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Stand der Dinge, Zusammenfassung

13 Aug

Tag 28

Arrangements
Rumhantieren mit den Gehhilfen, Tragen des Vorderfußentlastungsschuhs, Duschen mit Behindertenhilfe – irgendwie geht alles, und sogar besser als gedacht. Einkaufen ist halt potentiell ein Problem, bislang aber ein theoretisches. Ich muss mich nur dran gewöhnen, das nicht alles immer und überall verfügbar ist. Die schnelle Fahrt in den Supermarkt ist halt nicht drin, und ich muss manche Sachen auf Vorrat kaufen.
Ich bin froh und glücklich, dass es noch den kleinen Dorfladen gibt, zu dem ich zu Fuß hinhumpeln kann. Auch wenn er nur zwei Mal die Woche Nachmittags offen hat. Da gibt es nicht alles, aber so alle zwei Wochen fahre ich dann gemeinsam mit jemandem zum Einkaufen in einen größeren Markt.

Mobiles
Der Verzicht auf´s Auto lässt sich mit unerwartet wenig Hilfe von Außen kompensieren. Zur Arbeit nimmt mich jemand mit. Bei anderen Fahrten tut es der Bus, in dem ich nun immer einen Sitzplatz habe.

Auf meinen Krücken bin ich fix unterwegs, in vertrautem Gelände wie zu Hause oder im Büro brauche ich nicht mal beide. Die Unterarmgehhilfen sind echt sperrig, und ein Gedanke war: Vielleicht reicht ja ein Gehstock aus. So zum Draufstützen. Das sieht dann zwar ein wenig nach Dr. House aus, aber zumindest wird das Ein- und Aussteigen in Auto einfacher. Tja. Netter Gedanke, funktioniert aber nicht so worklich gut, nur auf minimalkurzen Strecken oder beim Rumstehen.

Uberstruktur
Die zwei Wochen zu Hause waren geprägt von davonfliegenden Tagen. Es fehlte an Struktur, stattdessen überall Prokrastination. Klar, ein paar Dinge habe ich erledigt bekommen, aber wenn etwas nicht muss und alles egal ist wann es erledigt wird – dann fehlt halt auch Struktur.

Darüber kann ich mich jetzt nicht mehr beschweren. Statt null Struktur habe ich jetzt mehr davon als nötig. Ich darf kein Auto fahren, und ein freundlicher Arbeitskollege nimmt mich mit zur Arbeit. Nur: Wir haben ein Gleitzeitmodell, und der Kollege gehört zu der Sorte, die gerne spätestens um sechs anfangen zu arbeiten. Ich konnte ihn auf Sieben runterhandeln, immerhin, aber das bedeutet trotzdem früh aufstehen und diszipliniert früh ins Bett gehen. Also, für meine Verhältnisse. Sehr strukturiert gerade, diese Tage.

Hell it´s over
Endlich ist das tägliche Spritzen vorbei. Das fiel mir ja am Anfang sehr schwer, aber nach zwei Wochen war es Routine und am Ende wirklich nicht mehr schlimm. Man gewöhnt sich ja an alles.

Ärztliche Versorgung
Bislang scheint alles gut zu heilen. Da gerade ALLE Ärzte in Urlaub sind und ich zum Verbandswechsel allen Ernstes in die nächste Stadt müsste, mache ich das halt selbst. Die freundliche Helferin beim Orthopäden hatte mir Verbandsmaterial zugesteckt. Um herauszufinden, wie man den Verband richtig anlegt, habe ich gefilmt, wie ich den „Profiverband“ aus der Praxis vom Fuß abwickle, und dann den Film rückwärts laufen lassen und ihn genau so wieder angelegt. Klingt nerdig, wichtig ist aber der outcome.

Was fehlt
Bewegung. Definitiv.
Mir fehlt echte, körperliche Bewegung, mir fehlt Sport. Immer nur rumsitzen und körperlich nichts tun nervt mich total an, ich kann praktisch zusehen wie ich zu Gummi werde.
Und Rasieren. Ich vermisse echt eine ordentliche Rasur. Rasieren verträgt sich er aber nur so mittel mit Thromboseprophylaxe. Habe ich gerade wieder gemerkt: Minimal mit dem Tesaabroller in den Finger gepiekt, schon blutet es eine Stunde lang.

Abgesehen davon vermisse ich erstaunlich wenig.

Grenzen
Manchmal juckt und kribbelt die Narbe, manchmal puckert der Fuß. Alles im Rahmen. Ich merke aber auch recht deutlich, wenn ich es übertrieben habe – zu lange am Schreibtisch gesessen oder zu viel oder zu schnell rumgelaufen äußert sich in Knochenschmerzen, und die haben es in sich. Also übertreibe ich es besser nicht.

Das Ende
Ist in sichtbarerer Nähe. Noch zweieinhalb Wochen. Dann stellt sich raus, ob der Ganze was gebracht hat oder ob der Aufwand für die Katz war. In jedem Fall bin ich dann wieder mobil und kann wieder körperlicher Ertüchtigung nachgehen.

 
 

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