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Äh, Deutsche Bahn?

17 Nov

Bei der Deutschen Bahn gibt es ja schon ewig so ein System, wo man für jeden Euro Umsatz 0,314829192 Punkte bekommt. Ist man zwei Mal um den Erdball gefahren und hat der Bahn eine fünfstelligen Betrag nachgeworfen, kann man drei Trilliarden Punkte gegen eine Freifahrt oder ein Knibbelbild einlösen. Haupteffekt der Teilnahme am Nimmt man am „Bahnbonus“-Programm ist, dass man jeden Tag ein- bis zwei fünfseitige Briefe von Bahnchef Grube und der verantwortlichen Bonustante im Briefkasten hat. Da steht dann drin wie weit man noch davon entfernt ist ein Knibbelbild besitzen zu dürfen und dass man ganz viel Bahn fahren soll, wenn man nicht ausgelacht werden will, weil man kein Knibbelbild hat.

So weit, so bekannt. Die Glasperlenwährung unserer Zeit heißt Punkte sammeln. Ganz neu ist aber bei der Bahn Punkte sämmeln. Ja wirklich: sämmeln.

2014-11-14 19_40_38-bahn.bonus - Säm & Mel
Quelle: https://www.bahnbonus-saemmeln.de

Die Bahn schreibt auf www.bahnbonus-saemmeln.de:

Säm und Mel, die frechen bahn.bonus-Punkte, laden zum großen Jagen und Sämmeln ein. Sämmeln? Na klar. Das ist wie Sammeln. Nur mit mehr Punkten, viel mehr Spaß und am Ende mit tollen Prämien.

So sehen die „frechen bahn.bonus-Punkte“ (SIC) aus:

2014-11-14 19_20_16-bahn.bonus - Säm & Mel

Äh, hallo, Deutsche Bahn? Ist wer zu Hause?
Säm und Mel? So ein mieses Wortspiel sieht doch auch nur auf einem Paper beim koksnasigen Pitch einer Berliner Werbeagentur gut aus. „Sämmeln“ ist ja in einer Liga mit „Junited Autoglas“.

Und dann diese Umsetzung! Als hätte ein minderbegabter Computerfan versucht in bekifftem Zustand Tribbles mit Paint zu animieren. Vollkommen unpassend zum knallroten Äußeren wurde dann noch die Grafik einer lebensechten Zunge verwendet, womit klar sein sollte, was die Vorlage für die beiden „frechen“ Punkte war: Das Creepy Happy Meal des Todes, das seit einiger Zeit Kindern in den USA ähnlich traumatisiert wie „lustige“ Clowns.

Creepy happy meal

Wie kommt sowas bitte in die Öffentlichkeit?! Also, ich hege ja die Vermutung: Der Weselsky hat seine Drogen mit den Leuten bei der Bahn geteilt. Anders ist sowas doch nicht zu erklären. Oder? ODER?! Wie auch immer, ich kann mir gerade noch verkneifen jetzt das Wortspiel zu bringen, dass man den Leuten aus der Werbeabteilung eine sämmeln sollte. Wie wir alle wissen, werden die bei der Revolution ohnehin als erste an die Wand gestellt*.

(Danke an Herrn S. für´s finden!)

_____
* Vgl. Adams, Douglas: The Hitchhikers Guide to the Galaxy, PAN Verlag, 1978

 
6 Kommentare

Verfasst von - 17. November 2014 in Bahnhof, Satire

 

6 Antworten zu “Äh, Deutsche Bahn?

  1. Die Wunderbare Welt des Wissens

    19. November 2014 at 22:38

    Als ich neulich Bahn fuhr, habe ich mich auch erschreckt. Wie Furby, nur ohne Ton, zum Glück. Aber Mel und Säm ist doch irgendwie niedlich, auch wenn ich nicht weiß, was Melsämn sein soll.

    Koksende Werbeleute, damit haben Sie den Kern enthüllt.

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  2. Silencer

    20. November 2014 at 13:32

    Nee, die sind nicht niedlich. Nur gruselig.

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  3. Die Wunderbare Welt des Wissens

    20. November 2014 at 23:03

    Ich meinte das auch sarkastisch. Die gehen GAR NICHT!

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  4. Katja

    18. Dezember 2014 at 19:27

    [blockquote]Äh, hallo, Deutsche Bahn? Ist wer zu Hause? [/blockquote]

    Das ist wahrscheinlich der entscheidende Punkt (haha! Punkt!), die sind nicht zuhause, weil sie unterwegs sind, um Punkte zu sämmeln.

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  5. Katja

    18. Dezember 2014 at 19:29

    (Hmpf. Mit den Tags hab ich’s nicht so…)

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  6. Silencer

    18. Dezember 2014 at 19:44

    😀

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