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Review: Assassins Creed III (2012)

11 Nov

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Assassins Creed III (2012)
Story: Im Jahr 2012 steht die Erde wenige Tage vor der Vernichtung durch einen Sonnensturm – aber niemand weiß davon, außer den Templern und den Assassinen. Die sind mittlerweile in einer Höhle in Nordamerika angekommen, die merkwürdige Apparate der Vorfahren enthält. Allerdings kommen sie da nicht dran, es fehlt ein Schlüssel. In der Not steckt man Desmond in die Erinnerungsmaschine, und peilt in seiner DNA einen Vorfahren an, der in Nordamerika unterwegs war. Es folgt ein Sprung in das Jahr 1784, mitten in den amerikanischen Unbabhängigkeitskrieg.

Connor Kenway, der eigentlich Ratonhnhaké:ton heisst, ist Halbindianer – seine Mutter eine Mohawk, sein Vater Engländer und zufällig Großmeister der Templerloge der Kolonien. Connor geht beim letzten Assassinen Amerikas in die Lehre, gerät in den Unabhängigkeitskrieg und nimmt es dann mit seinem Vater auf. Ebenfalls rein zufällig war der im Besitz des Schlüssel zur Vorfahren-Höhle.

Nachdem Desmond nun weiß, wo der Schlüssel zu finden ist, öffnet er die Höhle. Dort trifft er auf Juno, eine Vorfahrin mit großem Hass auf die Menschheit. Ihr Geist steckt im Inneren der Maschinen, und sie war es, die über Jahrhunderte die Ereignisse sowie die Templer und Assassinen auf diesen Zeitpunkt hin manipuliert hat. Sie bietet Desmond Zugang zur Vorfahren-Technologie, um die Erde vor dem Sonnensturm zu retten. Dafür muss er sie aber befreien – und selbst sterben. Gesagt, getan: Desmond stirbt, Juno wird befreit, die Erde übersteht den 22.12.2012.

Meine Meinung: Die bislang größte Enttäuschung. Mit großem TamTam angekündigt, war AC III für mich ein ziemlicher Rohrkrepierer. Es funktioniert auf fünf Ebenen nicht:
1. In den vorangegangenen Spielen standen originelle Charaktere im Mittelpunkt. AC III ist hier anders. Connor Kenway hat so viel Charakter wie ein Knäckebrot und ein ist ein einsilbiger Klotz. ACIII ist kein Spiel über einen Charakter, sondern lediglich über die amerikanische Revolution.

2. Historische Ereignisse: Bei historischen Ereignissen hielten sich die Assassinen bislang stets im Schatten, was einen ganz eigenen Charme hatte. Die Geschichtsbücher sind voller Ereignisse, die unter merkwürdigen oder nie geklärten Umständen stattfanden. Es ist eine nette Idee, diese Lücken in der Historie mit fiktiven Geschichten zu füllen. Das ist ebenso clever wie spannend, aber leider macht ACIII hier alles anders. Connor IST der Mittelpunkt und löst Ereignisse sogar aus. Boston Tea Party? Den Tee hat Connor persönlich über Bord geworfen. Paul Reveres Ritt? Der saß bei Connor hinten auf dem Pferd. In der Summe mehr eine Karikatur als alles andere.

3. Bei der Gegenwartsstory merkt man, dass die Autoren mit Desmond nichts mehr anzufangen wissen. Sie wird extrem lieblos behandelt, und weil man nicht weiß wohin es gehen soll, wird Desmond umgebracht. Das hat er nicht verdient.

4. Im Konflikt Templer vs. Assassinen verschwimmen die Grenzen. Tatsächlich ist Haitham Kenway, der Templer, ein cleverer, sympathischerer und coolerer Charakter als sein Sohn Connor. In der Handlung wird dann erläutert, dass Templer und Assassinen die gleichen Ziele haben – nur ihre Methoden sind anders, und die der Templer scheinen oft eleganter. Als Spieler zweifelt man bald sehr an den Assassinen – hat aber keine andere Wahl, als den Klotz Connor zu spielen. Wenn man sich schon wünscht, eine andere Figur spielen zu können – dann stimmt was nicht.

5. Gameplay: Das Kampfsystem wurde überarbeitet, aber nicht zum Besseren. Der Benny-Hill-Effekt (Spielfigur läuft vorneweg, 20 Verfolger in einer Reihe hinterher), der bei den Vorgängern manchmal auftreten konnte, ist hier extrem ausgeprägt. Oft kommt es auch zu Massenkeilereien, an deren Ende 30, 40 Gegner am Boden liegen. Das spielt sich nicht nur doof, es ist auch ein Verstoß gegen den Creed: „Wirke unentdeckt im Hintergrund“.

Abgesehen davon spielt das ganze in Amerika. Damit kann ich weniger connecten als mit den europäischen Schauplätzen der letzten Teile. Amerika, Indianer,… das ist alles geistig so weit weg, dass es fast Fantasiewelt ist. Genauso könnten da auch Schlümpfe und Einhörner rumspringen. Davon abgesehen ist es auch vom Gameplay unspannender: Es ist durchaus ein Unterschied, ob man auf dem gewaltigen Dom in Florenz oder der Hagia Sophia in Istanbul rumklettert oder auf einer dieser zweigeschossigen Holzkirchen in Boston oder New York des 17. Jahrhunderts. Letzter hat kein Gefühl von Höhe. Da hilft es dann auch nichts, dass in ACIII manchmal Schnee fällt und man Karnickel jagen kann. Ich mag den Teil einfach nicht besonders.

 
2 Kommentare

Verfasst von - 11. November 2014 in Assassins Creed, Game, review

 

2 Antworten zu “Review: Assassins Creed III (2012)

  1. Kenny

    11. November 2014 at 10:29

    Ich selbst bin ebenfalls ein großer Fan der Reihe, habe mit Teil 1 angefangen und bin der Story seitdem gefolgt. Sehr schön, dass Du sie hier noch einmal so zusammen geschrieben hast, zwischen den Teilen lag bei mir immer ein Jahr.
    Mit der Serie habe ich allerdings mit Revelations gebrochen. Das Spiel fühlte sich so wenig nach Assassins Creed an, ich hab es nicht zu Ende gespielt, weiß jetzt aber wie es aus geht. Du solltest vielleicht eine Spoiler Warnung setzen 😉 , armer Desmond.
    Letzte Woche hab ich Black Flag für 8€ bekommen und mich mal wieder mit der Serie beschäftigt. Die ersten Stunden machen Lust auf mehr, das Karibik Feeling kommt gut rüber, ich bin gespannt wie sich die Story weiter entwickelt.
    Dir vielen Dank für deine super Reviews, Assassins Creed 1 hatte ich mir damals aufgrund deiner Berichte gekauft und so langsam freu ich mich auch auf den nächsten Teil.
    Jeder der Spaß am spielen hat und die Teile noch nicht kennt, sollte dies schleunigst nachholen. Gerade die ersten Teile gibt es für ganz schmales Geld und sie bringen viel Spielspaß.

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  2. Silencer

    11. November 2014 at 17:21

    Das freut mich! Sorry, bei einem zwei Jahre alten Spiel wollte ich keine Spoilerwarnung mehr setzen. Und zu Teil 1 hätte ich niemanden verführen wollen. Lieber gleich Teil 2, der ist ungleich besser. „Black Flag“ ist launig und kurzweilig und seltsam freischwebend, kann man gut ohne Vorwissen spielen. Ich habe das übrigens für die XBOX 360 über, im Steelcase mit Soundtrack-CD, wer es für nen zwanni haben mag…

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