der ersten Spiele wird nur kurz angerissen: Irgendwas mit kaputter Familie und einem tricksenden Kriegsgott. Egal. Die Präsentation ist gigantisch: Kratos kletter, rennt und metzelt auf berggroßen Titanen herum, würgt griechische Sagengestalten und verhackstückt einen Gott nach dem nächsten. Das bleibt nicht ohne Folgen: Nach Helios Tod wird es dunkel, nach Poseidons Ableben wird die Welt geflutet. Als Spieler hat man irgendwann keine Lust mehr, die Welt mit diesem egoistischem Unympathen ins Chaos zu stürzen, der nur seine Rache im Kopf hat. Erst am Ende kommt der große Erkenntnismoment, wenn Kratos über die Reste der Welt schaut, die nun für die Menschen die Chance gibt, sich frei vom Joch der Götter zu entfalten.
Bis dahin gibt es 8 Stunden tollste Kletter und Kampfunterhaltung – das, was „Kampf der Titanen“ im Kino hätte sein können, wird hier in Spielform beeindruckend zelebriert.

God of War: Ascension
Der Vorgänger, God of War 3, endete mit dem Suizid Kratos. „Acension“ ist ein Prequel, das erzählt, wie Kratos vor seinem Aufstieg zum Kriegsgott den Fängen der Furien entkam.
Tolle Schaupltze, wieder großartige Präsentation, in der Summe großer Spass.

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Machen:
Das Übliche im September.
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Neues Spielzeug:

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Archiv Momentaufnahmen ab 2008

 
8 Kommentare

Verfasst von - 28. September 2014 in Momentaufnahme

 

8 Antworten zu “Momentaufnahme: September 2014

  1. Katja

    28. September 2014 at 15:54

    *Lilyhammer notier*

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  2. kalesco

    28. September 2014 at 21:12

    Es wird wirklich Zeit dass ich GotG endlich sehe… !

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  3. Kim

    28. September 2014 at 23:00

    Ab welchem Fables Band sollte man denn aufhören?

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  4. Silencer

    29. September 2014 at 08:37

    Um Band 12 rum ist der größte Storyarc vorbei. Dann gibt es noch ein wenig Kehraus und Vertüddelung loser Enden, ab Band 14/15 gibt es dann aber endgültig nichts mehr zu sehen.

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  5. Ralf Stockmann

    29. September 2014 at 19:13

    Lilyhammer angefangen, scheint wirklich gut zu sein.

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  6. Ralf Stockmann

    1. Oktober 2014 at 00:04

    Zu Snowpiercer: Einspruch! Was für ein hochorigineller, komplett durchgedrehter Film. Mit Logik darf man da nicht kommen, der Film ist ein Trip und als solcher konzipiert. Oder auch: wer ja sagt zu Bioshock kann zu Snowpiercer nicht nein sagen. Weiteres: http://letterboxd.com/rstockm/film/snowpiercer/

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  7. Silencer

    1. Oktober 2014 at 12:11

    Da habe ich wohl vor der Sichtung nicht die richtigen Drogen genommen. „2001“ war ein Trip, „Pulp Fiction“ war ein Trip, „The Wall“ war ein Trip. „Snowpiercer“ zündet da bei mir überhaupt nicht, weder als Trip, noch als guter Film. Vielleicht wenn er mehr für die Glaubwürdigkeit seiner Hintergrundstory getan hätte -das unterscheidet bspw. Bioshock von dem Film- aber so…

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  8. ckater

    1. Oktober 2014 at 17:45

    Scheinbar haben wir hier unseren neuen 2001 (zumindest der Herr Stockmann und ich) – dem konnte ich genauso wenig abgewinnen wie dem Snowpiercer.
    Wenn Filme oder Geschichten wenigstens eine innere Logik oder einen Rhytmus mit sich bringen – genau das hatte aber Snowpiercer nun mal gar nicht. Jedefalls nicht für mich. Da passieren beständig Dinge, die mir immer nur ein „Häh, warum … ach egal.“ entlocken. Es war mir keine Freude diesem Quatsch beizuwohnen und nur weil es druchgedreht ist, kann ich es trotzdem nicht gut finden (ähnliche Probele hab ich zuweilen mit Wes Andersons Filmen).
    Das eigentlich Ende, jeseits des zuges setzte dann noch mal völligen Humbug oben drauf. Meine enizige Hoffnung ist, dass es wirklich die deutlich längere Originalfassung gibt, die es sich vielleicht lohnt anzusehen, wenn sie irgendwann mal verfügbar wird. Dann machehn vielleicht auch die ständig angerissenen, aber ohne Auflösung komplett überflüssigen Elemente wenigstens etwas mehr Sinn.

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