Setzt bitte mal wer den Grube ab?

Setzt bitte mal wer den Grube ab?

20 Millionen Menschen haben im vergangenen Jahr Fernbusse genutzt um von A nach B zu kommen (oft mit ungewollten Stops in C und merkwürdigen Erlebnissen in D). Grund dafür ist in 90 Prozent der Fälle der Preis. Die Bahn, ursprünglich mal das Fernreisemittel schlechthin, ist dermaßen teuer, dass man quasi einen Kredit aufnehmen muss, wenn man mit einer mehrköpfigen Familie verreisen will.

20 Millionen Menschen, das ist eine Hausnummer, auf die die Bahn nun neidisch schielt. Sie hat den Markt für günstige Fernreisen unterschätzt. Ist ja auch nicht einfach, wenn man mit Reisen so gar nichts zu tun hat und Neuland betritt. Was nun? Bahnchef Grube hat sich da mal von einer Berliner Wirtschaftsberatung beraten lassen, und, taadaa, die neue Strategie der Bahn ist: SELBST FERNBUSSE ANBIETEN.

Man fasst es nicht. Erst wird jahrzehntelang das Streckennetz beschnitten und die Bahn zu einer Art Fluglinie am Boden umstrukturiert, immer schön mit dem reisenden Businessman als Zielgruppe, und nun wundert sie sich, dass sie unattraktiv ist. Anstatt mal zu überlegen preislich attraktiver zu werden und damit den Fernbussen sofort die Luft rauszulassen, will die Bahn allen Ernstes und mit richtig Kohle in den Busmarkt rein.

Nochmal ganz langsam: Alle Welt hätte gerne das Produkt der Bahn: Bahnreisen. Die enthält sie den Leuten aufgrund des Preises vor und zwingt sie zur drittklassigen Alternative. Und die neue Strategie ist es nun, selbst drittklassig zu werden?

“Jaja”, sagt ein von Grube angeheuertes Consultantwürstchen in die Kameras, “die Bahn hat ja schon aufgrund des Streckennetzes ein Alleinstellungsmerkmal”, streicht sich durch den Milchbart und geht grienend ab. Streckennetz! BEI BUSSEN! ARGH!!!

Nun ist es nicht verwerflich, dass die Bahn sich beraten lässt. Auch nicht von solchen Leuten. Verwerflich ist, dass der Bahnchef solche krassen Fehlentscheidungen trifft und als Strategie fahren lässt. Nun sind schlechte Bahnchefs natürlich schon Tradition, aber gerade deswegen bin ich der festen Überzeugung, wird brauchen ein effizientes Kontrollgremium, was den Bahnchef sofort vor die Tür setzt, wenn er gegen die Interessen des Unternehmens handelt. Bei Grube wäre das dann jetzt soweit.

8 Gedanken zu „Setzt bitte mal wer den Grube ab?

  1. also früher da gab es auf den Dörfern die gelben Busse. Die hatten sogar wie einen intrigierten Briefkasten in dem man Briefe einwerfen konnte. Die stellten die Verbindungen von Ort zu Ort da, und fuhren ich glaube 5x am Tag. Und dann gab es die Bahnbusse, die waren weinrot, die fuhren nur die größeren Ortschaften an. Also neu ist die Idee nicht.

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