Champagner!

Champagner!

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“Hier, gönnen´se sich mal was”, sagt Frau Holzer und drückt mir eine Flasche Champagner in die Hand. Ich habe noch nie echten Champagner getrunken und eigentlich mag ich süßes Prickelwasser auch nicht, egal ob es aus der Champagne kommt oder profaner Sekt oder Schaumwein ist. Aber diesen hier, den habe ich mir wirklich verdient.

Der Umzug ist geschafft und alle Altlasten entsorgt. Das war aber nicht alles, was in meinem Wohnhaus in letzter Zeit aufregend war. Da gab es auch noch die Gewöhnlichen, die nun nach einigem Hin- und Her ruhige und nette Nachbarn sind, wenn auch nicht ganz freiwillig.

Im Dezember ist Herr Holzer, der Vermieter, verstorben. In den letzten Wochen habe ich für Frau Holzer dann Tipparbeiten erledigt und Korrespondenz mit verschiedenen Ämtern gepflegt. Die alte Dame hatte da einfach nicht den Kopf für. Da sie darauf besteht, dass alles immer schön ordentlich ist, und Formulare grundsätzlich mit der Schreibmaschine auszufüllen sind, kann ich nun also mit einer elektrischen “Adler” aus den 70er Jahren umgehen und weiß, wie man Tipp-Ex-Blättchen verwendet.

Der letzte Brocken war die Suche nach Nachmietern für meine alte Wohnung. Zum ersten Februar brauchte ich welche, und war dabei in der merkwürdigen Situation mir gleichzeitig meine neuen Nachbarn aussuchen zu können. Über Weihnachten tat sich erwartungsgemäß gar nichts, und Anfang Januar waren gut ein Dutzend Leute da, die entweder selbst komplett verwahrlost waren, riesige Hunde dabei hatten, zu sechst in drei Zimmer einziehen wollten oder merkwürdige Vorstellungen an den Tag legten (“bevor wir hier einziehen legen sie bitte extra Strom in den Keller, wir haben drei Gefriertruhen”). Jetzt haben sich hoffentlich die richtigen gefunden.

Damit sind einige anstrengende Wochen endlich vorbei. Ich habe wieder Zeit mich um andere Sachen zu kümmern. Aber vorher habe ich mir diesen Champagner verdient.

5 Gedanken zu „Champagner!

  1. ja dem Tipp Ex weine ich keine Träne nach und auch nicht dem auswechseln von Farbbändern, Trotzdem fand ich ich so eine alte Schreibmaschine cool.
    Da die Flasche offen ist hast du sie demnach auch geleert. Wie schmeckt Dir das denn nun? War es süßes Prickelwasser?
    Ich persönlich ziehe MUMM und Feist vor. Oder Deinhardt, den man allerdings leider nicht mehr findet, ein paar Piccolo davon habe ich noch.
    Ja, ich habe schon Champagner getrunken, edle, feine aber meine bevorzugten Sektsorten ziehe ich dennoch vor.

  2. Ich gratuliere. Wohl möge es bekommen und munden.

    Das mit Herrn Holzer tut mir leid. Gut, dass Sie Frau Holzer beigestanden haben. Sie sind einfach ein Guter!

    Ich drücke die Daumen für die Nachmieter. Ich erfuhr vorhin, dass die Elefanten hier bald ausziehen (reizende Menschen, aber eben Fersengänger und Türschlager). Ich hoffe auf sehr ruhige Nachmieter.

  3. Leandrah: Schmeckt interessant. Trocken, erfrischend. Ich persönlich mag es lieber herber, wenn mal einen Sekt, dann Rotkäppchen.

    WdW: Glückwunsch zum Elefantenverlust! Ja, ich hoffe auch, dass die sich gut machen.

    Kalesco: Der ist schon trocken, aber damit immer noch süßer als, sagen wir mal, ein Rotwein.

  4. Zum Wohl! Das war ja wirklich ein verdienter Tropfen.
    Wie wurden denn die Gewöhnlichen gezähmt?
    “nicht ganz freiwillig” – da formen sich in meinem Kopf direkt erst mal Visionen von Angeboten, die man nicht ablehnen kann und in denen Pferdeköpfe eine nicht unwesentliche Rolle spielen. 😀

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