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Let there be LED

06 Mrz

„Wir haben alle Beleuchtungselemente gegen LEDs ausgetauscht, und damit sparen wir pro Jahr 400.000 Euro Stromkosten ein“, sagt die Führerin im Aquarium von Genua und freut sich sichtlich. Ob über die Stromeinsparung oder darüber, dass die Aussage den gewünschten Effekt hat und das Publikum beeindruckt murmelt, ist nicht erkennbar.

LED-Lampen sind ja auch super. Hell, geringer Stromverbrauch, kurze Schaltzeiten und, anders als ihre bucklige Verwandschaft, die Energiesparlampe, nicht giftig. Energiesparlampen enthalten Quecksilber, die sind nach Gebrauch als Sondermüll zu behandeln und müssen bei der Giftannahmestelle vorbeigebracht werden. Kein Witz.Natürlich donnern alle Leute alte Energiesparlampen in Altglascontainer. Vermutlich sterben uns in den nächsten Jahren die Altglascontainersammler alle an Quecksilbervergiftung weg.

Mit LEDs kann das nicht passieren. Also alles super? Eigentlich ja, aber… LED-Lampen haben sich rasend schnell verbreitet (was gut ist), und in einigen Bereichen wurde vorher einfach nicht nachgedacht. In den USA stellte man in diesem Winter erstaunt fest, das LEDs kaum Wärme produzieren. Hätte man vorher wissen können, fiel aber erst auf, als sich pappiger Schnee auf Ampeln festsetzte und nicht, wie bei konventionellen Leuchtmitteln, wegtaute. Damit waren die Lichtsignalanlagen effektiv verdeckt und es gab haufenweise Unfälle. Hier hatte man schlicht vergessen das Ampeldesign anzupassen.

Das beste Beispiel habe ich vor der Haustür. In Mumpfelhausen wurde im vergangenen Jahr die Straßenbeleuchtung auf LEDs umgestellt. Auf superhelle LEDs, die warmes Licht verbreiten. Das ist dem Tageslicht nicht unähnlich. Für mich war das seltsam, aber die Tierwelt hat es ganz aus der Bahn gekickt. Vögel singen nun auch des Nachts, weil sie nicht mitkriegen dass die Sonne untergegangen ist. Am Schlimmsten aber hat es den Hahn getroffen, der gegenüber meines Schlafzimmerfensters wohnt. Das arme Tier sollte ja zum Sonnenaufgang mit Gejodel anfangen, aufgrund der komischen Lichtverhältnisse beginnt er manchmal schon um Mitternacht, spätestens aber um 03.00 Uhr Morgens mit seinem durchdringenden „Kickerikiii“. Und das ist harte Arbeit, denn er macht das alle 10 Sekunden und bis zum späten Nachmittag. Das Viech bekommt kaum noch Schlaf und stirbt vermutlich bald an Burnout. Nunja, in dem Fall könnte ich mal wieder ohne Ohrenstöpsel schlafen.

Das ist aber alles kein Grund LEDs doof zu finden. Ich habe gerade gestern die letzte konventionelle „Birne“ entsorgt und gegen ein LED-Leuchtmittel ausgetauscht. Ich will nämlich auch 400.000 Euro im Jahr sparen. Sie dürfen jetzt beeindruckt Murmeln.

 
5 Kommentare

Verfasst von - 6. März 2015 in Gnadenloses Leben, Skurril

 

5 Antworten zu “Let there be LED

  1. zimtapfel

    6. März 2015 at 11:32

    //*murmelt beeindruckt*

    Meine Küchenunterschrankleuchten und meine Badezimmerspiegelschrankleuchten sind auch LED, und das sind auch die Lampen, die hier am häufigsten und längsten in Betrieb sind. Die Deckenstrahler im Wohnzimmer sind ebenfalls LED, aber die schalte ich eher selten ein. Evtl sollte ich die kleine Stehlampe, die ich stattdessen nutze, auch gelegentlich mal auf LED umrüsten.

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  2. psychoqueen

    6. März 2015 at 13:57

    *hmmmmmurmelmurmelgrummelmurmelgrummeljaaaaseeeeehrbeeindruckend* *grins*

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  3. Silencer

    6. März 2015 at 20:13

    Zimt: Bestimmt keine schlechte Idee!

    Queen: Sehr gut! 😀

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  4. kalesco

    7. März 2015 at 14:19

    Hier ist irgendwie noch weitgehend LED freie Zone (bis auf das Ambilightdings hinterm TV), und Halogenlampen sind das höchste der Gefühle. Nunja. Ist ein großes Haus, da kann man nicht die gesamte Beleuchtung austauschen (wird ja auch nicht hin, das Zeug!). Wegen Verschmutzung und Nichtgefallen wurde letztens eine Deckenlampe (oh, nein, zwei sogar) ausgetauscht – die Lampen kosteten jeweils 15 bzw. 25 Euro. Die LED Leuchtmittel dazu hätten das 3-4 fache gekostet 😀
    Nunja. Es hängen nun einmal die alte, noch funktionierende Glühbirne in neuer Fassung und einmal drei Energiespardinger in neuer Deckenlampe. Was auch wieder irgendwie eine doofe Idee war – wer macht schon Energiesparbirnen in eine Küchenbeleuchtung? Derjenige darf sich jetzt im Halbdunkel ein paar Gedenksekunden gönnen bevor es ans Kochen geht. Tja.

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  5. Silencer

    9. März 2015 at 09:10

    🙂 Eine selten benutzte Dachbodenbeleuchtung, die nur mal für ein paar Minuten pro Jahr brennt, würde ich auch nicht auswechseln. Aber sowas hat man halt nur bei einem Haus, ich bin ja lediglich Wohnungsmieter. Aber auch da habe ich mich immer über den geärgert, der lausige Energiepaslampen ins Arbeitszimmer gebaut hat. War der selbe, der immer erst eine halbe Minuten warten musste, bis er das gesuchte Buch im Regal erkennen konnte.

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