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Aus, Schluss, Vorbei

16 Mrz

Ich bin mit meiner alten Bank schon lange unglücklich. Dokumentiert ist das hier in der „Könn´se nich´ mal vorbeikommen“-Anthologie. Spätestens nach der Geschichte, in der sich die Bank wie ein gekränkter Bürstenverkäufer aufführte hätte ich eigentlich in den Sack hauen sollen. Habe ich aber nicht.

Ich verlegte zwar mein Girokonto zu einer anderen Bank, behielt das alte aber noch – auch aus Nostalgiegründen, aber vor allem weil eine Mastercard, die ich als Zweitkarte für Notfälle habe, an dem Konto hing. Über das alte Konto lief quasi kein Zahlungsverkehr mehr, und ich konnte Monat für Monat dabei zugucken wie der geringe Betrag auf dem Konto weniger wurde. Jeden Monat genehmigte sich die Bank 3,50 Euro Kontoführungsgebühren. Wenn ich mal wieder vergaß Kontoauszüge zu ziehen – was bei einem Konto ohne Bewegung schnell passiert – auch gerne das doppelte. Wegen der „Erstellung von Zwangsauszügen“, die per Post zugestellt werden.

Ende letzten Jahres erhöhten sich diese Gebühren nochmal ordentlich, aber dafür wird jetzt auch weniger Leistung geboten. Am ärgerlichsten sind die neuen „Online Kontoauszüge“. Ich hatte gehofft, dass mit denen dieser Zwangsauszug-Blödsinn vorbei wäre und staunte nicht schlecht, als mir SCHON WIEDER welche per Post zugestellt und doppelte Gebühren abgebucht wurden.

„Weil sie die nicht quittiert haben“, sagt die Bankmitarbeiterin am Telefon. WTF? „Ja, sehen sie, wenn sie die nicht online quittieren, müssen wir die ausdrucken und per Post schicken“ Aha. Und warum nötigt mich die Bank zu andauernden Logins und Klickereien? „Aus rechtlichen Gründen.“ Interessant, und wieso müssen andere Banken das nicht? „Ja, äh, die haben vielleicht ein anderes System?“ Ist aber schon interessant, wie graue, alte Herren in Hinterzimmern Produkte entwickeln, die so völlig an der Zeit vorbeigehen.

Aus, Schluss, vorbei. Ich habe die Faxen dicke. Nach 30 Jahren wird das nun das Konto gekündigt. Um weiterhin eine Notfallkreditkarte zu haben, ist eine Mastercard bei der Bahn beantragt. Die kommt mit einem dicken Packen Zusatzleistungen, kostet die Hälfte der Kontoführung bei der alten Bank und das beste: Ich muss nicht dauernd irgendwas quittieren, runterladen oder ausdrucken.

Schade ist es schon, nach so langer Zeit wegzugehen, aber die Bank hat sich wirklich alle Mühe gegeben mich zu vergraulen.

 
4 Kommentare

Verfasst von - 16. März 2015 in Gnadenloses Leben

 

4 Antworten zu “Aus, Schluss, Vorbei

  1. ruediger

    21. März 2015 at 09:44

    alte Zöpfe und so. 🙂

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  2. Katja

    21. April 2015 at 16:24

    Hab gerade die ganzen alten Bank-Geschichten nachgelesen und dabei ein Wechselbad aus schallendem Gelächter und mundaufklappendem Gibtsdochgarnicht durch.
    Seit es das Internet, Blogs, Twitter gibt, taugen solche haarsträubend absurden Geschichten wenigstens immer für eine gute Geschichte und von aussen war das sehr unterhaltsam zu lesen. (Tauschen hätte ich aber nicht wollen.)

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  3. Silencer

    22. April 2015 at 08:57

    🙂 Du hast Deinen Lesetag hier im Blog verbracht, hm? 😉

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  4. Katja

    22. April 2015 at 09:42

    Ein wenig. 🙂
    Nur deine Reiseberichte hab ich erst mal ausgelassen, weil ich die mit wirklich Zeit und Ruhe (haha! irgendwann wird sich das mal wieder so anfühlen!) lesen mag.

    (Ich muss meinen Feedreader mal besser in den Griff bekommen…)

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