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Eine Frage des Willens

30 Jul

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Tag 13.

„jaja, Ärzte sind Schweine, nä?“, sagt der Orthopäde, und ausnahmsweise mag ich ihm da auch nicht widersprechen. Stattdessen starre ich ihn nur mit runterhängendem Unterkiefer und bösem Blick an, denn was er gerade verkündet hat, kann ich kaum glauben.

Das mit Abstand Zweitschlimmste, nach der Immobilität, ist nämlich gerade das Spritzen. Die OP am Fuß ist nun fast zwei Wochen her, und seitdem muss ich jeden Tag ein Mittel gegen Thrombosen verabreicht bekommen. Und das per Spritze. Die ersten Tage, in der Klinik, war das ein kleiner Pieks von einer freundlichen Schwester. Aber zu Hause muss ich das selber spritzen, und DAS ist gar nicht so einfach.

Ich habe generell keine Angst vor Spritzen, aber sich selbst zu stechen, das erfordert ganz schön Überwindung. Ich hatte ja angenommen, das im Jahr 2015 subkutane Mittel über so ein Star-Trek-mäßiges Gerät injiziert werden. Ansetzen, es macht kurz „Pssscht“, und das war´s, dachte ich. Aber weit gefehlt. Selbst die vorgefüllten Spritzen haben immer noch zwei Zentimeter lange Nadeln.

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Sich die in den Bauch zu rammen kostet einiges an Überwindung, und wenn man es verkehrt macht, kann man ganz schön Schaden anrichten. Meinen allerersten Versuch kann man immer noch sehen, in Form eines 10 x 10 Zentimeter großen, blau-gelb-grünen Flecks.

Die Packung Thromsosemittel, die ich mit nach Hause bekommen habe, beinhaltete 10 Spritzen. Seit Tag 1 zähle ich die runter. Immer, wenn ich wieder eine Injektion geschafft habe, stelle ich die benutze Spritze wie eine Trophäe auf den Küchentisch. Bei 5 Spritzen wurde Bergfest gefeiert (mit Mineralwasser, den Thrombosemittel in Kombination mir Alkohol ergibt die Mutter aller Kopfschmerzen), und seit gestern Abend stehen 10 leere Spritzen in einer Reihe. Ich habe es GESCHAFFT! Zehn Mal überwunden, zehn mal selbst gespritzt, nur zwei blaue Flecken. Endlich habe ich es hinter mir!!

Heute nun sitze ich zum Verbandswechseln beim Orthopäden. Der guckt kaum auf, als er fragt „Ham´se noch vom Thrombosemittel?“

„Wah?“… mehr bekomme ich nicht raus.

„Ja, müssen´se vier Wochen lang nehmen“.

„Waaah?!“…

Jetzt sieht er auf.

„Jaja, Ärzte sind Schweine, nä?“,
Ich widerspreche ihm nicht.

 
12 Kommentare

Verfasst von - 30. Juli 2015 in Ganz Kurz

 

12 Antworten zu “Eine Frage des Willens

  1. leandrah7

    30. Juli 2015 at 19:14

    kenne ich. Habe ich meinen Kindern dann überlassen das zu machen, die haben es genossen mich damit zu pieksen. Warum piekst du nicht in deinen Oberschenkel. Geht nämlich auch. Vorher desinfizieren, Haut ein bisschen zusammen drücken pieksen und dann nach leeren der Spritze ein bisschen darauf hauen damt es sich verteilt – aber ich kann das auch nicht, definitiv nicht

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  2. Silencer

    30. Juli 2015 at 19:20

    Ich wollte nicht so ins Detail gehen, klar, Außenseite Oberschenkel geht auch, macht es aber auch nicht besser.

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  3. zimtapfel

    30. Juli 2015 at 20:02

    War bin ich froh, das ich zu der Zeit meiner Knie-OP meinen persönlichen ausgebildeten Sanitäter daheim hatte. So musste ich nicht selbst pieksen sondern konnte mich ganz professionell pieksen lassen.
    (War ja nicht alles schlecht.)

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  4. huangpo

    30. Juli 2015 at 20:22

    Oje. Ja, das ist eklig, kenne ich auch. Bis mann erstmal durch das Unterhautfettgewebe ist…. Aber grade am Bauch gibt es durchaus Stellen, an denen keine Nervenzellenoben an de rHaut sind. Das kann man vorher durch Tasten mit der Spitze rausfinden. Dann tut der Stich zumindest nicht weh.

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  5. Silencer

    30. Juli 2015 at 21:01

    Zimt: Luxus, in der Tat 🙂

    Huangpo: ach der kleine Spiels ist ja nicht so schlimm. Aber die Überwindung…

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  6. Die Wunderbare Welt des Wissens

    1. August 2015 at 14:37

    Ich hatte vergangenes Jahr noch Clexane über. Hätte ich Ihnen gern abgegeben.

    Leider gibt es am Bauch auch Stellen, die ganz verdammt weh tun. Mäh.

    Aber aus Gründen sage ich mal ganz arrogant: Vier Wochen? Piffkram 😀 (*duck und wech*)

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  7. Katja

    3. August 2015 at 09:49

    Ach du meine Fresse! *schluck*
    Volles Mitgefühl hier. Mir wird alleine beim Anblick der Spritzen ganz flau.

    Ernsthaft ein 10*10 ZENTIMETER Bluterguss von einer Nadel? Ach du meine Fresse, kann ich da nur nochmal wiederholen.

    *mit vor Schreck weit aufgerissenen Augen ab*

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  8. christian

    4. August 2015 at 16:45

    Hatte im Frühling auch das Vergnügen. Habe vorher immer fünf Minuten mit einem Eispack die Stelle betäubt. Dann war es etwas erträglicher.

    Gutes Durchhalten!

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  9. Albrecht Wagenhöfer

    6. August 2015 at 16:10

    Schon wieder Gleichstand…..hatte vor 4 Tagen ne FußOP.
    Nächste Woche links kommt der Karpaltunnel dran. Damit haben sich Mototouren zumindest für dieses Jahr in die Flüchtigkeit der Möglichkeiten verabschiedet.
    Kann dir also leidlich gut mitfühlen.

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  10. noch_ein_Markus

    6. August 2015 at 16:39

    das ist schon fies, schäbbisch und gemein.
    also, die Bekanntgabe das 4 Wochen lang machen zu müssen, bei dem Gedanken man wäre durch.

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  11. Silencer

    7. August 2015 at 07:25

    Christian: Danke für den Tip!

    AW: Oh, Beileid und gute Besserung! Ich hoffe, es waren auch nur Routinemäßige Wartungsarbeiten und kein Unfall? Für Fahren mit Karpaltunnel empfehle ich eine Gashilfe, die rettet einem das Handgelenk, weil man mit dem Handballen Gas geben kann.

    Markus: „Schäbbisch“ ist ja auch mal ein schönes Wort 🙂

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  12. Albrecht Wagenhöfer

    7. August 2015 at 14:19

    Fahrhilfe wäre gut, das Problem ist jedoch, daß die Hand bei einer Gefahrbremsung nicht voll einsatzbereit und schnell genug ist. Habe durch Segel-Jugend-Sonnensünden zu viel davon getankt und muß es nun büßen. Manchmal wird man auch an Stellen geschnitten, wo es die Venen mit guter Entzündung dazu danken.

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