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Schweinische Nachbarschaft

30 Sep

Tritt man aus meiner Haustür und geht eine Minute geradeaus, steht man inmitten von hügeligen Wiesen, von denen einen Pferde doof anglotzen. Hält man sich rechts und geht an den Galloway-Rindern vorbei und Richtung Fluß, führt der Weg nach 5 Minuten leicht bergan und in den Wald. Die Wälder hier sind voller Wildschweine und Rehe, und weiter oben am Weg hat man ein Stück Wald eingezäunt. Dort kann man eine ganze Rotte sehen und auch füttern, ab März auch mit ihren Frischlingen.

Vor Jahren ist einer dieser Frischlinge verloren gegangen. Das passiert dauernd, und normalerweise tauchen die irgendwann wieder auf*. Dieser besondere Frischling hat es aber irgendwie ins Dorf geschafft, sich dort durch eine offene Kellertür geschlichen und es sich dann im Körbchen eines Dackelwelpen bequem gemacht. Als die Besitzerin des Dackels das kleine Schweinchen entdeckte, brachte sie es nicht über Herz es zu töten. Das Wildschwein wuchs gemeinsam mit dem Dackel auf, und lernte Dinge wie Stubenreinheit, Gehorsam und Tricks wesentlich schneller als er.

Das war vor 10 Jahren, und wenn ich heute aus dem Küchenfenster blicke, dann bietet sich mir manchmal so ein Anblick:

P1060071

Nun haben aber Wildschweine die Eigenschaft recht groß, um nicht zu sagen: furchteinflößend groß, zu werden. So auch dieses Wildschwein, das jetzt eine Höhe von ca. 120 Zentimetern hat. Da seine Besitzerin selbst nur um die 1,55 m ist, bieten die beiden ein skurriles Bild, wenn sie gemeinsam unterwegs sind: Ein Schwein, das fast größer ist als seine Besitzerin. Gefolgt von einem Dackel. Willkommen in Mumpfelhausen.

__________________________________________
* In den meisten Fällen an der Seite von Rotkohl und Kartoffeln im örtlichen Landgasthof.

 
9 Kommentare

Verfasst von - 30. September 2014 in Gnadenloses Leben, Historische Anekdoten

 

9 Antworten zu “Schweinische Nachbarschaft

  1. Laura

    30. September 2014 at 11:59

    Oh my, wie cool ist das denn! Das Bild sieht ohne den Text aus wie eine Momentaufnahme kurz vor dem großen Showdown Mensch vs. Wildschwein – aber in Wahrheit trifft hier wohl das gute alte „der will nur spielen“ tatsächlich mal zu.

    (Über die Fußnote musste ich sehr lachen.)

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  2. zimtapfel

    30. September 2014 at 12:30

    Sowas hatten wir früher auch mal auf dem Hof: Ein Förster hatte einen Frischling gefunden, der seine Familie im Wald offenbar verloren hatte, und ihn mitgenommen zu seiner Freundin, bei der er dann aufgezogen wurde. Neben Hund und Katze quasi. Und so dackelte das Schweinchen immer mal wieder hinter dem ein oder anderen Nachbarn her über den Hof. Was dazu führte, das manchen Besucher, die morgens schlaftrunken mit Kaffeetasse am Küchenfenster standen, selbige aus der Hand fiel.
    Allerdings wurde Eberhard Wutz, wie das Schweinchen genannt worden war, später, als er größer wurde, in irgendein Tiergehege gebracht.
    Es muss irgendwo noch Fotos geben, wie er noch ganz winzig klein und gestreift sich bei meiner Schwester auf dem Schoß über sein Milchfläschchen hermacht.

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  3. Silencer

    30. September 2014 at 12:40

    @Laura: Tatsächlich ist das Schwein total friedlich und kam nur gerade aus der Hausecke rausgetrottet – kein Showdown, zum Glück.

    Zimt: Eberhard Wutz! LOL! Toller Name für ein Wildschwein. Oder einen Pornostar. 😀

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  4. Leandrah

    30. September 2014 at 16:39

    Du wohnst also abwechselnd in Mumpfelhausen und Götham City? –Zu Wildschweinen – in Hemeln an der Weser das Gasthaus zur Linde wo die Lindenbrüder sich immer trafen, gleich neben dem Haus meiner Großeltern Mütterlichseits – die hatten hinten immer ein kleines Gehege mit Wildschweinen zum Angucken für uns Kinder und irgendwann für die Speisekarte.

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  5. Silencer

    30. September 2014 at 17:31

    @leandrah: So ähnlich. Und Frischling ist wirklich lecker, nur zu empfehlen. gibt es das Gasthaus zur Linde noch?

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  6. Katja

    1. Oktober 2014 at 14:02

    Herrliche Aussichten aus dem Küchenfenster! 😀
    Und da willst du echt wegziehen? 🙂

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  7. Silencer

    1. Oktober 2014 at 15:18

    Ich zaudere gerade noch…

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  8. Leandrah

    3. Oktober 2014 at 08:57

    http://web2.cylex.de/firma-home/gasthaus-zur-linde-6141129.html ( Bühler heißt der Inhaber)
    http://www.yelp.de/biz/gastst%C3%A4tte-zur-f%C3%A4hre-hann-m%C3%BCnden-2 und das ist an der Fähre ….hat Kultstatus für Motorradfans. Schlachteplatte und Plattenkuchen , Flaschenbier und Biergarten direkt an der Weser ….. Fähre = Gierseilfähre rüber nach Hessen…

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  9. Silencer

    6. Oktober 2014 at 09:55

    Ach Gott ja, natürlich kenne ich das… Das MUSS man als Moppedfahrer aus der Region kennen, allerdings nicht unter dem Namen „Zur Linde“ sondern als Synonym für „Hemeln“. 🙂

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