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Momentaufnahme: Juli 2015

29 Jul

Herr Silencer im Juli 2015
Immobil.

Wetter: Warm, zumindest die ersten drei Wochen. Dann Temperatursturz auf 20 Grad und Regen und Sturm.
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Lesen:

Joschau Sauer: Nicht Lustig 6
Der Titel lügt. Das Buch ist IRRE lustig.

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Hören:

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Sehen:

Jupiter Ascending [Blu-Ray]
Mila Kunis hält eine Klobürste wie einen Staubwedel. Diese ungeschickteste Klofrau der Welt gerät in das Fadenkreuz von Killern, die sich als Außerirdische entpuppen. Die wollen ihr ans Leder, weil ihr die Erde gehört. Zum Glück hilft ihr ein spitzohriger Werwolf-Supersoldat. Zusammen mit dem Möter mischt die intergalaktische Putze ein altes Imperium auf.

Was für ein grandioser Schwachsinn! Was sich die Wachowskis hier zusammenfantasieren ist das Kreativste, was sie seit Matrix abgeliefert haben. Jedes einzelne Actionpiece ist innovativ und erstaunlich in Szene gesetzt. Leider ist die Erzählung episodenhaft, und harte tonale Sprünge von „Star Wars“ nach „Brazil“ dürften nicht jedermanns Sache sein. Außerdem ist er mit drei Stunden zu lang, und Mila Kunis wie immer ein Ärgernis. Dennoch: Ein unterschätzter Film, der zu Unrecht im Kino floppte.

Die Piraten! [Watchever]
Der Piratenkapitän (das IST sein Name) möchte Pirat des Jahres werden. Aber wie soll er nur gegen die wirklich erfolgreichen Piraten wie Entermesser-Liz ankommen? Da trifft er auf einen gewissen Charles Darwin, der ihm den größten Schatz überhaupt verspricht. Dumm nur: Dafür muss der Piratenkapitän samt Schiff, Crew und Dodo nach London, und Königing Viktoria hasst Piraten über alles.

Was die Aardman-Studios („Wallace & Gromit“, „Shaun das Schaf“) hier abgeliefert haben ist der verdammt lustigste Film, den ich in den letzten Jahren gesehen habe. Die Dichte an hervorragenden Gags ist enorm hoch. „Die Piraten“ ist das filmgewordene Kind von „Monkey Island“ und den „Fluch der Karibik“-Filmen. Super!

The Dark Knight Returns [Blu-Ray]
Gotham City, 20 Jahr in der Zukunft: Die Superhelden sind vergessene Geschichte, die Kriminalität ist auf einem Allzeithoch, die Politik korrupt und die Bürger lethargisch. Nach einem traumatischen Erlebnis beschliesst ein alter und müde gewordener Bruce Wayne, noch einmal den Mantel der Fledermaus anzulegen, um etwas zu verändern. Die Geschehnisse eskalieren, als die USA in einem nuklearen Winter versinken. Im ganzen Land herrscht Chaos, nur in Gotham hält Batmans Armee die zivile Ordnung aufrecht. Das bringt die Regierung dazu, ihre mächtigste Waffe auf den Vigilanten anzusetzen: Es kommt zum Duell Batman vs. Superman.

Was Frank Miller Mitte der 80er mit dem Graphic Novel „The Dark Knight returns“ ablieferte, ist mit „episch“ noch nicht groß genug beschrieben. Eine kaputte Gesellschaft, nukleare Ängste, ein alter Mann in einer Rüstung… hier ist alles anders als man es aus dem DC-Universum kennt. Der darauf basierende Film ist nicht weniger episch und genauso wenig zimperlich – sowohl Geschichte als auch Darstellung richtet sich definitiv an ein volljähriges Publikum. Der Film kam originär in zwei Teilen heraus, denn eine so riesige Story lässt sich nicht auf 90 Minuten eindampfen. Stattdessen wird auf der BluRay nun in rund 2,5 Stunden eine Geschichte erzählt, an deren Ende eine Ära zu Grabe getragen wird. Nicht ohne vorher Gänzehauterzeugende Dialoge abzufeuern…

„Ich hätte Dich töten können. Ich bin der einzige, der Dich je besiegt hat, Clarke. Ich bin der Mann, dem Du Dein Leben zu verdanken hast. Ich will, dass Du das weißt und jeden Tag daran denkst.“

John Wick [PSN]
Keanu Reeves ist der beste Killer der Welt, im Ruhestand und gerade in Trauer. Dann klaut ihm Theon „Reek“ Greyjoy das Auto, und dann macht es Peng und hört nicht mehr auf.

Keanu Reeves ballert sich durch ca. 587 generische Söldner. Mehr passiert eigentlich nicht. Allerdings ist hier alles sehr präzise auf den Punkt gebracht: Reeves hat ja nur einen GEsichtsausdruck, und um diesen hat man den Film gebaut. Beeindruckende Performance, coole Stunts, eine clandestine wie interessante Gangster-Subkultur mit eigener Infrastruktur, stylistisch in der Folge von Mel Gibsons „Payback“ – nett anzusehen, aber leider auch schnell wieder vergessen.

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Spielen:

Arkham Knight [PS4]
Neun Monate nach den Ereignissen von Arkham City: Der Joker ist tot (und bleibt das auch!), Gotham erholt sich langsam. Da tritt ScareCrow auf den Plan und droht damit, Angsttoxin in der Stadt freizusetzen. Die Einwohner werden evakuiert. Kaum sind alle Zivilisten weg, marschieren schwer bewaffnete Truppen mit Panzern ein. Ihr Anführer nennt sich Arkham Knight, und der hat noch ein ganz persönliches Hühnchen mit Batman zu rupfen. Der rüstet seinerseits auf: Mit einem Panzeranzug und einem Batmobil, das sich in einen Tank verwandeln kannt, räumt er Stück für Stück in den Straßen von Gotham auf. Eine Sisyphusarbeit, wie er bald erkennen muss. Die Konsequenz daraus: Die Legende von Batman muss ein Ende finden.

Lange mussten Fans auf den letzten „Arkham“-Teil von Rocksteady warten. Trotz der mehrfachen Verschiebungen ist leider nicht alles Supi: Gerade die neuen Elemente funktionieren nur so mittel. Der neue Charakter des Arkham Knight telegrafiert schon nach 5 Minuten seine wahre Identität durch, und das Batmobil wird eingangs zu sehr gepusht und fährt sich dann wie eine Wurst auf Rädern. Das ändert aber nichts daran, dass „Arkham Knight“ ein sehr, sehr gutes Spiel ist. Die Story ist lang, dicht und voller Wendungen, die Missionen spannend, und das Ende lässt einen mit offenem Mund und befriedigt zurück. Dabei ist die Spielgrafik auf dem Niveau der Renderfilme der Vorgänger. Nicht mein persönliches „Spiel des Jahres“, wie es die beiden Vorgänger waren, aber ein würdiger Abschluss des Arkham-Universums. Als nächstes dann bitte die Sucide Squad als Spiel, das wird immerhin schon seit 2013 angeteasert.

Arkham Origins: Blackgate [PS Vita]
Ganz zu Beginn von Batmans Karriere: Alarm im Gefängnis von Blackgate, Stromausfall, Meuterei, Superschurken on the Loose. Batman rein, Zack, Aua-Aua.
Was hier als Origin-Spiel für das Playstation-Handheld rauskam, ist ein 2,5 Metroid im Arkham-Universum. Dabei hat es alle Zutaten der „großen“ Ableger: FreeFlow-Kämpfe genauso wie Predator-Szenarien sowie interessante Bosskämpfe und eine halbwegs interessante Story. Damit hätte man ein 3 Stunden langes, wirklich gutes Spiel machen können. Leider ist „Blackgate“ neun Stunden lang, wobei mehr als die Hälfte mit sinnlosem Backtracking durch das Labyrinth des Gefängnisses gefüllt sind. Das verleidet einem, in Kombination mit dem völlig unbalancierten Schwierigkeitsgrad, gründlich die Laune.

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Machen:
OP, Krankenhaus, rumhumpeln.

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Neues Spielzeug:
Neue Handschuhe, Xtrafit von Held. Und ein neues Slingpack, ein Mass Sling von Patagonia. Man muss ja auch an die Zeit nach der Rumhumpelei denken.

xtrafit

patagonia mass sling

Archiv Momentaufnahmen ab 2008

 
9 Kommentare

Verfasst von - 29. Juli 2015 in Momentaufnahme

 

9 Antworten zu “Momentaufnahme: Juli 2015

  1. Albrecht Wagenhöfer

    29. Juli 2015 at 14:42

    Auch mal an ein neues Möpp gedacht für die Zeit nach der Humpelei?
    Fahre ne Reiseenduro und bin noch seehr zufrieden.

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  2. Silencer

    29. Juli 2015 at 16:23

    Reiseenduro? Was denn genau?

    Hatte ich, ehrlich gesagtm schon mehrfach drüber nachgedacht, den Gedanken letztlich aber verworfen. Ich mag Sporttourer, aber in dem Segment gibt es nicht, was mich anmacht oder in meinen Augen noch fernreisetauglich ist. Reiseenduro wäre schon schön, aber bei meiner Körpergröße ist es nicht einfach was zu finden, wo ich mit den Füßen auf den Boden komme 🙂

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  3. Albrecht Wagenhöfer

    29. Juli 2015 at 18:24

    In der Meinung Vieler, wäre BMW GS das Maß der Dinge, ich fahre ne 650 er V-Strom, geringer Verbrauch, hohe Traglast und Reichweite, eingeschränkt geländetauglich. Durch die aufrechte Sitzposition bandscheibenfreundlich. Günstige Anschaffungs- und Wartungskosten. Der V 2 zieht lückenlos hoch. Habe 180 cm Größe und komme problemlos an den Boden. Die Reiseenduros sehen größer aus, wie sie es dann sind. Man könnte auch noch ein paar cm abpolstern. Mir haben die 70 PS immer dicke ausgereicht, nach der deutschen Grenze werden Übertretungen deutlich teurer.

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  4. Silencer

    29. Juli 2015 at 18:39

    Hmja, GS passt mir nur die kleine, und die hat mich hier https://silencer137.com/2013/07/29/grenzwerte/ ja so gar nicht begeistert.

    V-Strom? Das ist interessant. Die ist mir letzten Monat in San Vincenzo positiv aufgefallen. Sieht nicht aus, als wollte man damit in den Krieg ziehen, und trotzdem Fernreisetauglich. Ein polnisches Ehepaar war damit angereist. Hat mir gefallen. (Die Maschine, nicht das Ehepaar). Muss ich mich vielleicht mal draufsetzen. Aber in den kommenden zwei Jahren werde ich die 600er sicher noch behalten.

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  5. Albrecht Wagenhöfer

    29. Juli 2015 at 20:59

    Hi
    Ich fahre, ähnlich wie du, meine „Stresstouren“ alleine, vorwiegend Osteuropa. Wie die Beschaffenheit der Straßen abseits der „Normalstreet“ ist, kann schon überraschen. Alleine schon aus Stabilitätsgründen und Fahrkomfort auf übler Strecke könnte ich mit einem fast reinen Asphaltmöpp weniger Gefallen daran haben. Auch bei mir ist das ein Ersatz/Zusatzauto.
    Zur V-Strom gibt es auch kritische Stimmen……die kritischste wäre, daß das Mopped häßlich aussieht. Zur ganz neuen, jetzt 1000er gibt es vom Preis/Leistungsverhältnis sehr wenig gegenzustellen von anderen Herstellern. Erinnerung: 650er gewann 2x das Alpenmasters, fährt sich wie ein Fahrrad und fällt fast von selbst in die Kurve. Meine kaufte ich gebraucht für relativ kleines Geld und muß oft schmunzeln, mit welchen Reparaturen die sogenannten Premiumherstellermöpps aufwarten.
    O. k., dein jetziges Möpp ist höchstwahrscheinlich in gutem Zustand, du kennst es aus dem ff und will dich noch eine Weile begleiten. Es gibt sicherlich noch andere „Gute“, welche dann dank der überbordnen Elektronik und anderem weit über der (von mir) empfohlenen 200 Kg liegen.

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  6. Silencer

    29. Juli 2015 at 21:41

    Ah, eine verwandte Seele! 🙂

    Hässlich finde ich die V-Strom nicht. Zweckmäßig, das trifft es vielleicht. Ich komme ja auch immer wieder in Situationen, wo ich mir mehr Bodenfreiheit und ein anderes Fahrwerk wünsche. Letzten Monat bin ich am Mangart-Pass einen Straßenabbruch langgeholpert – da war mit einem mal der Wunsch nach was Enduro-mäßigem sehr groß 🙂

    Von daher: Danke für die Empfehlung. Werde ich mir ernsthaft mal ansehen, die Maschine.

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  7. Albrecht Wagenhöfer

    29. Juli 2015 at 22:21

    Haha, Straßenabbruch…….wenn es nicht der Haupthinderungsgrund wäre, auf BAB zu fahren und oftmals ewig lange langweilige Anfahrtswege, würde ich persönlich fast nur meine SimsonSchwalbe nehmen. Ultraleicht und bei schwierigsten und engsten Passagen das Ding einfach drüberheben oder an der Hand führen.
    Hechlingen hat schon seine Berechtigung, mit schwerem Reisegepäck plus eventueller Sozia sieht die Aufgabenlösung deutlich schwieriger aus.
    Für mich sieht Geländemeisterung so aus: erscheint es zu schwierig kommt der Rückzieher, ist gesünder für die Gesundheit und bei Verkleidungsschredderung ist das besser für die Reisekasse.
    Noch! kann und darf ich ohne Diskussion weg, ich muss und soll nur gesund wiederkommen.
    Genau das, was ich dir für all deine Touren wünsche.

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  8. Katja

    30. Juli 2015 at 08:09

    „Die Piraten“ sind notiert! 🙂

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  9. Silencer

    30. Juli 2015 at 19:07

    @ Albrecht: Den guten Wunsch der allzeit sicheren Fahrt erwidere ich natürlich gerne. Ankommen ist das Wichtigste, man muss sich ja nichts mehr beweisen. Hechlingen war in der Tat eine interessante Erfahrung, aber, wie geschrieben, zu viel auf einmal – ich war schlicht in der verkehrten Gruppe. Ha, Simson, das waren noch Zeiten. Ich hatte eine S51-B, tolles Ding.

    @Katja: Der ist soooo toll, viel Spaß damit!

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