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Wird langsam

19 Nov

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Man könnte ja denken das ich dieser Tage einfach nur auf der Couch rumliege und Assassins Creed spiele bis mir die Augen zufallen. Das würde ich auch gerne, aber gerade ist anderes wichtiger. Stattdessen bin ich nach Feierabend und insb. an den Wochenenden mit dem Renovieren einer neuen Wohnung beschäftigt.

Kurioses Fundstück: Die Klingel der Wohnung trägt unter der Abdeckung den Hinweis, man möge sie nicht ölen.

Kurioses Fundstück: Die Klingel der Wohnung trägt unter der Abdeckung den Hinweis, man möge sie nicht ölen.

Ich mache das ganz alleine. Schon meine jetzige Wohnung habe ich vor dem Einzug im Alleingang renoviert. Allerdings gibt es einen Unterschied zwischen damals und heute. Vor drei Jahren war diese Arbeit ein Teil einer ganz persönlichen Buße. Bis zum Umfallen auf der Leiter zu stehen und am Ende des Tages vor Muskelschmerzen keine Bewegung mehr machen zu können war sowas wie eine Selbstbestrafung. Ich hatte gerade eine Beziehung beenden müssen und einem geliebten Menschen damit sehr weh getan, und irgendwie hatte ich das Gefühl, dass ich keine Hilfe bei dem Weggang verdient hätte.

Stattdessen musste ich durch Renovierung allein durch, als ob das ein Weg zur Absolution wäre. Tatsächlich war es der Ausweg aus einer ganz persönlichen Hölle. Ich war damals ohne ein eigenes Zuhause, ohne einen ganz eigenen Rückzugsort, und das ist für eine eher introvertierte Persönlichkeit so ziemlich das Schlimmste was es gibt. Die Renovierung der Wohnung war nicht nur Buße, sondern auch ein Sinnbild dafür, wie ich mir Stück für Stück einen neuen Ort für mich selbst und einen anderen Lebensentwurf baute.

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Seitdem ist die jetzige Wohnung ein Zuhause geworden. Die neue Wohnung renoviere ich jetzt wieder allein, weil sie so fremd ist. Mein jetziges Zuhause gefällt mir gut, es ist MEIN, und die neue Wohnung ist das nicht. Sie riecht noch nach anderen Leuten und Zigarettenrauch, zum Teil stehen noch Möbel und Pflanzen der Vormieter herum, die Wände sind rosa und gelb und grün.

Ich brauche die Zeit während des Renovierens, um die neue Wohnung in Gedanken zu meiner zu machen. Steckdosen und Schalter demontieren, alles abkleben, alte Nägel und Dübel entfernen, Löcher verspachteln Ecken und Kanten vorstreichen, dann die Flächen und schließlich die Decke streichen. Ich hasse es Überkopf zu arbeiten, aber Pinselstrich für Pinselstrich und Rolle für Rolle akzeptiere ich die neuen Räume ein wenig mehr, und mit jedem zugespachtelten Loch und jeder reparierten Steckdose kann ich mich mehr damit anfreunden hier einzuziehen. Das klappt so gut, dass die anfängliche Skepsis schon einer leichten Vorfreude gewichen ist. So langsam wird die Wohnung und auch meine Einstellung zu ihr, und das ist gut und wichtig. Dafür muss dann der Ausflug in die Welt von Unity noch ein wenig warten.

Wird lansam.

Wird lansam.

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Teleskopdings mit Farbtank im Stiel. Die Farbe pumpt man durch die Rolle raus. Hört sich gut an, funktioniert aber so unpräzise, dass man sich das auch echt sparen kann.

Teleskopdings mit Farbtank im Stiel. Die Farbe pumpt man durch die Rolle raus. Hört sich gut an, funktioniert aber so unpräzise, dass man sich das auch echt sparen kann.

 
10 Kommentare

Verfasst von - 19. November 2014 in Gnadenloses Leben

 

10 Antworten zu “Wird langsam

  1. zimtapfel

    19. November 2014 at 07:19

    Ich mache so eine neue Wohnung zu meiner, indem ich koche und backe. Wenn es beim reinkommen nach von mir gebackenem Kuchen oder von mir gekochter Suppe duftet, bin ich zuhause.

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  2. Leandrah

    19. November 2014 at 20:02

    heißt das du ziehst aus deiner anderen Wohnung dann aus? gefällt es dir dort nicht mehr, oder was ist der Grund?

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  3. Leandrah

    19. November 2014 at 20:07

    ich, bin in diese Wohnung wo ich jetzt wohne vor fast 5,5 Jahren eingezogen. Am 23. Juni geschieden,am 1. Juli eingezogen. am 20 Juli ins Krankenhaus für 2 Wochen und dann noch 4 Wochen Reha. Ich habe bei dieser Wohnung nur genossen das ich das erste Mal 2 Zimmer für mich ganz allein hatte. So viel Platz nur für mich. Und eine wunderschöne Loggia die ich sehr genieße.

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  4. Die Wunderbare Welt des Wissens

    19. November 2014 at 22:42

    OT: Gibt es eigentlich Bilder vom Puff, also vorher?

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  5. Silencer

    20. November 2014 at 13:32

    Zimt: Auch eine Methode, und leckerer und weniger anstrengend als meine Farbeimerorgien.

    Leandrah: Die neue Wohnung ist größer, wird in der Summe noch schöner und hat einen Balkon… dafür gebe ich sogar meine schöne jetzige auf. Platz haben genieße ich auch, dass kann ich Dir voll nachempfingen

    WdW: Ja, aber die kann ich niemandem zeigen, die grenzen an Körperverletzung 🙂

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  6. Leandrah

    21. November 2014 at 16:51

    ist da wo du jetzt noch wohnst bei diesen tollen Vermietern den Holzers dein Zu Hause? Eine Wohnung ohne Balkon geht gar nicht

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  7. Silencer

    21. November 2014 at 16:59

    Ja, aktuell bei den Holzers. Und zukünftig auch, die Wohnung ist im selben Haus, nur eine Tür weiter.

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  8. Katja

    17. Dezember 2014 at 22:30

    Schön, wie du das Gefühl beschreibst, eine Wohnung zu deiner zu machen. 🙂
    Bei mir geht das, wie bei Frau Zimt, auch eher über’s Kochen. Als ich hier eingezogen bin, habe ich die ersten 3 Wochen noch auf die Küche warten müssen, das war ganz furchtbar und ich konnte gar nicht richtig ankommen.

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  9. Silencer

    18. Dezember 2014 at 14:27

    Heimatlos und fremd in der eigenen Wohnung, das ist nicht schön.

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  10. Die Wunderbare Welt des Wissens

    18. Dezember 2014 at 21:37

    Mit uns ist doch niemand allein ❤

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