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Review: Assassins Creed IV Black Flag (2013)

12 Nov

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Story: Im Jahr 2013 wird ein namen- und geschlechtsloser Mensch (der Spieler selbst in Egoperspektive) bei Abstergo Entertainment eingestellt. Abstergo, das weiß man bereits, ist ein Konzern, der von Templern geführt wird. Der namenlose Spielercharakter soll Erinnerungen sichten und daraus Unterhaltungsprodukte machen. Piratenfilme stehen gerade hoch im Kurs, und mittlerweile steht unter jedem Schreibtisch eine Erinnerungsmaschine, so dass man in die DNA von Piratennachfahren eintaucht. Tatsächlich erlebt man das Leben von Edward Kenway nach, einem walisischen Taugenichts, der sich in der Karibik auf einem Freibeuterschiff verdingt. Eines Tages klaut er einem geheimnisvollen Fremden dessen Kapuzenkutte und gibt sich als Assassine aus – dabei interessiert ihn weder die Bruderschaft noch die Templer, die sich nun an seine Fersen heften, und erst recht nicht der „Weise“, der der Schlüssel zu einem Bauwerk von Interesse ist. Nein, Kenway will nur saufen, vögeln und looten, und dabei trifft er auf Anne Bonni, Edward „Black Beard“ Thatch und die anderen, bekannten Piraten, die von Privateers im Auftrag der Krone zu Outlaws geworden sind. Gemeinsam versuchen sie eine Pirtenrepublik zu gründen, mit dem bekannten Ausgang.

Meine Meinung: Die Story von „Black Flag“ ist so banal wie Banane, sowohl in der Vergangenheit als auch in der Gegenwart. Wobei die Gegenwartstory nach dem Tod von Desmond Miles quasi nicht vorhanden ist, und die kläglichen Stümpfe funktionieren nicht für zwei Cent. Als Spieler WEISS man einfach schon seit 5 Jahren, das hinter Abstergo die Templer stecken. Welchen Sinn hat es, uns eine Figur spielen zu lassen, die das nicht weiß? Die Steuerung ist zudem unwürdig: In der 1st-Person-Perspektive schleicht man im Schneckentempo durch Büros und löste Geschicklichkeitsrätsel, um an Infohäppchen zu Desmonds Tod und Juno Verbleiben zu gelangen, beides wird aber nicht wirklich geklärt. Ähnlich Schizophren ist, dass Abstergo Entertainment die Assassins Creed-Spiele rausgebracht haben soll – in den Büros steht die Verpackung von AC III rum. Diese Konstruktion ergibt null Sinn und funktioniert einfach nicht.

Ähnliches gilt für die Piratengeschichte. Der sorgfältig aufgebaute Mythos, dass Assassinen ihre Fähigkeiten durch jahrelanges Training erhalten, wird einfach mal über Bord gekippt. Edward zieht die Kutte über und kann ad hoc alle Parcoursmoves, die Ezio und Connor vorher jahrelang trainieren mussten.

Man kann es vielleicht so zusammenfassen: Wenn die Welt von Assassins Creed eine Scheibe ist, dann segelt „Black Flag“ mit voller Fahrt geradewegs über den Rand. Es lässt alles hinter sich, was das Franchise narrativ ausmacht, und zieht sein eigenes Ding durch.

Gerade das ist eine Stärke. Man muss „Black Flag“ zu Gute halten, dass es seine ganz eigene Welt baut, und die macht einen Heidenspaß. Man schippert mit seinem Piratenschiff durch die Karibik, kapert Handelsschiffe, befreit Inseln, taucht durch Wracks, buddelt Schätze aus, jagt Wale, prügelt sich durch Kneipen und hat Spaß am Plündern. Assassinen kommen nur als merkwürdige Eingeborene vor, und Templer sind arrogante Spanier, die man ignorieren kann.

In der Summe ganz großer Spaß, hat aber nichts mehr mit Geheimbünden und allem, das Assassins Creed stark gemacht hat, zu tun. Der Plot um den Waisen und das Astroskop ist schlicht albern und von Anfang an als Sackgasse zu erkennen, die die Geschichte in der Summe null weiterbringt. Aber die Welt funktioniert in sich, und mit der Jackdaw über die Meere zu segeln und zu plündern ist kurzweilig. In der Summe ist Black Flag ein überaus unterhaltsamer Lückenfüller, aber nicht mehr.

 
5 Kommentare

Verfasst von - 12. November 2014 in Assassins Creed, Game, Games, Ganz Kurz, review

 

5 Antworten zu “Review: Assassins Creed IV Black Flag (2013)

  1. Leandrah

    12. November 2014 at 16:34

    dein Spieltrieb ist schon sehr ausgereift, wie ich feststellen kann
    🙂

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  2. kalesco

    13. November 2014 at 09:13

    So, alle Reviews gelesen, vielen Dank dafür! Ich hatte ja mit ACII begonnen (und das sogar durchgespielt, was sehr selten passiert), dann 1 angeschaut – vor allem weil mir der Name Altair so gut gefallen hat eigenartigerweise 😀 – und dann noch Brotherhood und Revelations begonnen.
    Bei Brotherhood konnte ich mit dem Befehligen der NPCs und mit dem Multiplayer nix anfangen. Das zog sich natürlich auch durch Revelations, wo dieses verteidigen von Toren auch nervig war. und Ezio einfach schon sehr alt ist, wie du auch angemerkt hast.
    Daher bin ich ganz deiner Meinung: 2 ist großartig, Brotherhood okay und dann geht es bergab.
    Am neuen reizt mich nur dass man eine Frau spielen kann, falls ich das richtig mitbekommen habe. Aber das Gameplay ist für mich einfach verbraucht.

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  3. Silencer

    13. November 2014 at 10:11

    Leandrah: da liegst Du richtig.

    Kalesco: Wenn es denn mal so wäre! Die Frau in Unity ist leider wieder nur Love Interest. Als Frau unterwegs sein konnte man nur in „AC LIberation“, dass es für die PS Vita und PS3 gibt. Das war super interessant, weil die Dame sich verkleiden konnte – leider wurde das Konzept nie auf die Hauptspiele übertragen.

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  4. kalesco

    21. November 2014 at 10:54

    Hmpf. Da sieht man mal wie ich die aktuellen Spielenews verfolge… Na dann spiele ich doch eher mal meine alten Sachen, wenn ich denn überhaupt spiele. Eventuell mal Prince of Persia durch – das hat mich auch mal sehr gefesselt, aber bei diesen ganzen Spielen ist es immer dasselbe: ich beschäftige mich mal ein paar Stunden damit, komme relativ weit und dann greife ich es laaaange nicht mehr an. Und verlerne alle Skills! Passiert bei AC, Zelda und Prince of Persia. Nächste Gelegenheit von vorn zu beginnen gibt es dann vielleicht zu Weihnachten wieder. 😀

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  5. Silencer

    21. November 2014 at 11:27

    Geht Dir nicht alleine so. Deswegen werden die Spiele auch kürzer: Weil die Leute zwar mehr spielen als früher, aber oft mit Unterbrechungen. Dann die speziellen Codes eines Spiels neu erlernen ist schwierig. „Darksiders“ liegt in meinem Shelf of Shame: Weit gekommen, dann liegen gelassen, mittlerweile kein Plan mehr was man da machen musste.

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